Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nil_liest:
Wenn Kindheit nach Schweiß, Asphalt und Gefahr riecht
Das Ende vom Lied von Michael Wildenhain
Westberlin, 1969. Eine Stadt zwischen Aufbruch und Stillstand – und mittendrin ein dreizehnjähriger Junge, der versucht herauszufinden, wie man in dieser Welt überhaupt lebt. In Das Ende vom Lied von Michael Wildenhain wird das Erwachsenwerden nicht romantisiert. Es ist roh, widersprüchlich und manchmal erschreckend brutal.
Der namenlose Ich-Erzähler zieht mit seiner Familie in die Belziger Straße. Zuhause herrscht eine Schwere, die aus der Vergangenheit kommt: Der Vater ist vom Krieg gezeichnet, die Mutter von ihren Erinnerungen ebenso. Die Familie wirkt wie ein Haus mit Rissen in den Wänden – jederzeit könnte etwas einstürzen. Draußen wartet eine andere Welt: die Straße, Banden, Mutproben, Gewalt, aber auch Freundschaft, Loyalität und diese erste, alles verschlingende Liebe.
Der Junge gerät in den Bann von Körschi, dem charismatischen Bandenführer und Boxer der Gegend. Gleichzeitig verliebt er sich ausgerechnet in Alina – Körschis Freundin. Ein gefährliches Dreieck, das den ohnehin brüchigen Alltag immer weiter zuspitzt. Zwischen Boxkämpfen, Straßenritualen und stillen Lesestunden in der Bibliothek sucht der Erzähler nach einem Weg aus dieser Welt. Bildung wird zu einer möglichen Rettung – doch die Straße lässt einen nicht so leicht gehen.
Was diesen Roman besonders macht, ist der Schreibstil. Wildenhain schreibt nicht glatt oder gefällig. Seine Sprache hat Kanten. Manche Passagen wirken knapp, fast abgehackt, als würde der Erzähler die Ereignisse im Atem der Erinnerung wiedergeben. Dann wieder folgen lange, poetische Sätze voller Bilder und Anspielungen auf Literatur und Musik. Dieser Wechsel kann fordern – aber genau dadurch entsteht eine intensive, manchmal fast körperliche Leseerfahrung.
Der Text wirkt dabei wie eine Mischung aus Erinnerungsstrom, Milieustudie und literarischer Chronik. Westberlin erscheint nicht als nostalgische Kulisse, sondern als rauer Ort, geprägt von Kriegsfolgen, politischer Spannung und sozialer Härte. Gewalt gehört zum Alltag dieser Jungen – und sie wird nicht beschönigt. Manche Szenen sind schwer auszuhalten, gerade weil sie so direkt erzählt werden.
Gleichzeitig liegt in diesem Roman auch etwas Zärtliches: der Blick eines Jungen, der inmitten dieser Härte nach Zugehörigkeit sucht. Nach Liebe. Nach einem Platz in der Welt.
Das Ende vom Lied ist kein Buch für nebenbei. Es verlangt Aufmerksamkeit und manchmal auch Geduld. Aber wer sich darauf einlässt, bekommt einen intensiven literarischen Blick in eine Zeit und ein Berlin, das längst verschwunden ist – und eine eindringliche Geschichte über Jugend, Gewalt, Sehnsucht und den Versuch, sich selbst zu retten.
Rezensionen von begine:
Ein Leseerlebnis
Die Liste der Lebenden von Stefan Kutzenberger
Der Schriftsteller Stefan Kutzenberger entführt uns in seinem Buch, Liste der Lebenden, in den Atlantik.
Er schreibt über echte Personen, denen er ein tolle Geschichte zuteilt.
Es geht ins Jahr 1858.
Da ist Hans Christian Andersen, der tolle Märchen erfand. Er ist mit Henriette Wulff befreundet.
Die reist von Stockholm nach Amerika. Das Schiffsunglück des Dampfers Austria war tatsächlich im September 1858. Das Schiff brennt. Henriette rettet sich auf eine Tür und denkt sich Briefe an Hans Christian aus. Das ist an vielen Stellen witzig zu lesen.
Zuhause erhält Hans Christian Andersen Listen der Geretteten. Die Namen will er erst gar nicht lesen, er will das Henriette überlebt hat.
Das alles hat der Autor besonders gut zu Papier gebracht. Teils hat er gut recherchiert und dann das besondere Etwas dazu gedichtet. So wird es ein spannendes fesselndes Leseerlebnis.
