Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Dagmar Pfleger:
Geschichte "über das Leben"
Acht Berge von Paolo Cognetti
Eine „unaufgeregte“, jedoch unglaublich schöne Geschichte „über das Leben“: einerseits beschreibt Cognetti sprachlich grandios die wunderbare und einzigartige Buben –und Männerfreundschaft von Pietro und Bruno, die, wie es scheint, unterschiedlicher nicht sein könnten; andererseits geht es auch um ihre sehr differenten Lebensentwürfe, die sie allerdings nicht zu entfremden vermögen.
Bei aller Unterschiedlichkeit ähneln ihre Leben sich jedoch wieder: der eine, ewig im Dorf Verbliebene, findet nämlich seine Lebenszufriedenheit irgendwie genauso wenig wie der, der nur manchmal im Sommer zu seinem im Dorf lebenden Freund dazu stößt. Vielleicht sind sich die Männer deshalb so nah. Was bleibt trotz eines bisschen Wehmuts, der Suche nach der Essenz im Leben, der sie fordernden und prägenden Familien, Träume und Ängste? Ein warmes Gefühl um`s Herz mit der dringenden Empfehlung, das Buch zu lesen!!!!
Rezensionen von PFIFF:
Flaubert-Biographie
Flauberts Papagei von Julian Barnes
Madame Bovary's Papagei erlangte Berühmtheit. Auf der Suche nach dem Original, das im Besitz von Gustave Flaubert war, lassen sich aber einige finden, die alle Anspruch auf Echtheit erheben. Eine witzige Rahmenhandlung für Erzählung über das turbulente Leben des berühmten, französischen Schriftstellers, der sein Lebenslicht an beiden Enden angezündet hatte, Frauen und Männer liebte und nie genug bekommen konnte.
Letztendlich erlag er an den Folgen einer Syphilis, wie die meisten seiner Zeitgenossen und Berufskollegen, wie Barnes meint, ausgenommen der Homosexuellen, die damals bessere Chancen hatten zu überleben als heute.
Rezensionen von PFIFF:
Homo Sapiens-oder doch nicht so weise?
Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari
Interessant, intelligent und amüsant beschreibt Harari die Entstehung unseres Planeten mit Flora, Fauna und schließlich dem heutigen Menschen, der alles verändert hat und beherrscht, sich an die Spitze der Nahrungskette hinaufgearbeitet hat.
Bis zum Mittelalter und der Entwicklung der Maschinen, der industriellen Revlution, hat sich wenig bewegt, aber seither im Eiltempo.
Immer wieder hat sich der Mensch angepasst und an veränderte Bedingungen gewöhnt. Wirklich besser sind die Lebensumstände jedoch noicht geworden. Es gibt mehr Stress, Umweltdruck, dafür ein längeres Leben.
Der moderne Mensch hat sich eine Phanatsiewelt erschaffen, in der er mit Vertrauen auf die Zukunft in Aktien investiert, Kredite aufnimmt, den verschiedensten Religionen glaubt.
Doch wohin der Weg weitergeht, ist ungewiss.
Rezensionen von rewa:
Die digitale Zukunft naht!
Gebete an die Cloud von Olaf Kolbrück
Die Anthologie ,, Gebete an die Cloud´´ von Olaf Kolbrück bietet dem Leser 5 Phantastische digitale Geschichten. Ein Genre Mix zwischen Horror und SF mit der Vorstellung, wie die digitale Zukunft unser Leben verändern kann und dass sie teilweise auch bereits heute schon Einzug in unseren Alltag genommen hat.
Wenn sich ein kleines Mädchen über ihr Tech – Implantat freut und der Autor dabei phantastische Gedankengänge heraufbeschwört, ist diese Geschichte so gar nicht weit entfernt von der Realität, da es ja schon Menschen gibt die sich einen Chip unter die Haut einsetzen lassen um Türen öffnen zu können oder Bahntickets zu lösen.
Aber auch die Geschichte über eine künstliche Intelligenz, die nicht nach dem Sinn der Entwickler handelt ist mehr als beängstigend.
