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Rezensionen von rewareni:

Opfer und Täter

Gleis der Vergeltung von Astrid Korten

Was passiert, wenn der schönste Tag im Leben in einem Albtraum endet? Für Lynn bricht eine Welt zusammen, als am Tag ihrer Hochzeit mit Benedikt dieser bei einem Autounfall stirbt. Jahrelange Isolation und einfach nur dahinleben bestimmen das Leben von Lynn. Mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern hat sie kaum Kontakt, nur ihr an Demenz erkrankter Vater, den sie immer wieder im Pflegeheim besucht, lässt sie für kurze Zeit ihre Trauer vergessen.

Als aber eines Tages die geheimnisvolle Tilda auftaucht und ihr einen ungewöhnlichen Vorschlag macht ist Lynn zu allem bereit und sie merkt erst viel zu spät, worauf sie sich eingelassen hat.
Die drei Freunde Maarten, Hendrik und Annabelle, die alle Probleme mit ihren Partnern haben, müssen mit einem Geheimnis leben, das sie noch in große Schwierigkeiten bringen wird.
,,Sie´´ beginnen in den 60iger Jahren mit ihren ,,besonderen´´ Aktivitäten, deren Folgen bis ins Jahr 2017 reichen, wo es mit Lynn enden wird.
,,Gleis der Vergeltung´´ von Astrid Korten ist ein Psychothriller, der sprichwörtlich unter die Haut geht. Die Autorin hat sich eines sehr sensiblen und erschreckenden Themas angenommen, das aufgrund von wahren Begebenheiten und der Recherche mit Betroffenen, noch intensiver empfunden wird.
Wörter wie Fassungslosigkeit, Wut oder Gleichgültigkeit werden einem als Leser nach dem Roman in den Sinn kommen. Astrid Korten hat eine Geschichte erzählt, wo auch die Protagonistin Lynn auf manchmal emotionsloser und gleichgültig scheinender Art und Weise ihre Gedanken und Gefühle beschreibt. Wenn man aber zwischen den Zeilen liest sieht man eine vom Leben enttäuschten Frau vor sich. Der Glaube an alles, was man von einer liebevollen Familie erwartet, wird mit Füßen getreten und zurück bleibt ein Mensch , dessen Herz in Stücke zerbrochen ist und die Seele für immer verletzt ist.
Die Kapitel bestehen oft nur aus zwei Seiten, die aber so intensiv sind, dass man gar nicht mehr lesen braucht. Es ist ein berührender und spannender Roman, wo es die Autorin schafft, von Beginn an den Leser in Atem zu halten. Zu erwähnen ist aber, dass es unmöglich ist herauszufinden, wie der rote Faden sich durch die drei Erzählstränge zieht. Man braucht fast bis zum Schluss, bis man versteht wie Lynn, Maarten, Hendrik, Annabelle und ,,Sie´´ mit einander verbunden sind. Immer wenn man denkt, dass man eine Spur hat, kommt eine neue Überraschung, mit der man nicht gerechnet hat.
Da der Autorin das Thema in dem Roman sehr am Herzen liegt, spendet sie den Gewinn des Verkaufserlös. Wer also seinen Beitrag dazu leisten möchte und sich nicht scheut darüber zu lesen, wie Täter ihre Opfer brechen und manipulieren können und wie Menschen hilflos mit ihrem Schicksal zurecht kommen müssen, dem kann ich ,, Gleis der Vergeltung´´ nur ans Herz legen.

