Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Es ist noch nicht zu spät
3 Grad mehr von Klaus Wiegandt
„3 Grad mehr“ ist ein aktuelles und alarmierendes Sachbuch des Gründers der Stiftung „Forum für Verantwortung“ Klaus Wiegandt.
Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran. Diese Feststellung dürfte für niemanden eine Überraschung sein. Oftmals habe ich das Gefühl, dass wir vollkommen hilflos davorstehen und nichts unternehmen können.
So wurden die Ziele - die Erderwärmung auf maximal 2°C, möglichst auf 1,5°C zu begrenzen - des Klimagipfels 2015 in Paris verfehlt und ein Ende der steigenden Temperaturen ist nicht abzusehen.
In diesem Buch haben sich zahlreiche, namhafte Experten der Klimawissenschaften zusammengetan und ausgeführt, dass es nicht zu spät ist, wir aber dringend handeln müssen, da die Folgen nicht linear verlaufen.
Das Buch besteht aus drei Teilen:
- Heißzeit voraus
Wie eine 3 Grad wärmere Welt aussieht
- Naturbasierte Lösungen
Wie eine 3 Grad wärmere Welt noch verhindern können
- Call to Action
Über die Macht informierter Bürger*innen in der Demokratie
Die hier aufgeführten Fakten sind ebenso umfangreich wie erschreckend, geben aber auch Hoffnung. Diese basiert allerdings darauf, dass wir dringend etwas ändern müssen.
Es geht u.A. darum, die Abholzung der Regenwälder zu stoppen, massiv aufzuforsten, Mooren ihre Wasserspeicherfähigkeit zurückzugeben und für weitere Humustanks zu sorgen.
In dem Buch gibt es zahlreiche Grafiken,Bilder und Fotos, die das Geschriebene verdeutlichen und bildhaft machen. Es ist also kein trockenes Sachbuch, sondern eines, das sich trotz der erschreckenden Thematik gut lesen lässt.
Die Lage ist ernst, aber es ist noch nicht zu spät. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch von möglichst vielen Menschen gelesen wird. Nur, wenn uns allen bewusst ist, wie dringend wir etwas ändern müssen und dass wir heute beginnen müssen, hat unsere Erde noch eine Chance.
Packend – ein spannender Dilogie-Auftakt
Happy Head von Josh Silver
„Happy Head“ ist der erste Band der Near Future Fiction-Thriller-Reihe des in Manchester lebenden Autors und Krankenpfleger für psychische Gesundheit Josh Silver.
HappyHead ist ein Mental-Health-Programm für Jugendliche, in dem diese psychisch gestärkt werden sollen. Die Plätze sind rar und heiß begehrt, zumindest von den Eltern.
Der siebzehnjährige Seb darf als einer von hundert Jugendlichen teilnehmen. Seine Mutter ist der Meinung ist, dass er sich glücklich schätzen sollte und sieht in dem Projekt eine große Chance.
Die Regeln sind streng. Für Gehorsamkeit und Erfolge gibt es Belohnungen.
Dort lernt Seb Finn kennen, zu dem er sich hingezogen fühlt und der gegen das Programm rebelliert.
Der Schreibstil von Josh Silver ist lebendig und fesselnd. Die Ereignisse werden aus der Perspektive von Seb geschildert, wodurch man beim Lesen das Gefühl bekommt direkt mit dabei zu sein.
Schnell merkt man, dass die Challenges, denen sich die Jugendlichen aussetzen müssen immer bedrohlicher, regelrecht verstörend, werden.
Die Spannung baut sich zunehmend auf und sie Atmosphäre ist düster. Dabei steckt die Handlung voller Action, die aber gleichzeitig mit einer unaufdringliche Liebesgeschichte verwoben ist.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und jeder für sich ist gut ausgearbeitet.
Die Story ist intensiv und unangenehm nah an der Realität. Es geht um Leistungsdruck, Gewalt, Schmerzen, Konkurrenz, Selbstfindung, Macht, Mental Health und vieles mehr.
Leider endet das Buch – wie sollte es bei einer Dilogie auch anders sein – mit einem unangenehmen Cliffhanger, so dass ich es nun kaum noch abwarten kann, bis der zweite Band im Herbst diesen Jahres erscheint.
