Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Ein Leben im Müll der Gesellschaft
Vertraute Welt von Hwang Sok-Yong
Faszinierend, bewegend, erschütternd. In seinem Roman beschreibt Hwang Sok-Yong, wie ein Jugendlicher und seine Mutter auf die tiefste Stufe der Gesellschaft hinabrutschen. Mit dem Umzug auf die Blumeninsel landen sie inmitten einer Barackensiedlung auf der größten Müllkippe Seouls, wo die Bewohner unter unwürdigen Bedingen Urban Mining betreiben.
Täglich rollen die Laster an und laden den Müll der Gesellschaft dort ab. Und täglich durchkämmen die Müllsammler die Abfälle nach verwertbaren Rohstoffen, welche von Recyclern aufgekauft werden.
Nicht nur das dortige Leben an sich, welches der Autor erschreckend detailreich und einfühlsam beschreibt, ist bewegend, sondern vor allem der Umstand, dass dieses System der menschlichen Müllsortierer von den Verantwortlichen sogar durch käufliche Lizenzen noch regelrecht gefördert wird. Ein weiterer Aspekt, welcher thematisiert wird, ist der schwindende Glaube an das Volk in der Anderswelt, eine Art Naturgeister, welches dem dortigen Glauben nach parallel zu den Menschen das Land bevölkert und dessen Lebensraum durch den Raubbau und die Vergiftung der Natur zunehmend schwindet.
Ein sehr bewegender, gesellschaftskritischer Roman, welcher eine Welt beleuchtet, die den meisten wohl nicht vertraut ist und den Opfern der Konsumgesellschaft eine überzeugende Stimme verleiht.
Genialer Angriff auf die Lachmuskeln
Schwund von Tatjana Kruse
Eine Thrillmödie - ist es möglich, über Todesopfer zu lesen und dennoch ein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen? Es ist! Und das liegt nicht allein an der Art, wie die gefundenen Opfer zurechtgemacht wurden: Tätowiert, skalpiert bzw. frisiert und in Frischhaltefolie eingewickelt. Auf den Fall angesetzt werden die Kollegen Sisu und Fabian, so gar nicht dem Klischee gängiger Ermittler entsprechend und auch in weiteren Punkten eher unkonventionell agierend.
Im Laufe der Ermittlungen wächst das Duo auf einen Viererteam an, reist kreuz und quer zu weiteren Funden und lernt eine Vielzahl von Rechtsmedizinern kennen. Dabei scheinen die Fälle früheren Morden zu ähneln, aber die zugehörigen Täter sind entweder bereits verstorben oder haben ein stichfestes Alibi. In weiteren Rollen: Ein Eisausstecher und eine Brennschere.
Okay, bis hierhin klingt es nach einem - zugegeben - etwas aussergewöhnlichen Kriminalfall. Erzählt wird das Ganze jedoch mit zwinkerndem Auge: Freche Sprüche, Situationskomik und schräge Charaktere bereichern den Plot auf amüsante Art, ohne das ganze ins Lächerliche zu ziehen.
Ich will gar nicht zuviel zum Inhalt verraten - überzeugt euch selbst. Ich habe mich trotz des stetig steigenden Bodycounts (Anzahl der Todesopfer im Roman) köstlich amüsiert und zugleich hervorragend unterhalten gefühlt. Und am Ende war sowieso alles ganz anders...
Nicht nur für Gaming-Kids unterhaltsam
Aliens im Spiel von Anja Ackermann
Die Freunde Gunnar und Samuel haben ihre Sommerferien erfolgreich mit dem Online-Computerspiel „Pirate Port Planet“ verdaddelt, allerdings fehlen ihnen noch immer Erfahrungspunkte, um gegen den bösen Feind zu bestehen. Ausserdem kommt ihnen ständig Commander Keena mit seinem neuen Raumschiff in die Quere.
So ein Angeber! Ist es Zufall, dass der Alien-Bösewicht so ähnlich aussieht wie der neue Biolehrer? Der trägt auch so eine grüne Brille, von seinen verrückten Outfits ganz zu schweigen. Bestimmt ist das ein Alien, inkognito auf der Erde, um die Menschen zu entführen. Das muss näher untersucht werden! Mit an Bord Nachbarin Nelli, die mehr auf dem Kasten hat, als die Jungs zunächst ahnen.
