Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Escape the jungle
Mitten im Dschungel von Rundell Katherine
Auf dem Weg nach Manaus stürzt ein Flugzeug mit 4 Kindern an Bord ab. Fred, Lila, Max und Con wissen sich aber zum Glück zu helfen. Auf ihrem Weg aus dem Dschungel begegnen sie in einer geheimen Ruinenstadt einem Mann, der ihnen seltsam vorkommt. Doch bald merken sie, dass er es doch gut mit ihnen meint.
Ein Abenteuerbuch für Jungen und Mädchen ab 11Jahren. Aber auch ich als Erwachsene hatte durchaus meinen Spaß am Lesen. Wenn ich auch sicher das Abenteuer kritischer hinterfrage als Kinder im beschriebenen Alter. Ein wenig liest sich das Buch wie ein Survivalhandbuch in der Wildnis. Die Kinder lernen, was man essen kann und wie man sich das Beobachten wilder Tiere zunutze macht. Fred (von dem man nicht weiß, wie alt er eigentlich ist), baut ein Floß. Aber das Ganze ging mir recht flott vonstatten und ich hätte mir ein wenig mehr Ausschmückung gewünscht. Irgendwie fehlte es dem Buch an der nötigen Spannung. Man sollte es also als Abenteurbuch betrachten, dann kommt man auch auf seine Kosten.
Der brummelige Fremde, der langsam auftaut und den Kindern schlussendlich viel beibringt, hat mir sehr gut gefallen. Auch seine Botschaft, dass der Mensch die Natur lieber schützen, als erobern solle, fand ich sehr gelungen.
Die Schreibweise der Autorin liest sich einfach, ist aber auch sehr anschaulich und macht fast Lust auf Urlaub am Amazonas.
Fazit: Wilde Abenteuer sucht man hier vergeblich, aber die Autorin bietet schon einiges auf, damit man sich nicht langweilt.
Sam und Ella
Mitten im Dschungel von Rundell Katherine
Eigentlich eine ganz normale Liebesgeschichte: Ella verliebt sich in den Kumpel ihres großen Bruders. Wenn der nicht – ihr Lehrer wäre! Auf einem Klassenausflug kommen sich die beiden näher und beschließen, ihre Begierde zu unterdrücken. Doch ihre Gefühle sind stärker…
Ella und Sam, Sam und Ella, ein traumhaftes Liebespaar! Allerdings hat Ella schon so ihre Probleme, und die haben mich eigentlich genervt, die passten für mich nicht so richtig in die Handlung- Ständig wurde Essen weggeschoben oder jemand anderem gegeben, das war mir zu viel.
Und dann noch die Frage: warum schreitet niemand ein? Ella hat ein super Verhältnis zu ihren Eltern und die wissen um ihr Problem, aber keiner tut was?
Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern. Eine schöne Geschichte, vor allem in der Höhle, wobei ich da vielleicht nicht so romantisch reagiert hätte, aber dafür ist es ja eine Story und nicht die Realität. Der Schreibstil der Autorin hat mich begeistert. Sehr lebendig, witzig und jugendlich und auch die Stimmungen der Jugendlichen gut eingefangen.
Fazit: ein wenig zu konstruiert, aber wunderschön geschrieben. Das Buch habe ich sehr schnell durchgelesen, weil ich wissen wollte, wie die beiden denn nun zusammenfinden. Denn – und das ist jetzt nicht zu viel verraten in einem Liebesroman – dass sie füreinander bestimmt sind, das ist ja von der ersten Seite an klar.
Was bleibt?
Im Traum höre ich dich spielen von Genova Lisa
Karina und Richard haben sich erst vor kurzer Zeit getrennt als Richard an ALS erkrankt. Als er immer hilfloser wird, holt ihn Karina zu sich und pflegt ihn. Richard merkt erst jetzt, was in der Ehe schief gelaufen ist, kann es aber nicht mehr zurücknehmen. Und auch Karina hat etwas gut zu machen, die Pflege von Richard verlangt ihr jedoch alles ab.
Ein sehr eindringliches Buch. Richards schreckliche Krankheit nimmt auch den Leser sehr mit. Denn Richard berichtet selbst. Wie es ihm beinahe täglich schlechter geht. Wie er kämpft, nur um zu erkennen, dass er chancenlos ist. Wie sein Körper immer mehr den Dienst einstellt – ich musste teilweise sehr schlucken, weil mich die Erzählung sehr berührt hat.
