Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Michaela:
Martha auf der Suche zu sich selbst
Rückkehr nach Budapest von Nikoletta Kiss
Nach einem sehr emotionalen Prolog, in welchem sich Marta auf den Weg zur Beerdigung ihrer Cousine Theresa macht, mit welcher sie jahrelang keinen Kontakt hatte, erfahren wir, was zwischen den beiden ehemals auch Freundinnen vorgefallen ist. Die Geschichte erzählt von Freundschaft, Selbstsucht, Verlorenheit, Liebe und noch vielem mehr.
Ich lese die Geschichte sehr gerne und weiß dennoch nicht, ob ich das Buch weiterempfehlen würde. Das Leben in Ungarn bzw. in Ost-Berlin wird greifbar dargestellt und die daraus resultierenden Schwierigkeiten sind für mich nachvollziehbar. Dennoch bleiben die Charaktere außer Marta eher blass und ich kann keine Verbindung zu diesen aufbauen. Auch mit Marta habe ich so meine Probleme, sie wirkt teilweise sehr naiv und dann doch abgeklärt. Lässt sich manchmal fast bewusst ausnutzen, um dann gekränkt zu sein. Ihre persönlichen Entwicklungsschritte sind über viele Seiten nicht erkennbar und gipfeln in einem für mein Befinden etwas unbefriedigenden Ende und mit vielen nicht abschließend geklärte Handlungssträngen.
Spannend bis zur letzten Seite
Dorn. Hotel der Angst von Jan Beck
Der Kriminalpsychologe Simon Dorn hat sich nach persönlichen Schicksalsschlägen in einem verlassenen Hotel in Bad Gastein verschanzt. Sein einziger Kontakt nach außen ist Karla Hofbauer vom Cold Case Management des Bundeskriminalamts, welche in Hamburg ermordet aufgefunden wird. Dies ist der Ausgangspunkt für einen wahrlich packenden Thriller.
Ich fliege nur durch die Seiten und kann das Buch kaum aus den Händen legen. Dass die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird, macht ein Mitfiebern leicht und dient gekonnt den Spannungsaufbau, welcher im ganzen Buch nicht nachlässt. Die handelnden Personen werden gut gezeichnet und ich kann mir diese bildlich vor mir sehen. Das ganze Buch über stelle ich mir Fragen wie: Wer ist der unbekannte Mörder? Was treibt ihn an? Wie werden Simon Dorn und Lea Wagner zusammenfinden? Wie wird der Fall aufgeklärt werden? Und weitere, welche mit dem Lesefortschritt einhergehen, jedoch hier zu viel verraten würden.
Mein Fazit: Gekonnter Reihenauftakt mit absoluter Leseempfehlung für Thriller-Fans.
Interessantes Grundthema, die Umsetzung konnte mich nicht voll überzeugen
Von Schafen und Wölfen von Achim Zons
Der Einstieg ins Buch mit dem Satz 'Dies ist eine wahre Geschichte. Nichts davon ist wirklich passiert.' Ist meines Erachtens sehr gut gewählt und kombiniert die Geschichte des Buches mit der Realität. Wir haben einen machthungrigen US-amerikanischen Präsidenten, der seine Anhänger zum Sturm aufs Kapitol anstachelt bzw.
anstacheln lässt. Eine Zeitung, welche kurz vor der Insolvenz steht und in Besitz von brisanten Informationen über diesen Ex-Präsidenten ist, allerdings in Verhandlungen mit einem diesen Präsidenten nahestehenden Medienmogul steht, welcher investieren möchte und so die Pleite abwenden könnte.
Leider komme ich nur sehr schwer in die Geschichte, die vielen Namen und parallel laufenden Ereignisse verwirren mich. Ich wünschte mir ein Namensverzeichnis und mehr Klarheit in der Handlung. Es werden sehr viele Handlungsstränge angerissen, welche dann fallen gelassen werden und viel später erst wieder aufgenommen werden oder zumindest ihre Bedeutung erkennen lassen. Mit der Zeit stellt sich dann ein gewisser Lesefluss ein und es werden sehr viele Aspekte angerissen, welche zum Nachdenken anregen. Dennoch so richtig überzeugt bin ich nicht, mir fehlt etwas die Spannung, obwohl das Thema viel bieten könnte. In Summe unterhaltsam, mit spannenden Aspekten, aber kein Highlight.
