Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ikatzhorse2005:
Heilen ihre Bestimmung, Theriak ihr Gehilfe
Die Arznei der Könige von Sabine Weiß
Die Arznei der Könige ein historischer Roman von Sabine Weiß über das Leben und Wirken um die junge Heilkundige Jakoba.
Auf 636 Seiten erweckt dieser bewegende Roman das 14. Jh. in einer farbenreichen Palette zum Leben. Die Geschichte beginnt in Lüneburg. Die Adelige Jakoba hat nach einem Schicksalsschlag im Kloster ihre Bestimmung als Krankenpflegerin gefunden.
Doch ihr Oheim und Vormund entreißt sie der schützenden Obhut des Klosters und zwingt sie erneut in eine ungewollte brutale Ehe. Die Männer an ihrer Seite, Bruder Anno und Ehemann Gevehard, kalt, missbilligend, berechnend, sie benutzend,...sehen sie als Mittel zum Zweck. Ein gefährliches Leben, dem sie sich entzieht und unter Angst in Richtung Süden flieht. Aufgenommen von Arnold einem Theriak-Krämer und dessen exotischer Frau Mona erlernt sie die Methoden und Künste des Heilwissens. Rasch macht sie sich als einfühlsame angesehene Heilerin einen Namen und erlernt, dank eines venezianischen Apothekers die geheimnisumwobene Herstellung der Arznei der Könige, des Theriaks.
Urchristliche Ideale und der Lange Arm der Macht der Männer und Gelehrten bringen sie fast zum Fall und wollen verhindern, dass sie das aufgibt, was ihre Bestimmung im Leben ist und sie vollkommen ausfüllt - das Heilen und Behandeln von Kranken!
Ein bewegendes menschliches Drama nach Vorlagen einer wahren Begebenheit mit realem Hintergrund.
Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen gekonnt in einem flüssig zu lesenden Text. Die Protagonisten sind klar gezeichnet. Gefühle und Begebenheiten werden anschaulich dargestellt und lassen den Leser mit Jakoba weinen, verzweifeln, leiden, lieben, hoffen und kämpfen. Die Geschehnisse sind sehr gut recherchiert und es entfaltet sich ein malerisches Bild des Mittelalters. Ritter, Knechte, Mägde, Könige, Hunger, Leid, Rivalitäten, Prunk und Macht, Stand, Tugenden,...Medica Jakoba ist ein Spielball des ganzen Geschehens. Anschaulich, spannend und deutlich werden die Heilanwendungen, Kräuterkenntnisse und Arzneimittelherstellungen in den stimmungsvollen Roman verpackt.
Fazit: Mich konnten die lebhaften Zeilen aus der Feder von Sabine Weiß restlos begeistern. Ein Schatz unter den historischen Romanen. Eine unfreiwillige Reise einer mutigen Frau auf dem Weg zu sich selbst.
Rezensionen von ikatzhorse2005:
Man überlebt fast alles
Die Arznei der Könige von Sabine Weiß
Kranichland von Anja Baumheier eine Produktion des Audio Buch Verlag, gelesen von Beate Rysopp auf 2 MP3-CDs mit 704 Minuten Spielzeit.
Mit ihrem Debüt taucht Anja Baumheier tief in eine Familiengeschichte über drei Generationen ein und begibt sich auf eine fesselnde Spurensuche. Zwischen Erinnerung und Familienepisoden, Gesprächsfetzen, Vergangenheit sowie Hier und Jetzt, detailliert, lebendig, schwelgend in Euphorie, Mut, Schmerz, Wut, Angst, Verdrängung und Erkenntnis, spürt man die eigenen Wurzeln.
Ein erschütterndes Werk über Familienbande, die hartnäckige Suche nach Liebe, Verlust und Wiederfinden und die Frage, wie man unter widrigsten Bedingungen die Hoffnung nicht verliert. Die Autorin betrachtet ein sensibles und schonungsloses Thema deutscher Geschichte, Schicksale, die miteinander verwoben sind und eine Reihe von Geheimnissen bergen.
