Kunden em pfehlungen
Rezensionen von TanyBee:
Feminismus und Fraundschaft
Das weibliche Prinzip von Meg Wolitzer
Greer Kadetsky ist eine ehrgeizige junge Frau, ganz im Gegensatz zu ihren Eltern, die einfach in den Tag hinein leben. Auf dem College schließt sie Freundschaft mit Zee, die schon auf der Highschool als Aktivistin tätig war. Zee nimmt sie mit zu einem Vortrag von Faith Frank, einer bekannten Feministin.
Diese Begegnung wird Geers Leben verändern, denn auch sie wird sich ab diesem Zeitpunkt dem Feminismus verschreiben.
Der Leser begleitet nicht nur Greer, wie sie wichtige Weichen in ihrem Leben stellt, sondern auch ihren Freund Cory und ihre Freundin Zee. Auch von Faith erfährt man viel in Rückblenden. Und es wird deutlich: Selbst wenn man sich dem Feminismus mit Haut und Haaren verschrieben hat, ist man doch immer noch ein Mensch und nicht frei von Fehlern. Interessant sind auch die ganzen moralischen Fragen, die im Buch aufgeworfen werden. Zum Beispiel in Bezug darauf, wie Feminismus überhaupt finanziert werden kann. Ist Feminismus, der von einer großen Investment-Firma finanziert wird, guter Feminismus?
Besonders beeindruckt hat mich die Figur von Faith Frank, obwohl sie mir gar nicht so sehr sympathisch ist. Was ich gut an ihr finde ist die Art, wie sie anderen Frauen und jungen Mädchen den Glauben an sich selbst gibt und diese unterstützt. Da braucht es oft weniger als man glaubt, ein paar Worte können ein ganzes Leben verändern.
Insgesamt ein gutes Buch, das sich sehr angenehm liest. (Bis auf eine Stelle. Da hat die Autorin leider mein Herz gebrochen. Ich weiß nicht, ob ich ihr das verzeihen kann.) Aber irgendwie hat mir etwas gefehlt zum „sehr gut“. Vielleicht liegt es daran, dass „Die Interessanten“ eines meiner absoluten Lieblingsbücher der letzten Jahre ist und ich es im Kopf natürlich verglichen habe mit „Das weibliche Prinzip“. Und manchmal waren mir da zu viele Parallelen, Greer und ihre Beziehung zu Cory haben mich an Jules und Dennis erinnert. Die Figuren und ihre Beziehungen zueinander sind aber bei weitem nicht so faszinierend wie in „Die Interessanten“.
Fazit: Ich habe das „Das weibliche Prinzip“ sehr gerne gelesen und empfehle es weiter, aber im Vergleich zu „Die Interessanten“ ist es doch schwächer, deswegen geben ich 4 Sterne.
Rezensionen von niknak:
Liveshow auf den Cookinseln
Wild Games - In einer heißen Nacht von Jessica Clare
Inhalt:
Undercover muss die Journalistin Abby in einer Reality Show mitmachen, sonst verliert sie ihren Job. Dafür muss sie 6 Wochen auf eine einsame Insel, gegen andere Teilnehmer ankämpfen und Wettbewerbe bestreiten, um den großen Gewinn zu bekommen. Außerdem wartet ein Buchvetrag auf sie. Widerwillig macht sie sich auf den Weg und als sie auf der Insel auch noch den arroganten Dean trifft, wird es für sie immer schwerer.
Immerhin fühlt sie sich zu ihm hingezogen, aber er scheint nichts von ihr zu wollen. Als er sie dann auch noch küsst, ist sie in einem kompletten Gefühlschaos.
Will Dean etwas von ihr oder benutzt er sie, um so leichter an den Sieg zu kommen?
Mein Kommentar:
Dies ist der erste Band der Wild Games Reihe von der Autorin Jessica Claire und ich war total begeistert davon. Sie hat einen leicht zu lesenden Schreibstil und die Seiten flogen beim Lesen nur so dahin. Dies mag einerseits an der tollen Handlung mit den vielen Gefühlen liegen, aber auch an den Überraschungen, die eingebaut waren. So änderte der Sender die Regel bei der Reality Show, damit sich wieder neue Aspekte ergaben und die Show / die Geschichte in eine neue Richtung gelenkt wurde.