Rezensionen von S.:
Ausufernd
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Der neue Koch des Königs widerspricht sämtlichen Vorstellungen von einem erfahrenen Küchenchef: er ist schlank, sehr jung, selbstbewusst. Erzählt wird in einfachen Sätzen, der Erzählfluss ist gemächlich, die Handlung schreitet mitunter langsam, manchmal sprunghaft voran. Auf jeden Fall im Überfluss vorhanden sind schmückende und romantisierende Adjektive und üppig ausgeschmückte Beschreibungen.
Es passiert wenig, geringe Ansätze einer Art Handlung sind vorhanden, versickern aber. Die Protas bleiben blass. Der Schreibstil entspricht eher einem Schüleraufsatz.
Durch das wunderschöne Cover habe ich mich täuschen lassen, eine wunderbare fantastische Geschichte mit einem zaubernden Koch erwartet und wurde enttäuscht.
Die Handlungen der beteiligten Personen sind manchmal ungewöhnlich oder plump, interessant sind sie nicht. Ich habe mich durch ausufernde Textpassagen gequält, Spannendes gesucht und nicht gefunden.
Ein Stern fürs Cover ist es nur geworden.
Rezensionen von S.L. :
Ausufernd
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Der neue Koch des Königs widerspricht sämtlichen Vorstellungen von einem erfahrenen Küchenchef: er ist schlank, sehr jung, selbstbewusst. Erzählt wird in einfachen Sätzen, der Erzählfluss ist gemächlich, die Handlung schreitet mitunter langsam, manchmal sprunghaft voran. Auf jeden Fall im Überfluss vorhanden sind schmückende und romantisierende Adjektive und üppig ausgeschmückte Beschreibungen.
Es passiert wenig, geringe Ansätze einer Art Handlung sind vorhanden, versickern aber. Die Protas bleiben blass. Der Schreibstil entspricht eher einem Schüleraufsatz.
Durch das wunderschöne Cover habe ich mich täuschen lassen, eine wunderbare fantastische Geschichte mit einem zaubernden Koch erwartet und wurde enttäuscht.
Die Handlungen der beteiligten Personen sind manchmal ungewöhnlich oder plump, interessant sind sie nicht. Ich habe mich durch ausufernde Textpassagen gequält, Spannendes gesucht und nicht gefunden.
Ein Stern fürs Cover ist es nur geworden.
Rezensionen von Bockonia:
Eine Familie tut, was sie kann, im Outback Australiens
Ein weites Leben von M. L. Stedman
Die MacBrides betreiben eine abgelegene Schaffarm im australischen Hinterland. Es ist ein gutes Miteinander, dass sie als Familie leben, bis etwas passiert. Bei einem Autounfall kommen der Vater Phil und einer der beiden Söhne ums Leben. Matthew, der ebenfalls im Wagen sitzt, überlebt schwerverletzt.
Ein schwerer Schicksalsschlag, doch Dank Lorna, der Mutter des Jungen, gibt es ein Danach. Sie betreibt die Farm weiter, kann sich dabei auf verlässliche Leute stützen und auch Tochter Rosie und, soweit möglich, auch Matt, dessen Wiederherstellung eine lange Zeit in Anspruch nimmt, bringen sich ein, um 'ihr Zuhause' zu bewahren. Ihr Leben, irgendwann fühlt es sich wieder gut an. Aber Menschen entwickeln sich und Rosie bricht in späteren Jahren für einige Zeit aus der Gemeinschaft aus. Doch dann wird die Familie wieder wichtig. Eine schreckliche Entscheidung schafft Unaussprechliches, ein zweites Mal und trotzdem tut man einfach, was man tun muss, weitermachen.
Diese Geschichte ist ein Erlebnis, unglaublich in dem Empfinden, das sie seinen Lesern schenkt. Man ist so nahe dran, wenn diese Familie mit erhobenem Kopf, jedem neuem Schicksalsschlag zum Trotz, einfach weitermacht, weil es nun mal so funktioniert, das Leben. Man leidet mit, trauert mit und ist so unfassbar angetan von diesen Menschen, wenn sie sich, mit Mut und Würde, nicht unterkriegen lassen. Und drumherum das karge Hinterland Australiens, das sich mit seiner sandigen rauen Natur als Teil des Ganzen zeigt und uns tiefe Einblicke gibt in die Realität dieses Kontinents.
Ein ungeheuer kraftvolles Buch, das seinesgleichen sucht und noch lange nachklingt.
