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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LadyIceTea:

Bitte mehr!

Das Brombeerzimmer von Anne Töpfer

Nora hat ihren Mann Julian vor einem Jahr verloren. Herzmuskelentzündung. Sie ist noch oft traurig, doch sie merkt, dass es mit Hilfe ihrer Freunde weiter geht. So findet sie plötzlich einen Brief, den Julian ein Jahr zuvor von seiner Großtante Klara erhalten hat. Doch warum wusste Nora nichts von dieser Großtante? Julian hatte um ein Marmeladenrezept gebeten.

Um sich zu bedanken, ruft Nora an und beschließt kurzerhand sich auf den Weg zu ihr zu machen. Das Nora auf diesem Weg nicht nur Marmeladenrezepte und eine Großtante findet, hat sie so jedoch nicht erwartet.

Ich wünschte, das Buch hätte noch hundert Seiten mehr gehabt aber nicht, weil etwas fehlt, sondern weil es so schön ist, dass ich gerne noch weitere Zeit damit verbracht hätte.
Der Schreibstil von Anne Töpfer ist schon von der ersten Seite an einfach wunderbar. Ich habe mich direkt wohl gefühlt und bin kein einziges Mal angeeckt oder irgendwo gestolpert.
Auch die Personen sind schon zu Beginn unglaublich sympathisch.
Zuerst lernen wir Nora kennen. Man merkt, dass sie immer noch trauert und ihren Julian sehr vermisst aber auch wenn ihre Gefühle sehr greifbar sind, drücken sie nicht zu sehr auf die Tränendrüse. Nora wirkt allgemein sehr natürlich und lebensnah. Ich mag es, wie sie über die Dinge denkt und mit der Situation umgeht.
Katharina ist ihre langjährige Freundin, Mandy wird erst ihre Freundin und doch passen die drei Mädels einfach super zusammen. Sie haben es alle nicht leicht aber sind füreinander da und halten zusammen. Für den Ein oder Anderen mag das etwas zu harmonisch sein aber ich finde, es passt perfekt ins Buch.
Die Geschichte kommt ohne großes Drama aus. Das hat es für mich zu einem richtigen FeelgoodBook gemacht. Es lebt von sympathischen Figuren, einer tollen Umgebung, einem klasse Schreibstil und einem kleinen Geheimnis. Dazu noch als Bonus die schönen Rezepte, die im Buch verteilt sind.
Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall ein Sommerhighlight. Ich kann es nur empfehlen.

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Rezensionen von csac:

Die Vision eines Einzelnen verändert die Welt - absolut lesenswert!

Eine Schale Getreide verändert die Welt von MacFarlane-Barrow Magnus

"Eine Schale Getreide verändert die Welt" von Magnus MacFarlane-Barrow ist ein unglaublich fesselndes Buch, das den Leser staunend und hoffend zurücklässt. Auf insgesamt 364 Seiten gewährt der schottische Autor Einblick in sein Leben, das mit einer Idee beginnt und einer weltweit agierenden Hilfsorganisation wohl noch lange nicht endet:

Ein tief religiöser Brite, Lachsfischer von Beruf, beschließt nach einem verstörrenden Aufenthalt in Bosnien-Herzegowina in den Zeiten des Bürgerkrieges sein Leben umzukrempeln.

Er gibt seinen Job auf, verkauft sein Haus, sammelt Spenden, kauft damit einen LKW, macht den LKW-Führerschein, um eine solche "klapprige Kiste" auch quer durch Europa lenken zu dürfen, um alsdann Hilfsgüter in das kriegszerrüttete Balkangebiet zu bringen. Unterstützt von seiner Familie, seiner Freundin und späteren Frau Julie, von Freunden, Bekannten, aber auch völlig Fremden baut er diese einzelnen Hilfsleistungen zu einer kontinuierlichen Mission aus. Nach ersten Entwicklungshilfeprojekten in Bosnien-Herzegowina erwachsen neue Projekte, zunächst in Rumänien, später dann in Afrika und weiteren Teilen der Welt. Schließlich führt der Wunsch eines kleinen Jungen aus Malawi, täglich ein warmes Essen an der Schule zu sich nehmen zu können, zur Entwicklung von "Mary´s Meal", einer inzwischen weltweit agierenden Hilfsorganisation, die mittlerweile über eine Million hungernde Kinder weltweit mit Nahrung versorgt.