Egon Erwin Kisch
Berliner Bohème von Egon Erwin Kisch
In „Berliner Bohème“ hat der BeBra Verlag mehr als 30 Texte des Prager Autors, Reporters und Journalisten Egon Erwin Kisch zusammengestellt.
In diesen hat er seine Beobachtungen und Erfahrungen, die er in jungen Jahren in Berlin gemacht hat, zusammengefasst. Dabei merkt man direkt, dass es ihm nicht an Selbstbewusstsein mangelt und Zurückhaltung nicht seine Stärke ist.
Obwohl die Texte zu einem großen Teil bereits über 100 Jahre sind, wirken sie nicht angestaubt. Sie geben einen umfassenden Einblick in das Berlin zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts und gleichzeitig bekommt man ein gutes Bild von dem Menschen Egon Erwin Kisch.
Egal, ob man sich für Berlin, zurückliegende Zeiten oder lediglich Egon Erwin Kisch - der als einer der bedeutendsten Reporter in der Geschichte galt - interessiert, für den ist dieses Büchlein eine Bereicherung.
Mit ihrem Nachwort ordnet die Berlinern Gaby Wuttke die Texte ein und rundet das Werk gelungen ab.
Nervenaufreibend & systemkritisch
Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt? von Nick Brooks
„Up in Smoke“ ist ein spannender Young-Adult Thriller des Autors und Filmemachers Nick Brooks.
Es geht direkt spannend los, der Autor wirft seine Leser*innen mitten ins Geschehen.
Während einer Protestaktion rauben vier Jugendliche einen Laden aus. Einen Block von ihnen entfernt wird währenddessen bei dem Protestmarsch eine junge Frau erschossen.
Jason, der Drahtzieher des Raubs, gerät als Täter des Mordes unter Verdacht und wird von der Polizei festgenommen. Cooper, der bei der ganzen Sache von vornherein ein ungutes Gefühl hatte, glaubt nicht, dass Jason der Täter ist und sieht nur einen Weg: Er muss den wahren Täter finden. Gemeinsam mit Jasons kleiner Schwester Mo begibt er sich auf die Suche, bei der es für die beiden nicht ungefährlich bleibt.
Der Schreibstil von Nick Brooks ist lebendig und mitreißend. Er erzählt in kurzen Kapitel und wechselt die Perspektive zwischen Cooper und Mo(nique). Jedes der Kapitel trägt eine kurze, prägnante Überschrift, die neugierig macht.
Die Charaktere wirken authentisch und auch, dass sich zwischen Cooper und Mo Gefühle entwickeln wird passend mit der Handlung verwoben.
Der Thriller bietet allerdings nicht einfach nur ein fesselndes Leseerlebnis und gute Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken an. Er ist system- und gesellschaftskritisch, behandelt aktuelle Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und Racial Profiling.
Durch zahlreiche Wendungen wurde ich immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt und habe durchgehend mitgerätselt. Das Ende hat mich überrascht. Ich denke, dass dieser Triller aufgrund seiner Aktualität und Spannung auch durchaus nicht ganz so leseaffine Jugendliche abholen kann.
Mutig & ehrlich - mitten im Leben
Alt genug von Ildikó von Kürthy
„Alt genug“ ist wieder ein lesenswerter Roman der in Hamburg lebenden Autorin und Journalistin Ildikó von Kürthy.
1999 habe ich das erste Buch der Autorin gelesen und fühlte mich damit direkt abgeholt. Seitdem habe ich keines ihrer Werke ausgelassen und festgestellt, dass ich im gleichen Tempo altere wie Ildikó von Kürthy.
Sie trifft immer wieder meine Situation und ich erkenne mich wieder.
Hier erzählt sie aus ihrem Leben.
Erlebnisse, Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Momente der Unsicherheit, Peinlichkeiten, Glücksgefühlen, alles, was das Leben sonst noch bereit hält und worüber man nicht immer gerne spricht oder sich Gedanken macht.
Der Schreibstil ist locker, witzig, warmherzig und lässt sich leicht lesen. Dabei stecken die Sätze voller Emotionen, manchmal auch voller Ironie und Humor. Es ist ein sehr mutiges und ehrliches Buch, das dazu auffordert sein Leben mit seinen Veränderungen anzunehmen und sich selbst zu akzeptieren.
