Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Zeitlos schön!
Jane Austen, Stolz und Vorurteil. Illustrierte Schmuckausgabe mit Goldprägung von Jane Austen
"Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle von ansehnlichem Vermögen zwingend auf der Suche nach einer Ehefrau ist." Mit diesem gleichermaßen weisen wie ironischen Satz beginnt der in jeglicher Hinsicht brillante Klassiker 'Stolz und Vorurteil' von Jane Austen, der über die Jahrhunderte nichts von seinem Glanz eingebüßt hat und sich zu meinem liebsten literarischen Werk aller Zeiten gemausert hat.
Diese wunderschöne, mit filigranen Goldelementen verzierte Schmuckausgabe im hochwertigen Einband ist der absolute Hingucker im Bücherregal und kann sich auch von innen sehen lassen: Die edlen Zeichnungen vom berühmten Buchillustrator Hugh Thomson werten das Buch zusätzlich auf und lassen das Herz eines jeden Austen-Fans höherschlagen. Aufgrund der klaren Sprache und der geistreichen, humorvollen Dialoge ist es ein Leichtes, sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen, als unverheiratete Damen und Herren sich maximal beim Tanzen körperlich näherkommen konnten und andernfalls stets von den strengen Augen ihrer Anstandsdamen überwacht wurden. Auch wenn manch spezieller Wortwitz aufgrund der Übersetzung ins Deutsche nicht exakt übernommen werden konnte, tut dies dem Lesegenuss dieser legendären, in ein Sittenportrait eingebetteten Liebesgeschichte keinerlei Abbruch.
Mit einem Augenzwinkern und einem einzigartigen Sinn für Ironie beleuchtet Jane Austen die gesellschaftlichen Normen des englischen Landadels und zeigt am Beispiel der Familie Bennet, welche mit fünf – bisher unverheirateten – Töchtern 'gesegnet' ist, dass insbesondere nicht wohlhabende Frauen im frühen 19. Jahrhundert relativ wenig Einfluss auf ihre Lebensgestaltung hatten, sei es im Hinblick auf berufliche Ambitionen und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten, amouröse Hoffnungen oder finanzielle Mittel, von denen nicht unwesentliche Lebensumstände (wie beispielsweise die eigene Wohnsituation) abhingen. Kein Wunder, dass Mrs. Bennets Gedanken sich rund um die Uhr um die vorteilhafte Vermählung und Absicherung ihrer Töchter drehen und ihr Lebensinhalt einzig aus der Suche nach wohlsituierten Heiratskandidaten zu bestehen scheint.
Aus heutiger, oftmals stark romantisierter Sicht auf die Vergangenheit mögen uns gewisse Handlungselemente in historischen Romanen als akzeptabel erscheinen, tragen sie doch zu unserem unterhaltsamen Leseerlebnis bei, aber so gerne ich mich in Schwärmereien über Mr. Darcy verliere und wie liebend gerne ich auch einen rauschenden Ball auf Pemberley miterleben würde – auf Dauer könnte ich mir solch ein fremdbestimmtes Leben nicht vorstellen. Immerhin hatte nicht jede Frau solch ein Glück wie Elizabeth, der letztlich trotz – oder gerade wegen – ihres Auflehnens gegen die zeitgenössischen Gepflogenheiten ein Happy End vergönnt war, man denke nur an ihre beste Freundin Charlotte.
Fazit: Ein wundervolles, ebenso tiefgründiges wie amüsantes Werk über eine intelligente, selbstbewusste junge Frau, die – entgegen der damaligen Norm – ihr Herzensglück über ein abgesichertes, aber dafür liebloses Leben stellt und im Laufe der Zeit lernt, dass der erste Eindruck nicht zwangsläufig der richtige sein muss. Diese bezaubernde Sonderedition aus dem Anaconda Verlag wird nicht nur Janeites begeistern, sondern eignet sich auch ideal für alle Leser/innen, die den Einstieg in die klassische Weltliteratur wagen möchten.
Rezensionen von Petra:
Ein deutscher Tennisspieler
Julius oder die Schönheit des Spiels von Tom Saller
"Julius oder die Schönheit des Spiels" ist ein Buch bei dem ich nicht sofort nach einigen Seiten sagen konnte, ob es mir gefällt oder nicht. Es brauchte einige Zeit, um mich zu überzeugen. Aber letztendlich hat es das sehr wohl.
Dieser Roman ist angelehnt an das Leben des deutschen Tennisspielers Gottfried Alexander Maximilian Walter Kurt Freiherr von Cramm, auch genannt der Tennis-Baron.