Die einzelnen Kapitel sind aus der Sicht von Abby geschrieben, sodass man sie sehr gut kennenlernt und sich auch gut mit ihr identifizieren kann. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich nicht so schnell etwas sagen lässt und versucht viele Dinge selbst zu regeln. Aber man merkt mit der Zeit, dass sie auch gut in einem Team zusammenarbeiten kann und ihre Stärken gekonnt einzusetzen weiß.
Dean hingegen ist eher der Sonnyboy, der gut aussieht, sportlich ist und dem die Frauen zu Füßen liegen. Damit man auch seine Sicht ein wenig kennenlernt, hat die Autorin zu Beginn eines jeden Kapitels kurz seine Gedanken eingefügt. Diese Idee hat mir richtig gut gefallen und so lernte man beide ein wenig kennen.
Auch die anderen Kandidaten waren mehr oder weniger gut beschrieben. Man erfuhr einiges über den Kampfgeist der Teilnehmer, da es einfach ums Gewinnen geht und jeder versuchte sich einen Vorteil herauszuschlagen.
Sehr schön und gefühlvoll waren die Momente beschrieben, in denen sich Dean und Abby näher kamen. Man spürte richtig die Gefühle zwischen ihnen und konnte das Knistern wahrnehmen. Aber auch sonst kamen die Gefühle nicht zu kurz. Auch die Trauer und Wut über verlorene Wettkämpfe konnte man richtig gut nachvollziehen.
Die Schauplätze der Handlung waren meiner Meinung nach gut und ausreichend beschrieben, sodass man sich ein gutes Bild machen konnte. Man konnte sich die Schlafstätte und das Lager gut vorstellen und ich hatte beim Lesen ein schönes Bild vor Augen.
Mein Fazit:
Ein wirklich toller Auftakt zu einer neuen Reihe, die sofort Lust auf mehr macht und mich schon voller Spannung und Vorfreude auf den nächsten Teil warten lässt.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von niknak:
Neue Kraft durch die Liebe
Mittendrin ein neuer Anfang von Melanie Brandl
Inhalt:
Franka ist Studentin, Mitte 20 und bekommt plötzlich die Diagnose: Hirntumor. Obwohl er gutartig ist, verändert sich ihr Leben dramatisch und die Operation ist bereits in drei Wochen.
Genau zu dieser Zeit lernt sie Leon kennen und könnte sich mit ihm gemeinsam eine Zukunft vorstellen.
Aber hat Franka überhaupt eine Zukunft und wie sieht ihr Leben nach der Operation aus? Und welches Geheimnis hat Leon, da er immer so verschlossen ist und nichts von sich selbst erzählen will?
Mein Kommentar:
Dies ist ein sehr gefühlvoller Roman der Autorin Melanie Brandl und erzählt sehr ausführlich und deutlich was diese Diagnose mit Franka aber auch mit ihrer Umgebung anstellt.
Man erfährt die verschiedensten Herangehensweisen an dieses Thema. Die einen denken nur positiv, andere sind geschockt und einige nehmen es mit Humor. Nur wenige können wirklich damit umgehen und Franka auf ihrem Weg unterstützen. Dies macht mich als Leser nachdenklich wie ich selbst in einer solchen Situation reagieren würde, wenn es mich oder einen Angehörigen betreffen würde. Dennoch vermittelt das Buch auch Hoffnung, dass man nie aufgeben darf.
Franka lernt in dieser schwierigen Zeit Leon kennen und verliebt sich trotz allem in ihn. Auch wenn sie nicht weiß, wie ihre Zukunft aussieht und wie er damit umgehen kann. Man sollte also immer positiv denken, da man nie weiß, was das Leben noch für einen bereithält.
