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Rezensionen von csac:
Der Schlummerang - Das ein bisschen andere Einschlafbilderbuch
Der Schlummerang von Nils Mohl
In diesem witzig-rasanten Bilderbuch lässt der Autor Nils Mohl den Schlummerang, einen durch die Luft wirbelnden Bummerang auf all jene los, die nicht einschlafen können, noch eine allerletzte Geschichte hören möchten… Diesmal kein Glitzerstaub oder Zaubersand, Sandmännchen und co dürfen pausieren (oder selbst schlafen).
Nein, diesmal der Schlummerang, der wie wild durch den Raum fliegt– „trifft er ins Schwarze, macht er über Stunden bett-ko“.
Der Text selbst ist ein Mischmasch aus Reim und Erzählform und passt damit insgesamt gut zu dieser lustigen, teilweise auch chaotischen Geschichte mit ihren zahlreichen Wortneuschöpfungen und kreativen Ideen.
Die farbenfrohen und kindgerechten Illustrationen von Sabine Kranz ergänzen den wild-frechen Inhalt auf stimmige Weise. Damit können auch schon kleinere Kinder etwas mit diesem Bilderbuch, vor allem aber mit den teilweise für sie wahrscheinlich schwerer verständlichen Neukreationen („aufgeweckte Eintagsfliege“ oder „schlafgestörte Weckerziege“) etwas anfangen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ein solches Buch abends zum „Erfolg“ führt und die Kinder tatsächlich zur Ruhe kommen lässt. In jedem Fall aber bietet es herrlichen Spaß und Wortwitz und ist eine einmal andere Annäherung an einen für Eltern oft eher anstrengenden Teil des Tages mit Kindern.
Luki Laus – ein Sachbilderbuch über ein wirklich unbeliebtes Insekt
Luki Laus von Lena Raubaum
Nach Gerda Gelse und Willi Virus nun also Luki Laus, ein Buch, auf das ich mich schon recht gefreut habe. Und wie schon seine Vorgänger erfüllt auch dieses Bilderbuch alle meine Erwartungen.
In diesem 18 Seiten starken Sachbilderbuch geht es um eine haarige Angelegenheit, bei Kindern unbeliebt, bei Eltern Anlass dazu, sich sofort heftig am Kopf zu kratzen: Läuse.
Woher sie kommen, wie alt sie werden, was sie denn überhaupt auf unseren Köpfen verloren haben, warum sie Glatzen hassen und wie man sie wieder los wird, davon erzählt der rotzfreche Luki Laus, 18 Tage alt und seines Zeichens waschechter Lausbub. Aber nicht nur das. Die mitlesenden Erwachsenen und älteren Geschwister interessieren vielleicht auch andere Fakten, etwa, wie das früher so war mit den Läusen oder wieviel Tropfen Blut benötigt wird, um den Familienclan für einen Tag satt zu bekommen. Lustig, spannend, informativ.
Die Bilder zu diesem Buch von Laura Momo sind ein Mischmasch aus Pflanzendruck, Monotypie und digitaler Collage und ergänzen die frechen Texte auf witzige, aber auch lehrreiche Art und Weise.
Fazit: Ich mag dieses Buch sehr. Wissenswertes kindgerecht aufbereitet. Sowohl für Vorschüler als auch Volksschüler empfehlenswert, gut vorstellbar auch für den Sachunterricht.
Bilderbuch über die Macht des Stetigen und der Ausdauer
Ungalli von Lena Raubaum
In diesem wunderschönen, poetischen Bilderbuch wird geschildert, wie eine große Dürre das Land austrocknet und zu einer Hungersnot unter ihren tierischen Bewohnern führt. Schließlich brechen die Tiere auf, um Futter zu suchen, nur der Löwe bleibt als Herrscher zurück, um sein Land weiter zu regieren.