Als populärster deutscher Tennisspieler seiner Zeit war Cramm ein großer Vertreter des Fair Play. Die Presse bezeichnete ihn als würdevollen Verlierer und als elegantesten sowie anmutigsten Spieler aller Zeiten.
In dem Roman von Tom Saller wächst der junge Julius von Berg in einer sportbegeisterten Familie zusammen mit zwei Schwestern in einer Burg am Rhein auf. Die Jugend des Romanhelden ist sehr fiktiv. Erst später wird die Nähe zu Cramm immer deutlicher.
Rezensionen von Anna625:
Genug
Genug von Louise Juhl Dalsgaard
Nach ihrem Schulabschluss nimmt sich die junge Frau, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, ein Ziel vor: Sie will abnehmen. Zu Beginn wiegt sie ca. 72kg, doch in nicht einmal einem Jahr nimmt sie etwa 40kg ab und ist damit stark untergewichtig. Längst steht für sie nicht mehr wie anfangs noch die Gesundheit im Vordergrund, vielmehr ist ihr ständiger Wunsch, Gewicht zu verlieren, zu einer Krankheit geworden, die sie nicht mehr loslässt.
Selten habe ich ein Buch gelesen, das dieses Thema so eindrücklich dargestellt hat. Allein durch die Erzählweise, die sich vor allem von den kurzen Kapiteln in sehr ansprechender Sprache auszeichnet, fühlt man sich der Protagonistin bereits nahe und verfolgt mit Schrecken ihre Geschichte. Die vielen Rückblenden in ihre Kidheit und Jugend komplettieren das Bild einer jungen Frau, die sich innerlich leer fühlt, der irgendetwas fehlt, was sie einfach nicht finden kann und das sie letztendlich zu solcher Verzweiflung treibt, dass ihr Körper kurz vor dem Aufgeben ist. Immer wieder gibt es Einschübe in Form von Berichten, in denen sich die Sozialarbeiterin oder die Ärzte der namenlosen, jungen Frau zu Wort melden. Sie betonen die innere Zerissenheit der Protagonistin, die teils den starken Wunsch nach Veränderung zeigt und unbedingt am Leben bleiben will, dann jedoch wieder sämtliche Behandlungsmethoden vehement ablehnt.
Ein erschreckendes, jedoch sehr authentisches und eindringliches Buch, das mich sehr gepackt und von Anfang bis Ende überzeugt hat.
Rezensionen von brauneye29:
Schöne Fortsetzung
Die Frauen vom Jungfernstieg. Antonias Hoffnung von Lena Johannson
Zum Inhalt:
Gerda und Oscar haben mit ihrem Leukoplast ein Bestseller entwickelt. Jetzt hofft Oscar für die empfindliche Haut von Gerda eine Creme entwickeln zu können. Irma steht kurz vor ihrem internationalen Durchbruch und auch Toni hat ihr Glück gefunden. Schwierig wird es allerdings als sie sich um die Tochter ihrer Freundin kümmern soll.
Meine Meinung
Ich habe die Frauen wieder mit Freude ein Stück auf ihrem Weg begleitet, wobei ich den ersten Teil ein klein wenig stärker fand. Gut gefällt mir an der Serie nach wie vor, wie geschickt Geschichte und romanhafte Erzählung miteinander verknüpft werden. Ich mag die Protagonisten sehr, wobei mir Toni immer noch die sympatischste ist. Der Schreibstil war wie im ersten Band sehr gut, dadurch und durch die gute Geschichte liest sich das Buch flott weg.
Fazit:
Schöne Fortsetzung
Rezensionen von begine:
Kentucky Krimi
Unbarmherziges Land von Chris Offutt
Der Schriftsteller Chris Offutt konnte mich mit seinem Roman „Unbarmherziges Land“ Ein Kentucky Krimi überzeugen. Eigentlich war ich etwas skeptisch, aber dann waren mir Mick und seine Schwester Linda sympathisch.
In dem Ort Rowan County in Kentucky herrscht ein raues Miteinander leben. Wenn einer aus der Familie einen Mord begeht wird das mit Gewalt und neuem Mord erledigt.
Der Autor scheint die Gegend gut zu kennen, denn er beschreibt die Wälder , die Fauna und das Klima so wie es wahrscheinlich wirklich ist.
Mick Hardin ist Ermittler der Us-Armee. Nachdem er als Soldat in Syrien Afghanistan usw. war. Jetzt hat er Heimaturlaub, weil seine Frau schwanger ist.
Linda ist der Sheriff in Rowan County. Als Frau hat sie es schwer. Als jetzt eine Frau ermordet wurde, hilft Mick ihr bei den Ermittlungen.
Die Charaktere der Personen passen gut in die Geschichte. Die Dialoge hat der Autor wunderbar identisch hin bekommen.
