Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BookHook:
Viele sehr schöne abwechslungsreiche Rezepte mit ein Bisschen Theorie drum herum
Life changing Food Das 21 Tage Programm. 05.09.2016. von Fischer Eva
Zur Autorin:
Die Autorin und Blog-Betreiberin Eva Fischer (foodtastic.at) hat einen Master im Fach Gesundheitsmanagement, ist ausgebildeter ?Ernährungsvorsorge-Coach? sowie ?Food-Fotografin und Stylistin?. 2014 hat sie den ?AMA Food Blog Award? in der Kategorie Newcomer und den 2. Platz für ?Bestes Design beim Food? beim Blog Award Deutschland gewonnen.
Aufgrund ihrer Zöliakie legt sie besonderen Wert auf glutenfreie Zutaten und gesunde & abwechslungsreiche Küche.
Zur Aufmachung des Buches:
Das Buch aus dem Brandstätter Verlag ist sehr hochwertig produziert. Mit seinen 19,5 x 24,5 cm, dem leicht flexiblen Hardcover und einer Stärke von rd. 2 cm braucht es durchaus seinen eigenen Platz auf der Arbeitsfläche. Mal eben während des Umrührens in der anderen Hand halten und lesen ist doch eher beschwerlich, wenn auch durchaus möglich. Viele schon fast künstlerisch komponierte Fotos ? gerne auch mit der Autorin selbst (ein Kochbuch-Trend, den ich noch nie verstanden habe) ? unterstreichen den hochwertigen Anspruch und geben einen Vorgeschmack darauf, wie das Ergebnis der Kochbemühungen aussehen könnte. Abgerundet wird der positive Eindruck durch ein praktisches Lesebändchen mit Aufdruck.
Zum Inhalt:
Auf rd. 190 Seiten präsentiert Eva Fischer rund 100 sehr abwechslungsreiche Rezepte, aufgeteilt in die drei klassischen Segmente ?Morgens?, ?Mittags? und ?Abends? sowie die Rubrik ?Zwischendurch?, wobei die Grenzen bei einigen Rezepten durchaus fließend sind. Sehr gut gefällt mir hierbei, dass es auf Seite 26 eine Übersicht der Kennzeichnungen enthält, mit Hilfe derer man auf einen Blick erkennen kann, ob ein Rezept glutenfrei (GF), laktosefrei (LF), vegetarisch (VEG) oder gar vegan (VG) ist. Darüber hinaus gibt es Kennzeichnungen für besonders kalorienarme Rezepte (?mach´s leichter?) sowie für ?to go?- und saisonale Rezepte. Die Rezepte selbst werden meistens auf einer ganzen Seite präsentiert, oft mit einer kleinen ?Einleitung? (z.B. zum gesundheitlichen Nutzen), einer übersichtlichen (nummerierten) und gut nachvollziehbaren Zubereitungsanweisung sowie einer strukturierten Zutatenliste. Hinzu kommen Angaben über die Zubereitungszeit (mit der ich bislang grob ausgekommen bin) und der Zeit, bis ein Rezept ?servierfähig? ist. Zu vielen Rezepten gibt es auch noch ein oder mehrere Tipps, z.B. wenn sich ein Rezept gut fürs Einfrieren eignet.
Dem Rezeptteil vorangestellt sind fünf kurze Kapitel (S. 7 ? 29), in denen es um ein Bisschen ?Darstellung? und die ?Schaffung von Nähe zum Leser? geht (z.B. 3. ?Mein ?Life-changing Moment?) ? was ich persönlich für verzichtbar halte -, aber auch um ein paar kurz angerissene, durchaus interessante Basics zum Thema gesunde Ernährung. Den kurzen Theorie-Part (S. 22-24) über Themen wie ?Nährstoffdichte?, ?Antioxidantien?, ?Enzyme? oder auch das ?Andi-System? und den ?Orac-Wert? habe ich als sehr informativ empfunden, auch wenn die Autorin hier sehr dicht an der Oberfläche bleibt. Wenn man hierzu mehr wissen möchte, muss man sich separate Literatur anschaffen. Hinzu kommt noch ein Muster-Wochenplan (S. 27 ? 29) über drei Wochen mit Rezepten aus dem Kochbuch für jeweils alle drei Hauptmahlzeiten, den man wohl mit aufgenommen hat, um auf den Titel des Buches ?Das 21 Tage Programm? aufdrucken zu können. Ist ganz nett, braucht es für meinen Geschmack aber gar nicht. Sehr gut gefallen hat mit hingegen die ?Einkaufsliste für den Quick-Start? (S. 20), damit eine praktische Grundausstattung in der Küche vorhanden ist (auch wenn Mandelmilch, Kokos-Drink, Kokosmilch und Reismilch für mich keine ?Milchprodukte? sind). Ebenfalls sehr schön finde ich die beiden in den Rezeptteil eingestreuten Kapitel über die heimischen (S. 66) und exotischen (S. 110) ?Superfoods? (inkl. Definition aus dem ?Oxford English Dictionary?), in denen die Autorin jeweils ihre ?Top 12? vorstellt (u.a. Aronia, Heidelbeeren, Leinsamen, ?Grüngemüse? wie Brokkoli & Grünkohl sowie z.B. Acaibeere, Gojibeeren, Chiasamen und Maca).
