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Rezensionen von yellowdog:

Im Milchozean fischen

Wer hier schlief von Isabella Straub

Der Roman mit dem auffälligen Cover ist ein sprachlich fein gearbeiteter Text, der vor allen durch seinen Detailreichtum auffällt. Details in den Beschreibungen sind genau und so häufig, wie man es selten liest. Es ist somit ein Merkmal für den Stil der österreichischen Autorin Isabella Straub, die schon mit ihrem Debütroman Südbalkon aufgefallen war.

Ein Teil dieses Stil ist die Fähigkeit, Figuren mit wenigen Sätzen zu charakterisieren, als Beispiel mögen in Abschnitt 2 “Fischen im Milchozean” die Mutter des Protagonisten Philip Kuhn und deren Nachbarin Helene dienen.

So einige Sätze bleiben wirklich hängen und laden zum nachsinnieren ein, z.B. “Er sah das Gesicht der Ärztin vor sich, die nach Torf roch, als sie sich über ihn beugte.” Die Geste und diesen Geruch kann man sich sofort vorstellen.

Durch diese Mittel getragen wird der Bewusstseinszustand des Protagonisten verdeutlicht. Philipp Kuhn hat sich für Myriam von seiner Frau Vera getrennt, dabei Wohnung, Job und finanzielle Mittel verloren. Dann verschwindet auch Myriam und Philipp steht komplett neben sich. Er irrt durch die Stadt, die möglicherweise Wien ist. Ein wertvolles Gemälde trägt er bei sich, kann sich aber nicht mal für ein paar Stunden Schlaf ein Hotelzimmer leisten. Er fühlt sich krank, kämpft mit seiner überschäumenden Magensäure.
Sein Leben ist aus dem Ruder gelaufen.

“Wer hier schlief” sprüht vor Einfallsreichtum.
Was die Autorin hier fantasievoll zeigt ist nicht unrealistisch. Ein Abstieg aus dem gesicherten Leben kann jeden treffen! Vielleicht ergeben sich aber auch Chancen!

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Eindringliche Kriminalliteratur mit Niveau

Ermordung des Glücks von Ani Friedrich

Der erste Teil um den pensionierten Ermittler Jakob Franck war nicht besonders spannend, aber bei “Ermordung des Glücks” ist von Anfang an eine düstere, intensive Atmosphäre spürbar. Ein Bob Dylan-Zitat ist dem Buch vorgestellt.

Der Münchener Exkommissar Jakob Franck ist eigentlich pensioniert, aber das Überbringen von Todesnachrichten bei Verbrechen übernimmt er noch.

Das ist eine Aufgabe, die viele Beamte überfordert. Franck aber nimmt sich Zeit und geht auf die Angehörigen der Opfer ein. In diesem Fall ist ein junge ermordet worden. Leonord Grabbe war erst 11 Jahre alt, als er erschlagen wurde. Seine Familie ist von dem Ereignis traumatisiert.

Auch Franck nimmt dieser Fall mit. Im Gespräch mit seiner Ex-Frau Marion Siedler, mit der ihm immer noch viel verbindet, reflektiert er die Vergangenheit.
Mit seiner bedächtigen, aber beharrlichen Art ist Jakob Franck eine gute Hauptfigur. Er ermittelt, obwohl pensioniert, auf freie Art und konzentriert sich ganz auf den Fall.
Seine Gespräche mit den Beteiligten sind auf hohen Niveau!
Man erfährt aber auch viel durch Passagen, in denen nur die Familie miteinander redet, es gibt sogar einen Rückblick auf 13 Jahre vorher.
Dadurch nimmt die Komplexität des Buches zu.

Literarisch geht Ani über das hinaus, was in der deutschsprachigen Kriminalliteratur üblich oder zu erwarten ist. Es sind immer wieder Sätze enthalten, die außergewöhnlich, manchmal poetisch sind.
Friedrich Ani dringt in die Seelen seiner Figuren ein. Der gesamte Text ist durchgehend gehaltvoll.