Tatsächlich gelangen die Suchenden zu einem Baum von „unmessbarer Größe“, dessen Zweige voll mit den wundersamsten Früchten hängen. Nur hängen diese zu hoch, zu fest und sind zu glatt. Keinem der hungernden Tiere gelingt es, sie zu ernten. Da erinnert sich die kleine Schildkröte daran, dass es ein bestimmtes Zauberwort benötigt, um den Baum dazu zu bewegen, seine Äste zu neigen. Doch niemand kennt dieses Wort, mit Ausnahme des Löwen…So machen sich die erschöpften Tiere abermals auf den Weg, diesmal zurück, um den Löwen nach dem Geheimnis des Lebens zu fragen. Zunächst die schnelle Gazelle, die verspricht, den Namen schneller als alle anderen zurück zu den Tieren zu bringen. Doch in der Eile vergisst sie ihn. Dem Elefanten, der sich für schlau und mächtig genug hält, den Namen zurückzutragen, droht das gleiche Schicksal. Schließlich bleibt nur mehr die Schildkröte, welche langsam und stetig, den Namen ständig wiederholend, alle Tücken und Gefahren des Weges überwindet. Wird sie sich an den Namen erinnern und die Tiere aus ihrer Hungersnot befreien?
Wunderschön dazu auch der einleitende – und endende – kurze Klappentext, der sich wiederholt: „So war das, so kam das, so wird es wieder und wieder erzählt und so können wir uns erinnern“.
Untermalt wird das Buch vom Illustratoren Tobias Krejtschi in freundlichen, hellen warmen Erdfarben, passend zum Inhalt des Buches. Schön auch zum Betrachten mit kleineren Kindern.
Fazit: Ein süßes Buch über die Macht des Stetigen und der Ausdauer. Auch die Langsamen kommen zum Ziel und werden sogar manchmal die Ersten sein, ein tröstender Gedanke in unserer so schnellen Alltagswelt!
Bei Zeiten – Gedichte und Kurzgeschichten
BEI ZEITEN von Wilhelm Bruners
Dieses schmale Büchlein vom über 80-jährigen Seelsorger Wilhelm Bruners bietet einen Potpourri an Lyrik und Prosatexten, die sich alle mit dem Thema Zeit, Glauben und der Suche nach Gott, auch in widrigen Umständen, beschäftigen. Gegliedert in unterschiedliche Facetten der Zeit, nämlich Zeiten der Fülle, Zeiten des Feierns, Zeit des Krieges, Zeit im Jahr sowie Zeit des Lebens werden diese Gedichte und kurze Geschichten aneinandergereiht wie einzelne Perlen, manche leichter verdaulich, manche schwerer.
Nicht immer ist der wechselnde Übergang von einem Text zum nächsten für mich als Leserin stimmig und nachvollziehbar.
Dennoch gibt es verbindende Elemente: So zeigt sich in allen Textsorten die Brüchigkeit und Fragilität des Lebens, die Widersprüche und Risse, auch das Rohe – insbesondere bei den Texten zur Nachkriegszeit. Hoffnung, Zuversicht, Freude kommen dabei – entgegen dem einleitenden Klappentext – meines Erachtens zu kurz.
Insgesamt war dieses Buch eher schwere Kost für mich. Zum einen, weil die Lyrik des Autors nur schwer verständlich für mich ist. Insbesondere den Anspielungen und Querverweisen auf bestimmte Bibeltexte in den fragmentarischen Gedichten konnte ich kaum folgen. Dies könnte aber auch meinem mangelnden theologischen Wissen geschuldet sein.
Gleichzeitig waren aber auch die Prosatexte, in welchen viel Biographisches spürbar wurde, hart und irritierend, das Licht im Dunkel teilweise kaum erkenntlich, etwa in „Der Krieg, der noch weiter ging“.
Fazit: Ein Buch, das mich etwas ratlos zurücklässt. Als spirituell Suchende lässt es mich mit mehr Fragen zurück als mit Antworten, aber womöglich war auch dies beabsichtigt.
Höher steigen, weiter blicken: Ein Geschenkbüchlein über das Glück, in den Bergen zu sein
Höher steigen, weiter blicken von Bernd Ritschel
Dieser kleine Bildband (circa DIN-A5 Größe) ist ein wunderbares Geschenk für all jene, die die Berge lieben und sich gerne in ihnen bewegen. Auf insgesamt 48 Seiten werden dem Leser wunderschöne Bergbilder geboten, Aufnahmen von Gipfeln, von gewaltigen Felsgruppen, von Aussichten und Fernsichten.
Schon den Klapptext zu öffnen, stellt ein Erlebnis für sich dar: Auf einer Doppelseite erlebt man eine wunderschöne Fotografie eines Sonnenaufganges in den Bergen. Beim Zuklappen kann man ein Panoramabild eines Sonnenuntergangs „in luftigen Höhen“ bewundern. Einfach schön.