Doch auch Leon hat es nicht leicht in seinem Leben und wird auf eine harte Probe gestellt. Ob sie dennoch einen Weg zueinander finden, müsst ihr schon selbst herausfinden.
Ich finde, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist die Gefühle und Gedanken von Franka rüberzubringen. Man konnte ihre Entwicklung sehr gut nachvollziehen und mit ihr mitleiden und mitfiebern.
Leons Geschichte kam mir leider etwas zu kurz. Nachdem sie eher nur angedeutet wurde, blieben für mich leider noch viele Fragen offen. Daher könnte ich mir gut vorstellen, dass die Autorin daraus ein zweites Buch aus seiner Sicht der Geschichte schreiben könnte, damit man auch Leon besser kennenlernt. Denn trotz aller Probleme fand ich ihn dennoch sympathisch und hätte gerne noch etwas mehr über ihn erfahren.
Auch das Ende ging mir fast ein wenig zu schnell und ein paar Seiten mehr hätten mir durchaus gefallen.
Trotz des eher traurigen Themas habe ich das Buch gerne gelesen. Durch den gefühlvollen und flüssigen Schreibstil liest es sich leicht und schnell.
Ich würde mich freuen noch mehr von der Autorin zu lesen, da mir ihr Schreibstil richtig gut gefallen hat.
Mein Fazit:
Ein sehr gefühlvolles Buch über ein eher trauriges Thema, das die Autorin aber super verpackt hat in eine spannende Liebesgeschichte. Und trotz allem hat es die Autorin geschafft eine positive Stimmung rüber zu bringen und während des gesamten Buches aufrecht zu erhalten.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von niknak:
Was steckt wirklich dahinter?
Mittendrin ein neuer Anfang von Melanie Brandl
Inhalt:
(Klappentext)
Einen Fremden heiraten? Cecilia kann nicht glauben, was ihr Vater da von ihr verlangt! Sie ist erst 18, und ihr zukünftiger Ehemann der Kronprinz von Europa!
Doch der König will unbedingt Cecilia als Frau seines Sohnes. Ein Nein würde er nicht dulden.
Nur widerwillig reist Cecilia mit ihrer Familie in den Königspalast, um ihren Zukünftigen kennenzulernen.
Zu ihrer großen Erleichterung ist der 21-jährige Prinz Noran aber nicht nur gutaussehend, sondern auch charmant und liebevoll. Doch auch sein temperamentvoller Bruder Elias reizt Cecilia mit seiner provokanten Art. Und als wären zwei attraktive Männer, eine eifersüchtige Schwester und ein ungeduldiger König nicht schon genug, scheint im Palast eine unglaubliche Intrige gesponnen zu werden …
Mein Kommentar:
Dies ist das Debüt der Autorin Anna Nigra und gleichzeitig der Auftakt zu einer dreiteiligen Reihe.
Sie hat einen lockeren und angenehmen Schreibstil und die Geschichte lässt sich sehr leicht und flüssig lesen.
Bei dieser Reihe handelt es sich um eine Fantasy Geschichte, die im royalen Umfeld spielt. Cecilia soll die künftige Königin von Europa werden und Noran heiraten, den sie aber noch gar nicht kennt. Ihr Kennenlernen wird sehr schön beschrieben und man merkt, wie sie sich langsam näherkommen. Aber da spielt auch noch Norans Bruder Elias eine wichtige Rolle, denn auch zwischen ihm und Cecilia entwickeln sich Gefühle. Diese Dreiecksbeziehung spielt eine sehr wichtige Rolle im Buch und wird auch gut dargestellt. Das Buch ist aus der Sicht von Cecilia geschrieben und so erfährt man natürlich ihre Gedanken und Gefühle am besten. Leider wirkt sie manchmal noch recht jung und naiv. Wenn sie von Problemen oder wichtigen Dingen erfährt, geht sie diesen nicht immer auf den Grund, wie ich es mir manchmal erhofft hätte. Dadurch hätte das Buch noch zusätzlich an Spannung und Unterhaltung gewonnen, aber das ist auch eine gute Basis für den zweiten Teil, um darin noch einige der offenen Fragen zu beantworten.
