Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Action und Spannung in einer dystopischen Gesellschaft
Cainstorm Island - Der Gejagte von Marie Golien
Irgendwann in weiter Zukunft: Die Reichen und Schönen genießen im privilegierten Asaria ihr verwöhntes Leben, während die Bewohner auf Cainstorm Island unter Armut und Gangsterbanden leiden und für die Reichen die Konsumgüter herstellen müssen. Als Dank bekommen sie deren Müll postwendend zurück, vieles davon wird einfach ins Meer gekippt.
Zur Belustigung der Asarianer bekommen einige Cainstormer einen Chip von Eyevision implantiert, der täglich live aus dem Leben auf Cainstorm Island überträgt. Für die Asarianer wie interaktives Fernsehen, welches sie per Chat kommentieren können. Auch Emilio hat sich einen Chip implantieren lassen für täglich 30 Minuten Sendezeit, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Lief bisher alles ganz gut, tötet er durch einen unglücklichen Zufall ein einflussreiches Bandenmitglied - bei laufender Übertragung. Fortan schwebt Emilio nicht nur in Lebensgefahr, auch seine Follower-Zahl schießt sprunghaft in die Höhe. Klar, Eyevision versucht, das aus eigenem Interesse auszuschlachten - Emilios Schicksal ist ihnen dabei völlig egal.
Eine sehr unterhaltsame Zukunftsversion, in der Arm und Reich auf erschreckende Weise auseinander gedriftet sind. Emilio ist als jugendlicher Fassadenkletterer ganz sympathisch, hat sich aber nie so wirklich Gedanken gemacht, welche möglichen Konsequenzen so ein Implantat mit sich bringen könnte. Seine Welt, also Cainstorm Island, Freunde und Familie, lernt man direkt über Emilio kennen, während man Asaria nur indirekt über den Kontaktmann von Eyevision sowie die Kommentare der Asarianer im Chat mitbekommt. Tatsächlich reicht das aber, um schnell zu erkennen, dass viele Asarianer ein verwöhnter und ethisch verkommener Haufen sind, überzeugt davon, die besseren Menschen zu sein. Entsprechend spannend ist es, Emilios Abenteuer mitzuerleben, wie er zunächst vor seinen Verfolgern - und Eyevision - zu fliehen versucht, nur um irgendwann den Spieß umzudrehen.
Ich empfand den Roman als angenehm spannend und abwechslungsreich. Die Arroganz der Privilegierten gegenüber den Armen ist stellenweise richtig erschreckend und auch die Folgen einer „Ex und Hopp“-Gesellschaft auf Kosten anderer, insbesondere der Natur, sind als Kritikpunkte gut untergebracht. Ein gelungenes, actionreiches Jugendbuch.
Humorvolles, magisches Abenteuer
Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will gelernt sein! von Simon Farnaby
Wer kennt sie nicht, die Abenteuer des mächtigen Magiers Merlin - pardon: Merdyn. Niemand?! Diese enttäuschende Erkenntnis ist nur eines von vielen Problemen, welches Hexenmeister Merdyn machen muss, als er ungeplant eintausendfünfhundert Jahre aus dem finsteren Mittelalter in die Zukunft geschickt wird.
Dort trifft er auf die junge Rosie und ihr Meerschweinchen Pupsie (nein, Meerschweinchen sind nicht zum Essen da!), die von dem wirren Zausel zunächst wenig beeindruckt ist. Dennoch dauert es nicht lang, und die beiden erleben magische Abenteuer, treffen auf Erzfeinde und müssen ein wenig über sich hinauswachsen, um glücklich zu sein.
Das Buch ist urkomisch. Nicht nur, weil es zu jeder Menge Missverständnissen kommt, wenn jemand aus dem 6. Jahrhundert mit der unsrigen Zeit konfrontiert wird. Das Buch ist ein regelrechter Angriff auf die Lachmuskeln - da muss Magie im Spiel sein. Neben jeder Menge faszinierender Ideen und Wortspielereien. Natürlich gibt es auch das ein oder andere Abenteuer, schließlich ist Merdyns Erzfeind weiterhin hinter ihm her. Neben der schrägen Handlung wird zudem jedes Kapitel mit einem Reim begonnen und beendet, hier und da bereichern Illustrationen die Story.