August Zirner ist der Sprecher des Hörbuchs. Vielen Hörbuchfans ist er sicherlich durch die Hector-Romane von Francis Lelord bekannt, die er eingelesen hat. Natürlich ist er auch als Schauspieler bekannt, z.B. durch die Hermann Hesse-Verfilmung “Die Heimkehr”.
Er liest leise, langsam und gründlich. Dadurch wirkt seine Stimme so eindringlich wie es auch Friedrich Anis Prosa ist.

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In Ginny Moons Welt

Ginny Moon hat einen Plan von Ludwig Benjamin

Ginny Moon hat einen Plan ist ein sehr intensiver Roman, weil er konsequent aus der Perspektive der 13jährigen Ginny geschildert ist. Und Ginny ist Autistin, daher ist ihr Blickwinkel anders als gewöhnlich.
Das Thema Autismus ist schon oft in Literatur und Film verarbeitet wurde, aber so habe ich das zum ersten mal gelesen, man spürt etwas von dem Leben und den Zwängen, den Autisten ausgesetzt sind.

Bei Ginny kommt hinzu, dass sie als neunjährige von der unzuverlässigen, drogensüchtigen Mutter Gloria getrennt wurde. Sie war isoliert und misshandelt worden und fast verhungert. Die Trennung ist ein zusätzlicher Schock. Ein wichtiges Detail gibt es noch, dass nicht vorab verraten werden soll.

Ginny lebt jetzt bei ihrem Herzensvater und ihrer Herzensmutter, wie sie die Pflegeeltern nennt.
Doch die Vergangenheit ist nicht vergessen und es entsteht ein erneuter Kontakt zur Mutter.

Der Autor Benjamin Ludwig lässt die Situation langsam, aber stetig eskalieren. Das ist sehr geschickt gemacht. Als Leser kann man sich kaum von der Handlung trennen.
Ginnys Nöte machen den Leser betroffen. Es gibt einige sehr berührende Momente in dem Roman.

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Sachlich erzählt, aber interessant gemacht

Ginny Moon hat einen Plan von Ludwig Benjamin


Der trockene, journalistisch gefärbte Stil prägt den Text,
Dass der Autor sich so zurücknimmt liegt sicherlich daran, dass es seine Familiengeschichte ist, die erst schildert und mit der vorgeblichen Neutralität kann er sachbezogen, aber frei erzählen. Eigentlich schätze ich ja einen leidenschaftlicheren Stil.

Aber eine Spur Humor ergibt sich durch die Figuren und die Dialoge.

Felix Stephans Mutter hat ihren Vater Slawa nie kennengelernt. Slawa war ein ukrainischer Jude.
Sie selbst ist in Ostdeutschland aufgewachsen und später in den Westen übergesiedelt Auf den Spuren ihrer Wurzeln fahren Mutter und Sohn gemeinsam von Deutschland aus über die polnische Grenze nach Ukraine. Sie treffen dort in Lydia, Katja, Kostja und Olga Verwandte. Slawa selbst ist aber schon 1990 gestorben.

Die Schilderungen der besuchten Orte und die familiären Zusammenhänge sind interessant. Felix Stephan nimmt sich Zeit, schiebt zum Beispiel auch einmal die Biografie des ukrainischern Dichters Taras Schetschenko ein.
Oder der kurze Abschnitt über den Künstler Cyprien Gaillard, der über Kiew arbeitete sowie über ukrainische Künstlerkollektive.
So etwas gibt es zwar nur nebenbei, würzt aber das Buch zusätzlich. Auch schafft es der Autor durch die Gespräche die Mentalität der Menschen herauszuarbeiten.

Schließlich geht es nach Israel und es wird auch Slawas Leben geschildert, Doch eigentlich haben mich die zeitgenössischen Menschen mehr interessiert.

Am Ende kann ich sagen, dass es sich wirklich um eine erzählenswerte Geschichte handelt.

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In einem anderen Ton

Ginny Moon hat einen Plan von Ludwig Benjamin

Die Stärke des über weite Strecken undramatischen Romans ist seine Geschlossenheit. Katrin Burseg hat den richtigen Ton für ihre Themen Vergangenheitsbewältigung und Trauer gefunden.