Nun aber zum Herzstück eines jeden Kochbuchs, den Rezepten (ein Rezeptregister ist im Anhang vorhanden). Wie bereits geschrieben, teilen sich diese in die folgenden vier Kategorien auf:
1. ?Morgens? (ab S. 30): Insgesamt 31 Rezepte, inkl. 6 Shakes & Smoothies (S. 52-53) und 5 ?bunt belegten? Broten (S. 61). Unsere Lieblingsrezepte sind hier die sehr leckeren ?süßen Kokoswaffeln mit Kokos-Sahne und Beeren? (S. 33 - laktose- und auch glutenfrei zuzubereiten), die ?Süßkartoffel-Rösti mit Blattspinat und pochierten Eiern? (S. 57 - schmeckt nicht nur zum Frühstück!) sowie das ?Hirse-Kokos-Porridge mit Aprikosen, Cranberrys und Pistazien? (S. 48 ? kann vom ?Topping? nach Belieben und Geschmack variiert werden).
2. ?Mittags? (ab S. 70): 21 abwechslungsreiche Rezepte, die für mich in Teilen aber eher einen ?Snack-Charakter? haben bzw. als sehr leichte Mahlzeiten zu sehen sind. Unsere Favoriten sind hier der ?Brokkoli-Salat mit Cashewnüssen und Cranberries? (S. 75 - sehr schnell zubereitet, sehr lecker und gesund; Laut Rezept bleibt der Brokkoli roh, wir haben ihn leicht blanchiert) und die ?Kräuter-Crépes mit Räucherlachs und Frischkäse? (S. 96).
3. ?Abends? (ab S. 114); 21 Rezepte, von denen es uns bislang insbesondere die Folgenden sehr angetan haben: ?Bunte Süßkartoffeln? (S. 130 ? Vitaminbomben!), ?Dreierlei mexikanische Tacos? (S. 133), ?Zander aus dem Ofen? (S. 135 ? schnell zubereitet und für mich ein tolles Mittagessen!), ?Prosciutto-Tarte mit Birne und Rucola? (S. 140 ? ein tolles Geschmackserlebnis) sowie ?Rotkohl-Quiche mit Ziegenfrischkäse? (S. 145).
4. ?Zwischendurch? (ab S. 154): Auch hier wieder 21 Rezepte für alle möglichen Anlässe, wie z.B. das ?Früchte-Nussbrot? (S. 161 - äußerst lecker und nahrhaft) oder auch die ?Mehlfreien Kokos-Brownies? (S. 175 ? lecker, saftig und schnell gemacht!).
Meine Meinung:
Ein sehr schön gestaltetes Kochbuch mit vielen, sehr abwechslungsreichen Rezepten, die auf frische (oft saisonale) und gesunde Zutaten Wert legen, was natürlich bedingt, dass man häufiger und ?just in time? einkaufen muss. Viele der Rezepte lassen sich hierbei praktischer Weise relativ einfach nach eigenem Geschmack und belieben variieren, wodurch wir dieses Kochbuch wirklich als Bereicherung für unsere Küche empfinden.