Auch die vielen Intrigen spielen eine wichtige Rolle. Außerdem werden immer wieder Andeutungen gemacht, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Und Cecilie herausfinden soll, wer sie wirklich ist. Leider werden diese Fragen alle nicht im Buch beantwortet und machen dadurch den Leser neugierig auf Band zwei.
Ansonsten hat mir die Geschichte richtig gut gefallen, bis auf das Ende. Es endet mit einem richtigen Cliffhänger und man weiß als Leser absolut nicht, wie es weitergehen wird.
Dafür warte ich nun umso gespannter auf den nächsten Band. Doch leider weiß ich noch gar nicht, wann es herauskommen soll. Wer also nicht voller Spannung warten will, sollte mit dem Lesen noch etwas warten, um dann alle drei Bände hintereinander zu lesen.
Mein Fazit:
Es ist ein gelungener Auftakt zu einer neuen und interessanten Reihe voller Intrigen, Liebe und Geheimnissen.
Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band, um noch einige Fragen und Geheimnisse rund um das Königshaus und Cecilia zu lüften.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von Christoph Huber:
25 Schritte zur Fürbitte
Für-Bitten von Liborius O. Lumma
Für-Bitten (verstehen.verfassen.vortragen) ist ein Praxisbuch für alle, die mit dem Formulieren und Gestalten von Fürbitten oft, immer wieder oder auch nur ab und zu beschäftigt sind. Dabei liegt die Stärke dieses 136 Seiten starken Werks nicht nur in der Praxisnähe und der laufend aufbauenden Übungen, die zwischendurch immer wieder für Auflockerung sorgen und zum Mitdenken und Kreativ-Werden motivieren, sondern auch in den profunden, aber gut verständlichen theologischen Erklärungen, die stringent aufzeigen, was (nach Auffassung des Autors) Fürbitten (nicht) sind und wie sie idealerweise auszuschauen haben.
Dabei ist der Text gespickt mit Tipps, aber auch Humor und Augenzwinkern, was das Lesen erleichtert und an manchen Stellen zum Genuss macht.
Das Buch ist optisch einerseits schlicht, aber durch die konsequente Verwendung nur eines Blautons für Überschriften, Zitaten und als Unterlegung von Beispielen für das Auge angenehm klar gegliedert. So komme ich auch schon zur Gliederung, die nicht (wie man es sonst gewohnt ist) aus Kapiteln und evtl. Unterkapiteln besteht, sondern aus insgesamt 25 Schritten (exklusive Vor- und Nachwort), die darauf abzielen der Leserschaft die Kompetenz zu vermitteln, selbstständig und für die jeweilige Situation angepasst Fürbitten zu schreiben. Die Vielzahl der Schritte scheint mir nicht gerade ideal als Praxishilfe (und deshalb hat man ja wahrscheinlich das Wort „Schritt“ gewählt), denn hier wird dann eben nicht unterschieden zwischen einem theoretischen Input, einer praktischen Schlussfolgerung, Übungen oder Beispielen, was durch eine abgestufte Gliederung vielleicht besser möglich gewesen wäre. Das tut aber der Qualität und dem möglichen Einsatz des Buches keinen Abbruch und steht einer Kaufempfehlung nicht entgegen.