Rezensionen von melanie82:
Tolles Buch, das zum Nachdenken anregt
The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen von Matt Haig
Ich mag die Bücher von Matt Haig generell und auch hier hat er wieder einen Volltreffer gelandet. „The Comfort Book“ besteht aus kurzen Gedanken, Episoden und Geschichten, die einen zum Nachdenken anregen. Die Kapitel sind sehr kurz und in sich abgeschlossen, teils nur wenige Sätze bzw. gar nur einer, teils zwei bis drei Seiten.
Matt Haig nennt die Gedanken im Buch selbst zu Beginn „Rettungsinseln“, die ihm durch seine Depression geholfen haben und daraus entstanden sind. Das können sowohl eigene Gedanken als auch Zitate sein. Es ist kein Buch, das man am Stück durchlesen kann oder sollte - nicht wegen der Schreibweise, die wie immer sehr angenehmen ist und einen mitzieht, sondern da man über das Geschriebene gut auch länger nachdenken und dieses auf sich wirken lassen kann. Ich fand das Buch toll und werde sicherlich das eine oder andere Mal noch reinblättern und einzelne Gedanken noch einmal lesen.
Rezensionen von carola1475:
So ist das Leben
Wir für uns von Barbara Kunrath
Das Cover ist in freundlichen warmen Farben gehalten. Die abgebildeten geschwungenen stilisierten Pflanzen finden sich auch zum Auftakt jedes der fünf Teile des Romans - eine schöne Gestaltung des Buchs.
Die Erzähl-Perspektive wechselt kapitelweise zwischen den beiden Protagonistinnen, die Kapitel der jüngeren Frau sind aus der Ich-Perspektive geschrieben, von ihr erfährt der Leser mehr Gedanken und Gefühle, während die ältere Protagonistin oft ihre Vergangenheit reflektiert.
Mir gefällt dieser Rhythmus beim Lesen.
Der Roman erzählt von der durch einen Zufall entstehenden Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, der 41-jährigen schwangeren Josie, die sich für oder gegen das Kind entscheiden muss, und da ist die siebzigjährige Kathi, gerade Witwe geworden und ratlos, was sie mit dem Rest ihres Lebens anfangen soll.
Beide akzeptieren die andere bedingungslos, sie unterstützen einander und ermutigen sich gegenseitig, zum jetzigen Zeitpunkt das zu tun, was sie wirklich für sich wollen. Neben dieser Freundschaft werden nach und nach die Erfahrungen geschildert, die beide Frauen in ihren Familien gemacht haben:
die Konstellationen innerhalb einer Familie sind kompliziert und können verletzen und das ganze weitere Leben auf vielfältige Art und Weise beeinträchtigen. Die Autorin spricht hier viele unterschiedliche Themen an, die jede/n von uns im Laufe des Lebens beschäftigen oder auch konfrontieren können.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Autorin schreibt lebendig, zugewandt und herzlich, beschreibt sowohl Charaktere als auch Ereignisse authentisch und realitätsnah. Besonders mit Josie fällt die Identifikation leicht, viele Leserinnen werden sich in diesem Roman wiederfinden können.
Die Botschaft kommt an: lebe im Jetzt, sei mutig und trau Dich, Deine Träume wahr werden zu lassen, es ist nie zu spät.
Rezensionen von Miro:
Quel est ton tourment?
Was fehlt dir von Sigrid Nunez
Was ist dein Leiden? Was fehlt dir?
Diese Frage durchzieht dieses Buch.
Die Erzählerin begleitet ihre Freundin aus Studientagen in ihren letzten Tagen, da diese an einer tödlichen Krebserkrankung leidet.
In dieser Zeit stellt sie sich selbst in Frage, erinnert sich und lebt weiter.
Die Autorin geht der Frage in verschiedensten Herangehensweise nach und wir lesen hier Anekdoten, die das Buch wie einen Erzählband wirken lassen.
Zusammengehalten ist das alles von der sterbenden Freundin, die sie vornimmt ihr Leben selbstbestimmt zu beenden, bevor der Krebs das erledigt.
Doch auch das bleibt ein hehres Ziel, denn im Angesicht des Todes weiß niemand, wie er/sie sich verhalten wird.
Sigrid Nunez zeigt uns in diesem Buch einen Krimi, einen Dokumentarfilm über Gläubige, einen hoffnungslosen Klimawandelexperten und einiges an Literatur. Mit den vielen Geschichten umkreist sie das titelgebende Thema. Wir sollten viel häufiger zuhören. Nachfragen und wirklich zuhören, denn jede*r hat eine Geschichte zu erzählen, die es wert ist, gehört zu werden.
