Kunden em pfehlungen
Rezensionen von liesmal:
Ein Haus voller Liebe und Fürsorge
Solange gehört das Leben noch uns von Josefine Weiss
„Solange gehört das Leben noch uns“ – Nicht nur der Buchtitel, sondern auch die Buchbeschreibung verrät, dass sich Ina und Richard auf eine Beziehung einlassen, obwohl sie wissen, dass Richard nicht mehr lange leben wird.
Ich mag die Bücher von Josefine Weiss. Obwohl es sich auch hier um einen Liebesroman handelt, ist es keine leichte Kost, die den Lesenden serviert wird, denn für Ina und Richard, der als Gast in einem Hospiz lebt, ist von Anfang an klar, dass sie beide nur eine begrenzte Zeit auf dieser Welt miteinander verbringen können.
Ich habe das Leben im Hospiz durch ein Ehrenamt kennengelernt und einige Tage war auch eine mir nahe stehende Person zu Gast in einem Hospiz. So ist mir vieles bekannt gewesen von dem, was Josefine Weiss so wunderbar und einfühlsam berichtet. Alles, was sie schreibt, entspricht der Wirklichkeit. Ob es nun die Schwellenangst vor dem ersten Kontakt ist oder ob es die gemischten Gefühle voller Angst und Schuld sind, wenn man sich für einen geliebten Menschen – hier der Großvater von Ina – für das Hospiz als letzte Wohnstätte entscheidet: Ein Hospiz ist ein Haus voller Liebe und Fürsorge.
Dieses Buch hat mir gut gefallen und ich kann es aus vollem Herzen empfehlen.
Ein Buch, das glücklich macht
Worum es geht von Josefine Weiss
„Worum es geht“ auf dem Weg, sich selbst kennenzulernen, Hilfe zu finden, wenn’s einem schlecht geht, über Freundschaft und Liebe und herauszufinden, was wirklich zählt: Dazu finden sich Bibelsprüche, poetische Texte, kurze Geschichten, Zitate, Gebete und tolle Tipps in diesem kleinen Geschenkbuch.
Empfohlen für junge Leute, gibt es „Poetisches für die Suche nach dem guten Leben“, wie es der Untertitel verspricht. Allerdings treffen die Texte auch Menschen im Seniorenalter mitten ins Herz, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.
Das Buch wurde auf „alterungsbeständigem“ Papier gedruckt, besticht durch seine Natürlichkeit und die Farben. Es gibt ein Lesebändchen, ein Gummiband zum Verschließen und hat abgerundete Ecken – alles ist wohl durchdacht. So fällt es mir nicht schwer, das Buch aus der edition chrismon allen Freunden von Geschenkbüchern und nachdenkenswerten Texten zu empfehlen.
Zwischen Himmel und Erde
16 x zum Himmel und zurück von Marlies Slegers
Bücher zum Thema Tod und Trauer lese ich sehr gern. Vor allem, wenn es mir dadurch gelingt, die eigene Trauer besser zu ertragen, aber auch, um zu lernen, wie ich im Umgang mit Trauernden eventuelle Hemmungen verliere. Das Buch „16 x zum Himmel und zurück“ sehe ich als gute Hilfe.
Schon das Zitat von Haruki Murakami am Anfang des Buches sagt aus, dass der Tod nicht das Gegenteil, sondern ein Bestandteil des Lebens ist.
Für mich habe ich festgestellt, dass es hilfreich ist, wenn man das erst einmal erkannt hat.
Marlies Slegers erzählt die Geschichte von Pelle, der im Alter von zwölf Jahren seinen Vater verliert. Als Leserin fühle ich, dass sie mit Herz und Seele schreibt. Dabei ist die Geschichte nicht nur von Traurigkeit geprägt, sondern auch von Fröhlichkeit, Wut, Mut, Freundschaft und so mancher Überraschung. Überhaupt mag ich den Schreibstil mit seinen eigentümlichen Vergleichen, wie z. B. „Mein Vater ist keine kaputte Glühlampe, die man mal eben ersetzt!“
Das Cover zeigt den kleinen Pelle und seinen Hund, den er irgendwie seinem Vater zu verdanken hat. Außerdem sind Briefumschläge zu entdecken, die zwischen Himmel und Erde schweben. Das finde ich gelungen, denn damit ist die Geschichte sehr gut bereits in diesem Bild zu erkennen.
Sehr gern empfehle ich dieses Buch, das nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen eine große Hilfe sein kann, weil es den Umgang mit dem Tod (selbst)verständlicher macht.
