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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ein beeindruckender Roman

Der Reisende von Ulrich Alexander Boschwitz

Der Reisende ist ein Roman, der in erster Fassung 1940 in den USAS erschien. Er schildert exemplarisch anhand der Hauptfigur Otto Silbermann, ein jüdischer Geschäftsmann, die Verfolgung der Juden in Deutschlands schlimmster Zeit.
Das Buch ist somit ein Zeitdokument. Der Roman überzeugt auch literarisch, da er dicht und konzentriert geschrieben ist.

Als Leser folgt man dem Protagonisten, der auf seiner Flucht kreuz und quer mit Zügen durch Deutschland reist. Einmal versucht er an der belgischen Grenze das Land zu verlassen. In Frankreich lebt sein Sohn, der ihm eine Hoffnung auf ein mögliches neues Leben gibt. Doch er wird entdeckt und zurückgeschickt. Man spürt den Druck, den Silbermann ausgesetzt ist und sieht, wie die Hoffnungslosigkeit und sein Entsetzen zunimmt.

Ein beeindruckender Roman, der in den heutigen Zeiten, in denen die Flüchtlingspolitik wieder mitleidslos und gnadenloser wird, gebraucht wird.

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Geschichte, Gesellschaft und Religion

Der Reisende von Ulrich Alexander Boschwitz

Man muss hohen Respekt haben, wie gründlich und umfassend der Autor über Syrien, den Menschen dort und der Geschichte des Landes geschrieben hat. Er geht dabei weit zurück, bis ins Mittelalter, schreibt über das Wesen des Islams, Herrscher Syriens wie Saladin und auch über das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Ländern, Libanon, Jordannien oder vergleicht z.

b. mit Türkei oder Ägypten.
Wesentlich die Passagen über die Baath-Partei und ihr Vorgehen. Interessant der Abschnitt über die Rechte der Frauen in Syrien, auch im Vergleich zu anderen arabischen Ländern.

Es sollte aber klar herausgestellt werden, dass der Kern des Buches schon von 1998 ist und für die vorliegende Ausgabe überarbeitet und erweitert wurde. So sind die Abschnitte über Syriens Bürgerkrieg, dem Islamischen Staat, der Zerstörung von Weltkulturerbe wie z.B. in Palmyra und den Flüchtligsströmen nach Europa zum Buch hinzugekommen und nehmen nicht unbedingt den Schwerpunkt ein. Das letzte Verstehen der Entwicklung der letzten Jahre bleibt aus. Das kann man aber nicht dem Autor direkt anlasten. Vieles an dem jetzigen Syrienzustand kann man nicht nachvollziehen und zu Recht wundert man sich, warum Bashar al Assad von einem Erneuerer, der den Damaszener Frühling einleitete, Demokratisierung und mehr Frauenrechte versprach, zu einem so schlimmen Diktator und Massenmörder werden konnte.

Gerhard Schweizer hat ein ansprechendes, gut verständliches Buch geschrieben, dass sich in die Reihe über Länder (Iran verstehen, Türkei verstehen, Islam verstehen etc) einfügt.

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Kalabrische Elegie

In Kalabrien von Peter S. Beagle

Diese außergewöhnliche Novelle beweist Peter S.Beagles Größe und Bedeutung in der zeitgenössischen Fantasy-Literatur.

Sehr schön ist der Schauplatz, Kalabrien in Süditalien gewählt. Hier lebt Claudio Bianchi mehr oder weniger ruhig und zurückgezogen zusammen mit seinen Tieren. Nur der junge Postbote oder dessen Schwester besuchen ihn regelmäßig auf dem Gebirgshof.

Doch dann hat Claudio eine Erscheinung, ein Einhorn.
Das Einhorn ist trächtig und will offenbar auf dem Gebirgshof ihren Nachwuchs gebären.
Wenn einem ein Einhorn erscheint, kann das die verschiedensten Gründe haben.
Für Claudio ändert sich einiges. Seine Einsamkeit tritt in den Hintergrund. Er öffnet sich innerlich, auch gegenüber der jungen Giovanna. Er versucht die Einhörner vor der Öffentlichkeit zu schützen, doch die Außenwelt dringt gewaltsam in diese kleine Welt.

Trotz des begrenzten Umfangs, der Konzentration auf nur einen Schauplatz und wenigen Figuren, besitzt das Buch eine hohe Komplexität und Themen von Relevanz.