Dieses Buch macht Mut, es inspiriert und gibt Anlass zur Hoffnung. Es zeigt, wie der Gedanke eines Einzelnen das Leben so vieler positiv verändern, wenn nicht sogar retten kann. Magnus MacFarlane-Barrow gilt heute als einer der "Top Heroes" der Welt (laut Time Magazin), wobei er wahrscheinlich auf diesen Titel keinen allzu großen Wert legen wird. Wohl aber darauf, weiterhin zum Helfen zu animieren und anderen Menschen ihre soziale Verantwortung bewusst zu machen.

Ein Buch für all jene, an denen das Leid der Welt nicht spurlos vorbei geht. Die sich vielleicht bereits damit auseinandersetzen oder aber auch noch nicht wissen wie. Beim Lesen springt ein Funken über: Tatkraft anstelle von Zaudern, Aufbruch, der den zögerlichen Stillstand ablöst. Mögen beim Lesen neue Ideen und Visionen entstehen und ebenso reiche Früchte tragen wie jene von Magnus MacFarlane-Barrow !

Zum Selberlesen und verschenken. Mit dem Kauf unterstützen Sie darüber hinaus Mary´s Meal.

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Rezensionen von begine:

Sanfter Humor

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge von Hogan Ruth

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge ist der erste Roman der Autorin Ruth Hogan. Ein ruhiger etwas skurriler Roman mt typischen englischem Humor.
Anthony Peardew hat am Hochzeitstag seine Braut Therese verloren. Sie stirbt gerade an diesem Tag, dann verliert er auch noch das Medaillon das sie ihm als Treuesymbol geschenkt hatte.

Dadurch fängt seine Manie an. Er findet immer wieder irgendwelche Dinge, katalogisiert sie und hat bald eine gro0e Sammlung. Er schreibt darüber Geschichten und stellt Laura als Schreibkraft ein. Auch sie muss mit ihrer Vergangenheit zurecht kommen.

Im zweiten Strang erzählt Eunice, die Assistentin des Verlegers Bommer von ihren Erlebnissen mit dem Chef und seinen Hunden. Lange rätselte ich über die Verbindung beider Stränge nach.

Der Roman fängt ruhig an, gewinnt aber immer mehr. Der Schreibstil ist passend für diese Geschichte.

Anthony hinterlässt nach seinem Tod Laura das Haus, mit der Bitte, Besirzer der Fundstücke zu finden. Der Gärtner und Sunshine mit dem Downsyndrom geben dem Roman jetzt noch etwas Schwung und Witz.

Es gibt so einige schöne Episoden. Da hätte ich noch mehr hören mögen.

Die Charaktere aller Mitwirkenden sind gut, manche sind sympatisch und einige nicht so sehr, gerade eine richtige Mischung.
Es gibt noch einen etwas mystischen Einschlag, der aber nicht stört und eigentlich gut dazu passt.

Ich habe das Hörbuch gehört.
Es wird gelesen von Rufus Beck, so bekommt der Roman durch seine angenehme Stimme noch einen gewissen Reiz.

Den Roman habe ich gerne gehört und ich konnte einige angenehme unterhaltsame Stunden genießen.

