Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Trocken- und flachhumorige Strips
War and Peas von Jonathan Kunz; Elizabeth Pich
Eine Sammlung von Comic-Strips in 4-Panel-Form. Der Humor ist mal trocken, mal schwarz, manchmal leider auch einfach nur flach. Mit der Zeit wiederholen sich einige Charaktere, so dass die Strips locker aufeinander aufbauen, wenn auch über das gesamte Buch verstreut. Der Zeichenstil ist eher einfach gehalten.
Die Aufmachung des Buches dagegen hochwertig und stabil.
Ehrlich gesagt kann ich den Hype um diese Serie nicht verstehen, weniger wegen des Zeichenstils sondern einfach, weil die dargestellten Szenen oftmals einfach langweilig oder zu flachhumorig sind.
Populärwissenschaftliche Wollflusen statt rotem Faden
Eine Geschichte des Lebens - auf zehneinhalb Arten erzählt von Marianne Taylor
In diesem reich bebilderten, populärwissenschaftlichen Sachbuch beschäftigt sich die Autorin mit verschiedenen Aspekten des Lebens und dessen Entwicklung. Von der Entstehung des Lebens bis hin zur allmählichen Vernichtung derselben durch den Menschen bietet das Buch auf rund 250 Seiten eine Vielzahl von Themen.
Zu jedem Überthema, welches in einem der 10,5 Kapitel behandelt wird, hat sie sich ein Lebewesen aus Fauna oder Flora herausgesucht, anhand dessen sie sich beispielhaft entlang hangelt. Wobei das letzte, halbe Kapitel sich mit Formen künstlichen Lebens beschäftigt, welches tendentiell noch in den Kinderschuhen steckt und neben potentiellen Anwendungsgebieten auf Vermutungen bezüglich der zukünftigen Entwicklung setzt.
Auch wenn die Themenauswahl für interessierte Leser zunächst ganz spannend anmutet und mit hochwertigen Fotos und colorierten Seiten untermalt ist, kann das Buch nur bedingt überzeugen. Statt sich am berühmten Roten Faden entlangzuhangeln, hüpft sie zwischen Themen und Gedanken hin und her und wirft wiederholt auch mal Fachbegriffe ohne wirkliche Signifikanz in den Raum, ohne diese weiter zu erläutern. Gleichzeitig lässt sie Chancen ungenutzt, zu den Themen ausreichend Beispiele zu nennen, welche man als unterhaltsame Fun Facts für sich mitnehmen könnte.
Nicht ganz Fisch, nicht ganz Fleisch: Für ein reines Sachbuch bleiben zuviele Dinge ungeklärt und haben sich zudem zuviele fachliche Fehler eingeschlichen. Ebenso baut das präsentierte Wissen nicht immer vernünftig aufeinander auf, wirkt oftmals etwas unsortiert. Für ein unterhaltsames Buch wirken so manche Passagen einfach ermüdend, ungeklärte Fachbegriffe bremsen den Lesefluss und fehlende Beispiele lassen so manchen Aha-Effekt guter Unterhaltung vermissen. Die Schemata zur Vererbung sahen mir zu lieblos aus, die Grundzüge der Mendel’schen Vererbungslehre werden von der Autorin schlicht vorausgesetzt, statt mal in einem Infokasten zur Auffrischung für Themenfremde anzubieten. Grad bei populärwissenschaftlichen Büchern kann ich erwarten, dass diese ohne Sekundärliteratur für die Leser auskommen.
Ein informatives und optisch in großen Teilen gelungenes Buch, welches inhaltlich etwas unsortiert daherkommt. Fachbegriffe werden manchmal einfach in den Raum geworfen, ohne für den weiteren thematischen Verlauf relevant zu sein, und bremsen das Lesevergnügen wiederholt aus. Ein Buch, welches neben vielen interessanten Fakten stellenweise Durchhaltevermögen erfordert.
Kombination aus Umwelt-Dystopie und Zeitreise
Hella - Your Yesterday Is My Tomorrow von Melanie Mur
Zukunftsromane rund um die Folgen des Klimawandels sind momentan viele zu finden, auch „Hella“ ist einer davon. Wegen des drohenden Kollaps der Erde reist hier eine erlesene Gruppe Menschen aus dem 22. Jahrhundert zurück durch die Zeit - und landet im mittelalterlichen England.
Als Leser erlebt man das Abenteuer aus zwei Perspektiven.
