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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gudrun67:

Lokalkolorit hervorragend; jedoch bleibt die Spannung auf der Strecke

Pearl Nolan und der tote Fischer von Wassmer Julie

Lokalkolorit ist hier zuhauf vorhanden. Dies lässt mich vermuten, dass die Autorin eng mit Land und Leuten verwurzelt ist und den Leser daran teilhaben lassen möchte. Finde das auch durchaus interessant, jedoch lenkt die Häufigkeit sehr vom eigentlichen Geschehen ab. Mitunter habe ich mir gedacht, dass es teilweise als Reiseführer gelten kann.

Der Schreibstil wirkt auf mich durch die häufige Einbringung der vielen Details, die dann doch sehr ausgeschmückt sind, etwas holprig und ist oft schwer zu lesen. Es lenkt einfach zu sehr ab.



Die Charaktere sind zwar ok geschildert, jedoch haben sie mich nicht mitgerissen.



Leider muss ich dies auch für die Handlung schreiben, denn mir fehlte es an Spannung und dem gewissen Etwas.



Das Buch handelt von Pearl Nolan, die als Köchin ein Fischrestaurant im englischen Küstenort Whitstable betreibt. Hierbei hilft ihr die Mutter. Die lockere Art der Mutter ist oftmals ein "Diskussionsfaktor". Ausserdem kommt das Erwachsenwerden ihres Sohnes Charlie hinzu. Das stellt Pearl immer wieder aufs Neue auf eine Belastungsprobe. Des Weiteren möchte sie sich ihren Traum mit einem Detektivbüro erfüllen und da stößt sie doch schon auf zwei Tote. Zu guter Letzt ist da auch noch ein Kommissar, der ihre Welt noch mehr ins Wanken bringt. Wird sie das denn alles auf die Reihe bringen?



Mein Fazit: Lokalkolorit hervorragend; jedoch bleibt die Spannung auf der Strecke

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Rezensionen von yesterday:

Wenn die Gefahr größer ist als gedacht

Brennender Midi von Cay Rademacher

Zum dritten Mal lässt Cay Rademacher seinen Capitaine Roger Blanc in der Provence ermitteln und lässt dabei wie gewohnt die französische Lebens- und Esskultur neben den Ermittlungen nicht zu kurz kommen.
Dieser Krimi ist nicht nur aufgrund des Erscheinungsdatums aktuell, auch die Themenwahl wurde doch von den verschiedenen aktuellen Entwicklungen des vergangenen Jahres beeinflusst und spiegelt in den diversen Befragungen und anderen Gesprächen immer wieder die Gefühlswelt vieler Leser wider.

Die Ermittlungen zu einem Flugzeugabsturz führen Blanc und seine Kollegen vom französischen Militär und einem einflussreichen Bürger Lan?ons bis hin zum französischen Geheimdienst und einer verschwundenen Packung Sprengstoff. Bei diesem Einsatz ist nicht nur Blancs Leben und das der Kollegen wiederholt in Gefahr (Stichwort Fahrkünste), sondern das vieler Unbeteiligter.

Mit seiner üblichen charmanten Mischung aus Flüchen und der Gabe, zum richtigen Zeitpunkt das richtige zu fragen oder auch am richtigen Ort zu sein, entwirrt der Capitaine langsam, aber stetig das Netz aus Verdächtigen, Zeugen und nimmt dafür in diesem Band weniger die Hilfe der Untersuchungsrichterin Aveline in Anspruch, sondern wagt sich dafür bis nach Marseille und kooperiert mit der bei den Flics verpönten ?Stadtpolizei?.

Mit leichter, flotter Sprache führt der Autor den Leser an Blancs Seite über Wiesen, Felder, Olivenhaine und die eine oder andere route departementale. Auch wenn man als Leser, der die Aussagen der Zeugen manchmal anders deutet als Blanc, der Lösung schon früher nahekommt: dieser Krimi lenkt einen doch durch den Aufbau der Geschichte und die vielen beteiligten Personen und Verdächtigen immer wieder so gut ab, dass man sich zu Ende zwar bestätigt, aber trotzdem ein wenig überrascht fühlen kann.