Weniger gut gefallen hat mir der etwas reißerische Titel (?lebensverändernde Nahrung?), die lose eingestreuten Zitate (von wem auch immer ? wie z.B. auf S. 39: ?Endlich spüre ich mich wieder?; - ?Viktoria, 23?) sowie die doch sehr ambitionierten Versprechen (?Die sieben LCF-Glücksversprechen?: u.a. ?macht dich leistungsfähiger? und ?steigert deine Libido?) und die teilweise etwas platten und altbekannten Aussagen (?Positiv denken!?). Das ist alles ein bisschen ?too much? und auf dem Raum, den dies alles einnimmt, hätte ich lieber ein paar schöne Rezepte mehr gehabt.
Last but not least: Das Rezept für ?Zander aus dem Ofen? (S. 135) ist als ?laktosefrei? gekennzeichnet, aber man soll Butterflocken über den Zander geben! Natürlich merkt der geübte Veganer oder leidgeprüfte Allergiker dies, bevor es zu spät ist. Dennoch sollte ein solcher ?Fauxpas? in einem guten Kochbuch meiner Meinung nach nicht vorkommen!
FAZIT:
Mit dem Fokus auf die Rezepte: Eine Bereicherung für jeden, der gerne frisch, gesund und abwechslungsreich kocht.
Rezensionen von BookHook:
Atmosphärische Romantasy mit einem etwas langatmigen Start
Goddess of Poison - Tödliche Berührung von Salisbury Melinda
Zum Inhalt:
Die 17-jährige Twylla lebt ein einsames Leben im Palast des Königreiches Lormere, denn sie ist die gottgleiche Daunen, die Reinkarnation der Tochter der beiden Götter Naeht und Daeg, von allen verehrt und von allen gefürchtet. Durch ein starkes Gift in ihrem Körper ist jede Berührung von ihr tödlich und nur die Königsfamilie von Lormere ist dagegen immun.
Ihre Hand ist dem Prinzen Melek versprochen doch das Schicksal hat seinen ganz eigenen Lauf?
Meine Meinung:
Der Romantasy-Roman ?Goddess of Poison ? Tödliche Berührung? (Original: The Sin Eater´s Daughter) ist das Erstlingswerk der britischen Schriftstellerin Melinda Salisbury und wurde für verschiedene nationale und internationale Preise nominiert.
Der Roman startet düster, geheimnisvoll und sehr vielversprechend mit der mysteriösen Zeremonie der Weissagung, der sich Twylla Monat für Monat unterziehen muss, um ihre Stellung als gottgleiche Daunen zu beweisen. Leider nehmen die Spannung und die düstere Atmosphäre danach recht schnell wieder ab und rund die erste Hälfte des 350 Seiten starken Buches widmet die Autorin der Vorstellung und Entwicklung ihrer Charaktere und ihrer Welt. So lernt der Leser Twylla, ihre Geschichte und Herkunft und insbesondere ihre von Einsamkeit geprägte Gefühlswelt kennen. Dies ist zwar durchaus interessant, aber als spannend habe ich es nicht empfunden, da in diesem Teil nicht wirklich viel passiert. Auch die Zahl der weiteren für die Geschichte wesentlichen Charaktere bleibt sehr überschaubar: der schwer zu durchschauende Prinz Melek, die tyrannische Königin (die mich an Cersei Lennister erinnert hat), der schwache König sowie Twyllas Wächter Dorin und Lief ? das war es auch schon an Hauptcharakteren.
Erst ab der zweiten Hälfte hat es die Autorin geschafft, mich so weit an ihre Geschichte zu binden, dass ich gerne ungestört weiterlesen wollte. Zwar nimmt die Handlung erst ca. im letzten Viertel des Buches so richtig an Fahrt auf, aber bis dato wurde zumindest die Interaktion der Charaktere deutlich interessanter. Zum Ende hin ist es der Autorin nochmal gelungen, mich richtig zu überraschen, was mir als Stilmittel sehr gut gefallen hat. Auch das Ende an sich hat mir gefallen und war für mich plausibel. Der Epilog gibt schon einen kleinen Hinweis darauf, dass es Folgebände geben wird. Band zwei (OT: ?The Sleeping Prince?) ist im Original bereits erschienen und der finale Band 3 (?The Scarecrow Queen?) ist im Original für 2017 angekündigt.
Enttäuscht war ich davon, dass die Geschichte für meinen Geschmack viel weniger Fantasy-Elemente enthalten hat, als ich es eigentlich vermutet hätte.
