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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sago:

Rückkehr ins Food Universe

Happy Meat - Der Geschmack der Liebe von Marie Graßhoff

Mit den Göttererben des Food Universe hat Marie Grashoff wirklich originelle Urban Fantasy geschaffen. Dies ist nun der dritte Teil, der auch ohne Kenntnisse der anderen Bände funktionieren kann. Manche Protagonisten der Vorgänger-Bände haben kurze Auftritte, die ich persönlich nicht unbedingt bräuchte.

Im Mittelpunkt steht die junge Cava. Ihre Eltern führen dass Familienunternehmen Happy Meat mit mafiaähnlichen Strukturen.und gnadenloser Härte selbst gegen die eigene Familie. Als Cava erfährt, dass ihr verstorbener Bruder Jacob gegen die Familie gearbeitet haben soll, wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die Cavas Welt auf den Kopf stellen könnte...

Die Story ist originell und einfallsreich. Besonders angesprochen hat mich die Frauenpower, die Cava verbreitet. Bei ihren Brüder und gegenüber Männern, die sich für sie interessieren, hat sie stets die Oberhand. Das war wirklich sehr überzeugend und wohltuend, wunderbar weit entfernt von Büchern, in denen sich Frauen für mich unerklärlich unterordnen.

Gleichzeitig konnten mich Cava ubd ihr love interest Colt als Protagonisten nicht 100 % überzeugen. Cava wurde schon in ihrer Jugend zu Taten gezwungen, zu denen kein normal strukturierten Mensch in der Lage wäre und die sie hätten komplett verrohen lassen müssen. Dennoch ist sie ein herzensguter Mensch, was eigentlich nicht zusammen passt. Ebenso ging es mir mit Colt, der zu gut geschildert wird, um wahr zu sein, aber an dem gewaltvolle Handlungen, die er später erstmals ausführen muss, anscheinend komplett spurlos vorüber gehen.

Das Ende wurde spannend und actiongeladen erdacht, mündete aber gleichzeitig ein wenig zu sehr in eitel Sonnenschein. Das Buch war sehr unterhaltsam zu lesen, hätte allerdings vor allem bei der Charakterdarstellung weiter in die Tiefe gehen können.

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Was ist los auf der Straße

Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Mein großes junior-Lexikon von Patricia Mennen

Das Bilderbuch ist sehr informativ mit zahlreichen Schauplätzen, wie sie kleine Kinder erstmals begreifen lernen müssen. Da findet sich zum Beispiel de Straße mit ihren Müllfahrzeugen und Passanten, die altersentsprechend entweder mit dem Dreirad oder dem Rollator unterwegs sind. Spannend sind sicherlich die Kita, der Zoo und vielleicht auch der Supermarkt.

Manche Eltern werden beim Vorlesen der Begriffe innerlich seufzen und sich wünschen, ihre Kinder würden beim Einkauf auch so brav im Einkaufswagen sitzen oder gar beim Einpacken helfen.

Bei der Bezeichnung großes Juniorlexikon würde man meiner Meinung nach eigentlich einen noch viel größeren Umfang erwarten. Der ist aber eher überschaubar, was sicherlich an der kindlichen Aufmerksamkeitsspanne orientiert wurde. Die Seiten sind kleinkindgerecht sehr dick gehalten.

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Birden leicht gemacht

Das NABU-Vogelbuch von Peter Mullen; Fabian Karwinkel

Eines vorab: Warum eine Jahresangabe von 0? Das Buch ist für ältere Kinder und Erwachsene prima, aber nichts für Kleinkinder. Ansonsten hat der NABU das Thema Vögel hier wunderbar dargestellt. Nicht nur dem Schutz der Vögel wird hier der Weg bereitet. Mit dem sog. Birden, dem Beobachten und Lauschen von Vögeln, tun man seiner Seele auch selbst etwas Gutes.

Wie schön, dass das Buch auch einen Link bietet, um Vogelstimmen anhören zu können.

Vor allem kann man mit dem Buch aber Vögel bestimmen. Die fotorealistischen Zeichnungen sind wirklich wunderschön und eindeutig. Sie bieten eine Fülle heimischer Vogelarten. Auch die kurze Einführung, etwa zum Thema Gefieder, Vogelzug, Gefährdungssituationen, Vögelfüttern und vogelfreundlicher Garten, hilft weiter und ist in ihrer zusammengefassten Art für den Einstieg vollkommen ausreichend.

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Bücher haben ihre eigenen Stimmen

Das Buch Eva von Meg Clothier

"Ich hingegen - oh, ich wünschte, die Menschen wären wie Bücher, die man einfach nur durchzublättern braucht, bis man gefunden hat, was man sucht."

Die junge Nonne Beatrice geht ganz in ihrer Stellung als Bibliothekarin eines italienischen Klosters zur Zeit der Renaissance auf. Mit Büchern kann sie weit mehr anfangen als mit Menschen und sehnt sich dennoch manchmal nach dem Draußen.

