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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Leben nach der Explosion

Träume von Freiheit - Flammen am Meer von Silke Böschen

Mag der Romantitel etwas pathetisch wirken, gilt dies nicht für den sorgfältigen Text über zwei sehr unterschiedliche Frauen, die ein bestimmtes Ereignis verbindet.

Es ist 1875 in Bremerhaven. Durch eine Explosion sterben viele Menschen, viele werden schwer verletzt. Das war ein reales Ereignis.

Das Anfangskapitel zeigt gleich eine große Dynamik, die die Romanhandlung auch durch das Buch begleitet.
Die Handlung splittet sich dann auf in die Orte New York und Bremerhaven und erstreckt sich über ein paar Jahre.
Die Autorin Silke Böschen schafft es, die Folgen einer Tat für die betroffenen zu zeigen, auch in der stimmigen psychologischen Figurenführung. Das Buch ist zudem sprachlich wirklich beeindruckend.

Ein überzeugender historischer Roman, der ein Gefühl für die Zeit entwickelt.

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Geheimnisvoll

Träume von Freiheit - Flammen am Meer von Silke Böschen

Die ruhige Erzählweise von Das Geheimnis von Shadowbrook wird konsequent durch die Gedankenwelt der Protagonistin Clara Waterfield bestimmt. Sie ist geprägt von ihrer Krankheit und ihrer Eigenwilligkeit. Diese Form kommt der Fassung als Hörbuch entgegen.

Der Originaltitel House of Glass gefällt mir wegen seiner Doppelbedeutung besser als der deutsche Titel.

Clara leidet an der grausamen Glasknochenerkrankung und kann deswegen nur sehr behutsam durchs Leben gehen. Ihr Aufenthalt in Shadowbrook wird auch zu einem Emanzipations- und Selbstfindungsprozess.

Die britische Autorin Susan Fletcher arbeitet stark mit Atmosphären, daraus ergibt sich eine enorme Dichte.
Die Welt Englands 1914 erwacht für den Leser, insbesondere der Landsitz Shadowbrook und sein Gewächshaus. Hinzu kommen Elemente der Gothic Novel, die vorsichtig und geschickt eingesetzt werden.

Ein langsames Erzähltempo bestimmt die Handlungsentwicklung. Beschreibungen stehen mehr im Vordergrund als Handlung, dazu die Betonung des Geheimnisvollen.
Aufgrund ihres aufgrund der Krankheit bedingten bisher behüteten Lebens ist Clara eine perfekte Reflekionsfläche für die mysteriösen Geschehnisse in Shadowbrook.
Es gibt neben der interessanten Hauptfigur noch einige vielschichtige Figuren, bei dem die Autorin die Motivationen ihres Handeln nachdrücklich zeigt und nachvollziehbar macht.
Ein kleines, psychologisch dichtes Meisterwerk, dass Spannung kontinuierlich aufrecht erhält und ein feinfühliges, stimmungsvolles Buch!

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Beim Warp!

Träume von Freiheit - Flammen am Meer von Silke Böschen

In eisiger Tiefe ist ein Warhammer-Roman, an dem mich von Anfang die originelle Erzählstruktur reizte. Es wird eine Chronik geschildert, unterbrochen von redaktionellen Notizen, die mehr Kommentare zum erzählten sind.
Insbesondere fällt auf, dass der Erzähler Cain nicht unbedingt der glaubwürdigste Chronist ist.

Das wird schon im Vorspann dieses Berichts erwähnt, aber man hätte das auch selbst beim Lesen schon schnell bemerkt, glaube ich. Cain ist ein widerborstiger Antiheld. Das gefällt mir besser als ein strahlender Hero.
Dass der Schauplatz eine Eiswelt ist, auf der die Mannschaft ums Überleben kämpfen muss, hat auch seinen Reiz.
Der Autor Sandy Mitchell beherrscht die Kunst der Ironie.
Zudem wird bei der Geschichte so herrlich dick aufgetragen, dass ich spontan an den legendären Science Fiction-Autor Harry Harrison und seinen Stahlratten-Zyklus denken musste.

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Rasant

Missing Boy - Thriller (Crimson-Lake-Serie 3) von Candice Fox

Missing Boy ist schon der dritte Teil um Privatdetektiv Ted Conkaffey in Nordaustralien. Den ersten Teil Crimson Lake fand ich ziemlich stark, der zweite Roman Redemption Point enttäuschte mich, weil Teds private Lage stagnierte, doch Missing boy ist wieder richtig gut.

