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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von begine:

Magisch

Hauptsache, der Baum brennt von Sina Beerwald

Den neuen Roman von Sina Beerwald habe ich einfach bestellt, weil ich schon lange nichts von ihr gelesen habe. Ich war ziemlich überrascht,“Hauptsache der Baum brennt“ ist ein toller humorvoller Weihnachtsroman.

Die Protagonistin Sarah Christkind trifft den Weihnachtsmann, er hat ein Problem, er meint sie ist ein Christkind.

Sie glaubt er hat sein Gedächtnis verloren und ist verwirrt, da will ihm helfen. Er sagt er sei der echte Weihnachtsmann, aber Sarah glaubt ihm nicht.

Die Autorin lässt die beiden viele verwirrende Situationen erleben. Ich musste immer wieder lächeln. Sarah kommt mit dem Weihnachtsmann oft in peinliche Situationen.

Ein wunderschöner Roman mit Magie, zum Eintauchen.
Am Ende des Buches gibt es finnische Rezepte, die der Weihnachtsmann in dem Roman kocht. Wunderbar.
Eine schöne unterhaltsame Geschichte zum Schmunzeln.
Ein schönes Märchen, gut für die Vorweihnachtszeit.
Empfehlenswert.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Geschichte erwandern

Gruselwandern in Salzburg von Clemens M. Hutter

Der Journalist Clemens M. Hutter nimmt uns auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt Salzburg, dem Rupertiwinkel und den fünf Gaue Salzburgs mit. Wir entdecken unter seiner sachkundigen Beschreibung Flurnamen, Gebäude und Richtstätten.


Auf 59 Wanderungen erklärt er die historischen Hintergründe, warum es zu diesem Hexenwahn kommen konnte und versucht, mit der üblichen Meinung, die Obrigkeit hätte die Hexenverfolgungen angeordnet oder es wären ihnen nur Frauen und Mädchen zum Opfer gefallen, aufzuräumen.

Im 16. und 17. Jahrhundert löste der Hexenglaube rund um den Zauberer Jackl eine Massenhysterie aus, der 138 Menschen – vornehmlich Buben und Männer – zum Opfer fielen. Es war in drei Wellen die größte Hexenverfolgung im deutschsprachigen Raum.

Hutter hat in alten Gerichtsakten gestöbert, Folterkammern besucht und begibt sich auf die Spuren von Opfern und Tätern.

Neben diesem „amtlichen“ Gruselkabinett erfahren wie einiges zu Sagen, Geistern, lernen den Glasteufel im Mikroskop (S.145) kennen und werfen einen Blick auf die Trümmer von Hitlers „Berghof“ (S. 75).

Jede Wanderung ist detailliert beschrieben, mit Gehzeit und Höhenunterschieden versehen, sodass der zukünftige Wanderer weiß, worauf er sich einlässt.

Zwischen den Routen sind Stichworte angeführt, die die Begriffe dieser schrecklichen Zeit beleuchten und erklären.

Der Schreibstil ist sachlich, beinahe schon nüchtern. Doch bei diesem Thema wären blumige Worte wohl fehl am Platz


Fazit:

Wer sich für schaurige und leider wahre Geschichten interessiert, ist hier richtig. Gerne gebe ich 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

(K)eine Idylle am Chiemsee

Gruselwandern in Salzburg von Clemens M. Hutter

Schauplatz ist ein kleines Dorf am Chiemsee um 1930. Die Menschen leben beschaulich dahin.
Als der zugezogene Maler Josef Sachrang ermordet aufgefunden wird, ist nichts mehr wie vorher. Es gibt mehrere Dörfler, die einen guten Grund hätten, den Maler zu ermorden.

Je weiter die Ermittlungen fortschreiten, desto mehr kommen den Polizisten die Tatverdächtigen abhanden, denn der eine oder andere erhält ein Alibi.

Dass hierbei auch streng gehütete Geheimnisse aufgedeckt werden, versteht sich von selbst.

Wer also hat den Maler auf dem Gewissen?

Meine Meinung:

Wer hier einen ruhigen Krimi mit zeitgeschichtlichem Flair vermutet, ist hier richtig. Die Autorin beschreibt die Gegend
Rund um den Chiemsee sehr plastisch. Alles wirkt ein wenig retardiert. Die Zeit scheint langsamer als in München voranzuschreiten.
Die Charaktere haben Ecken und Kanten. Man kann ihnen ihre Gefühle recht gut abnehmen. Vor allem die Gekränkten und vom Leben Enttäuschten sind gut getroffen.

