Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Dicker Schmöker
Die Siegel des Todes von Peter Orontes
Das Cover mit dem großen Schriftzug konnte sofort meine Aufmerksamkeit wecken und ich habe mich sehr auf einen dicken, historischen Schmöker gefreut.
Der Autor nimmt uns mit ins 14. Jahrhundert in den Schwarzwald.
Der Waisenjunge Elias hat es nicht leicht mit der Arbeit bei dem sadistischen Abdecker.
Lediglich ein kupfernes Medaillon ist ihm aus seinem früheren Leben geblieben. Daran erinnert er sich allerdings nicht, denn der Abdecker Herrlinger hat ihn nach einem Schlag auf den Kopf im Wald gefunden, ohne Gedächtnis. Doch zum Glück gelingt Elias die Flucht und er kommt nach Regensburg.
Die zweite Erzählebene handelt von Ragnhild, die ebenfalls ihre Eltern verloren hat, aber mit der Ärztin Ärztin Abellita Montini nach Salerno reist, wo schon im Mittelalter Frauen ein Medizinstudium absolvieren konnten und durften.
Ein Roman, dem an manch einer Stelle eine Kürzung gut getan hätte, aber insgesamt gesehen hat er mir gut gefallen.
Fjällbacka, die 11.
Kuckuckskinder von Camilla Läckberg
"Kuckuckskinder" ist bereits der erste Teil der Reihe um den Polizisten Patrik Hedström und die Schriftstellerin Erika Falck, die inzwischen verheiratet sind und Kinder haben. Ich habe die ersten Bände der Reihe gelesen, doch dazwischen fehlen mir einige der Bücher, aber viele der Personen waren mir noch bekannt.
Ich denke, es ist auch hilfreich, wenn man die Hintergründe kennt, denn es geht auch hier wieder viel um Personen, die seit Langem Bestandteil der Reihe sind. Allerdings ist für den Fall dieses Wissen nicht so wichtig.
Meines Erachtens ist der Klappentext etwas irreführend und einiges ging mir schon sehr nahe, worauf ich ohne zu spoilern aber nicht eingehen kann.
Es beginnt mit der Feier zu einer goldenen Hochzeit, doch schon am nächsten Tag ist der Fotograf Rolf tot, ermordet in seinem Fotoatelier, kurz vor der Vernissage. Er war mit den Gastgebern und einigen der Gästen gut befreundet. Seine Witwe bringt Erika auf einen neuen Fall für ihr Buch und somit recherchiert sie über den Mord an der transsexuellen Lola. Auch hier gibt es immer wieder Rückblicke vor die Ereignisse vor dem Tod.
Insgesamt nicht der beste Teil der Reihe, denn streckenweise fehlte mir die Spannung. Am Ende wird alles gut aufgeklärt, obwohl ich schon recht früh eine Vermutung hatte, die sich dann bestätigt hat.
Guter historischer Krimi
Fräulein Anna, Gerichtsmedizin von Petra Aicher
Das Cover dieses Buches hat sofort mein Interesse geweckt und ich habe daraufhin voller Neugierde den Klappentext gelesen. Die beiden Personen - Anna und Fritz - beherrschen das obere Drittel während unten eine Ansicht von München abgebildet ist. Anhand der Kleidung konnte ich die Handlung schon ungefähr einordnen.
Und mir hat dieser historische Kriminalroman gut gefallen. Anna Zech ist eine junge Krankenschwester mit Träumen: sie möchte Obduktionsassistentin werden - eine sehr ungewöhnliche Wahl zu Beginn des 20. Jahrhunderts, noch vor dem Ersten Weltkrieg. Aber Anna muss sich ihren Lebensunterhalt verdienen. Friedrich Weynand, Fritz, hingegen stammt aus einer ganz anderen Schicht. Diese beiden, aber auch weitere Personen des Romans, wurden gut herausgearbeitet.
Der Kriminalfall war interessant und auch die Ermittlungen haben mir gut gefallen. Die sich anbahnende Freundschaft zwischen Anna und Fritz war interessant zu verfolgen.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn es nicht sehr spannend war und erst am Ende erst richtig an Fahrt aufgenommen hat. Aber das finde ich bei historischen Kriminalromanen auch nicht so wichtig, da es hier ja zwei Schwerpunkte gibt.
365 Tage
Die Mauersegler von Fernando Aramburu
Das Cover dieses Buches gefällt mir wirklich gut und nach "Patria" war ich sehr gespannt auf "Die Mauersegler".
