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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Andrée Feyertag:

Es wird viel Staub aufgewirbelt!

Der Staubleser von Josef Brainin

Nachdem man die erste Staubschicht weggewischt hat, kommen interessante Geschichten zutage. Der Autor hat einiges eingepackt, wobei gerade das Hauptthema sehr wichtig ist, einmal thematisiert zu werden. Die Geschichte ist unterhaltsam und leicht im Liegestuhl zu lesen. Es ist in einzelnen Szenen sehr sprachwitzig, manchmal ein wenig überladen.

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Rezensionen von mruppert@edu.uni-klu.ac.at:

Armes Kind, morgen ist alles wieder gut...!?

Die Farbe des Schmerzes von Harald Schwinger

„Ein Vogel flog am Fenster vorbei, warf seinen Flügelschatten kurz an die Wand gegenüber. Ein aufgeschreckter Vogel schlug an die Scheibe, und er erzählte mir von Alexander. Hugin und Munin, die Raben Odins, die jeden Tag aus Wallhalla fliegen, am Abend zurückkehren, sich auf Odins Schulter setzen und ihm in die Ohren flüstern, was sie gesehen haben.

And I try to harmonize with songs the lonesome sparrow sings. Vögel sind dort. Ich höre sie. Ich bin an diesem Ort. Verloren. Wörter wie Vögel, sie fliegen und fliegen und fliegen fort. Er hält den Kopf gesenkt, sieht aber aus dem Augenwinkel, dass die Möwen gefährlich nahe kommen. Flavias Tauben flogen auf, und sie sah ihnen in Richtung Himmel hinterher. Es gab einen Vogel, der jedesmal schrie, wenn Freunde für immer auseinander gingen (…). Richard Speck warf Vögel in den Ventilator. Was für Vögel und was für Bäume, fragte sie sich abwesend. Sie spricht sanft wie eine Vogelfeder. Schwer zu sagen, ob der Vogel die Totenwache stellte oder die Müllabfuhr. Zwischen den Vogelschatten entdeckte ich eine Gestalt am anderen Ende des düsteren Raumes. In der folgenden Stille landete eine Taube und trippelte nach links davon.“

Schon die Aneinanderreihung der Zitate an den Kapitelanfängen gibt einen Vorgeschmack auf den Inhalt des Buches. Suchen Sie keine Logik darin, lassen Sie sich einfach darauf ein und lesen Sie mit „Die Farbe des Schmerzes“ eine dunkel-violette Geschichte des Verrats, einen Entwicklungsroman schauriger Dimensionen des Alltags. Menschen, die man leichthin als durchschnittlich einordnen wollte, werden zu Vollstreckern ihrer Ängste. Scheinbare Kleinigkeiten bringen ungeahntes Aggressionspotential zum Überlaufen, es verklebt sich in den kleinsten Ritzen des Daseins. Wie Blutegel verbeißen sich Gewalt in der Familie, Alkoholsucht und die Wut enttäuschter Liebe in die persönlichen Schutzzonen der Figuren und saugen das Gute aus ihren Leibern und Seelen, das Böse kann ungehindert in den Köpfen und Körpern wuchern.

Harald Schwinger komponierte die Handlung seines neuen Romans aus einer Mischung von Horror, Schmerz und beklemmender Skurrilität und lässt den Leser aus der Vogelperspektive zusehen: „Wer nicht atmet, stirbt.“

Dem Drang, die Geschichte zu verorten, die Figuren zu positionieren, stellt der Autor Phantasienamen wie Pfrin, Lyrön, Dristin, Vrona, Fesse Mrk entgegen. Der Ordnungsdetektor sucht nach Anhaltspunkten, zeigt skandinavische Skalen, um unmittelbar wieder in südlichere Sphären zu holpern, nach Akutowai, einer Stadt am großen See, der dem Nebel permanent Nachschub liefert. Nur die Eisdecke im Winter gibt den Sonnenstrahlen die Möglichkeit, die Menschen dort zu erreichen und für wenige Wochen als Wärme des Himmels in die Gassen zu kriechen. Wir gehen ein Stück mit Pfrin, dem kleinen Jungen, der die Fesseln häuslicher Gewalt nicht abstreifen kann und die erlebten Aggressionen an seine Umwelt weitergibt, wie Steinwürfe aus blätterrauschender Deckung. Er verlässt seinen Geburtsort, versucht die Vergangenheit abzustreifen …„Akutowai gab ihm das Gefühl, unsichtbar zu sein, und der Dunst machte auch die anderen unsichtbar oder zumindest nicht so greifbar.“ Der Verrat nimmt seinen unaufhaltsamen Verlauf, als Kettenreaktion blutigen Ausmaßes. Die Lebenslinien der Figuren verknoten sich in verhängnisvoller Manier und werden gordisch gelöst.

