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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ein Buch voller Morde

Der Mensch ist böse von Julian Hannes

Das Buch beginnt mit einem Aufsatz über das Wesen der Psychopathen. Sicher interessant, doch wie wohl die meisten Leser möchte ich so schnell wie möglich zu den Geschichten.

Die erste ist für mich dann auch gleich die interessanteste, da sie historisch angesiedelt ist, von 1886 bis 1896. Es geht um das Treiben von H.

.H.Holmes der in Chicago und anderen Orten der USA mordete.

Zwischendurch gibt es mal einige Fakten, z.B. Wer ist der bekannteste nicht gefasste Serienmörder, wie oft brechen Häftlinge aus etc.
Das wirkt gut zur Auflockerung und dient dazu, dass man die Fälle nicht stumpf hintereinander weg liest.

Es folgt der sehr bekannte Fall um die vermisste Maddie McCann, der medial viel beachtet wurde. Es wird auch ein Interview mit einem Profiler an diesen Abschnitt angehangen, der seine Einschätzung zu den Theorien um Maddie abgibt.

Obwohl das jeweilige Fazit des Autors zu den Fällen nachvollziehbar sind, halte ich sie auch nicht so zwingend wie erwartet.

Es folgen noch einige Fälle, aber als Leser merke ich, dass ich langsam abstumpfe und mich die Schrecken der Morde nicht mehr so stark erreichen. Daher sollte man das Buch idealerweise über einen längeren Zeitraum verteilt lesen.

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stimmig

Bit Rot von Douglas Coupland

Mit Kurzgeschichten und Essays ist Douglas Coupland auf der Spur von gesellschaftlichen Zuständen und Veränderungen.

Seine Texte sind klarsichtig, haben manchmal einen zynischen Beiklang, den man wohlwollend auch als treffende Ironie bezeichnen kann. Er verzichtet nicht auf wirksame Schockeffekte.

Bei Coupland kommt eine große Bandbreite an Themen vor, die unter anderen Vernetzung, Apps, Drohnen, Aliens, Drogen, und vieles anderes einschließt.

Die Mischung zwischen Storys und Aufsätze ist stimmig!

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Das Jetzt leben

Diese ganze Scheiße mit der Zeit von Hubertus Meyer-Burckhardt

Hubertus Meyer-Burckhardt ist sehr bekannt durch die Moderation der NDR Talkshow. Sein letzter Roman Meine Tage mit Fabienne überzeugte mich nicht so ganz, aber dieses neue Buch schon. Der 63jährige Autor schreibt auch anlässlich seiner Krebserkrankung viel über seine Kindheit und Jugend, erste schauspielerische Ambitionen etc.

Er ist in Kassel aufgewachsen, wehrte sich früh gegen den schlagenden und trinkenden Vater. Die Werte, Musik und Filme der späten sechziger Jahre war seine Welt. Es folgte die bekannte Karriere in verschiedenen Bereichen des Entertainment, z.B. Filme produzieren und Talkshows zu moderieren.

Das ist überwiegend interessant und gut zugänglich gelesen.
Mir gefällt auch, wie der Autor zahlreiche Zitate einsetzt, um verschiedenen Themen auf die Spur zu kommen.

Hubertus Meyer-Burckhardt bleibt Optimist und kämpft gegen seine Erkrankung. Dieses Buch werte ich als Teil seines Kampfes und als Mittel, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

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Robin Rhodes Wände

Robin Rhode von Uta Ruhkamp

Robin Rhode - Memory is the weapon. Schon ein interessanter Titel, der neugierig macht.
Es ist verdienstvoll, den südafrikanischen Künstler Robin Rhode mit diesem Buch vorzustellen. Er galt in der Zeit der Apartheid als “Coloured”, daher ist eine politische Komponenten in seinen Themen stets vorhanden, auch wenn sie vielleicht nicht sofort erkennbar ist.

Robin Rhode schafft Kunst auf unterschiedliche Art, z.B. auch indem er Wände nutzt und ggf. eine Performance dazu.
Ein häufiges Motiv ist z.B. das Fahrrad, mit Kreide an die Wand gemalt und Personen, die dazu posen.
Oder ein Piano, das von seinem Pianisten gestürzt wird.
Witzig auch die Schallplatte, die auf den gemalten Plattenspieler gelegt wird.
Oft sind die Bewegungen betont rhythmisch.
Manchmal erzählt Rhode sogar kleine Geschichten, beispielsweise in Geometry of Color.

Das Buch überzeugt mich schon vom Konzept. Außer den Werken, die an Street Art erinnern, gibt es eine Einführung, ein mehrteiliges Interview mit Rhode und ein paar Gedichte südafrikanischer Lyriker, die Rhodes Arbeiten beeinflusst haben.