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Rezensionen von city of books:

Liebe oder der große Traum

True North - Wo auch immer du bist von Sarina Bowen

Als Audrey Kidder der finstere Blick von Griffin Shipley trifft, weiß sie sofort, dass ihr Auftrag in Vermont schwieriger wird als gedacht. Doch sie hat keine Wahl: Wenn sie ihren Job behalten will, muss sie Griff davon überzeugen, seinen preisgekrönten Cider zum halben Preis zu verkaufen. Eine harte Nuss, denn der Bio-Farmer ist nicht nur ausgesprochen stur - und unheimlich attraktiv -, sondern seit ihrer heißen Affäre am College auch nicht besonders gut auf Audrey zu sprechen.

..

Ich bin durch den interessanten Klappentext und das ansprechende Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Bisher war ich auch immer sehr begeistert vom Lux Verlag, weshalb es sofort auf meine Wunschliste gewandert ist. Zum Glück konnte ich das Buch innerhalb einer Leserunde lesen, denn es hat mir richtig gut gefallen.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und spritzig, weshalb man das Buch super schnell lesen kann und ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Sarina Bowen schreibt auch sehr bildlich, sodass man sich alles sehr gut vorstellen kann und ich musste nicht nur bei einer Stelle grinsen. Erzählt wird abwechselnd aus Griffins und Audreys Perspektive, was mir sehr gut gefallen hat, denn so konnte man sich sehr gut in beide Charaktere hineinversetzen.

Griffin ist ein leidenschaftlicher Farmer. Er ist ehrgeizig und trägt sehr viel Verantwortung, weshlab ich manchmal ein wenig Mitleid mit ihm hatte. Er hat es nicht einfach, aber er schlägt sich sehr gut und ich mochte ihn sehr. Audrey ist Köchin und bei ihr läuft nicht immer alles ganz rund, was sie mir sehr sympathisch gemacht hat. Dazu kommt noch, dass sie eine starke, überraschende und taffe junge Frau ist und somit sehr gut in die Geschichte passt.

Man kann von Anfang an das Knistern zwischen Audrey und Griffin spüren und für mich war klar: die beiden müssen zusammenkommen! An sich ist die Liebesgeschichte, die sich im Laufe der Geschichte entwickelt zwar nichts besonderes und definitiv nicht überraschend, allerdings ist die Geschichte durch das Farm Thema sehr interessant und es macht unglaublich viel Spaß alles rund um die Shipley Farm und die Cider Herstellung zu erfahren. Griffins Familie, die mit auf der Farm lebt, hat mir auch sehr gut gefallen und es hat immer eine sehr herzliche Stimmung geherrscht. Man fühlt sich einfach richtig wohl in der Geschichte und würde sich am liebsten mit in die tolle Farmküche stellen oder selbst den Cider kosten. Das einige, was mich ein wenig gestört hat waren die erotischen Szenen, die meiner Meinung nach unnötig waren und mir nicht besonders gefallen haben. Das haben aber die vielen tollen Szenen zum Glück wieder wett gemacht!

Insgesamt kann ich nur sagen, dass mich das Buch richtig begeistert hat. Mit tollen Charakteren, viel Witz und einer interessanten Thematik hat die Autorin eine unglaublich gute Geschichte gezaubert. Ich kann das Buch nur empfehlen, denn es macht unglaublich viel Spaß beim Lesen!

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Rezensionen von Laszlo Zoltan:

Hinterhältige Rache

True North - Wo auch immer du bist von Sarina Bowen

D

iese Geständnisse sind individuell wahrgenommene Wahrheiten, die wie Puzzleteile zum Schluss ein unerwartetes Bild ergeben. Der Racheakt einer Lehrerin, deren kleine Tochter von Schülern ermordet wurde, lässt einen begierig die Seiten verschlingen. Am Ende bleibt die Frage "Wer ist hier der Böse?"

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Rezensionen von Gaby 2707:

Älter werden ist nicht schwer

Ich will so bleiben, wie ich war von Monika Bittl

Ich bin zwar schon lange Ü60, aber nachdem ich ?Ich hatte mich jünger in Erinnerung? gelesen hatte, war nun ?Ich will so bleiben wie ich war ? Glücks-Push-Up für die Frau ab 40? dran. Ich habe es nicht bereut, dass ich auch hier wieder zugegriffen habe.
Auf 256 Seiten bekomme ich einen bunten Mix aus Alltäglichem, viele interessante Kleinigkeiten und Zitate, die ich einerseits zum Schmunzeln finde, die aber auch eine bedeutsame Wahrheit in sich tragen.