Einzig der Kontakt zu einem Buchhändler bringt ihr etwas Abwechslung. Bis eines Tages zwei Frauen ins Kloster flüchten und mit sich ein Buch bringen, wie Beatrice noch keines gesehen hat, voller geheimer Zeichen, einer Schrift, die so viel mehr zu sein als ein Buch...

Meg Clothier hat sich vom berühmten Voinich-Manuskript zu einem ganz besonderen Roman inspirieren lassen. Familiengeheimnisse, magischer Realismus, ein unbarmherziges christliches Patriarchat und ein paar starke Frauen,die erfahren, dass es mehr gibt, als sie sich haben träumen lassen - da verzeihe ich gern, dass die Geschichte zunächst mit einigen Längen klösterlichen Lebens startet. Beatrice ist eine interessante, sperrige Heldin und endlich einmal nicht die geheime Schöne, die viele Storys so austauchbar macht. Das Cover ist zudem so traumhaft-geheimnisvoll, dass man ihm unwillkürlich eine gebundene Ausgabe gewünscht hätte.

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Schiffbrüchige Tage

Das Vogelmädchen von London von Mat Osman

"Jahre später noch spürte sie das Fehlen dieser Berührung; es war genau wie beim ersten Zahn, den sie verloren hatte. Die Zunge erkundete diesen jüngsten Verlust, ihr Körper war ein fremdes Land für sie geworden."

Die junge Shay gehört zu den Aviscultariern, einem wandernden Volk, das Vögel als Götter verehrt.

Nach dem Tod ihrer Mutter ist ihr nur dieser Kult und ihr blinder Vater geblieben. Neben Gelegenheitsarbeiten verbringt sie ihre Zeit damit, Vögel aus der Gefangenschaft zu befreien. Dabei trifft sie auf den geheimnisvollen Nonsuch, der sich als einer der Blackfriar Boys entpuppt, junge Männer einer Londoner Theatertruppe. Obwohl sich Shay bei den Boys zu Hause fühlt, verbirgt das Theater eine äußerst dunkle Seite. Shay und Nonsuch finden immer mehr Halt aneinander und entwickeln die Idee einer eigenen Theatertruppe...

Meisterlich webt Mat Osman diese Story im England Elisabeths I. Bei den Blackfriar Boys, die auch die Frauenrollen spielen, verschwimmen ebenso unmerklich die Geschlechter wie Osman Realität und Magie ineinander übergleiten lässt. Er kreiert eine unverwechselbare Geschichte, wie man sie noch nicht gelesen hat. Shay und Nonsuch sind Protagonisten, die in ihrer Plastizität förmlich aus den Seiten zu springen scheinen. Sprachlich findet der Autor selbst für Grausamkeiten beinahe poetische Worte, wenn etwa Blutergüsse Arme umranken. Wunderbar atmosphärisch dicht erzählt, bieten sich hier Lesestunden, in denen man herrlich abtauchen kann.

Sehr gern hätte ich noch erfahren, was hier historisch verbürgt ist und was reine Fiktion darstellt.

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Wo findest du dich wieder

Wieso? Weshalb? Warum? - Meine Schulfreunde von Dela Kienle

Mal nichts zum Lesen, sondern zum Eintragen. Das klassische Poesiealbum hat sicherlich schon lange ausgedient, stattdessen gibt es heute also Freundebücher. Dieses ist eines davon und besonders ansprechend gestaltet: farbenfrohe Zeichnungen, Infokästen mit Sachwissen zum jeweilgen Thema, Charaktereigenschaften, Stärken, Wünsche und Vorlieben zum Ankreuzen.

Man darf gespannt sein, wo sich der jeweilige Freund oder die jeweilige Freundin eher wiederfinden: bei Pferden, Astronauten, Dinosauriern usw.

Ein bisschen ins Grübeln gekommen bin ich allerdings. Wo man sich früher im Poesiealbum selbst Mühe gemacht hat bei Auswahl und Gestaltung, wird den Kindern heute nahezu alles abgenommen und von den Freunden bleiben letztendlich Checklisten übrig. Alles andere würde aber sicherlich nicht mehr in die Zeit passen, oder?

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Kaninchenloch der Geheimnisse

Ich träumte von einer Bestie von Nina Blazon

Ich liebe Nina Blazon für ihre einzigartigen Fantasy-Romane. Umso mehr ist es herauszuheben, dass sie mich auch mit ihren Mainstream-Romanen ein ums andere Mal zu überzeugen weiß. "Ich träumte von einer Bestie" als Mainstream zu bezeichnen, ist aber im Grunde ein Understatement. Der Roman erzählt eine ungewöhnliche Geschichte, die einem das Gefühl gibt, etwas derartiges noch nicht gelesen zu haben.