Rezensionen von Bockonia:
Einsamkeit und dann dieses Erleben, Freunde und die Freude am Leben
Ein Hund namens Katze von Tomi Kontio
Ein Hund wird geboren, irgendwo in einem Wald. Er ist der Einzige des Wurfs, der es schafft. Der Vater ist schon längs weitergezogen und auch die Mutter bleibt nicht sehr lange an seiner Seite. Sie gibt ihm den Namen 'Katze' und eine wichtige Regel mit auf den Weg, nämlich immer unabhängig zu leben und niemandem zu trauen.
Und so wandert Katze, geprägt von seiner Mutters Rat, scheu und ängstlich durch die Lande. Die Einsamkeit macht ihn sehr traurig. Aber als er schließlich an einem Ort auf Menschen trifft, zeigt er sich nicht. Denn die Angst davor, dass man ihm etwas Böses antun könnte ist groß und seine Mutter hat ihn gewarnt. Doch er wird immer trauriger und dann, dann liegt da ein Mensch direkt vor ihm und schläft. Es ist ein besonderer Mensch und er wird bald sein Mensch sein und einfach sein Freund. Und es kommt noch besser, denn ein Freund ist nur der Anfang.
Eine wunderschöne Geschichte aus dem hohen Norden und sie sagt mit so wenig Worten so viel. All diese Gefühle, die hier durch dieses fantastisch illustrierte Bilderbuch zu uns herüberwehen, die Einsamkeit, die so erdrückend ist und einfach nicht sein soll, weil Miteinander einfach das Schönste ist und die Sehnsucht, das Bedürfnis, genau das erleben zu dürfen, Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Wärme, es rührt einen ungemein an, wie dies hier erzählt wird und bebildert, mit einem Stil, der die Gefühle von Hund Katze auf eine sehr besondere Art unglaublich gut mitträgt.
Ein Buch, ein Kleinod über unsere Gefühle und nicht nur für Kinder sondern auch oder vielleicht gerade für Erwachsene ein sehr sinniges Erlebnis.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Ein wirklich schönes Buch
Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love von Alexandra Zöbeli
Für mich ist es das erste Buch der Autorin gewesen und ich muss sagen : ich habe mich mit ihrem flüssigen und leichten Schreibstil sehr wohlgefühlt.
Die Geschichte rund um die Investmentbankerin Tessa, die bis dato für ihren Job gelebt und sich darüber auch identifiziert hat beginnt damit, dass Tess nach einer gesundheitlichen Krise ein jähes Ende findet : nun muss Tessa einen anderen Weg finden, wie ihr Leben weitergehen soll.
So macht sie sich auf einen Wanderweg und schon spielt ihr Leben inklusiver Gefühle Achterbahn.
Mich haben vor allem die Figuren von Alexandra Zöbeli sehr angesprochen, die allesamt sehr bildhaft und authentisch beschrieben sind. So findet man unheimlich leicht in die Geschichte und kann sich auch gut in die Gefühlswelt von den Figuren einfinden.
Die Geschichte ist spannend, witzig und hat mich sehr gut unterhalten, so dass ich eine richtig schöne Lesezeit hatte ! Erwähnen möchte ich auch unbedingt noch mal das Cover des Buches : das hat mich so so angesprochen : wie süß sieht bitte der Hund auf dem Cover mit den Gummistiefeln im Maul aus ? Unschlagbar – sehr witzig gestaltet.
Ich möchte sehr gerne eine Leseempfehlung für das tolle Buch aussprechen.
Rezensionen von Sophie H.:
Kindgerechte Perspektive
Zwei Mäuse mit Jesus im Sturm von Saskia Heinl
In diesem Bilderbuch wird die Geschichte von der Sturmstillung aus einer kindgerechten Perspektive erzählt. Die kleine Maus Knabber hat eine leckere Weintraube erbeutet. Zusammen mit seiner Freundin Karla möchte er sie in Ruhe wegknabbern, aber es sind so viele Menschen unterwegs, dass sie aufpassen müssen, nicht unter deren Füße zu geraten.
Sie versuchen, sich vor den Menschen in Sicherheit zu bringen und geraten dabei aus Versehen auf ein Boot. Bevor sie das Boot wieder verlassen können, sticht es in See. Zu großen Freude von Karla und Knabber ist auch Jesus mit an Bord, von dem sie schon viel gehört haben. Jesus legt sich schlafen und auch die beiden Mäuse ruhen sich aus. Doch dann werden sie von einem heftigen Gewitter geweckt. Das Boot droht unterzugehen, bis Jesus in Erscheinung tritt und der Sturm sich auf sein Kommando hin sofort beruhigt.
