Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Hundesitter zum Glück
Sterne sieht man nur im Dunkeln von Meike Werkmeister
Wie konnte das nur geschehen? Anni hat einen guten Job, lebt mit Thies in einem kleinen Häuschen und sollte eigentlich glücklich sein. Doch immer wieder kommen Anni Zweifel an ihrem Leben. Und als Thies ihr dann auch noch einen Heiratsantrag macht, flieht Anni nach Norderney. Zuerst scheint es, als käme sie dort endlich zur Ruhe, doch dann taucht plötzlich Jan auf…
Ich habe mich gleich wohl gefühlt im Roman, vor allem die Schilderungen von Norderney fand ich total schön, ich glaube, da muss ich nun auch einmal hin
Die Handlung selbst – nichts Neues.
Teilweise etwas langatmig und manchmal hätte ich die Protagonisten auch schütteln können, wie kann man sich nur selbst so im Weg stehen? Allerdings fand ich den Roman wenig vorhersehbar, was ich sehr gut fand.
Werkmeisters Schreibstil ist leicht und locker – wie ein Sommertag und man merkt ihr die Liebe zu der Insel an. Bezaubernd fand ich auch die eingestreuten Sprüche.
Am Ende des Buches sind noch einige von Annis Weisheiten ergänzt, die man – sofern man das Buch zerstören möchte – auch herausnehmen und rahmen kann.
Fazit: eine leichte Sommerlektüre, die teilweise aber etwas auf der Stelle trat.
Was niemand gesehen hat
Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Dicker Joël
Jesse und Derek haben 1994 einen Vierfachmord geklärt. Nun steht Jesse kurz vor seiner Pensionierung als es einen neuen Ansatz gibt: Die Journalistin Stephanie Mailer taucht in dem Städtchen Orphea auf und behauptet, dass der damalige Täter unschuldig ist.
Doch dann verschwindet sie selbst und Jesse und Derek beginnen, erneut zu ermitteln.
Interessant fand ich die Herangehensweise Dickers an den Kriminalfall und seine Aufklärung – nämlich in Form eines Theaterstückes. Viel Spannung kam leider nicht auf, dafür hat der Roman zu viele Seiten, die sich etwas hinziehen. Auch, weil jeder der Charaktere Dreck am Stecken hat. So haben mich da auch einige mehr als genervt: dieser exzentrische Kritiker, der sich selber als „göttlicher als Gott“ bezeichnet, oder die berechnende Alice, die ihren Geliebten in den Ruin treibt.
Genervt hat mich, dass in manchen Absätzen sprunghaft andere Schauplätze auftauchten, ohne dass dies gekennzeichnet wurde. Da brauchte man dann doch 1-2 Sätze, um wieder auf Kurs zu sein. Ein etwas größerer Absatz hätte hier schon geholfen.
Ich habe noch kein Buch von dem Autor gelesen und fand mich in der Story, bis auf oben erwähnte Kritiken, ganz gut aufgehoben. Die Schreibweise fand ich allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig, ohne dass ich den Finger drauf legen könnte, was mich da etwas angestrengt hat.
Fazit: nicht ganz schlecht, nicht ganz gut. Aber insgesamt ein wenig zu lang.
Etwas verwirrend
Cat & Cole: Ein grausames Spiel von Emily Suvada
Cat ist die Flucht gelungen, doch die Seuche gibt immer noch keine Ruhe. Im Gegenteil: ihr Vater plant, diese auf die gesamte Menschheit auszudehnen und nur Cat kann dies stoppen. Doch wie soll sie ihn finden? Als endlich eine Lösung in Sicht scheint, treten noch mächtigere Gegner auf und Cat hat es noch mit einem weiteren Problem zu tun: sie ist nicht, wer sie zu sein scheint…
Der zweite Band von Emily Suvada beginnt beinahe nahtlos nach dem ersten.
