Kunden em pfehlungen
Rezensionen von liesmal:
Konnte mich nicht begeistern
Ein mörderisches Paar - Das Versprechen von Klaus-Peter Wolf
Mit dem Untertitel „Das Versprechen“ erscheint der erste Band der neuen Serie „Ein mörderisches Paar“ von Klaus-Peter Wolf. Dr. Bernhard Sommerfeldt ist wieder on Tour. Als Dr. Ernest Simmel ist er mit seiner zukünftigen Ehefrau Frauke im Namen der Gerechtigkeit unterwegs, um die Menschen von der Bildfläche verschwinden zu lassen, die es nicht besser verdient haben.
Davon scheint es in Ostfriesland eine ganze Menge zu geben, diesen Eindruck bekomme ich.
Manchmal schwirrt mir der Kopf von den vielen Namen. Genau durch die vielen Namen und häufigen Wechsel zwischen den Schauplätzen bleibt der Spannungsbogen in mir einfach schlaff. Vielleicht liegt es auch daran, dass alles für meinen Geschmack zu unrealistisch ist.
Leider konnte mich das Buch nicht begeistern. Der Witz war mir häufig zu flach und die Beschreibungen oft zu ausschweifend.
Gut durchdacht und einfach erklärt
Reisehandbuch Europa mit dem Zug von Cindy Ruch; Reisedepeschen
In einer zweiten Ausgabe ist im Verlag Reisedepeschen das Reisehandbuch „Europa mit dem Zug“ erschienen.
Bevor die Wege in Einzelabschnitten in die verschiedenen Himmelsrichtungen führen, findet man am Anfang des Buches Interessantes zum Thema „Roadtrip auf Schienen“. Informationen zum Streckennetz, zu Fahrkarten, Preisen und Reisezeitraum und zu Reservierungen gibt es in übersichtlicher kurzer Form mit hilfreichen Tipps.
Auch auf die Möglichkeit der Mitnahme von Rad oder Auto im Reisezug wird hier hingewiesen.
Schon bald habe ich das Gefühl, ich halte ein Buch in der Hand, das gut durchdacht und erklärt ist und mir somit die Vorbereitung von Zugfahrten erheblich erleichtert.
Selbst das Zugfahren als Familie wird erzählerisch und mit vielen Tipps versehen geschildert, bevor mit vier jeweils einseitigen Tipps und Karten mit eingezeichneten Reisewegen Rundreisen in Europa vorgestellt werden.
Immer wieder erzählen zwischendurch verschiedene reiselustige Zugfahrende in kleinen Anekdoten und Geschichten von ihren Erlebnissen.
Dieses Reisehandbuch macht wirklich Lust auf Zugfahrten. Bloß für welches Land entscheide ich mich? Das ist bei dem vorgestellten Angebot von über 40 Ländern nicht einfach. Also vielleicht immer eines nach dem andern? Oder einfach mal einige miteinander verbinden? Geht auch!
Der Verlag Reisedepeschen überrascht mich immer wieder mit wunderbaren Büchern. Auch dieses Reisehandbuch empfehle ich gern aus vollem Herzen. Da macht das Reisen doppelt Spaß (und auch das Lesen).
Ein Herz für den Erhalt des Waldes
Die Sache mit dem Wald von Sven Herzog
Die Buchbeschreibung hatte mich neugierig gemacht. Doch was das Buch alles an Wissenswertem und Interessantem bereithält, ist gewaltig, wie bereits das Inhaltsverzeichnis erahnen lässt mit den vielen Themen, wie zum Beispiel „Wälder und Menschen in geschichtlicher Zeit“, „Wälder als Ökosysteme“ oder „Waldschäden, Waldsterben und Klimawandel“.
Für meine Rezension wähle ich den Abschnitt: „Use it or lose ist“, in dem es um die Nutzung des Waldes geht.
Über die Bedeutung der Begriffe Wald und Forst habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Dass es durchaus Unterschiede gibt, wird hier gut erklärt. Weitere Themen wie zum Beispiel: „Wem gehört der Wald?“ oder „Wie nachhaltig ist der Rohstoff Holz?“ beantworten viele ungestellte Fragen. Und wie sieht es aus mit energetischer Nutzung? Kann das Klimaretter sein oder ist es Raubbau?
