Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Mord im Verlag
Dies ist nun bereits der 10. Krimi der Reihe und ich habe nicht alle Bücher der Reihe gelesen, jedoch so einige, so dass ich die Personen recht gut kenne. Auch dieses Mal spielt das Privatleben von Pia Sander (mehr am Rande) und vor allem von Oliver von Bodenstein eine Rolle. Denn auch seine letzte Ehe ist kurz vor dem Aus und außerdem steht Oliver kurz davor einen Teil seiner Leber seiner Ex-Frau Cosima zu spenden.
Währenddessen steht der Ex von Pia Sander, der Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kurz vor der Veröffentlichung seines zweiten Kriminalromans, da gibt es in seinem Verlag einen Mordfall. Heike Wersch, die ehemalige Programmleiterin des Winterscheid-Verlags, die sich mit einem eigenen Verlag selbständig machen wollte, wird ermordet. Doch wer ist der Täter? Die Frau hat sich viele Feinde gemacht. Hat es etwas mit der Vergangenheit zu tun? Mit einem Verbrechen, das 35 Jahre zurück liegt und über das die ehemaligen Freunde nie wieder sprechen wollten? Ein Einblick ins Verlagswesen, immer neue Motive und mögliche Täter tauchen auf und während sich das Buch zwischendurch Zeit lässt, wird am Ende das Tempo ordentlich angezogen. So ganz hat mich hier die Auflösung nicht überzeugt. Für mich ist es nicht der beste Band der Reihe. Allerdings hat mich Julia Nachtmann mit ihrer hervorragenden Stimme für sich einnehmen können. Eine Sprecherin, der ich gerne wieder zuhören möchte.
Kurzgeschichten
Eifersucht von Jo Nesbø
Die sieben Kurzgeschichten in diesem Buch verbindet einzig und allein das Thema "Eifersucht", ansonsten lernen wir ganz unterschiedliche Menschen kennen. Leider wird im Klappentext die längste Geschichte aus dem Buch schon recht weit zusammengefasst und verrät meines Erachtens zu viel. Am besten gefallen hat mir gleich die erste Geschichte, in der sich zwei Menschen auf einem Flug von New York nach London kennen lernen und sich in den Stunden des Fluges ihre Geschichte erzählen.
Eine weitere Geschichte handelt von einem Taxifahrer und einem gefundenen Ohrring. Dann gibt es noch einen Arbeiter der Müllabfuhr, einen verlassenen Ehemann und einen etwas exzentrischen Autor. Mehr möchte ich hier nicht verraten, denn die Kunst der Kurzgeschichte ist es ja gerade, nur auf wenigen Seiten einen Spannungsbogen aufzubauen und dann mit einem überraschenden Ende aufzuwarten. Mir haben diese Geschichten gut gefallen und das Buch war rasch ausgelesen. Nesbø hat gezeigt, dass er auch auf nur wenigen Seiten Spannung aufbauen kann.
Ein entbehrungsreiches Leben
Die vier Winde von Kristin Hannah
Das Buch beginnt in den "roaring twenties". Elsa wächst behütet auf und ihr fehlt es an nichts. In materieller Hinsicht zumindest. Doch sie möchte leben. Ausgehen, feiern, sich amüsieren. Ihre beiden Schwestern sind hübsch und haben früh geheiratet. Doch Elsa war krank und hat vermutlich ein Herzleiden und muss sich deswegen schonen.
Außerdem ist sie viel zu groß und nicht hübsch genug. Doch am Abend ihres 25. Geburtstages schleicht sie sich in einem neuen Kleid davon. Kurze Zeit später ist sie schwanger und wird von ihrer Familie verstoßen. Ihre Schwiegermutter ist nicht begeistert von der Schwiegertochter, da ihr Sohn doch aufs College gehen sollte. Doch die Frauen arrangieren sich. Zeitsprung in die 1930er Jahre. Die guten Jahre in Texas sind vorbei. Es ist die Zeit nach dem Schwarzen Freitag und die der Sandstürme in der "dust bowl", die eindringlich beschrieben werden. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen tritt ein und Elsa und ihre Familie erleiden so viel. Kristin Hannah schafft es die Sorgen und Ängste und all das Leid, aber auch jeden Hoffnungsschimmer gut heraus zu arbeiten. Vorgelesen wird das Hörbuch sehr eindringlich und einfühlsam von Luise Helm.
Kommt langsam in Fahrt
Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann von Kerstin Gier
Ich habe mich schon sehr auf das neue Fantasybuch von Kerstin Gier gefreut, aber ich glaube, ich habe meine persönliche Latte etwas zu hoch gestellt. Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Quinn (gesprochen von Timo Niesner) und Matilda (gesprochen von Fritzi Bauer) erzählt. Quinn ist ein echt cooler Typ.
