Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Michaela:
Bedrohung aus der Vergangenheit
Wenn sie lügt von Linus Geschke
'Wenn sie lügt', ist wahnsinnig spannungsgeladen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Welche Geheimnisse müssen aufgedeckt werden, um die Geschehnisse in der jetzt Zeit zu erklären? Warum mussten Anna uns Sebastian damals sterben? Was haben Goran und Norah damit zu tun? Warum ist Goran nach den Morden Hals über Kopf verschwunden?
All diese Fragen werden über die Seiten aufgedeckt und dies in einer Sprache, welche die gelesenen Zeilen vor meinen inneren Auge zu Bildern werden lässt.
Die Verknüpfung der verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen ermöglichen es mir, tiefer in die Geschichte einzutauchen. Manchmal denke ich mir allerdings, Norah sollte vielleicht nicht so zögerlich mit den Informationen herausrücken, wodurch die Geschichte jedoch sehr viel unspektakulärer aufgeklärt werden würde. Ich hatte im Verlauf des Buches mehrere Verdächtige als Täter, auch wenn das Ende letztlich keine große Überraschung darstellt.
Solider Krimi
Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi von Maarten Vermeer
Im Zeeland Krimi 'Die Toten von Veere' ermittelt Liv de Vries im Fall des verschwundenen Kochs Rob van Loon. Hierbei stößt sie auf rechte Netzwerke und Rassismus, weiters werden Themen wie Fake-News und das Zurechtbiegen von Ereignissen behandelt, um den eigenen Standpunkt zu untermauern.
Sehr geschickt finde ich die Verknüpfung mit Ereignissen aus dem Jahr 1944. Wie passen diese Ereignisse zur Geschichte in der Jetzt-Zeit?
Durchwegs sehr spannend, mit sehr sympatischen Figuren und einem vielseitigen Ermittlerteam. Ruben von der Meer finde ich vielschichtig und empathisch, Liv de Vries wirkt clever und furchtlos und Ann-Remi Blom mit ihrem ausgezeichneten Blick für Details. Gelegentlich mischen sich allerdings Längen in die Geschichte, welche dann wieder von spannenden Passagen abgeholt werden. Vor allem gegen Ende wird es nochmal richtig spannend, mit unerwarteten Twists.
Unterhaltsamer Kriminalroman mit Luft nach oben
Die Sehenden und die Toten von Sia Piontek
Vorab: Ich habe mich von 'Die Sehenden und die Toten' durchwegs gut unterhalten gefühlt. Der Schreibstil ist angenehm und auch der Fortschritt der Geschichte hat ein gutes Tempo. Dennoch hat mir etwas der Spannungsbogen gefehlt. Die Ermittlungen haben meiner Meinung nach oft sehr abwegig gewirkt. Warum befragt man die Eltern des Mordopfers nur halbherzig? Wieso wurden keine Befragungen im 'Dschungel' durchgeführt, um Justus besser kennen zu lernen? Zum Beispiel.
Auch hätte ich mir durch den Prolog und die Art des Mordes einen tieferen Einblick in die zerrüttelte Gefühlswelt des Täters erwartet oder auch ein tieferes Eingehen auf die dunkle Seite des Opfers 'Justus'. Dennoch ist mir das Ermittlerteam rund um Carla Seidl, sowie sie selbst sehr sympathisch - abgesehen von Kai Wächter. Und mich würde ihre weitere Entwicklung in kommenden Bänden durchaus interessieren.
Zum Nachdenken
Und alle so still von Mareike Fallwickl
Diese Rezension zu schreiben fällt mir schwer. Ich bin sprachlos - mir fehlen die Worte, nachdem ich die letzte Seite von 'Und alle so still' gelesen habe. Ein sehr starker Roman, der betroffen macht. Ein Roman über Wut, Frust, permanente Überforderung und fehlende Wertschätzung. Was würde passieren, wenn alle Frauen aufhören würden zu arbeiten - die bezahlte und die unbezahlte Arbeit niederlegen? Was würde passieren, wenn erschöpfte Frauen, ihrer Erschöpfung nachgeben würden? Was passiert, wenn keine Kraft für Protest übrig ist?
