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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Tara:

Japanischer Büroalltag

Richtig gutes Essen von Junko Takase

„Richtig gutes Essen“ ist ein ungewöhnlicher Roman der in Japan lebenden Autorin Junko Takase.

Der Büroangestellte Nitani kann Essen nichts abgewinnen. Am liebsten würde er es komplett vermeiden und einfach nur eine Tablette zu sich nehmen. Da dies nicht möglich ist, gestaltet er es so einfach wie möglich und ernährt sich gerne von Instantramen.

Neben ihm arbeiten Oshio und Ashikawa in seiner Bürogemeinschaft. Während Ashikawa die gesellschaftlichen Normen perfekt erfüllt, ist Oshio eher unkonventionell. Mit ihr geht Nitani gerne trinken und erzählt ihr von seiner Leidenschaft für Literatur.

In dem Roman wird der Arbeitsalltag und die Arbeitskultur in Japan dargestellt. Dabei stehen drei sehr unterschiedliche Charaktere im Vordergrund, von denen mir leider keiner so richtig sympathisch war und zu denen ich auch keinen richtigen Zugang finden konnte.

Der Schreibstil der Autorin ist amüsant und durch zahlreiche Dialoge lebendig Manchmal erscheint das Verhalten der Charaktere allerdings einfach nur absurd. Die Darstellung der japanischen Arbeitskultur fand ich dabei durchaus interessant.
Die Handlung hat keinen Spannungsbogen und es gibt auch keine nennenswerte Entwicklung der Charaktere. Man folgt ihnen lediglich ein Stück durch ihr Arbeitsleben.
Insgesamt lässt sich das Buch gut und leicht lesen.
Wer sich für Japan, die japanische Kultur und seine Arbeitswelt interessiert, der liegt mit dem Buch richtig.

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Wenn das Meer das Leben bestimmt

Sommer auf Perigo Island von Perry Chafe

„Sommer auf Perigo Island“ ist der Debütroman des kanadischen Autors Perry Chafe.

Die Handlung beginnt im Sommer 1991 auf der Insel Perigo Island die vor der Küste Neufundlands liegt. Der 12-jährige Pierce hat drei Jahre zuvor seinen Vater verloren. Dieser ist mit seinem Kutter zur See gefahren und nicht zurückgekehrt.

Seitdem lebt Pierce allein mit seiner Mutter, denkt aber noch täglich an seinen Vater. Im Moment sind Ferien und er verbringt seine Zeit mit seinen beiden Freunden Bennie und Thomas am Hafen. Als ihnen zu Ohren kommt, dass Anna - ein Mädchen mit dem Pierce ein Geheimnis, seine Angst vor Wasser teilt - verschwunden ist, begeben sie sich gemeinsam mit Bennies Cousine Emily auf die Suche.

Die Ereignisse werden aus der Perspektive des 12-Jährigen Pierce erzählt. Pierce ist ein liebenswerter Protagonist durch dessen Augen die Atmosphäre auf Perigo Island lebendig wird. Die Bewohner leben vom Fischfang, das Meer ist ihr Lebenselixier, aber durch die permanente Überfischung ist ihre Zukunft bedroht.

In 25 kurzen Kapitel auf 272 Seiten bin ich in die Vergangenheit und das Inselleben eingetaucht.
Dabei werden zahlreiche Themen angesprochen. Es geht um Verlust, Trauer, Freundschaft, die Umweltproblematik der Meere, damit verbundene gesellschaftlicher Veränderungen und das Erwachsenwerden. Verbunden wird dies alles durch eine spannende Handlung mit lebendigen Dialogen und authentischen Charakteren.

Mich hat das Buch gefesselt und ich hätte nur zu gerne noch weitergelesen. Aber mit seinem Epilog rundet der Autor sein Buch so gelungen ab, dass ich es zufrieden zuklappen konnte und nun gespannt auf weitere Werke des Autors bin.

