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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Violet and Aiden

Close to you erzählt die Geschichte von Violet und Aiden. Sie Studenten in Maine, die sich zufällig treffen.
Beide Protagonisten haben es nicht einfach. Aiden hat Probleme mit seiner Familie und ein schnell aufbrausendes Temperament. Violet hat Angstattacken, weil sie lange gestalkt wurde. Sie ist deshalb schließlich von Miami nach Maine gezogen, um dort im College Literatur zu studieren, aber auch um der bedrohlichen Situation zu entgehen.

Die College-Passagen sind ganz interessant. Manche Szenen sind sogar in den Vorlesungen angesiedelt. Witzige Stellen und Dialoge gibt es, als Violet diie abgedrehte Mitstudentin Chloe kennenlernt. Sie werden schnell gute Freundinnen. Für die zurückhaltende Violet ein Segen.

Obwohl Aiden sich anfangs so abweisend und mürrisch verhält, bleibt Violet von ihm fasziniert und mehrfach hilft er ihr sogar. Aber es ist eine schwierige Beziehung. Für den Leser deswegen umso spannender.

Bemerkenswert, wie einfühlsam und behutsam die Autorin mit ihrern zerbrechlichen Figuren umgeht.
Isabell May verzichtet daher auch auf explizite Szenen.

Ein Roman, der geeignet ist, darin zu versinken.

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Kriegsgefangen in den USA

Ein mögliches Leben von Köhler Hannes

Es ist offensichtlich, dass der deutsche Autor Hannes Köhler für seinen Roman “Ein mögliches Leben” intensiv recherchiert hat und dadurch einen Roman zu dem Thema Deutsche Kriegsgefangene in den USA vorlegen kann. Ich habe bisher noch kein Buch mit dem Thema deutsche Kriegsgefangene 1944 gelesen, das in Texas angesiedelt ist.

Es funktioniert gut, das Thema exemplarisch an einer Person abzuhandeln. Franz Schneider war ein ca. 20jähriger Soldat, als er in Kriegsgefangenschaft nach Texas kommt.
Erzählt wird in verschiedenen Zeitabschnitten, die manchmal rasch und überraschend wechseln.

In Camp Hearne lernt Franz Paul kennen, der in Deutschland geboren, aber in den USA aufgewachsen ist und mit dem ihm bald eine tiefe Freundschaft verbindet, und dann Wilma, Pauls Schwester. Gefährlich wird es für Paul und Franz, als es im Camp Auseinandersetzungen zwischen den Gefangenen kommt. Schließlich wird Franz in ein anderes Lager nach Utah verlegt. Hier ändert sich für Paul alles.

Mich irritierte, dass der im Klappentext erwähnte Enkel Martin selbst eigentlich keine besonders wichtige Rolle in der Handlung einnimmt. Da weist der Verlag den Leser in eine falsche Richtung. Doch immerhin begleitet Martin seinen Großvater in der Jetztzeit in die USA zu den Schauplätzen, zuerst dem Camp Hearne. Somit nimmt Martin Teil der Position des Lesers ein, der mehr erfahren möchte über die Vergangenheit. Darüber hinaus dient er als Gesprächspartner für Franz, dem es dadurch gelingt, noch besser seine Erinnerungen zu reflektieren.

Mehr und mehr erfährt man so von Franz und den prägenden Erfahrungen, die er machte.
Das dem Buch vorangestellte Zitat von Ernest Hemingway passt.
“I suppose if a man has something once, always something of it remains.”

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Notizen

Süden und Westen von Joan Didion

Joan Didion gilt zu Recht als eine bedeutende US-amerikanische Autorin, da ihre Reportagen wirklich ein Stück Amerika zeigen. Dazu gehören diese Notizen auch, die aus den siebziger Jahren stammen und bisher unveröffentlicht waren.

Ein (kurzer) Teil sind Kalifornische Notizen). Doch zunächst gibt es Reisenotizen.