Vor fast 2 Jahren ist Miriams Mann gestorben. Er war als Kriegsreporter im Einsatz getötet worden. Auch Mirima ist Journalistin und hat einen kleinen Sohn, der seinen Vater ebenso wie sie vermisst.

Eine Lebensänderung wird eingeleitet als Miriam unerwartet auf ein Thema trifft, dem sie nachspürt und dabei Bo trifft. Lange liegen die Ereignisse der RAF-Attentate zurück und doch gibt es viel unaufgearbeitetes.
1972. Drei Tote. Die Schlei.
Wie ein Leitmotiv zieht das den Roman. Aber es gibt noch mehr, z.B. die Beatles-Zeile: Let ist be oder
steigende Drachen und der Gaukler, die für Freiheit und Liebe stehen.

Katrin Burseg ist eine bemerkenswerte deutsche Autorin, die auch in ihren vergangenen Romanen, z.B. „Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern„, der Vergangenheit nachspürte und bedeutendes thematisiert. In einem anderen Licht ist im dem gleichen Stil geschrieben. Wer das eine Buch mochte ist auch beim anderen nicht falsch. Ich kann beide empfehlen.

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amüsante Familiengeschichte mit Tiefgang

Der Vater, der vom Himmel fiel von Henderson J. Paul

In dieser Familiengeschichte fällt von Anfang an der Wortwitz auf, der auch schon J.Paul Hendersons ersten Roman Letzter Bus nach Coffeeville kennzeichnete.
J.Paul Henderson hegt viel Sympathie für seine Figuren. Das überträgt sich auf den Leser.
Eine wichtige Figur ist der Witwer Lyle, der mit 83 Jahren durch einen Unfall stirbt.

Er hinterlässt 2 erwachsene Söhne.

Greg ist aus Anlaß des Todes seines Vaters nach langen Jahren wieder in die Heimat nach England zurückgekehrt. Eigentlich lebt er in den USA, da er sich von der Familie entfremdet hatte. Als Jugendlicher war er rebellisch und unangepasst.
Sein Bruder Billy ist ein ruhigerer Typ, dessen Lebenslauf konstanter verläuft.
Jedenfalls sieht das auf der Oberfläche so aus. In Wirklichkeit leidet er an einer ungewöhnlichen Phobie, die sein Leben beeinflusst.

Greg hat Visionen von seinem toten Vater, der sich mit ihm unterhält. Das ist der Anlaß sein eigenes Leben in Frage zu stellen. Auch mit seinem Bruder Billy versteht er sich nach 7 Jahren Trennung wieder gut, weil sie es schaffen, miteinander zu reden.
Eine große Überraschung erwartet Greg dann auch noch durch eine scheinbar unbekannte Frau.

Neben den realistischen Probleme der Hauptfiguren ist mit Onkel Frank auch eine echt skurrile Figur dabei, der gerade in den Dialogen für eine weitere kräftige Prise Humor sorgt.
Dennoch sind bei aller Komik die Themen wie z.B. Lösen von Familienproblemen, Wiederannäherung, etc. von Bedeutung und der Roman besitzt bei aller Leichtigkeit auch Tiefgang!

Manche Passagen des Romans erinnern mich an die Prosa von Jonathan Tropper (Sieben verdammt lange Tage). Wer also gerne Tropper liest, wird vielleicht auch J.Paul Hendersons Romane mögen.

Fazit: Ein amüsant zu lesender Roman, den ich schon in knapp 2 Tagen durch hatte.

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Erzählerische Wucht

Underground Railroad,7 Audio-CD von Colson Whitehead

Underground Railroad. Was für ein grandios Buch!

Zuerst ist Hörbuch Hamburg für die Gestaltung des Hörbuchs in einer CD-Pappbox mit 7 CDs zu loben. Das ist meine favorisierte Hörbuchform.

Gelesen von Helene Grass, die auch einmal zusammen mit ihrem Vater bei einer Lesung im Theater gesehen habe.

Ihr Vortrag ist wirklich gelungen und passend.

