Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ikatzhorse2005:
Grandiose Bilder rund um einen pelzigen Freund
Zarah & Zottel - Die Sache mit der gestohlenen Zeit von Jan Birck
Zarah & Zottel Die Sache mit der gestohlenen Zeit geschrieben und fantastisch illustriert von Jan Birck
Zarah und ihr besonderes Zottelpony auf vier Pfoten gehen auf Mission nach der gestohlenen Zeit von Hausmeister Holzköppel. Der hat nämlich Huberts Ball konfisziert. Angeblich haben Martin, Ossi, Beule und Co.
seine wertvolle Zeit gestohlen. Eine Behauptung, der auf den Grund gegangen werden muss! Wie Kinder mit solchen Floskeln umgehen und ob Zarah und Zottel hinter das Geheimnis mit der gestohlenen Zeit kommen, erzählt Jan Birck in diesem neuen, tollen Abenteuer. Die bunten, detailreichen, eingestreuten, oft ganzseitigen Illustrationen lassen die kleinen Leser in eine Fantasiewelt eintauchen, die am Ende mit so viel Wahrheit und Realität vollgepackt ist. Gerade diese moderne, kindgerechte Erzählweise machen die Lektüre auch für weniger routinierte Leser leicht. Die ausdrucksstarken Charaktere, eine stimmungsvolle Farbigkeit und witzige Kleinigkeiten machen Spaß beim Vorlesen und Entdecken.
Eine kleine Superheldin und deren pelziger Freund, farbenfroh zu Papier gebracht, machen Mut zum Handeln und Spaß beim Kennenlernen. Bei so viel freundschaftlichem Zusammenhalt und fantasiereicher Action wollen meine Kinder und ich unbedingt noch weitere Alltagsabenteuer von Zarah und Zottel – Zack Zack lesen.
Fazit: Jan Birck erzählt mit voller Kreativität und Fantasie eine wunderbare Geschichte. Eine Geschichte zum Erkunden, Verstehen, Innehalten und Nachdenken. Erfrischend offen, gerade für große Vorleser. Ein kleines Schatzbuch mit Bezug zur Realität..., das sind die Besten!
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Emotionaler Roman über Trauerbewältigung und Neuanfänge
Zarah & Zottel - Die Sache mit der gestohlenen Zeit von Jan Birck
Liv und Adam, Adam und Liv…so war es seit ihrer Jugend gewesen und so hätte es ein Leben lang bleiben sollen. Doch dann wird Adam, aufgrund seiner Arbeit als Archäologe tausende Kilometer von Liv entfernt, durch einen Unfall grausam aus dem Leben gerissen. Wie durch einen düsteren Schleier erlebt Liv die Beerdigung ihrer großen Liebe und fühlt sich – trotz des einfühlsamen Zuspruchs ihrer Mutter und ihrer Freunde – so verloren wie noch nie.
Wie soll sie ihr Leben nur weiterleben in der Gewissheit, dass Adam nie wieder nach Hause kommen wird, sie nie wieder anlächeln und küssen wird? Die gemeinsame Wohnung und Adams immer noch allgegenwärtige Präsenz bringen Liv an ihre Grenzen, die Trauer übermannt sie mit voller Wucht. Unerwartet stößt sie auf ein kleines Büchlein: Adams geheimes Reisetagebuch! Während seiner Arbeitseinsätze, die ihn (oft für mehrere Monate am Stück) rund um den Globus geführt hatten, hatte Adam alle Reiseziele dokumentiert, die er in der Zukunft gemeinsam mit Liv, die er liebevoll „Zwerg“ nannte, bereisen wollte. Dazu würde es nun nie mehr kommen… Für Liv kristallisiert sich schnell heraus, dass sie ihrem neuen Alltag – einem Leben ohne Adam – zunächst einmal für eine Weile entfliehen muss, um nicht an jeder Ecke an gemeinsame Erlebnisse erinnert zu werden. Ihren schockierten Freundinnen Lauren, Susan und Jules gegenüber erwähnt sie zwar ihre Reisepläne, verschweigt ihnen jedoch, dass sie dabei der Reiseroute, die Adam in seinem Büchlein notiert hatte, folgen will. Eine Art letzte gemeinsame Reise, auf der Adams Worte sie begleiten würden. Kann das tatsächlich gutgehen? Noch an der ersten Station, Panama City, erleidet Liv einen Zusammenbruch. Zu frisch ist die Trauer, zu übermächtig die Sehnsucht nach Adam. Nur das beherzte Eingreifen eines anderen Touristen, Jayden, rettet Liv aus ihrer Panikattacke.
