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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sago:

Hinter den Winden

Die Seelenpferde von Ventusia, Band 2 - Wüstentochter von Jennifer Benkau

Ich liebe Jennifer Benkaus Fantasyromane besonders. Umso mehr freut es mich, dass sie wie ich einen Irish Tinker besitzt und daher auch kenntnisreich Pferdebücher mit fantastischen Elementen verfassen kann.

Im zweiten Teil der Ventusia- Reihe gibt es eine Rückkehr in das Land hinter den Winden. Fiona, die wir im ersten Teil kennengelernt haben, muss mit ihren Freunden ein weiteres Mädchen mit ihrem Seelenpferd vereinen und nach Ventusia zurückbringen.

Leider hat ausgerechnet dieses Mädchen, Mira, große Angst vor Pferden...

Mira, die sich in einem Heim für Geflüchtete befindet, bringt einen äußerst zeitgemäßen Aspekt in die Serie, der sicher vielen gefallen wird. Natürlich passt sie auch besonders gut zum Untertitel "Wüstentochter." Mir persönlich war aber Fiona im ersten Teil so ans Herz gewachsen, dass Mira für mich etwas hinter meinem Interesse an Fiona zurückblieb. Ich hätte auch gern noch viel mehr Pferdiges gelesen. Glücklicherweise ist Fiona aber auch hier wesentlich mehr als nur eine Randfigur. Begleitet von neuen Gegenspielern heißt es nun weiter auf das große Rennen hinfiebern, das Ventusias Schicksal entscheiden wird.

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Welt in Scherben

Nebenan ist doch weit weg von Antje Bones

Wenn ein 12jähriges Mädchen unverhofft mit seiner Familie vom Berlin nach Krakau übersiedeln, das geliebte Kreuzberg und die vertrauten Freundinnen hinter sich lassen muss, kann das die Welt zunächst im Scherben legen. So ergeht es Edith und es gelingt der Autorin selbst für Erwachsene beeindruckend, diese Entwurzelung hautnah spürbar zu machen.

Doch Edith lässt sich nicht unterkriegen und beginnt sogar mit neuen Freunden Krakau und dem Geheimnis von in der neuen Wohnung verstecken Briefen auf die Spur zu kommen...

Hier wird Migration einmal raffiniert umgedreht, indem das deutsche Mädchen plötzlich die Fremde in unvertrauter Umgebung wird. Durch die eingestreuten polnischen Begriffe entsteht auch ein authentisches Lokalkolorit.

Der Text wird in der Ichform von Edith erzählt, so dass ich eigentlich keinen richtigen Unterschied zu ihren eingestreuten Tagebucheintrag feststellen konnte. Das hätte für mich tatsächlich durchgehend erzählt werden können.

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Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde

Die geheime Gesellschaft von Sarah Penner

Schon der wunderschöne Buchumschlag erzeugt eine passende Atmosphäre, die sich in der Geschichte fortsetzt. Mir hat es sehr gefallen, dass die Autorin im Gegensatz zu "Die versteckte Apothek" in einer Zeitebene bleibt und sich auf das viktorianische Zeitalter beschränkt. Damals waren Seancen sehr in Mode.

Mit übersinnlicher Hilfe will die Londonerin Lenna dem Mord an ihrer Schwester Evie auf die Spur kommen. Ohne wirklich an das Übernatürliche zu glauben, lernt sie daher bei der Spiritistin Vaudeline in Paris. Als Vaudeline zur Aufklärung eines weiteren Mordfalls nach London gerufen wird, begleitet Lenna sie hinter dem Rücken ihrer Familie. Gemeinsam ermitteln die beiden Frauen in einer spiritistischen Geheimgesellschaft, die ausschließlich von Männern betrieben wird. Doch dort scheint eine Menge nicht mit rechten Dingen zuzugehen, was sich allerdings nicht nur auf die Geisterwelt bezieht...