James ist einer der Zeitreisenden, der ein wenig aus seiner vergangenen Zukunfts-Zeit erzählt und während seiner Streifzüge durch den Wald auf die aufgeweckte Hella trifft. Neben einer sich langsam entwickelnden Freundschaft erkennen die beiden mit der Zeit, welche Bedrohung einige der Zeitreisenden für die Bewohner darstellen könnten.
Die Idee an sich ist gut, die Umsetzung für meinen Geschmack nicht ganz so gelungen. Vor allem Hella berichtet wiederholt ausführlich über Alltägliches, was mit der Zeit einfach langweilig wurde. Wer wann welches Essen kocht, auf dem Feld arbeitet, lauter Nebensächlichkeiten, die leider zuviel Raum einnahmen. Ebenso wirkt sie mal stark und clever, während sie sich im nächsten Moment übers Ohr hauen lässt oder unvorsichtig wird. Wobei auch James sich ein paar Schnitzer erlaubt. Die Zukunft, welche nun James‘ Vergangenheit ist, war mir zeitlich zu gestaucht, um wirklich realistisch zu wirken. Die Gesellschaftsprobleme dieser Zeit hätten ruhig deutlicher gezeichnet werden können, um die Leser wachzurütteln. Ebenso blieben so manch andere Chancen vertan wie z. B. das Missverständnis, dass James Informationen im Netz liest, während Hella gar keine Ahnung haben kann, was unter besagtem Netz zu verstehen ist.
Insgesamt ist die Idee gut, es wird sich jedoch mit so manchen Banalitäten aufgehalten, während die wirklich spannenden Momente oder sich bietenden Missverständnisse teilweise gar nicht so richtig ausgereizt wurden.
Ausgefallene Londoner Lovestory mit einigen Längen
Unsere Zeit ist immer von Sophie Cousens
Minnie und Quinn waren die ersten beiden Babies, die am 1. Januar 1990 in einer Londoner Klinik zur Welt kamen. Da Quinn eine Minute schneller war, bekam seine Familie ein hohes Preisgeld, während Minnies Eltern leer ausgingen. Seitdem sind ihre Eltern davon überzeugt, dass Minnie als ewige Zweite vom Pech verfolgt ist - Beweise hierfür finden sich zur Genüge.
Genau dreißig Jahre später laufen Minnie und Quinn sich auf ihrem Geburtstag über den Weg - und obwohl Minnie jahrelang davon überzeugt war, Quinn hätte ihr damals das Glück geklaut, scheint Quinn genau das Glück für sie zu sein, welches ihrem Leben gut tun würde. Auf den Gedanken, dass auch Quinn dringend eine Portion Glück gebrauchen könnte, kommt sie zunächst gar nicht.
Eine quirlige Londoner Liebesgeschichte, die stellenweise schon etwas überzogen wirkt. Sowohl Minnie als auch Quinn haben ihr Päckchen zu tragen, an welchen deren Eltern nicht ganz unbeteiligt sind. Mehrere Rückblicke in ihre früheren Silvesternächte liefern nach und nach Bilder, aus denen die Charaktere der Protagonisten immer umfangreicher werden.
Sehr gefallen haben mir so manche Ideen und Gedanken der beiden, ebenso müssen sie jeweils zunächst zu sich selbst finden und ein wenig in ihrem Leben aufräumen, bevor sie sich aufeinander einlassen können. Eine somit alles andere als gradlinige Geschichte, die auch ihn und wieder für manche Überraschungen sorgt. Stellenweise waren mir Szenen rund um Minnie allerdings etwas zu überzogen oder konstruiert, so manche Schusseligkeiten nahm ich der Autorin einfach nicht mehr ab. In den Momenten empfand ich das Buch dann auch als unrealistisch, das bremste meinen Lesespaß unnötig aus. Ebenso gibt es einige Längen, die, nunja, eben langweilig sind. Daher möchte ich dem zu großen Teilen unterhaltsamen Buch wohlverdiente 3,5/5 Punkten geben.
Monster im Wald der Zukunft
Nachtschattenwald. Auf den Spuren des Mondwandlers von Kathrin Tordasi
Irgendwann in der Zukunft: Die Natur hat sich weite Bereiche der Welt zurück erobert, die Menschen leben in einer Art Einklang mit der Natur. Nur nachts treibt sich der mysteriöse Mondwandler durch die Wälder und entführt die Menschen, die ihm nicht schnell genug entfliehen können. Auf die Art verschwand auch vor einigen Jahren Finns ältere Schwester.