Auch der gutaussehende Jayden befindet sich gerade auf einer Weltreise der besonderen Art… Bald schließen er und Liv sich zusammen, um gemeinsam weiterzureisen. Doch Jayden weigert sich beharrlich, über seine Vergangenheit zu sprechen. Was verbirgt er? Kann Liv ihm wirklich trauen? Und vor allem: Wird Liv auf dieser emotionalen Reise Frieden mit ihrer neuen Lebenssituation schließen können?
Obwohl es der zweite Band einer Reihe ist (Charleston Love Story), habe ich ohne Vorkenntnisse problemlos der Handlung folgen können. Dank dem lockeren, flüssigen Schreibstil konnte ich mich voll und ganz auf die Story konzentrieren, die Hauptfiguren Liv und Jayden kennenlernen und ein Gefühl für die leisen Zwischentöne entwickeln. Liv ist sehr sympathisch, authentisch und nachvollziehbar beschrieben worden, ihre Gefühle wurden teilweise so gelungen transportiert, dass ich richtig mit ihr mitgelitten habe. Besonders bei der Beerdigung von Adam habe ich ein paar Tränen verdrückt. Obwohl die Themen Verlust und Trauerbewältigung einen großen Teil des Werkes einnehmen, würde ich es dennoch als eine positive Geschichte einstufen, da für mich der Gedanke eines Neuanfangs überwogen hat.
Die Handlung ist – wie auch die verschiedenen Reiseziele selbst – kunterbunt und abwechslungsreich. Vor allem die detaillierten Impressionen der jeweiligen Reisestationen haben mich angesprochen. Die Leser erleben immer wieder kleine Rückblenden, wenn Liv sich an ihre gemeinsame Zeit mit Adam erinnert. Auch ihr Kennenlernen – das noch während ihrer beider Schulzeit erfolgte – wird geschildert.
Das Cover finde ich traumhaft schön - die Abbildung des Picknick-Tisches am Meer weckt regelrecht das Fernweh und die leichten Pastelltöne verstärken diesen verträumten Eindruck.
Einen winzigen Abzug gab es für mich für die – meines Erachtens – verfrühte Fokussierung auf Jaydens gutes Aussehen sowie auf flirtähnliche Momente zwischen ihm und Liv. Adams Beerdigung lag erst sehr kurze Zeit zurück und die Begeisterung für die ansehnliche Erscheinung eines anderen Mannes erschien mir etwas unrealistisch. Gegen Ende war ich etwas versöhnt mit dieser Entwicklung, als vermerkt wurde, dass Liv und Adam sich vor seinem Tod immerhin schon viele Monate nicht mehr gesehen hatten. Ich hätte mir diesen Hinweis deutlich früher gewünscht, bevor die neue Bekanntschaft unverschuldet einen etwas schalen Beigeschmack erhalten hatte.
Fazit: Ein emotionales Werk mit viel Weltenbummler-Flair; perfekt für alle Fans von Frauenromanen und Wohlfühlliteratur.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Einfach nur perfekt! Unbedingte Leseempfehlung!!
Karma im Kaffee von Liz Sonntag
Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)
Nie hätte Mona damit gerechnet, sich eines Tages als angehende Yoga-Lehrerin auf Bali wiederzufinden – doch dann verliert sie ihren Job und findet obendrein heraus, dass ihr Freund Tom sie seit geraumer Zeit betrügt.
Als Monas beste Freundin Ina aufgrund einer Verletzung nicht wie geplant ihre Yoga-Ausbildung antreten kann, sitzt Mona stellvertretend wenige Tage später selbst im Flieger nach Bali. Ihr schwant Übles – denn mit Yoga verbindet sie eher körperliche Schmerzen und ulkige Hippie-Klamotten im Batik-Look als Selbstdisziplin und Tiefenentspannung. Ihre Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen: nicht nur, dass ihr untrainierter Körper unter den tropischen Temperaturen im Dschungel-Resort Höllenqualen leidet und sie von fiesen exotischen Stechmücken gepiesackt wird – ihre Yoga-Fertigkeiten erinnern vielmehr an eine Kombination aus 'Sterbender Schwan' und 'Hyperventilierender Mops' statt anmutigem Sonnengruß, was von den knallharten Coaches nicht unbemerkt bleibt. Gott sei Dank befinden sich neben einer Schar selbstverliebter Schönheiten auch ein, zwei nette Personen in Monas Gruppe, die sie nicht für ihr "unyogisches" Verhalten verurteilen. Und während Mona unter Kaffee-Entzug, Herzschmerz und Hitzewallungen immer weiter über sich hinauswächst, entwickeln sich nicht nur wunderbare Freundschaften zwischen ihr und den anderen Teilnehmern…auch der ein oder andere Flirt versüßt ihr den Bali-Aufenthalt. Am Ende der vier Wochen ist Mona ein neuer Mensch – endlich im Einklang mit sich selbst. Doch wie soll es nun mit Tom weitergehen? Soll sie ihm verzeihen? Die Affäre ausforschen? Mit dem sexy Surfer Morten die Wellen unsicher machen oder mit dem umwerfenden Peter ein neues Leben in Neuseeland beginnen?