Mit diesem Buch ist dem Autor ein genial-verrücktes, magisch-schräges und einfach urkomisches Leseabenteuer geglückt. Wer das Buch nicht liest verpasst was. Einfach be-zauber-nd!
Sieben Mordmotive
Eifersucht von Jo Nesbø
Das Buch beinhaltet sieben unterhaltsame Kurzgeschichten, welche jemandem das Leben kosten. Dabei sind die Motive unterschiedlich: Engagierte Beihilfe zum Selbstmord, Selbstjustiz, verletzter Stolz, Eifersucht… Die jeweiligen Geschichten sind so unterschiedlich wie die behandelten Motive. Manchmal schleicht sich beim Lesen die Erkenntnis subtil ein wie langsam wirkendes Gift, während sie in anderen Erzählungen so plötzlich aufpoppt wie ein Springteufel.
Manches mal hatte ich das Gefühl, eine Kurzgeschichte im Stile von Roald Dahl zu lesen, schwarzhumorig und mit überraschender Wendung. Zudem steckt nicht selten eine Story hinter der Story, so wird hier ein wenig psychologisch gefachsimpelt, dort Anspielungen auf politische oder gesellschaftliche Problemthemen gemacht. Inwiefern man beim Lesen in diese tieferen Schichten eintauchen möchte, kann man sich als Leser selbst aussuchen. Definitiv wirken die Erzählungen dadurch alles andere als oberflächlich. Unterhaltsam sind sie allemal, daher in meinen Augen auch eine ganz klare Leseempfehlung.
Genialer Start in die dritte Staffel der Serie
Eifersucht von Jo Nesbø
Die dritte Staffel rund um die Londoner Totenbändiger startet mit neuen Ideen - und jeder Menge Nebel. Dieser sorgt für einen lebensgefährlichen Einsatz für die Mitglieder der Spuk Squad, bei welchem die Totenbändiger mit professionellem Einsatz und die Autorin mit neuen Gefahren punkten können.
Doch zuvor lernt man in dieser Folge die kürzlich aus Cornelius Carltons Sekte befreiten kleinen Jungen etwas besser kennen, während Carlton daran zu knabbern hat, dass ihn womöglich jemand verraten haben könnte.
Eine wieder hervorragende Mischung aus nervenzerfetzendem Abenteuer und Homezone-Feeling, die einen das Buch nicht aus den Händen legen lässt. Gespenstisch gut!
Billig-Kakao auf Kosten von moderner Sklaverei auf Kakaoplantagen
Blut und Schokolade von Peer Martin
Weißt du, ob für deine Schokolade Menschen, gar Kinder, ausgebeutet wurden? Diese Frage beginnt man sich zu stellen, während man die 18-jährige Manal an die Elfenbeinküste begleitet. Dort besucht sie entfernte Verwandte mütterlicherseits. Galt sie in Deutschland bereits wegen ihrer dunklen Haut als Exotin, die im Alltag mit vielen Vorurteilen konfrontiert wurde, ist sie bei ihren Verwandten nun die Exotin mit der hellen Haut.
Neben dieser nicht unwichtigen Thematisierung kommt jedoch schnell ein viel gravierenderes Thema zur Sprache: Auf der benachbarten Kakaoplantage werden Kinder zu Erntearbeiten gezwungen, gegen ihren Willen. Zufällig begegnet Manal dem Teenager Issa, der versucht, seinen Bruder aus dieser modernen Form der Sklaverei zu befreien und Manal um Hilfe bittet. Gegen den Willen ihres Onkels will Manal ihm helfen - und setzt eine Kette dramatischer Ereignisse in Gang.