Auch Karinas Sicht ist schrecklich. Sie hilft ihrem Mann wo es nur geht, muss aber erkennen, dass sie an ihre Grenzen stößt, als es Richard immer schlechter geht.
Genova hat in meinen Augen super recherchiert, stellt die Krankheit als den Schrecken dar, der sie ist. Und lässt auch die Angehörigen nicht außen vor, denn auch die leiden mit. Als Richards Atmung immer schwerer wird, müssen alle eine schreckliche Entscheidung treffen, hier hatte ich direkt die Tränen wegblinzeln müssen. Denn wie entscheidet man, ob man noch weiter lebt, die Tochter heiraten, evtl. Enkel zu sehen bekommt, oder ob man es dem Partner doch erspart, sich weiter um jemanden zu kümmern, der keine Chance auf Heilung mehr hat?
Das Buch hat, naturgemäß, eine trübe Grundstimmung, wirkt aber teilweise auch heiter und fröhlich, vor allem mit Bill, Richards Pfleger. „Und manchen gibt er die Freiheit, das zu tun, was sie können, solange es noch geht“. Dieser Satz macht klar: es sind manchmal Kleinigkeiten, die das Leben noch lebenswert macht. Wir verstehen das aber oft erst, wenn es zu spät ist.
Was mich ein wenig gestört hat waren die vielen Bezüge zu Musik. Klar, Richard war ein berühmter Pianist und das meiste fand ich ja auch gut beschrieben, nur teilweise war es dann doch etwas zu langatmig.
Fazit: Ein Buch, das traurig macht. Aber sehr schön geschrieben und sehr gut recherchiert ist.
Nur wer sein Herz weit öffnet, kann Wunder erleben
Die Ballade von Max und Amelie von David Safier
Die Hündin Narbe wohnt mit ihrem Rudel auf einer Müllkippe. Das Leben meint es nicht gut mit ihr und so ergreift sie die Gelegenheit zur Flucht als sie den Rüden Max kennenlernt, der von seiner Menschenfamilie ausgesetzt wurde und einen Weg nach Hause sucht. Die beiden tun sich zusammen, aber Max hat schlimme Träume, Erinnerungen an ein früheres Leben.
Mit Narbe, denn die beiden sind Seelenverwandte und dazu bestimmt, immer wieder von einem bösen Menschen gejagt zu werden…
„Wenn selbst das Wunderbare nicht vollkommen war, hatte da nicht auch ein Hund mit vernarbtem Auge, ein Recht in dieser Welt zu leben?“
Ich musste mich erst an den Gedanken gewöhnen, hier aus der Sicht eines Hundes zu lesen. Eines Hundes, der im Laufe des Buches eine tolle Wandlung vornimmt. Mutig war Narbe schon immer, aber voller Selbstzweifel, weil sie sich nicht schön, nicht geliebt findet. Das ändert sich im Laufe des Buches und zwar auf sehr zauberhafte Weise. Die beiden Hunde sind immer füreinander da, helfen sich gegenseitig und das war so schön beschrieben, dass ich mich regelrecht an dem Buch festgelesen habe.
„Wer uns half, ohne etwas davon zu erwarten, musste eine Freundin sein“.
Ein Buch über Freundschaft, Liebe, Vertrauen, aber auch ein teilweise tragisches Buch über Verlust und Streit. Ein ganz anderer Safier, wie ich ihn bisher aus Büchern wie „Muh“ oder „Mieses Karma“ kannte. Weniger lustig, eher ernsthaft, aber sehr lesenswert!
Leichenstapel
Muttertag von Neuhaus Nele
Durch Zufall werden unter einem Hundezwinger die Leichen von 3 Frauen gefunden. Erste Verdächtige sind schnell ausgemacht, aber deren gibt es viele. Denn die Bewohner des Hauses hatten im Laufe der Jahre einige Pflegekinder aufgezogen und misshandelt. Das Team von KK Oliver von Bodenstein und KK Pia Sander ermitteln in einem Milieu, das einem Sumpf gleicht.
Es dauert eine Weile bis man sich in das Buch eingelesen hat, wie ich finde. Zu viele Personen werden sehr schnell eingeführt, so dass man etwas den Überblick verliert.