Die (bisher) drei Krimis mit Blanc spielen in aufeinanderfolgenden Monaten (Juli bis September), man kann sie aber auch unabhängig lesen. Am besten kennenlernen kann man die wichtigsten Charaktere aber auf jeden Fall im ersten Band ?Mörderischer Mistral?.

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

"Erinnerungen sind keine runde Sache. Sie sind kantig und sie sind rau"

Schwestern bleiben wir immer von Barbara Kunrath

Die meisten von uns leiden irgendwann im Verlaufe ihres Lebens an Verlusten, enttäuschten Hoffnungen, finanziellen Sorgen, Krankheiten,?.
Die Schwestern Katja und Alexa sind damit aufgewachsen. Sie hatten immer einander, jetzt ist die Mutter gestorben, zu der besonders Katja, fast 42 Jahre alt, in den letzten Jahren nur einmal Kontakt gehabt hat; Alexa, die drei Jahre ältere, hatte sie überredet, als die Mutter im Sterben lag.

Unter dem wenigen, was vom Leben der Mutter übrig ist, findet Alexa nun einen Brief, dessen Inhalt sie verstört. Der Brief deutet an, dass es da noch etwas zu erzählen gab, unterlässt dies aber, belässt es bei Andeutungen.

Die Beziehung zu Mutter Ines war für beide Töchter schwierig: "Sie ließ uns allein mit unserer Wut". S. 25. Der Vater war gegangen, als die Mädchen noch klein waren ? erklärte hatte die Mutter dies nie. "Sie war nicht böse, jedenfalls nicht immer, meistens hatte sie einfach keine Lust, sich um uns zu kümmern." S. 37 und "Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob Ines uns nicht liebte, weil sie es nicht konnte, oder ob sie uns nicht liebte, weil sie es nicht wollte." S. 72

Beide Schwestern leben ihr Leben ? Katja ist berufstätig, ein Teenager-Sohn, der Vater hat die Familie allein gelassen, auch er. Alexa ist Hausfrau, verheiratet, Teenager-Tochter, Teenager-Sohn ? sie hatten noch eine schwerstbehinderte Tochter, die gestorben ist. So wie Katja als Begründung für ihr Tun oder (Unter-)Lassen vor sich herträgt, berufstätig zu sein, so verwendet Alexa ihr Familienmodell als Rüstung und Waffe. Autorin Barbara Kunrath schafft es, beider Lebenskonzept und Argumente gleichermaßen zu hinterfragen. Die Perspektive im Roman wechselt zwischen den Schwestern, wobei Alexa immer als Ich-Erzählerin erscheint, bei Katja wird zur dritten Person gewechselt.

Mit Alexa ist das so: ich mag nicht besonders, dass sie vermittelt, die "richtige" Art Leben zu leben ? allerdings wäre sie diejenige, die ich sofort zum Babysitting für mein Kind einsetzen würde. Sie ist zuverlässig, es gäbe regelmäßige Mahlzeiten, alles würde "richtig" ablaufen. Und ich würde hinterher Scham empfinden, ob sie die Wollmäuse gesehen hat, die Tiefkühlgerichte, ?Katja hätte man gerne als Kumpel, Alexa nicht.