Ergänzt werden diese Abbildungen durch Zitate und Texte, die zum Nachdenken, Träumen und Staunen anregen. Zu Wort kommen dabei bekannte und weniger bekannte Menschen, Mark Twain ebenso wie Reinhold Stecher und Peter Habeler. Sie alle eint die Liebe zur Natur und den Bergen.
Aber auch die Sprüche und Zitate haben es in sich, mein Lieblingsspruch: „Man kann nicht bergauf kommen, ohne bergan zu gehen“. So viel Lebensweisheit und Philosophisches verbirgt sich in diesen wenigen Worten.
Fazit: Ein nettes Mitbringsel für alle Berggemsen und solche, die es werden wollen!
Tierische Außenseiter - Ein Bilderbuch in Reimform
Tierische Außenseiter von Nils Mohl
Auf humorvolle Art und Weise beschäftigt sich der Autor Nils Mohl mit „Außenseitern“ im Tierreich, mit jenen, die voller Schleim sind, kein Bein haben, „unknuddelig“ sind oder kaum zu sehen und damit bei vielen Menschen anecken. Flöhe, Zecken, Asseln und Blutsaugen u.a., ihnen allen bietet er in diesem lustigen Büchlein eine Bühne.
Entstanden sind dabei Gedichte in Reimform, mit viel Sprachwitz, die diese Tiergestalten auf unterschiedliche Weise in Szene setzen. Aufgeteilt in unterschiedliche Kategorien finden die tierisch schrecklichen Tiergestalten ebenso lyrische Erwähnung wie die auffälligen, die einfallsreichen, die aktiven und unternehmungslustigen. Ergänzt werden die Gedichte von sehr einfach gehaltenen, kräftigen und ansprechenden Cartoons der Illustratorin Katharina Greve.
Fazit: Ein nicht ganz einfach zu verstehendes Bilderbuch voll Lyrik und Dichtung, verrückt und witzig, für große und kleine Menschen, die Sprachspiele lieben.
Vorarlberg - Das Ausmalbuch
Vorarlberg. Das Ausmalbuch von Anna Stemmer-Dworak
Vorarlberg in Bildern, einzelne Städte wie Dornbirn oder Bregenz, aber auch Kulturgüter wie das Rheinbähnle oder das originelle Bregenzerwälder Bauernhaus. Wahrzeichen, Menschen und Tiere finden in diesem Ausmalbuch über das Ländle seine malerische Erwähnung. Auf insgesamt 30 Seiten werden die Leser zum Malen und Gestalten der Illustrationen eingeladen, der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Ob kräftig oder sanft ausgemalt, bunt oder schwarz-weiß, die Bilder dienen als Vorlage und Inspirationsquelle und lassen doch noch viel Raum für neue Ideen. Gleichzeitig erfährt man auch noch ganz nebenher viel Wissenswertes über Vorarlberg, gibt es doch zu jedem Bild einen kurzen Begleittext zur Orientierung, der viel Wissenswertes über unser westlichstes Bundesland verrät.
Fazit: Ein Buch, das Kurzweile verspricht, aber auch Streiflichter auf Vorarlberg bietet. Wunderbar für die lange Autoreise geeignet oder aber den ruhigen Platz unter dem Baum. Zum Träumen, Gestalten und die Fantasie treiben lassen.
„Heupferdchen hüpf“, ein Bilderbuch für die Allerkleinsten
Heupferdchen, hüpf! von Elisabeth Steinkellner
Das kleine und das große Heupferdchen sind in Eile, müssen sie doch noch vieles für den Abendschmaus besorgen. Doch natürlich geht es dann doch so viel langsamer als gedacht, entdeckt doch das Heupferdkind an jeder Ecke etwas Neues und Aufregendes. Schätze finden sich da am Wegesrand, die das große Heupferd in seiner Eile übersieht, das kleine aber sehr genau erkundet.
In Reimform gehalten bespricht das Bilderbuch ein Thema, wie es wohl alle Eltern und auch Kinder kennen: Über das Angetrieben werden, sich zu beeilen und als Gegensatzpaar den Wunsch, innezuhalten, die Zeit still stehen zu lassen und Dinge ganz genau zu erkunden.
Neben den frechen Versen sind auch die Illustrationen angenehm farbenfroh und freundlich gestaltet und laden zum Erkunden und genauen Betrachten ein. Damit ergänzen sie den Text auf stimmige Art und Weise.