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Beklemmend und mitreißend

Die Insel meiner Schwester von Sara B. Elfgren

„Die Insel meiner Schwester“ ist ein spannender und mitreißender Roman der in Stockholm lebenden Autorin Sara B. Elfgren.

Die Handlung beginnt im August aus der Ich-Perspektive von Mirjam, die sich nach der Trennung von ihrem Freund Juan an einem ziemlichen Tiefpunkt befindet. Nach 10 Jahren Beziehung verlässt er sie ausgerechnet an ihrem 40.

Geburtstag wegen einer anderen Frau. Gerne hätte sie mit ihrer Schwester Nia gesprochen, aber von dieser hat sie seit über einem Jahr nichts mehr gehört, obwohl sie einmal ein sehr starke Bindung zueinander hatten. Die beiden sind Halbschwestern, haben sich erst mit 14 Jahren kennengelernt und trotz der innigen Beziehung aus den Augen verloren. Für Mirjam kommt es vollkommen überraschend, dass Nia sie zu ihrem 40. Geburtstag auf die Insel einlädt, auf der sie einen großen Teil ihrer Kindheit verbracht haben.

Die Ereignisse werden nicht chronologisch erzählt. Die Autorin springt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, so dass ich erst nach und nach ein runderes Bild der Charaktere bekommen habe.
Während Mirjams Beziehung beendet ist, ist Nia mit Konrad verheiratet. Das Verhältnis zwischen den beiden ist toxisch und nur schwer zu ertragen.

Ohne zu viele Einzelheiten zu verraten, es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, deren Veränderungen im Laufe des Lebens, Freundschaft, Liebe, Gefühle, Verlust, Abhängigkeiten, Gewalt, Verrat und wie diese Emotionen aus der Kindheit das weitere Leben beeinflussen.

Die Atmosphäre ist beklemmend und die Ereignissen sind dramatisch. Das Setting, die Schäreninsel ist dazu passend gewählt, da ein aufziehendes Unwetter die Stimmung unterstreicht.

Ich habe diesen dichten und intensiven Roman gerne gelesen. Wer gute Nerven hat und psychologische Spannungsromane, Dramen und Familiengeschichten mag, dem kann ich das Buch sehr empfehlen.

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Düster & fesselnd

TINTE und SCHWERT (1) – Verwandlung von Matthias Soeder

„Tinte und Schwert – Verwandlung“ ist der erste Band einer historischen Trilogie im 30-Jährigen Krieg des Autors Matthias Söder.

Die Handlung startet im Jahr 1618 mit dem Beginn des 30-jährigen Krieges. Es geht direkt lebendig und brutal zur Sache.
Bei einem Überfall wird Jacob verletzt und verliert seine Familie.

Im Anschluß muss er sich der protestantische Armee anschließen. In Jacob brodelt es und er will den Tod seiner Familie rächen.

Da die Gestaltung des Buches perfekt zum Inhalt passt, fiel mir der Einstieg sehr leicht. Passende Illustrationen, eine Karte zu Beginn, eine Liste mit historischen Persönlichkeiten und das Schriftbild der Kapitelüberschriften in denen Ort und Datum genannt wird, machen das Leseerlebnis rund.

Der Schreibstil des Autors ist lebendig und steckt voller Details. Dabei geht es oft brutal zur Sache und es gibt tiefe Einblicke in menschliche Abgründe, die der Krieg und die damalige Zeit mit sich bringen.
Die Charaktere sind interessant gezeichnet und wirken authentisch. Mit einigen habe ich gehofft und gezittert und andere mit Entsetzen beobachtet. Sie wirken aber allesamt authentisch und insbesondere Jacob macht eine gelungene Entwicklung durch. Historische und fiktive Ereignisse werden gekonnt miteinander verwoben.

Das Ende lässt Fragen offen und ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Band, um zu erfahren wie es für die Charaktere weitergeht.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für Liebhabern von Spannung und historische Romanen.