Liegt sie, wie von den Erwachsenen erzählt wird, nun in einer Art Dauerschlaf irgendwo im Nest des Monsters? Durch einen Zufall lernen Finn und seine beste Freundin und Erfindergenie Samira eine Gruppe wilder Jugendlicher kennen, die es sich zum Ziel gemacht hat, den Mondwandler zu finden und zu besiegen. Um seine Schwester zu retten, macht sich Finn mit Samira ebenfalls auf in den gefahrvollen Nachtschattenwald. Was die Kinder dort erwartet, hätten sie sich in ihren künsten Träumen nicht vorgestellt.
Das fantastische Abenteuer um Finn und Samira passt wunderbar in die Reihe der Bücher, welche das aktuelle Verhalten der Menschen gegenüber der Natur stark kritisieren und die möglichen Folgen aufzeigen. Tatsächlich werden im Laufe des Romans Parallelen zur heutigen Menschheit aufgezeigt. Aussergewöhnlich ist der Umstand, welcher letztendlich zu Finns Welt, dem Nachtschattenwald sowie den Mondwandler führte. Auch das Geheimnis um den Mondwandler selbst bietet eine ziemliche Überraschung, mit welcher man zu Beginn des Romans nicht rechnet. Trotz der spannenden Abenteuer sowie der aussergewöhnlichen Ideen störten mich beim Lesen hin und wieder einige Längen, welche die Spannungskurve unnötig strapazierten. Ebenso war mir zum Ende hin einiges etwas zu abstrakt gehalten, das war ein ziemlicher Kontrast zu dem bis dahin recht bildhaften Stil und den lebhaften Abenteuern in der Natur. Ansonsten ein lesenswerter Abenteuer-Roman mit einem brisanten Thema.
Willkommen im Ghostend
Victor Flec - Jagd durch die Stadt der Geister von Angela Kirchner
Victor lebt in einer Welt, in der einst Geister verstorbener Menschen durch einen Riss in die Menschenwelt fielen - und mit ihnen so manche magische Gegenstände. Mittlerweile leben die Geister in ihren eigenen Städten, den Ghostends, in denen auch Victors beste Freundin Ciel Moon als eine von wenigen Menschen aufgewachsen ist.
Doch auch Victor hat so manch aussergewöhnliche Talente. Eines davon ist leider, vom Pech wie verfolgt zu sein. Das führt dazu, dass er für Gangster-Geist Lex Cordicio einen brisanten Auftrag erledigen muss. Ein Misslingen dieses Auftrags hätte schwerwiegende Folgen für die Victors Familie - ein Erfolg allerdings für die gesamte Menschheit.
Eine äusserst witziges und spannendes Abenteuer in einer Welt ähnlich der unseren. Die Geister in den Ghostends entstammen den unterschiedlichsten Epochen und sind keine Gruselgestalten, sondern eigenständige Charaktere, ähnlich den Menschen, nur mit ein paar anderen Eigenschaften. Es macht regelrecht Spaß, den Abenteuern der Kinder zu folgen und nebenbei das Ghostend ein wenig kennenzulernen, wobei man dem Cover bereits entnehmen kann, dass noch ein drittes Kind hinzukommen wird: Geisterjunge Nemo, Sohn des Geister-Bösewichts. Nach und nach kristallisiert sich das Abenteuer zu einem Kampf gegen Lex Cordicio heraus, wobei dessen Pläne zunächst unklar sind. Victors Talent, alle Fettnäpfchen mitzunehmen, bietet dabei ebensoviel Abwechslung wie diverse magische Gegenstände.
Insgesamt habe ich mich von dem Buch hervorragend unterhalten gefühlt. Es gibt Abenteuer, Spannung, Geheimnisse und Humor sowie jede Menge fantastischer Details zu entdecken. Der Schreibstil ist angenehm lebendig und bildhaft, die Charaktere sympathisch und die Idee des Romans genial!
Kurzweilige Spannung mit Superbrain-Unterstützung
Im Auge des Zebras von Vincent Kliesch
Ein auf den ersten Blick unerklärlicher Fall beschäftigt Olivia Holzmann, Kommissarin des LKA Berlin: Mehrere Kinder sind zur selben Zeit von derselben Person entführt worden, allerdings in unterschiedlichen deutschen Städten. Hilfe erhofft die toughe Ermittlerin sich von ihrem früheren Mentor Severin Boesherz, der ein ungewöhnliches Talent im Deduzieren, dem Ableiten logischer Schlussfolgerungen, besitzt.