Ist man aber erst einmal in der Handlung angekommen, gibt es keinen Grund mehr zu meckern. Neuhaus schreibt gewohnt anschaulich, authentisch und mit ihren beiden Protagonisten ist ihr ein tolles Team gelungen. Durch die vielen Verdächtigen ist es auch schwierig für den Leser, herauszufinden, wer denn nun der Mörder ist. Es könnten einfach (fast) alle sein. Erst kurz vor dem Ende hebt sich der Schleier und es beginnt eine wilde Jagd. Das Finale in einen Flugplatz zu legen hat mir sehr gut gefallen. Vor allem die Stelle mit dem landenden Flugzeug, wenn sie auch etwas unglaubwürdig war, dennoch sehr spannend.
Anfangs noch wie nebenbei, läuft ein zweiter Handlungsstrang, der sich dann später mit dem ersten verwebt. Auch hier hatte ich erst keine Ahnung, was es mit Fiona auf sich hat, das Mädchen hat mir aber sehr gut gefallen.
Fazit: stimmig aufgebauter Krimi mit einer Rekordzahl an Leichen.
schöne Geschichte
Sieben Tage Wir von Francesca Hornak
Olivia Birch arbeitet als Ärztin in Afrika. Als ihr Dienst zu Ende ist und sie nach Hause kommt, muss sie erst einmal 7 Tage in Quarantäne. Es ist Weihnachten und sie verbringt die Zeit bei ihrer Familie, die nun das Haus 7 Tage nicht verlassen darf. Doch jeder in der Familie hat seine Geheimnisse und so werden die ruhigen Festtage zu einer Zerreißprobe für die Familie.
Ein sehr schönes Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Die Sprache ist locker und teilweise amüsant. Die Autorin hat sich ein tolles Szenario erdacht und dieses schlüssig und interessant aufgebaut. Liebe, Intrigen, Hass, Lügen und Krankheiten – was stellenweise etwas negativ klingt, baut Kornak gut in die Handlung ein, so dass das Positive überwiegt. Manchmal konnte ich das Handeln mancher Personen nicht nachvollziehen und auch dass eine Person später eher ins Negative gezogen wurde hat mir nicht ganz so gut gefallen. Auch das Ende fand ich nicht ganz zur Handlung passend.
Fazit: ein lockerer Frauenroman, der durch Leichtigkeit und eine gute Story punktet.
sehr spannend
Flucht in die Schären von Sten Viveca
Mina hat kein leichtes Leben: ihr Ehemann ist gewalttätig und misshandelt sie. Doch die Polizei ist ihm schon auf den Fersen. Wegen Drogenhandels und unsauberen Geschäftspraktiken ist er ins Visier der Ermittler geraten. Doch diese haben kaum Beweise. Als Andreis Mina krankenhausreif prügelt sehen Staatsanwältin und Kommissarin ihre Chance: Sie bringen Mina in einem Frauenhaus unter und überzeugen sie von einer Aussage gegen ihren Mann.
Doch Andreis sinnt auf Rache….
Ein sehr spannendes Buch. Vor allem die Szene als Mina zurück in ihr Haus fährt hat mir Herzklopfen bereitet. Mit der Misshandlung von Frauen greift Sten ein heikles Thema auf, das sie jedoch sehr ausdrucksstark und bildgewaltig umsetzt und so den Schrecken greifbar macht. Wie oft fragt man sich als Außenstehender, warum diese Frauen immer wieder zu ihren Ehemännern zurückkehren.
Das Ende fand ich ein wenig lahm, im Gegensatz zur restlichen Handlung. Andreis handelt eher unlogisch, wenn man den bisherigen Verlauf der Handlung als Maßstab nimmt und es bleibt auch eine wichtige Frage offen. Der letzte Satz allerdings, der hat es dann wieder in sich!
Fazit: Viveca Sten geht in ihrem neuesten Thriller einmal andere Wege. Thomas Andreasson wird zur Nebenfigur degradiert, was mich nicht gestört hat, weil die Handlung wirklich spannend und sorgfältig konstruiert war.
Das Abenteuer beginnt
Arlo Finch (1). Im Tal des Feuers von August John
Arlo Finch hat schon einiges in seinem Leben mitmachen müssen. Nun landet er mit Mutter und Schwester im kleinen Ort Pine Mountain. Doch dort geschehen seltsame Dinge und bald gerät Arlo in Gefahr. Doch wer trachtet ihm nach dem Leben? Und warum? Zum Glück findet Arlo Hilfe und Freundschaft, denn nur durch Teamgeist kann Arlo gerettet werden.