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Konfliktreich & authentisch

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt von Dita Zipfel

„Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ ist ein Roman über Kinderwunsch und Mutterschaft der Autorin Dita Zipfel.

Linn und Matze wünschen sich ein Kind und befinden sich gerade in einer Kinderwunschbehandlung. Eva und Felix haben bereits zwei Kinder. Doch das ist nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Paaren.

Felix und Eva haben Geld und Felix ist auch sehr großzügig. Er hat seinen Freund Matze mit Linn zu einem Urlaub in ein Bungalow direkt am Strand eingeladen. Durch die unterschiedlichen Lebens- und Standesunterschiede entstehen Spannungen. Aber dann entsteht zwischen Eva und Linn eine unerwartete Solidarität.

Der Schreibstil von Dita Zipfel liest sich leicht und er ist lebendig. Ich hatte schnell ein gutes Bild der Protagonisten. Es sind vier sehr unterschiedliche Charaktere, die an vollkommen verschiedenen Punkten ihres Lebens stehen, obwohl sie gerade alle im gleichen Alter und Matze und Felix seit langem befreundet sind.

Wer sich schon einmal mit dem Thema Kinderwunschbehandlung auseinandergesetzt hat, wird merken, dass die Autorin hier gut recherchiert hat. Die einzelnen Schritte, mit ihren teils unangenehmen Begleiterscheinungen, werden gut beschrieben. Auch die physischen und psychischen Veränderungen, die eine Frau durch eine Schwangerschaft durchmacht, werden deutlich.

Ich habe das Buch gerne gelesen und fand die Einblicke in das Leben einer Frau mit Kinderwunsch und das einer jungen Mutter gelungen und realistisch dargestellt.

Das Ende hat mich ein wenig überrascht und ich hätte mir hier noch ein paar Seiten mehr gewünscht.

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Ein einziges Wort kann alles verändern

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

„Hazel sagt Nein!“ ist das Debüt der in Maine lebenden Autorin Jessica Berger Gross.

Die achtzehnjährige Hazel ist mit ihrer Familie aus Brooklyn in die Kleinstadt Maine gezogen, da ihr Vater Gus dort eine bessere Anstellung bekommen hat. Für Hazel beginnt dort das letzte Schuljahr bevor sie an eine Hochschule wechseln wird.

Der erste Schultag wird für sie zu einem Alptraum. Der Schuldirektor ruft sie zu sich und verkündet ihr, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin aussucht, mit der er Sex haben wird und in diesem Jahr Hazel gewählt hat. Ohne lange nachzudenken sagt Hazel “Nein“ und setzt damit eine Ereigniskette in Gang, die keiner voraussehen konnte.

Zunächst werden die Familienmitglieder der Familie Blum eingeführt. Neben Hazel und ihrem Vater gibt es noch ihre Mutter Claire und ihren elfjährigen Bruder Wolf. Wolf hat ADHS und ist hochsensibel, so dass er manchmal ein wenig anstrengend dargestellt wird, hat aber das Herz am rechten Fleck und hat sich damit im Verlauf der Handlung zu meinem Lieblingscharakter entwickelt.

Der Schreibstil von Jessica Berger Gross liest sich klar und flüssig. Trotz der vielen schwierigen Themen, die sie in ihrem Roman mit eingebracht hat, ist er humorvoll und angenehm leicht.

Insgesamt fand ich es sehr gut dargestellt, wie ein kurzer Moment das Leben von ganz vielen Menschen verändert. Zunächst das von Hazel, Gus, Claire und Wolf, dann das von der Familie des Schulleiters. Zwischenzeitlich haben sich die Ereignisse regelrecht überschlagen und es gab zahlreiche Wendungen, die ich so nicht vorhersehen konnte.

