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Rezensionen von yellowdog:

Literarischer Leckerbissen

Aus Neugier und Leidenschaft von Atwood Margaret

Für Fans der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood sind ihre gesammelten Essays ein Leckerbissen. Sie bestehen aus Artikeln, Rezensionen und Vor- bzw. Nachwörter etc. und sind chronologisch geordnet. Aufgeteilt sind die Essays in folgender stimmiger Weise:
Teil 1: 1970 - 1985
Teil 2: 1990 - 1999
Teil 3: 2000 - 2005
Aber selbst die alten Texte haben neben einem gewissen Zeitbezug immer noch eine Frische, die kennzeichnend für die diesjährige Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels.

Viele Texte sind autobiografisch angehaucht, viele Themen feministisch geprägt. Das bleibt unverkrampft, aber oft nicht ohne Schärfe. Starke Frauen durchziehen ihr Werk.
Herausheben möchte ich zum Schluß 3 Texte, die mich besonders beeindruckt haben.
Das Nachwort zu Anne of Green Gables
Kopftuch oder Tod (eine Rezension von Orhan Pamuks Schnee)
Die 10 Annäherungen an die Insel von Dr.Moreau (H.G.Wells)

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Das Leben der Jugendlichen in Mill Valley

Der gefährlichste Ort der Welt von Lindsey Lee Johnson

Der Roman erzählt die Geschichte einer Kleinstadt nahe San Francisco: Mill Valley.
Im Zentrum der Handlung stehen einige Jugendliche und ihr Leben, dazu gehören auch diverse Probleme. Die kalifornische Autorin Lindsey Lee Johnson schreibt da sehr sensibel und auf angemessene Art. Sie wählt eine episoden-artige Erzählweise.

Damit kann man anfangs auch Schwierigkeiten haben, da man so einer Figur zunächst nur kurz näher kommt, die dann erst einmal wieder abtaucht. Besonders im Blickfeld sind Cally, Trsitan, Abigal, Ryan, Nick, Emma, Elisabeth, Damon und noch ein paar.
Doch immerhin, in diesen Momentaufnahmen sind einige bemerkenswerte Passagen enthalten, die die Emotionen zeigen. Daraus ergibt sich ein Gesamtbild vom Leben der amerikanischen Teenager, die in einer Welt der sozialen Medien aufwachsen, aus dem sich auch ein gewisser Druck aufbaut. Urteile werde da schnell gefällt. Nicht selten werden die Kids mit der Realität konfrontiert und einige Vorfälle ziehen Konsequenzen nach sich. Auch Veränderungen, das sieht man deutlichsten bei Calisat (Cally), die sich durch den Selbstmord eines Mitschülers schuldig fühlt.
Durch Lindsey Lee Johnsons Roman ist es leichter möglich, die Gefühle der Jugendlichen nachzuvollziehen.

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Warmherziger Roman

Herrn Haiduks Laden der Wünsche von Florian Beckerhoff

Bei dem kurzen Roman fällt zunächst die Erzählperspektive auf. Die Ichfigur ist ein Schriftsteller, dem der Ladenbesitzer Herr Haiduk eine Geschichte erzählt. Fasziniert hört der Schrifsteller zu, und mit ihm wir Leser. Es die Geschichte um den Lottogewinn und die verlorene Quittung dafür.
Eigentlich ist der Schriftsteller ein neutraler Zuhörer, aber das wird sich im Verlaufe der Handlung noch ändern.

Zentrale Figur ist eigentlich Alma, die die Lottoscheinquittung gefunden hatte und zusammen mit Her Haiduk und seinem Gehilfen Adamo versucht, den wahren Besitzer und Gewinner zu identifizieren. Viele Bewerber finden sich im Laden ein. Jeder will der echte Gewinner sein und präsentiert seine dafür passende Story über den Verlust. Darin liegt für mich der Kern des Romans. es geht um die Menschen.
Durch den sympathischen Mr.Haiduk wird gewertet, aberr er ist tolerant, verurteilt nicht. das aht mir gut an dem buch gefallen.
Alma ist kritischer, sie glaubt, die Lügen sofort durchschauen zu können, aber das wird mit der zeit immer schwieriger. Alma ist eine zurückhaltende, junge Frau, die meist schweigend durchs Leben geht.
Durch die Situation öffnet sie sich ein wenig und das ist ein weiteres wichtiges Thema des Romans.
Über den weiteren Verlauf möchte ich hier noch nicht zu viel verraten.