Das Buch ist wirklich unterhaltsam gestaltet. Wenn die Kinder ihr Onlinespiel spielen, ist der Text in grün gedruckt, zudem gibt es viele Illustrationen - natürlich ebenfalls in grün - die mal großflächig, mal wie Comicpanels gestaltet sind. Die Kinder sind auf ihre Art sympathisch, auch wenn Samuel mit seinem Übereifer manchmal etwas anstrengend ist. Die Handlung ist ziemlich lebhaft und durch die Spiel-Sequenzen zudem sehr abwechslungsreich. Und wer nicht weiß, was z. B. ein „Fling Flash“ ist, kann das im Intergalaktischen Wortverzeichnis im Anhang nachschlagen.
Ein unterhaltsames Kinderbuch, inhaltlich überzeugend und optisch klasse gestaltet. Nicht nur für Weltraum-Abenteurer und Alien-Jäger interessant.
Spannend und emotional mit schockierendem Ende
Das Erbe der Macht - Band 30: Splittermacht von Andreas Suchanek
Mit Folge 30 - Splittermacht - startet die Serie in die Halbzeit der dritten Staffel, welche es wieder ordentlich in sich hat. Wie erwartet wird hier Kevins Gefühlswelt thematisiert, der nach den Verlusten in seiner Familie eine brandgefährliche Mischung aus Verzweiflung, Trauer und Hass ausbrütet.
Spannend lässt sich mitverfolgen, wie er mit Moriartys Ring versucht, das Schicksal zu beugen, während Jen den Drachen Arwen in den Onyxquader bannen will. Auch hier wird es aufregend, da im letzten Band bereits ein fürchterlicher Verrat angedeutet wurde.
Besonders hat mir bei dieser Folge gefallen, wie Kevins Charakter beleuchtet wird, seine Verzweiflung konnte ich beim Lesen regelrecht mitfühlen. Ansonsten fand ich sehr gelungen, wie bei der Reise zur Entstehung des magischen Walls und der Blutnacht von Alicante mehrere Bezüge zu früheren Details und Erlebnissen der Serie mit eingebaut wurden und man beide Seiten der Magier erlebt, welche pro/contra den magischen Wall sind. Das Ende der Folge hat mich regelrecht schockiert und ich bin neugierig, auf welche Aspekte sich Andreas Suchanek in Folge 31 als erstes stürzen wird.
Mein Fazit: Emotional, genial, phänomenal!
Atemberaubendes Finale der Märchen-Abenteuer
Land of Stories: Das magische Land 6 - Der Kampf der Welten,2 Audio-CD, 2 MP3 von Chris Colfer
Der letzte Band der Reihe um die märchenhaft-magischen Abenteuer der Zwillinge Alex und Conner Bailey hat es nochmal so richtig in sich. Sämtliche Figuren treffen sich zu einem Showdown mitten im heutigen New York City: Die Hexen, die Schurkenarmee, Freunde und Familie der Zwillinge sowie alle Charaktere aus den vielen Büchern, welche im Verlauf der Reihe bereits hinzugekommen sind.
Zunächst scheint der Kampf ziemlich auswegslos, da ausgerechnet die mächtige Alex mit einem fürchterlichen Fluch belegt wurde und nun unter dem Bann der Hexe Morina steht. Doch bevor New York City endgültig in Schutt und Asche liegt gehen Conner und die Märchenhelden aufs Ganze.
Tatsächlich war ich begeistert, wie Chris Colfer es geschafft hat, sämtliche Figuren nochmals zu vereinen, auch wenn manche in ausweglosen Situationen gefangen schienen wie z. B. magische Spiegel oder Versteinerungen. Und obwohl es ein märchenhaftes Happy End gibt ist der Weg dorthin spannend, teilweise regelrecht gefährlich, aber auch hier und da humorvoll und mit einigen Überraschungen versehen. Ich konnte die ganze Zeit über begeistert mitfiebern, der Autor ließ sich bei seinen Einfällen nicht in die Karten schauen und konnte mich vor allem durch MG (Mutter Gans), Robin Hood und Rot so manches Mal zum Schmunzeln bringen. Und tatsächlich lässt sich am Schluss glücklicherweise sagen: Und da sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute...
Natürlich wird auch der letzte Teil wieder grandios von Rufus Beck gelesen, welcher der Handlung die richtige Atmosphäre verleiht sowie die Charaktere überzeugend darstellt. Ein herrliches Hörerlebnis!