Die liebenswerten Charaktere, allen voran Hauptfigur Mona sowie die Nebenfiguren Ingo und Evi, sind so warmherzig, sympathisch und authentisch beschrieben, dass man von Anfang an mit ihnen mitfiebert, ihnen ein Happy End wünscht und am liebsten im echten Leben mit ihnen befreundet wäre. Die Dialoge, insbesondere die Wortgefechte zwischen Mona und Instagram-Influencer Ingo, sprühen nur so vor Witz und Wortspielen; ich habe mehrfach laut auflachen müssen und habe mich immer wieder königlich amüsiert. Besonders die schwäbelnde Evi habe ich gleich ins Herz geschlossen, da sie – ich kann es nicht anders sagen – einfach eine gute Seele ist. Jeder Mensch sollte eine Evi zur Freundin haben...und einen Ingo, der einen zum Lachen bringt. Und eine Mona, die einem zeigt, dass man auch unter den widrigsten Umständen, wenn man meint, die ganze Welt hätte sich gegen einen verschworen, noch den Zauber eines Neuanfangs erleben kann.
Liz Sonntag hat ein Werk geschaffen, dass mich gerührt und inspiriert, zum Lachen und zum Weinen, zum Mitfiebern und Mitträumen gebracht hat. Ist es ein Wunder, dass ich nun gerne auch nach Bali reisen möchte?! Man merkt sofort, dass die Autorin mit der Insel vertraut ist. Spielerisch lässt sie kulturelle Besonderheiten, landschaftliche Beschreibungen, aber auch alltägliche Probleme in die Handlung miteinfließen und zeichnet so ein realistisches Bild von Bali, ohne sich in glorifizierenden Illusionen hinsichtlich des Ortes zu verlieren.
Der immer flüssige, locker-beschwingte Schreibstil trifft gekonnt den Ton und wirkt nie aufgesetzt oder gezwungen lustig; das Buch lässt den Leser aber dennoch erheitert und versonnen zurück. …als hätte man gerade selbst einen Urlaub unter Palmen erlebt. Alle Handlungselemente, inklusive überraschender Wendungen, sind logisch strukturiert; nie sah ich mich mit offenen Fragen oder Verständnisschwierigkeiten konfrontiert – um es in Yoga-Sprache auszudrücken: der Flow war perfekt…wie generell alles an dieser Geschichte, die mich rundum begeistert hat.
Auch bei der Covergestaltung wird deutlich, dass bewusst eine Anlehnung an Handlungsdetails geschaffen wurde – vom Mandala in der bedeutungsschwangeren Kaffeetasse bis hin zu dem Muster der tropischen Pflanzen, aus denen der Buchtitel besteht, welcher im Hinblick auf den Wortlaut nicht treffender hätte gewählt werden können.
Fazit: Am liebsten hätte ich noch ewig weitergelesen! Ein absoluter Wohlfühlroman, der sich nicht nur für alle Fans von Frauenliteratur eignet, sondern auch für Reiselustige, Yogainteressierte und generell alle Menschen, die Bücher mit Herz mögen. Definitiv eines der absoluten Lesehighlights meines Jahres und ab sofort ein fester Bestandteil meiner "Lieblingsbücher"-Regalreihe daheim! Ich freue mich jetzt schon auf die zukünftigen Werke der Autorin und hätte, wenn ich könnte, gerne mehr Sterne vergeben. Unbedingt lesen!