Das ungewöhnliche Setting, die originelle Story und die atmosphärische Dichte haben mir sehr gut gefallen. Bedauerlich fand ich, dass man bereits ab der Hälfte des Buches Klarheit bekam, um wen es sich beim Bösewicht handelt, auch wenn damit noch nicht alle Rätsel gelöst waren. Überhaupt weist der ganze Roman nicht eine einzige wirklich positive männliche Person in tragender Rolle auf. Dass sich dann auch noch zwischen Lenna und Vaudeline eine erotische Anziehung entwickeln musste, war mir persönlich einfach zu einseitig erzählt. Insgesamt aber ein spannender kriminalistischer Genremix vor gelungener historischer Kulisse.

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Fotografieren ist Magie

Magische Bilder von Akram El-Bahay

Art jobbt in Paris im Fotoladen von Monsieur Rufus. Nie hätte er geahnt, dass es geheimnisvolle magische Bilder gibt, die Ereignisse der Weltgeschichte darstellen, lange vor Erfindung der Fotografie. Als Monsieur Rufus und der Laden von geheimnisvollen Inquisitoren überfallen werden, erfährt Art, dass er der einzige ist, der in der Lage ist, diese magischen Fotos zu öffnen, um darin gefangene Meister zu befreien.

...

Gemeinsam mit dem Ägypter Amin und der Chinesin Wu startet Art zu einer wahren Parforcejagd um die Welt und durch die Geschichte. Historische Persönlichkeiten, magische Familien, lebende Mumien und ein selbstbewusstes sprechendes Radio machen Lesespaß. Dennoch hat mich dieser Auftakt eines Zweiteilers weniger in seinen Bann gezogen als andere Reihen von Akram El-Bahay. Das lag vor allem an Art. Art steht eigentlich für Artur. Auf mich wirkte er aber tatsächlich "artificial", also wie gerade künstlich erschaffen und nicht plastisch genug, um mich richtig in den Bann der Handlung zu ziehen. Woher seine großen Kräfte stammen, werden wir sicher im zweiten Teil erfahren. Da ich aber den ersten Teil für sich bewerten muss, entstand bisher einfach der Eindruck des bekannten Themas "Held hat plötzlich Kräfte unbekannter Herkunft", ohne dass sich dies logisch entwickeln konnte.

Sehr durchdacht und gelungen ist das Cover, das mit dem des zweiten Teils einen Ring bilden wird.

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Auf der Leidlaufbahn

Deine Zeit zu sein von Nina Brockmann

Manche Bücher möchte man gern mögen, muss sich aber leider doch an ihnen reiben und bleibt nach dem Lesen etwas ratlos zurück. Dieses gehört dazu.

Die Autorin gliedert das Buch in zwei Teile, Leid und Heilung, was sich erst im Laufe des Lesens erschließt. Leider fehlt ein Inhaltsverzeichnis, das es erleichtern würde, einzelne der kurzen Kapitel noch einmal anzusteuern oder zu erkennen, worauf das Buch hinausläuft.

Teilweise bin ich daher etwas ratlos den Betrachtungen gefolgt. Manches hat mich berührt und nachdenkenswerte Impulse gesetzt. Dann gab es hingegen Sätze in überraschendem, einfach unschönen Denglisch oder gar grundlos dreisprachig (Gefühle nicht verdrängen, sondern ownen; einmal mit diesem Mindset d'accord, ist es uns viel eher zugänglich). Oder vage und etwas kryptische Aussagen wie: "Am Ende ist es so leicht, wie es schwer ist." Das ist sehr schade, da der Text immer wieder gute Ansätze bietet. Demotivierend fand ich die Behauptung, Heilung sei grundsätzlich allein nicht möglich. Und das, wo es im Buch doch um "einen stinknormalen Alltag mit Job, Familie und der täglichen Portion Gestresstheit" geht und die echten Herausforderungen wie Einsamkeit, Krankheit und Tod gar nicht thematisiert werden.
Ging es um die Überwindung des Leids, hätte ich mir konkrete Tipps erhofft und weniger allgemeine Überlegungen.

Die nach jedem Kapitel eingefügten Reflexionen sind gute Anregungen. Zusätzlich gibt es in Gedichtform gestaltete Texte, die eigentlich pure Prosa sind und auch nichts Lyrisches bieten. An dieser Stelle konnte ich für mich nichts mitnehmen.