Atemberaubendes Finale der Märchen-Abenteuer
Land of Stories: Das magische Land - Der Kampf der Welten von Chris Colfer
Der letzte Band der Reihe um die märchenhaft-magischen Abenteuer der Zwillinge Alex und Conner Bailey hat es nochmal so richtig in sich. Sämtliche Figuren treffen sich zu einem Showdown mitten im heutigen New York City: Die Hexen, die Schurkenarmee, Freunde und Familie der Zwillinge sowie alle Charaktere aus den vielen Büchern, welche im Verlauf der Reihe bereits hinzugekommen sind.
Zunächst scheint der Kampf ziemlich auswegslos, da ausgerechnet die mächtige Alex mit einem fürchterlichen Fluch belegt wurde und nun unter dem Bann der Hexe Morina steht. Doch bevor New York City endgültig in Schutt und Asche liegt gehen Conner und die Märchenhelden aufs Ganze.
Tatsächlich war ich begeistert, wie Chris Colfer es geschafft hat, sämtliche Figuren nochmals zu vereinen, auch wenn manche in ausweglosen Situationen gefangen schienen wie z. B. magische Spiegel oder Versteinerungen. Und obwohl es ein märchenhaftes Happy End gibt ist der Weg dorthin spannend, teilweise regelrecht gefährlich, aber auch hier und da humorvoll und mit einigen Überraschungen versehen. Ich konnte die ganze Zeit über begeistert mitfiebern, der Autor ließ sich bei seinen Einfällen nicht in die Karten schauen und konnte mich vor allem durch MG (Mutter Gans), Robin Hood und Rot so manches Mal zum Schmunzeln bringen. Und tatsächlich lässt sich am Schluss glücklicherweise sagen: Und da sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute...
Spannung und Abenteuer rund um Geheimprojekt Mondlerche
Keeper of the Lost Cities - Der Aufbruch (Keeper of the Lost Cities 1) von Shannon Messenger
Für die Erwachsenen ist sie ein Wunderkind, für ihre Mitschüler einfach ein Freak: Die 12-jährige Sophie Foster hat ein fotographisches Gedächtnis, mehrere Schulklassen überprungen - und kann die Gedanken ihrer Mitmenschen hören. Leider ist das auf Dauer alles andere als angenehm. Bis sie während eines Schulausflugs einen Jungen trifft, dessen Gedanken sie nicht wie ein Tsunami überfluten.
Im Gegenteil, sie hört: nichts! Das ist jedoch nicht sein einziges Geheimnis, Fitz kommt aus dem Elfenreich mit dem Auftrag, sie zu finden. Denn Sophie ist ebenfalls kein Mensch, sondern eine Elfe. Fortan wird ihr Leben komplett umgekrempelt, sie zieht in eine ihr fremde, magische Welt mit neuen Schulfächern und Naturgesetzen. Und während sie versucht, mehr über sich, ihre Fähigkeiten und das Geheimnis ihrer Herkunft herauszufinden, versuchen andere, Sophie für ihre eigenen Zwecke einzuspannen.
Ich kann die Begeisterung für diese Fantasy-Reihe vollauf verstehen: Auch mich hat Band 1 schnell in seinen Bann gezogen. Als Leser hat man über die Welt der Elfen stets so viel Kenntnis, wie auch Sophie hat - zu entdecken gibt es viel und Sophie ist ein schlaues Mädchen, dass ihre Schlüsse zu ziehen weiß. Ganz in Jugendbuch-Manier wird sie im Elfenreich nicht erstmal nachträglich mit notwendigem Wissen versorgt, sondern gleich ins kalte Wasser geworfen bzw. in die neue Schule gesteckt, wo sie nach anfänglichen Wissenslücken jedoch schnell zurecht kommt. Ebenso findet sie endlich echte Freunde, wobei ich es schade fand, dass es tendenziell eher Jungen als Mädchen sind, mit denen sie Freundschaften schließt. Neben magischen Fähigkeiten und aussergewöhnlichen Tieren sind die Elfen allerdings kaum anders als die Menschen: Auch hier gibt es Neid, Arroganz und Tuscheleien, aber eben auch echte Freundschaften und Loyalität.