Studien und Statistiken, in denen ich mich hier und da, wenn auch nicht gar so krass, wieder erkenne, andernorts Gott sei Dank (noch) nicht angekommen bin oder dort auch gar nicht hinwill. Eine dauergrantelnde Zwiderwurzen zu werden ist nicht mein Ziel und mein Geld für unnütze Cremes und Pülverchen aus dem Fenster zu schmeißen auch nicht. Vielmehr will ich, wie hier oft empfohlen mit Humor und entspannt, dem Alter weiter entgegen gehen.
Interessant finde ich z.B., dass Kinder weder glücklich noch unglücklich machen. Dabei würde ich meine Beiden für nichts in der Welt wieder her geben. Dass es in Bhutan einen Glücksminister gibt und dort glücklich sein verordnet wird, weiß ich nun auch.
Älterwerden bringt aber auch Vorteile, wie ich nun weiß. Mit dem Nein-sagen habe ich schon vor einiger Zeit schon mal angefangen und dass das Loslassen im Alter einfacher wird, habe ich auch schon festgestellt. Den Mut, immer alles gerade heraus zu sagen und keine Ausreden mehr zu gebrauchen, habe ich bisher hier und da noch nicht. Aber ich bin ja noch lernfähig. Den Satz ?Ich möchte euch nicht die miese Stimmung verderben? werde ich mir auf alle Fälle merken ? köstlich.

Ich habe ein amüsantes, humorvolles Buch gelesen, das nicht als Ratgeber verstanden werden will, aus dem ich trotzdem den ein oder anderen Tipp mit in den Alltag nehmen werde. Die Mischung macht dieses Buch so interessant und lesenswert und bekommt meine absolute Leseempfehlung.

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Rezensionen von heinoko:

Herz-ergreifend

Sommerkind von Held Monika

Herz-ergreifend

Ragna, ca. 40-jährig, schaut auf den Strand, sieht Familien mit ihren Kindern, fröhliches Treiben, bunte Wasserbälle. Plötzlich wird dieses reale Bild für eine Sekunde überlagert von einer ?Schwarz-Weiß-Aufnahme? eines Erinnerungsfetzens, den sie ihrem Leben nicht zuordnen kann.

Dieser kurze Moment einer Erinnerung lässt Ragna nicht mehr los und sie beginnt, sich auf die Suche zu machen. Was ist in der Vergangenheit geschehen, was hat das mit ihr selbst zu tun? Auf der Suche nach Erinnerung begegnet Ragna vielen Menschen, meist sind es spröde Begegnungen, sperrig ist die Reise zurück.
Wie gehen Menschen, insbesondere Kinder, mit erlittenem Leid um, mit der Schuldfrage, mit der Frage nach Sinn und der unendlichen Suche nach Liebe? Ich könnte mir vorstellen, dass je nach persönlichem Hintergrund jeder Leser eine andere Frage entdeckt, einen anderen Zugang zum Buch findet. Das Buch ist so reich ? und es gibt auch Antworten, ganz leise, subtile Antworten.
Für mich ist dieses Buch ein Kleinod! Was für eine feine Sprache! Was für eine feine Beobachtung, in feine, zarte Worte gefasst. Die Autorin beschreibt mit dem ?Bruegel-Blick? - mit einer Liebe zum kleinsten Detail und mit Augen, die die gesehenen Bilder entweder zu Standbildern oder zu bewegten Bildern formen. Am liebsten würde ich Bild für Bild Wort für Wort wiedergeben, weil ich so verzaubert bin von der Wortmagie der Autorin. Verzaubert, ja, aber mehr noch er-griffen, gepackt von einer unendlich tiefen, namenlosen, sprachlosen Traurigkeit. Stumm geworden fühle ich mich von der Autorin unter Wasser gezogen. Tiefgang.
Was habe ich nicht alles aus diesem Buch gelernt. Geduld. Genaues Hinschauen.
Und selten habe ich so viel gegoogelt wie beim Lesen dieses Buches. Weder kannte ich die fulminanten, expressiven Bilder von Séraphine Louis noch so manche der angesprochenen Bücher. Mir war der amerikanische Fotograf Gregory Crewdson unbekannt. Entdeckung um Entdeckung machte ich. Und sehr viel nachgedacht habe ich? Ein Buch zum Wieder- und Wieder-Lesen.

