Persönliche Lese- tipps
Winterbergs letzte Reise
Winterbergs letzte Reise von Rudi Jaroslav
Der fast 100-jährige Wenzel Winterberg und sein Pfleger Jan Kraus reisen mit dem Baedeker-Reiseführer Österreich-Ungarn von 1913 von Berlin über u.a. Königgrätz nach Sarajevo und sind dabei der bewegten Geschichte entlang ihrer Route ebenso auf der Spur wie ihren eigenen tragischen Lebensgeschichten.
Diese melancholisch-lustigen historischen Anfälle Winterbergs, diese Liebeserklärung ans Eisenbahnfahren und Mitteluropa wurde vollkommen zurecht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
Robert Renk empfiehlt:
Verzeichnis einiger Verluste
Verzeichnis einiger Verluste von Judith Schalansky
Es ist das schönste Understatement des letzten Jahres. Das erkennt man am schlichten Titel und am aufregend dezenten Äußeren. Denn Judith Schalansky schreibt nicht nur wunderbare Bücher, sie gestaltet auch die Schönsten.
Diesmal lässt sie verschwundene Dinge sprachmächtig und farbig wieder aufleben.
Der ausgestorbene Kaspischen Tiger zB wird noch einmal auflaufen und in einer römischen Arena gegen einen Löwen antreten: Das schildert Schalansky mitreißend und präzise, nicht ohne uns diese Zeit in allen Farben zu schildern.
Immerjahn
Immerjahn von Barbara Zeman
In ein künstlerisches Leben hineingeworfen, sofort eingesponnen in eine schräge, sanft angespannte Atmosphäre eingebettet. Für die Lesenden geht es los, für Immerjahn geht es abwärts. Der reiche Erbe wohnt in einem Haus gelegen am Hagebuttenberg, dem unheilvolle Geschichten anhaften. Ein unglaublich vielschichtiges Debüt, wahnwitzige Spielerei durch die Kunstepochen, fast schon pompös in der Erzählart.
Barbara Zeman gelingt ein musealer Roman, der sich in seiner Farbenpracht ständig neu erfindet.
Robert Renk empfiehlt:
„Was wäre, wenn?“ Ein Gespräch mit Sieglinde Geisel
Was wäre, wenn? von Peter Bichsel; Sieglinde Geisel
Der Kampa Verlag ist neu und nicht neu. Denn Verleger Daniel Kampa ist ein alter Hase. Mit der Neuausgabe sämtlicher Romane von Simenon hat er für Aufsehen gesorgt und alleine damit könnte man Jahre zubringen. Doch damit nicht genug verlegt er zB. auch Man Booker Preisträgerin Olga Tokarczuk oder den Schotten William Boyd.
Aber vor allem hat er eine wunderschöne Reihe mit Gesprächen aus der Taufe gehoben. Und mit Peter Bichsel, meinem Schweizer Liebling, ein Highlight publiziert. Unbedingt lesen!
Maria Leitner empfiehlt:
The Wicker King
The Wicker King von Kayla Ancrum
Ever since Jack saved his life when they were kids, August has felt the need to take care of him. He always supports his best friend, even when Jack increasingly starts seeing things that aren’t there. What starts out as little things like silver birds or floating jellyfish soon becomes bigger, until Jack is living in his own alternate world ruled by the Wicker King.
Because August is determined to help his friend, he is pulled into Jack’s world to fulfil a dangerous quest.
This is a very strange little book – at once contemporary and realistic, yet also filled with many elements of magical realism. This makes for a weird but at the same time oddly fascinating combination. Because of this inherent weirdness and the short, fast-paced chapters, I was so sucked into the story that I couldn’t put it down. Contrary to what I expected when I started The Wicker King, this is not mainly a love story. Instead, it is a story about the loneliness of two boys who have been failed by pretty much every adult around them, and it’s heart-breaking to see them trying to cope with that.
Maria Leitner empfiehlt:
Briefe von Felix
Briefe von Felix (Jubiläumsausgabe) von Langen Annette
Sophie hat im Urlaub ihren geliebten Stoffhasen Felix verloren. Doch dann bekommt sie überraschend einen Brief von ihm - er ist ins falsche Flugzeug gestiegen und in London gelandet! Mit seinem karierten Koffer bereist Felix von da an die ganze Welt und schreibt Sophie von seinen Abenteuern. Der Kinderbuchklassiker feiert heuer seinen 25.
Geburtstag mit einer wunderschönen Jubiläumsausgabe, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Wie eh und je kann man auch in dieser Ausgabe die Briefe alle einzeln herausnehmen und lesen. Ein Muss für Fans des kleinen Hasen!