Thematisch hat die Autorin hier viel eingebracht, so dass am Ende leider nicht alle Themen ausgearbeitet wurden, sondern einiges im Sande verlaufen ist.
Abgesehen davon fand ich dieses Buch einfach großartig, da ich Hazel und ihren kleinen Bruder toll gezeichnet fand und die Grundbotschaft, „nein“ zu sagen, wenn es sich nicht gut anfühlt, gelungen transportiert wurde.

Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, es ist gesellschaftskritisch und regt zum Nachdenken an.

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Einfach zauberhaft!

Henri-Jette-Sausebahn von Cornelia Boese

„Henri-Jette-Sausebahn“ ist ein zauberhaftes Kinderbuch der Autorin Cornelia Boese. Als Inspiration diente ihr „Henriette Bimmelbahn“ von James Krüss, der in diesem Jahr 100 Jahre geworden wäre.
Henri und Jette sind die Enkelinnen von Henriette. Genau wie in dem Buch von James Krüss sind die einzelnen Seiten flächendeckend und bunt illustriert.

Die Farben leuchten und es gibt viele Details, so dass sich auf jeder Seite eine Menge entdecken lässt. Der Text besteht auch wieder aus kurzen, eingängigen Reimen, so dass es bestimmt nicht lange dauert, bis die kleinen Zuhörer sie mitsprechen können.
Die liebevoll gestalteten Zeichnungen der Illustratorin Pina Gertenbach wirken runder und moderner als die im Original und dennoch wird jeder den Klassiker, der von Lisl Stich illustriert wurde, wiedererkennen.
Für mich lebt mit diesem Buch ein Stück Kindheit wieder auf. Mit den beiden Enkelinnen von Henriette hat Cornelia Boese eine zauberhafte Geschichte gelungen weitergeführt, so dass ich hier gerne mehr als 5 Sterne vergeben würde.

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Ein amüsanter & spannender Provinzkrimi mit viel Lokalkolorit

Prost, auf den Doktor von Friedrich Kalpenstein

"Prost, auf den Doktor" ist bereits der elfte Provinzkrimi mit Hauptkommissar Constantin Tischler des Autors Friedrich Kalpenstein. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, von daher lassen sich die Bücher ohne Verständnisprobleme unabhängig voneinander lesen. Es lohnt sich aber durchaus die Entwicklung der Protagonisten - des Hauptkommissars Tischlers und von Polizeiobermeister Fink - von Anfang an zu verfolgen.

Auch dieses Mal findet die Handlung in Brunngries im Chiemgau statt. Dort gibt es ein Motorradtreffen, an dem auch der Arzt Sebastian Burgegger teilnimmt. Für ihn ist es das letzte gewesen, da er am nächsten Morgen tot in seinem Zimmer im örtlichen Gasthaus aufgefunden wird. Tischler und Fink beginnen zu ermitteln.

Der Schreibstil des Autors macht einfach Spaß. Seine Dialoge sind lebendig und haben mich immer wieder zum Lachen gebracht.

Die Kapitel sind kurz und haben aussagekräftige Überschriften, die mich stets neugierig gemacht haben.

Ich habe bis zum Schluß mitgerätselt was vorgefallen ist und wer hinter dem Mord steckt. Durch zahlreiche Wendungen war ich immer wieder auf der falschen Spur.

Ein kleines Highlight ist für mich in diesen Büchern immer das Auftauchen der Dackeldame Resi. Dieses Mal hat sie sich leider ein wenig rar gemacht und ich hoffe, dass sie im nächsten Fall wieder mehr mitmischt.

Mir gefällt die Mischung aus Humor, Spannung und Lokalkolorit sehr und ich freue mich schon jetzt auf die nächste literarische Reise nach Brunngries.

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Über Bücher, Menschen und das Leben

Yu-jins Bücherküche der großen Träume von Jee-Hye Kim

“Yu-jins Bücherküche der großen Träume” ist das gelungene Debüt der Autorin Jee-Hye Kim.