Das Geschehen gewinnt nach den ersten hundert Seiten zunehmend an Tempo, das Ende ist in all der behäbigen, grausamen Ausweglosigkeit fulminant und es bleibt zu bedenken: „Wer behauptet, die Wahrheit sei besser als das Ungewisse, hat nichts verstanden.“

Das Poetische, unter anderem in der Schilderung der malerischen Entladung gehörter Gefühle, zeugt von wohltuend handwerklicher Fertigkeit des Autors und unterscheidet diesen Roman von plänkelnder Brachialunterhaltung, wie wir sie in anderen sogenannten Kriminalromanen österreichischer Provenienz, deren Hype wohl unerklärlich bleibt, allzu oft finden. Der kleine Logikbruch in der meteorologischen Entwicklung des Himmels über Akutowai (S. 61), der befreit vom Nebel letztendlich doch sommerliche Sonnenhitze auf den fischmanischen Ederim niederknallen lässt, kann als dramaturgischer Effekt durchgehen. Bei so viel Gewalt verzieht sich sogar der Nebel zur unpassenden Zeit.

Wenn es denn sein muss, eine Genrezuordnung zu machen, dann kann man den neuen, insgesamt zweiten Roman von Harald Schwinger, erschienen in der gediegen schönen Aufmachung der Edition Meerauge, als Unterhaltungsliteratur zwischen Kriminalgeschichte, Horrorfragment und Alltagsphantasie kategorisieren. Gute Unterhaltungsliteratur! Die auf jeder Seite mitschwingende Gesellschaftskritik, und zwar an der Gesellschaft im Hier und Jetzt, macht diesen Roman zu einem beachtenswerten Stück Lesestoff. Das Bizarre der Handlung und ihrer Protagonisten kann die Realitätsnähe der Ereignisse nicht endgültig tilgen. Nach dem Zuklappen des Buchs verbleibt ein seltsames Gefühl der Betroffenheit, das Wissen, dass keine Chance besteht, die Dinge einfach als reine Fiktion beiseite zu schieben. Also, achten Sie auf die schrägen Vögel in Ihrem Umfeld und bitte füttern Sie sie nicht!

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Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:

Insgesamt eine ansprechende und kurzweilige Unterhaltungslektüre, bestens geeignet für unbeschwertes Lesen am Strand, im Zug, an einem verregneten Wochenende oder als niveauvolle Alltagsbegleitung.

Der Staubleser von Josef Brainin

Eines derjenigen Bücher, welches ich in einem Satz durchgelesen habe. Ausgezeichnet für mich ist die Sprache und phasenweise der Sprachwitz. Schon aus diesem Grund ist dieses Buch besonders lesenswert.

Der Handlungsbogen ist sehr phantasievoll, hat in mir so manche „Aha-Eindrücke“ ausgelöst (ich war oft überrascht, welche Wendungen Josef Bainin in der Story eingefallen sind), erweckt aber ab und zu den Eindruck, nicht immer lebensnah zu sein und gleitet einige male ins „Kitschige“ ab.

Ob dies vom Autor gewollt ist oder nicht, sei dahingestellt.

Eine gute Geschichte, Großteils sehr ansprechend, „elegant wienerisch“ geschrieben, viele Überraschungsmomente und eine Story, die Verständnis für das „Lesen im/des Staub/es“ erweckt. Insgesamt eine ansprechende und kurzweilige Unterhaltungslektüre, bestens geeignet für unbeschwertes Lesen am Strand, im Zug, an einem verregneten Wochenende oder als niveauvolle Alltagsbegleitung.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Die zum Teil abgehobene Sprache ist (...) gewöhnungsbedürftig.

Der Staubleser von Josef Brainin

Die wunderbare Welt des Antiquitätenhändlers Alfred wird auf ungewöhnliche Weise erzählt. Zwischen Barock, Biedermeier und Jugendstil sinniert er über seine jahrelang trainierte Kunst des Staubspurenlesens. Er weiss, dass wertvolle Möbel, Bilder oder Gegenstände ihre eigene Aura haben und Stimmen, die nur er versteht.

Seine heile Welt beginnt zu schwanken, als er sich auf eine Affäre mit Mutter und Tochter aus gehobenen Kreisen einlässt, und gerät vollends aus den Angeln, als er für die reiche Amerikanerin Betty ein Bild, das ihrer Familie während des Krieges von den Nazis geraubt wurde, wiederbeschaffen soll. Das gelingt ihm auch, doch findet er sich in einem Wirbel von Diebstahl, Bedrohung und Antisemitismus wieder, aus dem ihm die grosszügige Amerikanerin hilft, indem sie Teilhaberin seines neuen Geschäftes wird. Die zum Teil abgehobene Sprache ist allerdings gewöhnungsbedurftig.