Johannes Groen flieht nach dem Krieg aus Schlesien und findet in Rostock mit Elisabeth, seiner gefundenen Liebe, eine neue Heimat. Der Sozialismus und das Regime streckt die Hände nach Johannes aus. So zieht das junge Paar nach Ost-Berlin und gründet eine Familie. Doch Elisabeth verliebt sich in Anton, der seine Zukunft in West-Berlin sucht.
Ein geteiltes Leben, eine große Sehnsucht, der sehnliche Wunsch nach Freiheit und Entscheidungen, die noch über Jahrzehnte hinweg fatale Folgen haben. Einfühlsam und unerbittlich berichtet die Autorin über die Machenschaften der DDR-Regierung und die legitimierten Verbrechen dieser Zeitepoche.
Die äußerst angenehme Erzählstimme hat mich bestimmte Situationen intensiv erleben lassen, mich durchweg gefesselt und bereicherte die Lesung mit einfühlsamen Interpretationen der verschiedenen klar gezeichneten Protagonisten und Charaktere.
Fazit: Ein erstaunlicher Hörgenuss, der ein Stück deutsch-deutsche Geschichte aufleben lässt. Diese Lektüre betrachtet kritisch eine Zeit der Blendung und Lügen, verpackt in eine nebulöse Familiensaga. Sie öffnet die Augen und hinterlässt einen leicht schalen Beigeschmack, der sicher von der Autorin gewünscht ist?! Unbedingt hören, diese Zeilen werden im Kopf bleiben.
Rezensionen von ikatzhorse2005:
Poesie der Farben
Der Augenblick der Zeit von Stephanie Schuster
Der Augenblick der Zeit von Stephanie Schuster ein Roman aus dem Blessing Verlag 2018
In diesem Debütroman von Stephanie Schuster begeben sich zwei Menschen auf den Weg, das Geheimnis eines Gemäldes aufzudecken. Getrennt durch mehrere Jahrhunderte sind sie außer Stande sich zu begegnen und doch verbindet die Suchenden ein Ziel, das Rätsel um die geheimnisvolle Frau auf dem Bild zu lüften und sich dabei selbst ein Stück weit zu entdecken, die Traurigkeit ihres eigenen Schicksals zu akzeptieren um weiterleben zu können.
Ina Kosmos, Künstlerin, Malerin in München der heutigen Zeit und Georg Tannstetter, Sternendeuter, angehender Gelehrter und Arzt zu Zeiten der Renaissance sind die Hauptprotagonisten in dieser berührenden Geschichte. Zwei Erzählstränge laufen im farbenfrohen und emotionalen Finale zusammen. Alle Fäden winden sich um Leonardo da Vinci und "La Bella Principessa", Bianca Maria Sforza und scheinen verborgen in diesem höfischen mailänder Porträt. In einer detailreichen, liebevollen und wunderbar recherchierten Sprache gelingt es der Autorin die gesamte Farbpalette sichtbar zu machen und die Begebenheiten bei Hofe zum Leben zu erwecken. Die Überschriften der einzelnen Kapitel lesen sich wie ein Farbkasten aus dem Künstlerbedarf um die Ecke: Sepia, Indigo, Purpur, Ocker, Diamantsilber,...eine Einstimmung für die Sinne. Sie machen Lust selbst wieder zum Pinsel zu greifen, um der eigenen Kreativität seinen Lauf zu lassen.
Fazit: Eine intelligente Spurensuche, ein Erinnern lebendig, inspirierend, eine Hommage an die Kraft der Kreativität, das Schöne im Leben, ein Hoch auf die schönen Künste, die Malerei und den Erhalt der Kunstwerke aus fast vergessenen Zeiten. Ein Roman selbst wie ein außergewöhnliches poetisches Gemälde, gewürzt mit einer Prise Sinnlichkeit und Erkenntnis. Klar, deutlich, schön – eine Aufforderung zum Lesen!