Fleur lässt außer ihrer Familie niemanden an sich heran. Selbst einem Liebhaber, der ihr wirklich zusagt, nennt sie beim Kennenlernen übers Internet zunächst nicht ihren wirklichen Namen. Was verbirgt sie noch außer den Narben, die sie mit Camouflage-Makeup überschminkt? Ein Todesfall in der Famile und ein Erbe führen Fleur nach Frankreich und zurück in ihre Vergangenheit. Dort hat sie das Gefühl, in ein Kaninchenloch der Geheimnisse zu trudeln. Und auf mysteriöse Weise scheinen ihre Ahnen verbunden mit der Legende um die gefährliche Bestie, die im 18. Jahrhundert die Auvergne unsicher machte...

"Musik ist ein Gegenzauber, der mich aus dem Reich hinter den Schwellen zurückholt."

Voller Faszination bin ich mit Nina Blazon und Fleur hinter die Schwellen gereist. Und habe wieder einmal erfahren, warum Nina Blazon zu meinen Lieblingsautorinnen gehört. Ich bin in Fleurs Suche nach sich selbst und den schönen Sprachbildern der Autorin liebend gern versunken.

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Pandemie des Perfektionismus

Nie gut genug von Thomas Curran

Thomas Curran ist nicht nur Assistenzprofessor für Pschologie, sondern auch selbst Perfektionist. Daher weiß er, Perfektionismus ist alles andere als eine Schwäche, mit der man kokettieren sollte. Er führt eher zur Leistungsminderung statt zur Leistungssteigerung. Betroffene haben zudem einen starken Leidensdruck, sind sie doch, wie der Autor anschaulich schreibt, gefangen im Kettenhemd des Perfektionismus.

Welche Formen von Perfektionismus gibt es, was löst ihn aus und warum ist er gerade heute so verbreitet? Dieser Frage geht Curran ausführlich nach. Anhand von eigenen Beispielen, Studien und von Personen des öffentlichen Lebens macht er einen gefährlichen gesellschaftlichen Trend mit seinen weitreichenden Folgen beeindruckend sicht- und nachvollziehbar.

Wie also können wir uns aus dieser Falle befreien? Ausgerechnet hier bleibt Curran bedauerlich kurz und setzt auf eine gesamtgesellschaftliche Trendumkehr. Für einzelne Personen bleibt der Rat, sich selbst anzunehmen. Gerade das ist für Perfektionisten aber eine gewaltige Herausforderung, die allein schon einen ganzen Ratgeber füllen könnte.

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Snehilds Elfenträume

Snehild - Die Seherin von Midgard von Anne-Marie Vedsø Olesen

"Die nordische Version von Game of Thrones" heißt es auf dem Buchrücken. Ich musste viel eher an die wunderschönen "Nebel von Avalon" denken. Aber eigentlich hat die Geschichte solche Vergleiche, die zwangsläufig hinken müssen, gar nicht nötig und kann für sich selbst stehen.

Die Erlebnisse von Snehild, die hier anscheinend erst ihren Anfang nehmen, haben mich durchweg gefesselt. Zeugung und Geburt von Snehild sind geheimnisumwittert und so wundert es nicht, dass sie eine besondere Gabe besitzt. Snehild erweist sich schon früh als Seherin. "Elfenträume", so nennt sie selbst ihre Gesichte, und erregt damit den Neid der Priesterin Ragnfried. Zudem begehren Ragnfried und Snehilds Mutter denselben Mann. Für Snehild wird es immer gefährlicher in der Stadt Himlinge...

Menschenopfer, nordische Götter, die so ungleichen Zwillingssöhne des Königs, die sich sehr für Snehild interessieren: facettenreich fängt die Autorin die früheren harten Zeiten ein und garniert sie gekonnt mit nordischer Mythologie. Ich freue mich schon darauf, Snehilds Abenteuer weiter zu verfolgen.

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Krimi-Schatz

Mord im Christmas Express von Alexandra Benedict

"Ellie wollte die Worte nicht aussprechen, damit sie bloß nicht wahr würden. Als könnte selbst ein bisschen Atem, der über die Lippen strich und ein Wort bildete, das Grauen schon Realität werden lassen."

Nicht nur solche feinen Beobachtungen sind es, die diesen Krimi zu etwas Herausragendem machen.

Ebenso wie Protagonistin Roz hat die Autorin einen wunderbar scharfsinnigen Blick auf die Zugreisenden, die sich in London versammeln, um mit dem Christmas Express zu Weihnachten nach Schottland zu fahren. Die Figurenzeichnung hat mich absolut überzeugt und mir viel Spaß gemacht. Anklänge an Agatha Christies Mord im Orient Express sind dabei vollkommen beabsichtigt und sehr gelungen. Wie Alexandra Benedict die Stimmung von Christies Romanen einfängt und gleichzeitig äußert modern interpretiert, hat mich beeindruckt.

Roz, eine ehemalige Polizistin in den Wechseljahren, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat, ist eine wirklich originelle Ermittlerin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist.

Winterliche Atmosphäre, die selbst im Sommer Schneeflocken vors innere Auge zaubert, eine wendungsreiche Mordermittlung und jede Menge private Verstrickungen: dieses Buch hat mich wirklich gefesselt.

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