Spannender Anfang, lässt leider nach
Nachtflut von Stina Westerkamp
'Nachtflut' hat einen angenehmen, gut zu lesenden Schreibstil und unterhält gut, wobei ich mir zunehmend denke, jetzt könnte man mit dem Auflösen beginnen. Was ist bei dem Segelausflug wirklich passiert? Welches Geheimnis verbergen die Nachbarn Vera und Joachim? Warum möchte Paul unbedingt zu Elisa? Wer ist die Person, welche mit Felix verheiratet ist und was haben diese mit der Geschichte zu tun? Und auch wird der Deich brechen und alles mit sich reißen? Was wird die Sturmflut alles zu Tage befördern?
Die Grundidee finde ich sehr vielversprechend und am Beginn wird sehr gut Spannung aufgebaut und ich fiebere gerne mit und werde zum Weiterlesen animiert.
Dennoch denke ich mir nach ca. 250 Seiten, jetzt könnte man zum Ende kommen, denn irgendwie scheint sich die Geschichte zu verzetteln. Die dann kommende Auflösung ist allerdings durchaus vorhersehbar und bringt wenig Wendungen. Fazit: Ein unterhaltsamer Kriminalroman.
Spannend mit leichten Längen in der Mitte
Minus 22 Grad von Quentin Peck
'Minus 22 Grad' beginnt sehr spannend. Laura Gehler wird nachts bei einer Radtour entführt und erwacht in einem gläsernen Käfig. Kurze Zeit später erhält ihre Mutter eine Puppe zugesendet, welche den ermittelnden Kriminalkommissar Lukas Johannsen auf die Spur eines ungeklärten Falls bringt. In einem Nebenstrang lernen wir Ariane kennen, welche Tom an einem eiskalten Abend vor dem Ertrinken im Eiswasser rettet.
Wie werden diese beiden in die Geschichte passen?
Der Spannungsaufbau am Beginn ist meines Erachtens wirklich sehr gut gelungen. Ich kann das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist eingehend und unterhaltsam. Leider schwächt sich dieser Eindruck nach ca. einem Drittel ab. Ich hatte dann das Gefühl, dass die Geschichte nicht vorankommt und über viele Seiten zu viele unwichtige Details viel Raum bekommen. Ca. im letzten Drittel kommt wieder Bewegung in die Geschichte und es wird wieder richtig spannend, mit unerwarteten Wendungen. Also durchhalten lohnt sich!
Erinnerungen an ein Leben
Nur nachts ist es hell von Judith W. Taschler
Elisabeth die Jüngste der Brugger Geschwister blickt zurück auf ihr Leben und erzählt ihre Geschichte, als eine Art Brief an ihre Großnichte Christina. "Nur Nachts ist es hell" ist die Erzählung einer starken Frau, in einer Zeit wo dies nicht üblich war. Eine Frau die Medizin studiert und sich hingebungsvoll für ihre Patienten einsetzt.
Von den schweren Zeiten des ersten und zweiten Krieges sowie der Zeit dazwischen.
Ich liebe den Schreibstil, prägnant und sehr treffsicher. Situationen und die verschiedenen Zeiten werden erlebbar, ohne unnötige Ausschmückungen. Das Werk ist einfühlsam, gefühlvoll und doch schonungslos zugleich. Manchmal haben mich die Zeitsprünge allerdings etwas verwirrt und ich hatte das Gefühl, dass manche Geschichten noch weiter ausgeführt werden könnten. Insgesamt würde ich das Buch weiterempfehlen.
Sehr stark!
Yoko von Bernhard Aichner
Yoko betreibt eine Glückskeks-Manufaktur und ist glücklich verliebt und genießt ihr Leben. Bis sich eines Tages alles ändert und ihr bisheriges Leben aus den Angeln gehoben wird. Von nun an wird sie von Rache getrieben.
Bernhard Aichner schafft es mit einer wahnsinnig fesselnden Sprache mich von der ersten Seite in den Bann zu ziehen.
