Kunden em pfehlungen
Rezensionen von liesmal:
Abenteuer vor der Haustür
Abenteuer Heimat von Ulrike Fach-Vierth
Obwohl der Untertitel „Außergewöhnliche Kurztrips von Extremsportlern und Reiseprofis“ eher vermuten lässt, dass das „Abenteuer Heimat“ – so der Buchtitel – nicht für mich als ältere Person geeignet ist, so bin ich doch sehr angenehm überrascht, welche Möglichkeiten sich auch mir bieten, um die Natur vor der eigenen Haustür zu erkunden.
In diesem Buch erzählen zehn Reiseprofis und Abenteurer ihre ganz eigenen Erlebnisse, die mal lustig und mal äußerst spannend, aber immer interessant sind. Ob es zu Fuß, mit Rad, Bulli oder SUP oder Boot auf Erlebnisreise geht: Die bunte Vielfalt gefällt mir sehr.
Besonders begeistern konnte mich der erfrischende Schreibstil von Sarah Bauer, die unter anderem über eine Eishöhle berichtet. Aber auch zum Beispiel Richard Löwenherz, der in einem Tipp, wie er nach jeder einzelnen Geschichte zu finden ist, Informationen zu einer Fahrrad-Rundtour um die Müritz gibt. In diesen Tipps habe ich viel Interessantes entdeckt, und die weiterführenden Links finde ich sehr wertvoll.
Bereichert werden die einzelnen Beiträge durch persönliche Fotos. Mir gefallen auch die Texte mit Profilbild, die die Erzählenden kurz beschreiben.
Ein gelungenes Buch aus dem Verlag Delius Klasing, von Ulrike Fach-Vierth gekonnt zusammengefasst, das ich sehr gern allen Reisehungrigen weiterempfehle.
Gib deine Träume niemals auf
Ein Sommer voller Wunder von Caryl Lewis
Alles dreht sich um ein magisches Samenkorn, das Marty von seinem Großvater zum Geburtstag geschenkt bekommt. Welche Pflanze daraus entsteht, wird noch nicht verraten. Doch der Großvater versteht es, Marty neugierig zu machen, so dass darüber vieles andere zur Nebensache wird. Und das will schon was heißen.
Hat er doch eine Mutter, unter deren Sammelleidenschaft Marty sehr leidet, weil die ganze Wohnung vermüllt ist. Dadurch hat er auch keine Freunde, sondern nur Mitschüler, die ihn auslachen. Aber in Gracie findet er eine wunderbare Freundin.
Mir gefällt die Art des Erzählens recht gut, weil sich alles echt anfühlt. Irgendwann wird es doch sehr abenteuerlich. Und Martys Großvater ist ein ganz spezieller Typ, aber liebenswert und imstande, Kummer zu vertreiben.
Mir gefällt die Geschichte, die davon erzählt, wie wichtig es ist, Träume zu haben und daran zu glauben, dass sie wahr werden können.
Ein tolles Erlebnis
Escape Room Abenteuer Kids - Sherlocks größter Fall von Alex Woolf
„Dieses Rätselabenteuer schickt dich auf eine eigene interaktive Erlebnisreise!“
Der erste Satz aus der Buchbeschreibung hat mich neugierig gemacht und zusammen mit meiner Tochter habe ich mich auf diese Einladung eingelassen.
Obwohl wir beide das Alter der Leseempfehlung (ab 8 Jahre) lange überschritten haben, hatten wir dennoch eine Menge Spaß dabei, mit einer spannenden Geschichte den gestohlenen Diamanten wiederzufinden.
Die unterschiedlichen und sehr abwechslungsreichen Rätsel sind gut gewählt für das empfohlene Lesealter, aber auch für Erwachsene nicht unbedingt als „Kinderkram“ zu bezeichnen, sondern manchmal ganz schön knifflig. Mir gefällt das Buch sogar so gut, dass ich mit einer Gruppe von Senioren gemeinsam auf Spurensuche gehen möchte.
Dies ist das zweite Buch aus dem Bereich „Escape Room“ und wenn ich sie vergleiche, dann gefällt mir an diesem Buch besonders, das es nicht sehr textlastig ist.