Fazit: Ein süßes Bilderbuch über die Eile und das Innehalten, über die Schnelligkeit und die Wunder, die in der Langsamkeit verborgen liegen. Ein Buch, mit dem sich wohl viele Eltern aber auch Kinder identifizieren können. Ab circa zwei Jahren.
Bleib noch eine Weile – 77 Vorlesegeschichten vom großen und vom kleinen Riesen
Bleib noch eine Weile von Heinz Janisch
In diesem bezaubernden Buch von Heinz Janisch wird in 77 Kurzgeschichten von kleinen und großen Riesen erzählt, von Zauberern und Elfen, Katzen und Menschen. Dabei war es dem Autor ein Anliegen, dass „die Magie nicht zu kurz kommt “ und sich jeder Leser „im Dorf der Riesen herzlich willkommen“ fühlt.
Dies ist meines Erachtens gelungen.
Da fährt Dako, der kleine Riese, ganz leise mit dem Bus in die Stadt, weil doch „die Stille“ mit-fährt, da verabschiedet sich der große Riese Jonathan von einem Haus und erntet als Antwort Fensterklappern, da verschläft ein auf dem Globus sitzender Vogel die Reise in den Süden und ein Spiegel zeigt nicht das Gegenüber an, das er anzeigen sollte.
Die einzelnen Geschichten sind nicht lange, oft nur wenige Zeilen kurz und eignen sich wunderbar zum Vorlesen oder Erzählen, eine für jeden Tag. So sind sie zumindest gemäß Autor Heinz Janisch entstanden, eine, jeden Abend, 77 Tage lang. Aber natürlich steht es jedem Leser frei, diese Kurzgeschichten auch als Ganzes zu verschlingen, gefesselt von der Skurrilität und der Andersartigkeit der Gedanken.
Untermalt werden die Geschichten durch zarte Aquarellbilder von Stefanie Pichler, wobei manche in ihrer Fantasie und Skurrilität dem Text um nichts nachstehen. Auch herrlich für sich zu betrachten.
Fazit: Ein Buch zum Träumen, Lesen, Philosophieren und Nachhaken, zum Ins-Gespräch-kommen und Innehalten, beeindruckend das Ausmaß an Fantasie und Kreativität des Autors. Für Kinder ab dem Volksschulalter zum Selberlesen empfohlen, für Kindergartenkinder zum Vorlesen und immer wieder erzählen.
Der kleine Basilisk ganz groß, eine Wiener Sagengeschichte
Der kleine Basilisk von Gudrun Tielsch
Im Juni 1212 passierte einem armen Bäckersjungen Schreckliches und er machte ungewollterweise Bekanntschaft mit einem furchtbaren Wesen, halb Hahn, halb Schlange und halb Kröte: dem kleinen Basilisken. Davon erzählt bis heute das Basiliskenhaus in der Schönlaterngasse in Wien und regte die Autorin Gudrun Tielsch zu einer wundersamen Geschichte über dieses kleine Fabelwesen an: Der kleine Basilisk wohnt behaglich und fein zusammen mit seiner Mutter in einem Brunnen, doch dann passiert es: Die Mutter geht verloren und nach endlos langem Warten macht sich das kleine Fabelwesen auf die Suche nach ihr und erlebt dabei wunderbare Abenteuer.
Er taucht ein in das Leben am Hof im Mittelalter, muss Herausforderungen bezwingen, in die Unterwelt abtauchen und schließlich sogar noch einen Abstecher in die Zukunft absolvieren. Die kleinen und großen Leser nimmt er mit auf diese abenteuerliche Fahrt kreuz und quer durch Wien und dessen Zeitzonen. Wird er seine Mutter wieder finden? Oder vielleicht sogar noch andere Familienangehörige?
Ein Buch über eine wunderschöne Entwicklung eines zunächst beinahe hilflosen Wesens hin zu einem mutigen und selbstbewussten Basilisken, der an Herausforderungen nicht scheitert, sondern wächst und dabei Stück für Stück an Selbstvertrauen gewinnt. Ermutigend und bestärkend, inspirierend und unterhaltsam.
Wunderschön sind auch die beigefügten Illustrationen von Anna Frohmann, die im genau richtigen Maße den Text und die Intensität der Erzählung unterstützen und auflockern.
Ein Buch für Kinder ab acht Jahren, sehr empfehlenswert auch für Leseanfänger!











