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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ferrante´s Neapel

Das lügenhafte Leben der Erwachsenen von Elena Ferrante

Elena Ferrante ist eine der wenigen Superstars der zeitgenössischen europäischen Literatur.
Wer Ferrantes Neapel-Saga liebte, kann wahrscheinlich auch mit ihrem neuen Roman etwas anfangen, da die Stimmung in eine vergleichbare Richtung geht. Auch hier ist die Handlung in Neapel angesiedelt.

Die Erzählerin Giovanna ist ein 13jähriges sensibles Kind.

Eine einzige Bemerkung ihres Vaters, die sie heimlich mit anhört, bewegt eine große Irritation bei ihr. Das wird ein Riss in ihrem Leben.
Ihr Vater sagte, das Giovanna ganz nach ihrer Tante Vittoria kommt. Aber wer ist diese Tante, mit denen die Familie keinen Kontakt hat und die so hässlich und böse sein soll?

Giovana Bild von sich selbst ändert sich und sie beschließt unbedingt ihre Tante kennen zu lernen. Die Begegnung mit dieser beeindruckenden Frau verändert ihr Leben. Über den Zeitraum von ein paar Jahren wird Giovannas Entwicklung gezeigt.

Elena Ferrante hat die Fähigkeit von der Verlusterfahrung des Mädchens so intensiv zu erzählen, weil sie aus deren Perspektive erzählt und den Leser dicht an die Hauptfigur heranzieht.

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Hören Sie nicht auf, in die Pedale zu treten, Dona Maru

Das lügenhafte Leben der Erwachsenen von Elena Ferrante

Das Buch mit dem langen Titel „Die unglaubliche Reise der Großmutter Maru auf ihrem himmelblauen Fahrrad“ ist anrührend zu lesen.
Die alte Dona Maru ist auf ihrem Fahrrad unterwegs. Es gibt Erinnerungen an ihre Kindheit. Sie war Waise und Straßenkind in Chile, lebte dann in Mexiko.
Nach all den Jahren sucht sie jetzt ihren Enkelsohn, den sie noch nie getroffen hat.

Sie fährt Richtung Veracruz.
Eine lange Reise auf dem Fahrrad. Aber Dona Maru hat Vertrauen und begreift sich als Teil des großen Plans des Lebens.
Wichtig sind ihr die verschiedenen Begegnungen, die sie auf ihrer Reise macht und auch sie beeinflusst die Menschen.

Gabri Rodenas gestaltet seinen kurzen Roman liebevoll mit einer überzeugenden Hauptfigur, die auf das Schicksal vertraut.

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Die Wünsche der Toten

Das Gewissen der Toten von Joy Ellis


Die englische Krimiautorin Joy Ellis hat schon einige Teile der Reihe geschrieben zu der „Das Gewissen der Toten“ gehört und so ist die Charakterisierung des Ermittlerteams Rowan Jackman und Marie Evans anscheinend schon in früheren Teilen erfolgt. Auf mich wirken sie anfangs ein wenig profillos.

Später mochte ich sie aber schon, besonders weil sie warmherzige Charaktere sind. Das trifft zum Teil auch auf Carter McLean zu, der in diesem Teil im Mittelpunkt steht, den ich aber mehr mag als die anderen. Er ist von dem Flugzeugabsturz, den nur er überlebte, traumatisiert. Dieser Absturz und die Folgen sind im Prolog übrigens effektvoll geschildert.
Danach gibt es ein wenig Mystery, da Carter die Verstorbenen immer noch sieht und mit den Toten spricht.
Insgesamt gesehen finde ich die Abschnitte mit Carter die besten Szenen im Buch.
Zum Team gehören noch weitere Ermittler, die eher kleine, aber feine Rollen einnehmen.

Carter hat das Gefühl, er muss für die Toten das ganze zu einem Ende zu bringen.
Der Sprecher des Hörbuchs ist Uwe Teschner. Er liest routiniert, aber auch ein wenig monoton und mit zu wenig Emotionen, für meinen Geschmack. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an seinen Tonfall.
Das Hörbuch ist nicht schlecht, wirkt aber auch wie eine Videopremiere, wenn man es mit Filmen vergleicht. Also mehr ein B-Movie!
Aber langweilig ist das Buch nicht!