Toni ist um die 50 Jahre alt und beschließt, in genau einem Jahr seinem Leben ein Ende zu setzen. Und so ist dieser dicke Wälzer eine Chronik seines letzten Jahres; jeder einzelne dieser 365 Tage umfasst ein Kapitel des Buches.
Der Roman soll ein humoristischer Roman sein, allerdings konnte er meinen Humor leider so gar nicht treffen.
Ich habe auch schon Bücher mit Anti-Helden gelesen, Protagonisten, denen ich keine Sympathie entgegen bringen konnte, aber die Bücher dennoch gerne gelesen habe. Aber hier habe ich ganz einfach keinen Zugang zu dem Buch finden können. Die Idee an sich fand ich sehr interessant. Jeden Tag Überlegungen aufzuschreiben und das von einem Philosophielehrer. Ich habe wirklich immer wieder versucht, mit dem Buch "warm zu werden", aber vielleicht war es auch einfach nicht die richtige Zeit für dieses Buch?
Ein Buch, bei dem sich - wie ich an den Rezensionen sehe - die Geister scheiden.
Alte Freundschaften
Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum von Malin Stehn
Nina, Malena und Lollo sind seit vielen Jahren befreundet, aber im Laufe der Jahre haben sie sich dennoch etwas auseinander gelebt. Beruf und Familie machen regelmäßige Treffen schwierig, allerdings feiern sie immer noch zusammen Mittsommer und Silvester. Dieses Jahr sind sie bei Lollo und ihrem Mann Max, einem rassistischen, unsympathischen Angeber, eingeladen.
Währenddessen feiert die Tochter von Lollo gemeinsam mit Smilla, Ninas und Fredricks Tochter, in deren Haus eine Party. Allerdings hat vor allem Nina Bedenken, dass die Party über die Stränge schlagen könnte. Malena, die Dritte im Bunde, hat eigentlich immer wieder wechselnde Beziehungen und ist mit ihrer neuen Beziehung auch auf der Party.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Lollo, Nina und Fredrick. Zum Teil gibt es sehr ausschweifende, lange Beschreibungen und es dauert, bis etwas passiert. Immer mehr Probleme treten zu Tage. Das geht leider oftmals zu Lasten der Spannung; erst gegen Ende wird hier das Tempo noch einmal angezogen.
Fazit: ein doch eher ruhiger, schwedischer Krimi, bei dem ich mir mehr Spannung, Tempo und Dramatik erhofft hätte.
Highlight
Feldpost von Mechtild Borrmann
Ich habe ja mittlerweile schon sehr viele Bücher gelesen, die zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges spielen, aber dieses Buch von Mechthild Borrmann ist etwas ganz Besonderes.
Die Ausgangssituation ist die folgende: Cara, eine Anwältin, erhält eines Tages einen alten Aktenkoffer mit einem Bündel Feldpostbriefe mit der Aufforderung, Adele zu finden.
Als sie Nachfragen stellen möchte, ist die Frau aus dem Café verschwunden, die ihr diesesn Auftrag gegeben hat. Adele findet Cara nicht, dafür jedoch Richard Martens, den Verfasser der Feldpostbriefe. Für Richard brechen alte Wunden wieder auf, als er die Briefe in den Händen hält.
Nach und nach erfahren wir LeserInnen was damals geschehen ist, in Rückblenden aus der Sicht von Adele. In der Gegenwart gibt es die Perspektiven von Cara und Richard, der sich auch immer wieder gedanklich in die Vergangenheit begibt.
Ein unglaublich starker Schreibstil, eine Geschichte, die eine große Sogwirkung ausübt. Und eine Geschichte, die so viel mehr beinhaltet als man erst vermutet.
Ein magisches Adventskalenderbuch
Winterblütenmagie. Der zauberhafte Adventskalender mit 24 Fabelwesen von Paulina Schaeffer
Was für ein wunderschönes Cover, da startet man direkt mit Gefühl, sich gleich in faszinierende Fantasy-Welten zu vertiefen und die Neugierde auf die ganz unterschiedlichen Fabelwesen, um die es in diesen Kurzgeschichten geht, wächst definitiv. Es gibt eine Rahmengeschichte, denn Tilly und ihr Freund Cedric entdecken in einem Trödelladen einen altmodischen Adventskalender.
