Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Sehr emotionale Folge
Ostfriesensturm,2 Audio-CD, 2 MP3 von Klaus-Peter Wolf
Die Pandemie steht in den Startlöchern - und auf Wangerooge wird ein Mann tot in seiner Ferienwohnung aufgefunden. Das neue Virus war allerdings nicht Schuld an seinem Tod, vielmehr tippt Ann Kathrin Klaasen auf organisiertes Verbrechen. Auch wenn Rupert das zunächst ganz anders sieht. Als weitere Morde geschehen müssen Ann und ihre Kollegen unter erschwerten Bedingungen den Killer suchen, der ebenfalls seine Probleme hat, unter Pandemiebedingungen vernünftig unterzutauchen.
Diesmal hat Klaus-Peter Wolf seinen Krimi in die Zeit der beginnenden Corona-Pandemie verlegt. Die ungewohnte Situation sowie der obligatorische Snutenpulli stellen das Ermittlerteam wiederholt vor neue Herausforderungen, die so manches Mal mit einem zwinkernden Auge daher kommen. Thematisch stark im Visier ist diesmal das Schicksal eines Jugendlichen, welches an frühere Kindheitserlebnisse des Autors angelehnt ist - eine Erläuterung hierzu findet sich im Epilog, in welchem der Autor sich die Erlebnisse von der Seele redet. Das empfand ich als sehr bewegend, entsprechend ist es okay, wenn das Thema viel Raum im Roman einnimmt. Neben einer weiteren Protagonistin, anhand welcher der Autor psychische Probleme anderer Art behandelt, gefiel mir die Darstellung des Antagonisten. Tatsächlich ist es dem Autor gelungen, den Mörder so darzustellen, dass er nach und nach immer sympathischer wirkt, man doch glatt vergessen möchte, dass er bereits mehrfach kaltblütig gemordet hat - und auch vor weiteren Morden nicht zurückschreckt. Und natürlich darf man sich auch in diesem Band wieder auf humorvolle Momente sowie den ganz besonderen Blick auf die Macken der Menschen freuen.
Auch Ostfriesensturm ist wieder ein gelungener Krimi rund um Ann Kathrin Klaasen und ihr Team. Statt Action hat der Autor diesmal den Schwerpunkt auf psychische Schicksale verlagert, wodurch der Roman etwas ruhiger, dafür umso emotionaler daherkommt.
Viele unstimmige Details, erst zum Ende wird es abenteuerlich
Keeper of the Lost Cities - Der Verrat (Keeper of the Lost Cities 4) von Shannon Messenger
Es ist soweit - Sophie und ihre Freunde schließen sich Black Swan an, der Geheimorganisation, welche der Rat der Elfen als Feind der gesamten Elfengemeinschaft sieht. Doch statt endlich mehr über Sophies Abstammung herauszufinden stehen sie zunächst vor einem gewaltigen Problem: Eine Seuche breitet sich unter den Gnomen aus und droht, diese vollständig auszurotten.
Bei der Suche nach dem Gegenmittel decken Sophie und ihre Freunde brisante politische Verschwörungen auf, welche sie schon bald in tödliche Gefahr bringen.
Was hab ich mich gefreut, endlich mehr über Black Swan herauszufinden. So wirklich viel erfährt man dann leider doch nicht, wie man als Leser gemeinsam mit Sophie und ihren Freunden feststellt. In erster Linie geht es diesmal um die geheimnisvolle Seuche, welche die Gnome befällt und die wie aus dem Nichts zu kommen scheint. Wenn man sich vor Augen hält, was die Gnome alles so leisten in der Elfenwelt, Gärtnerarbeiten sowie sämtliche Ernteangelegenheiten, wäre eine Ausrottung der Gnome fatal. Dass dahinter politische Absichten stecken finden die Jugendlichen unter mehr oder minder gefährlichen Bedingungen heraus. Hierbei kann Technopath Dex wieder mit seinen brillianten Erfindungen glänzen - leider geht er ansonsten weiterhin noch viel zu sehr in der Reihe unter, ebenso wie Biana Vacker, die so einiges auf dem Kasten hat. Gelangweilt haben mich da regelrecht die gemeinsamen Übungsstunden von Sophie und Fitz, ihrem Dauerschwarm - ihre Schwärmereien für den recht blassen Charakter Fitzroy Vacker wiederholen sich einfach nur, ohne die Handlung wirklich zu bereichern. Ebenso sind die Einblicke in Exilium, die Schule für die verbannten Elfen, eher frustrierend als wirklich spannend, wirkt das Ganze doch eher wie ein Bootcamp, um die Aussenseiter noch mehr abzuhärten, während die braven Elfen an ihrer Akademie verweichlichen. Als besonders nervig empfand ich den in diesem Band wieder verschwenderisch angewandten Fäkalhumor - scheinbar kann die Autorin von Pups, Kotze und Schleim nicht genug bekommen. Als Ausgleich sind die Kinder unverhältnismäßig prüde. Und die so hochtechnologisierten Oger werden als regelrecht plump dargestellt. Auftrumpfen kann mal wieder Keefe, der bislang komplexeste Charakter der Serie. Und ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass endlich noch weitere spannende Charaktere hinzukommen.
