Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
3,5 Sternchen
Der Kreidemann von Tudor C.J.
30 Jahre liegen zwischen dem Unfall und dem Mord an einem Mädchen und der Gegenwart. Durch einen Besuch werden die damaligen Ereignisse wieder aufgewühlt und Eddie kommt darauf, dass sich damals vielleicht alles doch ganz anders abgespielt haben könnte.
Zwei Erzählstränge, der von 1986 und der von 2016 wechseln miteinander ab und bringen Spannung in die Handlung.
Denn natürlich enden die Abschnitte jeweils mit Cliffhangern.
Teilweise erinnert die Handlung an Szenen aus Stand by me. Sommerferien, gelangweilte Jugendliche, Jugendbanden und ein Mord. Aber das ist ja nicht verkehrt, die Handlung geht dann ja eigene Wege. Allerdings wirkt der Titel etwas verwirrend. Verwirrt hat uns die Autorin dann aber durch ihre Erzählweise auch ein wenig. Sie lässt den Leser glauben und dann gibt es doch noch eine große Wendung im Buch. Ganz ganz toll fand ich die letzten beiden Absätze, auch wenn ich dieses Stilmittel schon in einem Buch gelesen hatte, aber die brachten mich dann echt zum Schmunzeln.
Die Handlung ist von Anfang an fesselnd. Der Jahrmarktsunfall wurde sehr plastisch geschildert und auch Eddies Reaktion darauf klang plausibel. Verschiedene Zufälle führen dann zu den Ereignissen in der Vergangenheit, die Eddie in der Gegenwart noch einmal aufdröselt. Hier kann man sich dann auch die Frage stellen, was der Schlag eines Schmetterlingsflügels so alles bewirken kann. Allerdings lässt in der Mitte die Spannung dann wieder etwas nach und die Schilderungen der Jungs fand ich manchmal etwas zäh, zumal Eddie mit seinen 12 Jahren mir viel zu vernünftig, zu erwachsen, erschien.
Fazit: Das Buch lässt sich schnell lesen, ist durch die zwei Erzählebenen auch recht spannend, lässt nur manchmal etwas Tempo vermissen.
serina und Nomi - zeigts ihnen!!
Iron Flowers Die Rebellinnen 25.04.2018. Hardback. von Banghart Tracy
Serina und Nomi- zwei grundverschiedene Schwestern. Serina wurde dazu ausgebildet, als Grace am Hofe des Regenten zu leben und Nomi liegt dieser Gedanke fern. In einer Welt, in der Frauen nichts gelten, will Nomi nicht leben. Denn auch sie hat ein Geheimnis. Als die beiden Schwestern auffliegen, werden sie getrennt.
Die eine muss im Palast leben und die andere wird auf eine Gefangeneninsel verfrachtet. Das Leben ist für beide hart und beide sinnen auf ein Entkommen.
Das Buch hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Es beginnt zwar etwas behäbiger, bis alle Charaktere eingeführt sind und man erklärt bekommt, worum es geht, legt dann aber rasant an Tempo zu. Durch die abwechselnde Erzählung von Serina und Nomi bekommt das Buch noch mehr Schwung und bringt den Leser dazu, dass er es gar nicht aus den Händen legen möchte.
Beide Mädchen machen eine große Wendung durch, müssen sich ändern, um zu überleben. Auf dieser Grundlage baut Banghart ihr Buch auf und es gelingt ihr mühelos, den Leser davon zu überzeugen, dass Frauen viel bewirken können. Und mit einer Überraschung hat sie mich ganz besonders schockiert.
Fazit: ein toller Serienauftakt, ich bin schon sehr gespannt auf Band 2 und hoffe, dass wir nicht allzu lange auf das Erscheinen warten müssen.
das Kind hat einen Namen!?
Kluftinger von Klüpfel Volker; Kobr Michael
Der 10. und bisher persönlichste Fall für Klufti. Irgendjemand möchte ihn tot sehen. Oder was sonst soll das frische Grab mit Kluftingers Namen (jaa, endlich ist auch sein Vorname enthüllt), die Todesanzeige und der Nachruf sonst bedeuten? Klufti hat schnell einen Verdacht – der Schutzpatron, den er nie fassen konnte.
Doch ist das wirklich dessen Stil? Oder liegt des Rätsels Lösung doch in seiner – sehr bewegten – Vergangenheit?
Herrlich zu lesen!
Ich bin ja ein Fan der Romane seit dem 1. Band und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Die Schreibweise der beiden Autoren ist so erfrischend, dass man sich ein Schmunzeln oder leises Auflachen einfach nicht verkneifen kann. Der Protagonist ist jetzt Opa geworden und hat, man liest es in Rückblenden, zwar einiges an Fitness, nicht aber an Hirnschmalz verloren. Diese Rückblenden in die Jugend von Klufti fand ich sehr erhellend, wenn sie auch den eigentlich Fall etwas auf den zweiten Rang verdrängt haben.
Das Kind hat einen Namen?