In einer sehr präzisen und direkten Sprache spricht Mareike Fallwickl genau diese Themen an, die Nöte und Sorgen unserer Zeit, die permanente Überforderung in vielen Bereichen.
Exemplarisch erzählt sie bildhaft und liebevoll die Geschichte von Elin, Ruth und Nuri, deren Leben an einem Sonntag eine neue Wendung bekommt.
Fazit: Lesen und nachwirken lassen.
Actionreich!
Das falsche Blut von Philipp Gravenbach
Mit 'Das falsche Blut' ist Philipp Gravenbach ein wahrlich spannungsgeladener Spionageroman gelungen. Dass es sich um den 2. Band einer Reihe handelt, merkt man beim Lesen nicht. Ohne den ersten Band zu kennen hatte ich öfters sogar eher das Gefühl, einen Auftaktband zu lesen, in welchem sich Ishikli Caner und das Team um Therry Meissner finden und zukünftig als neues Team arbeiten.
Der rasante und eingängige Schreibstil hat mich in die Geschichte gezogen. Ein Buch wie ein Actionfilm, in welchem eine Szene die andere jagt. Ich bin mit jeder gelesenen Zeile fasziniert vom Tempo der Geschichte und möchte wissen, wie es weiter geht. Die Kapitel werden aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, wodurch ein rundes Bild der Ereignisse gezeigt wird. Einzig die vielen Namen verwirren anfangs etwas.
Fazit: Ein gelungener und spannungsgeladener Thriller. Zum Empfehlen.
Ein echter Pageturner
Krähentage von Benjamin Cors
Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Wir begleiten Mila Weiss und Jakob Krogh mit ihrem neuen Team bei der Suche nach einem Serientäter, welcher die Leben seiner Opfer stielt. Das Team selbst hat keine Zeit sich zu finden und beginnt mit der Suche nach den Tätern. Auch in die Gedankenwelt des Täters können wir einsteigen.
Auf diese Art entsteht ein wirklich packender Thriller, welcher absolut spannungsgeladen ist. Ich fiebere mit den Ermittlungsteam mit und hoffe, dass sie den Täter auf die Schliche kommen. Auch lernen wir die einzelnen Teammitglieder und ihren Hintergrund kennen, wodurch ein noch tieferes Eintauchen in die Geschichte ermöglicht wird. Ebenso bin ich von der abstrusen Gedankenwelt des Täters schockiert.
Fazit: Ein gelungener, schauriger Thriller, welcher mich in seinen Bann gezogen hat. Definitiv nichts für schwache Nerven.
Konnte mich nicht überzeugen
Weißglut von Tobias Quast
Trotz spannend klingenden Plot und wirklich spannenden ersten Seiten, konnte mich 'Weißglut' leider nicht fesseln. Während des Lesens bin ich immer wieder gedanklich weggedriftet und bin auch nur sehr langsam weitergekommen. Der Spannungsbogen vom Anfang konnte leider nicht aufrechterhalten werden.
Für mich hat das Werk einige Längen und ich habe das Gefühl seitenweise Nebenerzählungen zu lesen, ohne echten Beitrag zum Fortgang der Geschichte. Sarah als Hauptfigur bleibt trotz vieler Seiten Erzählungen blass und wenig überzeugend. Der Ausspruch: 'Zur falschen Zeit, am falschen Ort zu sein' ist die Basis ihrer Geschichte. Auch die Kapitel welche aus der Sicht des Mörders oder von Onni geschrieben sind, können mich nicht überzeugen, sie sind teilweise sehr verworren.