Ein Kinderbuch zu lesen ist für Erwachsene manchmal etwas mau, aber bei Arlo Finch habe ich mich gleich gut aufgehoben gefühlt. Bereits die ersten Seiten, in denen das merkwürdige Haus von Arlos Onkel beschrieben wurde, haben mir sehr gut gefallen. Auch die Aufgaben des Rennens der Ranger, überhaupt deren Zusammenhalt und Begeisterung, fand ich sehr gelungen. Eine Hommage an alle Pfadfinder – wie John August im Anhang auch selber schreibt.
Der Schreibstil ist Kindern angepasst, kurze, aber aussagekräftige Sätze und auch als die Kinder mit der Hexe kämpfen niemals blutig oder sehr grausam. Jedoch anschaulich und flüssig zu lesen. Bücher über Magie haben es seit Harry Potter ja leider schwer. Ich würde das Buch irgendwo zwischen Percy Jackson, Der goldene Kompass und Die Spione von Myers Holt verorten, ohne dass es vor allem die Qualität ersterer erreicht, sich aber dennoch gut im Mittelfeld behaupten können wird.
Fazit: Arlo Finch – Im Tal des Feuers ist der Start einer neuen Jugendbuchreihe.
Aktuelles Thema
Das Ende des Spiels von Leena Lehtolainen
Maria Kallo, die finnische Kommissarin, hat es mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun: eine soeben aus der Haft entlassene Kinderschänderin wird ermordet. Gefunden von einem ihrer Opfer. Ob der Junge – inzwischen ein junger Mann – mit dem Tod von Tuula zu tun hat? Oder eines der Elternteile? Als eine zweite Leiche aus dem Umfeld auftaucht, wird es brenzlig.
Denn Maria und ihr Team kommen kaum weiter.
Ich mag nordische Krimis sehr gerne. Aber bei den Finnischen ist das schon immer eine Herausforderung mit den Namen. So habe ich mich auch hier recht schwer eingelesen. Aber bald hat mich der Fall gepackt und ich mochte das Buch nicht mehr weglegen. Mit dem Thema Kindesmisshandlung greift Lehtolainen ein heißes Eisen an, sie setzt die Thematik aber sehr gut um, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, aber dennoch so, dass der Leser einen sehr guten Eindruck vom Grauen der Kinder bekommt.
Die Autorin schafft es, den Leser zu fesseln und durch unerwartete Wendungen zu überraschen. Auch das Ende ist noch einmal überraschend und spannend und so gar nicht wie in anderen Krimis üblich.
Das Buch ist Teil einer Serie, man kann es aber sehr gut unabhängig lesen, denn es kommen so gut wie kaum Rückblenden zu vorherigen Geschehnissen und auch kaum Privatleben der Ermittlerin. So kann das Buch wie ein eigenständiger Krimi gelesen und genossen werden.
gerne mehr davon
Echo Killer von Christi Daugherty
Als Harpers Mutter erstochen wird, ist Harper gerade mal 12 Jahre alt. 15 Jahre später ist sie immer noch nicht über den gewaltvollen Tod hinweg als ein ganz ähnlicher Mord geschieht. Sie beginnt zu recherchieren und stellt fest, dass die Polizei keine Zusammenhänge zu sehen glaubt. Bald gerät sie durch ihre Recherchen in große Gefahr…
Echo Killer ist der Start einer neuen Serie um Journalistin Harper McClain.
Mir fiel der Einstieg sehr einfach, Daugherty schreibt sehr anschaulich und weckt Interesse. Die ersten 50 Seiten hätte es für mich nicht gebraucht, wenngleich dort Harpers Wesen gut erkennbar wird.
Harper ist neugierig. Und wagemutig. Für eine gute Story tut sie alles. Schön fand ich die Szenen mit Luke Walker, die zum Glück aber auch nicht überhandgenommen haben.
Harpers Suche nach dem Killer hat für mich ein wenig etwas Manisches. Manche Szenen konnte ich nicht so gut nachvollziehen, andere wiederum fand ich authentisch. Die Auflösung kam für mich überraschend, mir waren andere (vorher) Verdächtige irgendwie logischer erschienen. Aber so hat mir das Ende doch auch sehr gut gefallen.
Fazit: ein gelungener Auftaktband. Das nächste Buch steht schon auf meiner Wunschliste.