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Blutige Diamanten

Höllgrotten von Monika Mansour

Was hat es mit dem mysteriösen Tod der jungen Kongolesin Emeline auf sich, die tot unter der Lorzentobelbrücke gefunden wurde und zwischen ihren Zehen das Wort ,, Kipekapeka´´ geschrieben hat. Die Kommissarin Sara Jung wird mit dem Fall betreut und sie stößt bald auf Natalie Krieger, die als sogenanntes ,,Schmetterlingskind´´ nicht nur ob ihrer schweren Krankheit ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Der vor kurzem eingestellte Tom Engels, der als Bodyguard fungieren soll, merkt auch nach kurzer Zeit, dass Natalie nicht nur die scheinbar hilflose, kranke Frau ist, sondern auch ihre Geheimnisse hat. Was folgt sind Einbrüche, eine Entführung und auch noch ein Mord. Sara weiß mittlerweile, dass Natalie eine geheime Organisation gegründet hat, die sich auf soziale und politische Missstände spezialisiert hat und dass sie dabei sogar im Darknet operiert. Dass Emeline freiwillig von der Brücke gesprungen ist und ihr gerade erst geborenes Baby so einfach in Stich lässt, daran will niemand glauben. Nun gilt es für alle schnellstens das Baby zu finden und die Verbrecher, die auf die geschmuggelten Blutdiamanten aus sind, dingfest zu machen.
Die aus der Schweiz stammende Autorin Monika Mansour hat mit dem Kriminalroman ,,Höllgrotten´´ eine spannende, berührende und sehr interessante Geschichte geschrieben. Spannend, weil die Auflösung des Todes der jungen Emeline sehr intensiv und auch tragisch beschrieben wurden. Es gibt viele vermeintliche Täter und Verdächtige und man wird immer mehr in das Geschehen hinein gezogen. Berührend, weil die Autorin schonungslos und oft auch für den Leser ,,schmerzhaft´´ über den Leidensweg der kranken Natalie schreibt. Die Krankheit EB- Schmetterlingskinder- hat sie aufgrund ihrer Recherchen bei einer Betroffenen sehr bildhaft und authentisch beschrieben. Interessant ist der Roman auch deswegen, weil sie mit dem Urner Carlos Schuler im intensiven Kontakt war, der seit vielen Jahren im Kongo lebt und drei Kriege mit erlebt hat und sich für den Naturschutz und für die Berggorillas einsetzt. Als Leser ist man dabei tief in tragische Familiengeschichten eingetaucht, sowie in die herrschenden Zustände im Kongo, wo es scheinbar keine Skrupel gibt aus Profit Gold und Diamanten zu schürfen und auch zu schmuggeln.
Besonders schön waren dabei die ,,Tagebucheintragungen´´ von Emeline, die für ihr damals noch ungeborenes Kind bis zu ihrer Geburt ihren Leidensweg, ihre Misshandlungen, ihre Flucht, aber auch die Hoffnung und den Wunsch aufgeschrieben hat, dass es ihrem Kind einmal besser gehen soll.
Der Schreibstil ist sehr flott und besonders Natalie, die kaum Lebenserfahrung hat und sich in ihrem ,, Papiliorama´´ sicher und geborgen fühlt, bekommt manchmal recht flapsige Wörter in den Mund gelegt, die zeigen, dass sie im Grunde noch wie ein Kind ist und einfach nur ihre Leben genießen möchte, es aber nicht kann. Manche Szenen mit ihr scheinen aber aufgrund ihrer Krankheit nicht recht glaubwürdig, da sie sich selbst zwar als ,,Wonder Woman´´ bezeichnet, es aber so nicht sein kann. Die Charaktere sind gut beschrieben und ich kann mir vorstellen, dass man den einen oder den anderen in einem weiteren Roman wieder trifft.
Ein wenig verwirrt war ich zu Beginn wegen der schweizerischen Rechtschreibung, da es hier kein ,,ß´´ gibt, sondern nur ,,ss´´. Sehr viel Lokalkolorit, besonders die Szenen in der ,,Höllgrotte´´ lassen das Geschehen sehr bildhaft erscheinen.
Eine manchmal zu actionreiche aber sehr intensive Geschichte, wo einige Fragen noch offen sind und auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

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Die Reise geht weiter

Die geheime Blutreliquie von Elisabeth Heiß

Templer werden zur Zeit verhaftet und gefangen genommen, so auch sein Mentor und Meister des Geheimordens, Pierre Borgandion, dem es sogar in seiner Gefangenschaft gelingt, mit seinen Visionen Kontakt zu den beiden auf zu nehmen. Für Henri ist es eine sehr abenteuerliche Reise- er wird in die Kunst der Alchemie eingeweiht, er darf nun in den Inneren Kreis als vollwertiges Mitglied eintreten und er erfährt auch, was es mit dem Code auf seinem Schwert auf sich hat.