Dieses Buch bedient ein wichtiges Thema über ein Produkt, welches manche fast schon wie täglich Brot verzehren, während andernorts Menschen dafür ausgebeutet werden: Kakao bzw. Schokolade. Aufgebaut ist das Buch in drei bzw. vier Erzählstränge, welche sich gekonnt ergänzen. Zum Einen ist da die junge Manal, welche nach ihrem Schulabschluss etwas ziellos ist und der Einladung ihres Onkels folgt, an die Elfenbeinküste zu reisen. Dann gibt es Issa, der nach langer Suche seinen jüngeren Bruder als eine Art Kindersklave auf einer Kakaoplantage endeckt und dort anheuert, um ihn - und die anderen Kinder - zu befreien. Manals Vater wäre der dritte Erzählstrang, der sich als Autor vorgenommen hat, die Familiengeschichte seiner Frau zu Papier zu bringen, beginnend mit der Versklavung ihrer Vorfahren über die Verschleppung nach Amerika mit anschließenden Freiheitskämpfen bis in die Gegenwart. Tatsächlich ergänzen sich die Handlungsstränge mit der Zeit immer mehr, zeigen hier und da Parallelen, bis sie am Schluss zusammengeführt werden. Gemeinsam mit Manal stellt man als Leser fest, dass die Sklaverei, welche Manal für längst abgeschafft hielt, in der Gegenwart noch immer in gewisser Form präsent ist. Ebenso wird die fortschreitende, teils illegale Zerstörung der Natur kritisiert. Und noch immer sind es reiche Weiße, die letztendlich die Nutznießer des Ganzen sind. Nur der Profit zählt für sie.
Das Buch ist in vielfacher Hinsicht sehr bewegend und übt gekonnt Kritik zu mehreren Themen. Stilistisch ist die Erzählung angenehm fokussiert, es gibt keine unnötigen Ausschweifungen, so dass mir beim Lesen schnell klar wurde, dass mich sehr viel Handlung erwarten wird. Und tatsächlich wird es sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart recht abenteuerlich, menschliche Abgründe zeigen sich ebenso auf wie der Wille, dem ein Ende zu bereiten. Und auch wenn die Handlung - hoffentlich - nur fiktiv ist bleibt nach dem Lesen dennoch ein gewisses Gefühl zurück, dass vielleicht doch das ein oder andere Erzählte sich grad irgendwo auf ähnliche Weise ereignen könnte.
Definitiv ein bewegendes Buch, welches primär den Wert von Kakao und Schokolade sowie die Gefahr der Ausbeutung zum Wohle des Profits auf wichtige Art beleuchtet.
Eine uralte Legende, ein mächtiger Feind und faszinierende Abenteuer an Land und unter Wasser
Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia von Cornelia Funke
Endlich gehen die Abenteuer rund um Drache Lung und seinen Drachenreiter Ben weiter. Lung und die Drachen haben inzwischen ihr eigenes Drachental im Himalaya bezogen und betreuen dort ihren quirligen Drachennachwuchs, als eine uralte Legende wahr zu werden scheint. Die Aurelia erhebt sich aus den Tiefen des Ozeans, eine Qualle von gigantischer Größe.
Während die Fabelwesen ihre Ankunft mit Freude erwarten, will ein alter Erzfeind von Bens Vater die Magie der Aurelia für seine eigenen, bösen Zwecke nutzen - und bringt damit die gesamte Welt der Fabelwesen in größte Gefahr. Zeit für einen neuen Einsatz von Lung, Ben und ihre fantastischen Freunde.
Erneut hat mich Cornelia Funke mit ihrem Buch vollauf überzeugen können. Ihr Stil ist wie erwartet voller faszinierender Ideen und Details, ebenso gibt es wieder jede Menge Zeichnungen, welche das Buch auch optisch zu einem Lesehighlight machen. Die Kleinen, wie Homunkulus Fliegenbein und die Fliegerratte Lola, können diesmal beweisen, dass sie mindestens ebenso wichtig und mutig sein können wie die Großen. Zudem sorgen nicht nur neue Fabelwesen an Land, unter der Erde und im Wasser für faszinierende Abenteuer, auch der Bösewicht sorgt für ziemliche Dramatik. Als besonders faszinierend empfand ich die Abenteuer unter Wasser, für Spannung und Emotionen hat die Autorin allerdings in allen Szenen hervorragend gesorgt.
Ein überzeugender dritter Band der Drachenreiter-Reihe voller Spannung und faszinierender Ideen, diesmal auch mit wunderschönen Szenen in den Tiefen des Ozeans.