Oliver Plaschka, selbst Schriftsteller, hat dieses Buch übersetzt und auf mich macht die Übersetzung den guten Eindruck, dass Beagles Sprache im größtmöglichen Umfang erhalten geblieben ist. Das halte ich für wichtig, da Beagle ein außergewöhnlicher Stilist ist.

Fazit: Ein besonderer Leseschmaus von einem der Großmeister der Fantasy.

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Psychogramm einer Weltmacht

Die Chinesen Psychogramm einer Weltmacht. Gebunden. von Baron Stefan; Yin-Baron Guangyan

Die Chinesen ist ein interessantes Sachbuch, dass einen ganzheitlichen Ansatz besitzt. Somit werden die unterschiedlichsten Themen über die Chinesen und ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen in verschiedenen Bereichen des Lebens gezeigt.

Mich persönlich interessierte erst einmal der wirtschaftliche Aspekt am meisten und da der Journalist Stefan Baron Spezialist gerade im Bereich Wirtschaft ist, gibt es einiges Substantielles darüber zu lesen.

Neben Fakten, die dem Leser bekannt sein dürften oder wo sich der Effekt des erwartendes und bestätigenden ergibt, sind auch einige Überraschungen dabei.
Zweifellos werden einige Bereiche der Thematik durch Stefan Barons Co-Autorin und Ehefrau Guangyan Yin-Baron bereichert.

Das Lesen reflektiert eigene Erfahrungen, die sicher manche Leser mit Chinesen als Kunden, Lieferanten oder Kollegen haben. Im privaten Leben wird es schon etwas seltener.
Das Buch wirkt dadurch erhellend, dass einem klar wird, das man nur Teilaspekte der Chinesen erkennt, es einen kulturellen, sozialen Background gibt, der einem ohne entsprechende Erfahrungen fremd bleibt. Einige Klischees lassen sich besser einordnen, wenn man die Hintergründe kennt, die jeweils dazu führen können.

Manche Passagen sind auch langweilig, aber das betrifft hauptsächlichen Abschnitte mit Themen, die mich weniger beschäftigen.
Die gefühlte Fremdheit kann einem das Buch aber auch nicht nehmen. Trotz Sympathien für China glaube ich nicht, das ich hinreisen könnte, ohne mich verloren zu fühlen.

Das Buch bleibt durchgehend und zu vielen Themen gut verständlich und schafft den Spagat zwischen kulturwissenschaftlichen und unterhaltenden Text.

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Elegant

All die Jahre von J. Courtney Sullivan

All die Jahre ist eine elegant geschriebene Familien- und Auswanderergeschichte. Der Stil ist angenehm zu lesen, aber auch ein wenig verhaltend, nie ausschweifend. Das zeichnet en Roman durchaus aus.

Dem Buch ist ein schönes Zitat von Margaret Atwood vorangestellt:
Ich existiere an zwei Orten,
Hier und wo du bist.

Nora Flynn ist eine junge Frau, die sich nach dem frühen Tod ihrer Mutter pflichtbewusst um ihre jüngeren Geschwister kümmert. Dabei ist sie eigentlich kein selbstbewusster Typ, im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester Theresa, die forsch und neugierig auf das Leben ist.
In den fünfziger Jahren wandert Nora mit Theresa von Irland in die USA aus. In Boston soll sie ihren Verlobten heiraten. Obwohl Nora nicht sehr in ihn verliebt ist, lässt sie sich darauf ein, damit Theresa gute Zukunftsaussichten bekommt. Prompt wird diese unbeabsichtigt Schwanger. Und wieder muss Nora Pflichten übernehmen.

Es ist beeindruckend, wie deutlich die Beziehungen er Figuren untereinander gezeigt werden. Das gilt zunächst für die Schwestern und eine Generation später auch für deren Kinder, die aber hauptsächlich 2009 als Erwachsene gezeigt werden. John, Patrick, Bridget, Brian. Auch diese 4 haben grundverschiedene Charaktere. Das macht das Buch gerade interessant.

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Ausgezeichnete Sprecher-Riege

Mudbound - Die Tränen von Mississippi,8 Audio-CD von Hillary Jordan

Dieser Roman funktioniert aufgrund der verschiedenen, wechselnden Perspektiven hervorragend als Hörbuch, zumal es mit 6 großen Namen eine große Anzahl von Sprechern gibt. Der legendäre Detlef Bierstedt spricht Henry, , Eva Mackbach seine Frau Laura, Patrick Güldenberg seinen jüngeren Bruder Jamie, dazu kommen noch Steve Windolf, Maria Hartmann und Walter Kreye.