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Rezensionen von Erika Just:

SCHLACKE von Peter Kutzer-Salm

Rezensionen von Renate Geissler:

In diesem Buch wird zuviel Staub aufgewirbelt !

Der Staubleser von Josef Brainin

Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:

Ein wenig viel der Stereotypen und eine verschenkte Metapher: die des genauen 'Staublesers'

Der Staubleser von Josef Brainin

Eine allgemeine Bemerkung vorweg: Solange Antisemitismus existiert, muss er dargestellt und damit aufgedeckt werden; das kann in jedem Genre, auch in der Belletristik, geschehen. Allerdings ist das Problem noch immer viel zu ernst und bedrückend, als dass ein schematisch konstruierter Beinahe-Krimi ihm gerecht werden könnte.

Die bis heute unabgeschlossene Geschichte von Restitutionsansprüchen und -prozessen spricht eine ganz andere Sprache als dieser ‚Ende gut, alles gut’-Roman.
Dabei weckt der Titel zunächst die Erwartung eines spannenden realistischen Erzählens als Spurenlesen: Ein Antiquitätenhändler, der im Staub zu räumender Verlassenschaften detektivisch zu lesen versteht, bietet eigentlich eine wunderbare Perspektive auf das Problem der im Nationalsozialismus enteigneten Raubkunst. Im konkreten Fall, den der Held zu lösen hat, lässt sich die verborgene Spur eines Gemäldes mit etwas Glück recht einfach zurückverfolgen. Das nach Flucht oder Vertreibung, Konzentrationslager und Bombenkrieg unweigerlich auftretende Problem der missing links im Provenienz-Nachweis scheint nicht zu existieren. Ähnlich verläuft die Frontenbildung unter FreundInnen, KundInnen und GegenspielerInnen des Helden nach einem simplen Schwarz-Weiß-Schema – für oder gegen ‚die Juden’. Den Anstoß zu einer regelrechten Kampagne gegen den Helden gibt allerdings seine Affäre mit einer Kundin und zeitgleich mit deren Tochter; soll der Rachefeldzug der Mutter auf Nazi-Propaganda à la 'Rassenschande' anspielen? Im Bewusstsein des Helden bleibt die Fragwürdigkeit seines eigenen Verhaltens merkwürdig unbedacht, und der Leserin hätten Eifersucht und Kränkung ohne den Beigeschmack von Inzest auch genügt.
Schließlich erfolgt die Korrektur historischen Unrechts durch einen – natürlich von Südslawen erfolgreich durchgeführten – Einbruch, und die rechtmäßige Erbin des Bildes ist eine reiche amerikanische Jüdin mit luxuriösem Lebensstil und einem großen Herzen. Diese rettet den Helden dankbar aus seiner Kreditklemme, und mit der Eröffnung eines neuen Antiquitätengeschäfts ist die Welt wieder in Ordnung.
Ein wenig viel der Stereotypen und eine verschenkte Metapher: die des genauen 'Staublesers'. Aber für uns Leser und Leserinnen ist und bleibt die Welt doch heil: Die gehobene Wiener Gesellschaft mit ihren Finanzgeschäften ist eine böse. Da gibt´s offenbar nix zu hinterfragen.

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Rezensionen von Eva Knezicek:

Der Reiz des Buches ist für mich die stellenweise groteske Verquickung von so verschiedene Sprachwelten. Sprachenwelt der Poesie- Sprachenwelt der Technik, eine interessante Mischung aus Innerlichkeit und Abstraktion.

Der Staubleser von Josef Brainin

Der Roman des Schriftstellers Josef Brainin 'Der Staubleser' ist die Geschichte eines Lebensabschnittes von Alfred, einem jüdischen Antiquitätenhändler. Alfred hat sich in seinem Geschäft ein eigenes kleines Universum geschaffen. Schauplätze sind Wien und das utopiehafte Kalifornien. Dieser Roman ist zugleich Kriminalgeschichte, Liebesgeschichte und wohl auch literarisch gefasste Zeitgeschichte, wenn man die Tatbestände rund ums Leopold Museum im Hinterkopf behält.