Hier wiegt vielleicht ein inhaltlicher Vorbehalt mehr: Liborius Olaf Lumma, Liturgiewissenschaftler an der kath.theol. Fakultät Innsbruck, macht sich stark dafür, die gebräuchliche Sicht auf die Fürbitten zu ändern: Er erarbeitet aus zwei wichtigen Quellen für das Fürbittgebet (Große Karfreitagsfürbitten und Friedensektenie) den Standpunkt, dass die sogenannten Fürbitten nicht das eigentliche Gebet der Gemeinde sind, sondern (nur) der Gebetsaufruf bzw. die Einladung zum Gebet für ein bestimmtes Anliegen. So sind dann auch erst die Stille bzw. der (Kyrie-)Ruf danach das „Allgemeine Gebet“. Diese Sichtweise macht dann aber auch die übliche Aufteilung der Bitten auf verschiedene Menschen aus der Gemeinde obsolet oder sogar widersinnig. Ob sich diese Sichtweise und neue mögliche Praxis durchsetzen wird, bleibt m.E. fraglich – auch weil man theologisch sicher auch gute Gründe dafür bringen kann, dass gerade das stellvertretende Vorlesen der Bitten durch Mitglieder der Gemeinde das Beten und das Mitfeiern der anwesenden Menschen sichtbar macht und es eher als Rückschritt gewertet werden kann, wenn Aufgaben wieder zurück von den Laien an den Klerus gehen.
Andererseits hilft dieser frische neue Blick auf das Thema Fürbitten, manchen (altbekannten) Fehler (Moralisierung, Vereinnahmung etc.) ganz bewusst aus dem Weg zu gehen und selbstbewusst kurze und prägnante Für-Bitten zu formulieren, bei denen das „Wofür“ ausreicht, und Fürbitte sogar Gebet und Aufruf dazu gleichzeitig sein kann.
Fazit: Interessantes und topaktuelles Buch für alle, die sich mit dem Thema beschäftigen!
Rezensionen von niknak:
Liebe und Erdbeeren
Sommer der Erdbeerblüten von Nina Hansen
Inhalt:
(Klappentext)
Als Flora bemerkt, dass ihr Freund eine Affäre hat, bricht für sie die Welt zusammen - denn sie leben nicht nur zusammen, sie arbeitet auch in seinem Unternehmen. Zu allem Unglück stirbt auch noch ihre Großmutter. Flora beschließt, im Landhaus ihrer Oma Lotte ein neues Leben anzufangen und eine Marmeladenmanufaktur zu eröffnen.
Denn im weitläufigen Garten ihrer Großmutter wachsen tonnenweise Obst und Gemüse, und nichts erinnert sie mehr an glückliche Momente, Geborgenheit, Gänseblümchenkränze und ihre Oma Lotte als Marmelade. Sie hat nicht mit Tom gerechnet, dem attraktiven Nachbarn und zudem - zu ihrer großen Enttäuschung - Erben von Oma Lottes Haus.
Mein Kommentar:
Dies ist mein erster Roman, den ich von der Autorin Nina Hansen lese. Sie hat einen lockeren Schreibstil und die Geschichte liest sich richtig flott dahin.
Die Autorin hat tolle Charaktere geschaffen, die trotz ihrer Ecken und Kanten sehr liebenswürdig sind - oder gerade deshalb. Sie wurden sehr gut ausgearbeitet und man konnte richtig gut mir ihnen mitfühlen. Als Leser hatte man einen guten Einblick in Floras Gedankenwelt und konnte ihren Ärger über das Fremdgehen des Freundes genauso gut verstehen, wie die Wut darüber, dass Lotte ihr Haus Tom, einem fast Fremden, vermacht hat, anstatt Flora, ihrer einzigen Enkelin. Die Entwicklung einer Beziehung zwischen den beiden ist sehr schön dargestellt und für den Leser absolut nachvollziehbar. Trotz der vielen Schwierigkeiten, die Flora immer wieder erlebt, gibt sie nie auf und versucht immer wieder neu ihren Weg zu gehen. Das gefiel mir an diesem Buch besonders gut.
Aber auch Tom hat seine Geheimnisse aus der Vergangenheit, die sich erst mit der Zeit lüften. Die Gefühle und Emotionen sind meiner Meinung nach sehr gut beschrieben und kommen auch gut beim Leser an.
Auch die Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen und auch super zur Geschichte gepasst. So ergab sich mit den Personen ein rundes Bild und man konnte die Geschichte einfach nur noch genießen.
Aber nicht nur die Personen, sondern auch die Landschaft ist toll und bildhaft beschrieben und man hat als Leser ein klares Bild vor Augen. Man kann sogar den Duft der Erdbeeren erahnen beim Lesen.