Die Schwestern versuchen, dem Geheimnis aus der Geschichte ihrer Mutter nachzuspüren, stoßen auf Widerstände. Als es danach in ihrer beider Leben zu Auflösungserscheinungen ihrer Lebenskonzepte kommt, treiben sie die Suche voran. Was sie erfahren, verändert alles. Quasi nebenbei stellt sich heraus, dass das Miteinander geprägt ist davon, die Schwester sowohl zu beneiden als auch ihr Verhalten nicht nachvollziehen zu können. Letztendlich müssen sie sich, auch angesichts der neuen Erkenntnisse, beide ähnlichen Fragen stellen: " ?Wovor hast du Angst??, fragt er.
Die Frage müsste lauten: Wovor hast du mehr Angst? Vor dem gar nicht? Oder vor dem zu viel? Sie weiß es nicht."
"Sie braucht Raum und Freiheit, sonst wird sie ersticken. Aber wo hört der Raum auf, und wo wird die Freiheit zur Lüge?" S. 164

Kein "Frauen-/Liebesroman", aber doch eher Fragen nachspürend, denen sich Frauen ausgesetzt sehen - der Roman gibt in einem ruhigen, melancholischen Stil, häufig mit schöner bildhafter Sprache einen Einblick dazu, was funktioniert und was verletzt an Geschwistern und Familien, Eltern und Kindern, Paaren und Lebensentwürfen ? meiner Meinung nach sehr gut gelungen, allein der Epilog ist mir zu glatt geraten, zu "aufgelöst"
(4,4 von 5 Sternen).

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

Sehr empfehlenswerter Mix aus Heimat- und Zeitgeschichte, Spionageroman, Politthriller,...

Bühlerhöhe von Glaser Brigitte

Der Plot ist genial: Der Mossad schickt eine völlig unerfahrene gebürtige Kölner Jüdin los in den Schwarzwald, um dort ein Attentat gegen Adenauer zu verhindern ? die Verhandlungen um die sogenannten "Wiedergutmachungszahlungen" sollen nicht gefährdet werden. Ihre Eignung besteht darin, am Urlaubsort des Kanzlers selbst die Ferien ihrer Kindheit verbracht zu haben und die Sprache derer zu sprechen, die außer ihrer Schwester ihre gesamte Familie ausgelöscht haben.

Der Attentäter wird befürchtet in den Kreisen derjenigen Israelis, die das "Blutgeld" ablehnen.

"Warten bedeutete, unnütze Zeit zu haben, und unnütze Zeit war ein gefährliches Pulver. Ein bisschen davon auf die gut verschlossene Kiste voll von Verlust, Schmerz und Erinnerung gestreut, und diese explodierte und ließ alles in Fetzen im Kopf herumschwirren. Das Vergessen war lebensnotwendig. Wer nicht vergessen konnte, wurde wahnsinnig. Sie war eine Meisterin im Vergessen. Nur so war das Leben auszuhalten." S. 27