Ich kann das Buch kaum aus der Hand legen. Er erschafft ein Werk, welches zu Recht als Thriller bezeichnet wird und welches definitiv nichts für schwache Nerven ist - grausam, brutal und schonungslos wird man in die Gedankenwelt von Yoko hineingezogen. Sie ist von Anfang an sehr greifbar und so absurd ihre Reaktionen und Handeln auch sind, irgendwie sympathisch. Auf gewisse Art und Weise kann ich nachvollziehen, was sie antreibt, ohne ihre Mittel gut zu heißen. Von meiner Seite daher eine klare Leseempfehlung.
Packend!
Blutrotes Karma von Jean-Christophe Grangé
Selten bin ich so von einem Buch gefesselt. Mit jeder Seite werde ich mehr in das Buch gezogen. Obwohl oft weit ausgeholt und detailverliebt Situationen beschrieben werden, ist es keine Minute langweilig, sondern sehr atmosphärisch. Ich bin begeistert. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Herve, Mersch und Nicole erzählt und damit erhält man tiefere Einblicke in ihre Gedankenwelt.
Dies ermöglicht es leicht in die Geschichte einzutauchen und mitzufiebern. Obwohl mir Herve als verbindendes Element der Geschehnisse etwas fremd bleibt und gegen Ende mir einige aufklärende Aspekte etwas zu schnell und unspektakulärer abgehandelt werden, bin ich fasziniert von der Geschichte. Ein Highlight ist die finale Wendung, eine meiner Vermutungen, welche ich bereits abgehackt hatte, wieder aufzunehmen. Mein Fazit: Sehr lesenswert!
Beeindruckende Einblicke in eine Familie
Die Mitford Schwestern von Marie Benedict
'Die Mitford Schwestern' erzählt die Geschichte einer wohlhabenden Familie Englands in der Zwischenkriegszeit. Der Roman wird je aus der Sicht von drei der sechs Schwestern erzählt. Nancy die älteste, welche nach anfänglichen liebäugeln mit dem Faschismus die Faszination ihrer beiden Schwestern nicht nachvollziehen kann.
Diana, welche sich unsterblich in Oswald Mosley verliebt und dieser Liebe alles opfert. Und Unity, welche fasziniert ist von Hitler und alles daran setzt ihm nahe zu sein.
Erst mit diesem Buch habe ich von den Mitford-Schwestern gehört und welchen Einfluss diese auf das Weltgeschehen hatten. Oft habe ich mich beim Lesen gefragt, wie kann man nicht sehen, welche Folgen das eigene Handeln hat? Wie kann man so unreflektiert verehren? Auch finde ich es faszinierend, wie nahe persönliche und politische Perspektiven zusammenhängen. Ein Aspekt des Romans, welcher mir auch besonders aufgefallen ist, ist, dass die Nähe und Verbundenheit der Familie zueinander über politsche Differenz hinwegzusehen vermochte. Weiters ist zu erwähnen, selbst wenn diese Ereignisse bereits mehrere Jahrzehnte her sind, können diese sich auch heute so oder so ähnlich wiederholen und das Erzählte erhält dadurch für mich eine besondere Brisanz. 'Die Mitford Schwestern' ist für mich ein lesenswertes Stück Zeitgeschichte, welches zum Nachdenken anregt.
Nett, erfüllt jedoch nicht meine Erwartungen
Monoloco von Susann Blum
Ich habe mich sehr gefreut Monoloco zu lesen, leider wurde ich enttäuscht. Mit dem Thema schicksalhafte Zufallsbegegnungen hätte Monoloco ein Roman voller Tiefgang und Überraschungen werden können. Leider gelingt dies nicht so richtig. Eine Gruppe Herren trifft auf eine Gruppe Damen und sie verbringen einen magischen Abend.
Leider kann ich die Magie nicht spüren und alles wirkt etwas sehr konstruiert. Dann verschwindet eine Person in den Tagen danach. Was kann also passiert sein? Die Gruppen treffen wieder aufeinander und versuchen der Sache auf den Grund zu gehen. Daraus entwickelt sich für mein Empfinden eine sehr abwegige und seltsame Sache. In Summe bleiben alle Charaktere sehr blass und für mich werden die besonderen Beziehungen in beiden Freundesgruppen nicht greifbar. Auch sehr schwierige Themen wie häusliche Gewalt, Unterdrückung, Schuldgefühle und auch Scham werden für mein Empfinden nur zu oberflächlich behandelt. Sehr schade.