Sehr gern empfehle ich das Buch allen, die sich gerne mal den Kopf zerbrechen, ohne dabei körperlichen Schmerz zu empfinden. Ein tolles Lese- und Rateerlebnis, dem gerne weitere folgen dürfen!
Spielerisches Lernen garantiert
Von Ameise bis Wombat: Tierisch geniale Bautricks für unsere Zukunft von Christiane Dorion
Ich bin beeindruckt! Nicht nur davon, wie geschickt und raffiniert Tiere sind, sondern auch von der Art, mit der die Autorin Christiane Dorion deren äußerst spektakuläre Baukünste erklärt und übermittelt. Dass dafür gar nicht viel Text notwendig ist, beweist sie mit diesem Buch, das mit wenigen Worten und eindrucksvollen Illustrationen von Yeji Yun überzeugt.
Die Empfehlung für Kinder ab fünf Jahren finde ich passend. Gerade durch die farbenfrohe Gestaltung gibt es auch für kleinere Kinder so vieles zu entdecken. Dass neben vielen bekannten Tierarten auch weniger bekannte und daneben auch noch Pflanzen mit all ihren Besonderheiten und individuellen Künsten vorgestellt werden, ist einfach toll und nicht nur für Kinder interessant.
Groß(artig)es Wissen kann mit Hilfe dieses Buches vermittelt werden und für Umweltschutz und Nachhaltigkeit wird man spielerisch sensibilisiert.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und angeschaut, habe selbst noch viel Neues erfahren und freue mich darauf, das Wissen mit diesem Buch an Kinder weitergeben zu können. Große Empfehlung!
Von der Kunst, mit Worten zu malen
So viele Paradiese von Giovanna Giordano
„…aber seit er gehört hat, dass man in Amerika eine Statue als Tribut an die Freiheit errichtet hat, steht für Antonio fest: Er will mit dem Schiff in die Neue Welt.“ Nach diesem Satz der Buchbeschreibung hatte ich erwartet, dass ich Antonio auf seiner Reise nach Amerika begleiten würde, aber vor allem war ich gespannt auf das, was er in Amerika erlebt, welches Leben er sich aufbaut, ob seine Erwartungen erfüllt werden…
Allerdings ist in der Inhaltsangabe auch zu lesen: „Seine Reise im Jahr 1923 gerät bald zur Odyssee, wechselvolle Ereignisse und ungewöhnliche Begegnungen bringen ihn in ebenso gefährliche wie haarsträubende Situationen.
“ Und genau darum geht es in dem Roman von Giovanna Giordano.
Mit einem unglaublichen Facettenreichtum und einer Vielzahl an wunderbaren Zitaten beschreibt sie nicht nur Antonios ganz alltägliche Erlebnisse, sondern auch kaum zu glaubende Begebenheiten. Erzählungen über ungewöhnliche Orte, Menschen und andere Wesen, manchmal aus dem Reich der Fantasie, klingen traumhaft und ich fühle mich oft wie im Märchenland.
Sanftmütig, unglaublich tierlieb, aufgeschlossen und gutgläubig gegenüber allen, auch fremden Menschen und vor allem sehr freiheitsliebend – so sehe ich Antonio.
Als Roman und um es auf einen Rutsch zu lesen, macht mir das Buch nicht ganz so viel Spaß, weil die unglaublichen Dinge und Ereignisse sich einfach zu sehr häufen. Da ich allerdings Märchenbücher gern mag, empfehle ich, es mit diesem Buch so zu halten wie mit einem Märchenbuch: eine Geschichte zu lesen, wenn man Lust darauf hat. Das ist sogar sehr gut durchführbar, weil es ein Inhaltsverzeichnis gibt mit den jeweils mit einer Überschrift versehenen Abschnitten.
Auf jeden Fall bewundere ich, wie kunstvoll die Autorin mit Worten malen kann.
Die Geschichte rüttelt wach!
Die Ungleichzeitigen von Philipp Brotz
Am liebsten hätte Hagen in Heimatnähe studiert, doch die Entscheidung seines Vaters hat ihn nach Berlin geführt. Dort hat er sich nie heimisch gefühlt. Als er mit Anfang 30 nach dem Tod seiner Eltern ohne Abschluss in sein Heimatdorf zurückkehrt, wünscht er sich sein Leben von früher zurück.