Wie bitte schafft es Autorin Brigitte Glaser, ein Buch zu schreiben, dass
? sowohl Heimatgeschichte erzählt (Schwarzwald, besonders um Bühl)
? als auch Zeitgeschichte (Adenauer und die Wiedergutmachungsverhandlungen bezüglich des Staates Israel, Leben im Kibbuz),
? das Spionageroman und Politthriller ist (ich wusste nicht, dass es ein ? reales - Attentat auf Adenauer durch Zionisten gegeben hatte, was verschwiegen wurde, um die Beziehungen zu Israel nicht zu gefährden, wofür ihm Ben Gurion dauerhaft dankbar war)
? und noch dazu einen tiefen Einblick abliefert über Schuld, menschliche Beziehungen und Verdrängung?
Das Buch entpuppte sich als absoluter Glücksgriff ? ich liebe anspruchsvolle Romane, ich liebe spannende Literatur, ich nutze gerne Bücher, um mich einer Zeit, einem Land oder einer Gruppe zu nähern, hier finde ich einen der seltenen Fälle, die ALLES gleichzeitig können.
Ich bin kaum jemals so vielen "red herrings" hinterhergerannt, so viele Spuren legt die Autorin über praktisch die komplette Seitenzahl. Bei allem nutzt sie einen besonderen Stil: Es wird etwas erwähnt ? und später, teils wirklich etliche Seiten später wird dieser Hinweis in einen Zusammenhang eingebettet. Ein Beispiel:
"In Haifa waren Rachel und sie [Rosa Silbermann, die Protagonistin] vor fast zwanzig Jahren als Jugendliche angekommen." S. 8
Später wird dann erklärt, dass Rachel sich kurz nach 1932 für die zionistische Idee begeistert hatte und mit ihrer jüngeren Schwester, auch angesichts der aufkommenden Probleme für Juden in Deutschland, mitnichten aus Spaß und Freude eingewandert war. Das ist noch ein mildes Beispiel, weil man sich diese Auflösung als naheliegend ja auch hätte denken können, doch ich werde ganz sicher hier nichts Weiteres verraten. Während mich oft in Büchern die sehr einfachen Beziehungen und Beweggründe stören, ist in diesem Buch fast alles und alle miteinander verwoben, was die Anzahl der red herrings ins Unermessliche steigen lässt, ohne dabei für mich aber undurchdringbar zu werden. Das Spannungsniveau bleibt einfach hoch, wie bei einem Thriller, weil man so aufmerksam bleiben muss. Da weiß jemand etwas, was einem anderen helfen könnte, erwähnt es aber nicht, um einem Dritten nicht zu schaden. Und über allem hängt die Vergangenheit. "So war das immer. Eine falsche Frage, ein falscher Satz, und alles Leichte und Fröhliche verschwand.
?Welches Lager??, fragte Rosa leise.
?Majdanek.?" S. 264
Glaser schreibt sehr ausgewogen. Auch mit den besten Absichten können Menschen verletzt werden, so soll Rosa ein Attentat verhindern helfen, wird aber fragwürdig moralisch genötigt dazu und völlig unerfahren in eine gefährliche Situation geschoben. Kaum jemand ist einfach das, was er oder sie oberflächlich zu sein scheint. Dadurch ist Rosa bald verstrickt in ein "Gestrüpp aus Spekulation und Manipulation". Dabei geht das Buch durchaus in die Tiefe, stellt die verschiedenen Lebensstile gegenüber: da sind die, für die jede Kritik an Israel einem Verrat gleichkommt, aber auch jene, die zurück nach Deutschland gehen, "weil ein judenfreies Deutschland einem Sieg über Hitler gleichgekommen wäre". Da sind die Kriegsgewinnler, die Ewiggestrigen, aber auch jene, die heute noch von Albträumen geplagt werden, oder selbst Opfer der Befreier wurden, weil sie aus dem Volk der Täter stammten. Der Sicht Rosas gegenübergestellt wird die Sicht von Sophie Reisacher, Hausdame auf der Bühlerhöhe, auch hierdurch wird eine tiefere, ausgewogenere Sicht gezeigt, wird deutlich, dass persönlicher "Ballast" und Ziele bei allen den klaren Blick hemmen können.

Insgesamt definitiv fesselnd, informativ, schön zu lesen!

Am Ende des Buches folgt ab Seite 337 ein Glossar ? ich habe noch einiges mehr nachgeschlagen, und empfehle das je nach Wissensstand und Interesse auch durchaus ? sowie weitere Quellenangaben.

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

Die Grenze in den Köpfen - wenn Politik der Liebe ein Verfallsdatum aufzwingen möchte

Wir sehen uns am Meer von Dorit Rabinyan

Die jüdische Israelin Liat und der Palästinenser Chilmi begegnen einander zufällig im Herbst 2002 in New York, sie ist Philologin, 29, mit einem Stipendium erst seit zwei Monaten in den USA, er ist Maler, 27, schon seit über zwei Jahren im Land. Als ein Freund, mit dem sich Liat treffen möchte, kurzfristig verhindert ist, schickt dieser Chilmi, der ihm Arabischunterricht gibt.