Ist es irgendwann einmal möglich die Seele vom Körper zu trennen und sie möglicherweise in der Cloud gefangen zu nehmen?
SF Freunde werden in der Geschichte ,, Urheberrecht´´ eingeladen eine Reise in eine andere Dimension zu machen.
,, Das Dorf´´ ist für Horror Liebhaber eine besondere Geschichte, wo das unbekannte Grauen langsam, aber unaufhaltsam näher kommt.
Der Autor Olaf Kolbrück hat eine bunte Mischung aus ,, was wäre wenn ´´ Geschichten zusammen gestellt. Wo man als Leser nie so genau weiß, was ist Phantasie, was Wirklichkeit und was könnte in der digitalen Zukunft so passieren.
Da es im Roman einige Computer/ Hacker technische Begriffe gibt kann es sein, dass man manchmal ein wenig Probleme hat bei der einen oder anderen Geschichte.
Es sind 5 Geschichten die eine Spannbreite von Originalität bis beängstigende Zukunftsvisionen bieten. Feiner Humor bis Gänsehautgefühl. Für Liebhaber digitaler Geschichten bieten die 120 Seiten eine gute Lektüre.
Rezensionen von yellowdog:
Leben und Fiktion
Und du kommst auch drin vor,3 Audio-CD von Alina Bronsky
Das Jugendbuch “Und du kommst auch drin vor” habe ich in der Silberfisch-Hörbuchfassung gehört.
Es bringt in erster zwei Haupttopics.
Zum einen, wie Literatur und Realität sich gegenseitig beeinflussen können, zum anderen wird intensiv und glaubwürdig das Leben von Jugendlichen Mädchen gezeigt.
Darin finden sich noch mehr Themen, die geschickt im großen Ganzen aufgehen, zum Beispiel Freundschaft. Kim und Petrowna sind eigentlich unterschiedlich, z.B. von der familiären Situation und Herkunft her, aber dennoch sind sie seit der Grundschule die besten Freundinnen. Die familiäre Situation von Kim befindet sich im Wandel, ihre Eltern haben sich getrennt, der Vater hat eine neue Frau, die sogar ein Baby erwartet.
Das Kim sich und ihr Leben in einem Roman der Autorin Leah wiedererkennt, schockiert sie und sie sucht die Schriftstellerin auf.
Durch diese Idee kann Alina Bronsky viel Handlung einbinden, damit das Buch als Jugendbuchfunktioniert. Für mich hätte es aber den abschließenden Einfall mit Jasper und der Gefahr, in der er sich angeblich befindet, nicht gebraucht. Das überdramatisiert zu viel, auch wenn es die Handlung zusammenhält. Ansonsten war ich mit dem Buch zufrieden, hoffe aber, dass Alina Bronsky als nächstes wieder für ein erwachsenes Publikum schreibt.
Jasna Fritzi Bauer hat das Hörbuch gelesen und ihre jugendliche Stimme passt gut.
Rezensionen von heinoko:
Begegnung von Mensch zu Mensch
Begegnungen - Geschichten aus der Psychiatrie von Güllich Rainer
Ein kleines Büchlein in bescheidener Ausstattung. Dem ich erst einmal nicht allzu viel zutraute. Und das mich sehr überraschte.
Wir begegnen dem Autor, einem Ergotherapeuten, der aus seiner besonders prägenden beruflichen Anfängerzeit in der Gerontopsychiatrie berichtet.
Und wir begegnen einigen älteren Menschen, die aufgrund verschiedener psychiatrischer Erkrankungen aus dem gesellschaftlichen Rahmen gefallen sind, die Hilfe und Unterstützung benötigen.