Rezensionen von KatharinaW:
Eine spannende und intelligente Geschichte zu einer (fast) perfekten KI
Scythe - Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman
Die Welt de Menschen ist perfekt. Hunger, Krankheiten und auch der Tod sind abgeschafft, eine warmherzige KI (Künstliche Intelligenz), der Thunderhead, überwacht den gesamten Planeten und kümmert sich um alle Bedürfnisse. Um Überbevölkerung zu verhindern, gibt es die Scythes, außerwählte Menschen, die gezielt Menschen "nachlesen", also endgültig töten.
Und so wie in modernen Gesellschaften Kirche und Staat getrennt sind, besteht auch zwischen dem Thunderhead und den Scythes eine strikte Trennung. Der Thunderhead kann daher auch nicht eingreifen, als zwischen den Scythes ein gefährlicher Machtkampf entbrennt.
Scythes- der Zorn der Gerechten ist Teil zwei einer dreiteiligen Geschichte. Ich hatte den ersten Teil zuvor nicht gelesen (was ich jetzt nachholen werde), hatte aber keine Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden.
Neal Shusterman, der Autor des Buches, schreibt vor allem Jugendbücher, was man dem vorliegenden Roman sprachlich durchaus anmerkt. Er ist eher leicht zu lesen, wirkt aber trotzdem an keiner Stelle primitiv. Allerdings wurden lange Beschreibungen ausgespart, der erzählerische Fokus liegt auf dem Vorantreiben der Geschichte. Und diese hat es in sich.
Das Buch vereint zahlreiche interessante Themen, von denen jedes einzelne für ganze Abhandlungen geeignet wäre. Fragen zum Fortschritt, der Überwachung, und künstlicher Intelligenz werden genauso aufgeworfen wie Fragen zu Demokratie und menschlichen Bedürfnissen. Trotzdem driftet das Buch nie ins Philosophische ab, sondern bietet von der ersten bis zu letzten Seite eine nervenaufreibende, actionreiche und teilweise auch berührende Geschichte.
Wer phantastischer Literatur nicht gänzlich abgeneigt ist, findet in dem Buch eine kurzweile und intelligente Geschichte. Klare Empfehlung.
Rezensionen von B?chertr?umerin:
Kurzweilige Geschichte mit einer wichtigen Thematik
DUMPLIN' von Julie Murphy
Dumplin' hat mich sowohl vom Cover als auch von der Thematik angesprochen. Ein stabiles Mädchen beim Schönheitswettbewerb - die Umsetzung hat mich sehr interessiert.
Es geht um die 16-jährige Willowdean Dickson. Sie ist eine bekennende Dolly Parton Liebhaberin und bezeichnet sich selbst gerne als "Die Dicke vom Dienst".
Eigentlich war Will auch bisher immer zufrieden mit ihrem stabileren Körperbau und dass, obwohl ihre Mutter den alljährlich stattfindenden "Miss Teen Blue Bonnet" Schönheitswettbewerb organisiert. Für den hat sie sich bisher auch nie wirklich interessiert. Doch dann lernt sie den äußerst attraktiven Bo kennen und verliebt sich in ihn. Und er scheint sie auch zu mögen. Plötzlich kommen ihr Selbstzweifel und es macht ihr doch etwas aus, keine Traumfigur zu haben.
Der Schreibstil von Julie Murphy ist richtig toll. Ich war sofort in der Geschichte drinnen und die Seiten verflogen nur so. Gut gefallen haben mir auch die kurzen Kapitel.
Die Hauptprotagonistin Will mochte ich am Anfang des Buches recht gerne, doch irgendwann war ich auch öfter genervt von ihr und ihren Entscheidungen. Auch emfand ich ihr Verhalten als teilweise sehr unangemessen. Beispielsweise gegenüber Mitch, einem Klassenkameraden und auch gegenüber ihrer besten Freundin Ellen. Fehler konnte sie sich leider eher selten eingestehen und suchte die Schuld immer bei anderen.
Einige Nebencharaktere dagegen, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Besonders Millie mit ihrer aufgeschlossenen Art mochte ich wirklich gerne.
Die Geschichte hingegen hat mir echt gut gefallen. Man erfährt viel über Wills Leben als dickes Mädchen und auch welchem abschätzigen Verhalten von anderen Menschen sie täglich ausgesetzt ist.