Gut gefallen hat mir insgesamt insbesondere die Charakterentwicklung und -interaktion. Ebenso haben mir einzelne Ideen aus Melinda Salisbury neuer Welt sehr gut gefallen, wie beispielsweise die ?Sündenesserin?. Auch dass in den Umschlaginnenseiten Karten der Fantasywelt abgedruckt sind, ist sehr schön, wenn es sie auch nicht wirklich gebraucht hätte, da das Buch statisch im (und um den) Palast von Lormere spielt. Last but not least möchte ich noch sagen, dass ich selten ein so wunderbar passend gestaltetes Covermotiv gesehen habe.
FAZIT:
Durchaus unterhaltsame, atmosphärische Romantasy, die mit einer interessanten Charakterentwicklung punkten kann, für meinen Geschmack aber etwas mehr Fantasy-Elemente und deutlich mehr Spannung hätte vertragen können.
Rezensionen von TanyBee:
Kurz aber gut!
Lebensgeister von Yoshimoto Banana
Zu Beginn des Buches ?Lebensgeister? sind wir gleich mitten im Geschehen. Sayoko hat eine Eisenstange im Bauch. Sie und ihr Freund Yoichi hatten einen Autounfall und Sayoko hat eine Nahtoderfahrung: Sie ist an der Pforte zum Jenseits, wird aber von ihrem Großvater wieder in die Welt der Lebenden gebracht.
Ihr Freund überlebt nicht. Es vergeht viel Zeit bis sie körperlich genesen ist, aber ihre Seele braucht noch viel länger um zu heilen. Im Buch begleitet der Leser sie dabei, wie sie langsam zurück ins Leben findet.
?Lebensgeister? war mein erstes Buch von Banana Yoshimoto, deswegen kann ich es nicht mit ihren anderen Werken vergleichen. Der Stil ist auf jeden Fall typisch japanisch. Die Erzählerin analysiert ihre Emotionen ganz nüchtern und fragt sich auch oft was die Gesellschaft davon halten würde. Sayo kann plötzlich Geister von Verstorbenen sehen, aber es beunruhigt sie eigentlich nicht sonderlich. Das Übernatürliche vermischt sich gekonnt mit der Realität.
Das Buch ist außerordentlich kurz, es hat nur 160 Seiten. Es gibt nicht viel Handlung, der Leser begleitet Sayo auf ihrem Weg und bei ihren Gedanken. Sie stellt mit der Zeit fest, dass sie eine andere geworden ist, aber dass diese neue Sayo gut so ist, wie sie ist. Es hat etwas tröstliches, wie die Erzählerin wieder zu einem normalen Leben zurückfindet, Stück für Stück. Dabei ist das Buch aber nicht kitschig.
Es hat mir gut gefallen, dass der Übersetzer typisch japanische Begriffe im Original belassen und in Fußnoten erläutert hat. Übersetzungen wirken bei solchen Begriffen oft zu verkrampft. Außerdem kann der Japan-Interessierte so noch einiges lernen. In vielen Szenen wird der Leser von japanischem Flair umweht. Vor allem Kyoto wird so schön beschrieben, man möchte am liebsten gleich hinfahren und auch dort spazieren gehen.
Eine sehr schöne kleine Lektüre für zwischendurch. Wie ein Kurzurlaub in Japan.
Rezensionen von AngiF:
Erbitterte Jagd nach einem Serienmörder
Lebensgeister von Yoshimoto Banana
Die fünfzehnjährig Ellen Savinger wird seit drei Wochen vermisst. Aufgrund eines anonymen Hinweises hin, findet die Polizei den Aufenthaltsort, wo das Mädchen gefangen gehalten wurde. Doch das Versteck ist inzwischen leer. Anhand der Spuren ist ersichtlich, dass das Mädchen Höllenqualen ausgesetzt gewesen sein muss.
Ist sie überhaupt noch am Leben? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Kriminalkommissar (KK) Sam Berger sieht Verbindungen zu anderen Fällen und ist davon überzeugt, einen Serientäter zu jagen, aber sein Vorgesetzter KK Allan Gudmundsson verbietet Ermittlungen in diese Richtung, da er eine mögliche Verbindung ausschließt und Bergers Erkenntnisse als reines Bauchgefühl abtut. Sam Berger, der stur und wie ein einsamer Wolf an diesem Fall arbeitet, braucht sein Team um einer Lösung näher zu kommen. Kann er seine Emotionen und seine eigenen dunklen Dämonen besiegen und mit seinem Team zusammen arbeiten? Eine hochspannende Jagd beginnt.