Statt eines spannenden Abenteuers als Spione der geheimen Black Swan gibt es diesmal alte politische Verwirrungen, wiederholtes Anschmachten des langweiligen Mädchenschwarms Fitz und Einblicke ins Exilium, welches wie ein Bootcamp wirkt, sowie einige weitere nicht ganz stimmige Punkte. Erst zum Ende hin kommt Schwung in den Band, als die Kinder zu einem gewagten Abenteuer aufbrechen.
Magisches Abenteuer mit bezaubernder Ideenvielfalt
Die vier verborgenen Reiche 1: Caspar und die Träne des Phönix von Abi Elphinstone
Caspar geht seinen Mitschülern aus dem Weg, vor allem den ganz fiesen. Zur Not versteckt er sich auch mal im Fundsachenkorb. Als mal wieder die beiden Oberfieslinge hinter ihm her sind, führt ihn sein Geheimversteck auf magische Weise in einen hohlen Baum, wo ihn ein Mädchen mit Sternen-Sommersprossen umgehend als Verbrecher verhaften will.
Überhaupt redet sie lauter merkwürdiges Zeug über Wetterwunder und Wolkenriesen, einen Drachen hat sie auch dabei. Und dann soll Caspar auch noch für die verheehrenden Wirbelstürme verantwortlich sein, die seit kurzem über den Erdball fegen? Was beide noch nicht ahnen: Dies ist der Beginn eines wahnsinnig aufregenden und mutigen Abenteuers für die Kinder, Mini-Drache inklusive.
Wer dieses Buch liest, den erwarten unzählige fantastische Ideen. Angefangen bei einer magischen Welt, in der das Wetter produziert wird, eine auf Wolken gebaute Stadt, Enten in Gummistiefeln, Nieselhexen und Schneetrolle, einen kleinen sowie viele große Drachen und natürlich zwei Kinder, die lernen müssen, einander zu vertrauen. Zwar haben Wilda und Caspar jeweils ihre eigenen Gründe, warum sie um Freundschaften einen Bogen machen, doch lernen beide mit der Zeit, was Freundschaft ausmacht, was Mut wirklich bedeutet und wie man über sich hinaus wächst. Selbst Mini-Drache Arlo erkennt, dass man nicht groß sein muss, um Großes zu leisten. Und nebenbei retten sie ein wenig die Welt vor der bösen Harpyie Morg.
Ein wahres Feuerwerk an fantastischen Ideen, gepaart mit einem atemberaubend spannenden Abenteuer. Wer das Buch nicht liest versäumt etwas.
Grandioser Horrorgruselfaktor
Creepy Chronicles - Bloß nicht den Kopf verlieren! von Sergio Dudli
Bist du bereits für eine echt gefährliche Monsterjagd? Die Frage stellt sich Monsterfan Brandon MacLean, als eines Nachts zwei schräge Gestalten in seinem Zimmer auftauchen, um ein echtes Monster zu bekämpfen. Bisher hat Brandon in seinem Blog „Creepy Chronicles“ nur über Monster-Phänomäne und rätselhafte Erscheinungen gebloggt, doch seit gestern verhält seine ältere Schwester sich noch merkwürdiger als sonst, so richtig spooky.
Und jetzt erwarten dieser schottische Monsterjäger Padraig und Hoody-Mädchen Hannah auch noch seine Hilfe bei einem mysteriösen Fall. Angst oder Abenteuer? Der Fall ist glasklar für Brandon, naja, so klar wie rußgeschwärztes Glas vielleicht, aber die Neugier siegt dann doch.
Was für ein grandioses Horror-Abenteuer! Erzählt wird die Story aus zwei Perspektiven. Zum Einen aus der Sicht von Padraig, Monsterjäger im Dienste von BEAST, der bei seinem letzten Einsatz seinen Vater auf magische Weise verlor und nichts unversucht lässt, ihn aus der Schattenwelt zurück zu holen. Und aus der Sicht von Blogger und Nerd Brandon aus Port Willow, der Monster bisher für ein faszinierendes Hobby hielt und nun den Horror der Schattenwesen am eigenen Leib erfährt. Ihnen zur Seite Hannah, die ihre magischen Geheimnisse zunächst vor den beiden verbirgt.