Die Kunst des Uhrmacherhandwerks kunstvoll verpackt
Die Uhrmacher der Königin von Ralf H Dorweiler
Ich liebe die Romane von Ralf H. Dorweiler, die sich mit alten Handwerksberufen beschäftigen. So habe ich mich voll Freude auch auf „Die Uhrmacher der Königin“ gestürzt.
Im Personenverzeichnis am Anfang des Buches findet man die wichtigsten handelnden Figuren und die Schauplätze gut sortiert auf einen Blick.
Im Roman sind die fiktiven Personen in einer aufregenden und außerordentlich fesselnden Geschichte rund um das Uhrmacher-Handwerk gekonnt in die historischen Ereignisse und ihre Persönlichkeiten eingeflochten. Gern habe ich mich mitnehmen lassen in die Vergangenheit. Ich konnte eintauchen in die Zeit vor 200 Jahren und dabei die Zeit vergessen. Ralf H. Dorweiler ist es gelungen, sensationelle Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. Das kann ein Film nicht besser hinbekommen.
Weil in der Buchbeschreibung zu lesen war, dass zwei Schwarzwälder Uhrmacher einen Auftrag bekommen, der sie mit dem Englischen Hof in Verbindung bringen würde, war ich natürlich sehr gespannt darauf zu erfahren, wie das den beiden doch recht „speziellen“ Brüdern wohl gelingen würde. Ernst und Johannes sind ganz unterschiedliche Typen, aber beide fand ich sehr liebenswert und sie sind mir schnell ans Herz gewachsen. Sie mussten Schicksalsschläge hinnehmen und ihr Kampfgeist war gefragt, wenn ihnen immer wieder Hindernisse und Steine in den Weg gelegt wurden.
Dorweiler gelingt es wie keinem anderen, mich für die alten Handwerksberufe zu begeistern und viele Details und Besonderheiten darüber zu erfahren. Hier hat mir besonders gut gefallen, dass die einzelnen Abschnitte passend mit Bestandteilen der Uhr überschrieben waren und es zudem kurze Erklärungen dazu gab.
Ein tolles Buch, das ich sehr gern allen empfehle, die etwas über ein altes Handwerk erfahren, dabei noch etwas lernen und mit fesselnder Spannung versorgt werden möchten.
Ein besonderes Lesevergnügen
Meine kleine Welt von Ewald Arenz
Nachdem mir die Romane „Alte Sorten“ und „Der große Sommer“ von Ewald Arenz sehr gefallen haben, war es für mich nicht schwer, mich mit „Meine kleine Welt“ auf etwas Neues einzulassen. Wie erwartet, haben mich auch Arenz‘ kleine Familiengeschichten total begeistert. Ich habe jede einzelne Geschichte genossen und nicht selten erinnerten mich einzelne Szenen an Situationen und Begebenheiten aus meiner eigenen Familie.
So macht Lesen Spaß! Wobei ich mir sehr gut vorstellen kann, dass mir die Geschichten auch als Hörbuch gefallen würden. Auf jeden Fall laden sie mich auch zum Vorlesen ein.
Das Cover ist mit dem einfach gestalteten Haus ein Beispiel dafür, dass auch mit wenig Aufwand ein toller Hingucker entstehen kann.
Bitte mehr davon, lieber Ewald Arenz! Von Herzen gern empfehle ich dieses einmalige Lesevergnügen weiter.
Trinidad ist nicht nur schön - aber trotzdem sehr schön
Oh wie schön ist Trinidad von Peter Berg
„Oh wie schön ist Trinidad“: Peter Berg nimmt seine Leserschaft mit auf eine Reise in die südliche Karibik und versteht es wieder einmal, mich zu begeistern mit seiner Art des Erzählens und den Beschreibungen der Landschaft, die ich mit allen Sinnen genießen kann. Besonders gefreut hat mich, dass ich dem Hauptprotagonisten Jens Schneider wieder begegnet bin, den ich im letzten Jahr durch „Ein Sommer in Cassis“ kennengelernt habe.
Nachdem ich die Widmung „Für Egon“ gelesen hatte, habe ich mich gefragt: Wer ist das? Schon bald war klar: Egon ist ein Freund aus der Kindheit, der mittlerweile in Trinidad lebt und jetzt Jens‘ Hilfe braucht. Tatsächlich reist Jens nach Trinidad und damit beginnt für ihn ein neues Abenteuer. Denn in der karibischen Inselwelt trifft er nicht nur auf traumhafte Strände und den Regenwald mit der Vielfalt der Natur, sondern auch auf ein Land mit Korruption, mit Drogenschmuggel und vielerlei Gefahren.
Ich war gespannt darauf zu erfahren, wie weit Jens gehen wird, was ihm die Freundschaft zu Egon wert sein mag und was er dafür zu tun bereit ist. Dadurch, dass Egon sehr schweigsam ist und nur nach und nach damit herausrückt, was ihn bedrückt und wobei er Hilfe braucht, bin ich von Beginn an gefesselt von der Geschichte.