Didion beschreibt ihre Reise in den amerikanischen Süden im Jahr 1970. Ihre Route führt sie durch Louisiana, Mississippi, Alabama. Als Frau aus Kalifornien erlebt sie den Süden als konservativ, eigenwillig und ihr fremd. Das besondere an diesen Notizen ist, dass Joan Didion genau beobachtet. Sie sieht auch das nicht offensichtliche und aus ihren Gesprächen mit den Menschen der Umgebung kann man viel schließen. Erwähnenswert ist, dass sie nicht direkt urteilt, außer in ihren lakonischen Bemerkungen natürlich. Die Lakonie kennzeichnet ihren Stil und übt auch heute noch einen Lese-Reiz aus.

Nicht unerwähnt bleiben soll das interessante und erhellende Nachwort.

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konnte mich nicht begeistern

The Bartender von Piper Rayne

The Bartender vom Autoren-Duo Piper Rayne ist ein Liebesroman, der sehr auf das körperlich setzt. Gefühlsmäßig bleibt es sehr auf der Oberfläche.
Der Roman ist offenbar der Beginn einer Reihe von Romanen um die drei Freundinnen Whitney, Thalia und Lennon in San Francisco. Dieser Schauplatz war der Hauptgrund, warum ich den Roman lesen wollte, obwohl ich eigentlich nicht zur Zielgruppe gehöre.

Leider machen die Autorinnen zu wenig aus der Lokation, die Handlung könnte im Prinzip überall ablaufen. Schade, da wurde eine Chance verschenkt. Zum Vergleich: Samantha Young hat mit ihrem Edinburgh Love Stories den Schauplatz einen höheren Stellenwert eingeräumt.
Eigentlich lässt sich Piper Rayne mehr mit Autoren wie Samantha Beck vergleichen.
Whitney ist die Icherzählerin. Sie ist erst vor kurzen in die Stadt zurückgekehrt und lässt sich mit dem angeblichen Barmann Cole ein. Klar, dass es zwischen den beiden sofort zündet. Eigentlich wollte ich die explizit beschriebenen Szenen zwischen den beiden überspringen. Das kürzt den ohnehin nicht langen Roman doch glatt um ein Drittel.

Der Roman konnte mich nicht begeistern. Die Dialoge wirken aufgesetzt, immer auch ein wenig zu laut. Es mangelt an Zwischentönen, die gerade in Liebesromanen so wichtig sind. Die Handlung ist hauchdünn und oberflächlich, die Figuren oberflächlich und der Ton zwischen ihnen banal.
Für mich war das Buch ein Flop!

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Generationsübergreifende Familiengeschichte

Die Vergessenen von Ellen Sandberg



Was die Krimiautorin mit „Die Vergessenen“ vorgelegt hat, ist eine aufregende und bemerkenswerte Familiengeschichte, die generationsübergreifend und mit Krimielementen angelegt ist. Dabei geht die Handlung bis ins Jahr 1944 zurück und beleuchtet ein beschämendes Stück deutsche Geschichte, bei der die Leidtragenden Kinder und Hilflose waren.

Das Buch versammelt Schicksale von Menschen, die alle durch die Ereignisse der Jahrzehnte zurückliegenden Vergangenheit geprägt und auch belastet sind.
Es gibt den Plot um 1944 mit der Krankenschwester Kathrin, die in einem Pflegeheim arbeitet. In der Gegenwart sind es zwei Protagonisten, der verdeckt arbeitende Detektiv Manoli und die Journalistin Vera. Beide recherchieren und ihre Anliegen sind eng miteinander verbunden. Durch die Verknüpfung der verschiedenen Handlungsstränge erhält der Plot eine dichte Konsistenz, die wirklich bemerkenswert ist.

Die Autorin nutzt die Vorteile einer routinierten Schreibweise ohne dabei auf Emotionalität und Sensibilität zu verzichten. Diese Schreibweise ist mir sehr willkommen, so werden die Figuren in einer angemessenen Tiefe charakterisiert.
Als Leser werden mir die Figuren wichtig, die alle nicht perfekt sind und die unter der Situation leiden.