Rezensionen von Gaby 2707:
Etwas mehr Spannung wäre gut
Karma im Kaffee von Liz Sonntag
Chefarztgattin Lorie Pfeffer wollte unbedingt raus aus der Stadt. Nun sitzt sie mit Mann nd Tochter in ihrer noblen Vorstadtvilla und langweilt sich. Dann wird im Moor eine Leiche gefunden und die passionierte Krimileserin und nebenberufliche Journalistin stürtzt sich ins Getümmel.
Cecily von Hundt hat mich mit dem bayerisch anmutenden Cover auf das Buch aufmerksam gemacht.
Als Münchnerin lese ich Krimis, die in Bayern beheimatet sind sowieso sehr gerne.
Hier werde ich in die Idylle einer Vorortsiedlung eingeführt, in der es von Vorurteilen nur so wimmelt. Es macht Spaß zu lesen, wie es bei Nachbars zugeht und wer wann was (nicht) macht. Die Vorstadtweiber lassen grüßen.
Die Protagonisten werden farbig und in aller Feinheit mit Ecken und Kanten vorgestellt. Ich fühle mich in deren Gesellschaft als Lauscherin an der Wand bald schon richtig wohl.
Das einzige, das mir hier fehlt ist die Spannung. Sie blitzt hier und da immer mal hervor, fällt aber dann leider immer wieder ab. Gelangweilt habe ich mich zwar nicht, aber hier ist noch viel Luft nach oben.
Ein netter Krimi aus dem Münchner Speckgürtel, der mich gut unterhalten hat. Der aber gerne noch einen Schss Spannng vertragen kann. Trotz dieses kleinen Kritikpunktes freue ich mich schon af Lorie Pfeffers 2. Fall.
Rezensionen von jiskett:
Eine weitgehend interessante Geschichte, der zwischendurch die Spannung fehlt
Karma im Kaffee von Liz Sonntag
Ich war sehr auf "Outrun the Wind" gespannt. Da ich gerne Neuinterpretationen der alten Mythen lese, hatte ich großes Interesse an dieser Version der Geschichte um die Königstochter Atalanta, doch mich reizte auch, dass es eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen geben sollte. Die Erzählung um Atalanta, die nicht heiraten möchte und verkündet, dass sie nur einen Mann erwählen wird, der sie in einem Wettlauf besiegen kann, ist sehr bekannt, ebenso wie die Jägerinnen der Artemis, denen Kahina angehört, weshalb ich neugierig darauf war, wie die Elemente der griechischen Mythologie genutzt werden würden.
Zunächst einmal ist anzumerken, dass die Romanze nicht der Mittelpunkt der Handlung ist. Die Beziehung der zwei Frauen - die zunächst nicht gerade gut ist, um es zurückhaltend zu formulieren - ist zwar von großer Bedeutung und die Verbindung zwischen ihnen ist definitiv stark, aber dennoch lag meiner Meinung nach ein größerer Fokus auf der individuellen Entwicklung beider Charaktere. Sie verändern sich im Lauf des Buches weiter und müssen herausfinden, was sie wirklich wollen und brauchen - insbesondere, da sie die Erwartungen, die von der Gesellschaft an sie gestellt werden, herausfordern und in Frage stellen, was ihr Leben erschwert. Hinzu kommt, dass sie beide in der Vergangenheit in Not geraten sind und verletzt wurden, weshalb es ihnen nicht leicht fällt, anderen Menschen oder sogar sich selbst zu vertrauen. Mir hat sehr gefallen, dass diese Wunden nach und nach verheilt sind und sie ineinander Trost und Zusammenhalt gefunden haben; dadurch war ihre Freundschaft realistisch und überzeugend. Der Wandel ihrer Gefühle füreinander wurde ebenfalls schön geschildert und obwohl die Darstellung manchmal fast zu subtil war, mochte ich die Momente in denen sie offensichtlich waren sehr.