Candice Fox hat mit Ted einen guten, warmherzigen Protagonisten geschaffen, der in eine missliche Lage geraten war, weil er des Mordes an einem Mädchen verdächtigt wurde.

Obwohl unschuldig, glaube viele er wäre doch schuldig. Entsprechend isoliert ist er auf seiner Farm, zusammen mit einem Hund und 7 Gänsen.


Ted ist aufgeregt weil seine 3jährige Tochter, die bei seiner Exfrau lebt, zu Besuch kommt. Doch ausgerechnet jetzt bekommt er einen Fall um einen verschwundenen Jungen, den er zusammen mit seiner exzentrischen Partnerin Amanda bearbeitet.

Natürlich wird es auch diesmal leicht übertrieben und überdramatisiert, aber Candice Fox weiß, wie man eine Geschichte spannend gestaltet.

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außergewöhnlich

Louise Bourgeois, Englische Ausgabe von Hauser & Wirth

Ein außergewöhnliches Buch einer ausdrucksvolle Künstlerin.
Ihre Stoffskulpturen vermögen zu verblüffen. Es gibt Türme, Köpfe, ein weiteres häufiges Motiv sind große Spinnen. Das könnte gruselig sein, ist es aber nicht, denn die Spinnen wirken positiv und schützend. Siehe zum Beispiel Lady in Waiting.

Auch Garn findet da Einsatz als Spinnweben

Erwähnenswert auch „When I was young“. Viele weitere Werke sind leider ohne Titel.

Louise Bourgeois ist eine 1911 in Paris geborene Künstlerin, die in ihrer Jugend familiäre Probleme erlebte, zum Beispiel Ablehnung durch den Vater. Das hat anscheinend ihrem Werk eine psychologische Note verleiht. Ich denke aber, dass das dieses Buch nicht überbestimmt.
Manches wirkt leicht surrealistisch und es gibt auch bedrohliches wie Passage dangeroux.

Es ist ein schönes Buch, bei dem man aus dem Bestaunen nicht herauskommt.

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An diesem Buch gibt es wirklich nichts zu meckern

Abenteuer Geschmack! von Antje de Vries

Abenteuer Geschmack von Antje de Vries ist ein wirklich sauber gemachtes und gut strukturiertes Buch über das Thema Schmecken und Kochen.
Zunächsz gibt es ein wenig Theorie, wobei man erfährt das zum Schmecken mehr gehört, nämlich auch das Sehen, riechen, hören.

Doch schnell treibt es mich zu den Gerichten.

Was mich so sehr überzeugt ist das Prinzip, bei den Rezepten immer ein Gemüse in den Mittelpunkt zu stellen. Jedes hat seinen eigenen Abschnitt. Dabei sind Möhren, Kartoffeln, Erbsen, Kürbis, Bohnen, Fenchel, Tomaten, Auberginen, Paprika, Spargel, Artischocke, Spinat, Rote Bete, Pilze, Kohl.
Viele Bilder lassen einen das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Die Fotos sind von Vivi D‘Angelo.
Zusätzlich zu den Rezepten gibt es hilfreiche und informative Hinweise.

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Lili & Antje

Ein neues Blau von Tom Saller

Ein neues Blau von Tom Saller ist mir zunächst nicht so zwingend vorgekommen wie Sallers Erstling „Martha tanzt“.
Aber auch dieser Roman hat einige Qualitäten, ein ähnlich gutes Cover, mit Porzellan ein interessantes Thema und das jüdische Schicksal in den dreißiger Jahren.
Der Einsatz zweier Erzählzeiten funktioniert auch.

Man erfährt von Lili, die sich in den 30ziger Jahren für Porzellanherstellung, Töpferei und Bemalung. Sie hat jüdische Wurzeln. Ihr väterlicher Freund ist ein Japaner, Takeshi, eine eindrucksvolle Romanfigur.

Dann gibt es den Handlungsstrang 1985. Die 18jährige Schülerin Antje hat Probleme, sie ritzt sich. Dann besucht sie die inzwischen gealterte Lili.
Sie werden ein gutes Team. Mir persönlich hätte es gefallen, wenn die Generationsunterschiede besser herausgearbeitet würden, aber die beiden verstehen sich auf Anhieb.
Die Antje-Passagen sind geprägt durch ihren teilweise rotzigen Ton, das fand ich nicht schlecht gemacht.