Wissenswertes und Erstaunliches erfährt man über Jagd und Fischerei und die Rechte früher wie heute ebenso wie über Vor- und Nachteile der Freizeitnutzung der Wälder. Auch über „Friedwälder“ und „Umweltbildung“ gibt es Informationen.
Das gesamte Buch ist prall gefüllt mit interessanten Berichten und Überlegungen zu nachhaltigen Konzepten. Fotos, Tabellen und Darstellungen bereichern die Beiträge.
Bevor am Ende des Buches eine Übersicht auf weiterführende und vertiefende Literatur sowie ein Register folgen, stellt der Autor Prof. Sven Herzog noch die Frage: „Brauchen wir eine Wald-Wende?“ Dabei ist ihm wichtig, nicht über das „Ob“ zu diskutieren, sondern über das „Wie“.
Ich spüre, dass der Wunsch nach Erhalt des Waldes für Prof. Herzog nicht nur viel Arbeit bedeutet, sondern auch Herzenssache ist, und sein Plädoyer für „Schutz durch Nutzung“ wird deutlich und verständlich.
Sehr gern empfehle ich das Buch weiter, weil „Die Sache mit dem Wald“ uns alle angeht und auch, weil Achtsamkeit für uns und unser Leben so wichtig und unerlässlich ist.
Abenteuer vor der Haustür
Abenteuer Heimat von Ulrike Fach-Vierth
Obwohl der Untertitel „Außergewöhnliche Kurztrips von Extremsportlern und Reiseprofis“ eher vermuten lässt, dass das „Abenteuer Heimat“ – so der Buchtitel – nicht für mich als ältere Person geeignet ist, so bin ich doch sehr angenehm überrascht, welche Möglichkeiten sich auch mir bieten, um die Natur vor der eigenen Haustür zu erkunden.
In diesem Buch erzählen zehn Reiseprofis und Abenteurer ihre ganz eigenen Erlebnisse, die mal lustig und mal äußerst spannend, aber immer interessant sind. Ob es zu Fuß, mit Rad, Bulli oder SUP oder Boot auf Erlebnisreise geht: Die bunte Vielfalt gefällt mir sehr.
Besonders begeistern konnte mich der erfrischende Schreibstil von Sarah Bauer, die unter anderem über eine Eishöhle berichtet. Aber auch zum Beispiel Richard Löwenherz, der in einem Tipp, wie er nach jeder einzelnen Geschichte zu finden ist, Informationen zu einer Fahrrad-Rundtour um die Müritz gibt. In diesen Tipps habe ich viel Interessantes entdeckt, und die weiterführenden Links finde ich sehr wertvoll.
Bereichert werden die einzelnen Beiträge durch persönliche Fotos. Mir gefallen auch die Texte mit Profilbild, die die Erzählenden kurz beschreiben.
Ein gelungenes Buch aus dem Verlag Delius Klasing, von Ulrike Fach-Vierth gekonnt zusammengefasst, das ich sehr gern allen Reisehungrigen weiterempfehle.
Gib deine Träume niemals auf
Ein Sommer voller Wunder von Caryl Lewis
Alles dreht sich um ein magisches Samenkorn, das Marty von seinem Großvater zum Geburtstag geschenkt bekommt. Welche Pflanze daraus entsteht, wird noch nicht verraten. Doch der Großvater versteht es, Marty neugierig zu machen, so dass darüber vieles andere zur Nebensache wird. Und das will schon was heißen.
Hat er doch eine Mutter, unter deren Sammelleidenschaft Marty sehr leidet, weil die ganze Wohnung vermüllt ist. Dadurch hat er auch keine Freunde, sondern nur Mitschüler, die ihn auslachen. Aber in Gracie findet er eine wunderbare Freundin.
Mir gefällt die Art des Erzählens recht gut, weil sich alles echt anfühlt. Irgendwann wird es doch sehr abenteuerlich. Und Martys Großvater ist ein ganz spezieller Typ, aber liebenswert und imstande, Kummer zu vertreiben.
Mir gefällt die Geschichte, die davon erzählt, wie wichtig es ist, Träume zu haben und daran zu glauben, dass sie wahr werden können.