Anfangs ist es ziemlich hart, da das Sklavenleben deutlich beschrieben wird. Dazu gehören neben der harten Arbeit auch grausame Bestrafungen, Vergewaltigungen und weitere unmenschliche Behandlungen.
Das muss man als Leser bzw. Hörer auch erst einmal ertragen. Doch bei dem, was die Menschen damals ertragen mussten, verbietet sich mir ein weghören.

Mit Cora gibt es eine starke Persönlichkeit als Hauptfigur.
Es gibt auch authentisch wirkende Nebenfiguren wie Caesar, die Brüder Randall, Miss Lucy und die unterschiedlichen Mitarbeiter der Underground Railroad. Die Vereinigung der Underground Railroad hat eine Route in die mögliche Freiheit Richtung Norden bis zu Kanada aufgebaut.

Es folgt die abenteuerliche Flucht und das Leben in Freiheit.
Cora und Caesar werden getrennt, als eine neue Flucht erforderlich wird.
Erschreckende Szenen folgen. Und entschlossene Sklavenjäger setzen sich auf Coras Spur. Der Sklavenfänger Ridgeway ist eine für mich erschreckend glaubwürdige Figur. Sein Herrenmenschendenken war damals sicher verbreitet, bei manchen selbst noch heute. Das der US-Präsident Trump sich nicht gegen den Ku Klux Klan und anderen Rassisten ausspricht ist ein Verbrechen.

Cora bewegt sich durch verschiedene US-Staaten: Von Georgia aus durch South und North Carolina, Tennessee und Indiana.

Viele Motive des Romans sind auf eine symbolische Ebene gebracht. Die wirklich versteckt fahrende Eisenbahn ist ein Stück magischer Realismus. Das und die erzählerische Wucht machen das Buch zu etwas besonderen. Kein Wunder, dass es den Pulitzer und den National Book Award gewann.

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Familiengeschichte über fünf Generationen

Underground Railroad,7 Audio-CD von Colson Whitehead

Es ist eine Familiengeschichte über fünf Generationen, wobei die erste Generation nicht erzählerisch sondern nur durch Recherche der Hauptfigur Caro transportiert wird und die letzte Generation besteht aus Caros Sohn, ist also auch kürzer gehalten.
Doch es ist festzustellen, dass die Ereignisse und Erfahrungen der Vergangenheit sich noch auf die Nachkommen auswirken.

Zentral stehen Caro und ihr Vater Karl im Mittelpunkt. Karl musste 1945 als Kind mit Mutter und Schwester aus Schlesien flüchten und in der jungen Bundesrepublik Deutschland durch harte Arbeit Fuß fassen.
Seine Tochter Caro wächst mit 2 Brüdern behütet, sogar überbehütet auf. Ihr Leben wird durch ihren Alkoholismus geprägt.

Christine Drews ist eine sehr gute Autorin, denn sie lässt den Leser nahe an ihre Figuren ran, die ihre Schwächen haben, aber versuchen, damit umzugehen. Die Bewältigung der unausgesprochenen Probleme der Vergangenheit ist dann auch ein wichtiges Thema.

Was mich am Roman am meisten beeindruckt ist, wie sinnvoll die Zeitsprünge der Handlung gestaltet sind. Zwar sind die Sprünge häufig, aber die Lesbarkeit wird davon nicht beeinträchtigt. Problemlos kann man der Handlung folgen, die durch diese Erzählstruktur bereichert wird.

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Erinnerungsbilder aus Flugschnee

Flugschnee von Birgit Müller-Wieland

Ein junger Mann namens Simon ist spurlos verschwunden! Ein Schock für seine Schwester Lucy und seine Eltern Arnold und Vera.

Schon ganz zu Beginn fällt am Roman die Sprache auf. Ein inneres Zwiegespräch der Protagonistin mit dem verschwundenen Bruder, Erinnerungsarbeit an die gemeinsamen Erlebnisse der Vergangenheit.

Eine Bewusstseinsdarstellung, die den Schmerz des Verlustes darstellt, aber auch die Ungewissheit und die Angst, dass es einen Suizid gab. Oder ist Simon nur untergetaucht? Was sind seine Beweggründe?