Fazit:

Ein ruhiger Krimi mit viel Lokalkolorit und zeitgeschichtlichem Hintergrund. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Enttäuschung

Freud von Joel Whitebook

„Nach wie vor faszinieren die Ideen und das Leben Sigmund Freuds viele Leser. Joel Whitebook liefert ein großartiges Porträt dieser Jahrhundertfigur, indem er ihn in all seiner Vielschichtigkeit darstellt. Ihm gelingt ein erhellendes und aufschlussreiches Porträt mit neuen Erkenntnissen.“

Soweit ein Auszug aus dem Klappentext.

In 13 Kapiteln versucht der Autor uns das sozialwissenschaftliche Umfeld und Sigmund Freud näherzubringen. Nicht immer gelingt ihm das. So werden bereits dem jungen Freud Gedanken des (alten) Psychoanalytikers unterlegt, die einem Kind völlig fremd sind. Ja, das Fehlen der Mutter (sie ist depressiv) hat den jungen Freud geprägt. Ja, das Übersiedeln aus dem beschaulichen Freiberg in Mähren in die pulsierende Hauptstadt Wien ist ein einschneidendes Erlebnis.

Wie der amerikanische Psychoanalytiker und Philosoph Joel Whitebook einräumt, gibt es bereits mehrere exzellente Freud-Biografien. Warum also noch eine? Das habe ich mich nach der Lektüre dieses Buchs auch gefragt. Denn meiner Meinung nach ist diese Biografie keine im herkömmlichen Sinn. Ich habe hier die Lebensgeschichte von Sigmund Freud analytisch aufgearbeitet, erwartet. Doch leider begibt sich der Autor auf das Feld der Interpretation um nicht zu sagen, Spekulation und springt zusätzlich noch durch Zeit und Raum.

Der Autor (oder die Übersetzerin) verwendet jede Menge Fremdwörter, für die es eine ausdrucksstarke deutsche Entsprechung gibt. Ein Bespiel gefällig? „Skotomisieren“ – „verdrängen“, wäre hier prägnanter, weil dieses Wort gleich direkt mit Freud in Verbindung gebracht werden kann. Sollen viele Fremdwörter, die man nachschlagen muss, dem Buch einen nachhaltig wissenschaftlichen Anstrich geben?

Gleich auf Seite 35 ist ein peinlicher Fehler zu finden: die, nicht näher definierten, Napoleonischen Reformen sollen von 1896-1808 (richtig 1796-1808) stattgefunden haben. (1796 ist Napoleon mit seiner Armee in Oberitalien.)
Und wenig später (S.85) schreibt der Autor: „Auch wenn Wien Mitte des 19 Jahrhunderts der Moderne zustrebte, setzte die Gesellschaft weiterhin auf Pomp, Gepränge und Spektakel. Nachdrücklich bestärkt wurde sie darin durch Österreichs greisen, aus der Zeit gefallenen Kaiser Franz Josef, der die Leere, Untauglichkeit und Brüchigkeit der Habsburger Dynastie zu kaschieren bestrebt war.“
Wie bitte?? Franz Joseph ist 1830 geboren und ist 1848, also Mitte des 19. Jahrhunderts, mit nur 18 Jahren Kaiser geworden. Vermutlich hat er Kaiser Ferdinand gemeint, der 1848 zu Gunsten von Franz Joseph abgedankt hat.

Entweder ist hier vom Autor schlampig recherchiert worden oder die Übersetzung oder das Lektorat hat nicht aufgepasst. Das dürfte einem so renommierten Verlag wie Klett-Cotta nicht passieren.

Ich habe immer leichte Bedenken, wenn schon eindeutige Jahreszahlen nicht richtig dargestellt werden, ob dann andere Passagen stimmen. Doch dazu müsste ich die Schriften von Sigmund Freud im Original lesen.

Für Leser, die gerne philosophische Texte lesen, mag das Buch richtig sein. Ich bin ziemlich enttäuscht. Wer eine "richtige" Biografie über Freud lesen will, muss vermutlich zu einem anderen Buch greifen, ev. Peter-André Alt "Sigmund Freud. Arzt der Moderne".

Fazit:

Hier habe ich etwas anderes erwartet und kann, auch ob der historischen Ungenauigkeiten nur maximal 2 Sterne vergeben.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

EIne faszinierende Familiengeschichte

Das verschollene Erbe der Wertheims von Carlos Guilliard

Dieses Buch ist die spannende Familiengeschichte des Autors.