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zu durchkalkuliert

Wer auf dich wartet von Lodge Gytha

Die britische Schriftstellerin Gytha Lodge hatte mit “Bis ihr mich findet” einen großen Erfolg vorgelegt.
Jetzt gibt es ihren nächsten Roman. Der Dozent Aidan Poole beobachtet über Skype den Mord an seiner Studentin und geheimen Freundin Zoe, den Mörder kann er aber nicht erkennen.
Die Erzählmethode ist raffiniert.

Die Kapitel der Gegenwart wechseln sich ab mit denen der Vergangenheit, die 20 Monate früher einsetzt und sich dann jeweils ca. monatlich an die Gegenwart annähert. So lernt man auch das Opfer Zoe noch als Figur kennen.
Das ist von der Romankonstruktion her ganz gut gemacht. Ansonsten ist der Krimi eher routiniert. Daher konnte er mich auch nicht ganz überzeugen. Für meinen Geschmack ist er zu kühl durchkalkuliert und zu nüchtern gestaltet, wie es bei modernen Krimis und Thriller inzwischen oft vorkommt.
Das Ermittlerteam ist mir leider auch zu durchschnittlich und profillos. Daher sind von mir leider nur maximal 3 von 5 Sternen möglich.

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großartiges Buch

Wer auf dich wartet von Lodge Gytha

Jahresringe ist ein Roman, der drei Generationen umfasst und dabei von Kriegsjahren bis zur aktuellen Situation am Hambacher Forst abdeckt.

Die junge Eleonore ist Kriegsvertriebene aus Ostpreußen, die in einem Dorf in Nordrhein-Westfalen bei einem Bäcker eine neue Heimat findet und doch immer eine Außenseiterin in der dörflichen Gemeinschaft bleibt.

Andreas Wagner zeigt das Dorfleben glaubhaft und bei ihm ist Sympathie für die Außenseiter des Dorfes spürbar.

im zweiten Teil steht Eleonores Sohn Paul im Mittelpunkt.
Im letzten Abschnitt sind es die Enkel Jan und Sarah. Mit ihnen sind wir hanezu in der Gegenwart angekommen.

Ich halte den Roman gerade in seiner Gesamtheit für gelungen.
Die starken Figuren machen das Buch so großartig.

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Engagierte Reihe um eine Tierärztin

Wer auf dich wartet von Lodge Gytha

Katja Martens schreibt im Genre der Liebesromane und hat mit 4 Pfoten für Julia eine Serie um eine junge Tierärztin vorgelegt.

Die Gesamtausgabe beinhaltet Feuerprobe, Winterzauber, Zoo-Alarm, Fehlentscheidung, Strandnächte.
So eine geschickt geschriebene Romanserie ist ja immerhin außergewöhnlich.

Julia bewährt sich in einem bayrischen Dorf als Tierärztin, was anfangs nicht einfach ist. Schön, dass es wirklich viele Szenen gibt, in denen es tatsächlich um die Tiere geht.
Interessanterweise kümmert sich Julia um alle möglichen Tiere: Hunde, Kühe, aber auch einem Nymphensittich und Kaninchen, um Wolfswelpen und Tiere des Zoos.

Nebenbei gibt es noch den Polizisten Marc, Witwer und Vater eines 5jährigen Mädchens. Glücklicherweise steht diese Kitschaffäre nicht zu stark im Vordergrund.
Dann gibt es noch Raudi, eine kleine französische Bulldogge mit Fledermausohren und faltiger Stirn. Ihn hat Julia das Leben gerettet.

Zwar ist der Stoff genre-gerecht harmlos, wird aber interessanterweise mit anderen Stilmitteln angereichert. Im ersten Teil sind das Krimi-Elemente, da eine Mafiabande Drogen schmuggelt und dabei Tiere benutzt.
Später sind es sozialkritische Anklänge, die die Bücher bereichern.
Dennoch bleibt es durchgängig ein entspanntes Lesen.