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Mit zwei th

Das Klugscheißerchen von Marc-Uwe Kling

Ob dieses Buch nur Eltern vorlesen, die selbst Klugscheißerchen sind? Oder wird es nur besserwissenden Kindern vogelesen? Ich habe mich jedenfalls manchmal amüsiert wiedererkannt, was sicherlich absolut beabsichtigt war. Schon das "nicht immer" auf dem Cover könnte von mir stammen.

Marc-Uwe Kling kann jedenfalls auch Kinderbücher.

Die Geschichte um den kleinen türkisen Kerl, der den Besserwisser-Kindern (Theo mit zwei th!) vermittelt, was für harte Arbeit das Klugscheißen ist, macht einfach nur Spaß. Die Illustrationen sind wunderbar passend. Mich persönlich hat das Klugscheißerchen von der Optik her ganz stark an den Eumel erinnert, der in der Werbung vor längerer Zeit immer in den schmutzigen Gardinen hauste und mit tollem Waschmittel ausgetrieben werden konnte. Aber den wird heute wahrscheinlich kaum mehr jemand kennen.

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Artemis' Kriegerin

Atalanta von Jennifer Saint

Zu meiner Freude sind Nacherzählungen griechischer Mythen, die den Fokus auf die weibliche Sichtweise legen, derzeit wieder in Mode. "Atalanta" besticht dadurch, dass die Autorin hier eine eher unbekannte Figur in den Mittelpunkt stellt. Von den Argonauten und dem Goldenen Vlies haben wohl einige schon gehört.

Das aber mit Altalanta eine kriegerische Frau die Argonauten auf ihrer berühmten Reise begleitete, dürfte eher unbekannt sein.

Außerdem hat mir besonders gefallen, dass sich Jennifer Saint im Gegensatz zu anderen Nacherzählungen nicht in der Perspektivenvielfalt verzettelt, sondern Atalanta zur Ich-Erzählerin macht. Zahlreiche andere Mythen wie zum Beispiel der um Adonis werden ganz nebenbei in die Handlung eingeflochten. Mit mehreren Erzählenden wäre der Roman aus meiner Sicht dann zu sehr an die Oberfläche geraten.

Wie Atalanta durch die durchaus zwiespältig geschilderte Göttin Artemis zur Kriegerin, die sich eigentlich wie die Göttin von Männern fernhalten soll, ausgebildet wird und dann mit den Argonauten auf die Reise geschickt wird, nur um dort doch in Versuchung zu geraten, habe ich sehr gern verfolgt.

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Nach den Weltenwanderern

Threads of Power von V. E. Schwab

"Die meisten Leute konnten sich Magiefänger nicht leisten - sie ritzten sich die Zauber direkt in die Haut. Doch die Zeichen verblassten, Haut wurde faltig, und mit der Zeit wurden Zauber schlecht wie verdorbenes Obst, während man ein Schmuckstück abnehmen, austauschen, auffüllen konnte."

Wieder einmal überzeugt V.

E. Schwab mit ihrer Gabe, Welten und ein einzigartiges Magiesystem zu schaffen, auf ganzer Linie.

Warum trotzdem "nur" vier Sterne für so ein herausragendes Buch? Zunächst finde ich es wichtig, klarzustellen, dass Schwab hier nicht einfach nur zu ihren vier London der Weltenwanderer-Trilogie zurückkehrt. Die damaligen Hauptprotagonisten nehmen in "Threads of Power" einen mehr als breiten Raum ein. Daher ist der Text auf dem Buchrücken "die neue Fantasyserie" meiner Meinung nach etwas irreführend. Wer die anderen Bände nicht kennt, kann der Handlung zwar folgen, wird aber vermutlich nicht den vollen Spaß am Buch haben.