Sowohl die Abenteuer der drei als auch das Geheimnis um die magische Geheimorganisation BEAST sind faszinierend und ziehen einen beim Lesen regelrecht in den Bann. Tatsächlich geht es ziemlich gruselig und gefährlich zur Sache, manchmal sogar recht eklig, der Humor kommt aber trotzdem nicht zu kurz. Zu einigen Monstern gibt es Aufzeichnungen, welche man als Steckbrief plus Zeichnung zu sehen bekommt. Sehr faszinierende Ideen, wort- und bildgewaltiger Stil, mit grandiosen Illustrationen und passendem Humor an den richtigen Stellen.
Um es mal kurz zusammen zu fassen: Horrormäßig gut!
Spannender Fall, nervige Privatprobleme
Nebelopfer von Romy Fölck
Der fünfte Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. An einem alten Galgenbaum in der Geest hängt im nebligen Wintermorgen ein Toter mit Schild um den Hals, welches das Opfer als Lügner in einem längst vergangenen Mordfall denunziert. Als kurz darauf Bjarne ein bedrohliches Ultimatum gestellt wird, den wahren Täter des früheren Mordfalls ausfindig zu machen, wird Bjarne vorrübergehend versetzt, um ihn aus dem Visier des Täters zu nehmen.
Doch die Ermittler sind sich uneins - die einen glauben, den früheren Fall wieder aufrollen zu müssen, um den Täter zu finden, die Führung hingegen will die Wiederaufnahme verhindern, da längst ein Verurteilter im Gefängnis sitzt. Doch die Morde hören nicht auf, jeweils mit einem Schild um den Hals, dass damals der Falsche verurteilt wurde. Der einzige Überlebende der damaligen Bluttat, zu der Zeit noch ein Kind, kann sich jedoch nicht mehr an das Geschehen erinnern.
Tatsächlich ist die Idee ganz spannend, ein alter Fall, welcher Auslöser für einen neuen Fall ist und einem Racheengel als Legitimation für erneute Morde dient. Dazu die Frage, ob damals wirklich der richtige Täter verurteilt wurde. Hinzu kommt ein neuer Kollege, Leonard Bootz, der mit seiner Art zunächst nicht so recht ins Team zu passen scheint, obwohl er ansonsten ein guter Ermittler sein soll. Nebenbei gibt es noch privaten Trubel bei Frida, da ihrem Freund seit seinem Unfall die Perspektiven abhanden gekommen sind.
Besonders haben mir diesmal wieder die Bezüge zur Gegend gefallen, vor allem der Nebel macht es sehr atmosphärisch. Die Mordfälle, der vergangene sowie die erneuten Morde, kommen jeweils zunächst ebenso undurchsichtig daher, wie der Nebel über der Geest liegt. Hier hat mir das Miträtseln Spaß gemacht. Die privaten Beziehungsprobleme im Hause Paulsen wurden mir jedoch irgendwann zu anstrengend, ebenso wirkte Frida auf mich manches Mal nicht mehr professionell genug. Auch wunderte ich mich über ihre altbackene Einstellung zum Thema Beziehungen und Karriere, welche die Autorin ihr angedichtet hat, während die Männer um sie herum fröhlich die Karriereleiter erklimmen. Von den nicht vorhandenen sozialen Fähigkeiten des neuen Kollegen ganz zu schweigen, der Null Verhörkompetenz aufweist.
Alles in allem hat mir der Doppelfall recht gut gefallen. Als störend empfand ich hingegen diesmal Fridas nervige Beziehungsprobleme ebenso wie den neuen Kollegen, der trotz angeblicher Kompetenz in bezug auf andere Menschen erschreckend inkompetent auftrat. In meinen Augen nicht der beste Fall der Autorin.
Ruhigere, aber nicht minder schockierende Folge
Nebelopfer von Romy Fölck
In der 21. Folge rund um die Londoner Totenbändiger erfährt man endlich, ob Evan nach der Tortur durch Cornelius Carlton noch gerettet werden kann. Zugleich beginnt ein Nebel-Lockdown, der leider trotz seiner Gefahr so manche Spinner zu Mutproben verleitet - und die Spuk Squad somit zu brisanten Einsätzen zwingt.
Doch es gibt auch andere Gründe, warum die Hunts während des Locksdowns ihr Haus verlassen müssen - hier lauert auf die Leserinnen und Leser noch eine ziemliche Überraschung.