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Das Gipskorsett sprengen

Gipskind von Gabriele Kögl

Gipskind ist eine Entwicklungsroman über Andrea, ein Mädchen dass in den sechziger Jahren im bäuerischen Österreich aufwächst. Als Kind muss sie Gips über den Beinen tragen, da sie eine Hüftfehlstellung hatte. Das prägte sie, aber sie hat auch einen eisernen Willen, mit dem sie ihre Anforderungen durchsetzen kann.

Schon als kleines Mädchen lässt sie sich lieber prügeln als die Klappe zu halten.
Mit den Eltern, die nur mit sich selbst beschäftigt sind, kann man nicht viel anfangen. Aber zum Glück hat sie ihre Großmutter, die sich um sie kümmert und die ihr immer beisteht.
Andrea entwickelt sich immer weiter und als Jugendliche ergeben sich Möglichkeiten für sie, Matura und vielleicht ein Studium.

Andreas Lebensweg zu folgen, war mit ein Vergnügen. Gipskind ist ein Roman, den ich außerordentlich geschätzt habe.

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erzählerischer Witz

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau von Lavoie Marie-Renée

Die kanadische Schriftstellerin Marie-Renée Lavoie ist durch ihren Roman ich und Monsieur Roger bekannt. Das war ein anrührendes Buch. Für „Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau“ gilt da ebenfalls, auch wenn der Roman einen anderen Ansatz hat. Gemein ist den Bücher ein großer erzählerischer Witz.

Diane Delaunais wird nach 25jähriger Ehe von ihrem Mann verlassen.

Ein unerwarteter Schock für sie, der sie aus der Bahn wirft.

Ihre Reaktionen auf die Situation wird mit viel Ironie in kurzen Kapiteln erzählt. Dabei ist Diane die Ichezählerin und man ist nahe an der Figur, ihren Gedanken und Emotionen dran.

Diane wird einen langen Prozess durchlaufen, um die Trennung zu verkraften, zu sich selbst und innere Freiheit zu finden.

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Wie eine Woge

1000 Serpentinen Angst von Wenzel Olivia

Wie eine Woge kommt dieser ungewöhnliche Debütroman über den Leser.
Olivia Wenzels Protagonistin teilt einige Daten der Autorin.
Der Beginn besteht aus einer langen Selbstbefragung (so jedenfalls verstehe ich diese Form), die teilweise sehr hart ist, wie ein strenges Verhör.
Das ist so intensiv wie quälerisch zu lesen, bis sich der Stil nach einer Weile ändert.

Es gibt einige Erinnerungen an ihre Kindheit im Osten, an ihren verstorbenen Bruder und ihre Großmutter sowie dem alltäglichen Rassismus, der ihre Jugend prägt so dass sie inzwischen an einer Angststörung leidet.
Viele Passagen beschreiben ihre Gefühlslage dazu. In dieser manchmal verstörenden Form habe ich das kaum einmal gelesen. Das macht den Roman zu einem einzigartigen Leseerlebnis.

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Ordentlicher Kanada-Thriller

Ich beobachte dich von Chevy Stevens

Ein Psychothriller um eine Frau, die von einem gewalttätigen Mann bedroht wird. Schauplatz ist Kanada.

Lindsey hat Angst vor ihrem Ex-Mann Andrew, als der nach Jahren aus dem Gefängnis kommt. Ihre 17jöhrige Tochter Sophie hat aber heimlich Kontakt zu ihrem Vater aufgenommen.

Das Thema Flucht vor gewalttätigen Ehemann gab es schon öfter, aber Chevy Stevens nutzt mehrere Zeitebenen und Perspektiven, um die Geschichte zu erzählen.

Das verleiht der Geschichte wirklich mehr Tiefe.
Die Anteile zwischen Lindsey und Sophie als Hauptfiguren sind ungefähr gleich viel und auch gleichwertig.

Im letzten Drittel des Romans gibt es noch eine unerwartete Wendung.
Man kann von einem ordentlichen Thriller sprechen, der das Genre nicht gerade neu erfindet, den man aber für ein paar spannende Lesestunden empfehlen kann.

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