Tja, das eine Geheimnis ist gelüftet, die Vornamen von unserem Kommissar, doch hat er nun einen Enkelsohn oder eine Enkeltochter? Den Autoren scheint es sehr viel Spaß zu machen, den Leser mit solch kleinen „Gimmicks“ zu foppen. Mir macht es nichts aus, nur manchmal war es fast ein wenig albern, die beiden Großeltern nur vom Enkel reden zu hören, ohne Namen oder das Geschlecht zu erwähnen.
Besonders gut gefallen hat mir auch, dass ein Kommissar aus einem Roman von Jörg Maurer ein kurzes Gastspiel bekommen hat und wie die Autoren das so locker in die Handlung mit einfließen ließen. Hier zeigt sich das ganze Talent der beiden und auch ihre spezielle Art von Humor.
Fazit: Locker zu lesen, sehr erfrischend und das Ende macht Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen im Allgäu.
Seitensprung, Affäre und Familie
Alles Begehren von Ruth Jones
Als Kate Callum trifft ist es für beide wie ein Blitzschlag: sie beginnen eine heiße Affäre, obwohl Callum verheiratet und 19 Jahre älter ist als Kate. Einige Jahre später treffen sie sich erneut – und der Funke ist nie erloschen, die Affäre geht weiter. Doch wie können die beiden damit leben, dass sie ihre Familien zerstören?
Ein Buch über einen Ehebruch zu schreiben ist sicher nicht einfach.
Doch die Autorin hat es geschafft, eine gerade Linie zu finden und objektiv über die Protagonisten zu berichten. Callum und Kate können nicht voneinander lassen, ihre obsessive Begierde siegt über die Liebe zur Familie und zerstört so einiges. Gut konnte man nachfühlen, was Ruth Jones mit ihren Charakteren vorhatte. Da ist zum Einen die Liebe als Kate noch ganz jung und frisch ist, später hat sie schon ihre Ecken und Kanten und wird von Callum dennoch geliebt. Das macht das Buch sehr authentisch, man spürt auch das Leiden beider Familien als die Affäre heraus kommt.
Der Aufbau des Buches ist in 3 Teile gegliedert: ein etwas kurzer Beginn wie sich die beiden zum ersten Mal treffen. Der zweite Teil war für mich sehr interessant, weil dort die Vergangenheit geschildert wurde. Wie ist es den beiden in der Zwischenzeit ergangen, als sie sich all die Jahre nicht gesehen haben? Und der finale Teil dann, als die beiden sich wieder treffen. Dieser Teil war der emotionalste und traurigste.
Fazit: kein einfacher Roman, aber sehr lesenswert und durch die ruhige Schreibweise der Autorin doch gut zu lesen.
3 Frauen und ein Kangoo
Sommer unseres Lebens von Kirsten Wulf
Sie verbrachten den Sommer ihres Lebens in Portugal und haben sich geschworen, dass sie sich in 25 Jahren wieder treffen. Doch das Wiedersehen ist eher ein Abklatsch denn ein Wiederauflebenlassen. Denn in 25 Jahren passiert viel – und jede der 3 Freundinnen hat in der Zwischenzeit so einiges erlebt.
Die Dienstagsfrauen lassen grüßen – als 50er Ich fand das Buch jetzt ganz nett zu lesen, mich hat aber gestört, dass die vielen Geheimnisse immer wieder mal Thema waren, dann aber recht spät aufgelöst wurden. Hier hätte ich mir einen Vorsprung für den Leser vor den 3 Frauen erhofft. Die Handlung wirkt etwas konstruiert mit den vielen Verlusten, aber das Ende versöhnt dann doch wieder, das hat mir super gefallen.
Der Schreibstil ist einfach gehalten, aber sehr anschaulich. Die Charaktere fand ich etwas lieblos, hier hat mir die Tiefe gefehlt. Man liest so viel von ihnen, doch eigentlich nichts, das sie wirklich ausmacht.
Fazit: Ein leichter Sommerroman für alle Freundinnen und die, die es noch werden wollen.
die Zeit ist endlich
Wie man die Zeit anhält von Matt Haig
Tom Hazard ist 439 Jahre alt. Er altert viel langsamer als andere Menschen. Dass dies auch zu Problemen führt – davon erzählt dieses Buch.
Eigentlich schreibt Tom (in der Ich-Form) von der Gegenwart. Aber irgendwie alles, was er erzählt, lässt ihn in die Vergangenheit abschweifen. Er sucht seine Tochter Marion, die ist wie er und muss alle paar Jahre seine Identität wechseln, weil sonst auffallen würde, dass er anders ist.
Kein einfaches Buch. Auch kein Liebesroman, obwohl ein paar Elemente vorkommen. Auch kein Zeitreiseroman, wobei manche Elemente mich schon an „Die Frau des Zeitreisenden“ erinnert haben. Trotz aller Sympathie für den Protagonisten fehlte mir etwas. Vielleicht etwas Tiefe. Tom schreibt selten von Gefühlen. Außer wenn er von Rose erzählt. Stattdessen eher von den Problemen, die es mit sich bringt, wenn man nicht altert. Eigentlich ja unvorstellbar! Denn wie soll man es ertragen, dass alle die man liebt, vor einem sterben? Und so bleibt Tom auch weitestgehend alleine, bis er Camille trifft. Hier hatte ich mir einen schönen Liebesstrang erhofft, eigentlich schon viel früher im Buch. Leider wurde ich hier etwas enttäuscht. Allerdings hat mir dann das Ende doch wieder recht gut gefallen, auch wenn es sehr schnell abgehandelt wurde.