Herr Haiduks Laden der Wünsche ist ein warmherziger Roman, der in einer Tradition vergleichbarer und beliebter Romane steht, zum Beispiel Mr.Peardews Sammlung der verlorenen Dinge.

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leichte Enttäuschung

Herrn Haiduks Laden der Wünsche von Florian Beckerhoff

Finster ist die Nacht konnte mich m Anfang durch seinen Drive überzeugen. Tempo mit einem spannenden Handlungsansatz und einer interessanten Hauptfigur. Die Polizistin Macy ist sympathisch,vielleicht gerade weil sie auch Schwäche hat.Als alleinerziehende Mutter ebenso wie als Ermittlerin füllt sie ihre Rolle aus.

Sie trägt den Roman!
Überrascht war ich aber, als die Handlung schließlich stagnierte, es wird lahm, die Handlung wird wenig weiter ausgebildet, von Spannung blieb wenig übrig. Über weite Strecken hat mich der Roman sogar gelangweilt.
Ein wenig benachteiligt fühlt man sich auch, wenn man die vorangegangenen Teile der Reihe nicht gelesen hat. Manche Zusammenhänge werden als gegeben und bekannt vorausgesetzt.
Das wichtige Thema der Drogenabhängigkeit von vielen US-Amerikanern durch legale Medikamente ist zur Zeit ganz aktuell, Trump hat sogar den medizinischen Notstand deswegen ausgerufen.
Doch leider bringt dieser Roman auch wenig Erkenntnisse dazu,macht zu wenig daraus, es führt letztlich mehr in Richtung konventioneller Thriller. Deswegen war ich ein wenig enttäuscht.
Dass die amerikanische Autorin Karin Salvalaggio gut schreiben kann, merkt man aber trotzdem.

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Frühe, eindrucksvolle Erzählungen

Was ist schon ein Jahr von Christine Brückner

Es handelt sich bei diesem Kurzgeschichtenband um frühe Erzählungen der Autorin Christine Brückner, die meiner Meinung nach gerade in ihren Anfängen einen eigenen, spezifischen Ton aufwies.
Nur ein paar der Geschichten möchte ich kurz vorstellen.

Schon in der großartigen Titelgeschichte wird deutlich, wie sehr Brückners Erzählen vom Beobachten lebt und wie sie daraus einen ihren Tonfall entwickelt.

Christine Brückner kann auch ungemütlich, das beweist die kurze Skizze “Heinrich Grebe, Immobilien”, in der sie exemplarisch einen Durchschnittsmenschen der Nachkriegszeit zeigt.
Inzwischen bieder und erfolgreich, sieht man ihm nicht an, was er im Krieg tat. Durchschnitt heißt eben auch, dass die Wahrscheinlichkeit für Mitläufertum und Mittätertum steigt.

Um unbewältigte Vergangenheit geht es auch in der geschickt gemachten Geschichte “Eine Liebesgeschichte. Darin wird das Schweigen wie das Reden thematisiert. Das war in der Nachkriegszeit eine heikle Sache.

“Theaterleidenschaft” ist eine zwiespältige Geschichte. Wird anfangs das Portrait eines leidenschaftlichen Mädchens, das offenbar ADS hat und entsprechend überdreht reagiert, bis sie sich auf ihre Theaterleidenschaft konzentriert, ist das Ende doch enttäuschenderweise nur eine Variante von der Widerspenstigen Zähmung.

Manche der Geschichte sprachen mich auch nicht so stark an, aber insgesamt ist das Buch lesenswert!