Der Schreibstil selbst gefällt mir gut und die Sprache ist sehr bildhaft. Auch zeigt sich gelegentlich sehr feiner Humor, welcher mich zum Lachen brachte. Leider kann dies den Gesamteindruck nicht wett machen. Für einen Kriminalroman wird mir zu wenig Spannung aufgebaut und die Geschichte kommt zu langsam voran. Gelegentlich gleitet, für mein Empfinden, die gesamte Geschichte ins Absurde ab.
Einblicke ins Verlagswesen
Yellowface von R. F. Kuang
'Yellowface' ermöglicht uns einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Verlagswelt und in das Leben von Autor:innen. Welcher Druck auf Ihnen lastet um den nächsten Roman zu veröffentlichen und wie viel Bedeutung kommerziellen Erfolg zugemessen wird. Auch deutet der Roman auf die Schnelllebigkeit unserer Zeit hin, wie schnell Skandale entstehen, aber auch wie leicht man in Vergessenheit gerät.
Weiters wird damit gespielt, dass gezieltes Marketing über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. All dies gespickt mit teilweise rassistischen und frauenfeindlichen Andeutungen sowie mit einem guten Maß an Gesellschaftskritik.
Der Roman wird aus der Perspektive von June erzählt, welche alles dafür tut, um eine erfolgreiche Autorin zu sein. Teils habe ich großes Mitgefühl mit ihr, teils finde ich ihren Narzissmus abstoßend, diesen unendlichen Drang geliebt zu werden und als erfolgreich wahrgenommen zu werden. Auch wie sie immer wieder ihr Handeln rechtfertigt und sich als Opfer inszeniert finde ich sehr gekonnt umgesetzt.
Fazit: Ein sehr gut gemachter und lesenswerter Roman.
Abstoßend, mit wahnsinniger Sogwirkung
Trophäe von Gaea Schoeters
Ich habe den Roman verschlungen. Bereits nach wenigen Seiten hat mich eine Sogwirkung gepackt, welche es mir kaum ermöglicht hat das Buch zur Seite zu legen. Beim Lesen wurde ich von so vielen widersprüchlichen Gefühlen erfasst, dass ich mehrmals ratlos innehalten musste. Ich wurde immer wieder mit moralischen Dilemmata konfrontiert.
Was ist ein Leben wert? Aber auch was passiert, wenn das Gleichgewicht zwischen Jägern und Beute gestört wird? Gibt es Gründe welches das Verhalten rechtfertigen? Und dann wieder: So verblendet kann doch niemand sein? Welche Ignoranz treibt einen zu so einem Verhalten und dies obwohl man die Natur durchaus schätzt und sich dem zerstörerischen Verhalten der Menschheit durchaus bewusst ist.
All dies ist in eine wunderbare prägnante Sprache, welche pointiert unangenehme Themen anspricht.
Ich kann nur eine klare Leseempfehlung abgeben, ein Roman welcher nachwirkt.
Ein Wohlfühl-Krimi
Südlich von Porto wartet die Schuld von Mariana da Silva
'Südlich von Porto wartet die Schuld' ist der zweite Band, um die Ermittlerin Ria Almeida und den Comissario Joaquim Baptista. Ohne den ersten Band zu kennen komme ich gut in die Geschichte, auch wenn an manchen Stellen auf den vorherigen Band referenziert wird. Die Figuren werden sehr sympathisch dargestellt und ich verfolge sehr gerne ihre Entwicklungen.
Wie verändern sie sich im Zusammenspiel? Welchen Einfluss haben sie aufeinander? Daneben gibt es auch noch einen Mord aufzuklären. Auch hier wird ein angenehmer Spannungsbogen erzeugt und es ist, mir zumindest sehr lange nicht klar, wer nun der Mörder ist und wieso der Richter sterben musste.
Fazit: Ein unterhaltsamer Wohlfühlkrimi an der portugiesischen Atlantikküste. Eine bildhafte Sprache macht die Erzählung lebendig und man kann die Schönheit Portugals vor dem inneren Auge sehen. Schon während des Lesens hoffe ich auf eine Fortsetzung und daher: eine klare Leseempfehlung von meiner Seite.