Ein tolles Erlebnis
Escape Room Abenteuer Kids - Sherlocks größter Fall von Alex Woolf
„Dieses Rätselabenteuer schickt dich auf eine eigene interaktive Erlebnisreise!“
Der erste Satz aus der Buchbeschreibung hat mich neugierig gemacht und zusammen mit meiner Tochter habe ich mich auf diese Einladung eingelassen.
Obwohl wir beide das Alter der Leseempfehlung (ab 8 Jahre) lange überschritten haben, hatten wir dennoch eine Menge Spaß dabei, mit einer spannenden Geschichte den gestohlenen Diamanten wiederzufinden.
Die unterschiedlichen und sehr abwechslungsreichen Rätsel sind gut gewählt für das empfohlene Lesealter, aber auch für Erwachsene nicht unbedingt als „Kinderkram“ zu bezeichnen, sondern manchmal ganz schön knifflig. Mir gefällt das Buch sogar so gut, dass ich mit einer Gruppe von Senioren gemeinsam auf Spurensuche gehen möchte.
Dies ist das zweite Buch aus dem Bereich „Escape Room“ und wenn ich sie vergleiche, dann gefällt mir an diesem Buch besonders, das es nicht sehr textlastig ist.
Sehr gern empfehle ich das Buch allen, die sich gerne mal den Kopf zerbrechen, ohne dabei körperlichen Schmerz zu empfinden. Ein tolles Lese- und Rateerlebnis, dem gerne weitere folgen dürfen!
Spielerisches Lernen garantiert
Von Ameise bis Wombat : Tierisch geniale Bautricks für unsere Zukunft von Christiane Dorion
Ich bin beeindruckt! Nicht nur davon, wie geschickt und raffiniert Tiere sind, sondern auch von der Art, mit der die Autorin Christiane Dorion deren äußerst spektakuläre Baukünste erklärt und übermittelt. Dass dafür gar nicht viel Text notwendig ist, beweist sie mit diesem Buch, das mit wenigen Worten und eindrucksvollen Illustrationen von Yeji Yun überzeugt.
Die Empfehlung für Kinder ab fünf Jahren finde ich passend. Gerade durch die farbenfrohe Gestaltung gibt es auch für kleinere Kinder so vieles zu entdecken. Dass neben vielen bekannten Tierarten auch weniger bekannte und daneben auch noch Pflanzen mit all ihren Besonderheiten und individuellen Künsten vorgestellt werden, ist einfach toll und nicht nur für Kinder interessant.
Groß(artig)es Wissen kann mit Hilfe dieses Buches vermittelt werden und für Umweltschutz und Nachhaltigkeit wird man spielerisch sensibilisiert.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und angeschaut, habe selbst noch viel Neues erfahren und freue mich darauf, das Wissen mit diesem Buch an Kinder weitergeben zu können. Große Empfehlung!
Von der Kunst, mit Worten zu malen
So viele Paradiese von Giovanna Giordano
„…aber seit er gehört hat, dass man in Amerika eine Statue als Tribut an die Freiheit errichtet hat, steht für Antonio fest: Er will mit dem Schiff in die Neue Welt.“ Nach diesem Satz der Buchbeschreibung hatte ich erwartet, dass ich Antonio auf seiner Reise nach Amerika begleiten würde, aber vor allem war ich gespannt auf das, was er in Amerika erlebt, welches Leben er sich aufbaut, ob seine Erwartungen erfüllt werden…
Allerdings ist in der Inhaltsangabe auch zu lesen: „Seine Reise im Jahr 1923 gerät bald zur Odyssee, wechselvolle Ereignisse und ungewöhnliche Begegnungen bringen ihn in ebenso gefährliche wie haarsträubende Situationen.
“ Und genau darum geht es in dem Roman von Giovanna Giordano.
Mit einem unglaublichen Facettenreichtum und einer Vielzahl an wunderbaren Zitaten beschreibt sie nicht nur Antonios ganz alltägliche Erlebnisse, sondern auch kaum zu glaubende Begebenheiten. Erzählungen über ungewöhnliche Orte, Menschen und andere Wesen, manchmal aus dem Reich der Fantasie, klingen traumhaft und ich fühle mich oft wie im Märchenland.
