Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Ein mutiger Kampf
Wie schön wir waren von Imbolo Mbue
Äußerst eindrucksvoll beschreibt Imbolo Mbue einen David gegen Goliath Kampf, eines afrikanischen Dorfes gegen einen amerikanischen Ölkonzern. Über viele Jahre hinweg, nicht immer ganz chronologisch. Ein Roman, der sich aus vielen kleinen Stückchen langsam zusammensetzt. Immer wieder gibt es die ganz allgemein gehaltene Perspektive der "Kinder" des Dorfes, dann wechselnde Perspektiven.
Aber die Hauptperspektive ist die von Thula, eines der Mädchen aus dem Dorf, dessen Vater verschwunden ist, als er sich für die Angelegenheiten des Dorfes einsetzen wollte. Auch ihr Onkel Bongo kommt zu Wort. Thula wächst heran und man begleitet sie auf ihrem Weg. Ein äußerst eindringliches Buch, das über die Zerstörung von Brunnenwasser und fruchtbarem Ackerland durch den Ölkonzern spricht, der jedoch keinerlei Verantwortung übernehmen möchte und auch die Ärzte nicht die Dorfbewohner behandeln lässt. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft mit vielen Ungerechtigkeiten. Ich habe hier viel gelernt und habe viele Denkanstöße bekommen. Ein Buch, das mich in Gedanken sicherlich noch länger beschäftigen wird und eine Autorin, die ich mir merken werde.
Von Anfang an
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 43 - Wie helfe ich der Umwelt? von Patricia Mennen
Von Anfang an, schon für die Kleinen, wird hier ein Umweltbewusstsein aufgebaut. So wird dazu angeregt, keine in Plastik eingeschweiten Gurken im Supermarkt zu kaufen, Bücher auch mal aus der Bücherei auszuleihen oder aber Spielzeug und Co, das man nicht mehr braucht, zu verkaufen oder aber auch zu spenden.
Aber auch keinen Müll fallen lassen, sondern in den Mülleimer zu werfen. Auf dieser Seite werden die Kinder dazu aufgerufen nach Dingen zu schauen, die nicht in den Wald gehören und so aktiv mit eingebunden. Und natürlich gibt es hier auch wieder die tollen Klappen, die man aufklappen und dahinter eine weitere Zeichnung entdecken kann. Die gehören ganz einfach immer wieder zu den Highlights dieser tollen Buchreihen. Das gesamte Buch ist schön robust aus Pappe und hält so einiges aus. Die Texte sind altergerecht geschrieben und dennoch informativ.
Spannender und gut recherchierter historischer Roman
Die Brücke der Ewigkeit von Wolf Hector
Begeben wir uns auf eine Reise ins 14. Jahrhundert. Bis nach Prag führt uns diese Reise und wir werden hier eine große Bandbreite an Gefühlen durchleben, aber auch sehr viel lernen, sowohl historische Fakten als auch so einiges über Architektur und natürlich die Geschichte der Stadt Prag bzw. natürlich der titelgebenden Brücke.
Doch es handelt sich hier nicht um ein trockenes Sachbuch, sondern einen historischen Roman, der eine große Bandbreite an Gefühlen bietet, an Abenteuer, an Leid, Armut und Krankheit, aber auch Liebe und Freude etc. Neben historischen Persönlichkeiten begegnen uns hier natürlich auch Romanpersonen, deren Schicksal(e) gekonnt mit den historischen Gegebenheiten verknüpft werden. Zur besseren Orientierung gibt es zu Beginn eine Karte von Prag und ein Personenverzeichnis. Am Ende des Buches findet man ein Glossar und nach der Lektüre fand ich das Nachwort sehr spannend zu lesen.
Der Roman beginnt mit dem Ende und der Satz "Die Brücke ist schuld [...] oder nein, die Magdalenenflut" (S. 20) ist eine sehr gelungene Überleitung zu den zurück liegenden Ereignissen, die dann nach dem Prolog erzählt werden. Jan Otlin hat als junger Mensch einen Schwur geleistet, den er Jahre später, als er bereits in Avignon arbeitet, einlöst und ihn nach Prag zurück kehren lässt. Dort will er eine Brücke bauen,die heute noch berühmte Karlsbrücke, doch sein Konkurrent legt ihm viele Steine in den Weg. Jan Otlin, aber auch die vielen Nebenpersonen sind vielschichtig dargestellt und lassen uns in dieses großartige Buch eintauchen und die Welt um uns herum vergessen. Der Autor konnte mich mal wieder begeistern und ich empfehle diese buchige Reise sehr.