Dabei sind Gladys Thomas, James Matthews und Don Mattera, von dem auch das Titelgedicht stammt. Es sind teilweise Antiapartheid-Gedichte aus den siebziger Jahren.

Insgesamt ein wirklich gelungenes Buch!

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ansprechend

Von Büchern in Bildern von Jamie Camplin; Maria Renauro

Von Bücher in Bildern ist ein Thema, das mich sofort anspricht. Ich liebe Bücher und ich liebe Kunst, besonders Gemälde. Wenn dann beides zusammen kommt, kann das faszinieren.

Die Auswahl der Bilder ist recht umfassend, originell ausgewählt und thematisch gut zugeordnet.

Dabei sind Gemälde von Botticelli, Rembrandt, Dürer, Jan Veermeer, Marc Chagall, Renoir, Gauguin, Pablo Picasso, Degas, Manet, Camille Corot, Edvard Munch, Vincent van Gogh, Edward Hopper, Gustave Courbet, Egon Schiele, Velazques, Gustave Caillebotte und viele andere.

Sie werden gut präsentiert, textlich kommentiert und in einen Kontext gestellt.
Auffällig sind oft die Posen der lesenden Menschen.
Man kann sich kaum satt sehen an ihnen.

So macht ein Buch Spaß. Ich könnte es für Bücher- und Kunstfans sogar als Weihnachtsgeschenk empfehlen.

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Durchschnitt

Der zehnte Gast von Shari Lapena

Mit The Couple next Door hatte die Autorin einen großen Erfolg, aber Der zehnte Gast ist ein eher konventioneller Krimi. In dem abgelegen in der Wildnis liegendem Hotel Mitchell´s Inn sind einige Gäste versammelt. Eine bunte Gesellschaft. Fast jeder von ihnen hat ein Geheimnis, oder schleppt unverarbeitete Gefühle mit sich herum.

Zum Beispiel die Journalistin Riley, die aus Afghanistan traumatisiert zurückkommt, oder ihre Freundin Gwen, die wenig Selbstvertrauen hat. Auch der Strafverteidiger David ist ausgebrannt usw.
Es ist interessant, die Leute allmählich besser kennen zu lernen, leider bleibt viel auf der Oberfläche. Es sind auch irgendwie zu viele Figuren.
Ein Mord passiert und als Leser fühlt man einen Hauch von Agatha Christie. Aber will man das?
Erst spät im Roman kommt die Polizei ins Spiel.
Mit dem Ende bin ich zwar zufrieden, aber es bleibt der Eindruck, meine Lesezeit verschwendet zu haben.

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Vogt & Harder

Hinter blutroten Schatten von Gereon Krantz

Hinter blutroten Schatten ist ein Krimi mit einem ziemlich wilden Plot und mit Ermittlungen, die wohl kaum dem Vorgehen in der Realität entsprechen.
Wie so oft gibt es den psychotischen, sadistischen Serienmörder und ein ungleiches Ermittlerteam, dem sich gehen lassenden Bruce Willis-Verschnitt Harder und der korrekten Vogt.

Jetzt könnte man denken, sie würden sich gut ergänzen, aber eigentlich erkenne ich das aus dem Text heraus nicht, außer Vogt lässt den exzentrischen Harder halt machen.
Eigentlich sind beide Figuren überzeichnet und nicht glaubhaft.

Ansonsten lebt das Buch von den Sprüchen Harders, einer gewissen Ironie und Humor. Sprachlich ist der Roman auch souverän gemacht.

Mich überzeugen die temporeichen Passagen, stellvertretend nenne ich die Schwimmbadszene, bei der Harder und Vogt eine gefährdete Person retten wollen, dann merken, dass sie am falschen Ort sind und gehetzt zum richtigen Tatort rasen. Dann entsteht ein guter Drive.
Auch das lange Finale vermag zu überzeugen.

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Historischer Roman von außergewöhnlicher Qualität

Der Lehrmeister (Faustus-Serie 2) Faustus-Serie von Oliver Pötzsch

Nach Der Spielmann ist dies der zweite Teile der Faustus-Saga, Anfang des 16.Jahrhunderts.
Idealerweise sollte der Leser den ersten Teil gelesen haben, denn die Handlung setzt 6 Jahre danach an.

Oliver Pötzsch bezieht sich mit seinem Faust auf die reale historische Persönlichkeit, der später das Vorbild für Goethes Heinrich Faust wurde.

Zu Goethes Version gibt es auch Anspielungen.