Einer seiner Vorfahren, der junge Joseph Wertheim bricht aus dem engen kurhessischen Städtchen Rotenburg bei Fulda nach Amerika auf, um dort sein Glück zu machen. Joseph Wertheim ist ein begnadeter Mechaniker und findet beim Nähmaschinenhersteller Isaak Merrit Singer eine Anstellung.

Der Tod seines Vaters ruft ihn in die Heimat zurück. Joseph schafft es, mit seinen „Wertheim-Nähmaschinen“ die führende Rolle auf dem Markt in Deutschland zu spielen. Die Weimarer Republik, Weltwirtschaftskrise sowie der aufkeimende Nationalsozialismus lassen Joseph nach anderen Absatzmärkten suchen. Man findet sie in Barcelona. Dort wird ein Zweitwerk errichtet. Doch auch Spanien wird von Unruhen geplagt, dennoch trotzt Josephs Sohn Robert, der seinen Namen den spanischen Gepflogenheiten anpasst und sich nun Roberto Vallin de Ballin nennt, den Widersachern.

Während in Deutschland die Vermögenswerte arisiert werden und zum größten Teil bis heute verschwunden sind, kann sich Robert mit seiner Nähmaschine, die hier „Rapidá“ heißt, durchschlagen.


Meine Meinung:

Autor Carlos Guilliard ist ein Nachfahre jenes Roberto de Vallin de Ballin und will nun Licht ins Dunkel seiner Familiengeschichte bringen.

Die Nähmaschinen-Wertheims sollten nicht mit der gleichnamigen Kaufhausdynastie, die aus Stralsund kommen und denen ähnlich übel mitgespielt wurde, verwechselt werden.

Der flüssige und bildhafte Schreibstil lässt die handelnden Personen mit all ihren Ecken und Kanten deutlich vor unserem geistigen Auge auferstehen.

Zwischen den historischen Ereignissen sind immer wieder die aktuellen Recherchen des Autors eingeblendet. Wie häufig bei der Aufarbeitung solcher Familiengeschichten, spielt der Zufall mitunter eine große Rolle.


Seine akribischen Recherchen lassen uns dieses Buch wie einen Krimi erscheinen, dabei ist es vorrangig eine großartige Sozial- und Familiengeschichte, die ihren Ausgang in den Gründerzeiten des 19. Jahrhunderts über das 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart hat. Wieder einmal entdeckt der aufmerksame Leser, dass die ach so korrekte Schweiz in den diversen schmutzig dubiosen Geschäften während der NS-Zeit ihre Finger ganz tief stecken hat. Interessant wäre, wie viele „herrenlose“ Konten es hier noch gibt, bzw. wohin die Vermögen verschwunden sind.

Man kann Carlos Guillard nur wünschen, dass er, nicht zuletzt mithilfe der Leser, den Verbleib des verschollenen Wertheim-Erbes aufklären kann.

Fazit:

Eine faszinierende Familiengeschichte! Gerne gebe ich hier 5 Stern und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:

wer an den Teufel glaubt.....

Geisternächte von Mumot André

Brutale Gewalt, ermordete Kinder, Exorzismus und Geisterbeschwörung, alte Seilschaften aus finsteren Zeiten, ein Priester auf Abwegen und dunkle Familiengeheimnisse – es ist viel Böses in der Geschichte. Die rechte Spannung will sich trotzdem nicht einstellen, es sind zu viele Fäden, die da zu einem Knoten geschnürt werden sollen.

Oder ist doch der Spiegel des Teufels schuld? Nur mittelspannend.

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Rezensionen von jiskett:

Guter Krimi mit einem interessanten Fall

Scandal in Scarlet von Vicki Delany

"A Scandal in Scarlet" ist der vierte Band der Reihe um Gemma Doyle, die einen Sherlock Holmes Buchladen betreibt und eine Beobachtungsgabe hat, die der des berühmten Detektivs Konkurrenz machen könnte. Obwohl sie vor Ort war, als eine Leiche gefunden wurde, will sie dieses Mal eigentlich nicht ermitteln, doch sie wird durch die Umstände dazu gebracht.

Es gibt einige Personen, die die Möglichkeit und ein Motiv hatten, um das Opfer zu töten und dadurch war es interessant zu spekulieren, wer es getan haben könnte, vor allem, da sich der Fall in den späteren Kapiteln noch verkompliziert hat. Die Ermittlungen haben sich realistisch gestaltet, die Spannung wurde gut aufgebaut und die Auflösung war definitiv stimmig. An diesem Buch hat mir allerdings besonders gut gefallen, dass Gemma nur sehr zögerlich dazu bereit ist, Detektivarbeit zu leisten; es war eine nette Abwechslung zu den vorherigen Bänden und hat der Autorin erlaubt, sich etwas anderes auszudenken, um sicherzustellen, dass die Protagonistin trotzdem in die Geschehnisse involviert wurde. Ich mochte auch, dass sie nicht durchgehend auf der Höhe war. Sie macht kleine Fehler, andere Charaktere erhalten Informationen, die ihr nicht zugänglich waren und es gibt Momente, in denen sie zu Tricks greifen muss, um Fortschritte zu machen.