Mir fiel der Einstieg in die Geschichte recht leicht, obwohl das letzte Buch schon fast ein Jahr her ist. Ich habe mich auch gleich gut aufgehoben gefühlt und konnte mit Cat, Cole, Anna, Leoben und Mato mitfiebern. Zahlreiche Wendungen machen die Handlung undurchschaubar und spannend. Man weiß nie, wem man noch trauen kann und so ist man als Leser immer sehr eingesponnen und nah am Geschehen. Besonders gefallen hat mir der Teil mit Jun Bei und Cat, deren Erinnerungen und Verwicklungen.
Allerdings ziehen sich die technischen Erklärungen, die mir schon im ersten Band etwas schwer gefallen sind, auch durch dieses Buch und so habe ich mich teilweise etwas schwer getan. Dennoch fand ich auch die sehr spannend und zukunftsweisend. In der Zukunft wird lt. Suvada nicht mehr mit konventionellen Waffen gekämpft, sondern sich mit Viren beworfen. Den Teil fand ich sehr erfrischend und einfallsreich, denn die Menschen bestehen dann auch größtenteils aus Technik. Eigentlich ein erschreckender Blick in die Zukunft, den Suvada hier wirft. Dennoch auch ein guter Einblick in die Welt der künftigen Technik, denn vorstellbar finde ich das allemal, dass KI einen Teil unserer Körper übernimmt.
Das Buch ist in sich abgeschlossen, bietet am Ende aber Raum für eine Fortsetzung. Denn noch sind nicht alle Feinde besiegt und es herrscht kein Frieden.
Anfangs etwas zäh
Abgeschlagen von Tsokos Michael
Bei diesem Buch bin ich sehr zwiegespalten. Anfangs hat es mich doch tatsächlich gelangweilt. Mir fehlte der rote Faden. Irgendwie fand ich, dass es eine Aneinanderreihung an Obduktionen und Fällen war, die gar nicht richtig zusammenhingen. Und der Täter war ja auch sofort klar. Dazu einige Dinge, die es für mich nicht gebraucht hätte und die die Handlung dann auch noch sehr in die Länge zogen: der Sektionsassistent (netter Versuch, Herr Tsokos) oder der Dicke mit dem autoerotischen Spleen.
Für sich genommen sicher interessant, aber hier völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
Der Schluss hat mich dann doch noch mit dem Buch versöhnt und ab dem Treffen mit Dr. Schneider habe ich das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen können. Hier kam endlich Spannung auf und hielt sich bis zum Schluss.
Das Buch ist der Beginn einer Serie und da ich die detailreichen Schilderungen der Autopsien und der Taten doch gern mochte, lese ich sicher in einen Folgeband auch einmal hinein und hoffe auf eine etwas straffere Ausarbeitung
Hollys Geheimnis
Dark Call - Du wirst mich nicht finden von Mark Griffin
Holly Wakefield wird zu einem grausamen Mord gerufen: ein Ehepaar wurde stranguliert und mit Brandmalen versehen. Zusammen mit Detektive Bishop soll sie den Fall aufklären und kommt schnell darauf, dass der Täter nicht zum ersten Mal getötet hat. Durch ihre Recherchen begibt sie sich selbst in Gefahr.
Ein erstaunliches Thrillerdebut von Mark Griffin. Seine Schreibweise hat mir sehr gut gefallen, die Charaktere waren gut ausgearbeitet und die Handlung logisch nachvollziehbar. Auch Spannung herrschte genug vor, um mich ein Kapitel ums andere wieder zu fesseln. Es herrschte für mich genau das richtige Maß an Grausamkeit vor, auch wenn das Buch teilweise ganz schön hart zu lesen war.
Dark Call ist der Auftakt einer Serie, die ich sicher weiter verfolgen werde. Zu gerne würde ich wissen, wie es mit ihr und Bishop weiter geht und ob sie vielleicht doch noch etwas für Lee tun kann.
Psychoterror
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Läckberg
Camilla Läckberg, bekannt durch ihre Fjällbacka-Krimireihe, versucht sich an ihrem ersten Thriller. Und es gelingt!
Faye hat alles: zusammen mit Jack hat sie eine Firma aufgebaut, die beiden leben in einem tollen Haus und haben eine wunderbare Tochter. Als aber Faye Jack mit einer anderen Frau erwischt, wirft er sie aus der Firma und reicht die Scheidung ein.