Als sich eine Parallele zu einem alten Cold Case zeigt bittet sie zudem die damalige Ermittlerin um Rat. Lange wirkt der Fall undurchschaubar, doch es scheint, als verfolge der Täter ein höchst aussergewöhnliches Ziel.
Der Fall an sich bietet durchaus spannende Unterhaltung ohne Längen und Potential zum Miträtseln, wirkt allerdings insgesamt eher kurzweilig und liest sich entsprechend schnell durch. Als störend empfand ich, wenn der Autor unnötig Stereotypen, Klischees und Vorurteile breittreten musste oder Figuren über das Gendern in der Sprache diskutieren ließ. Ebenso war ich von einer Klischee-Schwäche der Ermittlerin enttäuscht, welche sich nicht spoilerfrei erwähnen lässt. Dafür punktet der Roman mit einigen Überraschungen, welche man als aufmerksamer Leser vielleicht selbst vermuten könnte. Insgesamt lebt der Roman primär von dem Rätsel des Falles selbst, weniger von den Ermittlungen. Dank der starken Charaktere Holzmann und Boesherz macht der Thriller neugierig auf weitere Fälle des ungleichen Teams, auch wenn die Ermittlerin neben dem Superbrain Boesherz noch sehr blass wirkt.
Weihnachtliches Chaos im Flüsterwald
Im Auge des Zebras von Vincent Kliesch
Das zweite weihnachtliche Spin-Off zur fantastischen Buchreihe Flüsterwald. Diesmal bitten Elfe Felicitias und Katze Punchy die Kinder Lukas und Ella um ihre Hilfe, da Menok Rani sich in den Kopf gesetzt hat, den Schokolade bringenden Weihnachtsmenok zu fangen. Die Folgen wären fatal für den Flüsterwald.
Und das Chaos, welches Rani dadurch verursacht, hat bereits begonnen. Ein spannendes und amüsantes Abenteuer für die Freunde beginnt. Wieder wunderschön zu lesen, diemal gibt es ein Wiedersehen mit einigen Bewohnern des Flüsterwaldes aus der Abenteuer-Reihe.
Weihnachtsmagie der Elfen
Im Auge des Zebras von Vincent Kliesch
Ein wunderschönes Spin-Off zur fantastischen Buchreihe Flüsterwald, zeitlich angesiedelt nach Band 1. Lukas verbringt sein erstes Weihnachten in Winterstein, dem neuen Zuhause seiner Familie. Kurz vor der Bescherung besuchen ihn seine magischen Freunde aus dem Flüsterwald, Elfe Felicitas mit ihrer Aufpasserkatze Punchy und der Menok Rani.
Sie wollen ihm die Magie der Weihnachtsnacht aus Sicht der Elfen zeigen, doch alles droht im Chaos zu versinken, als Rani die Auslage der Konditorei entdeckt und dem unwiderstehlichen Ruf der Schokolade folgt. Zauberhafte und amüsante Kurzgeschichte.
Und plötzlich ist alles ganz anders
Das Erbe der Macht - Band 31: Splitterzeit von Andreas Suchanek
Der Verrat während der Blutnacht (Folge 30) brachte scherwiegende Veränderungen - plötzlich finden die Zeitreisenden sich in einer Zeit wieder, in der alles ganz anders ist als wie bisher. Eine Zeit, in welcher niemals ein Wall die Magie unterdrückte und die Nimags bis heute von der Existenz der Magier wissen.
Die komplette Gesellschaft hat sich völlig anders entwickelt - und die Freunde landen mittendrin. Ist dies die endgültige Zukunft?
Eine spannende Folge, in der es vieles in der neuen Zukunft zu entdecken gilt. Hauptsächlich begleitet man Jen, Alex und Kevin bei ihren Erlebnissen und erkundet gemeinsam mit ihnen diese neue Welt, Freunde und Feinde mit eingeschlossen. Und natürlich schwebt über allem ein kleiner Funken Hoffnung, dieses Chaos wieder rückgängig zu machen. Sehr ereignisreich und durch die völlig neue Ausgangslage angenehm unvorhersehbar.