Eigentlich möchte ich keinen dieser hervorragenden Sprechern herausheben, aber erwähnenswert ist, dass Eva Mackbach am Anfang die umfangreichste Rolle, die sie entsprechend meistert. Später verteilen sich die Sprecheranteile mehr.

Die Dichte der Atmosphäre ergibt sich aus dem Schauplatz Mississippi und der Zeit, den vierziger Jahren. Die Handlung ist entsprechend von den Themen und Problemen der Südstaaten wie z.B. Rassenkonflikten, Kriegstraumata und den Naturgewalten beeinflusst.
Die weiße Familie McAllan und die schwarzen Pächter Jackson leben als Nachbarn und sind aufeinander angewiesen, aber es gibt auch Probleme. Ein alltäglicher, latenter Rassismus ist tief verwurzelt, aber es ist auch interessant zu sehen, wie sich manche der Figuren davon befreien können.

Das ist schon sehr hörenswert. Die Sprecher geben mit ihren einmaligen, prägenden Stimmen den Figuren wirklich Charakter und Persönlichkeit.
Nicht nur die Dialoge sind gelungen, besonders die inneren Gedanken der Figuren werden sichtbar und ihre Emotionen nachvollziehbar.

Hillary Jordans Mudbound ist ein Hörbuch, das man nicht so schnell vergisst!

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Addies Gedanken

Frag mich, wie es für mich war von Christine Heppermann

Das Jugendbuch der US-amerikanischen Autorin Christine Heppermann ist vollkommen aus der Perspektive der Protagonistin Addie gestaltet, mit wenigen, gediegen gemachten Zeilen auf jeder Seite, die an Tagebucheinträge in Versform erinnern, an poems, innere Zwiegespräche etc.
Dieser Stil ist ganz anders als der vieler anderer Jugendbücher, sehr fein, sensibel und originell.

In der Summe entsteht dennoch eine geradlinige Handlung, die sich auf ein paar Monate erstreckt und von Addies Beziehung mit Nick erzählt, ihr Leben an einer katholischen Schule und als Läuferin, ihre ungewollte Schwangerschaft und Abtreibung und wie sie damit fertigen werden muss.
Dabei werden Addies Freund Nick, ihre Eltern und Freundinnen durchaus als unterstützend beschrieben.
Addie begegnet auch einer alten Freundin Juliana wieder, die ebenfalls Läuferin war.
Es ist eine Zeit, in der sich Addie und ihr Leben sowie ihre Gefühle ändern. Das ist sehr interessant zu lesen.

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Geschichte mit Substanz

Eine Insel zwischen Himmel und Meer von Lauren Wolk

Die Insel zwischen Himmel und Meer ist ein sehr schönes, intensiv zu lesendes Jugendbuch, angesiedelt bei den Inseln der Küste von Massachuchetts. Das Buch ist ziemlich auf die junge Protagonistin Crow fokussiert, die als Baby aufgefunden bei ihrem väterlichen Freund Ochs aufwächst, unterstützt von Maggie, einer Nachbarin.

Ansonsten hat Crow kaum Kontakte, die Bevölkerung meidet sie aus unerklärlichen Gründen. Mit 12 Jahren ist Crow versessen darauf, mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Sie fahren auf eine verlassene Nachbarsinsel, von der sie vermuten, das Crow daher stammt. Hier gibt es aber noch jemand, der der Vergangenheit nachforscht, eine düstere und gefährliche Gestalt.
Dadurch dass die Perspektive sehr auf Crow gelegt ist, wirken die Nebenfiguren leider ein wenig schematisch.
In der Realität würde jemand wie Crow wohl noch mehr unter der Einsamkeit und Isolation leiden. Immerhin weiß sie, auf wen sie sich verlassen kann und hat auf der Insel schon einiges gelernt.
Die Autorin Lauren Wolk setzt auf Atmosphäre, der Betonung der Freundschaft und Gemeinschaft der Protagonisten und ein wenig Action. Der Roman lässt sich einigermaßen spannend und auf jeden Fall sehr angenehm weglesen.