Man merkt auch, wie wichtig der Autorin der Stoff war.
Das Resultat ist ein sehr lesenswerter, emotional packender Roman voller innerer Spannung.

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Vor dem Abschied

Die Vergessenen von Ellen Sandberg

Dieser Roman beschäftigt sich auf sehr konzentrierte und dichte Art mit einem Thema, dass vielen jungen Menschen begegnen kann. Der Trennung aufgrund Auszug aus der Heimat. Das bedeutet Abschied von Eltern, Freunden und dem Altbekannten, und möglicherweise von der Liebe. Clare und Aidan sind seit Jahren ein Liebespaar, jetzt werden sie 3000 Kilometer entfernt voneinander studieren.

Das ist das vermutliche Aus für die Beziehung. Niemand junges übersteht eine Fernbeziehung in diesem Ausmaß.
Doch noch sind Clare und Aidan nicht bereit für die Trennung.
Die Handlung erstreckt sich hauptsächlich auf den letzten Tag und die letzte Nacht.

Jennifer E. Smith besitzt einen guten Schreibstil, durch die Figuren wird es aber auch manchmal anstrengend. Insbesondere Clare besteht darauf, ihre Beziehung intensiv zu analysieren. Das soll helfen, die Entscheidung zu treffen, ob die Trennung wirklich das Richtige ist. Dieser Prozess ist teilweise eine Qual für die beiden.

Zum Problem der möglichen Trennung kommen auch noch Familienprobleme, Aidan und sein Vater haben Streit, und Schwierigkeiten mit den Freunden.

Der Originaltitel Hello, Goodbye And Everything In Between gefällt mir besser als der deutsche, der zu oberflächlich für diesen ernsthaften Roman klingt.
Insgesamt ein guter Roman über Liebe im Fokus der Trennung, der aber nicht über die Leichtheit vergleichbarer Liebesromane für Young Adults besitzt und daher wohl nicht jedem Leser gefallen wird.
Ich schätze an dem Buch, wie ernsthaft und auch realistisch dieser (unvermeintliche?) Abschied beschrieben wird.

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Geschwisterbeziehung

Der große Bruder von Esther Gerritsen

Der große Bruder ist ein kurzer Roman, aber er funktioniert dennoch gut, da sich die niederländische Autorin Esther Gerristen auf ein wichtiges Element konzentriert. Sie arbeitet die Tiefe der Beziehung zwischen den Figuren, Bruder und Schwester heraus. Eine Tiefe, den die beiden sich am Anfang nicht bewusst waren.

Erst ein Schicksalsschlag führt sie dazu, als dem Diabetiker Marcus ein Bein abgenommen werden. Seine Schwester Olivia ist eigentlich von ihm entfremdet, dennoch nimmt sie ihn für die Zeit der Rekonvalenz bei sich und ihrer Familie auf.

Die Wiederannäherung der Geschwister ist nicht einfach und braucht seine Zeit. Überrascht stellt Olivia fest, dass ihr Bruder andere Erinnerungen an ihre gemeinsame Kindheit hat als sie. Olivia stellt ihr Leben, Beruf und Familie in Frage.

Die Autorin nimmt dem Text durch ironische, witzige Dialoge ihre Tragik, nicht jedoch ihrer Bedeutung. Es bleibt ein ernsthafter, realistischer Text. Ein Buch, dass ich sehr gerne gelesen habe.

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Ein beeindruckender Roman

Der Reisende von Ulrich Alexander Boschwitz

Der Reisende ist ein Roman, der in erster Fassung 1940 in den USAS erschien. Er schildert exemplarisch anhand der Hauptfigur Otto Silbermann, ein jüdischer Geschäftsmann, die Verfolgung der Juden in Deutschlands schlimmster Zeit.
Das Buch ist somit ein Zeitdokument. Der Roman überzeugt auch literarisch, da er dicht und konzentriert geschrieben ist.