Ich fand ebenfalls gelungen, wie die Autorin Elemente aus dem Mythos um Atalanta mit ihrer Erzählung verknüpft hat. Es gibt ein Nachwort, in dem sie erklärt, wie historisch akkurat ihr Buch ist und auch wenn deutlich wird, dass sie sich ein paar Freiheiten genommen hat, wirkte die antike Welt doch sehr lebendig und interessant. Die Geschichte selbst war weitgehend fesselnd, aber ich hatte ein paar Probleme mit der Vorstellung, dass Atalanta der Göttin Artemis so problemlos davonlaufen könnte wie sie es zu Beginn getan hat, wodurch die Szene für mich an Spannung verlor. Zudem gab es ein paar Kapitel, bei denen ich den Eindruck hatte, dass nur sehr wenig von Bedeutung und viel auch nur im Hintergrund passierte. Letzteres hat mich vor allem deshalb gestört, weil die große Wichtigkeit dieser Geschehnisse zuvor betont worden war. Ein Beispiel wäre, dass Kahina sich beweisen und im Zuge dessen eine Aufgabe erfüllen muss, die Lösung hierfür aber beinahe zufällig entdeckt wird und der Leser im Folgenden nicht sieht, wie sie daran arbeitet, wodurch für mich einiges an Potential nicht ausgeschöpft wurde. Der finale Konflikt wurde ebenfalls zu schnell aufgelöst und deshalb war es schwer, die emotionale Auswirkung der Ereignisse zu spüren. Der Kampf an sich war allerdings gut geschrieben und die offenen Fragen wurden alle geklärt.
Von diesen Punkten abgesehen hat das Buch mir gefallen. Ein größerer Fokus auf der Romanze wäre schön gewesen, aber in Anbetracht des Settings war die Darstellung gelungen und sowohl die Freundschaft als auch die tieferen Gefühle der Protagonistinnen waren gut beschrieben. Es war interessant, eine komplett neue Interpretation von Atalantas Geschichte zu sehen und es ist eine weitgehend fesselnde Lektüre, selbst wenn es ein paar Kapitel gab, in denen die Handlung nicht wirklich voranging.
3,5/5 Sternen
Rezensionen von BarbaraM:
Ein Generationenroman zum Lachen und Weinen
Unter uns nur Wolken von Pfeffer Anna
„Unter uns nur Wolken“ unter dem Pseudonym „Anna Pfeffer“ von Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit verfasst ist 2018 im Aufbau Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 288 Seiten.
Bei Florian wurde Alzheimer diagnostiziert, doch so richtig wahrhaben will er es nicht. Mit seiner grummeligen und berechnenden Art verscheucht er alle seine Pflegerinnen, die seinen Enkel Tom bei der Pflege von Florian unterstützen sollen.
Florian kommt an die Grenze seiner Kräfte und dann steht da plötzlich Anika vor der Tür und bewirbt sich für die wieder ausgeschriebene Stelle als Betreuung für Florian.
Die beiden Autorinnen haben hier gemeinsam einen tollen Schreibstil gefunden: flüssig, locker, leicht, unterhaltsam. Meine Seiten sind dadurch nur so dahingeflogen und ich habe das Buch sehr genossen. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht und mitgeweint und ich konnte mich wunderbar in all die Charaktere hineinversetzen: in den grummeligen Florian, die verletzliche und taffe Anika und den hilflosen, liebenden, nicht-aufgebenden Tom.
Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Es hat mich gut unterhalten, hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich gestimmt und im Augenwinkel saß auch die ein oder andere Träne. Das Thema „Demenz“ wird hier meiner Meinung nach locker angegangen und unterhält den Leser prima. Ein toller Roman!
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Nicht für jüngere Jugendliche geeignet
Dance. Love. Learn. Repeat. von Lucy Ivison Tom Ellen Tom Ellen
„Dance. Love. Learn. Repeat.“ Ist das erste Buch, das ich von dem Autorenduo Tom Ellen und Lucy Ivison gelesen habe. Das Buch „Never Evers“ habe ich nicht gelesen und bisher auch noch nichts davon gehört. Umso gespannter war ich, was sich hinter der Neuerscheinung aus dem Chicken House Verlag verbirgt.
Obwohl die bunte Aufmachung in glitzernder Neonoptik meiner Meinung nach am ehesten eine Zielgruppe von Mädchen zwischen 12 und 14 Jahren anspricht, ist das empfohlene Alter des Verlages bei 16 Jahren. Nach der Lektüre schließe ich mich hier an – für Jugendliche unter 14 Jahren ist der Inhalt des Buches wegen der zahlreichen sexuellen Handlungen und Alkoholexzesse, sowie dem gedankenlosen Drogenkonsum auf gar keinen Fall geeignet.
Worum geht es?
Luke und Phoebe waren gemeinsam auf einer Schule und studieren jetzt gemeinsam an der gleichen Uni. Phoebe ist Luke nie so richtig aufgefallen, Luke ihr hingegen sehr. Seit Jahren schwärmt Phoebe von Luke und hat sich gemeinsame Zeit schon in den schillerndsten Farben ausgemalt.