Natürlich ist Gemma immer noch sie selbst und dementsprechend kann sie Umstände erkennen, die anderen verborgen bleiben, ist gelegentlich ein bisschen unhöflich, scheut Konfrontationen nicht und hat Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen, aber ich hatte das Gefühl, dass sie im Vergleich zum letzten Band umgänglicher geworden ist und es wird deutlich, dass sie sich Mühe gibt. Ich fand auch gut, dass ihre Beziehung mit Ryan eine große Rolle gespielt und ihr Handeln während der Arbeit an dem Fall beeinflusst hat. Da er für die Polizei arbeitet, kann ihr Verhalten und ihr Hang dazu, sich am Rande der Legalität zu bewegen, für ihn negative Auswirkungen haben und es war realistisch, dass die beiden deshalb Probleme hatten. Ihre Fehler hatten echte Konsequenzen, was mir sehr gefallen hat. Zudem mochte ich, wie Estrada geschrieben wurde - dass sie Gemma immer das Verbrechen in die Schuhe schieben wollte, hat mich in den vorherigen Büchern gestört, sodass es toll war, hier kleine Fortschritte zu sehen.

Insgesamt ist "A Scandal in Scarlet" eine angenehme Lektüre. Der Fall ist interessant, die Geschichte ist gut geschrieben und es war schön, die Charaktere wiederzusehen und zu verfolgen, wie sie sich seit dem letzten Buch verändert haben.

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Rezensionen von manu63:

Lesenswert

Die Rose des Herzogs von Marita Spang

In ihrem historischen Roman Die Rose des Herzogs lässt uns die Autorin Marita Spang teilhaben am Leben von Charlotte de Rohan-Rochfort einer wenig bekannten Frauenfigur der Geschichte. Charlotte erlebte die französische Revolution und konnte sich mit ihrem Großonkel dem Kardinal Louis Rene Edouard von Rohan-Guemene nach Ettenheim ins Exil retten.

Ihr Leben, Leiden und Lieben wird von der Autorin auf interessante Weise erzählt und als Leserin erlebe ich hautnah die Auswirkungen der Kriegshandlungen auf Charlotte und ihr Leben. Sie war angeblich die heimliche Ehefrau von Louis Antonie von Bourbon-Conde, Herzog von Enghien der aus politischen Gründen nach einem Schauprozess hingerichtet wird. Napoleon Bonaparte suchte einen Exil-Bourbonen an dem er ein Exempel statuieren konnte.

Die Erzählweise ist kurzweilig und die Schauplätze und Daten sind an relevanten Stellen gut markiert. Am Ende des Buches findet sich eine Zeittafel und ein Glossar sowie Anmerkungen der Autorin zum Buch selber die ich sehr interessant fand, da die Autorin darlegte in welchem Ausmaß sie sich dichterische Freiheiten erlaubt hat und was belegte Ereignisse sind. Am Anfang des Buches gibt es ein Personenverzeichnis in dem historische Persönlichkeiten gekennzeichnet sind.

Während der gesamten Lektüre kamen keine langweiligen Stellen zu Tage und es gab auch keine langatmigen Beschreibungen. Die Lebensgeschichte von Charlotte wird in einem interessanten Rahmen erzählt und die Autorin hat diese gut recherchiert, soweit sie zugänglich war. Die Rose des Herzogs ist ein weiterer guter historischer Roman rund um eine weniger bekannte Frau der Geschichte und wem Die Frauenburg von Marita Spang gefiel, der wird auch diese Geschichte schätzen. Für mich ein guter Blick in die Geschichte mit hohem Unterhaltungswert.

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Rezensionen von nil_liest:

Lehrreich und zugleich unterhaltsam in Frankfurt am Main

Deutsches Haus von Hess Annette

Frankfurt am Main im Jahr 1963, Deutschland hat es mit Hilfe der Alliierten wieder auf die Füße geschafft. Die meisten erfreuen sich an dem Wirtschaftswunder und wollen am liebsten die Vergangenheit ruhen lassen. Der Krieg hat viele Opfer gefordert. 1963 war auch das Jahr in dem die Auschwitzprozesse stattfanden.