Als Leser folgt man dem Protagonisten, der auf seiner Flucht kreuz und quer mit Zügen durch Deutschland reist. Einmal versucht er an der belgischen Grenze das Land zu verlassen. In Frankreich lebt sein Sohn, der ihm eine Hoffnung auf ein mögliches neues Leben gibt. Doch er wird entdeckt und zurückgeschickt. Man spürt den Druck, den Silbermann ausgesetzt ist und sieht, wie die Hoffnungslosigkeit und sein Entsetzen zunimmt.

Ein beeindruckender Roman, der in den heutigen Zeiten, in denen die Flüchtlingspolitik wieder mitleidslos und gnadenloser wird, gebraucht wird.

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Geschichte, Gesellschaft und Religion

Der Reisende von Ulrich Alexander Boschwitz

Man muss hohen Respekt haben, wie gründlich und umfassend der Autor über Syrien, den Menschen dort und der Geschichte des Landes geschrieben hat. Er geht dabei weit zurück, bis ins Mittelalter, schreibt über das Wesen des Islams, Herrscher Syriens wie Saladin und auch über das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Ländern, Libanon, Jordannien oder vergleicht z.

b. mit Türkei oder Ägypten.
Wesentlich die Passagen über die Baath-Partei und ihr Vorgehen. Interessant der Abschnitt über die Rechte der Frauen in Syrien, auch im Vergleich zu anderen arabischen Ländern.

Es sollte aber klar herausgestellt werden, dass der Kern des Buches schon von 1998 ist und für die vorliegende Ausgabe überarbeitet und erweitert wurde. So sind die Abschnitte über Syriens Bürgerkrieg, dem Islamischen Staat, der Zerstörung von Weltkulturerbe wie z.B. in Palmyra und den Flüchtligsströmen nach Europa zum Buch hinzugekommen und nehmen nicht unbedingt den Schwerpunkt ein. Das letzte Verstehen der Entwicklung der letzten Jahre bleibt aus. Das kann man aber nicht dem Autor direkt anlasten. Vieles an dem jetzigen Syrienzustand kann man nicht nachvollziehen und zu Recht wundert man sich, warum Bashar al Assad von einem Erneuerer, der den Damaszener Frühling einleitete, Demokratisierung und mehr Frauenrechte versprach, zu einem so schlimmen Diktator und Massenmörder werden konnte.

Gerhard Schweizer hat ein ansprechendes, gut verständliches Buch geschrieben, dass sich in die Reihe über Länder (Iran verstehen, Türkei verstehen, Islam verstehen etc) einfügt.

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Kalabrische Elegie

In Kalabrien von Peter S. Beagle

Diese außergewöhnliche Novelle beweist Peter S.Beagles Größe und Bedeutung in der zeitgenössischen Fantasy-Literatur.

Sehr schön ist der Schauplatz, Kalabrien in Süditalien gewählt. Hier lebt Claudio Bianchi mehr oder weniger ruhig und zurückgezogen zusammen mit seinen Tieren. Nur der junge Postbote oder dessen Schwester besuchen ihn regelmäßig auf dem Gebirgshof.

Doch dann hat Claudio eine Erscheinung, ein Einhorn.
Das Einhorn ist trächtig und will offenbar auf dem Gebirgshof ihren Nachwuchs gebären.
Wenn einem ein Einhorn erscheint, kann das die verschiedensten Gründe haben.
Für Claudio ändert sich einiges. Seine Einsamkeit tritt in den Hintergrund. Er öffnet sich innerlich, auch gegenüber der jungen Giovanna. Er versucht die Einhörner vor der Öffentlichkeit zu schützen, doch die Außenwelt dringt gewaltsam in diese kleine Welt.

Trotz des begrenzten Umfangs, der Konzentration auf nur einen Schauplatz und wenigen Figuren, besitzt das Buch eine hohe Komplexität und Themen von Relevanz.

Oliver Plaschka, selbst Schriftsteller, hat dieses Buch übersetzt und auf mich macht die Übersetzung den guten Eindruck, dass Beagles Sprache im größtmöglichen Umfang erhalten geblieben ist. Das halte ich für wichtig, da Beagle ein außergewöhnlicher Stilist ist.

Fazit: Ein besonderer Leseschmaus von einem der Großmeister der Fantasy.

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