Auf einer Party in der ersten Woche kommen sich die beiden näher, als eine gemeinsame neue Bekanntschaft den Weg ins Wohnheim alleine nicht mehr schafft. Der Luke aus der Realität scheint noch besser zu sein als die Person, die sich Phoebe in ihren Fantasien zusammengeträumt hat – bis sich Luke scheinbar nicht mehr meldet – und ist er außerdem nicht noch immer mit dem tollen Mädchen aus der Schulzeit zusammen?
Meine Meinung zu dem Buch
Der Schreibstil ist für ein YA – Buch fast schon zu einfach gehalten, für ein Jugendbuch empfinde ich die kurzen Sätze und vielen direkten Reden als sinnvoll. Auch die abwechselnde Kapitelerzählweise geben dem Buch mehr Tiefe, da man sich in beide Seiten, Luke und Phoebe, sehr gut hineinversetzen kann.
Wovon man als Leserin jedoch sehr wenig mitbekommt ist der Alltag an der Universität, sowie die Motivation von Luke und Phoebe, sich gemeinsame Seminare durch ähnliche Studienrichtungen auszusuchen. Für mich bleibt ganz besonders Phoebe etwas farblos und auch die Charaktere sind mir zu stereotyp überzeichnet.
Pluspunkte sammeln manche Stellen des Buches, an denen ich lachen musste, da ich mir schon vorstellen kann, dass einige Erstsemestrige in Wohnheimen auf solche (Ernährungs-)Ideen kommen und die im Buch genannten Konflikte heraufberufen.
Einige Abschnitte waren mir zu langatmig und manche Handlungen auch nicht in sich logisch oder stimmig oder haben nicht zu meiner Vorstellung des jeweiligen Charakters gepasst, so dass ich mein Bild während des Lesens häufig korrigieren musste.
Ebenso kamen ganz viele Personen in dem Buch vor, die nur Nebencharaktere blieben. In der Summe waren es für mich zu viele, da zum Zeitpunkt des ersten Auftretens nicht klar war, wer in weiterer Folge für die Handlung wichtig sein wird.
Ich weiß auch nicht, welche zusätzliche Dimension die sehr offene sexuelle Haltung (gerade im englischsprachigen Bereich) und der unreflektierte Alkohol- und Drogenkonsum im Buch der Handlung verleihen sollen, ich empfand das eher als störend, weil sich dadurch die Zielgruppe der Leser*innen drastisch verkleinert.
Fazit: Weniger Ausschweifungen und dafür mehr Tiefe und Hintergrundinformation zu Luke und Phoebe wären mir lieber gewesen.
Rezensionen von yesterday:
Ein Krimi der den Zeitgeist wunderbar einfängt
Dance. Love. Learn. Repeat. von Lucy Ivison Tom Ellen Tom Ellen
Obskure Charaktere und der Mauerfall prägen diesen Berlin-Krimi. Was haben Gustav Meyrink, ein grausamer Mord und die Stadt Prag miteinander zu tun? Was mit der Leiche eines Studenten beginnt, führt die Kommissare Ernst Klamm und Jasmin Berger auf eine abenteuerliche Ermittlungsreise durch Berlin. Dass sie zur Zeit der Wende ermitteln, macht vieles noch zusätzlich kompliziert.
Mitten in ihre Arbeit platzt auch noch ein Bombenanschlag, dessen Verursacher gefunden werden will. Die Polizei Westberlins hat alle Hände voll zu tun, da kommt es Klamm gerade recht, dass ein befreundeter Journalist sich auch für den Studenten-Mord interessiert.
Die beiden haben zwar zu Beginn ganz unterschiedliche Interessen, arbeiten mit der Zeit aber ganz erfolgreich und nicht zum ersten Mal zusammen (siehe Vorgängerband “Totes Gleis”). Lucas Hermes, besagter Journalist, ermittelt gerne investigativ und auf eigene Faust. Dabei hat der privat etwas chaotische Protagonist zwar manchmal Erfolg, bringt sich aber auch gerne in Gefahr…
Insgesamt ein sehr positiv unauffälliger Krimi, der mit kleinen und großen Wendungen und Kniffen aufwarten kann. Auch der Zeitgeist, die mühsame Arbeit, die Probleme, denen sich West und Ost gegenübersahen, werden gut transportiert.
Bei den Hauptcharakteren kann Hermes mehr polarisieren als Klamm, über ihn erfährt man am meisten, auch abseits des Falls. Er hat so seine Problemchen mit Frauen und grübelt gerne viel zu viel, so scheint es. Aber er ist hartnäckig wenns drauf ankommt und ein durchaus guter Journalist mit dem Herz am rechten Fleck.