Das farbenfrohe Bild eines Tukans auf dem Cover, gemalt vom Autor unter dem Namen PITTO, lässt die ganze Schönheit Trinidads auf den ersten Blick erkennen.
Besonders überrascht hat mich der Anteil, der sich mit der Bedeutung des Namens Trinidad und damit auch mit der Religion befasst. Auch Jens wandelt sich. Wie sich jeder Mensch im Laufe des Lebens entwickelt und wie lernfähig er ist, lässt sich an dem besonderen, im Grunde recht einfachen Schreibstil sehr gut erkennen.
Mit einem Buch in der Hand an einem Lieblingsplatz sitzen und sich in ein fernes Land hineinträumen und die Schönheiten aufnehmen – das ist mir hiermit gelungen und darum empfehle ich das Buch sehr gern weiter.
Gut für Geist und Seele
Oh wie schön ist Trinidad von Peter Berg
„Abgegeben - Vom Innehalten, Suchen und Finden“ ist bereits der dritte Gedichtband von Stefanie Steenken.
Für mich ist dieses Buch die erste Begegnung mit der Autorin, die mich damit sofort mitten ins Herz getroffen hat. Als ich vor etwa einem Monat begonnen habe, mich mit den Texten zu beschäftigen, war das Thema Suchen und Finden für mich ganz aktuell.
So fiel es mir nicht schwer, viele Gemeinsamkeiten in den Versen zu entdecken
Das Buch ist mit seinen Texten und den wunderschönen Bildern von Heike Niderehe ein echter Genuss. Manchmal entdecke ich mich selbst in den Zeilen, oftmals aber auch das, was mir wichtig ist. Dann freue ich mich, dass es mit Stefanie Steenken jemanden gibt, die all das in eine wunderschöne Form gebracht hat, was mir gut tut.
Immer wieder nehme ich das kleine Büchlein gern zur Hand. Dabei habe ich festgestellt, dass die Verse nicht nur zu den schönen Momenten im Leben passen. So habe ich zum Beispiel vor dem Hintergrund des Geschehens in der Ukraine viele Texte gefunden, die Vertrauen und Hoffnung schenken, zum Nachdenken anregen und vor allem Geist und Seele gut tun.
Von Herzen gern empfehle ich dieses Buch allen, die selbst beschäftigt sind mit dem Suchen und Finden, aber auch denjenigen, die bereit sind, sich durch besonders herzbewegende Worte und Gedanken aufbauen zu lassen.
Gefährliches Wattenmeer
Der Holländer von Mathijs Deen
Liewe Cupido ist „Der Holländer“. Während sich die Holländer und die Deutschen noch mit der Frage der Zuständigkeit beschäftigen, nachdem ein Toter im Bereich der Emsmündung im umstrittenen Grenzgebiet aufgefunden wurde, wird von der Bundespolizei ein besonderer Ermittler geschickt, damit er heimlich den Fall klären kann: der Holländer, ein Deutscher, der auf einer niederländischen Insel aufgewachsen ist.
Es gibt drei großartige Wattführer, die das Watt so gut kennen wie kein anderer. Dabei handelt es sich um Klaus Smyrna, Peter Lattewitz und Aron Reinhard. Sehr häufig unternehmen die drei gemeinsam Wattwanderungen, als Freunde kann man sie dennoch nicht bezeichnen. Einer von ihnen ist jetzt tot. Klaus Smyrna ist ums Leben gekommen, als er mit Peter Lattewitz im Watt unterwegs war.
Mir gefällt der wortkarge, eigentümliche Holländer, der auf eigene Faust ermittelt. Ich mag auch Geeske Dobbenga, die als Grenzschützerin auf ihrer letzten Fahrt unterwegs ist. Doch das, was mich am meisten an diesem Buch fasziniert, sind nicht die spannenden Ermittlungen, die zur Aufklärung des Todesfalls führen sollen, sondern die Beschreibungen des Wattenmeeres. Ich wohne mein Leben lang an der Nordseeküste und weiß sehr wohl um die Gefährlichkeit, die Ebbe und Flut und das Wattenmeer mit sich bringen. Das wunderbare Bild auf dem Cover kann schnell trügerisch sein. Wie es Mathijs Deen gelungen ist, mich mit seinen facettenreichen Erzählungen über das Wattenmeer und über die Vorgehensweise und vor allem die Ausstattung der erfahrenen Wattwanderer in den Bann zu ziehen, ist überwältigend. Eine bessere Beschreibung zu diesem Thema ist mir bisher noch nicht begegnet.