Im Nachwort erfährt man von der Autorin noch einiges von der Herkunft der Grundidee, wie die Figuren entstanden und reale geschichtliche und geographische Ursprünge. Persönlich mag ich es sehr, wenn jemand seine Stoffe so findet und geschickt aufbereitet. Die Geschichte bekommt mehr Substanz! Sprachlich spürt man den lyrischen Background der Autorin.

Ein Buch mit vielen Stärken und wenigen Schwächen, sehr lesenswert!

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Umfassende Werkschau

Ernst Volland von Ernst Volland

Dieses Buch bietet eine umfassende Werkschau von Ernst Volland, die sich sowohl an den Kenner wie an den neuen Betrachter wendet.
Die Bilderflut erschlägt einen zu Anfang fast, mit den “eingebrannten Bilder”, die den ersten Teil des Buches einnehmen. Hier sieht man viele historisch bedeutenden Fotos, unscharf, dadurch verfremdet, mit bekannten wie brisanten Motiven, etwa das Foto von Anne Frank, Martin Luther King, Marilyn Monroe, Opfer und Täter aus Deutschlands schlimmer Zeit etc.

Viele Texte begleiten die Abbildungen, darunter auch Interviews und eigene Beiträge von Ernst Volland. Mir gefallen seine Gelassenheit und sein Humor.

In weiteren Kapiteln geht es um Plakate, Zeichnungen und Cartoons. Daran erkennt man, was für ein großer Querschnitt an verschiedenen Mitteln der Künstler nutzt. Dabei ist fast immer provokant gegen die Leute, die Macht haben und sie missbrauchten. Es gab in vielen Zeiten der deutschen Vergangenheit nicht viele, die sich gegen die Machtausüber stellten. Mächtige Konzerne, Atommächte und von der Wirtschaft abhängige Politiker haben nicht viel zugelassen. Der politisch engagierte Ernst Volland hält dagegen, sein Mittel ist die Satire. Themen sind immer wieder Kriegsgefahr insbesondere die atomare, Apartheid, Alkoholmissbrauch, Gewalt etc, dabei wird immer wieder die Vergangenheit herangezogen, um auf aktuelle Gefahren aufmerksam zu machen.

Intimfeinde sind Konzerne wie Esso, Firmen wie Jägermeister, Politiker wie Strauß, natürlich auch andere Politiker.

Ein sehr lesenswertes Buch, gerade in Zeiten, in denen die Mächtigen der Welt skrupellos und ungezügelt wie nie loslegen.

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sensibel erzählt

Beneath the Scars - Nie wieder ohne dich von Melanie Moreland

Als sich die Schriftstellerin Megan Green und der geheimnisvolle Maler Zachary Adams zum ersten Mal begegnen, befinden sich beide in einer Lebenskrise. Megan wurde von ihrem Ex-Freund böse hintergangen, Zachary lebt seit Jahren aufgrund eines schlimmen Erlebnisses zurückgezogen.
Doch von der freundlichen, sensiblen Megan ist er sofort fasziniert.

Diese beiden Figuren sind der Trumpf des Romans, als Leser mag man sie sofort, auch Zachary, obwohl er sich so unfreundlich gibt. Er hat eine Vergangenheit, über die er nicht spricht und die der Grund für seine Narben und Weltabgeschiedenheit sind. Aber es ist sein Handeln, das zählt und er kümmert sich um Megan
Die ersten Kapitel, als die beiden zueinander finden, sind wirklich sehr gut gemacht.

Zur Atmosphäre trägt auch die landschaftliche, abgelegene Lokation an der Küste von Massachusetts in der Nähe von Boston bei. An Meer und Wäldern verleben Megan und Zach zusammen mit ihren liebenswerten Hunden eine schöne Zeit, ganz alleine für sich. Bis die Außenwelt hier einbricht.

Später folgt der Roman vielleicht etwas zu sehr den Genre-Regeln des Liebesromans, das heißt, es gibt die üblichen Missverständnisse, die die Liebe bedrohen, aber bei Überstehen der Probleme auch stärken können.

Ganz interessant finde ich, dass die Protagonisten als Maler und Schriftstellerin künstlerische Berufe haben und dass das auch wirklich eine große Rolle für die Handlung spielt.

Die Autorin nutzt ihre sprachlichen Mittel, um der Geschichte und den Figuren Ausdruck zu geben. Das lässt den Roman aus der Masse herausragen.

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