Mich hat dieses lebenskluge Buch gut unterhalten und gleichzeitig hat es mir Stoff zum Nachdenken geliefert. Ich denke, dass sich hier viele Leser*innen wiederfinden können, auch wenn sie kein so öffentliches Leben wie Ildikó von Kürthy führen und in viele ihrer Situationen nicht hineinkommen. Es bleiben dennoch eine Menge Parallelen.
Wir müssen die Veränderungen, die das Leben mit sich bringt mit seinen Abschieden, Neuanfängen, Erkenntnissen, Möglichkeiten und Chancen annehmen und das Altern einfach akzeptieren.
Lebensnah & berührend
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen
„Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?“ ist ein lebensnaher Roman der norwegischen Autorin und Genderforscherin Wencke Mühleisen.
Die 65-jährige Protagonistin Erika verbringt nach einer anstrengenden Zeit mit ihrem Mann Jan ihren Urlaub in Triest. Dort eröffnet Jan ihr vollkommen unvorbereitet, dass er seit anderthalb Jahren mit der 15 Jahre jüngeren Marie zusammen ist.
Erika ist geschockt und beginnt ihre Beziehung und ihr Leben zu reflektieren.
Die Handlung besteht aus 25 kurzen Kapiteln. Jedes ist sehr intensiv und gehaltvoll. Erzählt wird aus der Perspektive von Erika. Auch sie ist nicht ohne Fehler und hat ihren Mann vor 20 Jahren betrogen.
Jan und Erika haben schon früh geheiratet und einen gemeinsamen Sohn. Sie beginnt zu hinterfragen wann die Liebe zwischen ihnen verlorengegangen ist, an welcher Stelle, in welchem Moment die Anziehungskraft zwischen ihnen nachgelassen hat. Schließlich begeben sich die beiden gemeinsam zu einem Paartherapeuten.
Der Titel ist hier sehr treffend gewählt. Es geht immer wieder um die Frage, was das Alter und das Altern mit sich bringt und was üblich ist. Ich bin Erikas intensiven Gedankengängen gerne gefolgt und konnte ihre Gefühle und Sehnsüchte durchaus nachvollziehen. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, in der Erika verzweifelt, wütetet und sich fragt wo sie im Leben steht.
Obwohl das Buch sehr gehaltvoll ist, hatte ich es durch den eingängigen Schreibstil der Autorin schnell gelesen. Im Gedächtnis bleiben wird es mir aber bestimmt noch länger.
Unterhaltsam & amüsant
DUMONTs Unnützes Reisewissen Deutschland von Juliane Schader; Jens Bey
„Unnützes Reisewissen Deutschland - Über 100 kuriose Fakten und Geschichten“ ist ein aufschlussreicher Reisebegleiter von den Autoren Juliane Schader und Jens Bey.
Es gibt unzählige Reiseführer, in denen man reichlich Wissen über Land und Leute nachlesen kann. Auch in diesem Buch erfährt man viel über das Land, aber es ist kein klassischer Reiseführer.
Statt Informationen über Sehenswürdigkeiten und Vorschläge für Ausflugsziele gibt es Einsichten in die Mythen, die sich hartnäckig halten, ganz viel unnützes Wissen zum Angeben, kuriose Zahlen und Fakten.
Mich hat das Buch ganz wunderbar unterhalten. Ich habe gestaunt, gelacht und auch ungläubig weitere Nachforschungen angestellt. So unnütz wie der Titel vorgibt, ist es also gar nicht.
Ich hatte nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch meinen Spaß. Die Seiten sind mit vielen passenden Illustrationen abwechslungsreich gestaltet.
Egal ob man in Deutschland lebt oder als Tourist hierhin kommt, erst mit diesem Wissen kennt man unser Land so richtig. Ich habe ausgesprochen gerne in dem Buch gelesen und versucht mir so viel wie möglich zu merken, um es bei passender Gelegenheit anbringen zu können.
Unerlässlich: Lesen & schreiben
Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander. von Bob Blume
„Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander.“ ist ein wichtiges Buch des Autors, Lehrers, Podcasters, Bloggers und Bildungsinfluencers Bob Blume, der in den sozialen Medien als Netzlehrer bekannt ist.
Wichtig, weil er sich für das Lesen und das Schreiben einsetzt. Beides ist in unserer schnelllebigen Welt, dank fortschreitender Technik, deutlich auf dem Rückgang, aber für die Kommunikation und das Verständnis füreinander unerlässlich.