Nicht so gut
Wo kommen wir denn da hin von Günter Habicht
Ich kenne zwei Bücher aus der Renate-Bergmann-Reihe, also der Online-Oma und war deshalb gespannt, was es hier mit dem Offline-Opa zu erleben gibt. Die fiktive "Renate Bergmann" wirbt für dieses Buch - und ehrlich gesagt war es mir hier dann doch ein wenig "zu viel des Guten" mit dem schrägen Humor und den Übetreibungen.
Hier wurde meines Erachtens ein erfolgreiches und bekanntes Format nur ein klein wenig variiert - von "online" zu "offline", von weiblich zu männlich - und dann versucht damit zu überzeugen. Aber der Offline-Opa ist einfach keine Renate Bergmann und hier wurde es mir echt zu viel. Schade eigentlich, dass diese Idee hier auf diese Weise weiter "ausgeschlachtet" wurde. Seitdem Günter Habicht in Pension gegangen ist und nicht mehr als Busfahrer arbeitet, hat er es sich zur Aufgabe gemacht seine Nachbarschaft ganz offline zu überwachen und auf seine Art "für Ordnung" zu sorgen. Da geht es um Parken vor der Schule, den Müll und vieles mehr. Sicherlich einige amüsante Stellen, aber insgesamt dann doch leider nur ein müder Abklatsch. Von Renate Bergmann lese ich gerne wieder einmal ein Buch.
Historischer Krimi
Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen von Henrike Engel
Hamburg in der Kaiserzeit, im Jahr 1910, noch ist der Erste Weltkrieg weit entfernt. In der Stadt und im gesamten Land herrschen große Not. Anne Fitzpatrick musste aus London fliehen und kehrt nach zwölf Jahren in ihre Heimatstadt Hamburg zurück, wo sie als eine der ersten Ärztinnen überhaupt in einem Frauenhaus arbeitet.
Ihren wahren Namen verrät sie nicht, um sich nicht als Tochter eines großen Reeders zu zeigen. Denn sie widmet mit ihrem Frauenhaus ihr Leben den Ärmsten der Armen - und das sind nun einfach fast immer Frauen. Die Soziale Frage trifft diese einfach härter. Doch es ist auch das Zeitalter der Frauenbewegung und des Aufbruchs. In ihrem Frauenhaus trifft Anne auf Helene Curtius, die eine Leiche gefunden hat und schon sind wir eher in einem historischen Krimi gelandet, was mir gut gefallen hat. Das Cover hingegen finde ich für diesen Roman zu kitschig angelegt, aber das ist rein subjektiv. Mir hat der erste Band der Reihe gut gefallen und bin schon neugierig auf die beiden weiteren Teile.
Der Apfelsaftdieb
Emil Einstein (Bd. 2) von Suza Kolb
Emil Einstein ist ein wirklich toller und genialer Erfinder. Auch wenn ich- bisher - Band 1 der Reihe noch nicht kenne, so bin ich nun doch neugierig darauf geworden, wie es begonnen hat. Zuerst ein paar Worte zur Aufmachung des Buches: die Illustrationen sind einfach wunderbar und zum Glück sogar in Farbe, denn das ist immer schöner.
Und dann all die sorgfältig gewählten Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Kapitelüberschriften, meist auf einem Holzbrett oder aber auf einer Tafel, immer mit kleinen Variationen. Emil ist ein äußerst sympathischer Protagonist, der wirklich ein toller Erfinder ist mit genialen Ideen, die er dann auch noch umsetzen kann. Aus einer Holzkiste möchte Emil ein neues Heim für seinen Kauz bauen und dann steht da noch ein Seifenkistenrennen an. Doch dann klaut jemand Emils geheime Zutat - den Apfelsaft. Den braucht er doch als Antriebsmittel. Ob da auch die gemeinen Konkurrenten Max und Moritz dahinter stecken? Findet es heraus!
Mysteriös
Der Herzgräber von Jen Williams
Ich habe noch kein Buch von Jen Williams gelesen, aber der Klappentext hat mich sofort interessiert. Welches Motiv steckt wohl hinter solch perfiden Morden? Und wie kommt es, dass nach so vielen Jahren auf einmal wieder Morde an Frauen geschehen? Was war der Auslöser? Und ist Michael Reave vielleicht unschuldig im Hochsicherheitsgefängnis gelandet? Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Heather, die ihre Mutter lange Jahre nicht gesehen hat und nun ist sie tot, sie hat Selbstmord begangen.