Der Autor Arne Dahl, Pseudonym für Jan Arnald, arbeitet mit spannenden Überraschungselementen, lässt seinen Sam Berger Fallen des Serienmörders vermuten, die mich als Leserin verwirren sollen und dies auch tun. Arne Dahl hat seinen Plot exzellent angelegt und hervorragend durchdacht und strukturiert. Sein Protagonist Sam Berger ist ihm großartig gelungen, genau der Typ Kommissar, den es hier erfordert, eigensinnig ist er, hat wenig Freunde unter den Kollegen und Vorgesetzten, eigene Probleme im Schlepptau und leistet doch hochkomplizierte Arbeit mit großer Kombinationsgabe. Die Sprache, die der Autor verwendet ist klar, direkt und ein wenig ironisch angehaucht. Mich konnte Arne Dahl fesseln und mit seinen Spannungselementen und seinem Tempo überzeugen. Die Atmosphäre in diesem Thriller ist beängstigend, kalt mit einem Touch Melancholie.
Dieses Buch bewerte ich mit fünf Sternen von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn unbedingt weiter. Wer skandinavische Krimis liebt, die immer etwas dark und depressiv sind, wird dieses Buch verschlingen. Es ist ein brillanter Auftakt seiner neuen, dritten Thriller-Serie, Arne Dahl vom Feinsten und garantiert ein Pageturner.
Rezensionen von sam@krickel.com:
Die Welt geht unter - Der Vater läuft - Der Leser ist verwirrt
Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J
Ed ist 35. Er wohnt irgendwo bei Edinburgh, arbeitet als irgendwas bei irgendeiner Firma und hat irgendwie auch noch eine Familie. Er isst und trinkt zu viel, bewegt sich zu wenig, setzt daher Speck an und ist - irgendwie - nicht das ?Gelbe vom Ei?.
Dann geht die Welt unter. Diesmal per Asteroideneinschlag.
Ganze Nordhalbkugel betroffen. Alles ziemlich kaputt, fast alle tot. Nach einigem Hin und Her wird er von seiner Familie getrennt ? und muss 600 Meilen quer durchs Vereinigte Königreich laufen, um sie wieder zu sehen. Und trifft dabei Gott und die Welt, wobei insbesondere letztere nicht immer von der ganz feinen Art ist.
Hört sich erst mal gut an ? und ist eigentlich auch ein ganz guter Plot. Warum hat mir das Buch dennoch nicht gefallen?
1.: Das ist kein postapokalyptischer Thriller.
Sondern eher ein Selbstfindungsroman. Da ist nichts gegen einzuwenden. Aber Verpackung und Produkt sollten zueinander passen. Vielleicht eher ein Vorwurf an den Verlag. Wenn ich etwas, flaches, rechteckiges in Stanniolpapier mit Aufschrift ?Schokolade? kaufe, dann möchte ich nicht, dass Käse in der Verpackung ist (selbst wenn es guter Käse wäre).
Zum Vergleich: Der Originaltitel ist ?The end of the world running club?. Na ? das weckt doch schon einmal ganz andere Assoziationen als das reißerische ?Das Ende aller Zeiten?.
2. Der Autor hat eine Botschaft.
"Wenn du eine Botschaft vermitteln willst, schick ein Telegramm." Sagt Woody Allen. Wer in einem als postapokalyptisch angekündigten Roman eine Botschaft vermitteln will, muss zumindest ein Meister seiner Kunst sein, es subtil, unaufdringlich und handwerklich gut machen. Das kann der Autor nicht.
Seine Botschaft hat irgendwie mit dem Vatersein, dem zu sich selbst finden und ? vor allem ? mit dem Laufen zu tun. Das scheinen auch irgendwie die Themen des Autors selbst zu sein. Aber Autobiographisches einbauen, dürfen erst recht nur Meister.
3. Das Buch ist zu kurz
Ich habe etwas anderes erwartet ? geschenkt! Die Botschaft ist nervig ? geschenkt! Es hätte immer noch ein gutes Buch werden können.
Wenn der Autor sich Zeit lassen würde. Wenn er Ed?s Saulus-Paulus-Wandlung behutsamer (und konsistenter) entwickelt hätte. Wenn er den Charakteren Zeit und Raum gegeben hätte sich zu entfalten. Wenn er seine Ideen nicht nur als klischeehafte Versatzstücke platziert hätte. Hat er aber nicht.