Das Buch beinhaltet eine Mischung aus Fakten, Meinung und persönlichen Eindrücken und Erlebnissen. Dadurch ist es interessant und liest sich ausgesprochen unterhaltsam.
Lesen und schreiben ist für unsere Gesellschaft wichtig, um einander zu verstehen, um zu diskutieren, Einblicke in andere Perspektiven und neue Ideen zu bekommen.
Dem Autor ist der bewusste Umgang mit Sprache, die als Grundlage für Zusammenhalt, Demokratie und Verständnis dient, ein Anliegen, das er hier – wie sollte es auch anders sein – gelungen in Worte gefasst hat.
Entschleunigend & eine Hommage an das Leben
Mathilde und Marie von Torsten Woywod
"Mathilde und Marie" ist der Debütroman des Autors Torsten Woywod.
Mitten in den Bergen, umgeben von wundervoller Natur liegt das Bücherdorf Redu in den Ardennen von Belgien. Redu hat gerade einmal 390 Einwohner, 13 Buchhandlungen und das Internet steht den Bewohner täglich nur eine Stunde zur Verfügung.
Hierhin verschlägt es die 25-jährige Studentin Marie als sie total ausgebrannt und unglücklich aus der hektischen Großstadt Paris fliehen will. Im Zug trifft sie auf die Isländerin Jónína, die sie dorthin einlädt. Jónína hat ein sehr feines Gespür für Menschen und die beiden freunden sich an.
Neben Marie und Jónína gibt es nur wenige weitere Charakter, wie die verbitterte Witwe Mathilde und den Bäcker Thomas. Diese werden so gelungen beschrieben, dass ich direkt das Gefühl hatte sie zu kennen.
Die Handlung ist sehr ruhig und viel entscheidender als diese sind die Botschaften, die zwischen den Zeilen stecken. Durch detaillierte Beschreibungen der Natur und der Landschaft hatte ich diese direkt vor Augen und hatte das Gefühl direkt in Redu zu sein und die Einwohner – samt liebenswerter Hündin Anneliese – kennenzulernen.
Ich habe gespürt, wie Marie in Redu an- und zur Ruhe kommt. Genauso bin ich beim Lesen zur Ruhe gekommen, es hatte auf mich eine sehr entschleunigende Wirkung.
Es geht um Achtsamkeit, Freundschaft, Liebe, Geheimnisse und vieles mehr - alles zeitlose, wichtige Themen, die zum Nachdenken anregen und mich auch nach Beendigung des Buches beschäftigen.
Für mich war es ein richtiger Wohlfühlroman, mit bedeutungsvollen Botschaften und liebenswerten Charakteren, deren Entwicklung ich gerne verfolgt habe. Es ist ein leises aber bedeutsames Buch mit einer angenehmen Atmosphäre.
Mit einem treffenden Vor- und Nachwort rahmt Torsten Woywod seinen Roman gelungen ein.
Ich kann diese Reise nach Redu jedem empfehlen, der einmal durchatmen möchte.
Ein richtiges Herzensbuch
Love and be loved von Cleo Wade
„Love and be loved: Meine Wünsche für dich“ ist ein zauberhaftes Buch der in Kalifornien lebenden Künstlerin und Autorin Cleo Wade.
So bunt wie das Cover ist auch jede einzelne Seite des Buches.
Cleo Wade hat diese mit viel Liebe zum Detail illustriert.
Auf jeder Seite sich zudem eine berührende und lebensbejahende Botschaft.
Dieses Bilderbuch für Erwachsene macht einfach gute Laune, ist bunt wie das Leben, gibt Zuversicht, Hoffnung und Mut, regt zum Träumen und zum Nachdenken an.
Es ist ein Buch voller guter Wünsche, das die Autorin für ihre Tochter geschrieben hat. Diesen Gedanken finde ich sehr schön, da ich mir genau das für meine Töchter wünsche.
Sicherlich passt das Buch nicht für jeden, aber ich bin mir sicher, dass jeder von uns Menschen kennt, für welche dies das perfekte Geschenk ist. Für mich ist es ein richtiges Herzensbuch, das verzaubert und ein warmes Gefühl hinterlässt.