Er macht Parcours, ist beliebt, hat einen besten Freund, eine Freundin.... ähm, nun ja, eigentlich möchte er mit der gerade Schluss machen, weil sie einfach zu sehr eine Klette ist und peinliche Kosenamen vergibt. Matilda hingegen entstammt der uncoolen Nachbarsfamilie und wird ständig mit ihrer Cousine Luise verwechselt. Die Familie ist sehr religiös und Matilda muss auch ständig Ehrenämter ausführen, zu Kirchenfreizeiten fahren und hat - zu ihrem Leidwesen - viel zu uncoole Klamotten. Und sie schwärmt schon ewig für Quinn. Quinn landet auf der Intensivstation und kämpft sich erst langsam wieder ins Leben zurück, doch irgendetwas ist anders als vorher und es sieht seltsame Gesichter. Außerdem distanziert er sich von seinen Freunden und da kommt Matilda gerade zur rechten Zeit und fährt ihn im Rollstuhl herum. Und sie ist auch viel witziger als er dachte... Die Fantasyelemente nehmen hier leider noch nicht so viel Raum ein und manche Beschreibung der Familie von Matilda war mir doch zu ausführlich. Am Ende passiert dann doch auf einmal ganz viel und dann war der erste Teil leider bereits beendet. Die beiden Sprecher haben mir jedenfalls richtig gut gefallen und ich haben ihnen gerne zugehört.
Fabian Risk
Meeressarg von Stefan Ahnhem
Die Reihe um Fabian Risk mit ihrer durchgehenden Geschichte hat mich schon vom ersten Band an gefesselt und ich war darum neugierig auf diese Geschichte, weil im Klappentext schon klar wurde, dass es dieses Mal endlich weitergehen wird. Dunja Hougard, die dänische Ermittlerin, ist untergetaucht und dieses Mal soll es Kim Sleizner endlich an den Kragen gehen.
Auch Fabian Risk hat viele Gründe, gegen Sleizner zu ermitteln. Diesen Thriller kann man vielleicht auch ohne Kenntnisse der vorhergehenden Bände lesen, allerdings konzentriert man sich dann eher auf den Fall um das versenkte Auto mit den zwei Leichen und weniger um das ganze Beziehungsgeflecht. Stefan Anhem ist es auch dieses Mal wieder gelungen mich zu fesseln und ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es nun wohl weiter gehen wird. Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung und ich würde gerne mehr aus der Feder von Anhem lesen.
Breit gefächert
Book Rebels von Annette Pehnt
Ich habe schon diverse "Book Rebels" Titel im Regal stehen und bin auch von diesem neuen Werk wieder einmal begeistert und überrascht, wer hier alles aufgenommen wurde. Viele kenne ich, aber längst nicht alle. Und von denen, die ich zu kennen meinte, habe ich so manch ein neues Detail gelernt.
Oder ich bin wieder an liebgewonnene, in Vergessenheit geratene Heldinnen erinnert worden. Die größte Gruppe bilden hier wohl "Die wilden Hühner" von Cornelia Funke. Ein Buch, das mich als Jugendliche beeindruckt hat und dessen Heldin ich beinahe vergessen hatte, war "Die Wolke" von Gudrun Pausewang. Aber nun ist meine Erinnerung an dieses Buch wieder da. Ein tolles Buch zum Schmökern, zum Nachschlagen, immer wider Hervorholen oder aber auch zum Durchlesen von vorne bis hinten. Jeder Heldin ist eine Doppelseite gewidmet. Auf der linken Seite gibt es eine Zeichnung und rechts einen kurzen Text, inklusive eines tollen Zitats und der Nennung des Autors/der Autorin. Ich finde es gut, dass die Zeichnungen und Texte auch in diesem Band wieder von unterschiedlichen Personen stammen.
Eine Geschichte voller Düfte
Das Haus der Düfte von Pauline Lambert
Anouk und ihre Mutter gelangen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Paris, wo die Mutter eine Apotheke übernehmen wieder. Auf dem Bahnhof erschnuppert Anouk einen unwiderstehlichen Duft, den sie "Bienvenue" nennt und hinter dessen Geheimnis bzw. seine Komposition sie immer wieder kommen möchte.
Anouk ist das Leben in der Apotheke zu eng; die Mutter ist sehr besitzergreifend, traut sich kaum, das Haus und die Apotheke zu verlassen. Doch Anouks Träume liegen woanders: sie möchte Parfümeurin werden. Und nach all den Absagen in Paris erhält sie überraschend ein Angebot in die Duftstadt Grasse zu reisen und dort für die Familie Girard zu arbeiten, eine der großen Parfümeur-Familien der Stadt. Bevor wir die Ankunft von Anouk in Grasse erleben, gibt es einen Zeitsprung und wir lernen die Geschichte von Florence kennen, die den Gerbersohn Horace heiratet und mit ihm gemeinsam das Geschäft der Girards aufbaut. Mit weiteren Zeitsprüngen erfahren wir mehr über die Vergangenheit der Familie Girard und ihrem erbitterten Streit mit einer anderen Familie, worauf ich hier allerdings nicht eingehen möchte, um nicht zu spoilern. Manchmal ein wenig vorhersehbar, aber insgesamt eine Reise voller Düfte und Sehnsucht nach Lavendel, Rosen und Co. Dagmar Bittner ist eine versierte Sprecherin mit einer angenehmen Stimme und hat Anouks Geschichte gut versprachlicht.