Er nimmt Faye alles – nur nicht ihre Selbstachtung. Denn Faye sinnt auf Rache – und auf Jacks Vernichtung.
Es gibt ja einige „unterdrücktes Frauchen wehrt sich“ Thriller, aber Läckberg ist etwas Neues gelungen. Die Ehefrau, die endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und ihre Intelligenz nutzt, um Rache zu nehmen. Dabei geht sie durchaus raffiniert vor und hat Erfolg. Wobei mir hier die Dinge etwas weit hergeholt erschienen. Die Kosmetik, die läuft, weil unterdrückte Frauen Investitionen getätigt haben? Naja, egal. Funktioniert hat es ja.
Auch die emotionale Ebene kommt durch die beste Freundin von Faye nicht zu kurz.
Der Plot allerdings ist etwas vorhersehbar, aber darüber kann man gut hinwegsehen, denn das Buch unterhält gut, wenn auch nicht so spannend, wie ich es erhofft hatte. Aber Fayes Wandel mitzuerleben hat viel Spaß gemacht.
Selbstjustiz
Nemesis von Hoffman Jilliane
Was macht man, wenn man weiß, dass man mit konventionellen Methoden nicht mehr weiter kommt? Genau, man benutzt unkonventionelle. Im Falle von C.J. Townsend, Staatsanwältin, ufert das allerdings sehr aus und ich weiß nicht, ob ich das nun gut finden oder mich eher ärgern soll. Denn was sie tut ist ja nichts anderes, als morden.
Der Schreibstil von Hoffman ist wieder gewohnt sehr gut und das Buch liest sich recht spannend, vor allem dann, als der Countdown für die Suche nach Isa beginnt. Ab hier klebt man förmlich an den Seiten, auch wenn der erste Teil nicht viel weniger spannend war. Schön fand ich auch die persönliche Komponente, die C.J und Dom widerfährt und die das Buch zwischendurch etwas auflockert und den Leser zu Atem kommen lässt. Denn keine Frage: grausam ist das Buch allemal wieder. Teilweise stoppt Hoffman bevor zu viel Blut fließt, teilweise schildert sie jedoch auch detailliert das Grauen, das den jungen Frauen angetan wird.
Faszinierend fand ich auch wie der Club handelte. Wie leicht die Frauen auf die Rekrutierung hereinfallen und wie schnell sie dann in die Fänge des Bösen gelangen. Ich fand es toll zu lesen, wie C.J. Puzzleteil für Puzzleteil zusammensetzt um dem Club auf die Schliche zu kommen. Hoffman hat hier viel Einfallsreichtum und Akribie bewiesen, was mir sehr gut gefallen hat und auch erfrischend neu zu lesen war.
„Nemesis“ ist der 4. Teil aus der C.J.-Reihe und es ist besser, wenn man die Vorgängerbände kennt, denn „Nemesis“ nimmt in vielem Bezug auf die ersten Bände und so macht es einfach mehr Spaß, diesen Band zu lesen. Ich denke, mit „Nemesis“ ist die Reihe auch abgeschlossen. Alle losen Enden wurden verknüpft.
Ein Blick in Judith Keplers Vergangenheit
Schatten der Toten von Herrmann Elisabeth
Mit „Schatten der Toten“ vollendet Elisabeth Herrmann ihre Serie um die Tatortreinigerin Judith Kepler.
Da sich das Buch um Spionage, Gegenspionage und Verrat bei der Spionage dreht, war ich zugegebenermaßen etwas überfordert. Herrmann schreibt gut, keine Frage, aber die ganzen Verwicklungen fand ich teilweise dann doch undurchschaubar.
Mir gefiel Judith in ihrem ersten Abenteuer, in dem sie noch wirklich sie selbst war, viel besser. Sehr viele Handlungsstränge – auch teilweise welche, die mir wie Füllmaterial vorkamen – zogen das Buch stark in die Länge. Ein etwas einfacherer Aufbau hätte der Handlung in meinen Augen eher gut getan.