Ich muss an das Cover denken, das einen Vogel zeigt, der am Baumstamm abwärts klettert.
Doch anders als es dem Kleiber möglich ist, sieht es bei Hagen aus. Er kann weder die Zeit zurückdrehen noch so leben wie vor seinem Weggang.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hagen – unselbstständig und gefangen in seiner eigenen Welt – sich damit arrangieren kann, dass es Fremde gibt in seinem Dorf, dass sogar ein Stück des Waldes verschwinden soll, um Flüchtlingsunterkünften Platz zu bieten.
Heimatlos, so fühlt sich Hagen, weil er sein Zuhause nicht mehr erkennt. Doch heimatlos sind auch die Fremden, die als Flüchtlinge gekommen sind und hier auf ein neues Leben hoffen. Wenn man liest, wie der Autor Philipp Brotz Einzelschicksale der Menschen beschreibt, die als einzige Möglichkeit noch die Flucht sehen, dann dürfte es in unserem Land nur Menschen mit offenen Armen geben. Die Geschichte rüttelt wach!
Mit der Jesidin Adana lernt Hagen eine Frau kennen, die ihm guttut – und ich als Leserin habe nicht nur Adanas persönliche, sehr berührende Geschichte, sondern auch viel über das Leben und den Glauben der Jesiden gern gelesen.
Bringt Märchenliebhaber zum Träumen
Zauberhafte Meerjungfrauen von aus aller Welt Märchen; Loireag na Mara; Jacob Grimm
„Zauberhafte Meerjungfrauen“ gibt es in der Geschenkausgabe des Verlags Wunderhaus zu entdecken. Zehn Märchen aus aller Welt sind in diesem Buch vereint, das mich schon mit dem sich samtig anfühlenden Einband verzaubert. Meerjungfrauen begegnen mir hier überall: an einem Weiher, wie es die Gebrüder Grimm in „Die Nixe im Teich“ erzählen, im tiefen Ozean oder gar am Amazonas in Brasilien.
Es fällt mir schwer, ein Märchen als Lieblingsgeschichte zu favorisieren, denn faszinierend sind sie alle, weil sie mich in fremde Welten entführen und zum Träumen einladen. Dazu tragen allerdings auch die wunderschönen Illustrationen von Galia Zinko und Karolina Suits bei, die mal mit kleinen Bildchen am Rande, mal mit Gemälden über zwei Seiten eindrücklich und märchenhaft schön die geheimnisvolle Wasserwelt und ihre Wesen darstellen.
Ich empfehle dieses Buch gern weiter. Es ist zum Selberlesen, zum Vorlesen und als besondere Geschenkidee gleichermaßen geeignet und wird Menschen, die Märchen lieben, mit Bild und Wort und überhaupt verzaubern.
Sehnsuchtsort - Erinnerungen
Woanders wachsen Mangos von Cindy Ruch; Reisedepeschen
„Vom Wegsein, der großen Liebe Australien und dem Versuch, die Sehnsucht zuhause zu stillen“, so steht es im Untertitel. Diese wenigen Worte beschreiben das Buch sehr passend. Cindy Ruch gelingt es, mich mit ihren Erzählungen zu beeindrucken und zu begeistern. Ihre Liebe zum Reisen und vor allem zu ihrem Sehnsuchtsort Australien wird spürbar und bringt mir das Land mit seinen Menschen, Tieren und dem Klima näher.
Manchmal habe ich fast das Gefühl, ich wäre mit ihr unterwegs, weil sie einfach, aber sehr bildhaft Dinge, Landschaften und Erlebnisse beschreibt. Dabei ist auch keine bestimmte chronologische Reihenfolge erkennbar, sondern es ist gefühlsmäßig eher so, als würde sie neben mir sitzen und einfach ihre Erinnerungen mit mir teilen. Die reihen sich wie kurze Geschichten aneinander und sind betitelt. Mal ist Cindy zuhause in Berlin, denkt an Brisbane und versucht, ähnlichen Gefühle für ihre Heimatstadt nachzuspüren, dann erzählt sie über ein „Raues Ende der Welt“, Tasmanien.
Es gibt einzelne Abschnitte im Buch, die getrennt werden durch Bilder der Autorin und Fotografin. Das lockert und wertet zusätzlich auf.