Ich bin begeistert und gebe meine volle Empfehlung für ein großartiges Werk.
Blickpunkte
Das Vorkommnis von Julia Schoch
Eine flüchtige Begegnung zweier Frauen. „Wir haben übrigens denselben Vater.“
Eine flüchtige Begegnung?
Julia Schoch hat diese flüchtige Begegnung und die fünf Worte der einen Frau zum Anlass genommen für ihren Roman „Das Vorkommnis“ - die Biographie einer Frau, in dem die die angesprochene Frau zur Ich-Erzählerin wird.
In mehr als 70 kurzen Kapiteln werden Gedanken, Erinnerungen, Begebenheiten, Gesprochenes und Unausgesprochenes zu kleinen episodenhaften Geschichten. Dabei haben mir die folgenden beiden Sätze geholfen, den Roman zu begreifen:
„Ich schreibe nicht über sie, ich schreibe nicht einmal über mich. Ich erzähle nur davon, was ihr plötzliches Auftauchen … bewirkt hat…“
Ich bin fasziniert von dem ungewöhnlichen Schreibstil und davon, was eine flüchtige Begegnung bewirken kann. Es ist, als hätte ich ein Kaleidoskop in der Hand, das bei jedem kleinen Dreh etwas anderes zeigt, zufällige Bilder. So sehe ich dieses Buch. Ich erkenne keine bestimmte Reihenfolge, keinen Plan. Die Frau erzählt einfach das, woran sie gerade denkt oder was sie tut. Gekonnt und virtuos.
Einer von vielen Sätzen, die mich bewegt haben und über die es sich nachzudenken lohnt: „Es ist leicht, ein Urteil zu fällen, wenn man weit weg von den Stunden der Verzweiflung ist.“
Obwohl ich das Buch mit Begeisterung gelesen habe, gibt es zwei Szenen, mit denen ich mich nicht anfreunden mag. Zum einen ist es die, die meinem tierlieben Herzen einen Stich gibt: Da rückt jemand einem Insekt mit einem Schuh und einer Flasche Haarspray(!) zu Leibe Zum anderen finde ich es befremdlich, dass die Erzählerin von ihren Kindern als „das ältere Kind“ und „das jüngere Kind“ spricht. Obwohl ich spüren kann, dass sie ihre Kinder liebt, verstehe ich nicht, was sie damit ausdrücken will.
Gern gebe ich meine Empfehlung für eine flüchtige Begegnung.
Ein Zuhause im Waldfriede
Sternstunde von Corina Bomann
„Sternstunde“ ist das erste von vier Büchern aus der Reihe „Die Schwestern vom Waldfriede“ von Corina Bomann. Hier geht es um die junge Krankenschwester Hanna, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges mit dem Verlust ihres Verlobten nicht fertig wird. Sie ist froh, als sie noch vor der Eröffnung eine Anstellung im Haus Waldfriede bekommt, auch wenn das viel Arbeit bedeutet, Arbeit, die erstmal nichts mit ihrem Beruf zu tun hat.
Auch, wenn es kaum Lebensmittel und nur ab und zu warmes Wasser gibt, gefällt es Hanna im Waldfriede. Sicher hat das auch mit ihrem Chef, dem Leiter der Klinik, zu tun, mit dem sie sich von Beginn an sehr gut versteht.
Corina Bomann hat mit Hanna zwar keine neue Figur geschaffen, denn es hat auch im Waldfriede eine Schwester namens Hanna gegeben, aber die Autorin hat mit wenigen vorliegenden Informationen und ihrer eigenen Fantasie eine wunderbare Geschichte geschrieben, die sich so tatsächlich zugetragen haben könnte.
Mich hat die Geschichte von Beginn an gefesselt. Es gab immer wieder Hürden beim Aufbau des Hauses, Intrigen wurden geschmiedet. Doch auch persönlich musste Hanna so manche Gemeinheiten und Schicksalsschläge überstehen.
Es wird auf keinen Fall langatmig, so meine Empfindung. Mir gefällt der leichte Schreibstil, der das Lesen nie langweilig werden lässt, sondern mir viele unterhaltsame Lesestunden schenkt.
Auch wenn ich gern und häufig historische Romane lese, die viele geschichtliche Daten und Informationen enthalten, so fand ich es sehr angenehm, dass Corina Bomann in ihrem Buch darauf verzichtet und ihr Hauptaugenmerk auf das Haus und die Menschen rund um das Haus Waldfriede sowie auf Hannas Familie gesetzt hat.
Sehr gern empfehle ich das Buch weiter, das auch einen kleinen Einblick in die Religion der Adventisten gibt.