Als Essenz zum Thema Begegnungen lesen wir über die Kontakte zwischen dem Therapeuten und dem Hilfsbedürftigen, über die Interaktionen, gelingend oder auch nicht. Der Autor gewährt sehr offen Einblicke in seine Unsicherheiten, seine Fehlentscheidungen, aber er lässt auch, vielleicht sogar ungewollt, einen Blick zu auf seine wertfreie innere Haltung gegenüber Menschen, die sich nicht „normal“ verhalten, auf seine therapeutische Fähigkeit, die ihm ermöglicht, auf ungewöhnliche Situationen hilfreich und menschen-zugewandt zu reagieren. Er schildert sehr bewegend eine Welt des Fremden, Irritierenden, oft auch Komischen. Es handelt sich um wunderbare kleine Episoden, die so liebevoll geschrieben sind, dass uns die Hauptakteure, nämlich die Patienten, in ihren Verhaltensweisen nicht befremdlich wirken.
Dem Büchlein wünsche ich viele, viele Leser, z. B. Menschen mit Vorurteilen oder Berührungsängsten gegenüber psychisch Kranken, gegenüber alten Menschen, gegenüber Therapeuten. Und ich wünsche ihm Leser, die in den schweren pflegerischen Berufen tätig sind, damit sie im Alltag nicht das Wesentliche aus dem Blick verlieren, nämlich die Begegnung von Mensch zu Mensch.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel von Jean-François Parot
Der junge Bretone Nicolas Le Floch, Findelkind und Protége wird vom Pariser Polizeipräfekten als Sonderermittler eingesetzt. Er soll, als unverbrauchter und Ortsfremder Ermittler verschiedenen Korruptionsvorwürfen im Pariser Polizeiapparat nachgehen. Ihm zur Seite steht Inspecteur Bourdeaux, ein Mann, der Paris wie seine Westentasche kennt und den unerfahrenen Le Floch mit Rat und Tat zur Seite steht.
Während des Pariser Karnevals verschwindet Le Flochs Vorgesetzter Comm. Lardin, in dessen Haus Le Floch wohnt plötzlich spurlos. Was zunächst nur nach der Suche nach einem abgängigen Ehemann aussieht, entwickelt sich schnell zu einem verwickelten Komplott, in dessen Verlauf es mehrere Tote und Anschläge auf Le Floch gibt.
Wer zieht hier die Fäden? Wem tritt Le Floch auf die Zehen? Erstreckt sich die Korruption gar bis hin zu Louis XV.?
Wir begleiten Le Floch aus seinen Ermittlungen durch die Elendsviertel von Paris und bekommen Audienzen in Häuser von hochgestellten Persönlichkeiten. Wir begegnen vielen historischen Personen, wie dem Henker von Paris, Charles-Henri Sanson, der ein gewaltiges medizinisches Wissen hat und einiges davon mit Le Floch teilt.
Meine Meinung:
Ein atmosphärischer Krimi im Stile eines Sherlock Holmes, der zu Unrecht bislang ein Schattendasein geführt hat. In Frankreich sind die Krimis um Le Floch seit langem Kult und als TV-Serie bekannt.
Ich kann von dieser vorrevolutionären Atmosphäre in Paris gar nicht genug bekommen. Langsam aber sicher steuert das Königreich seinem Untergang zu, was nicht nur auf die Verschwendungssucht der Bourbonen zurückzuführen ist. Wenn der Polizeiapparat dermaßen korrupt ist, muss es zur Detonation kommen.
Eine wunderbar altmodische Sprachmelodie lässt uns den Moloch Paris mit samt seinen schlechten Gerüchen auferstehen. Jeden Moment erwarte ich vom Inhalt eines vollen Nachttopfs getroffen zu werden. Brrr! Der Lärm, der Gestank, die vielen Menschen und der Verkehr – die Städte dieser Zeit waren alles andere als gemütlich.
Fazit.
Ein wunderbarer historischer Krimi, den ich allen frankophilen Lesern (und denen, die es werden wollen) stark ans Herz lege. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein wunderschöner Bildband mit tollen TExten
Dichterhäuser von Plachta Bodo
Das Duo Bodo Plachta (Autor) und Achim Bednorz (Fotograf) begibt sich auf Spurensuche nach berühmten Dichtern und deren Wirkungsstätten. Die beiden nehmen die Leser mit auf eine Reise durch Zeit und (deutschsprachigen) Raum. Vom Mittelalter bis in die Gegenwart begleiten wir die beiden auf der Suche nach den Häusern der Dichter.