Dr.Johann Georg Faustus zieht seit 6 Jahren zusammen mit seiner Tochter, der jetzt 20jährigen Greta und seinem Assistenten Karl Wagner als Jahrmarktsgaukler umher. Die quälenden Erinnerungen der Vergangenheit sind noch präsent.
Er entschließt sich zur Rückkehr nach Knittlingen, seinem Heimatort. Das führt ihn auf die Spuren seines alten Lehrmeister und Feind Tonio del Moravia.
Dann geht es nach Bamberg, später sogar nach Frankreich und im 4.Akt sogar nach Rom. Es kommt zu Begegnungen mit Leonardo da Vinci und mit dem König von Frankreich. Doch Faustus ist getrieben, seinen alten Feind gegenüberzutreten, der vielleicht selbst der Teufel ist.

Damit ein historischer Roman gelingt, benötigt es Atmosphäre und stimmige Beschreibungen. Dafür ist der erfahrene Schriftsteller Oliver Pötzsch der richtige. Es schafft Detailbeschreibungen verknüpft mit den Emotionen der Figuren. Bildreich seine wortgewaltige Sprache. Dem kann man sich als Leser schwer entziehen. In dem Hörbuch, gelesen von Tobias Kluckert, verstärkt sich diese Wirkung noch. Lange wird das Geheimnisvolle der Geschichte betont und gewahrt. Zwar gibt es nicht gerade wenig Pathos, aber es bleibt immer stimmig.
Zudem sind die Figuren überwiegend vielschichtig und lebendig, so mein Eindruck. Mit ihnen teilt der Leser im Verlaufe der Handlung eine Vielzahl an Emotionen.

Abgesehen von dem fesselnden Hauptplot gibt es auch viele kleine in sich spannende Episoden.

In Zukunft wird die Faustus-Saga neben den Henkerstochter-Reihe zu den Hauptwerken des Autors gehören.

Es ist ein umfangreiches Buch mit 3 MP3-Cds und einer Spielzeit von 1300 Minuten, aber es wird nie langweilig,daher hatte ich nie den Eindruck es wäre zu lang.

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Bild einer Zeit

Menschen neben dem Leben von Ulrich Alexander Boschwitz

In seinem Buch „Menschen neben dem Leben“ zeigt der Schriftsteller Ulrich Alexander Boschwitz das Leben von Menschen im sozialen Abseits. Es sind die schweren Zeiten der Wirtschaftskrise in Deutschland, was für viele Arbeitslosigkeit, Armut sogar Hunger bedeutet.
Der Autor setzt eine große Anzahl von Figuren ein, um ein umfassendes Zeitportrait von Berlin zu zeigen.

Da ist zum Beispiel Grissmann, arbeitslos, aber auf Unabhängigkeit bestehend. Der alte Bettler Emil Fundholz und Tönnchen, der wie ein Kind ist, dabei ist er schon 40. Der kriegsblinde Sonnenberg, die Prostituierte Minchen und andere.

Der Autor gibt allen auch wirklich Charakter, daher wirken sie real und lebendig. Es wird aber auch gezeigt, wie die Perspektiv- und hoffnungslosigkeit die Menschen in Gleichgültigkeit treibt.
So sind manche eigentlich ehrliche Leute jetzt zur Kriminalität bereit. Ein anderer wird Zuhälter.

Wie Boschwitz die Figuren miteinander verknüpft ist stimmig. Ein wirklich gutes Buch.

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Eine Reise durch die USA

Yankee Land von Alfred Kerr

Schön, das mal wieder ein Buch erscheint, das zwar alt ist, aber einmaliges bietet: Den Blick eines Deutschen auf die USA im Jahr 1924. Das vermag zu faszinieren.
Ansprechend schon das gut gemalte Buchcover.
Kerr reist durch die USA, zum Beispiel nach Washington, wo der den Präsidenten trifft. Dann New Orleans und durch Arizona und Kalifornien.

Der Abschnitt über San Francisco ist besonders strahlend. Neben den Städten mag Kerr auch die Natur-Parks. Weiter geht es nach Portland und Seattle. Salt Lake City, die Stadt der Mormonen. Dann Chicago und Boston.
Manche Eindrücke von Alfred Kerr vermögen zu verblüffen, die Menschen in Chicago empfand er als ernster als die in New York oder San Francisco.
In New York klingt die Reise aus.

Alfred Kerr ist heute wahrscheinlich nicht unbedingt jedem bekannt, früher war eine Größe vor allen als Kritiker. Yankee-Land bietet im Ausdruck einige Überzeichnungen und einen teilweise altmodisch wirkenden Stil, daher ist es fraglich, ob er noch eine neue, junge Leser-Generation erreicht. Mich persönlich störte das aber nicht.

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