Die Geschichte von der Sturmstillung findet sich in vielen Kinderbibeln, hier aber wird sie aus einer neuen Perspektive erzählt: aus der Sicht von zwei kleinen Mäusen, mit denen sich die Kinder gut identifizieren können. Und obwohl der Fokus auf den Mäusen liegt, kommt die biblische Botschaft gut rüber. Dank der Mäuse können die Kinder gut nachvollziehen, was für eine Angst die Menschen im Boot damals gehabt haben müssen. Ergänzt wird das Ganze durch die tollen Illustrationen von Larysa Maliush. Die beiden Mäuse sind zuckersüß und auf den Bildern gibt es viel zu entdecken. Wir hoffen, dass Knabber und Karla bald ihr nächstes Abenteuer bestehen müssen.
Rezensionen von Philiene :
Leg dich nicht mit dem Koch an
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
The House witch ist ein ganz besonderer Fantasy Roman. Es ist ein eher ruhiges Buch und wer jetzt eindrucksvolle Schlachten und große Helden erwartet ist hier nicht ganz richtig. Wer aber gerne ein witziges Buch voller Magie liest der wird hier viel Freude haben.
Protagonist ist der Koch Fin der in der Küche des Königs anfängt und eigentlich nicht möchte, daß jemand erfährt das er eine Haushexe ist.
Doch wie es so oft ist, klappt nichts so wie geplant...
Der Roman bewegt sich tatsächlich fast komplett im Umfeld des Schlosses. Dabei gibt es neben vielen magischen Momenten auch so manche Intriege und Missgunst geht um. Dadurch entwickelt sich eine spannende Geschichte. Aber das was mir an diesem Buch so richtig gut gefallen hat, ist der Witz des Romans. Es gibt so viele witzige Szenen, ich denke da gerne an eine Partie Pflicht oder Wahrheit, für die alleine sich eine Verfilmung schon lohnen würde.
Außerdem mag ich Fin sehr, auf der einen Seite vielleicht etwas egoistisch aber für die Menschen die ihm an Herzen liegen ist er immer da.
Ein Punkt der mir auch sehr gefällt ist, das die Charaktere ganz normale Namen haben, die man sich gut merken kann.
Eine großartige Geschichte voller Magie.
Rezensionen von Sophie H.:
Für die ganz Kleinen
Lotte und das Osterfest von Elena Huger
Kann man Kindern ab 2 Jahren schon die Ostergeschichte erzählen? Mit diesem Papp-Bilderbuch von Elena Huger gelingt das sehr gut. Lotte, das kleine Schaf, kennt Jesus sehr gut. Sie folgt ihm und sie liebt es, seinen Geschichten zu lauschen. Heute regnet es. Das findet Lotte doof, denn sie mag kein nasses Fell.
Es sieht aus, als würden die Wolken weinen. Aber auch die Menschen weinen. Lotte hört, wie sie sagen, dass Jesus tot ist. Dass er einfach weg ist und nie wieder zurückkommt. Nun ist Lotte auch traurig. Sie begleitet zwei Frauen zur Grabhöhle, die Jesus salben und in frische Tücher legen wollen. Doch ein Wunder ist geschehen! Der Stein vor dem Eingang des Grabes ist beiseite gerollt und Jesus ist wieder da! Lotte freut sich und rennt sofort zu ihren Freunden, um ihnen zu erzählen, dass Jesus wieder da ist!
In sehr kindgerechter Sprache wird hier die Ostergeschichte für die ganz Kleinen erzählt und zwar aus der Sicht vom kleinen Schaft Lotte. Die Erzählung von der Kreuzigung wird bewusst ausgeklammert, nur auf einer Seite weisen drei verwaiste Kreuze auf einem Hügel auf das Geschehen hin. Auch auf den Tod an sich wird in diesem Buch nicht eingegangen, denn Kinder in diesem Alter können mit dem Begriff noch gar nichts anfangen. Lotte übersetzt „Jesus ist tot“ mit „Jesus ist weg“ und ist deswegen sehr traurig. Diese Emotion können Kinder in dem Alter gut nachempfinden. Viele kennen das Gefühl, wenn sie sich morgens von ihren Eltern trennen müssen.
Das Pappbilderbuch hat eine tolle Größe, sodass auch kleine Kinder es gut halten und darin blättern können. Die tollen Illustrationen sind einfach gehalten und dennoch sehr aussagekräftig. Als kleines Schmankerl versteckt sich auf jede Doppelseite ein kleines Küken zum Suche. Dieses Büchlein eignet sich auch sehr gut als Mitbringsel. Fazit: ein feinfühliges, liebevolles Buch für die ganz Kleinen, das ich nur wärmstens empfehlen kann!