Sehr gut fasst dieses Buch die Ignoranz der Erben von Raubkunst in Worte, thematisiert sie. Dieser Konflikt ist Teil unserer Wirklichkeit. Den ursprünglichen, rechtmäßigen Besitzern der einst geraubten Schiele-Zeichnungen wird gegen Verzicht auf alle ihre Rechte als Entschädigung einzig das Anbringen einer Tafel 'tagic faith of Carl Mayländer' im Museum angeboten ( aus: Der Standard 22.April 2013). Sehr genau fasst Brainin in Worte, wie das, was verborgen war, jahrzehntelang vor sich hin faulte und gärte, an die Oberfläche tritt. Da schützen oder heilen auch die Lebensjahre der Figur des alten Herrn Schiebel nicht. Brainin schildert die 'übermäßige' Kraftanstrengung eines Altnazis die eigene körperliche Vitalität zu erhalten, den Schein körperlicher Eigenständigkeit zu wahren. Damit berührt er einen wesentlichen Punkt. Die eigen Ideologie würde einem Nationalsozialisten bei Verlust seiner körperlichen Unabhängigkeit den Wert des ihm eigenen Lebens absprechen müssen. Immer wieder wird Alfred konfrontiert mit verdeckten Ressentiments, direkten Vorurteilen, gnadenlosen Verurteilungen. Mittels der präzisen Beschreibung der akribischen Arbeit des Durchsuchens alter Wohnungen Alfreds, des Staublesers, geht Brainin der Veränderung auf die Spur. Der Veränderung durch den Ablauf der Zeit. Dringlichkeiten gehen verloren, Brisantes wird zu Belanglosem, Wertigkeiten verschieben sich. Die Zeit, die abläuft, hinterlässt Spuren an den Dingen, an den Menschen. Umstrukturierungen hinterlassen etwas. Aber Alfred begibt sich nicht nur auf die Spuren der Vergangenheit, er sieht sich ebenso als Entsorger des angefallenen 'Nazi-Mülles'. Das, was zu entsorgen ist, wird entsorgt; unbeseitigbar ist der Restmüll des Endlagers. Aufgrund der so präzisen Sprache Brainins ist der Schauder Alfreds in vielen Konfliktsituationen für mich als Leserin spürbar gewesen, subtile Gewalt - 'Ausgrenzung durch stille Übereinkunft'(Brainin, S.103) fühlbar. Zuvor eingeschlossene Ahnung wird oft zu dunkler Gewissheit. Lähmende Angst taucht aus dem Untergrund auf, kommt in seiner ganzen Hässlichkeit zutage. Die stellenweise etwas langatmigen Gedankengänge Alfreds werden mit Wortwitzen unterbrochen. Alfred wird von Brainin als analytischer Stratege dargestellt, seine Strategien werden von der Wirklichkeit durchbrochen, können niemals stringent ablaufen. Gefangen in seinen akribischen Beobachtungen und Überlegungen, verliert sich Alfred in denselben und merkt erst spät wie das Geschehen um ihn seinen Lauf genommen hat, längst vergangen ist. Er verliert sich als genauer Analysand in stattfindenden Begegnungen, die Wirklichkeit ist immer schon vorbei. Witz in Situationen, Situationskomik mit dem bitteren Beigeschmack einer Passivität des Opfers. Aber Alfred wir aktiv. Zeitweise befremdende Vergleiche weisen auf den technischen Hintergrund des Autors hin, irritieren zuweilen. Leider mündet des Schriftstellers Sprache manchmal in symbolhafter Oberflächlichkeit - wie die weiße Rose im Knopfloch zur Eröffnungsfeier eines neuen Geschäftes. Das ist schade und lässt Worte ins Plakative triften. Der Reiz des Buches ist für mich die stellenweise groteske Verquickung von so verschiedene Sprachwelten. Sprachenwelt der Poesie- Sprachenwelt der Technik, eine interessante Mischung aus Innerlichkeit und Abstraktion.

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Rezensionen von Harald Schellander:

Ein Staubfänger in meiner Bibliothek.

Der Staubleser von Josef Brainin

Nomen est omen: Beim Lesen des "Staublesers" hatte ich das Gefühl, mich durch eine Schicht bereits angestaubter Wortkonstrukte zu bewegen. Auch die Story empfand ich antiquiert und ohne Höhepunkte. Das mag ja Absicht des Autors gewesen sein, um die ach so feine Wiener Gesellschaft zu charakterisieren und ein bisserl zu demaskieren.

Was bleibt? Ein Staubfänger in meiner Bibliothek.

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Rezensionen von Doris Moser:

Geschwätzig und unglaubwürdig

Der Staubleser von Josef Brainin

Ein Wiener Antiquitätenhändler zwischen guten Serben und bösen Mödlingern, zwischen einer älteren Geliebten und einer jüngeren (deren Tochter), zwischen Döblinger Distinguiertheit und Kalifornischer Gelassenheit. Dieser Mann namens Alfred geriert sich höchst unglaubwürdig als Räuber von Raubkunst, der Restitution in Eigenregie durchführt.

Nur an wenigen Stellen wird die Hauptfigur des geschwätzigen und klischeebeladenen Romans greifbar: wenn der Erzähler Einblick gewährt in Alfreds verstaubten Kosmos hinterlassener Dinge, der auf sympathische Weise aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Mir ist das zu wenig, also: keine Empfehlung!

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