Yu-jin möchte sich in ihrem Leben neu orientieren und will das Großstadtleben in Seoul hinter sich lassen. Sie entscheidet ein Buchcafe in dem kleinen Dorf Soyangri zu eröffnen. Dort möchte sie Bücher empfehlen, so wie in einem Restaurant Speisen empfohlen werden.

Deswegen entscheidet sie sich für den Namen „Soyangri Bücherküche“. Dort wird sie nun von ganz unterschiedlichen Menschen aufgesucht, von denen jeder für sich sein Päckchen zu tragen.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und steckt voller Details, so dass ich schnell ein gutes Bild der Bücherküche vor Augen hatte.
Jedes der Kapitel stellt eine andere Person mit ihrem Problem in den Mittelpunkt und ich war ein wenig überrascht, dass Yu-Jin keine so wichtige Rolle mehr spielt. Es geht viel mehr um die einzelnen Charaktere die an einem Punkt im Leben angekommen sind, an dem sie nicht weiterkommen. Bei Yu-Jin können sie neue Kraft tanken, neue Perspektiven entdecken und neue Bekanntschaften machen.
Das Setting gefiel mir hier richtig gut und es dient mit Yu-Jin und ihren Mitarbeiter*innen als Rahmen für die einzelnen Charaktere, die in der Bücherküche auftauchen. Im Grunde sind es kurze Geschichten, die zum Nachdenken anregen und berühren.

Schön fand ich die beiden Epiloge, da sie Geschichte von zwei Charakteren nochmals gelungen abrunden.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es eignet sich für ruhige Lesestunden, um das Leben zu überdenken und die Atmosphäre der Bücherküche zu genießen.

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Spannender Auftakt einer neuen Krimireihe

Waldmann von Thomas Ziebula

„Waldmann: Flucht in den Tod“ ist ein fesselnder Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors Thomas Ziebula mit dem Kommissar Thomas Waldmann.

Die Handlung startet mit einer verstörenden Situation im Jahr 2016, in der Hannes Waldmann seine Frau Maria in Lagos verliert. Dieser Verlust hat Spuren hinterlassen, so dass Waldmann eine Auszeit benötigt.

Im Anschluss geht es im Jahr 2022 weiter.
Kommissar Hannes Waldmann kehrt in den Dienst der Bonner Mordkommission zurück.
Er soll den Mord an einem Lokalpolitiker in einem Bordell aufklären.
Gleichzeitig recherchiert die Journalistin Pia Luninger über Frauenhandel und Zwangsprostitution. Sie wendet sich an Waldmann, dem das Schicksal der Frauen aufgrund seiner eigenen Vergangenheit sehr nahe geht.

Der Schreibstil von Thomas Ziebula ist lebendig und fesselnd. Nachdem ich einmal angefangen hatte zu lesen, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind kurz - 63 auf 448 Seiten. Das sorgt durch wechselnde Perspektiven für einen enormen Sog, da sich immer schnell noch ein weiteres Kapitel lesen lässt.

Thematisch ist das Buch leider sehr aktuell, da es um Menschenhandel, Prostitution, ukrainische Flüchtlinge und Ausbeutung geht.
Es ist aber nicht allein der Kriminalfall, der mich hier gefesselt hat. Vielmehr waren es die interessanten und vielschichtigen Charaktere. Dabei hat mir der Kommissar ebenso gut gefallen wie sein Therapeut oder die engagierte Journalistin. Hier steht jeder für sich. Der Autor zeichnet seine Figuren facettenreich, menschlich und authentisch.

An Spannung wird hier nicht gespart und wer temporeiche Kriminalromane mit authentischer Handlung, aktueller Thematik und interessanten Charakteren mag, liegt mit diesem Buch richtig.
Ich bin jedenfalls schon gespannt auf den nächsten Fall mit Hannes Waldmann.

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