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Rezensionen von Renate Noeckler Buchhandlung Heyn:

Gray von Swann Leonie

Dieser Krimi hat mir ein höchst amüsantes Wochenende beschert! Weitgehend unblutig, aber raffiniert, mit ganz speziellen Einblicken in das Universitätsleben von Cambridge ? und vor allem mit viel klugem Witz, nicht zuletzt wegen der beiden Protagonisten: wie der liebenswert sonderbare Dr. Augustus Huff und der schlaue, wortgewandte Graupapagei Gray, den er unfreiwillig adoptiert, den Mord an seinem Vorbesitzer aufklären, ist manchmal zum Brüllen komisch und dann wieder sehr berührend.

Wunderbare Unterhaltung mit Spaß und Spannung!

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Rezensionen von hans.schilling@aon.at:

Das IST Urban-Fantasy wie sein kann

Der Galgen von Tyburn von Ben Aaronovitch

Mit ?Der Galgen von Tyburn? gehen die Abenteuer von Peter Grant in die sechste Runde. Die erfolgreiche Urban-Fantasy-Krimi-Reihe von Ben Aaronovitch entführt den Leser einmal mehr ins heutige London und wartet mit einer gelungenen Mischung aus Action, Spannung und Humor auf.

Nachdem der schwarze Police Officer und Zauberlehrling Peter Grant bereits etliche seltsame Fälle gelöst und dem Gesichtslosen mehr als einmal knapp entkommen ist, darf er sich dieses Mal mit mehreren Problemen herumschlagen, die aufeinander zulaufen, alte Fälle aufgreifen oder zumindest darauf verweisen und endlich die Haupthandlung um ihren großen Widersacher vorantreiben.

So können sich die Leser auf die lang erwartete Enthüllung des Gesichtslosen freuen, ebenso werden etliche Fragen beantwortet (gleichermaßen jedoch auch aufgeworfen). Die Geschichte ist spannend und sorgt dank zahlreicher Wendungen dafür, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann ? Ben Aaronovitch vermag es ungemein zu fesseln und mit Witz und Charme den Krimi voranzutreiben. Dabei fällt einmal mehr seine Liebe zum Detail auf ? sei es hinsichtlich der polizeilichen Ermittlungen, den architektonischen Finessen Londons (immer wieder ziehe ich meinen Stadtplan von London hervor um die beschriebenen Straßen und Plätze zu finden oder die angeblich schnellste Strecke vom Folly zum Belgravia "abzufahren") oder den Beschreibungen der Magie ? welche hier ganz selbstverständlich zum EInsatz kommt und trotzdem den Nimbus von etwas Außergewöhnlichen besitzt - der Autor weiß, wie er die Handlung spannend in Szene setzt. Man fühlt sich nach London versetzt, hastet mit Peter Grant durch die Straßen und ist immer hautnah am Geschehen vorbei.