Und so kehrt Heather zurück an den Ort ihrer Kindheit und versucht ihre Mutter und deren Vergangenheit besser zu verstehen. Dabei trifft sie ihre Kindheitsfreundin wieder mit der sie sich beratschlagt. Heather ist Journalistin, hat zurzeit jedoch keinen Job und darum Zeit zum Recherchieren. Zwischendurch gibt es immer wieder Abschnitte aus der Vergangenheit von Michael Reave. Das Ende konnte mich gut überraschen und hat alle losen Fäden zusammen geführt. Zwischendurch war mir das Buch manchmal etwas zu weitschweifig. Heike Warmuth hat es gut und spannend vorgelesen und mir somit spannenden Hörstunden beschert.
Zwölf
Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge von Aisling Fowler
"Zwölf" ist ein sogenannter Jagdling, also in der Ausbildung zur Jägerin. Sie hat ihren Clan hinter sich gelassen und mit dem Eintritt in die Gemeinschaft auch die Zugehörigkeit zu ihm. Damit die Jagdlinge diesen Weg bewusst gehen, müssen sie auch ihren Namen hinter sich lassen und sich stattdessen nach einer Zahl benennen.
Wenn sie die Prüfung zum Jäger/zur Jägerin geschafft haben, wählen sie sich selbst einen neuen Namen. Zwölf ist gut mit den Äxten und im Kampf, doch sie hat einfach zu viel Wut in sich und ist nicht dafür geeignet im Team zu arbeiten und deswegen hat sie in der Partnerarbeit oft niemanden bzw. entscheidet sich eigentlich nur Sieben dazu, doch diese ist ungeschickt im Kämpfen und kann sich nichts merken, sie stottert und keiner weiß, warum sie überhaupt ein Jagdling geworden ist. Doch dann kommt es zu einem Überfall und Sieben wird entführt. Zwölf macht sich auf die Suche, doch sie ist nicht alleine und widerwillig muss sie nun doch mit anderen zusammen arbeiten und lernt dabei, dass das zwar schwierig sein kann, aber auch Vorteile mit sich bringt. Ein spannendes Jugendbuch, dessen Spannung sich immer mehr steigert und gegen Ende mit so manch einer Überraschung aufwartet. Ich bin bereits neugierig, wie es wohl weitergehen wird.
Magda und Co
Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch von Helene Sommerfeld
Das Buch beginnt mit grausamen Verbrechen an Frauen. Die Kriminalfälle stehen jedoch nicht im Mittelpunkt, sondern mehr die Geschichte um Magda, Celia und Doris. Die Reihe um die Polizeiärztin Magda Fuchs und weitere junge Frauen, die sich ihren Weg suchen in der noch jungen Weimarer Republik, geht in eine zweite Runde.
Das Buch beginnt im Jahr 1922, die politischen Verhältnisse sind nicht einfach, die rasant steigende Inflation macht es auch nicht einfacher, jedoch Magda und ihre Freundinnen gehen ihren Weg. Es gibt zwar auch wieder einen Kriminalfall, allerdings steht dieser eher im Hintergrund und beschäftigt die Polizeiärztin nicht immer. Magda ist vielmehr damit beschäftigt ihre eigene Praxis aufzubauen und da gibt es einige Probleme, da sie nicht dieselben Dienste wie ihr Vorgänger anbieten möchte. Doch auch Celia und Doris haben es nicht einfach. Durch die Perspektivwechsel erhalten wir als LeserInnen einen guten Überblick über die unterschiedlichen Rollen der Frau und es gibt auch immer wieder Einblicke in die historischen Ereignisse.
Die Vergangenheit
Die falsche Zeugin von Karin Slaughter
Ich habe schon recht viele Thriller von Karen Slaughter gelesen und war von den letzten ein wenig enttäuscht, weil sie zwar immer noch gut waren, aber nicht solche Pageturner, wie ich sie von der Autorin gewohnt war. Aber mit diesem für sich stehenden Thriller konnte sie mich wieder einmal richtig packen.
Vielleicht war es auch mal wieder an der Zeit, keine Reihenfortsetzung mit bekannten Charakteren zu schreiben. Die Anwältin Leigh hatte in ihrer Kindheit ein traumatisches Erlebnis und dachte, dies hinter sich gelassen zu haben und nun ein normales Leben führen zu können. Allerdings holt diese Vergangenheit sie eines Tages wieder ein, als ein neuer Mandant kommt. Die Vergangenheit hat mit diesem Mann zu tun und die Rückblicke sind erschreckend und schauerlich. Trotz der Dicke des Buches konnte die Spannung aufrecht erhalten werden und ich fühlte mich gut unterhalten.