Am Ende des Krimis werden einige der vielen Fäden und Nebengeschichten, die sich mit der Zeit aufgetan haben, zusammengefasst oder gelöst, manches bleibt aber auch offen, was auf eine mögliche Fortsetzung mit Hermes und Klamm hinweist. Ein Duo, das sich noch mehr Auftritte verdient hat.
Rezensionen von Pink Anemone:
Leider ganz anders als erwartet - blasse Figuren, wenig zauberhafte Magie, jedoch Krieg wohin man blickt
Die kleinen Wunder von Mayfair von Dinsdale Robert
Entdecken Sie mit Robert Dinsdales "Die kleinen Wunder von Mayfair" Londons einzigartigen Spielzeug-Laden und einen ergreifenden Liebes- und Familien-Roman zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Alles beginnt mit einer Zeitungsannonce: »Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Willkommen in Papa Jacks Emporium.
« Die Worte scheinen Cathy förmlich anzuziehen, als sie nach einer neuen Bleibe sucht. Denn im England des Jahres 1906 ist eine alleinstehende junge Frau wie sie nirgendwo willkommen, zumal nicht, wenn sie schwanger ist – und so macht Cathy sich auf nach Mayfair. In Papa Jacks Emporium, Londons magischem Spielzeug-Laden, gibt es nicht nur Zinnsoldaten, die strammstehen, wenn jemand vorübergeht, riesige Bäume aus Pappmaché und fröhlich umherflatternde Vögel aus Pfeifenreinigern. Hier finden all diejenigen Unterschlupf, die Hilfe bitter nötig haben. Doch bald wetteifern Papa Jacks Söhne, die rivalisierenden Brüder Kaspar und Emil, um Cathys Zuneigung. Und als der 1. Weltkrieg ausbricht und die Familie auseinander reißt, scheint das Emporium langsam aber sicher seinen Zauber zu verlieren … (Klappentext)
❆❆❆❆❆
"Das Emporium öffnet seine Tore am Tag des ersten Winterfrosts. Jedes Jahr ist es das Gleiche.
Sobald die Kinder nach dem Aufwachen weiße Kristallblumen auf den Fensterscheiben sehen
und auf dem Schulweg das Eis unter ihren Füßen knirscht,
hört man in der ganzen Stadt das Flüstern:
Das Emporium hat eröffnet!
Weihnachten naht, und die Gans wird immer fetter..."
(S. 7 - Anfang)
Normalerweise gehe ich immer etwas näher auf die Handlung ein, aber hier spare ich es mir ausnahmsweise.
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut, denn was gibt es Schöneres als in der Weihnachtszeit in eine Geschichte einzutauchen, in der man sich in einem verzauberten Spielzeugladen befindet? Eine Geschichte, in der Magie selbst die größten Probleme löst und Weihnachten allgegenwärtig ist? Ich habe mit einem Roman gerechnet, welcher diese ganz besondere Magie versprüht und es eine kleine kitschige Liebesgeschichte gibt. Ja, in der Weihnachtszeit darf es bei mir ausnahmsweise auch mal etwas für das Herz sein.
Und es fing auch wirklich schön und genial an, doch leider erhielt ich dann nicht die Geschichte von Magie und großen und kleinen Wundern.
Probleme, Hass, Rivalität, Hoffnungslosigkeit und Krieg sind hier die großen Themen. Keine magische Weihnachtsgeschichte, welche einen in die Kindheit zurück versetzt, sondern ein bedrückender und melancholischer Roman über zwei rivalisierenden Brüder, wobei ich vor allem einen am liebsten quer durch das Buch geschüttelt hätte. Dann die Protagonistin Cathy, welche manchmal nicht zu wissen scheint was sie will und mit ihrer Art zusätzlich zu dieser bedrückenden Stimmung beiträgt.
"Vielleicht war dies der Moment, um aus dem Schatten seines Bruders zu treten,
bemerkt zu werden, sich die Anerkennung zu verschaffen,
die ihm und seinen Spielzeugsoldaten immer schon zugestanden hatte."
(S 206 - und noch viel öfters)
Im ersten Drittel des Buches ist der Hass und Krieg zwischen den Brüdern das große Thema, im zweiten Drittel der 1. Weltkrieg und zuletzt Kriegstrauma und wieder Rivalität.