Dabei hat die Autorin mit der originellen jungen Tüftlerin Tes, die von ihrer untoten Eule begleitet wird, eine faszinierende neue Protagonistin geschaffen, über die ich gern noch viel mehr gelesen hätte. Schwab stürzt sich hier auf eine wahre Vielfalt an Perspektiven. Es entsteht jedoch der Eindruck, dass sie für Kell, Lila, Alucard und Rhy aus den Weltenwanderern am meisten brennt. Was ihnen seit den früheren Geschehnissen widerfahren ist, schildert sie in epischer Breite. Die aktuelle Handlung wird immer wieder unterbrochen durch "vor sieben Jahren, vor sechs Jahren" usw. Das hat mich tatsächlich zuweilen etwas ungeduldig werden lassen, denn die inneren Kämpfe der schönen, selbstverliebten Personen hatten doch einige Längen. Und möchte man tatsächlich immer erfahren, wie es den Helden nach dem Abspann erging, wie sie Eltern werden etc.?

Wer also nicht genug bekommt von Kell, Alucard, Lila und Rhy wird voll auf seine Kosten kommen. Für alle anderen bietet sich immerhin die Geschichte um eine neue Gefahr. McGuffin, wie es stets bei Hitchcock hieß, also Auslöser der Handlung, ist diesmal ein gefährlicher magischer Gegenstand, den es zu erjagen gilt, um großes Unheil zu verhindern. Und natürlich möchte man der Handlung nach diesem ersten Teil des neuen Zyklus unbedingt weiter folgen.

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Federmagie

Kaya Silberflügel - Das Geheimnis der magischen Federn von Nelly Möhle

Die 10jährige Kaya hat einiges zu verarbeiten, als sie plötzlich Besuch von einer alten Dame, Aurelia, bekommt, die ihr ein Medaillion überreicht, durch das Kaya sich in ein Vogelwesen, einen Avanost, verwandelt. Auch Aurelia ist ein Avanost, doch kurz darauf wird sie überfallen, ihres Medaillions beraubt und landet im Krankenhaus.

Und noch mehr liegt im Argen in der Welt der Vogelwesen. Und hat Mitschüler Milan, etwas mit den Vorgängen zu tun?

Die ganze Aufmachung des Buches ist wunderschön und zauberhaft, angefangen vom Cover, bis hin zu den Federn im Innenteil. Die Geschichte bietet Familiengeheimnisse, Freundschaft, fantasievolle magische Rätsel und die große Frage, wem man wirklich trauen kann.
Etwas gewundert hat mich, dass Aurelia selten im Krankenhaus besucht wurde, mit Ausnahme des Rotkehlchens Robin.

Dieser erste Band bildet den Auftakt der Trilogie um Kayas magische Federn. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

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Die Dunkelheit fernhalten

Diamantnächte von Hilde Rød-Larsen

"Was wir alles tun, wir alle, um die Dunkelheit fernzuhalten, die Unruhe."

Welche Dunkelheit lauert in Agnetes Vergangenheit, dass ihr Körper plötzlich mit Haarausfall reagiert? Sie ist fast fünfzig, Mutter einer Tochter, zum zweiten Mal verheiratet, ihre Gegenwart scheint in Ordnung.

In Gedanken kehrt die Norwegerin in ihre Studentenzeit in London zurück, als sie Mitstudentin Jenny kennenlernte und auch deren Vater...

Die Autorin erzählt episodenhaft, in kurzen Kapiteln, die manchmal nur noch einzelne Absätze sind, und weicht sich selbst ein ums andere Mal aus. Mittendrin springt sie sogar zurück, um die Ich-Perspektive zu verlassen und den handelnden Personen, sogar sich selbst, andere Namen zu geben. Das wirkt fast experimentell und so kaleidoskopartig wie das schöne Umschlagbild. Der Mittelteil hat mich allerdings ebenso auf Abstand gehalten wie Agnete sich selbst nicht begegnen will. Ansonsten hat mich der scharfe Blick der Autorin beeindruckt und berührt. Nach meinem Geschmack hätte sie durchaus noch mehr in die Tiefen der Protagonisten hinabsteigen können. Manches bleibt absichtlich im Ungefähren, selbst die Ursache für Agnetes Haarausfall.

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