Unglaublich viele neue Eindrücke habe ich gewonnen, die es lohnt, sie kennenzulernen. Darum empfehle ich dieses Buch sehr gern weiter.
Vielen Dank auch dem Verlag Reisedepeschen, der den Erzählungen von Cindy Ruch mit dem qualitativ hochwertigen Buch einen passenden Rahmen geben.
Geheimnisvolle Ich-Erzählerin
Tochter einer leuchtenden Stadt von Defne Suman
Die Geschichte der Ich-Erzählerin beginnt mit ihrer Geburt im Jahr 1907. Der überwiegende Teil der Handlung spielt in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg in der blühenden Stadt Smyrna, dem heutigen Izmir. Damals lebten dort viele Menschen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlicher Religionen friedlich und in guter Gemeinschaft.
Die Autorin Defne Suman nimmt mich mit in in eine fremde Welt und schnell muss ich feststellen, dass ich mich in der Geschichte des Landes in jener Zeit so gut wie gar nicht auskenne. Das macht das Lesen nicht ganz einfach. Hilfreich ist allerdings das Vorwort, das einen kurzen, aber aufschlussreichen Überblick bietet. Trotzdem habe ich viele Fragen, deren Antworten ich mir manchmal aus anderen Quellen gesucht habe.
An dieser Stelle weise ich auf die Liste „Die Smyrnaer“ hin, die – ebenso wie das Glossar der im Buch verwendeten Fremdwörter – am Ende des Buches zu finden ist. Hier sind die Protagonisten und auch die historischen Figuren übersichtlich aufgeführt und auf einen Blick erkennbar.
Eindrucksvoll und unglaublich spannend liest sich das, was in Smyrna nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches und dem Einmarsch der Griechen geschieht.
Erwähnen möchte ich eine Szene in Ediths Garten, nämlich die mit den vielen Menschen. Allein wegen dieses Moments an „diesem besonderen Tag“ ist dieses Buch für mich lesenswert. Auch wenn mich die gesamte Geschichte interessiert und fesselt, so ist dies die Stelle, die mich emotional am meisten berührt hat und ich Edith ganz besonders mochte. Leider kann ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, ohne zu spoilern. Darum empfehle ich gern allen, das Buch selbst zu lesen.
Blumen gegen das Traurigsein
Blumen im Kopf. Opa Günther pflanzt gute Gedanken von Lisa Wirth
Lisa Wirth hat ein tolles Kinderbuch geschrieben und illustriert. In dem Buch „Blumen im Kopf“ pflanzt Opa Günther gute Gedanken. Er ist zur Stelle, als seine Enkelin Johanna weinend und traurig aus der Schule kommt, und hat ein wunderbares Rezept: Gegen traurige Gedanken, bei Regenwolken über dem Kopf helfen ganz einfach gute neue Gedanken.
Natürlich kann Opa Günther die schlechten Dinge nicht für immer vertreiben, denn – so weiß er – sie gehören für jeden zum Leben dazu. Aber er erklärt Johanna, dass man Blumen pflanzen kann in seinem Kopf, immer dann, wenn man traurig ist, Ärger bekommen hat oder wenn man etwas Schlimmes erlebt hat.
Die Geschichte ist mit einfachen Worten in verschiedenen Schriftarten, Farben und Forman wunderbar geschrieben und mit vielen bunten Bildern wunderschön illustriert. Die Bilder zeigen einen Garten im Sonnenschein mit Opa Günther als Gärtner und mit vielen bunten Tieren und Pflanzen. Aber es gibt natürlich auch die traurigen Zeiten im Leben und dazu dann passend die Bilder mit der weinenden Johanna, dunklen Wolken am Himmel und dicken Regentropfen.
Zusätzlich zum Buch gibt es das kostenlose Arbeitsheft zum Download. Hier findet man tolle Möglichkeiten, um eigene Ideen zu entfalten.
Inzwischen gibt es auch das Hörbuch, das ich auch kennen gelernt habe. Als Ergänzung zum Bilderbuch gefällt es mir ebenfalls gut.
Sehr gern empfehle ich das Buch zum Vorlesen und zum Lernen - und das Arbeitsheft, um selbst kreativ zu werden.