Inzwischen ist das Salzburger Forscherpärchen Elisabeth und Herbert wieder fleißig auf ihren Entdeckungsreisen. Sei es in Südfrankreich, wo sie ihre geheimnisvolle Kiste mit den alten Papierrollen in einem Militärischen Sperrgebiet vergraben oder ob sie ihren Freund Luigi nach Rom begleiten, der ein wichtiges Beweismittel an den Vatikan überbringen soll, immer erleben die beiden Abendteuer und entdecken sehr oft für Außenstehende kaum erkennbar, geheime Zeichen und Hinweise, die auf die Templer hinweisen.
In dem Tatsachenroman ,,Die geheime Blutreliquie´´ von Elisabeth Heiß, entführt die Autorin den Leser zum zweiten Mal in die geheimnisvolle Welt der Templer. Man kann den Roman ohne Vorkenntnisse lesen, für genauere Zusammenhänge, wie auch Elisabeth mit dem Templer Henri in Verbindung steht, würde ich trotzdem den ersten Band ,, Die Pyramide des Templers´´ empfehlen.
Der Roman gliedert sich wieder in zwei Teilen auf. Die eine Geschichte berichtet von den Erlebnissen des Templer´s Henri. Dabei hat die Autorin viel recherchiert über Themen wie die Alchemie oder über die interessante Tatsache, dass alle Figuren der Steinmetze eine bestimmte Bedeutung hatten. Sie lässt dabei den Leser wieder in eine unbekannte und auch geheimnisvolle Welt eintauchen, wo man nie genau weiß ob oder welche Geschehnisse oder Ereignisse auch noch heute mit dem Templerorden in Verbindung gebracht werden können.
Die Leidenschaft zu den Templern verbinden die Autorin und ihr Mann stets mit Reisen, wo sie auf Zeichen und Hinweisen hoffen. So findet man auch in diesem Roman wieder viele Berichte und Bilder ihrer Reisen, wo die Autorin auch von ihren Visionen und Empfindungen berichtet. Man merkt dabei, wie wichtig Elisabeth Heiß diese Erlebnisse sind und dass sie auch gerne immer wieder Themen aufgreift, die zum Nachdenken anregen. So stellt sie die berechtigte Frage ob man z.B in Gesundheitsfragen den Ärzten, Wissenschaftlern… blind vertrauen soll oder die Tatsache, dass immer wieder gefälschte Beweise oder Fehlinformationen an die Öffentlichkeit dringen, die Menschen beeinflussbar machen.
Leider bleibt dem Leser verwehrt, wie es mit Henri und der geheimen Blutreliquie weitergeht und ich kann nur hoffen, dass die Autorin bald an dem dritten Teil schreibt.

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Der Tote am Teich

Anthropogen von Wolfgang Glagla

Kommissar Tackert und seine Kollegen bekommen es mit einem besonderen Fall zu tun. Am Ufer des Döhrener Teichs wird ein erschlagener Mann gefunden. Nicht weit entfernt hat man ein Kleinkalibergewehr entdeckt, das wie sich später herausstellt aus dem Schützenverein gestohlen wurde. Der Tote Arne Bloch, ist aber nicht an seiner Schädelverletzung gestorben, sondern er ist auch noch erwürgt worden.

Bei Tacker´s Recherchen am Teich lernt er den sympathischen Obdachlosen , genannt ,,der Franzose´´, kennen, der interessante Hinweise zu dem Fall liefern kann. Auch die Betreiber eines geplanten Windpark´s geraten immer wieder in´s Visier der Ermittlungen. Dass auch noch ein Vogelkundler wichtige Entdeckungen macht, die für den Fall von Bedeutung sind, hätte keiner vermutet. Ein weiterer Mord, der besonders Tackert zu Herzen geht, wirft neue Fragen für das gesamte Team auf. Es gibt viele Spuren, die sich langsam, aber sicher zusammenfügen müssen, damit die Morde aufgeklärt werden können.
,, Anthropogen´´ ist bereits der vierte Hannover-Krimi aus der Richard Tackert Reihe, den man ohne Vorkenntnisse problemlos lesen kann.
Der Autor Wolfgang Glagla wartet in dem Roman mit spannenden, humorvollen und unerwarteten Szenen auf. Er hat einen flüssigen Schreibstil und seine Geschichte wird ohne unnötigen Umschreibungen erzählt. Selbst witzige und slapstickartige Handlungen passen irgendwie dazu und sind eine nette Abwechslung. Der Kommissar kommt sehr sympathisch rüber und er ist kein Übermensch, sondern zeigt Gefühle und Schwächen, die ihn liebenswürdig machen. Die weiteren Kollegen passen ebenfalls gut zusammen und bilden ein homogenes Team. Auch wenn ich offene Enden nicht so ganz mag, ist es in diesem Fall passend, weil es zeigt, dass auch in Wirklichkeit gewisse Personen oder Firmen nicht immer belangt werden können und manche Dinge nie aufgeklärt werden können.
Ein gut geschriebener Roman mit Lokalkolorit, Spannung, unerwarteten Wendungen und mit raten bis zum Schluss, wo man einfach nicht drauf kommt wie die Fälle zusammenhängen.