Diese Kapitel in Berlin wechseln sich mit anderen Handlungsebenen der Vergangenheit ab, z.B. 20 Jahre zuvor in Hamburg mit dem schon älteren Lorenz. Er ist Lucys und Simons Großvater.
Es gibt auch einige Kindheitsszenen mit Simon und Lucy. Aus dem ganzen entsteht eine komplexe Familiengeschichte.

Bemerkenswert, wie auch die Literatur im Text eingesetzt wird: Das Berlinbuch “Die Ästhetik des Widerstands” von Peter Weiß, Novalis und die schwedische Schriftstellerin Karin Boye. Das trägt bei, den hohen Ton des Romans zu unterstützen.

Wenn man sich die Definition von Flugschnee ansieht (sehr feiner Schnee, der bei stärkerem Wind entsteht und die Schneekristalle auch unter die Dachhaut oder die Dachziegel eines Hauses eindringen lässt.) kann man einen Zusammenhang zur Wirkung der Sprache von Birgit Müller-Wieland erkennen. Wie Flugschnee dringen die Erinnerungsbilder in Lucy.
Das gilt jedenfalls für viele Passagen, aber es gibt auch einige, wo es nur leichten Schneefall gibt. Da wird die Geduld des Lesers auf die Probe gestellt.
Aber die Geschichte braucht diesen Raum. Vorfälle der Vergangenheit werden langsam herausgearbeitet, die Zusammenhänge familiärer Probleme ergeben sich erst allmählich. Man muss sich nur gewiss sein, dass sich die Autorin Zeit lässt, dann ist das schon okay.
Die Ernsthaftigkeit, die Birgit Müller-Wieland ihrer Sprache verleiht und wie sie mit ihr arbeite, ist bewundernswert.

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Wohlfühlroman

Morgen ist es Liebe von Maifeld Monika

Durch den gewählten ansprechenden Stil wird es ein leicht zu lesender Roman.
Martin ist verzweifelt, sein Leben ist aus der Bahn geglitten. Auch wenn das Buch mit einem Mann beginnt, der seinen Suizid beginnt, hat man eher eine Art Roman vor sich, der wie eine wärmende Decke wirkt. Dazu trägt auch die weihnachtliche Stimmung bei!
Die Handlung wechselt zu der Ärztin Alexandra Novak.

Ich mochte beide Figuren auf Anhieb.
Dann kommt der Unfall, bei dem Martin zum Retter wird.

Weitere sympathische Figuren sind Martha, Alexandras Mutter und ihr quirliger Hund Mr.Spock.

Doch nicht nur Martin, alle Figuren sind ein wenig in einer Lebenskrise.
Martha ist jüngst verwitwet und jetzt sehr alleine.
Alexandra fragt sich nach dem Unfall, ob sie ihr Leben ändern muss.
Nicht nur sie fragen sich, wer ihr Retter war, auch Polizei und Presse spüren dem Fall nach.
Der Polizist Jean-Claude und ein skrupelloser Reporter werden Teil der Handlung. Sie bedienen jedoch Klischeevorstellungen und haben mir vergleichsweise etwas weniger als die anderen gefallen.

Der Autorin gelingt es gut, die Emotionen ihrer Figuren herauszuarbeiten. Die Leichtigkeit dabei ist vielleicht die größte Stärke des Romans.
Erstaunlich ist aber auch, dass die vermeintlichen Nebenfiguren einen großen Anteil im Roman bekommen, insbesondere Martha, und dass das so gut funktioniert.
Eine kleine Schwäche sehe ich darin, dass manche Passagen zu ausführlich erzählt werden.

Morgen ist es Liebe ist ein Wohlfühlroman, der auch noch in der Weihnachtszeit angesiedelt ist. Das liest sich selbst bei +29°C draußen erfrischend.
Weiterhin prägt der Schauplatz Luxemburg, wo die Autorin lebt, den Roman.

Monika Maifeld ist wirklich eine Neuentdeckung.

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