Warum dann trotzdem noch drei Punkte?
Weil die Ideen gut sind. Weil die Charaktere im ?running club? eigentlich interessant sind. Weil ich den Schluss gut fand. Weil ich vielleicht sogar seine Botschaft gemocht hätte, wenn ich mich nicht so geärgert hätte. Und weil ich es in einem Rutsch gut und gerne durchgelesen habe.
Rezensionen von Lilli33:
Er läuft und läuft und läuft ...
Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J
Inhalt:
Edgar ist ein ganz normaler durchschnittlicher Mann. Er lebt mit Frau und zwei kleinen Kindern in Edinburgh, versucht sich vor der Verantwortung zu drücken, wo es nur geht und rettet sich lieber in den Alkohol anstatt mal die Windeln zu wechseln. Kurz: Er hat sein Leben satt.
Als ein Asteroidenschauer auf die Erde niedergeht und die Britischen Inseln mehr oder weniger komplett verwüstet, beginnt Ed ums Überleben und um seine Familie zu kämpfen.
Bei der Evakuierung wird er von den anderen getrennt und muss sich zu Fuß 500 Meilen weit quer durchs Land schlagen, wenn er sie wiedersehen will, und das innerhalb von drei Wochen.
Meine Meinung:
Anfangs hatte ich große Probleme mit dieser Geschichte. Ed ist ein total langweiliger und unsympathischer Mensch, den ich im richtigen Leben nicht unbedingt zu meinen Freunden zählen würde. Und deshalb war es mir auch ziemlich egal, wie es ihm ergeht, ob er irgendetwas schafft oder nicht. Auch die häufigen Zeitsprünge halfen mir nicht gerade, leicht in die Geschichte hineinzufinden. Mit der Zeit ging es dann aber.
Nach der Kurzbeschreibung hatte ich eine hochspannende Story erwartet. Die habe ich leider nicht bekommen. Die erste Hälfte des Buches empfand ich als sehr zäh und nichtssagend. Die Handlung erschien mir oft sehr unglaubwürdig. Der Niedergang der Zivilisation ging mir definitiv zu schnell, und unsere Helden kamen doch immer wieder ganz gut durch. Hier hätte ein wenig mehr Dramatik nicht geschadet.
Mir scheint aber, Adrian J Walker wollte hier gar keinen Endzeitthriller abliefern, sondern einen Entwicklungsroman. Sein Hauptaugenmerk lag gar nicht auf dem postapokalyptischen Setting, sondern auf dem Laufen. Hierüber wird so viel philosophiert. Für Jogger, Marathonläufer usw. ist das Buch womöglich interessanter als für mich.
Schließlich kam ab ca. der Hälfte des Buches doch noch etwas Schwung in die Geschichte. Es passierten unvorhersehbare Dinge, die dann auch für große Spannung beim Lesen sorgten, sodass ich ab hier das Buch richtig genießen konnte.
Leider konnte mich der Schluss dann wieder nicht überzeugen. Es blieben für mich am Ende einfach zu viele Fragen offen.
Vielen Dank an den Fischer Verlag und LovelyBooks für das Rezensionsexemplar.
Rezensionen von Gudrun67:
Dieses Buch ist für mich "ganz großes Kino" und Geschichtslektion in Einem.
Marlene von Hanni Münzer
"Marlene" ist der Fortsetzungsroman von "Honigtot". Habe zwar den 1. Band noch nicht gelesen und musste mich deshalb phasenweise aufgrund der vielen unbekannten Namen etwas orientieren. Dies hat mich jedoch nicht daran gehindert, gleich in die Geschichte einzutauchen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lädt den Leser ins Geschehen ein.
Auch wenn man, wie ich, nicht so viel Ahnung der damaligen Vorgänge hat, ist es durch die Darstellung und Erläuterungen ein Leichtes, die Hintergründe und Zusammenhänge zu begreifen.
Fiktion und Realität verschwimmen von Anfang bis Ende mitreissend und -fühlend gekonnt ineinander.
Die Charaktere werden authentisch und zum-Greifen-nah dargestellt. Die Beweggründe der einzelnen Personen im Einklang mit dem geschichtlichen Hintergrund sind gut nachvollzieh- und greifbar.