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Tödliches Rezept

Jenseits auf Rezept von Lisa Lercher-Schenk

Major Paul Eigner hat gerade bei der Kremser Kriminalpolizei seine Arbeit beim Beratungsdienst angetreten, schon bekommt er es mit einem Todesfall zu tun. Doch es soll nicht nur bei dem einen bleiben. Bei seinen Ermittlungen zieht es ihn immer wieder ins Therapiezentrum, welches von Dr.Donabaumer und seiner resoluten Mutter Elisabeth geleitet wird.

Als die junge und attraktive Therapeutin Sonja König tot aus der Donau gefischt wird, ist Paul Eigner auf jede noch so kleine Spur angewiesen. Dass seine Schwester Hanni mit ihrem Hallodri von Ehemann Roman, große Eheprobleme hat, belastet Paul ebenfalls, noch dazu, wo es nicht sicher ist, ob nicht Roman etwas mit dem Tod von Sonja König zu tun hat.
Gemeinsam mit seinen Kollegen geht Paul jeder Spur nach und dass es dabei zu menschlichen Tragödien kommt sind zwar nicht immer schön, aber bei Mord kann es kein Mitleid geben.
Die Autorin Lisa Lercher hat in ihrem Kriminalroman ,,Jenseits auf Rezept´´ Major Paul Eigner zum zweiten Mal auf Verbrecherjagd geschickt. Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, kann man problemlos einsteigen.
Es ist ein humorvoller, spannender und gut durchdachter Krimi. Die Autorin schafft es mit ihrem lockeren Schreibstil und vor allem mit herrlich im Dialekt gesprochenen Wörtern eine intensive Stimmung herauf zu beschwören, wo man als Leser jede dieser Szenen bildhaft vor Augen hat. Für ,,Nicht- Österreicher´´ gibt es am Ende ein hilfreiches Glossar, mit den wichtigsten Ausdrücken.
Ihre Protagonisten decken eine große Breite an verschiedenen Charakteren ab. Paul Eigner ist der sympathische, gemütliche und hilfsbereite Polizist, der mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat und stets versucht das Gute in einem Menschen zu sehen. Seine Schwester Hanni, die mit ihren Eheproblemen nicht weiß, wie sie ihre Arbeit mit ihren Marillen Gärten schaffen soll oder die hochmütige und kalte Elisabeth Donabaumer, die Paul einiges an Kopfzerbrechen bereitet.
Gekonnt hat die Autorin auch die Schönheiten der Wachau mit viel Lokalkolorit dem Leser nähergebracht, wer die Landschaft nicht kennt, bekommt nach dem Leser sicher Lust darauf, diese kennen zu lernen.
Die Mischung zwischen Humor und Spannung macht einen Teil des Romanes aus. Der andere Teil besteht daraus, dass Lisa Lercher auch hinter das Leben der Protagonisten blicken lässt und zeigt, wie Eifersucht, Hass, Hochmut aber auch Liebe zu einer Tragödie führen kann.
Ein wirklich gut geschriebener Krimi, den ich guten Gewissens empfehlen kann.