Schön fand ich, dass Judith in Frederic endlich jemanden findet, mit dem sie glücklich werden könnte. Doch auch ihm ist sein Job wichtiger und so wird er in diesem aufwändigen Fall beinahe zwischen den Fronten zerrieben. Denn hier gilt nur eines: das Gesetz der Rache. Und das Gesicht dahinter hat es auf jemand ganz bestimmtes abgesehen.
Die Story ist gut aufgebaut und wartet mit ein paar Wendungen auf, die der Leser so nicht erwarten konnte. Das fand ich gut gelungen und überraschend. Hier fand ich auch die Detailliebe der Autorin sehr gut, die ihre Charaktere größtenteils logisch handeln lässt und die Hintergründe gewisser Geheimdienste nicht immer gut dastehen lässt.
Fazit: für mich etwas undurchschaubarer, aber gut aufgebauter und teilweise auch recht spannender Abschluss der Serie um die Tatortreinigerin Judith Kepler.
ein wirklich passender Titel
Ein perfider Plan von Anthony Horowitz
Das Buch beginnt gleich mit einem sehr rätselhaften Fall: Diana Cowper geht in ein Bestattungsinstitut und plant ihre eigene Beerdigung. Was könnte sie dazu verleitet haben? Und vor allem: warum wird sie ein paar Stunden später ermordet?
Ein sehr perfide konstruiertes Buch, bei dem ich es sehr witzig fand, wie der Autor seine Story aufgezogen hat.
Er ist nicht nur Autor, er ist auch Protagonist und Erzähler. Und wirbt auch noch nebenbei für seine anderen Romane. Britischer Humor par excellence halt
Was sich anfangs als sehr undurchsichtiger Fall darstellt wird von Horowitz im Laufe des Buches logisch und strukturiert aufgelöst und es ist ein Vergnügen, wie die beiden Hauptdarsteller miteinander agieren. Leiden können sich die beiden nämlich überhaupt nicht, aber der Erzähler ist verblüfft über den Kombinationsreichtum des ehemaligen Polizeibeamten – und nebenbei erwähnt: ich bin es auch. Schon zu Anfang als der Kommissar Horowitz analysiert, war ich begeistert und das hat sich im Buch noch gesteigert. Wenn ich auch manchmal etwas genervt über die Kombinationen war, die dann nicht gleich aufgelöst wurden.
Mit einer Prise schwarzem Humor gemixter Kriminalfall, der locker geschrieben ist und gut unterhält.
Spannend aber unglaubwürdig
Lazarus von Kepler Lars
Von den Toten auferstanden oder nicht?
Eine Mordserie erschüttert Stockholm. Joona Linna vermutet, dass Jurek Walter doch nicht tot ist und flieht mit seiner Tochter aus dem Land. Keiner glaubt ihm zu Anfang, doch dann wird ein Grab gefunden und allen ist klar: Das kann nur eins bedeuten!
Nun beginnt eine Heztjagd, die ihresgleichen sucht.
Jurek und sein neuer Helfer sind grausamer als je zuvor und schrecken auch vor perfiden Tricks nicht zurück. So fand ich zum Beispiel die Szene im Steinbruch hammerhart!
Mit dem „Biber“ führen die Autoren einen neuen, mehr als brutalen, Killer ein, von dem man sich noch einiges an Grausamkeiten erwarten darf. Sehr witzig die Szene im Krankenhaus, als er plötzlich durch seine Gabe an einem Mord gehindert wird.
Ein wenig unglaubwürdig und weit hergeholt fand ich die Handlung ja teilweise schon! Jurek weiß immer alles, ist immer bestens informiert – nur woher? Das hat mir die Freude am Lesen stellenweise etwas verdorben, hier hätte ich mir eine ausführlichere Beschreibung gewünscht, wie er z.B. das Safe House findet.
Für mich als Thrillerleser hätten auch die Szenen der Personen in den Gräbern etwas mehr ausgebaut werden dürfen, das hätte das Ganze noch etwas spannender gemacht.
Ansonsten recht spannend geschrieben, aber am Ende auch etwas schnell abgehandelt. Und den Tod einiger Personen nehme ich den Autoren persönlich übel