Die achtziger Jahre werden durch häufige Nennung typischer Zeitelemente gezeigt, das war für meinen Geschmack eher mittelmäßig gemacht. Nur nennen heißt nicht zeigen.

Der Roman hat sich gut lesen lassen, aber ob er mich so lange beschäftigen wird, wie es damals Martha tanzt schaffte, glaube ich nicht.
Daher gute 3,5 von 5 Sterne von mir.

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Sal & Peppa

Sal von Mick Kitson

Der Roman zeigt den emotionalen Zustand eines 13jährigen Mädchens namens Sal, die schwer unter Druck steht. Sie muss ihre 10jährige Schwester Peppa schützen. Dazu begeht sie eine folgenschwere Tat und sie fliehen in die Wildnis der schottischen Highlights.

Dort treffen sie glücklicherweise die 75jährige Irene, die mal Ärztin war und ihnen hilft.

Sie bilden eine kleine Gemeinschaft.
Eine Binnenhandlung gibt es durch Irenes spannende Lebensgeschichte, die sie den Mädchen erzählt.
Auch Peppa ist durch ihre gelöste Art eine gute Figur.
Die Szenen in den Highlands sind gelungen, auch wenn es nach meinem Geschmack noch detaillierter sein dürfte.

Es wird aus Sals Perspektive erzählt. Sie ist eine Protagonistin mit der man beim Lesen mitfühlt. Sie hat viel durchgemacht. Von der saufenden Mutter vernachlässigt ist sie praktisch eine Co-Abhängige, denn sie versucht den Alkoholismus ihrer Mutter vor der Öffentlichkeit zu verheimlichen und ist für ihre Schwester schon seit Jahren mehr Mutter als die Trinkerin.
Dann wird Sal auch noch vom Stiefvater missbraucht. Und das könnte auch Peppa passieren. Daher die Flucht.

Ob der Autor Sals emotionalen Zustand nach Missbrauch, Vernachlässigung und der Gewalttat ausreichend tief darstellt, vermag ich nicht zu beurteilen, doch er gibt dem Leser auf jedem Fall emotionale Anstöße zum mitfühlen. Und der Autor Mick Kitson versteht es eine Geschichte zu erzählen.

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schwarzweiß-Fotos mit Eisbär

Sal von Mick Kitson

Das Buch versammelt Fotografien aus den 20-60ziger Jahren , also alle schwarzweiß. Alle haben das Motiv gemeinsam, Personen in Eisbärenkostüm. Ein gediegenes Thema. Aber mit der Zeit versteht man, was den Sammler Jochen Raiß daran gereizt hat.
Es sind häufig Frauen oder Familien im Urlaub, die sich mit den Eisbären fotografieren lassen.

Entsprechend locker und lachend präsentieren sie sich und dadurch gewinnen die Fotos eine stark positive Ausstrahlung. Dazu kommt das nostalgische durch Kleidung und Frisuren der Menschen zu der Zeit.

Erwähnenswert auch noch das Vorwort von Norbert Thomma.

Vielleicht kein wichtiges, aber ein amüsantes und sehenswertes Buch.

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Ein Buch voller Morde

Der Mensch ist böse von Julian Hannes

Das Buch beginnt mit einem Aufsatz über das Wesen der Psychopathen. Sicher interessant, doch wie wohl die meisten Leser möchte ich so schnell wie möglich zu den Geschichten.

Die erste ist für mich dann auch gleich die interessanteste, da sie historisch angesiedelt ist, von 1886 bis 1896. Es geht um das Treiben von H.

.H.Holmes der in Chicago und anderen Orten der USA mordete.

Zwischendurch gibt es mal einige Fakten, z.B. Wer ist der bekannteste nicht gefasste Serienmörder, wie oft brechen Häftlinge aus etc.
Das wirkt gut zur Auflockerung und dient dazu, dass man die Fälle nicht stumpf hintereinander weg liest.

Es folgt der sehr bekannte Fall um die vermisste Maddie McCann, der medial viel beachtet wurde. Es wird auch ein Interview mit einem Profiler an diesen Abschnitt angehangen, der seine Einschätzung zu den Theorien um Maddie abgibt.

Obwohl das jeweilige Fazit des Autors zu den Fällen nachvollziehbar sind, halte ich sie auch nicht so zwingend wie erwartet.

Es folgen noch einige Fälle, aber als Leser merke ich, dass ich langsam abstumpfe und mich die Schrecken der Morde nicht mehr so stark erreichen. Daher sollte man das Buch idealerweise über einen längeren Zeitraum verteilt lesen.

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