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Dreh dich nicht um, die Erlkönigin geht um

Der Fluch des Erlkönigs von Carola Wolff

Eigentlich hat sich der 17 jährige Finn auf seine Sommerferien gefreut, doch als sein Vater Harry Kaiser, seine Familie in ein kleines Dorf verschleppt um hier sein Bauprojekt eines Luxus Wellnesshotels zu verwirklichen, ahnt noch niemand, welch seltsame Dinge sie hier noch erleben werden. Nicht nur, dass Finn von seiner Stiefmutter Vanessa genervt wird und sie nie Zeit für seinen kleinen Stiefbruder JoJo hat, zeigt ihm auch sein Vater, dass er von seinem Wunsch ein Kunststudium zu beginnen, nicht viel hält.

Finn freundet sich inzwischen mit der netten Gudrun und ihrer Enkelin Tonia an. Doch dass diese sich als Umweltschützerin entpuppt, die sich mit ihren Freunden gegen das geplante Bauprojekt stellt, macht es Finn auch nicht gerade leicht, noch dazu wo er Tonia mag und sie nicht weiß, wer er eigentlich ist. Als Finn eine Einladung von zwei seltsamen Mädchen zu einem Fest erhält, zögert er nicht lange und landet in einem Haus mitten im Wald auf einer seltsamen Feier. Elfen und Gnome sowie eine Frau, die sich als Erlkönigin ausgibt, lassen Finn in eine geheimnisvolle Welt eintauchen, wo er das Gefühl hat, in einem Märchen gelandet zu sein. Es geschehen viele seltsame Dinge um ihn herum und er findet nicht nur Freunde, sondern er lernt auch Tyndt kennen, der seiner Königin gegenüber nicht freundlich gesinnt ist. Als ein Streit mit Finn´s Vater eskaliert, beschließt dieser für immer bei den Elfen und der Erlkönigin zu bleiben. Doch auch hier kann er nicht glücklich werden und als noch sein kleiner Bruder entführt und in ein Verlies gesteckt wird, muss sich Finn entscheiden, wo er hingehört. Es kommt zu einem erbitterten Kampf zwischen den Elfen und den Menschen, wo keiner weiß, wie es enden wird.
Die Autorin Carola Wolff hat mit dem Roman ,,Der Fluch des Erlkönigs´´ eine schöne und fantasievolle Märchen Erzählung geschrieben.
Auch wenn die Altersfreigabe mit 11 Jahren angegeben ist, kann ich durchaus sagen, dass man sich sehr wohl auch als Erwachsener gut dabei unterhalten fühlt. Es ist eine spannende, flott geschriebene und märchenhafte Geschichte. Man erfährt auch, mit einem Augenzwinkern versehen, wie Goethe zu seiner Ballade ,,Erlkönig´´ gekommen ist. Die Autorin entführt den Leser in das Reich von Elfen, Gnomen und geheimnisvollen Szenen, die es eben nur in einem Märchen gibt. Die Geschichte erlaubt kaum eine Atempause, weil die Handlungen schnell passieren und Finn immer wieder sprichwörtlich von einem Abenteuer ins nächste stolpert. Man findet nicht nur ernstere Themen wie z.B der Erhalt der Umwelt, sondern auch immer wieder kleine humorvolle Einwürfe, wo man schmunzeln kann. Zu erwähnen ist auch das gruselig anmutende in blau und schwarz gehaltene Cover, das einen düster dreinblickenden Erlkönig zeigt. Der haptische Eindruck entsteht auch wegen des erhabenen Titels und da es ein Hardcover Buch ist, wirkt die gesamte Aufmachung sehr edel.
Ein Roman, der sowohl jugendliche, als auch ältere Leser begeistern wird.

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Jo und seine Freunde

Wem Ehre gebührt von Rainer Kottke

Privatdetektiv Jo Buskohl und seine Partnerin Constanze können ihr Glück kaum fassen, ein wichtiger Auftrag führt sie an die französische Opalküste. Dort sollen sie den abgetauchten Schwiegersohn des Bürgermeisterkandidaten Siefken aufspüren, der komprimierende Fotos der bereits verstorbenen Tochter des Politikers ins Internet stellt.