Ich habe bisher noch kein Buch mit einer solchen Thematik gelesen und war sehr positiv überrascht, wie gut das Thema in die Geschichte integriert wurde.
Besonders die Liebesgeschichte zwischen Bo und Will mochte ich gerne. Es war keine bei der es nur Höhen gab, sondern sie war auch mit vielen Tiefen und Selbstzweifel seitens Will durchsetzt.
Ein wenig schade fand ich, dass das Ende und der Schönheitswettbewerb so schnell abgehandelt wurden und leider auch noch die ein oder andere Frage offen blieb.
Fazit: Ein schönes Buch darüber, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist.
Die Geschichte konnte mich gut unterhalten, doch aufgrund der kleinen Kritikpunkte gibt es von mir 4 von 5 Sternen!
Rezensionen von Caroline :
Romantik, Vergangenheitsbewältigung und Einblicke ins Meer
Shark Club Eine Liebe so ewig wie das Meer von Taylor Ann Kidd
Maeve und ihre Zwillingsbruder Robin wachsen bei ihrer Großmutter in Florida auf. Ihre Eltern starben bei einem Flugzeugabsturz als sie 6 waren. Dieser schwere Schicksalsschlag schweißt sie noch mehr zusammen und nur Daniel, ein Nachbar wurde in die verschworene Gemeinschaft aufgenommen. Daniel, den Maeve küsst als sie 12 ist, ihm ihre Liebe gesteht und der nur ein paar Augenblicke später ihr Leben rettet, nachdem sie ein Hai gebissen hat.
Dieses traumatische Ereignis prägt Maeve. Doch reagiert sie völlig anders als erwartet. Sie wendet sich der Meeresbiologie zu, ganz besonders den Haien. Sie spürt eine unerklärliche Verbindung zu diesen Tieren. Ihre Forschungsreisen reißen ein tiefes Loch in die Beziehung zu Daniel, dieses mündet in der Auflösung der Verlobung.
Erst Jahre später treffen sich Maeve und Daniel wieder am Ort, wo alles begann. Ein Neuanfang scheint möglich. Aber die Zeit geht an niemandem spurlos vorbei.
Wie hat es mir gefallen?
Vorab möchte ich mich bei meinem Lieblingsbuchdealer der „Tyrolia“ für das Rezensionsexemplar bedanken. Ich hatte ein paar zur Auswahl und habe mich für „Shark Club“ entschieden, weil es eine Liebesgeschichte beschreibt, aber vor allem war ich ungemein neugierig auf dieses spezielle Strandsetting.
Im Focus steht Maeve, die als Meeresbiologin um die Welt reist, um bei verschiedenen Forschungszentren zu lernen und zu lehren. Das Meer und seine Bewohner liegen ihr am Herzen. Sie hat ihr Leben diesem Thema gewidmet. Haie üben eine einmalige Faszination auf sie aus. Um deren Ruf zu verbessern, möchte sie so viel wie möglich über sie in Erfahrung bringen.
Ihre private Zeit ist ungemein begrenzt und dabei bleibt natürlich das Liebesleben komplett auf der Strecke. Nachdem ihr letztes Projekt beendet ist, lässt sie auch ihren Kollegen Nicolas näher an sich heran. Beide könnten auch am nächsten miteinander arbeiten, doch sowohl Maeve als auch Nicolas müssen einige Dinge zum Abschluss bringen, um für die nächsten Monate Pläne schmieden zu können. Maeves lebt ihren Beruf. Sie ist bereit ihm alles unterzuordnen, selbst die Liebe und das Leben.
Als sie zwischen zwei Projekten wieder nach Hause zu ihrem Bruder und ihrer Großmutter kommt, trifft sie auch Daniel, der in der Zwischenzeit alleinerziehender Vater, einer entzückenden Tochter ist. Jener Daniel, der sie damals unheimlich gekränkt hat und nun um eine weitere Chance bittet. Ihre gemeinsamen Erinnerungen sind bittersüß, schmerzlich aber auch wundervoll.