Einzig das Ende hat mich nicht ganz zufriedengestellt, da ich es mir etwas anders erhofft hatte. Aber das ist sicher Geschmacksache.
Mein Fazit:
Eine kurzweilige und unterhaltsame Sommerlektüre, die man einfach nur genießen kann, ohne viel darüber nachzudenken. Bestens auch für den Strand geeignet, aber aufpassen: man bekommt Lust auf Erdbeeren.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von begine:
2 starke Frauen
Sommer der Erdbeerblüten von Nina Hansen
Rebecca Micheles Romane habe ich schon länger gerne gelesen, auch unter ihren Pseudonymen. Sie lässt ihren neuen bewegenden Roman „Der Weg der verlorenen Träume“ ab 1918 in Masuren Ostpreußen stattfinden. In diesen schweren Zeiten ist das Geld knapp.
Hedwig kann nach ihrer Schneiderlehre mit Nähen etwas verdienen, oft auch gegen Naturalien.
Stolz ist sie, das sie ihren Meister für Damen- und Herrenschneiderei besteht. Sie heiratet den Musiker Albert, aber der läßt sie bei seinen Eltern, wo sie in der Fleischerei arbeiten muss.
Man erlebt den Aufstieg der Nazizeit mit. Hedwig hat keine Zeit sich um Politik zu kümmern, erst als ihr bekannte Personen als Juden verfolgt werden, wird sie hellhörig.
Dann geht es mit der Tochter Margarethe auf die Flucht über das Haff mach Norddeutschland. Die Jahre auf dem Land sind für Beide arbeitsam,
Die Autorin hat die Zeit detailliert und genau erzählt.Meine Mutter war eine Vertriebene, so kann ich von ihren Erfahrungen sagen, genau so war es. Da konnte ich mich beim Lesen wieder erneut erinnern.
Der Roman ist angenehm und interessant zu Lesen. Eine gute Unterhaltung.
Rezensionen von Maralis:
Eine Ode an das Lesen
Das Mädchen, das in der Metro las Gebunden. von Féret-Fleury Christine
Juliette arbeitet in einem Maklerbüro und auf den Weg dorthin, liest sie jeden Morgen in der Metro. Von ihrer Arbeit ist sie gelangweilt und so verliert sie sich in den Büchern, erlebt ihre Abenteuer durch sie. Bis sie eines Tages Zaide und deren Vater Soliman kennen lernt, durch die ihr Leben eine überraschende Wendung erfährt.
Dieses Buch ist die reinste Ode an das Lesen und die Bücher.
Juliette mag es wie die Bücher riechen, wie unterschiedlich sie auch, je nachdem ob sie neu oder gebraucht waren, rochen. Die Bücher verrieten ihr so viel.
Christine Fèret-Fleury versteht sich im Schreiben langer Schachtelsätze, von denen ich mir manchmal wünschte, sie mögen nie aufhören.
Noch nie habe ich bei einem Buch so viele PostIts verbraucht. Nicht nur um markante Stellen wieder zu finden, sondern auch, weil ich hier so viele Bücher fand, die ich selber schon gelesen habe und ich feierte sozusagen ihre Auferstehung mit ihnen. Mein Leben zog während des Lesens oft an mir, durch die Bücher, vorbei.
Obwohl das Buch nur wenige Seiten hat, brauchte ich dafür länger, als für so manchen Wälzer. Weil ich viele Stellen mehrmals las, sie waren einfach so wunderschön geschrieben.
Dies ist ein Buch für Jeden der Bücher liebt.
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Ungewöhnliches Familienporträt
Das Mädchen, das in der Metro las Gebunden. von Féret-Fleury Christine
Der Amerikaner Sonny bekommt zu seinem 21. Geburtstag das Vermögen seines Vaters, des Guru Bim, vererbt. Sein Vormund Thomas überreicht ihm zeitgleich eine Liste mit Orten und Personen, die er in England aufsuchen soll, um seine Familiengeschichte zu ergründen. Sonny macht sich samt seinen ganzen Neurosen und seiner Drogenvergangenheit auf die Suche nach sich selbst.