Was die beiden aber über den Schwiegersohn herausfinden, erschüttert die jungen Leute.
Inzwischen hat der Hausherr des Modetempels, Walter Hundertmark, ganz andere Probleme. Während der Bestsellerautor Nikesch sein Buch präsentiert, versaut im wahrsten Sinne des Wortes eine unbekannte Tortenwerferin den Auftritt im Leeraner Modehaus Göttberg.
Bald gibt es auch Spuren zu der Prostituierten Miriam, die spurlos verschwunden ist und als Jo vom Zuhälter Eckart König erfährt, dass es vor Jahren bei seinem ,,Lovemobil´´ zwei Mal zu Brandanschlägen gekommen ist, wo sogar ein junger Mann dabei verbrannt ist, beginnt Jo nervös zu werden. Was hat der zu Beginn freundliche Pastor mit dem Fall zu tun, der nach der Befragung sogar handgreiflich gegenüber Jo und Constanze wird? Und wer trachtet Constanze nach dem Leben? Viele Spuren führen letztendlich Jo und seine Freunde zum wahren Täter, der nicht vor hat kampflos aufzugeben.
Der Autor Rainer Kottke schickt im zweiten Band ,, Wem Ehre gebührt´´ seinen Privatdetektiven, Jo Buskohl, wieder auf Verbrecherjagd. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Constanze und anderen liebgewonnenen Personen ist dem Autor ein toller und spannender Kriminalroman gelungen. War der erste Teil schon gut, so ist dieser sehr gut geworden. Sowohl der Autor, als auch seine Protagonisten haben an ,,Professionalität´´ gewonnen. Wenn man die Beziehungen der Personen untereinander besser verstehen möchte, würde ich empfehlen den ersten Teil ,, Dollart – Fuck. De´´ vor ab zu lesen und keine Angst ob des ungewöhnlichen Titels. Wem es aber rein um die Geschichte in dem neuen Roman geht, kann problemlos einsteigen.
Dem Autor ist es bravourös gelungen eine gute Mischung zwischen Spannung, Humor, menschlichen Schicksalen und Emotionen miteinander zu kombinieren. Sein Privatdetektiv ist an Erfahrungen gereift, lässt auch einmal einen etwas derberen Spruch los, kann stolz darauf sein gute Freunde zu haben, die ihn unterstützen und er versucht stets auf der Seite der Schwächeren zu stehen um ihnen zu helfen.
Es ist eine flott geschriebene Geschichte, wo mehrere Handlungsstränge geschickt in einander verwoben werden und der Leser stets die Möglichkeit hat mit zu kombinieren. Humorvolle und witzige Szenen lockern immer wieder den Roman auf. Es ist ein gut geschriebener Regionalkrimi rund um sympathische Protagonisten wo mit Herz, Hirn und Verstand ermittelt wird.
Eine Fortsetzung ist durch aus erwünscht!

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Mörderisches Mallorca

Der Ginkönig muss sterben von Jochen Bender

Ein furchtbarer Dreifachmord erschüttert Mallorca. Der bekannte Gin König Robert Breitner, sowie seine Schwiegermutter und die junge Tierpflegerin Julia, die sich um seine exotischen Papageien gekümmert hat, sind brutal in seiner Finca ermordet worden. Kommissar Jens Hurlebaus wird von Stuttgart als Verbindungsbeamter nach Mallorca geschickt.

Sowohl er, als auch der dortige Commisionado Amengual, sind von einer übergreifenden Zusammenarbeit alles andere als begeistert. Gemeinsam versuchen sie nun das beste daraus zu machen und schon bald merken sie, dass es viele Spuren und ebenso viele Verdächtige gibt. Militante Tierschützer bereiten ihnen genauso viel Kopfzerbrechen, wie der undurchsichtige Baron von Helfenstein, der ein interessierter Kunstsammler zu sein scheint. Aber auch die Ehefrau des Ermordeten scheint ein Motiv zu haben. Jens kämpft inzwischen auch noch mit privaten Problemen, die seine Ex Frau Sonja betreffen und die dynamische und attraktive Reporterin Cora lenkt ihn auch immer wieder von dem Fall ab.
Wichtige Spuren und Hinweise findet Jens Kollegin Bianca Walter sogar in Deutschland und als auf Mallorca ein weiterer Mord passiert wissen sie, dass sie nun alle fehlenden Puzzleteile schnellstens zusammenfügen müssen.