Sanftmütig, unglaublich tierlieb, aufgeschlossen und gutgläubig gegenüber allen, auch fremden Menschen und vor allem sehr freiheitsliebend – so sehe ich Antonio.
Als Roman und um es auf einen Rutsch zu lesen, macht mir das Buch nicht ganz so viel Spaß, weil die unglaublichen Dinge und Ereignisse sich einfach zu sehr häufen. Da ich allerdings Märchenbücher gern mag, empfehle ich, es mit diesem Buch so zu halten wie mit einem Märchenbuch: eine Geschichte zu lesen, wenn man Lust darauf hat. Das ist sogar sehr gut durchführbar, weil es ein Inhaltsverzeichnis gibt mit den jeweils mit einer Überschrift versehenen Abschnitten.
Auf jeden Fall bewundere ich, wie kunstvoll die Autorin mit Worten malen kann.
Die Geschichte rüttelt wach!
Die Ungleichzeitigen von Philipp Brotz
Am liebsten hätte Hagen in Heimatnähe studiert, doch die Entscheidung seines Vaters hat ihn nach Berlin geführt. Dort hat er sich nie heimisch gefühlt. Als er mit Anfang 30 nach dem Tod seiner Eltern ohne Abschluss in sein Heimatdorf zurückkehrt, wünscht er sich sein Leben von früher zurück.
Ich muss an das Cover denken, das einen Vogel zeigt, der am Baumstamm abwärts klettert.
Doch anders als es dem Kleiber möglich ist, sieht es bei Hagen aus. Er kann weder die Zeit zurückdrehen noch so leben wie vor seinem Weggang.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hagen – unselbstständig und gefangen in seiner eigenen Welt – sich damit arrangieren kann, dass es Fremde gibt in seinem Dorf, dass sogar ein Stück des Waldes verschwinden soll, um Flüchtlingsunterkünften Platz zu bieten.
Heimatlos, so fühlt sich Hagen, weil er sein Zuhause nicht mehr erkennt. Doch heimatlos sind auch die Fremden, die als Flüchtlinge gekommen sind und hier auf ein neues Leben hoffen. Wenn man liest, wie der Autor Philipp Brotz Einzelschicksale der Menschen beschreibt, die als einzige Möglichkeit noch die Flucht sehen, dann dürfte es in unserem Land nur Menschen mit offenen Armen geben. Die Geschichte rüttelt wach!
Mit der Jesidin Adana lernt Hagen eine Frau kennen, die ihm guttut – und ich als Leserin habe nicht nur Adanas persönliche, sehr berührende Geschichte, sondern auch viel über das Leben und den Glauben der Jesiden gern gelesen.
Bringt Märchenliebhaber zum Träumen
Zauberhafte Meerjungfrauen von aus aller Welt Märchen; Loireag na Mara; Jacob Grimm
„Zauberhafte Meerjungfrauen“ gibt es in der Geschenkausgabe des Verlags Wunderhaus zu entdecken. Zehn Märchen aus aller Welt sind in diesem Buch vereint, das mich schon mit dem sich samtig anfühlenden Einband verzaubert. Meerjungfrauen begegnen mir hier überall: an einem Weiher, wie es die Gebrüder Grimm in „Die Nixe im Teich“ erzählen, im tiefen Ozean oder gar am Amazonas in Brasilien.
Es fällt mir schwer, ein Märchen als Lieblingsgeschichte zu favorisieren, denn faszinierend sind sie alle, weil sie mich in fremde Welten entführen und zum Träumen einladen. Dazu tragen allerdings auch die wunderschönen Illustrationen von Galia Zinko und Karolina Suits bei, die mal mit kleinen Bildchen am Rande, mal mit Gemälden über zwei Seiten eindrücklich und märchenhaft schön die geheimnisvolle Wasserwelt und ihre Wesen darstellen.
Ich empfehle dieses Buch gern weiter. Es ist zum Selberlesen, zum Vorlesen und als besondere Geschenkidee gleichermaßen geeignet und wird Menschen, die Märchen lieben, mit Bild und Wort und überhaupt verzaubern.