Die Geschichte selbst ist reizvoll und ziemlich abgefahren. Die Begleitumstände der Situation und der Junge selbst sind merkwürdig und absurd. Es könnte alles in Abwegige abdriften bei der ganzen Esoterik, dem Zusammenleben in Kommunen, der ganzen Skurrilität. Tut es aber nicht. Die Autorin hat fast alles logisch und in vielen glaubwürdigen Details verpackt.
Nach und nach entsteht ein umfassendes Bild von Sonny und den anderen Personen. Dies ist insofern ganz angenehm, da es sowohl um positive als auch negative Eigenschaften der Beteiligten geht. Nur Sonny begegnet den großen Herausforderungen trotz seinen vielen Neurosen zu leicht – fügt sich zu leicht in die Geschichte. Immerhin war er drogenabhängig, hat viele Zwänge und Neurosen. Vielleicht passt dies aber auch zu der Art der Geschichte, die sich nicht allzu ernst nimmt und einen leichten Ton anschlägt.
Der Text liest sich fließend, ist in Briefform (der Junge schreibt an seine Mutter) geschrieben. Die Briefform ist günstig gewählt, da die Lesenden so Einblick in Sonnys Seelenleben und seine Gedanken bekommen. Die Erzählung ist sehr ausführlich und intensiv, hat eine kaum wahrnehmbare Spannung. Das Buch lässt sich deswegen zwischendurch immer wieder leicht weg legen. Die Lesenden sind gefordert immer wieder den Reiz der Geschichte zu erinnern, um das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Wenn das geschafft ist lässt sich der Faden jedoch leicht wieder aufnehmen. Am Ende des Briefes angekommen hat sich ein rundes Bild von der Familiengeschichte ergeben.
Die Autorin Martine McDonagh hat in „Familie und andere Trostpreise“ eine unterhaltsame nicht ganz leicht gängige Geschichte über die Suche eines jungen Mannes nach sich selbst geschrieben. Eine absurde Reise beginnt - mit vielen skurrilen Begegnungen, klugen und nachdenklichen Tönen.
Rezensionen von Maralis:
Super spannend
Der Kreidemann von Tudor C.J.
Inhalt: Alles begann an dem Tag, an dem sie auf den Jahrmarkt gingen. Als der zwölfjährige Eddie den Kreidemann zum ersten Mal traf. Der Kreidemann war es auch, der Eddie auf die Idee mit den Zeichnungen brachte: eine Möglichkeit für ihn und seine Freunde, sich geheime Botschaften zukommen zu lassen.
Und erst einmal hat es Spaß gemacht – bis die Figuren sie zur Leiche eines jungen Mädchens führten. Das ist dreißig Jahre her, und Eddie dachte, die Vergangenheit liegt hinter ihm. Dann bekommt er einen Brief, der nur zwei Dinge enthält: ein Stück Kreide und die Zeichnung eines Strichmännchens. Und als die Geschichte beginnt, sich zu wiederholen, begreift Eddie, dass das Spiel nie zu Ende war ... Quelle: Klappentext
Von C.J. Tudor hatte ich noch nie etwas gehört und das Cover hat mich auch nicht gerade mitgerissen. Als ich allerdings die Empfehlung von Stephen King gelesen hatte, wurde ich neugierig und las auch das Interview mit der Autorin und die Leseprobe. Von da an wollte ich nur eines: das Buch besitzen und lesen. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt.
Die Kapitel wechseln immer vom Jahr 2016 und 1986. Dadurch steigt die Spannung und Kapitel um Kapitel öffnen sich immer mehr vormals verschlossene Türen.
Der Kreidemann ist nicht der brutale Thriller mit ausgetüftelten Foltermethoden, trotzdem ist er von Anfang an und bleibt es auch Super spannend.
Das Ende ist einfach fulminant und furios.
Fazit: Ein sehr spannender Thriller, der sich lohnt.