Der Leser erfährt alles über Maeve und Daniel, aber auch über Robin, der den Verlust der Eltern kaum überwunden hat. Die besondere Verbundenheit der drei über Kindheit und Jugend nehmen einen wichtigen Teil ein. Der Riss, durch die gelöste Verlobung geht nicht nur durch Maeve und Daniel sondern auch durch Maeve und Robin.
Mich als Bergmenschen interessierte natürlich vor allem die, für mich außergewöhnliche Kulisse. Florida mit seinen Stränden, dem blauen Meer und den Fischen.
Die Autorin schafft mit ihren bildhaften Beschreibungen eine wundervolle Umgebung. Sie pflanzt Bilder in meinen Kopf, lässt mich mit den Haien und Walen schwimmen, gibt Einblicke in ein empfindliches Ökosystem, das der Mensch immer mehr zerstört. Sie erhebt dabei einen kleinen moralischen Zeigefinger, in den richtigen Dosen, denn schließlich handelt es sich hier um einen Liebesroman und nicht um ein Sachbuch.
Eine wundervolle Geschichte, Romantik verschmolzen mit Einblicken ins Meer und Vergangenheitsbewältigung.
www.mariessalonduvlire.at
Rezensionen von xine48:
Dumplin geht BIG in ihrer Kleinstadt
DUMPLIN' von Julie Murphy
Willowdean Dickson, von allen meist Will gennant, nur ihre Mutter nennt sie gerne bei diesem nervigen Spitznamen: Dumplin' (zu deutsch: Knödel) wächst in einer kleinen Stadt in Texas auf. In dieser Stadt passiert meist nicht viel, bis auf die eine Zeit im Jahr, wo der Miss Teen Blue Bonnet stattfindet, ein Schönheitswettbewerb.
Eigentlich machen Mädchen wie Will, nämlich dicke Mädchen, bei so einem Wettbewerb nicht mit. Aber dieses Jahr überrascht sie alle und meldet sich an, allen voran ihre eigene Mutter, eine ehemalige Gewinnerin und Leiterin des Wettbewerbes. Wills Teilnahme führt zu einer Reihe von unerwarteten Ereignissen und verändert den Wettbewerb vielleicht für immer, am meisten aber sie selbst.
Meine Meinung:
Das Cover besticht durch seinen schwarzen Einband mit dem roten Kleid als allererstes und ist klassisch elegant gehalten.
Julie Murphy schreibt eine Geschichte, die sich leicht an einem Stück lesen lässt. Sie verzichtet auf unnötige Beschreibungen und erzählt eine Geschichte über mehrere Monate. Sie lässt ihren Figuren genügend Zeit sich zu entwickeln. Ihre Hauptfigur Willowdean ist eine Nummer für sich, gerade am Anfang hat der Leser das Gefühl, dass ihr Gewicht und die Häme ihr nichts ausmachen würde, doch später erfährt man das sie nicht so selbstbewusst ist wie alles erst einmal scheint. Diese Tiefe ihres Charakters und das Will, wie vermutlich alle Frauen und Mädchen, auch mal an sich zweifelt machen sie so realistisch. Sie tut und sagt nicht immer das richtige, an diesen Stellen schüttelt man als Leser vielleicht auch mal den Kopf, aber sie fängt sich am Ende wieder. Will lernt wirklich aus ihren Erfahrungen und Fehlern. Zur Seite stehen ihr aber auch ein Haufen toller Freunde, die sie alle unterstützen. Diese Freunde sind alle mehr Außenseiter als Klassenliebling und bringen dem Buch seinen besonderen Charme und Witz. Ohne ihre Freunde wäre Will nur halb so selbstbewusst und mutig. Wills Liebling Bo, ist auch ein ganz netter Charakter, der auch mehr Tiefgang besitzt, als man vorher glaubt, leider konnte ich bis zum Schluss nicht ganz warm mit ihm werden, da er für mich trotzdem nur zu oberflächlich beschrieben wurde.
Die Geschichte hat mehrere kleine Tiefpunkte für unsere Titelheldin, doch der Höhepunkt reisst sie alle wieder raus.