Ein Schatz
Von ganzem Herzen ... von Austen Jane
Dieses Buch ist ein Schatz für alle Jane-Austen-Liebhaber. Äußerst liebevoll gestaltet und eine wunderbare Auswahl an Briefen von und an Jane Austen bzw. nach ihrem Tod auch noch zum Beispiel von ihrer geliebten Schwester Casssandra. Chronologisch unterteilt wird das Buch nach einer kurzen Einleitung in folgende Phasen: Steventon 1796 - 1801 Frühe schöpferische Jahre, Bath 1801 - 1805 Abschiede und Ungewissheiten, Southampton 1807 - 1809 Neue Perspektiven, Chawton 1809 - 1813 Ein neues und geordnetes Zuhause, Chawton 1813 - 1816 sowie Chawton und Winchester 1816 - 1817 Letzte Tage.
Gut gefallen haben mir auch das ausführliche Register und die tollen Bilder, seien es nun Landschaften oder aber auch Silhouetten, Faksimile von Briefen etc. Den Briefen wird meist eine kurze erklärende Einleitung vorangestellt und es gibt viele Erklärungen, so wie zum Beispiel zu einem Phaeton oder zu Harfenistinnen. Eine absolute wunderbare Gesamtkomposition. Sowohl für neue LiebhaberInnen als auch für langjährige Fans gibt es hier etwas zu entdecken. Ein Buch, das man sowohl von vorne bis hinten lesen kann als auch es blätternd entdecken und immer mal wieder innehalten. Ein Buch, das Lust auf den xten reread von Pride and Prejudice macht oder die Neuentdeckung der Bücher von Jane Austen oder auf eine Reise zu den Schauplätzen.
Gefährliches Spiel
Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz von Sandra Grauer
Nach "Die Clans von London" veröffentlicht Autorin Sandra Grauer ihre nächste Fantasy-Dilogie. Dieses Mal geht es um Fae/Elfen und Drachen. Die Geschichte spielt am geschichtsträchtigen Trinity College in Dublin. Es steht alles kurz vor einem Krieg zwischen den Fae und den Drachen. Ganz klassisch, ja, beinahe klischeehaft - oder mehr als nur "beinahe" - sind die beiden Hauptpersonen Vertreter eben dieser beiden "Gattungen".
Die Fae stellen den Drachen ein Ultimatum und der Drachenkönig schickt seinen Sohn, den Drachenprinzen Aiden, zum Trinity-College, um ihn in Sicherheit zu wissen. Allerdings wird auch die Elfenkriegerin Kailey dorthin geschickt, um sich um den Prinzen im Sinne der Fae zu "kümmern". Die Geschichte entwickelt sich meiner Meinung nach etwas zu vorhersehbar, wenn auch zwischendurch interessantere Passagen kommen, wenn es um die Kämpfe oder politischen Entscheidungen und Handlungen ging. Für mich insgesamt eher Mittelmaß.
Toller Auftakt
Lady of the Wicked (Lady of the Wicked 1) Lady of the Wicked von Laura Labas
Darcia Bonnet ist eine Hexe und um ihre Schwester zu rächen beziehungsweise sie gar von den Toten wieder zu erwecken, möchte sie zur Lady of the Wicked werden. Dafür muss sie jedoch 13 Hexen töten. Sie hat einen Waldtroll, der ihr treu ergeben, dafür aber nicht der Hellste ist. Aber dennoch sehr liebenswert und er kommt ständig mit neuen Geschöpfen an, die Darcia heilen soll.
Darcia lebt in New Orleans, in unserer Welt. Die dazu passende Stadt in der so genannten Schattenwelt ist Babylon, die sie jedoch verlassen musste. Die zweite Perspektive ist die von Valens, von dem man erst nicht so viel weiß. Die beiden geraten schnell aneinander und fechten immer neue und witzige Wortgefechte aus. Die dritte Perspektive kommt erst später dazu und stammt von einer Person aus Babylon.
Zu Beginn muss man wegen der vielen neuen Personen und dem Weltenaufbau schon genau zuhören, aber es lohnt sich. Die Geheimnisse werden wie Zwiebelhäute nach und nach entblättert und es gab so manch einen Aha-Effekt. Denn die Personen hängen viel enger zusammen als gedacht. Eine tolle Welt, eine interessante Geschichte - und vor allem so toll vorgetragen. Alle drei SprecherInnen gefielen mir richtig gut. Und ich fand es toll, dass es hier für jede Perspektive eine andere Stimme gibt. Dagmar Bittner (als Darcia), Moritz Pliquet (als Valens) und Sarah Grunert (als Ruth) bilden ein tolles Team. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Dilogie.