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Beziehungs-Wirrwarr

Ein Frühling im Tessin von Christine Brückner

Der Roman ist 1960 erschienen und ziemlich in seiner Zeit verhaftet, insbesondere was die Beziehungen angeht. Dabei ist der Roman nicht so humorvoll wie erwartet, man spürt bei der Icherzählerin Susanne, wie sie darunter leidet, wie gut sich ihr Mann Albrecht mit seiner attraktiven Sekretärin Lotte versteht.

Ihre Idee mit der gemeinsamen Reise ins Ferienhaus im Tessin, dazu noch den Exfreund Friedrich Georg eingeladen, erweist sich als riskant, da die Situation eskalieren könnte.
Tatsächlich scheint sich Albrecht sehr um Lotte zu bemühen. Suzanne verfügt über genug Humor, um das Beziehungs-wirrwarr mit Ironie zu behandeln.

Teilweise ist der Roman zu bemüht, einige Passagen sind ganz gut gemacht. Mit dem Ende bleibt man etwas ratlos zurück, die letzte Konsequenz fehlt.

Ich hatte schon öfter den Eindruck, als würde Christine Brückner in ihrer Prosa zwischen ernsthafter und Trivialliteratur schwanken. Eine Figur wie Tante B. ist schon an der Grenze, aber das nur nebenbei.
Was jedoch gestern wie heute funktioniert sind die schönen Landschaftsbeschreibungen des Tessin.

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Leben und Fiktion

Und du kommst auch drin vor,3 Audio-CD von Alina Bronsky

Das Jugendbuch “Und du kommst auch drin vor” habe ich in der Silberfisch-Hörbuchfassung gehört.
Es bringt in erster zwei Haupttopics.
Zum einen, wie Literatur und Realität sich gegenseitig beeinflussen können, zum anderen wird intensiv und glaubwürdig das Leben von Jugendlichen Mädchen gezeigt.

Darin finden sich noch mehr Themen, die geschickt im großen Ganzen aufgehen, zum Beispiel Freundschaft. Kim und Petrowna sind eigentlich unterschiedlich, z.B. von der familiären Situation und Herkunft her, aber dennoch sind sie seit der Grundschule die besten Freundinnen. Die familiäre Situation von Kim befindet sich im Wandel, ihre Eltern haben sich getrennt, der Vater hat eine neue Frau, die sogar ein Baby erwartet.

Das Kim sich und ihr Leben in einem Roman der Autorin Leah wiedererkennt, schockiert sie und sie sucht die Schriftstellerin auf.
Durch diese Idee kann Alina Bronsky viel Handlung einbinden, damit das Buch als Jugendbuchfunktioniert. Für mich hätte es aber den abschließenden Einfall mit Jasper und der Gefahr, in der er sich angeblich befindet, nicht gebraucht. Das überdramatisiert zu viel, auch wenn es die Handlung zusammenhält. Ansonsten war ich mit dem Buch zufrieden, hoffe aber, dass Alina Bronsky als nächstes wieder für ein erwachsenes Publikum schreibt.
Jasna Fritzi Bauer hat das Hörbuch gelesen und ihre jugendliche Stimme passt gut.

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gut lesbar

Sieben Tage voller Wunder von Dani Atkins

Ein romantischer Roman, der mit einer Flugzeugreise von Kanada beginnt und mit einem Absturz. Wer Angst vorm Fliegen hat, für den sind das erschreckende Szenen.
Auffällig ist jedoch von Beginn der warmherzige Ton!
Getragen wird der Roman von der Icherzählerin Hannah, die nach 5 Wochen zu Besuch bei ihrer Schwester zurück nach England fliegen will.

Nach dem Absturz geht es um das überleben und 7 Tage des Hoffens auf Rettung. Dabei zeigt sich auch die innere Stärke und das ist wohl die Message des Romans. Letztlich spielt sich das zunächst mehr auf der Oberfläche ab. Es erinnert latent an Paulo Coelhoe Mets William F.Young.
Es gilt im Überlebenskampf sich selbst und eigene Fähigkeiten zu entdecken, dabei kann gleichzeitig ein Teil der Vergangenheit aufgearbeitet werden.
Der Roman hat außerdem einen Clou, über den man besser nichts verrät, daher schließe ich meine Worte mit der Bemerkung, dass der kurze Roman gut und unterhaltsam zu lesen ist. Ich hatte das Buch in wenigen Stunden durch.