Sophies Charakter ist herrlich erfrischend, sie ist in einigen Dingen ziemlich reif, während in anderen Situationen das junge Mädchen durchscheint. Sie wirkt authentisch und sehr sympathisch und es macht Spaß, ihre Abenteuer mitzuerleben und mehr über das geheimnisvolle Projekt Mondlerche herauszufinden, mit welchem sie in Verbindung zu stehen scheint. Von ihren Freunden glänzen vor allem die Jungen durch recht interessante Charaktergestaltung, die Mädchen bleiben ausser Sophie leider ziemlich blass und stereotyp, da war ich etwas enttäuscht. Die Elfenwelt, in welche Sophie gerät, ist durchaus faszinierend erdacht mit den vielen Tieren und Pflanzen, den unterschiedlichen Formen der Magie sowie den Geheimnissen, welche die Erwachsenen vor ihr zu verbergen versuchen. Denn dass Sophie eine ganz besondere Elfe ist, wird schnell klar - aber wie es so ist, erzählen die Erwachsenen den Kindern mal wieder nichts, was Sophie zu ihren eigenen kleinen Abenteuern zwingt, wenn sie mehr erfahren will.
In meinen Augen ein vielversprechender Auftakt in eine spannende und vielfältige Fantasy-Reihe, voller Magie und Abenteuer, welche ich durchaus als All-Age-Lektüre auch Erwachsenen Lesern empfehlen kann.
Spannende Idee, etwas enttäuschende Protagonistin
Das Geheimnis der Talente von Mira Valentin
Die 16-jährige Melek war schon immer eine Einzelgängerin. Lediglich Erik ist ihr bester - und einziger - Freund, und das, obwohl er zu den beliebten Jungen in der Schule gehört. Als Melek plötzlich beim Basketball jeden Ball völlig mühelos im Korb versenkt erfährt sie, dass sie zu einer Gruppe besonderer Menschen gehört, welche aussergewöhnliche Talente entwickeln.
Und diese nutzen sie, um gegen magische Feinde der Menschen zu kämpfen, welche bereits seit Jahrhunderten Erzählungen, Sagen und Legenden vielfältig bereichern. Endlich fühlt sich Melek dazugehörig und hat wieder neue Ziele in ihrem Leben. Erik steht dem Ganzen jedoch äusserst skeptisch gegenüber und lässt nicht locker, um weiterhin in Meleks Nähe zu bleiben. Bis Melek Besuch von einem Eichhörnchen bekommt - einem Eichhörnchen mit leuchtend grünen Augen (zu sehen auf dem Cover).
Melek ist ein starkes, wenn auch eigenwilliges junges Mädchen - und zugleich die Erzählerin der Buchreihe. Warum Erik sich so an sie dranhängt kann oder will sie nicht ganz begreifen, zudem hatte ich den Eindruck, die Freundschaft würde in erster Linie von ihm aus am Laufen gehalten. Melek hingegen scheinen Freundschaften nicht so wichtig zu sein, was sie Erik im Verlauf der Erzählung mehrfach spüren lässt und mir charakterlich missfiel. Zudem macht Melek im Verlauf des ersten Bandes generell eine Charakterentwicklung durch, die sich für meinen Geschmack zu sehr am Bad Boy Klischee orientiert: Sie lässt sich von einem anderen Typen herumkommandieren und schlecht behandeln - und dennoch wird er zum Love Interest verklärt. Wobei das nicht der einzige Mann ist, den sie sich warm hält. Ebenso nimmt sie weitere Dinge ungefragt hin und entwickelt Züge, die nicht so recht zu der Melek passen, welche sich für Toleranz und Gerechtigkeit einsetzt oder zumindest einsetzen will, wie sie zwischendurch mal durchblicken lässt. Da war sie mir einfach nicht in sich stimmig genug. Die stutenbissigen weiteren Mädchen waren ein zusätzliches Klischee, auf welches ich gern verzichtet hätte.
Positiv zu erwähnen sind hingegen die vielen Ideen und Hintergründe der Story, die Bezüge zu Religion und Literatur, welche unterwegs gekonnt gezogen werden sowie erste Andeutungen, ob die Bösen wirklich die Bösen sind oder vielleicht eher sich auflehnende Opfer. Ebenso mochte ich das Geheimnis des grünäugigen Eichhörnchens, welches eine nicht unwesentliche Rolle spielt und hoffentlich den Grundstein für eine spannende Fortsetzung gelegt hat.
Ich verhehle nicht, dass mir Band eins der Reihe nur eingeschränkt zusagt, was in erster Linie an Meleks Einstellung und Entwicklung liegt. Die waren in meinen Augen stellenweise nicht stimmig und zu sehr nerviges Klischee, auch wenn ich ihr mit 16 Jahren noch ihre jugendlichen Fehler zugestehe. Als gelungen empfand ich hingegen Thema und Hintergründe, so dass ich der Reihe mit dem zweiten Band noch eine Chance geben werde.