Ein Buch voller Lieblingskuchen und Torten
Meine glutenfreien Kuchen und Torten von Tanja Gruber
Ein wirklich schönes Buch rund um glutenfreie Kuchen und Torten. Dies ist bereits mein zweites Buch der Autorin mit Backrezepten. Diesmal bietet sie eine schöne Vielfalt, bei welcher Anfänger ebenso wie Fortgeschrittene fündig werden. Altbekannte Rezepte aus der Kindheit oder Bewährtes aus der Kuchentheke sind hier in glutenfreier Form zu finden.
Vom einfachen Zitronenkuchen, Gugelhupf oder Streuselkuchen bis hin zu Bisquitrolle, Rüblitorte, Regenbogentorte oder Pfirsich-Sekt-Torte, die Rezepte überzeugen alle auf ihre Art. Die Rezepte sind jeweils in gut verständlicher Form auf einer Seite notiert, während daneben das passende Bild zu sehen ist. Grundrezepte wie Mürbeteig und Bisquitteig finden sich vorn im Buch, Beispiele zum Mischen eigener Mehlmischungen finden sich im Anhang. Letzterer bietet zudem theoretisches Basiswissen zu Zöliakie und (manchmal damit einhergehender) Laktoseintoleranz ebenso wie Tipps für eine glutenfreie Küche und den Umgang mit glutenfreien Mehlen.
Positiv fiel mir auf, dass die Autorin auch auf weitere Unverträglichkeiten eingeht und innerhalb ihrer Rezepte auf Alternativen verweist (laktosefrei, vegan, Nussallergie). Schade ist, dass die Zutaten zu den jeweiligen Rezepten nicht tabellarisch angeordnet sind und eine Schnellübersicht zu Back- und Aufwandszeiten fehlt. Dafür ist das Buch angenehm hochwertig und stabil, die Gestaltung sympathisch sowie zeitlos, frei jedweder Selbstdarstellung der Autorin.
Definitiv empfehlendwert!
Magie, die begeistert!
Falkenreiter - Flucht aus Luma von Angie Sage
Magie ist verboten! Einzig der König darf Magie anwenden - um Jagd auf diejenigen zu machen, denen Magie innewohnt. Alex ist eine dieser Menschen. Mithilfe ihrer Zauberkarten kann sie in Vergangenheit und Zukunft schauen. Nur, wer ihre Eltern waren, das weiß sie nicht. Durch einen bösen Verrat gerät sie auf die Flucht vor den Jägern des Königs, allen voran dem Falkenreiter, welcher auf seinem riesigen magischen Falken die Lüfte durchkreuzt.
Gleichzeitig macht sich ihr Vater auf die Suche nach seiner Tochter.
Welch wunderbares Abenteuer! Alex ist ein aufgewecktes, mutiges Mädchen, welches der Jagd nach den Magiern ein für alle Mal ein Ende setzen will. Im Gegensatz zu ihr weiß man als Leser bereits, wer ihr Vater ist und was dieser in seiner Vergangenheit alles getan hat. So ist es nicht nur spannend, die Abenteuer von Alex und ihrem Vater mitzuverfolgen, sondern auch mitzufiebern, ob und wann die beiden wohl aufeinander treffen wurden. Auf dem Weg dahin werden von beiden neue Freundschaften geschlossen und so manche Personen müssen sich entscheiden, auf wessen Seite sie stehen wollen, pro oder Contra König.
Neben den bemerkenswerten Charakteren und deren Entwicklung haben mir nicht nur die Hintergründe gefallen, welche zu den jetzigen Geschehnissen führten, sondern auch die Art und Weise, wie die Autorin die Personen agieren lässt. Es gibt echte Freundschaften, Misstrauen, Zusammenhalt, Neid, falsche Entscheidungen... aber auf brutale Szenen wird verzichtet. Die vielen magischen Ideen, welche diese Welt durchziehen, sind einfach wunderbar und lassen einen so manches Mal staunen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz wie z. B. ein Haustier mit gewissen Verdauungsstörungen, was beim Lesen zu so manchem Lacher führte.
Ein bis zur letzten Seite spannendes Abenteuer in einer wunderbar erdachten, magischen Welt.