Eine etwas ruhigere Folge, die dennoch mit schockierenden sowie emotionalen Momenten aufwartet und den früheren Actionfolgen in nichts nachsteht.
Spannende Baba Jaga und nervige Partnerprobleme
Palast aus Gold und Tränen von Christian Handel
Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose erhoffen sich nach einem missglückten Magieeinsatz Hilfe von der mächtigen Hexe Baba Jaga. Zudem vemuten sie, unter den Gästen der bevorstehenden Hochzeit am Zarenhof die Hexe zu finden, nach der sie seit Band 1 der Hexenwald-Chroniken auf der Jagd sind. Das Verschwinden der Braut des Prinzen vor der Trauung wirbelt die Pläne der beiden jedoch völlig durcheinander.
Leider konnte mich Band zwei der Reihe um die Dämonenjägerinnen nicht ganz überzeugen. Die Abenteuer und Erlebnisse rund um die Baba Jaga sowie das Verschwinden der Braut gestalten sich zwar als ganz interessant, ebenso wird die gleichgeschlechtliche Liebe diesmal gekonnt thematisiert. Leider war ich jedoch irgendwann genervt von den vielen Pärchenproblemen zwischen Muireann und Rose, die neben ausschweifenden Dialogen einfach zuviel Raum einnahmen. Eifersuchtsszenen und sich wiederholende Diskussionen über das Für und Wider, ob Selkietochter Muireann ihre magischen Fähigkeiten einsetzen soll oder nicht, zogen die Handlung unnötig in die Länge. Das ist schade, da die Ideen um Baba Jaga wirklich gut sind und wegbereitend für eine Fortsetzung. Dennoch konnte mich der Roman aus den bereits genannten Gründen einfach nicht so begeistern wie der erste Band.
Superschlau, supernaiv - super unglaubwürdig!
Das verschlossene Zimmer von Rachel Givney
Krakau, 1939: Marie wuchs als wohlbehütete Tochter eines erfolgreichen Krakauer Arztes auf. Nun ist sie 17 und nicht nur in ihr brodelt der Drang nach Veränderungen, auch auf politischer Ebene spitzen sich die Dinge zu. Doch von alldem will Marie nichts wahrhaben, wichtiger ist ihr, endlich das Geheimnis um ihre Mutter zu lösen, von der ihr Vater ihr selbst den Namen vehement verschweigt.
Angeblich verschwand sie, als Marie noch ein kleines Kind war. Aber wohin? Und warum?
Erwartet habe ich einen Roman um eine toughe junge Frau, die inmitten gravierender historischer Ereignisse ein Familiengeheimnis zu lüften versucht. Erhalten habe ich eine Erzählung, in der sowohl Marie wie auch ihre Mutter (in der Vergangenheit) mehrere äußerst fragwürdige Charakterwechsel von hochintelligent zu strunzdumm und wieder zurück durchmachen. Ein Beispiel wäre bei Marie: Einerseits ist sie intelligent genug, um Medizin zu studieren, wobei ihr lediglich die stark patriarchisch geprägte Gesellschaft noch im Weg steht. Die ganzen Geschehnisse rund um die Judenverfolgung will sie aber angeblich trotz ihrer 17 Jahre nicht mitbekommen haben - selbst, als der Rabbi ihr von der Kristallnacht in Deutschland berichtet reagiert sie, als hätte er ihr lediglich von einem Unwetter in Deutschland berichtet. Wie kann man so weltfremd sein? Solcherlei Widersprüche ziehen sich durch den ganzen Roman - auch ihre Mutter scheint eine wahre Superwoman zu sein, was die sich angeblich so alles selbst beibringen kann. Dadurch wirkte die Handlung irgendwann einfach nur noch absurd, die geschichtlichen Hintergründe werden im Roman fast schon unter „ferner liefen“ abgehandelt, so unbeteiligt, wie Marie darauf (nicht) reagiert. Die Überraschung, welche Marie betreffs ihrer Mutter letztendlich aufdeckte, war im Nachhinein leider keine wirkliche Überraschung mehr sondern wirkte eher wie von der Autorin konstruiert, damit es irgendwie passt.
Leider muss ich sagen, dass ich mich bei diesem unrealistischen Wechselspiel zwischen intelligenter Superwoman und weltfremden Naivchen irgendwann einfach nur noch gelangweilt habe. Die Chance, einschneidende Erlebnisse der Weltgeschichte emotional stärker hervorzuheben, wurde nicht ergriffen, Marie blendete die Schrecken um sich herum einfach aus. Das riss dann auch das Schicksal ihrer Mutter nicht mehr raus, zumal das Ende größtenteils vorhersehbar war und ich selbst hier das Verhalten der Beteiligten nur begrenzt nachvollziehen konnte.