Der Autor Jochen Bender hat in dem Roman ,,Der Ginkönig muss sterben´´ erstmals ein neues Ermittlerteam ins Rennen geschickt. Der Kommissar Jens Hurlebaus und seine Kollegin Bianca Walter dürfen gleich in ihrem ersten gemeinsamen Fall zwischen Stuttgart und Mallorca ermitteln. Zu Beginn wird Bianca von Jens zwar noch ein wenig despektierlich als ,,Muttertier´´ bezeichnet, aber im Laufe der Zeit lernt er sie doch noch zu schätzen. Der Autor lässt seinen Hauptprotagonisten in der ICH – Form berichten und man ist als Leser hautnah dabei, wenn er sympathisch, aber auch manchmal ein wenig unsicher seine Ermittlungen anstellt. Jochen Bender hat einen realen Kriminalfall herangenommen und eine ähnliche fiktive Geschichte darübergeschrieben. Die Geschichte ist spannend geschrieben und man kann selbst bis zum Schluss mit raten. Der Autor hat dabei versucht viele falsche Fährten zu legen um den Leser dabei zu verwirren, was ihm manchmal ein wenig zu gut gelungen ist.
Jochen Bender zeigt aber auch in seinem Roman gesellschaftskritische Aspekte auf und greift Themen auf, die nicht so gerne in der Öffentlichkeit gesehen werden. Sind es militante Tierschützer, die mit ihren Aktionen Aufsehen erregen oder auch wie von den mallorquinischen Beamten die unschöne Bezeichnung ,,menschliches Strandgut``. Es kommt bei der Geschichte gut heraus, dass für den Tourismus alles getan werden muss, damit man nur die schönen Seiten von Mallorca kennen lernt.
Der Kommissar wirkt sensibel und kommt sehr menschlich rüber. Geschickt hat der Autor gleich zu Beginn einen Kriminalfall eingebaut, der zwar am Anfang noch etwas verloren wirkt, aber im Laufe des Romanes noch wichtig sein wird.
Ein gut zu lesender Krimi mit einem neuen Ermittlerteam, das dem Leser sicher noch Freude bereiten wird.

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Gin trinken ist auch nicht immer die Lösung

Der Ginkönig muss sterben von Jochen Bender

Bis auf die Studentin Susanne, sind die Mitglieder der Verbrecherorganisation bereits alle im vorgeschrittenen Alter. Der selbsternannte Professor Hasso von Lohbergen hat mit Otto, dem Geldschrankknacker, Hans- Dieter, dem Waffennarr und Jürgen, der ebenfalls eine kriminelle Vergangenheit hat, eine Killerorganisation gegründet.

Gerne sitzt man am Abend bei einem Glas Gin beisammen und denkt an die gute alte Zeit, wo Banküberfälle und Auftragsmorde noch gewinnbringend waren.
Da viele ihrer kriminellen Aktionen nicht immer von Erfolg gekrönt sind, muss ein neuer Plan her. Da erinnert sich der Professor an den geheimnisvollen ,,King of Crime´´, der angeblich einen totsicheren Plan für ein großartiges Verbrechen hat. Das einzige Problem besteht nur darin, dass er irgendwo in einem Altersheim lebt. Also beginnt eine lange Suche, wo das kriminelle Quartett noch einige Banken ausrauben wird und noch so manche Leiche mehr oder weniger erfolgreich verschwinden lässt.
Dass der berüchtigte King of Crime, aber schlussendlich doch nicht der Hauptgewinn sein wird, damit hätte wohl niemand gedacht.

Der Autor Jürgen Ehlers hat mit dem Roman ,,Abmurksen und Gin trinken´´ eine humorvolle und aberwitzige Geschichte rund um vier ,,Möchtegern´´ Ganoven geschrieben.
Einen wirklichen roten Faden, der sich durch das Buch zieht, findet man nicht unbedingt und bis man endlich auf den langersehnten,, King of Crime´´ trifft, ist das Buch schon fast zu Ende.
Eine richtige durchgehende Handlung sucht man auch vergeblich, denn es werden im Grunde verschiedene Kurzgeschichten aneinander gereiht.