Das Thema des Buches wurde sehr gut umgesetzt, egal ob du dick bist oder nicht, niemand außer du selbst kannst dich schlecht machen. Man sollte zu sich stehen, eine wirklich gute "Message" für ein Jugendbuch, es ruft zu Toleranz auf.
Auch originell finde ich, dass 2 so kontroverse Themen, wie Übergewicht und Schönheitswettbewerb, auf diese wunderbare Weise miteinander verknüpft wurden. Auf den ersten Blick scheint es nämlich so, als ob die beiden nicht zusammen passen können.
Das Ende hat meiner Meinung kleine Schwächen, da es nicht so rund abgeschlossen wurde, wie ich es mir gewünscht hätte. Einige Sachen wurden vielleicht ein wenig zu schnell abgehandelt und manche Handlungsstränge hätte die Autorin ruhig näher beleuchten sollen.
Fazit:
Ein Jugendbuch, über die kleinen aber auch größeren Hürden, die uns die Gesellschaft aufgrund bestimmter äußerlicher Merkmale in den Weg stellt. Ein gutes Jugendbuch zum Nachdenken mit kleinen "Schönheitsfehlern". ;)
Rezensionen von PFIFF:
Ein ehemaliger Loch rechnet mit falschen Zeugen ab
Scherbengericht von Heinichen Veit
Der Koch Aristeides Albanese, "Der Grieche" genannt, kommt nach 17 Jahren aus dem Gefängnis, in dem er seiner Meinung nach eine Strafe abgesessen hat, die zu Unrecht wegen falscher Zeugenaussagen über ihn verhängt worden war.
Er rächt sich nun an allen Beteiligten, indem er sich Zutritt in deren Wohnungen verschafft, ein Gericht kocht und das mit Rhizin vergiftet, aber nicht tödlich, nur als Denkzettel.
Commissario Laurenti kennt den Fall von früher, weil er sich damals nicht durchsetzen konnte und deswegen ein schlechtes Gewissen hat. Der Mord an Aristeides Mutter war nie aufgeklärt worden.
Aristeides eröffnet ein eigenes Restaurant, das er sehr effizient führt, mit billigen Lebensmitteln, die übrig geblieben und fast abgelaufen sind. Mit Geschick und seinem muslimischen Freund Aarash versucht er gegen die Vorurteile und Missgunst der Triestiner anzukämpfen und zu seinem Recht auf ein neues Leben zu kommen.
Rezensionen von PFIFF:
Ein irrer Pfau bringt auf einem schottischen Lamdsitz alle durcheinander
Der Pfau von Isabel Bogdan
In den schottischen Highlands vermietet ein älteres Ehepaar Räumlichkeiten in ihrem Landsitz und den umliegenden Gebäuden.
Eine Londoner Gruppe von Investmentbankern quartiert sich für ein Wochenende ein, um an ihrer Teamarbeit zu arbeiten, sich besser kenenzulernen, um dann besser zusammenarbeiten zu können.
Unter den vielen Tieren, die sich auf dem Landsitz befinden, trägt ein verrückter Pfau dazu bei, Schaden an blauen Gegenständen zu verursachen.
Als er den teuren Wagen der Chefin der Gruppe demoliert, entschließt sich der Hausherr, ihn zu erschießen und trägt damit zu einer Kette von Mißverständnissen bei, die Verwirrung und Chaos unter den Bewohnern des Landsitzes stiften.
Eine amüsante, mit schwarzem britischem Humor gespickte Geschichte.
Rezensionen von Josef Lüthold:
Neuoffenbarungen sind nicht irrtumsfrei.
Johannes, das grosse Evangelium von Jakob Lorber
Das Werk von Jakob Lorber ist gut bis sehr gut. Aber es ist nicht irrtumslos. Denn die Diktate an Lorber kamen meistens nicht direkt von Jesus Christus, sondern sie wurden vielfach von geschöpflichen Geistwesen übermittelt, wobei auch eigene Ansichten dieser Geister in die Diktate eingeflossen sind.