Schattenseiten im virtuellen Paradies
Falkenreiter - Flucht aus Luma von Angie Sage
„Willkommen in Euphoria City. Bitte gib deinen Namen ein.“ Mit diesen Worten wird der 16-jährige Sami in der exklusiven virtuellen Welt begrüßt, in welche er von Nora eingeladen wurde. Eine Welt, in der jeder sein kann, was er wirklich sein möchte. Dass sie dies nicht ohne Hintergedanken tat weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
In der komplexen virtuellen Welt Euphorias verlor Nora einst ihren Bruder Mika - und Sami ist das fehlende Puzzlestück, um Mika zu retten und diese in Wirklichkeit gefährliche Welt abzuschalten. Doch Euphoria wehrt sich...
Das Buch spielt sowohl in der Realwelt wie auch in Euphoria. Gemeinsam mit Sami kommt man als Leser nach und nach hinter das Geheimnis Euphorias, eine Welt, in der es viele interessante Details zu entdecken gilt. Doch auch sein normales Leben ist nicht minder interessant, zumal es immer stärker mit Euphoria verwoben wird. Durch Rückblicke erfährt man zudem auch einiges über Nora und warum sie Sami der Gefahr aussetzt, sich in Euphoria zu registrieren.
Das Buch ist ganz spannend aufgebaut. Euphoria ist eine exklusive virtuelle Welt, welche zunächst für Begeisterung sorgt, nach und nach aber ihre Schattenseiten preisgibt. Die Charaktere gefielen mir beim Lesen ebenfalls, besonders Sami und sein bester Freund Tatu waren mir sehr sympathisch. Euphoria selbst ist aussergewöhnlich und mit vielen interessanten Details versehen, welche mich als Gesamtpaket ebenfalls überzeugen konnten. Zudem hat Anika Beer einen unterhaltsamen Schreibstil, so dass das Buch richtiggehend Spaß gemacht hat. Besondere Gamer-Kenntnisse benötigt man für diesen Roman allerdings nicht.
Ein bis zum Schluss spannendes Abenteuer, in welchem Realwelt und fiktive Welt erschreckend miteinander verwoben werden. Aussergewöhnlicher und unterhaltsamer Lesespaß nicht nur für Gamer.
Paranormale Aktivitäten statt realistische Erklärungen
Layla von Colleen Hoover
Der Klappentext ließ zunächst auf eine schwierige Beziehungskiste schließen: Ein Paar wird von der Ex des Mannes gestalkt bis hin zum Mordversuch an der Partnerin. Leider entpuppte sich das Ganze als ein Roman mit paranormalen Aktivitäten statt logischer Erklärungen für die folgenden merkwürdigen Geschehnisse.
Das war so nicht ersichtlich und gefiel mir leider gar nicht.
Der Erzähler Leeds ist selbst schon eine äußerst merkwürdige Type. Welcher junge Mann hat keine Freunde - außer seiner Mutter? Zudem spielt er in einer Band als Bassist, deren Musik er, salopp formuliert, scheiße findet. Bei einem dieser Auftritte lernt er Layla kennen, die für all das steht, was er nicht hinbekommt: Spaß am Leben. Deren Beziehung festigt sich erstaunlich schnell, wobei ich bis heute nicht verstehe, was Layla an Leeds reizvoll finden soll, bis eben der Anschlag der Stalkerin alles über den Haufen wirft. Nach einem zeitlichen Cut gehen merkwürdige Geschehnisse los und Layla, Titelgeberin des Romans, gerät erstmal immer mehr in den Hintergrund, wird zu einer Nebenfigur, die vielmehr reagiert statt agiert. Gleichzeitig entpuppte sich Leeds in meinen Augen als ziemlich schräge Type, der mir mit seiner Hinterhof-Psychologie von Seite zu Seite unsympathischer wurde und seiner Partnerin ohne zu zögern in den Rücken fällt. Auf ziemlich erschreckende Weise. Die paranormale Komponente setzt dem Ganzen dann den Partyhut auf und lässt alles zu einer nervigen Mystery-Romanze verkommen. Zwar gibt es eine kleine Wendung, aber so wirklich überraschend kommt die leider nicht und das Ende ist entsprechend vorhersehbar.
Unsympathischer Erzähler, langweilige Mystery-Entwicklung und eine Wendung, die zu erwarten ist. Das Buch ist leider keine Glanzleistung.