"Coup de Foudre", denn Liebe auf den ersten Blick trifft es noch nicht annähernd: Die beiden sind von diesem Tag an zusammen. Chilmi entspricht Liats Begriff eines "vegetarischen Arabers", nicht religiös, sehr weltlich ? keinem Feindbild zuzuordnen.

Liats Gefühle durchlaufen ein Wechselbad: anfangs Furcht aufgrund der Schauergeschichten, arabische Männer würden bevorzugt jüdische Frauen verführen und später versklaven, dann Schuldgefühle wegen der Besetzung, wegen der Dinge, die sie in Israel tun kann und er nicht. Er ist souveräner, beruhigt sie: "Weißt du, eines Tages ?wird das Meer uns allen gehören, und wir werden dort gemeinsam schwimmen." S. 41
Später, im Winter, kommt Verleugnung hinzu: während Chilmi unbefangen und offen zu Liat steht, verleugnet sie ihn, erzählt den Eltern nichts, versteckt sich, steht nicht zu ihm.

Das große Können der Autorin Dorit Rabinyan besteht darin, dass diese Liat nicht unsympathisch wird, einerseits, weil sie als Ich-Erzählerin automatisch zu größerer Identifikation einlädt und der Leser an ihrem ganzen zerrissenen Innenleben inklusive der Scham über ihr Verhalten teilhat, andererseits, weil auch Chilmi in seiner Reaktion auf seine Erfolge als Maler mit einer chaotischen Besessenheit dargestellt wird, gegenüber der Liat immer als reifer, vernünftiger wirkt. Gleichzeitig wird beider Liebe sehr poetisch und sinnlich beschrieben: "Niemand erfährt, dass er für mich entbrennt wie trockenes Laub, mich immerzu begehrlich umschmeichelt und umwirbt. Unsere schönen Nächte sind wie eine Frucht, deren Fleisch stets nachwächst, so viel man auch abbeißt, unsere Lust steigert sich mit jeder Liebkosung, hungert uns aus und sättigt uns, bis wir wieder hungrig werden. Nehmen und Geben sind eins." S. 128f.

Sie streiten viel, die Politik liegt immer nur ein Wort, ein Blick, einen Gegenstand entfernt. Gleichzeitig bemerken diese beiden gerade in der Fremde Gemeinsamkeiten, im Umrechnen der Währungen, der Temperatur-Systeme, im Leiden unter dem strengen Winter ? im Heimweh. Dennoch ist es eine "Liebe mit Verfalldatum", mit einem antizipierten fixen Ende durch die Heimreise Liats ? auch wenn sie nicht in der Lage sein wird, eine harmlose Cornflakes-Packung zu erwerben, die zufällig ihr Heimreisedatum als Verfallsdatum zeigt, akzeptiert sie diese Zäsur.

Es ist unglaublich intelligent und einfühlsam, wie Rabinyan die Handlung dieses Buches aufbaut, von der Tatsache, dass diese Liebe ihren Anfang in New York nahm, bis hin zum "Wo" und "Wie" des Romanendes, nicht zu vergessen der Einstieg, als Liats hebräische Schriftzeichen den Verdacht des Terrorismus in einem Café provozieren und sie Besuch vom FBI bekommt, das dann, doppelte Ironie, wiederum nicht damit umzugehen weiß, dass ihre jüdischen Eltern aus dem Iran (ausgerechnet!) nach Israel eingewandert sind.

Dieses wundervolle, poetische, sinnliche, tragische, intelligente Buch wurde vom israelischen Erziehungsministerium von der Lektüreliste für die Oberstufe gestrichen - die israelische Zeitung Haaretz zitierte eine Beamtin des Erziehungsministeriums mit der Einschätzung, der Roman ermutige zu Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden, die die »separate Identität« bedrohten, und fördere die Assimilation (vgl. z.B. Jüdische Allgemeine oder Deutschlandfunk im Internet). Anhand eines Films, den Chilmis Bruder daheim für ihn gedreht hat, bittet Liat ihn, ihr die Grenze zu zeigen, gemäß der Lage der arabischen Dörfer und der jüdischen Siedlungen. Er sagt "Sie ist hier ?sie verläuft in unseren Köpfen." S. 215

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Rezensionen von StefanieFreigericht:

Was verlangt einem Menschen mehr ab: ?zu springen?, einen Neuanfang zu wagen ? oder es sein zu lassen?