Eine stark unglaubwürdige Erzählung mit nicht stringenten Charakteren, keine Leseempfehlung meinerseits.
Coming of Age mit magischen sowie surrealen Szenen
Ophelia Nachtgesang von Schwartz Gesa
Scheinbar kann es Ophelia den anderen Dunklen Feen einfach nicht recht machen: Ständig haben sie was an ihr auszusetzen - und als sie das letzte mal eine Verstorbene ins Reich der Toten geleiten sollte, ist ihr die Seele entwischt, weil sie Mitleid mit der Person hatte. Mitleid? Eine Dunkle Fee?! Skandalös! Als Ultimatum gibt ihr der Schwarze Zirkel eine letzte Chance, um in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden: Sie soll die Seele eines alten Magiers ins Totenreich begleiten.
Blöd nur, dass der ihr kurzerhand die Magie stiehlt, um noch eine alte Rechnung mit einem gefährlichen Gegner zu begleichen. Also bleibt Ophelia nichts anderes übrig, als den Magier auf seiner Mission zu begleiten, wenn sie ihre Zauberkraft zurück bekommen möchte.
Ein fantastisches Abenteuer, bei dem es neben all der vielen und gefährlichen Abenteuer auch darum geht, sich selbst zu erkennen, seine Stärken und Wünsche, aus sich herauszukommen und zur Not auch mal über den eigenen Schatten zu springen. An Ophelias Seite stets dabei: Rabe Tiberius, der ebenfalls seinen Mut beweisen darf. Etwas ungewohnt waren die vielen surreal wirkenden Szenen, für meinen Geschmack nahmen die etwas zuviel Raum ein. Auch war mir das Singen als pauschale Lösung, verschiedene Formen der Magie auszudrücken, nicht greifbar genug.
Ein düstermagisches Abenteuer mit dem Grundgedanken, dass man in erster Linie sich selbst treu bleiben sollte, statt es allen rechtzumachen.
Ein Pastor und die Selbstjustiz
Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze
Ein etwas anderer Kriminalroman, der mit ein paar Querverweisen zu biblischen Inhalten aufwartet. Was auch durchaus passend ist, ist doch hier ein Pastor der mutmaßliche Täter. Doch zunächst lernt man Pastor Benedikt Theves als einen Menschen kennen, der kaum aus sich herauskommt und bei dem man in den Predigten einzuschlafen droht.
Ein Mann, dem der gewisse Biss fehlt. Seine Therapeutin rät ihm, seine Emotionen aus sich herauszulassen, statt die Schuld immer auf sich zu beziehen. Leider geht das bei einer Beichtsitzung, welche er als Option für seine Gemeinde neu eingeführt hat, etwas schief: Pastor Theves kommt bei einer Beichte, bei der es um Gewalt in der Ehe geht, so aus sich heraus, dass er spontan den gewalttätigen Ehemann mit dem Kreuz niederschlägt und das Opfer in der Krypta versteckt. Auch wenn die Ehefrau des Erschlagenen regelrecht froh darüber ist, ihren tyrannischen Ehemann los zu sein, weiß der Pastor nicht, wie er damit umgehen soll, sucht unter anderem Rat bei seinem früheren Mentor. Ist Gewalt immer ein Verbrechen? Oder richtet nicht manchmal Gott die Bösen, indem er andere Menschen nach seinem Willen handeln lässt? Ließe sich das nicht auch gegen andere Straftäter anwenden? Und dann ist da auch noch die Leiche in der Krypta, die dringend weg müsste, wenn der Küster nur endlich den Schlüssel für das neu angebrachte Schloss herausrücken würde.
Zugegeben, bei diesem Roman musste ich mich zunächst warmlesen, da zu Beginn erstmal die Charaktere ein wenig vorgestellt werden. Richtig los ging es dann, als Pastor Theves dem tyrannischen schwarzen Schaf der Gemeinde das Kreuz über die Rübe zieht. So, wie der Pastor von da an aus sich heraus kommt, sich seine Predigten von Schlaftablette zu Vergnügungsprogramm mausern, entwickelt auch der Roman einen gewissen Unterhaltungswert. Vor allem der Austausch mit seinem belesenen Mentor war sehr interessant, aber auch die vielen Alltagssituationen, in welche Theves gerät bis hin zu seinem Versuch, die Welt zumindest im Kleinen etwas besser zu machen.
Ein etwas ruhigerer Krimi, der langsam in Fahrt kommt und sowohl lustige Situationen wie auch nachdenkliche Momente bietet.