Das Buch handelt von Marlene, die im hohen Alter ihr Leben in Form eines Buches reflektiert. Sie erzählt, wie sie die harte Zeit des 2. Weltkrieges erlebt hat, mit welchen Menschen sie in Beziehungen stand und warum. Auch werden die Auswirkungen des Krieges auf das Leben danach und auch auf die nachfolgenden Generationen deutlich. Die Veränderungen, die jeder Einzelne dadurch erlebt, sind gravierend. Hier wird der Krieg von Seiten einer Spionin und deren Vorgehensweisen erläutert. Dies ist insofern äußerst aufschlußreich und interessant, da man die Zusammenhänge aus anderen Blickwinkeln erfassen kann.
Die Machtspiele, die immer wieder gelungen erläutert werden, wirken authentisch und lassen den Leser mitfiebern. Menschliche Gedanken, deren Antrieb und Begierden werden vortrefflich klar und deutlich dargestellt.
Hier wird aufgezeigt, was und wie der Krieg was aus Menschen machen kann.
Sehr gelungen sind ebenfalls die zahlreichen Kurzinfos oder, wie im Buch auch "Kriegssplitter" genannt, meist in Form von Aussagen, Gedichten Liedern etc. pp., die den jeweiligen Kapiteln vorangestellt sind. Dadurch wird die reale Kriegsmaschinerie und das -geschehen nochmal so deutlich.
Was dieses Buch auch zu verstehen gibt ist, dass auch wenn einem der Lebensmut aufgrund der verheerenden Umstände verlassen mag, der Glaube an eigene Überzeugungen, Liebe und Zusammengehörigkeit einen diesen Mut und die Hoffnung schenken, weiter zu machen.
Marlene ist in meiner Welt phänomenal angekommen und ich konnte dem Wunsch der Autorin, dass ich in das Buch eintauche, voll und ganz gerecht werden.
Mein Fazit: Dieses Buch ist für mich "ganz großes Kino" und Geschichtslektion in Einem.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Sommerlektüre
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan
Eine leicht lesbare Milieustudie des Mittleren Westens mit einem Schuss American Dream. Für Kulinarik-Freaks mit Rezepten. Eine Urlaubslektüre. Aber belanglos.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred KohlRezensionen von doreen.rachel@gmx.de:
Enttäuschend...
Goddess of Poison - Tödliche Berührung von Salisbury Melinda
Ja, ich gebe es zu, ich bin ein Cover Opfer und dieses Cover hier hat einfach nur nach mir geschrien. Außerdem klang der Klappentext wirklich interessant, sodass ich eine ähnlich spannende Story wie die aus der ?Shatter me?- Trilogie von Taheri Mafi erwartet hatte. Leider konnte die Geschichte in keiner Weise meine Erwartungen erfüllen?
Klappentext:
?Die siebzehnjährige Twylla ist kein Mädchen wie jedes andere: Sie ist die Verkörperung der Großen Göttin und wird als solche im ganzen Land verehrt - außerdem ist es ihr bestimmt, einmal den Kronprinzen zu heiraten.
Doch ihr göttliches Schicksal bringt auch eine schreckliche Verpflichtung mit sich: Jeden Monat muss sie tödliches Gift trinken, gegen das nur sie, als göttliche Inkarnation, immun ist. Doch jeder, der Twylla berührt, wird von dem Gift infiziert und stirbt.
Twylla ist der einsamste Mensch der Welt. Wer kann schon ein Mädchen lieben, das regelmäßig Verbrecher und Verräter durch seine Berührung hinrichtet? Vor der alle erschrocken zurückweichen, sobald sie einen Raum betritt? Sogar der Kronprinz, der ja einmal ihr Mann werden soll, meidet sie. Doch alles ändert sich, als Twylla ein neuer Wächter zur Seite gestellt wird. Mit frechem Grinsen und unangemessenen Bemerkungen zieht der junge Mann alles, woran Twylla geglaubt hat, in Zweifel. Ist ihre Heirat mit dem Prinzen wirklich vom Schicksal vorherbestimmt? Ist sie tatsächlich die Verkörperung einer Gottheit? Und nicht zuletzt: Was hat es mit dem schrecklichen Gift auf sich, das auf alle, außer auf Twylla, eine tödliche Wirkung hat?
Nach und nach deckt Twylla mit Hilfe ihres charmanten Beschützers eine mörderische Intrige auf, die die Grundfesten des gesamten Landes Lormere ins Wanken bringt ??