Ein großer Pluspunkt sind die bunten, lebendigen Figuren, die man in dieser Form in nahezu keinem Roman wiederfindet. Ben Aaronovitch baut selbstverständlich farbige und queere (lesbische, schwule und transsexuelle) Helden ein und scheut sich nicht mit Sahra Guleed eine muslimische Polizistin an Peters Seite zu setzen. All das geschieht so vorurteilsfrei und natürlich, dass sich nahezu alle Autoren, die die üblichen weißen Stereotypen in ihre Romane einbauen, eine Scheibe abschneiden könnten. Es ist wunderbar, dass es Bücher wie ?Der Galgen von Tyburn? gibt, die die klassischen Konventionen durchbrechen und endlich etwas Neues wagen ? es ist schade, dass es davon nicht mehr gibt.
Fans der Reihe begegnen bekannten Gesichtern wieder und können sich auf neue Charaktere freuen, die Abwechslung bieten und neue Fragen aufwerfen. Die Figuren wirken authentisch und handeln in sich schlüssig, nehmen sich selbst nicht ernst und sind einfach nur sympathisch.

Stilistisch legt der Autor gewohnt solide, charmante und gut geschriebene Kost vor. Er hat einen tollen Schreibstil, gestochen scharfe und amüsante Dialoge und ein Faible für ausufernde, detailverliebte Beschreibungen. Allein seine Einblicke in die Arbeitsweise der Polizei ist toll und zeugt von einem fundierten Grundwissen. Man folgt dem ungewöhnlichen Helden gerne, schmunzelt über seine Gedanken und fiebert bei seinen Kämpfen mit dem Gesichtslosen mit, der zum Ende hin endlich einen Namen bekommt.

Die Reihe wurde im englischen Sprachraum um mehrere Comics erweitert, die Side-Abenteuer der Figuren erzählen und ist noch nicht abgeschlossen. Auf Band 7 muss der Leser noch etwas warten ? dtv wird jedoch im Sommer 2018 den Kurzroman ?The Furthest Station? auf Deutsch herausbringen, der zeitlich zwischen Band 5 und 6 spielt.

Einziges kleines Manko: Man kann zwar "Der Galgen von Tyburn" auch für sich alleine lesen, wirklich amüsant ist er aber erst in Verbindung mit seinen fünf Vorgängern.

Hans Schilling

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Rezensionen von Booknaerrisch:

ein wirklich gelungener Trilogieauftakt!

Stormheart. Die Rebellin von Carmack Cora

Zitate:

"Sie zog die Hand aus seiner, und er hätte sie am liebsten wieder gepackt. Sich zu nehmen, was er wollte, entsprach seiner Natur." Seite 20

"Unwetter waren empfindsam genug, um Zerstörung zu suchen, Opfer zu jagen, Strategien zu entwickeln wie ein Feldherr im Kampf. Aber sie konnten nicht wie ein Mensch sehen.

" Seite 60

"Seine Haut an ihrer war ganz anders als alles, was sie jemals gefühlt hatte. Es war heiß und gleichzeitig kalt und wie jede Temperatur dazwischen." Seite 200


Meinung:

Aurora führt ein ziemlich hartes Leben. Und zu allem Überfluss, wird es in absehbarer Zeit noch schlimmer kommen.
Geboren als Sturmlingprinzessin, soll sie in ihrer Rolle als Königstochter in Kürze die Herrschaft übernehmen und das Königreich vor den schweren Unwettern beschützen, die schon bald hereinbrechen werden.
Was jedoch keiner -außer ihr und ihrer Mutter- weiß, ist, dass sie scheinbar gänzlich ohne Magie geboren wurde und somit gar keine Möglichkeit hat, das Reich vor diesen schweren, magiegeladenen Kräften, in Form von Gewitter, Stürmen und Niederschlägen, zu bewahren. Und obwohl sie, um dieses Geheimnis zu bewahren und deshalb den Thron nicht zu verlieren, schon alles geopfert hat, ist sie gezwungen, noch mehr von sich aufzugeben. Ihr ganzes Leben ist geprägt von Entbehrungen und Einsamkeit -sie darf weder Freundschaften führen, noch Schwächen jedweder Art zeigen-, denn zu groß wäre die Gefahr, dass ihr Geheimnis ans Licht kommen könnte. Und nun muss sie auch noch Prinz Cassius aus einem anderen Königreich heiraten, damit er das Land an ihrer Stelle schützen kann. Aber auch da gibt es ein Problem. Selbst er darf vor der Hochzeit nichts von ihrer fehlenden Magie erfahren und zudem ist seine Familie bekannt dafür, dunkel und grausam zu sein! Doch auch er scheint ein großes Geheimnis mit sich zu tragen... Kann Aurora es schaffen, ihr Reich zu beschützen? Oder gibt es gar einen gänzlich anderen Weg, der sich ihr nur noch nicht erschließt?? Seid gespannt!