Nervige und zähe Fortsetzung voller Klischees
Night of Crowns. Kämpf um dein Herz,2 Audio-CD, 2 MP3 von Stella Tack
So unterhaltsam (wenn auch nicht übermäßig anspruchsvoll) der erste Band der Dilogie noch war, so enttäuschend entwickelte sich die Fortsetzung. Zunächst befindet sich Alice eine Weile ausserhalb des Spielfeldes des tödlichen Schachspiels zwischen den Internaten Chesterfield und St. Burrington - was nicht nur langweilig und verwirrend war, sondern auch das Ganze in keinster Weise voran brachte.
Derlei unnötige Handlungen, welche alles nur unnötig in die Länge ziehen, gibt es diesmal zuhauf. Hauptfigur Alice ist mittlerweile zu einem Blödchen mutiert, dass wie notgeil die Muskelpakete anderer Typen angeiert und sich von den Männern herumkommandieren lassen will. Ihre Ausdrucksweise lässt jegliche Eloquenz vermissen, stattdessen bekommt man von ihr massenweise Ausrufe wie „Was?“ „Wie?“ „Ich“ „Ähm“ „Hallo“ „Jackson“ „Vincent“ sowie generell unzählige abgebrochene Sätze - 10 Cent für jeden abgebrochenen Satz, und man könnte am Ende des Buches von der Summe gepflegt essen gehen, Begleitung inklusive. Für den Nachtisch könnte man für jede Verwendung von Klischee-Worthülsen wie Keuchen, Beben und stockenden Atem Geld zusammensammeln. Ebenso konnt ich nicht nachvollziehen, warum sich alle mit Namen ansprechen, Alice aber häufig als „Slave“ angeredet wird. Würd man das ganze Dialoggestammel sowie die vielen unnötigen Szenen und Lückenfüller streichen, wär das Buch eine Kurzgeschichte. Einzig der Hintergrund von Kater Curse sowie des Rätsels Lösung, wie alle dem Fluch entkommen könnten, war ganz unterhaltsam.
Die Sprecherin Madiha Kelling Bergner spricht zwar angenehm deutlich, macht durch ihr vieles erregtes Gekeuche jedoch alles nur noch absurder.
Gelungene Fortsetzung mit guten Ideen und einigen Längen
Ministry of Souls - Die Schattenarmee von Akram El-Bahay
Im zweiten Teil der Dilogie um den Londoner Soulman Jack, die arabische Prinzessin Naima sowie Oz, den Archivar in Katergestalt, reisen die drei zunächst von London in Naimas Heimat, wo das Wissen um Geister und Ifriten (Rachegeister) seinen Ursprung hat. Während sie verzweifelt nach einer Lösung suchen, den gefährlichen Rachegeist aufzuhalten, sammelt dieser bereits seine Schattenarmee, um im Kürze in England einzufallen.
Doch dafür benötigt er noch immer Naimas Seele als letztes Opfer.
Eine Armee der Enttäuschten und Wütenden. (Zitat)
Mir hat die Verlegung der Handlung in Naimas Heimat sehr gefallen, welche völlig gegensätzlich zum fortschrittlichen London wirkt und unter der Besatzung der Engländer leidet. Eine Atmosphäre, welche der Autor recht greifbar in seinem Buch beschreibt. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten, um niemandem die Überraschung vorweg zu nehmen. Der Stil ist wieder herrlich bildhaft, Naima eine starke Frau und Oz bereichert das Ganze mit seinen frechen Sprüchen und magischen Talenten ebensosehr wie mit seinem Draht zur Katzenwelt. Während seiner Erzählung greift der Autor mal zu besonders schönen Umschreibungen („...und im fahlen Licht einer weiteren Gaslampe sah sie, wie ihr Atem ein weißes Kleid gebar“), nutzt recherchierte Details der damaligen Zeit oder baut Anspielungen zu weiterer Literatur ein ("In 80 Tagen um die Welt", "Zauberer von Oz"). Die Handlung ist vielfältig und abwechslungsreich, wenn auch streckenweise leider wie berichtend erzählt, statt die Protagonisten aktiv handeln zu lassen. Das minderte meinen Lesespaß unnötig, wirkte dadurch stellenweise etwas langatmig. Zum besseren Verständnis empfehle ich, den ersten Band der Dilogie vorweg gelesen zu haben.