Wir dürfen Einblick nehmen in Schreibstuben, Druckereien, Bibliotheken und Museen. Wir bekommen Hintergründe, Geschichte, G’schichteln über Erfolge und Misserfolge erzählt. Die kurzen, in sich abgeschlossenen Kapitel lassen ein längeres Verweilen bei dem jeweiligen Literaten zu.
Ehrfurchtsvoll blättert der geneigte Leser in diesem prächtigen Bildband. Wie schön haben die Dichter gewohnt! Oder doch nicht?
Ich durfte anlässlich eines Lübeck-Besuchs das „Buddenbrock-Haus“ besichtigen. Ein Eindruck, der nun durch dieses Buch wieder gefestigt wurde.
Oder das Robert-Musil-Museum in Klagenfurt: ein feines kleines Museum, das neben dem Namensgeber an die beiden wohl bekanntesten Töchter Kärntens erinnert: Christine Lavant und Ingeborg Bachmann.
Wie alle Fotobände nicht unbedingt als „Bettlektüre“ geeignet, ist das Buch doch 24x 30cm groß, 3cm dick und 1,7kg schwer.
Das Buch besteht aus 11 Kapiteln, 245 Seiten mit 157 farbigen Abbildungen. Ein Zitat aus der Einleitung darrf nun auch zum Abschluss nicht fehlen:
„Orte üben wohl deshalb eine derart große Anziehungskraft aus, weil sie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpfen und uns so Kontinuität vermitteln. Doch der Besuch dieser Orte allein reicht meistens nicht aus. Wir benötigen Erklärungen, um die oftmals komplexen spuren deuten zu können und um nicht in bloßer Verehrung zu verharren. Der Ort muss zum Erzählen gebracht werden, damit wir eine genauere Vorstellung davon gewinnen können, was hier einst geschah und was diesen Ort überhaupt auszeichnet und bewahrenswert macht.“
Das Buch macht Appetit, auf den Spuren der Dichter zu lustwandeln. Das eine oder andere Dichterhaus werde ich mir nun auch persönlich ansehen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manuela Meierhofer:
Wunderbar geschrieben, absolut lesenswert!
Acht Berge von Paolo Cognetti
Acht Berge erzählt die Geschichte zweier Jungen, die sich in der Einsamkeit eines abgeschiedenen Bergdorfes Italiens begegnen und Freunde werden. Eine Freundschaft, die ihr ganzes Leben hält.
Ein Buch, das das harte, karge Leben in den Bergen nicht als Flucht, sondern als Bereicherung sieht.
Mit seiner klaren, ungeschnörkelten Sprache schafft Cognetti es, Bilder in den Köpfen entstehen zu lassen.
Er hat mich im Wohnzimmer abgeholt und mich in die schroffe, entbehrungsreiche Bergwelt versetzt.
Ein wunderbares Buch. Unbedingt lesen!
Rezensionen von i.weilharter@ais-jugend.at:
Schöne Geschichte ... aber langweilig!
Acht Berge von Paolo Cognetti
Der Autor erzählt in einem sehr ansprechenden Sprachstil die Geschichte einer Männerfreundschaft, einer tiefen, subtilen Beziehung.
Leider konnte mich der Beziehungsroman nicht überzeugen, er war mir einfach über Strecken zu langatmig.
Paolo Cognetti kann sicherlich mit der Sprache gut umgehen, findet für die Beschreibung der Vorgänge sehr schöne, kunstvolle Formulierungen, hat aber aus meiner Sicht wenig Talent, wenn es darum geht, einen Spannungsbogen aufzubauen bzw.
zu erhalten.
Erst zum Schluss wird der Leser/die Leserin mit einer gewissen Dramatik - einem beeindruckenden Finish - verwöhnt. Die Geschichte wird interessanter, sinniger und in sich abgerundeter.
Ich wünsche also beim Lesen viel Durchhaltevermögen!