Tilly, die im Gegensatz zu Cedric nicht an übernatürliche Wesen glaubt, öffnet das erste Türchen - und schon stecken wir in der ersten Kurzgeschichte, in der ein Fabelwesen gerettet werden muss - und dafür muss Tilly an die Existenz von Feen, Nessie, Irlichter etc glauben. Jedes Türchen bzw jedes Wesen wird in einer Geschichte von einem anderen Autor/einer anderen Autorin verfasst und lässt uns in ganz unterschiedliche Welten eintauchen. Es gibt auch eine durchgehende (Liebes-)Geschichte. Ein schönes und magisches Adventskalenderbuch.
Wieder ein großes Abenteuer
Keeper of the Lost Cities – Das Vermächtnis (Keeper of the Lost Cities 8) von Shannon Messenger
"Keeper of the Lost Cities. Das Vermächtnis" ist der achte Band der Reihe und auch dieser endet mit einem kleinen Cliffhanger, allerdings mit nicht einem so fiesen. Und dieses Mal werden wir allerdings länger warten müssen, bis die Geschichte weitergehen wird. Andererseits gibt es hier auch einen gewissen Abschluss der Reihe, darum umso schöner, dass es doch noch weitergehen wird.
Im Prinzip gefällt mir das Cover ganz gut, allerdings habe ich mal wieder so meine Probleme mit den Gesichtern der Figuren, die einfach zu "künstlich" wirken.
Es geht auch hier direkt spannend weiter, denn der siebte Band hatte ja mit einem wirklich fiesen Cliffhanger geendet.
Wird Sophie nun endlich ihre leiblichen Eltern finden? Werden alle Geheimnisse gelüftet und alle Fragen zufriedenstellend geklärt werden? Und wie geht es mit dem Kampf gegen die Neverseen weiter?
Auch dieser Band war wieder wunderbar geschrieben und mir hat besonders gut gefallen, dass Sophie sich so unglaublich gut weiterentwickelt hat im Laufe der Bände.
Eine wunderbare Reihe um Freundschaft und Vertrauen, aber auch Zweifel und Verrat. Unglaublich spannend geschrieben, ein wahrer Pageturner, nicht nur für junge LeserInnen.
Erschreckend realistisch
Tage voller Zorn von Tuomas Oskari
Helsinki in der nahen Zukunft. Das Buch beginnt schon dramatisch mit der Selbstentzündung einer jungen Frau, die an den Start des Arabischen Frühlings und die Tat von Mohamed Bouazizi erinnert.
Leo Koski ist erst seit ein paar Monaten finnischer Ministerpräsident, allerdings muss er immer mehr feststellen, dass er nur eine Marionette seines Ziehvaters ist, aber damit soll nun Schluss sein.
Eine Revolte steht kurz davor zu starten.
Wer hat welches Ziel vor Augen und welche Mittel, um dieses durchzusetzen? Wer spielt mit wem? Wer ist der geheimnisvolle Peregrino, der mit verstellter Stimme Anweisungen gibt?
Es dauert, bis die Fäden zusammen geführt werden, aber dann zeigt sich das Ausmaß.
Immer wieder unterbrochen von wirtschaftswissenschaftlichen Theorien und Beschreibungen, die mir im Mittelteil manchmal zu ausufernd waren - vor allem die Gebäudebeschreibungen.
Auf Schatzsuche
Die Unverbesserlichen - Der große Coup des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 1) Die Unverbesserlichen von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Schon das Cover verrät uns, dass uns das Erfolgautorenduo dieses Mal nach Frankreich "entführt", genauer gesagt an die mondäne Côte d'Azur. Guillaume Lipaire, eigentlich Wilhelm Liebherr, aber das hört sich so deutsch an und Guillaume möchte französischer als die Franzosen sein, ist ein einfacher gardien, der sich um die Sommerhäuser und Residenzen der Reichen in ihrer Abwesenheit kümmert.
Er betreibt da auch eine rege, illegale Untervermietung und bedient sich gerne mal am Fuhrpark oder an teuren Weinen. Doch dann findet er eine Leiche - ups. Und die Besitzer sind im Anmarsch. Dann ergibt sich die Gelegenheit, einen riesigen Schatz zu finden und so macht er sich mit Karim, dem Wassertaxifahrer, auf die Suche. Doch bald ist weitere Hilfe gefragt und die Gruppe wächst an. Mehr Glück als Verstand haben sie bei ihrer Suche und es ist eine rasante Schnitzeljagd, die genial von Axel Prahl vorgelesen wird, der immer wieder seine Stimme variiert und die hohe Stimme des großen Ex-Söldners und die der über 80jährigen Lizzy überzeugend darbietet.