Eine historisch spannende und so wichtige Zeit der startenden Aufarbeitung und Auseinandersetzung zwischen den Generationen. Diese ganze Reibung hat Annette Hess auf grandiose Weise zu einem Roman verarbeitet: Deutsches Haus. Der harte Stoff der Ausschwitzprozesse wird hier verwoben mit dem Leben der Dolmetscherin Eva Bruhns, die hier aus dem polnischen übersetzt. Aufgelockert wird das Ganze in dem alle Aspekte aus Evas Leben beleuchtet werden. Ihre Eltern unterhalten eine klassische Apfelweinkneipe in Bornheim und arbeiten hart, sind eher einfach gestrickt, haben das Herz am rechten Fleck sind aber trotzdem recht traditionell. Es gibt auch einen potenziellen Ehemann in Evas Leben, aber auch dieser zeigt sich wenig fortschrittlich in seiner Ansicht über die Ehe. Eva ist da schon gedanklich, ohne es selbst aussprechen zu können, weiter. Natürlich gibt es noch mehr Personen und Seitenhandlungsstränge, aber überladen ist es nicht.
Der Roman lässt sich super lesen, ist trotz des harten Stoffes unterhaltsam und sehr lehrreich. Natürlich schreit der Stoff nach einer Verfilmung. Da Annette Hess Drehbuchautorin ist, würde mich nicht wundern, wenn hieraus ein ARD- oder ZDF-Mehrteiler entsteht.
Für alle die Frankfurt gut kennen, sollte auch erwähnt werden, dass man trotz historischem Setting vieles kennt und dass natürlich noch mal ein wunderbarer Zusatzpluspunkt ist für die Lektüre. Besonders für Bornheimer! :0)
Ach ja, und es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass dies eine tolle Winterlektüre ist, denn man spürt förmlich das olle Wetter welches hier beschrieben wird.

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Rezensionen von nil_liest:

Mir blieb die Luft beim Lesen weg.

Loyalitäten von Delphine Vigan

Dieses Buch trifft einen genau da wo man genau zuhören sollte: in der Magengruben, sprich im Bauch. Es geht um Theo, der abwechselnd bei seien getrennten Eltern lebt. Er ist alleine und betäubt sich im wahrsten Sinne des Wortes: er trinkt mit knapp 12 Jahren Alkohol um die Sorgen und Ängste los zu werden.

Seine Eltern sind beide seit der Trennung selbst psychisch auf sehr unterschiedliche Weisen für Theo abwesend und er fühlt sich schuldig, meint es lösen zu können – wo er doch das Kind ist das Halt und Geborgenheit bei den Eltern sucht.
Theo hat einen besten Freund, der zu ihm hält und ihm auf kindliche Weise loyal ist. Genau wie Theo seinen Eltern gegenüber loyal ist. Fatal.
Es gibt da nur diese eine Lehrerin, die spürt, dass da was nicht stimmt. Ist aber auch so in ihrer eigenen Vergangenheit gefangen, dass sie auch nicht erkennt was vor sich geht. Aber ihr Bauchgefühl trübt sie nicht.

Die Geschichte ist meisterlich erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven. Es kommen abwechselnd Theo, sein Freund Mathis, seine Lehrerin, seine Mutter und die Mutter seines besten Freundes zu Wort. Genial gemacht, denn so merkt der Leser, dass jeder unter der Oberfläche brodelt und kaum einen Blick für das Drama hat das sich dort vor ihren Augen abspielt. Interessant ist auch, dass Theo nicht durch einen Ich-Erzähler zu Wort kommt, sondern mittels einem allwissenden Erzähler.
Die Kapitel sind kurz und treiben einem beim Lesen an, dadurch wird das Gefühl der Abwärtsspirale noch stärker und man möchte einfach nur alle Erwachsenen anschreien und schütteln: Schaut hin! Er braucht Hilfe….

Keine schöne Lektüre, eher verstörend, aber wachrüttelnd. Es führt vor Augen welche Macht Eltern über ihre Kinder haben. Es zeigt vor allem was passieren kann, wenn man sich dem Kind nicht zuwendet. Anwesend sind sie und trotzdem nicht da für den Jungen.

FAZIT: Chapeau vor dieser prägnanten Sprache bei wechselnden meisterhaft erzählten Perspektiven. Wie ein Sog hat es mich in dieses Buch hineingezogen und mir diese erschütternde Geschichte erzählt, die mich ohnmächtig zurücklässt.

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