Das Buch ist der Auftakt einer Reihe und Melinda Salisbury Debütroman.
Meine Meinung:
Wie gesagt, ich habe mich vom Cover und vielleicht falschen Erwartungen leiten lassen, aber das Buch liest sich wie eine Achterbahnfahrt. 100 Seiten passiert nicht wirklich etwas spannendes, dann kommt eine Szene, die mich mitfiebern und hoffnungsvoll werden lässt um dann doch wieder in 100 neuen Seiten Geplänkel zu enden. Das Buch hat mMn keine wirkliche sinnvolle Handlung, es plätschert vor sich hin und man hofft, dass das Ende trotz allem überraschen kann. Tut es aber nicht? Der Plottwist war dämlich und langweilig, die Charaktere (bis auf Twylla) lieblos und ohne Tiefe, was es mir schwermachte mit ihnen mitzufühlen. Wie gesagt, vielleicht hatte ich einfach falsche oder zu hohe Erwartungen, aber mehr als 2,5 Sterne kann ich für dieses Buch nicht vergeben.
Rezensionen von doreen.rachel@gmx.de:
Brandaktuelles Thema sensibel verarbeitet
Die Attentäter von Michaelis Antonia
Da dieses Buch ein Thema aufgreift, das aktueller nicht sein könnte und ich mich intensiv damit beschäftige, wollte ich ?Die Attentäter? von Antonia Michaelis unbedingt lesen und herausfinden, wie die Autorin mit solch einem sensiblen Thema umgeht und es verarbeitet. Bisher habe ich leider noch nichts von Antonia Michaelis gelesen, obwohl ich zwei weitere Bücher von ihr auf meinem SuB habe.
Ich habe jedoch sehr viel Gutes über die Autorin und ihrem Schreibstil gehört, sodass ich wahnsinnig gespannt war, wie man solch ein heikles Thema in einem Jugendbuch behandelt. Nach der Lektüre dieses Buches kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht worden bin und das Buch eines meiner Highlights aus 2016 sein wird.
In der Geschichte geht es um die drei Freunde Alain, Cliff und Magarete, die sich mit 4 Jahren kennenlernen, als Alain mit seinen Eltern von Frankreich nach Deutschland in das gleiche Haus zieht in dem auch Cliff und Magarete wohnen. Sie freunden sich an, doch besonders Alain und Cliff haben eine Freundschaft, die irgendwie tiefer geht und manchmal schwer verständlich ist. Alain und Magarete wachsen in behüteten Verhältnissen auf, während Cliff bei seinem Vater wohnt, nachdem seine Mutter weggegangen ist und ihn verlassen hat. Cliff kommt sein Leben lang nicht darüber hinweg, dass seine Mutter lieber Karriere machen wollte anstatt bei ihrem Sohn zu bleiben. Dadurch bilden sich auch erste Konflikte zwischen den drei Freunden. Cliff, der von Michaelis immer als das Dunkle oder der Schatten beschrieben wird, gerät als Jugendlicher auf die schiefe Bahn und Alain, das Licht oder der Engel, versucht, Cliff vor der dunklen Seite zu retten. Cliff ist auf der Suche nach sich selbst, schließt sich erst einer Gruppe von Nazis an, konvertiert später zum Islam und sympathisiert letztendlich mit dem radikalen Islam. Als Cliff dann mit 19 für ein Jahr verschwindet und plötzlich wieder in Berlin auftaucht, ahnen seine Freunde wo er gewesen ist und versuchen nun alles um Cliff von seinen Plänen abzubringen. Oder war Cliff tatsächlich nur in Neuseeland und sie bilden sich alles nur ein?
Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, dass so unter die Haut geht wie dieses hier. Antonia Michaelis hat einen einfühlsamen, bildgewaltigen und poetischen Schreibstil. Es gibt grausame Szenen und welche, die mich tief berührt haben. Die Charaktere haben allesamt Tiefe und man kann sich in jeden hineinversetzen. Die eindringliche Sprache lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen obwohl ich bei manchen Szenen die Geschichte doch erst mal weglegen und durchatmen musste. Das Buch ist sicherlich ziemlich starker Tobak und kein leichter Lesestoff für zwischendurch, trotzdem möchte ich es jedem empfehlen, schon allein aufgrund der aktuellen Lage in der ganzen Welt.