Was man aber bekommt ist ein flüssiger und humorvoller Schreibstil, wo man die Geschichte von dem Protagonisten ,,Jürgen Ehlers´´ selbst erzählt bekommt. Es gibt viele Szenen die so abgefahren und witzig beschrieben werden, dass man einfach nur den Kopf schütteln kann und man diese Slapstick artigen Bilder, nicht mehr aus den Kopf bekommt. Originelle Geschichten wie ein schokoladengefüllter Osterhase, der als Geld und Schmuck Versteck herhalten muss oder wie man eine Bank mit einer Schubkarre ausrauben kann, lassen schon erahnen, in welche Richtung Humor der Roman geht.

Eingefügt in die Geschichte sind auch drei ,,Märchen´´ die im Grunde kaum etwas mit der Handlung zu tun haben. Sie sind eher gedankliche Einwürfe des Autors die sich hauptsächlich damit beschäftigen, wie die Presse ihre Meldungen an die Menschen weitergibt und wie nahe oder fern sie dabei an der Wahrheit liegen und ob der Leser bereit ist alles was er liest ohne Hinterfragen zu glauben. Dass der Autor aber sehr wohl auch mit ernste Gedanken in dem Buch aufwarten kann zeigt dieser schöne Satz: Wer will die Wahrheit wissen, wenn doch die Lüge so perfekt ist?

Es ist ein Roman mit einem teilweise sehr schrägen Humor, wo man sich einfach darauf einlassen muss.

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Blutige Rose

Dornengrab von Aikaterini Maria Schlösser

Man schreibt das Jahr 1371. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Fleischer Hartmuth hat alles erreicht, was er wollte. Seine Ehe mit der wohlhabenden, aber ungeliebten Kaufmannstochter Margarethe, ermöglichte ihm aus dem Armutsviertel zu entfliehen. Nebenbei sieht er es als einen Wink des Schicksals an, dass er in der jungen Elsslin eine willige, junge und schöne Geliebte gefunden hat.

Doch dunkle und düstere Wolken ziehen über das Liebesglück hinweg und dass die weiße Rose, die stets als Zeichen für ein geheimes Treffen mit ihr auf dem Fensterbrett gelegen hat, schon bald eine Rose des Todes werden würde, damit hat Hartmuth zu dem Zeitpunkt, als es Elsslin getötet hat, nicht geahnt.

Die Autorin Aikaterini Maria Schlösser hat mit,, Dornengrab´´ eine historische Mystery Novelle geschrieben und auf gerade einmal 104 Seiten eine düstere, traurige und spannende Geschichte erzählt.
Der Leser wird von Beginn an Zeuge davon, wie sich eine Liebe in Hass verwandelt und wie die getötete Geliebte selbst aus ihrem Dornengrab heraus noch Rache schwört.
Man begleitet Hartmuth von seinem Aufstieg bis zu seinem Fall. Sehr intensiv und bildhaft beschreibt dabei die Autorin sein Leben. Man sieht die Ratten, die durch die schmutzigen Gassen laufen, man riecht den Unrat und den Müll, der sich in den Hinterhöfen ansammelt und man dringt in Hartmuth´s Gedanken ein, die immer wieder in kursiver Schrift hervorgehoben werden. Obwohl die Novelle kurz ist hätte ich auch noch dazwischen seine Frau Margarethe mit Andeutungen oder unscheinbaren Handlungen mit einbezogen um die Spannung zu erhöhen, denn Hartmuth ist sich nie sicher, ob nicht sie hinter den merkwürdigen Vorfällen steckt.
Hartmuth in ob seines Egoismus und seiner Selbstgefälligkeit alles andere sympathisch, trotzdem kommt mit der Zeit ein wenig Mitleid auf. Die Autorin lässt gekonnt ein Katz und Maus Spiel aufleben, wo sich die vormals unschuldige weiße Rose immer mehr in eine blutige und faulige Rose entwickelt, bis sie schließlich die todbringenden Dornen zeigt.
Als Leser spürt man immer mehr die Verzweiflung von Hartmuth, der Stück für Stück in den Wahnsinn getrieben wird und der selbst nicht mehr weiß, was Einbildung und was Wirklichkeit ist.
Der Schluss erscheint wohl als gerechte Strafe für Hartmuth´s schändliches Verhalten und bis dahin bekommt man ein mystisches Lesevergnügen.

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