Am Ende wird es selbst mir zu fantastisch, da es hier dann einfach nicht mehr passt und daher so wirkt als wäre diese Magie an den Haaren herbeigezogen und zusätzlich noch sehr übertrieben.
Die Magie ist durch das magische Spielzeug zwar ständig präsent und der rote Faden in der Geschichte, bleibt dennoch eher im Hintergrund und wird durch diese bedrückenden Themen überlagert.
Der weihnachtliche Zauber war zwar vorhanden, schaffte es aber ebenso wenig in den Vordergrund zu rücken. Die Magie, der Zauber - sie erreichten mich leider ganz und gar nicht.
"Wenn man jung ist, will man Spielzeug, weil man sich älter fühlen möchte.
Man tut so, als wäre man ein Erwachsener und stellt sich vor, wie das Leben später sein wird.
Aber ist man dann erwachsen, ist es umgekehrt;
nun will man Spielzeug, weil man sich dadurch wieder jung fühlt."
(S. 247)
Obwohl wir Cathy auf ihrem Weg bis ins hohe Alter begleiten, man ihre Gedanken teil, bleibt sie blass. Ebenso die anderen Charaktere weisen keine Tiefe auf. Es bleibt alles irgendwie nur oberflächlich und somit sprang der Funke bis zum Ende nicht über.
Der Schreibstil selbst ist jedoch flüssig, der Erzählstil fesselnd und wundervoll und genau das macht mich schon etwas traurig, denn Potenzial wäre vorhanden gewesen - vor allem beim Plot und den Charakteren. Leider wurde jedoch vieles verschenkt.
Fazit:
Leider habe ich eine ganz andere Geschichte erhalten als ich erwartete und bin dementsprechend enttäuscht.
Die Themen selbst wären durchaus interessant gewesen und man hätte daraus auch etwas Gutes und Magisches erschaffen können. Potenzial war also definitiv vorhanden, nur an der Umsetzung hat es gehapert. Die Story ist auch nicht nur am fehlenden Weihnachtszauber gescheitert, sondern vor allem an den blassen Charakteren und das man so manchen von ihnen immerzu schütteln wollte. Und der Zauber .... wo war der Zauber und die Magie?
© Pink Anemone (mit Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)
Rezensionen von C. P.:
Krimi mit aktueller und realistisch dargestellter Thematik
Die Essenz des Bösen von Parsons Tony
Terror über London: Eine Drohne lässt einen Rettungshubschrauber in ein Einkaufszentrum stürzen, es gibt mehrere Tote und Verletzte. Unter ihnen Detective Max Wolfe. Als Terrorverdächtige werden schnell die Brüder Asad und Adnan Khan ausgemacht, welche in Syrien militärisch ausgebildet wurden. Doch der Sondereinsatz, bei welchem die Brüder gestellt werden sollten, läuft schief: Neben den Attentätern verliert auch eine Kollegin ihr Leben.
Von da an ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Emotionen in der Stadt hochkochen. Die Basis für Hassprediger ist gelegt, welche sich unter die Trauernden mischen und Angehörige der Attentäter ebenso bedrohen wie Polizeikräfte. Unter anderem Max Wolfe…
„Die Essenz des Bösen“ ist der fünfte Band aus der Reihe um Max Wolfe, lässt sich jedoch auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände wunderbar lesen. Mit gefiel bei diesem Krimi, wie realistisch der Fall beschrieben wurde. Gleich zu Beginn konnte ich miterleben, wie Max Wolfe nach dem Anschlag auf das Einkaufszentrum orientierungslos durch die Trümmer wankte. Überhaupt war mir der Hauptcharakter sehr sympathsich, welcher neben seinem Job ein erfolgreicher alleinerziehender Vater einer wunderbaren Tochter ist. Der im Roman thematisierte Sorgerechtsstreit war sehr harmonisch in das Hauptthema eingewoben, ohne zu dominieren oder störend zu wirken.
Das Hauptthema, Fremdenhass und islamischer Terror, ist sehr realistisch und zeitnah und bietet einige interessante Hintergründe. Erschreckend, dass solch ein Fall genau so wirklich geschehen könnte. Doch eben das macht den Roman umso interessanter für mich.
Beim Lesen ist erkennbar, dass Tony Parsons weiß, wovon er schreibt. Neben fachlichen Details und realistischen Situationen verliert er jedoch die emotionale Komponente nicht aus den Augen, so dass „Die Essenz des Bösen“ ein für meinen Geschmack hervorragender Krimi ist.