Fazit: für mich hätten es mehr Liebe und weniger Vergangenheit und Gesellschaft sein dürfen.
zauberhaft
Das Mädchen, das in der Metro las Gebunden. von Féret-Fleury Christine
Können Bücher ein Leben verändern? Juliettes ganz sicher. Denn als sie Soliman kennen lernt, betritt sie eine Welt der Bücher, die sie bisher nicht kannte. Juliette beginnt, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen und findet zu sich.
Mit Juliette treffen wir auf einen Charakter, der auf der Suche ist.
Nach sich, nach dem Sinn des Lebens, nach einer Aufgabe. Leider nicht nach der Liebe, das hat mir in diesem Band so ein klein wenig gefehlt. Aber eigentlich ist da ja auch wieder die Liebe zu den Büchern, die jeder Vielleser so gut verstehen kann.
Ich mag französische Bücher einfach gerne! Die Sprache ist so poetisch. Feret-Fleury baut auch immer wieder wundervolle Zitate in ihre Bücher ein und bringt den Leser zum Nachdenken. Manche Absätze musste ich allerdings auch zweimal lesen, weil die Sprünge der Autorin manchmal etwas ruckhaft sind. Da denkt Juliette dann plötzlich an ein Ereignis von früher und mir fehlte da dann teilweise der Übergang. Man sollte dieses Buch also als etwas Besonderes ansehen und mit Sorgfalt lesen und sich darin verlieren.
spannend
Tiefer denn die Hölle von Peter Gallert; Jörg Reiter
Beinah wörtlich kann man den Buchtitel nehmen, denn es geht tief hinab in diesem Thriller. Als in einem alten Bergwerksschacht eine Leiche gefunden wird, kann es Polizeipfarrer Bauer wieder einmal nicht lassen: statt sich um seine brüchige Familie zu kümmern, nimmt er die Ermittlungen in dem Fall auf und gerät selbst in Gefahr.
Stimmen die Missbrauchsvorwürfe gegen den Bekannten seines Kollegen Vaals? Als dieser auch noch entführt wird, gerät Bauer massiv unter Druck.
Schon den ersten Band um Martin Bauer fand ich sehr gelungen. Auch „Tiefer denn die Hölle“ konnte mich wieder überzeugen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und gerade aufs Ende zu steigt die Spannung immer mehr an. Durch den Einsatz eines Säuglings erhöht sich diese noch um ein Vielfaches. Natürlich wirkt der Fall sehr konstruiert, aber das darf ja in einem interessanten Thriller auch gern so sein.
Vor allem aber die Kollegenstreitereien der Polizisten fand ich interessant und authentisch. Da sägt jener am Stuhl eines Kollegen, der sich daraufhin aber auch wieder revanchiert – diese kleine Nebenhandlung hat den Hauptstrang überhaupt nicht gestört. Manchmal wirkt so etwas ja leicht so, als würde man die Story in die Länge ziehen wollen, aber nein, hier hat es sehr gut gepasst.
Fazit: Auch der zweite Band mit Polizeipfarrer Bauer liest sich sehr gut und flüssig.
anders als erwartet
DUMPLIN' von Julie Murphy
Willowdean ist 16 und übergewichtig. Die üblichen Teenagerprobleme treffen sie also umso härter! Von ihrer Mutter liebevoll „Dumplin“ (Knödel) genannt, fühlt sie sich eigentlich dennoch wohl in ihrer Haut. Erst als sie ihren ersten Freund hat, wird sie sich ihrer Fülle so richtig bewusst und verliert das Selbstbewusstsein.
Um zu zeigen, dass sie dennoch etwas zählt meldet sie sich zu einem Schönheitswettbewerb an und zieht damit weite Kreise.
Der Beginn des Buches hat mir super gefallen. Will, wie sie von allen genannt wird, war mir gleich sympathisch und die Handlung hatte Schmiss. Leider hat das Buch dann etwas nachgelassen und war anders als von mir erwartet. Wills‘ Zögern und ihr Streit mit der besten Freundin waren für mich nicht nachvollziehbar und somit kam ich nicht so ganz mit der Handlung mit. Das Buch hat sich leider in eine andere Richtung als von mir gedacht, entwickelt. Dennoch zeigt es, dass auch Mädchen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen, durchaus geliebt werden und starke Persönlichkeiten sind.
Murphys Schreibweise ist locker und teilweise poetisch. Besonders erwähnenswert ist hier die Nacht unterm Meteoritenschauer, da konnte ich mir die Szene schön bildlich vorstellen.
Alles in allem ein Buch, das teilweise wirklich sehr gut unterhält, aber auch seine Schwächen hat.