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Lebhafter Thriller

Crimson Lake von Candice Fox

Crimson Lake ist ein unterhaltender Roman mit Drive und gefühlvollen Protagonisten.
Das spürt man schon von Anfang an. Expolizist Ted Conkaffev war monatelang in Untersuchungshaft, da er des Mordes an einer Jugendlichen verdächtigt wurde. Einziger Hinweis darauf war aber nur, dass er am Tag der Tat mit dem Mädchen gesprochen hatte und dabei gesehen wurde.

Jetzt ist er erst einmal wieder auf freien Fuß und in entsprechend schlechten Zustand. Von der Öffentlichkeit verdächtigt, von der Frau verlassen, lebt er alleine in Crimson Lake.
Was diesen eigentlich tragischen Ansatz beim Lesen entlastet ist der Humor der Autorin, die ihren Figuren einen Hang zur Selbstironie verleiht.
Mir gefällt außerdem gut, wie lebhaft geschildert wird.
Das geht von dramatischen Szenen hin zu leisen, etwa wenn Ted eine verletzte Gans und deren Küken aufnimmt und sich rührend um sie kümmert.
Andere Tiere im Norden Australiens sind nicht so niedlich, zum Beispiel Riesenschlangen und Krokodile. Die lassen einen eins um andere Mal beim Lesen Schauder über den Rücken laufen.
Ein guter Schachzug der Autorin ist ferner Ted mit einer weiteren interessanten Figur zusammen zu bringen. Ted arbeitet fortan bei der Privatdetektivin Amanda, die selbst einige Jahre als angebliche Mörderin im Gefängnis gesessen hat. Das sich auch in ihrem Fall ein tragisches Geheimnis verbirgt, liegt auf der Hand.
Ted und Amanda haben Gemeinsamkeiten, sind aber unterschiedliche Typen. Amanda gibt sich nach außen hin Widerspenstig, ist aber innerlich sehr verletzlich.
Ted ist ein emotionaler Mensch. Die beiden ergänzen sich gut und werden wohl auch in zukünftigen Thrillern ein gutes Team abgeben.

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Suche nach einer Legende

Wer ist B. Traven? von Seifert Torsten

Wie so viele meines Alters habe ich die Filme nach den Romanen von B.Traven gesehen und grenzenlos bewundert. Gelesen habe ich ihn schon seltener, aber immerhin doch Der Schatz der Sierra Madre. Das ist jetzt “hust. Hust” Jahre her.
Die Idee aus der legendären Frage nach der Identität dieses Autors ist nicht neu.

Das wurde schon immer diskutiert, es gab Dokus etc.
Doch immerhin ist der literarische Ansatz eine gute Möglichkeit die Leser an diese geheimnisvolle Figur zu führen.
Leon, ein Journalist, Hauptfigur des Romans, wird 1947 auf die Suche nach B.Traven geschickt.
Es wird einiges an Namedropping betrieben, zum Beispiel sucht Leon den Filmdreh zur Verfilmung eines B.Traven-Romans in Mexiko auf und trifft Regisseur John Huston und Schauspieler Humphrey Bogart. Besonders die Dialoge zwischen Leon und Bogey sind gut. Diese Figuren sind nicht schlecht gestaltet, wirken so, Wie man es aus einigen Dokumentationen schon kennt.
Auch von anderen Berühmtheiten ist die Rede: Raymond Chandler, Truman Capote, Clark Gable, aber die treten nicht als Personen auf.
Leon ist nicht unbedingt eine starke Hauptfigur, aber so war das wohl auch geplant. Er trifft in Mexiko mit Maria eine geheimnisvolle Frau, auch sie auf den Spuren von B.Traven. Leider verläuft die Beziehung im Sande.
Mit der Zeit verliert die Handlung ziemlich an Spannung. Sprachlich wie inhaltlich versinkt das Buch lange im Mittelmaß. Schade! Die Schlußpassagen, ca. die letzten 50 Seiten sind dann aber noch einmal packend.

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