Seit ich zum ersten Mal von dieser Trilogie gehört habe, erwarte ich sehnsüchtig deren Release. Nun ist der erste Band endlich da, und ich habe keine Ahnung, ob ich das Warten auf Band 2 ertragen kann :D

Der Schreibstil ist absolut gelungen und zieht den Leser mit vielen Überraschungen in seinen Bann.
Zum Einen ist dieses Buch nicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Eine Tatsache, der ich persönlich immer sehr gespalten entgegensehe, da es so normalerweise immer etwas schwieriger ist, die Charaktere für den Leser authentisch zu machen. Ich musste jedoch feststellen, dass meine Angst absolut unbegründet war! Die Autorin legt wirklich viel Augenmerk darauf, den Protagonisten Leben einzuhauchen, und setzt dies um, indem sie die komplette Geschichte aus vielen Richtungen/Personensichten erzählt und dabei auch immer deren eigenen Ängste, Wünsche oder Vorgeschichten mit einfließen lässt. Selten war ich so gefesselt und neugierig, wie es mit einzelnen Charakteren weitergeht!
Zum anderen ist die Art, wie Cora Carmack Dinge beschreibt -glaubt mir, die Unwetter, Stürme, usw., sind atemberaubend geschildert- wirklich beeindruckend! Vor allem im späteren Teil, aber da müsst ihr euch wohl überraschen lassen, ich darf ja schließlich nicht zu viel verraten ;)

Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, wurde erwartungsgemäß einiges an Augenmerk auf Aurora gelegt, was mich zu zwei kleinen Kritikpunkten führt. Keine Angst, ich werde sie im Folgenden auch wieder etwas entkräften ;)
Einerseits gab es Szenen und Gegebenheiten, die ich zwar in dem Moment nicht als langweilig empfand, die aber für meinen Geschmack, in Summe, kleine Längen verursachten.
Andererseits ist da noch der Charakter Aurora selbst. Sie hat ihr Leben lang getan, was von ihr verlangt wurde und hat sich dabei selbstverständlich auch Eigenschaften angeeignet, wie eine Königin sie -zumindest in den Augen ihrer Mutter- vorweisen muss. Weitestgehend ist das nachvollziehbar, vor allem, weil man ja ihre Vorgeschichte kennt. Stellenweise jedoch, wirkte sie auf mich, wie ein trotziges, bockiges Kind, das seinen Kopf durchsetzen muss.
Beim Lesen konnte ich zum Glück jedoch feststellen, dass beides eigentlich nur in der ersten Hälfte des Buches zu finden ist und diese Details auch schnell verblassen. Denn Aurora entwickelt sich natürlich weiter und zusätzlich entsteht mit jeder weiteren gelesenen Seite eine zunehmend imposante Geschichte, die vor Wendungen und Höhepunkten strotzt, bevor sich ein wirklich gelungener und fulminanter Endteil entwickelt, der mich persönlich sehr beeindrucken konnte. Natürlich inklusive einem bösen Cliffhanger, aber das war ja zu erwarten ;)

Für mich ist "Stormheart - Die Rebellin" ein wirklich gelungener Trilogieauftakt, voller fesselnden Naturgewalten, mannigfaltigen Emotionen und einer gehörigen Portion Liebe, die mich voller Erwartungen seiner Fortsetzung entgegenfiebern lässt!

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