Britt-Marie war hier von Backman Fredrik

?Es ist schwer, nicht den Rückweg antreten zu wollen, wenn man gemerkt hat, wie schwierig ein Neuanfang ist. Es ist schwer, sein altes Leben nicht zurückhaben zu wollen, wenn man begriffen hat, was es einem Menschen abverlangt, die Kraft für ein neues Leben aufzubringen.? S. 235 Diese Gedanken bewegen Britt-Marie.

Was sie zu Beginn der Erzählung tut, empfindet sie nicht als Neuanfang. Sie sucht so dringend eine Arbeitsstelle, dass sie die Mitarbeiterin im Arbeitsamt geradezu belagert ? was ihr einen dreiwöchigen Job in Borg einbringt, einem kleinen Ort ohne Perspektive in der Provinz. Dort trifft sie auf die skurrilen Bewohner ? eine Ratte mit Faible für Snickers, Männer, die mit Bart und Kappe am Tisch sitzen, Kinder die auf einem Parkplatz Fußball spielen, besondere Familien, eine Frau im Rollstuhl ohne Namen,? Allen lässt Autor Backman ihre Würde, selbst die etwas zweischneidigeren Charaktere dürfen ihre positiven Seiten haben. Dass daraus so viel mehr als Unterhaltungsliteratur wird, liegt daran, dass das Buch so mitreißend schön und gefühlvoll ist und elementare Fragen aufwirft: wer sind wir und was macht uns aus, was ist wichtig im Leben. Da ich selbst bekennender Fußball-Hasser bin ? hier geht es mehr um Begeisterung (ja, für Fußball ? aber sooo toll geschrieben?). Nach meiner Erfahrung Männer-Eignung besonders als Hörbuch im Auto.

Ich finde es ganz wundervoll, dieses neueste Buch von Frederick Backman mit seinem ganz eigenen Stil, auf den man sich einlassen können muss (Backman-?Neulinge? sind auf den ersten Seiten manchmal irritiert): Oft gibt es Wiederholungen, so führt der Autor seine Hauptfigur Britt-Marie damit ein, dass sie von sich sagt, sie verurteile niemanden oder sie habe keine Vorurteile ? immer dann, wenn ihr Handeln gegenüber anderen irgendwie doch etwas anderes suggeriert. Britt-Marie wird hier gehörig an ihre Grenzen geführt werden.
Ein weiterer Trick ist es, etwas (oft mehrfach) zu erwähnen, was vielleicht erst belanglos wirkt, und dann quasi die Auflösung zu liefern, die dem Leser gerne kurz den Atem nimmt. So lesen wir über Britt-Maries Liebe zu Blumen, erfahren dann, dass sie diese gerne irgendwo aufliest - "Also rettete Britt-Marie immer wieder heimatlose Pflanzen, um es auszuhalten, sich an eine Schwester zu erinnern, der sie nicht ein einziges Mal das Leben retten konnte." S. 104. Nicht nur dieser Satz macht nachdenklich. So kontrastiert im Buch immer der Ton zwischen Humor, Ironie und Melancholie.

Das Ende hatte mich zuerst verwirrt - aber als ich in der Leserunde merkte, wieviel mehr an Diskussionen es bewirkte, war mir klar, wie richtig es genau so ist - diese Einladung zum eigenen Denken passt.

Alles mehr würde zu viel verraten. Bitte unbedingt lesen! Sonst schicke ich Bank mit ihrem Stock!