Maria Leitner empfiehlt:
Die Verratenen
Die Verratenen (Eleria-Trilogie - Band 1) von Ursula Poznanski
Elerias Zukunft sieht mehr als rosig aus: Sie ist eine der besten Studenten der Akademie ihrer Sphäre, eine begabte Rhetorikerin und wird mit Sicherheit eine wichtige Führungsposition übernehmen. Sie wird gemeinsam mit den anderen Sphärenbewohnern den zerstörten Planeten wieder heilen. Sie wird Frieden mit den Außenbewohnern schließen.
Doch als Ria einer Verschwörung auf die Schliche kommt, ändert sich alles - Plötzlich liegt ihre Zukunft in Scherben und sie muss alles hinterfragen, an das sie jemals geglaubt hat. Die einzige unbestreitbare Wahrheit ist, dass sie nirgendwo sicher ist. Wahnsinnig fesselnd - Poznanski weiß einfach, wie sie dafür sorgt, dass man ihre Bücher nicht mehr weglegen kann. Die dystopische Welt ist unglaublich interessant und ich hoffe sehr, dass sie in den beiden folgenden Bänden noch vergrößert wird - geht es wohl auf den anderen Kontinenten so zu? Außerdem ist die Protagonistin Ria mit ihrer ausgeprägten Beobachtungsgabe ein wahres Highlight. Bin gerade echt froh, dass alle drei Teile dieser Trilogie schon erschienen sind!
Maria Leitner empfiehlt:
Der Knäckebrotkrach
Der Knäckebrotkrach von Bob Konrad
Bei Oma Elfe und Opa Isi in Vogelzwitsch an der Fluppe haben Mayo und Super im Sommer immer Spaß - aber dieses Jahr ist alles anders! Harmlos erscheinendes Knäckebrot entfacht einen riesigen Streit, der bald das ganze Dorf spaltet. Zwischen Stinksockenattacken,Gemüseschleudern und kindischen Erwachsenen müssen Mayo und Super versuchen, die Streithähne und -hennen wieder versöhnen.
Unglaublich witzig geschrieben und wunderbar illustriert - die Zeichnungen stammen aus der Feder von Daniela Kohl, die auch die “Mein Lotta-Leben”-Reihe illustriert. Dieses Buch macht einfach nur Spaß! Bonuspunkt: Das Cover hat Knäckebrot-Textur!!
Maria Leitner empfiehlt:
Die Karte der zerbrochenen Träume
Die Karte der zerbrochenen Träume von Joukhadar Jennifer Zeynab
Nach dem Tod ihres Vaters geht Nour mit ihrer Familie zurück in das Heimatland ihrer Eltern: Syrien. Doch nur wenig später müssen sie bereits vor den Schrecken des Krieges fliehen. Auf der Suche nach einem sicheren Ort wird Nour von Geschichten begleitet - den Abenteuern von Rawiya, die im 12. Jahrhundert als Lehrling des Kartographen al-Idrisi die Welt bereiste.
Die Geschichten geben Nour Kraft für ihre Suche nach einer neuen Heimat. Malerisch, erschreckend, wunderbar und unsagbar traurig.
Markus Renk empfiehlt:
Magisterium von Holly Black und Cassandra Clare
Magisterium - Der kupferne Handschuh von Clare Cassandra; Black Holly
Wenn sich zwei befreundete Bestsellerautorinnen zusammentun um gemeinsam eine Jungendbuchserie zu schreiben, dann sind dies schon mal gute Voraussetzungen und ein Lesevergnügen ist schon fast garantiert. Holly Black hat mit den „Chroniken der Unterwelt“ eine der meistgelesene Jugendbuchreihen der letzten Jahre geschaffen und Cassandra Clare wurde durch die „Spiderwick-Geheimnisse“ bekannt.
Gemeinsam entführen sie die Leser ihrer neuen Serie „Magisterium“ in das Reich der Magie, der Zauberer und der Fabelwesen. „Der kupferne Handschuh“ ist bereits das zweite Abenteuer rund um Callum, Tamara und Aaron, die nicht nur die Prüfungen in der Schule der Magier bestehen müssen, sondern mehr und mehr auch ihr eigenes Schicksal kennenlernen. So wie beim ersten Band, dessen überraschendes Ende viel Freude auf den zweiten Band aufkommen ließ, hält auch der zweite Band jede Menge unerwartete Wendungen für die Leserinnen und Leser bereit.
Ab 11 Jahren.