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Rezensionen von AngiF:

Stargeiger unter Mordverdacht

Luzerner Todesmelodie von Monika Mansour

Für den Luzerner Kriminalkommissar Cem Cengiz und sein Team in der Abteilung Leib und Leben kommt es dieses Mal knüppeldick. Sexbeschuldigungen gegen die Chefermittlerin Barbara Amato und Rolf Wymann, dem Leiter der Abteilung werden anonym erhoben, eine Fahrradfahrerin wird angegriffen und just als Cem mit seinem Kollegen Kevin am Tatort anlangt, fallen Schüsse in einer Villa direkt am Tatort.

Cem und Kevin reagieren sofort, doch können den Mord nicht mehr verhindern, sie finden zwei Leichen vor und einen Mann, der sich im selben Raum aufhält. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Neven O'Brien, den Sohn des Ermordeten. Ein Stargeiger, der mit seiner schwierigen Persönlichkeit die Ermittlungen mehr als erschwert und zudem Cem persönlich, auf psychologischer Basis, anzugreifen versucht. Das alles passiert gerade, als Nesrin, Cems Schwester, aus London zu einem überraschendem Besuch angereist ist und auch sie hat so ihre Geheimnisse, mit denen Cem noch zu kämpfen hat.

Im dritten Fall um den Luzerner Ermittler Cem Cengiz kann mich die Autorin Monika Mansour noch einmal mehr überzeugen, als sie dies bereits im Buch ?Himmel, Hölle, Mensch? tun konnte. Sie schafft es, noch mehr Tempo in ihrem Krimi hinein zu bringen, den Spannungsbogen noch höher zu halten, meine Nerven sind das gesamte Buch über zum Zerreißen angespannt. Einmal mehr legt Monika Mansour einen Pageturner vor. Wie gewohnt liefert die Autorin einen perfekten Cocktail aus niveauvoller Spannung, einem erstklassigem Plot, einem Spritzer Humor und nicht zuletzt mit ihren herrlichen Charakteren aller Figuren. Der Schreibstil der Autorin ist hervorragend und stimmig und ich bewundere Monika Mansour für ihre wunderbare Sprachwahl; richtig charmant wird das Buch erneut durch die eingestreuten Schweizer Ausdrücke.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine mehr als verdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Krimileser, die erstklassige Qualität und hohes Niveau bevorzugen, werden dieses Buch lieben und verschlingen, so wie ich. Anmerken möchte ich noch, dass es nicht zwingend erforderlich die ersten Teile um das Ermittlerteam zu kennen, der Fall ist in sich abgeschlossen.

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Rezensionen von Ela_Ela:

Viel besser als der erste Band : D

Geteiltes Blut von Harris Linea

Nachdem die Sommerferien und ihr achtzehnter Geburtstag in einer Katastrophe endeten, freut Jillian sich auf ihr zweites Schuljahr an der Winterfold Akademie. Doch schon bald bemerkt sie, dass im umliegenden Wald seltsame Dinge vor sich gehen ? unbekannte Mächte scheinen sie zu verfolgen. Schnell wird klar: Die Bedrohung kommt nicht von außen, sondern hat ihren Kern in der Akademie.

Für Jillian wird es immer schwieriger, ihre wahre Abstammung zu verbergen und ihr größtes Geheimnis zu bewahren. Und um den rätselhaften Vorkommnissen auf den Grund zu gehen, muss sie sich ausgerechnet auf die Suche nach ihren dämonischen Wurzeln begeben ...

Auf diesen Teil war ich schon echt total gespannt und habe mich schon voll gefreut. Und endlich habe ich ihn fertiggelesen.

Noch spannender als der erste Teil so das ich gar nicht zum Lesen aufhören wollte. Gespannt darauf was Jill noch über sich herausfindet und was es mit den seltsamen Chaz auf sich hat.

Jedoch meine Lieblingsfigur war Cox, der Kobold für alle Fälle. Ich fand ihn total süß und lustig. Es war ein Vergnügen dieses Buch zu lesen und er hat es mit seinen Scherzen aufgelockert.

Fazit: In diesem Buch war alles dabei: Trauer, Freude, Liebe und Freundschaft. Am meisten fasziniert hat mich die Freundschaft von Derek, Don, Jill und Ally. Wie sie immer füreinander da sind. ; )

Serie:
1. Bitter & Sweet - Mystische Mächte
2. Bitter & Sweet - Geteiltes Blut
3. Bitter & Sweet - Verlorene Zeit (noch ohne Erscheinungstermin)

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Rezensionen von bernhard kusolitsch:

Pflicht!

Geteiltes Blut von Harris Linea

Für alle, die sich ernsthaft mit der Geschichte von Klagenfurt beschäftigen. ist dieses Buch ein unumgängliche Quelle!!!

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Rezensionen von SLovesBooks:

Guter Auftakt

Calendar Girl - Verführt von Audrey Carlan

Meine Meinung:

Ich glaube, dass ich noch nie so viel Werbung zu einem Buch gesehen habe, ob im Kino, auf Plakatleinwänden oder auf diversen Internetseiten. Das hat mich natürlich super neugierig gemacht, sodass ich es unbedingt lesen musste.

Die Grundidee finde ich zunächst einmal gelungen.

Es ist wohl momentan gar nicht so leicht in diesem Genre aufzufallen, weil der Markt einfach überschwemmt wird. Dieses Buch ist jedoch anders. Die Geschichte wirkt neu und individuell, nicht wie etwas, das es so schon gegeben hat. Meiner Meinung nach schafft es die Autorin, dem Leser hier eine vielseitige Geschichte zu präsentieren, die nicht nur auf den erotischen Aspekt Wert legt, sondern auch eine völlig abnehmbare Rahmengeschichte schafft.

Die drei Monate sind sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Die drei Männer haben zwar alle gemeinsam, dass sie sehr schön sind, aber ihre Charaktere könnten wohl unterschiedlicher nicht sein. Die Herangehensweise die Geschichte in zeitlich so kurze Abschnitte zu unterteilen erscheint gelungen und intelligent. So ist es möglich regelmäßig das Setting zu wechseln und frischen Wind in die Geschichte zu lassen. Die Männer müssen innerhalb kürzester Zeit überzeugen, was einen schnelleren Ablauf ohne viele lückenfüllende Szenen mit sich bringt. Das ist sehr leserfreundlich.

Der Schreibstil ist locker gehalten. Die Geschehnisse folgen rasch aufeinander, was eine gute Geschwindigkeit des Romans bedingt. Es lässt sich zügig lesen ohne dabei den Unterhaltungsfaktor zu verlieren. Die erotischen Passagen verdrängen glücklicherweise nicht die gelungene Rahmengeschichte. Die Autorin findet eine gute Balance zwischen Anspruch und Unterhaltung.

Mia ist ein Charakter, der seine ganz eigene Denkweise hat. Sie weiß, was ihr Ziel sowie ihre Regeln sind, lässt sich aber von einem der beiden regelmäßig abbringen. Manchmal ist sie recht inkonsequent mit sich selbst und bezüglich ihrer Handlungen. Trotzdem kann man ihre Handlungsweise grundsätzlich verstehen und sich in ihre emotionale Lage hineinversetzen.

Mir haben alle drei Monate gleich gut gefallen, weil jede thematisch sehr individuell war. Es erinnert von der Machart ein wenig an eine Fernsehserie, die jede Woche einen neuen Monat beinhaltet. Im Großen und Ganzen wirken die Handlungen nicht erzwungen, sondern authentisch.

Insgesamt hat mir dieses Buch gut unterhalten. Die Geschichte wirkt authentisch und frisch. Ich kann es als Sommerlektüre wirklich empfehlen.

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