Ich habe diesen Roman nicht ungern gelesen, aber so richtig fesseln konnte mich die Autorin mit diesem Buch nicht. Irgendwie hatte ich auch immer das Gefühl, sie redet um den Brei. So geht es mir immer, wenn Menschen nicht über ihre Gefühle sprechen können und stattdessen Liedtexte, Bücher oder Gedichte dafür heranziehen. Vergleiche können helfen sich verständlich zu machen, dennoch braucht es auch die tatsächliche Geschichte. Hier hatte ich das Gefühl, als würde ich die gesammelten Fussnoten eines Tagebuchs lesen. Die Geschichten sind interessant, keine Frage, aber es hat mir was gefehlt. Mir fehlt hier die Empathie der Erzählerin, die diese letzten Tage und Wochen an der Seite hier Freundin verbringt. Sie nähert sich ihr an, aber sie durchdringt ihre Sorgen und Ängste nicht. Zumindest konnte ich das bei der Lektüre nicht erkennen. Mir war diese Geschichte zu distanziert.
Rezensionen von Claudia R:
abstrakte Illustrationen und Poesie in zwei Sprachen ...
Poesiekalender 2022 - Поэтический календарь von Franziska Bauer; Mary Nikolska
Klappentext / Inhalt:
Dieser Kalender bietet 12 wunderbar poetische Texte in deutscher und russischer Sprache, illustriert mit Zeichnungen der österreichischen Künstlerin Anna Freudenthaler
Cover:
Das Cover ist bunt und sehr abstrakt. Bei näherer Betrachtung entdeckten ganz unterschiedliche Dinge und Details.
Hier kommt es durchaus auf den Blickwinkel und die Betrachtung an. Mir hat dieses Motiv auf dem Cover sehr gut gefallen, da es sehr vielfältig ist und sehr viel Spielraum zu lässt.
Meinung:
Dieser Kalender ist etwas ganz Besonderes, denn hier sind Poesie und Illustrationen sehr schön aufeinander abgestimmt und diese begleiten einen durch das ganze Jahr.
Für jeden Monat ist eine Doppelseite gestaltet. Wobei oben eine Grafik erkennbar ist und darunter ein tabellarischer Kalender, dem man Wochentag und Kalenderwoche entnehmen kann.
Auf der Seite darunter ist jeweils ein Gedicht verfasst und dies nicht einfach nur so, sondern zweisprachig. So kann man links die russische Variante lesen und rechts die deutsche Fassung bewundern. Durch diese Zweisprachigkeit wird auch ermöglicht, die jeweils andere Sprache zu erlernen oder zu festigen, soweit man diese bereits ein wenig beherrscht.
Aber auch wenn man nicht beide Sprache kann, kann man sich an dem Gedicht in seiner Sprache erfreuen. So kann man mit diesem Kalender sowohl deutschsprachigen, aber auch russischsprachigen Menschen eine Freude bereiten.
Die Gedichte sind in Reimform verfasst und haben ganz unterschiedliche Themen, die sie anreißen. Sie führen dabei sehr gut durchs Jahr. Von Frühlingsgruß über Sonnenschein bis hin zu Blumengruß statt Festbankett wird hier allerhand Abwechslung geboten. An einigen Stellen sind die Reime jedoch nicht immer ganz flüssig, was jedoch auch durch die Übersetzung zu Stande kommen kann, aber ich empfand dies nicht weiter als störend.
Genauso vielfältig, wie die Auswahl der Gedichte ist, genauso unterschiedlich und besonders sind die Illustrationen. Von teils sehr abstrakt, bis hin zu recht einfachen, schlichten, aber dennoch wunderschönen Zeichnungen, die sehr viel Auslegungspotenzial in sich haben.
Ein Kalender, der das Jahr 2022 einleutet und der darauf wartet, immer wieder umgeblättert zu werden. Dieser Kalender will entdeckt werden und eignet sich auch sehr gut als Geschenk oder für einen Selbst für zu Hause.
Wunderschöne Gedichte in deutsch und russisch und dazu passende abstrakte Illustrationen, die das Ganze sehr gut abrunden. Ein Kalender, der einen sehr hochwertigen und guten Eindruck macht und gerade bei den Illustrationen, aber auch bei der Poesie sehr viel Auslegungsspielraum bietet. Tiefgründig und emotional kann man hier sehr vielfältig die Themen interpretieren und für sich selbst etwas daraus ziehen. Mir gefällt dieser Kalender sehr gut und ich habe mir schon einen schönen Platz ausgesucht, wo er für 2022 hängen wird.
Fazit:
Wunderschöne Gedichte in deutsch und russisch und dazu passende abstrakte Illustrationen, die das Ganze sehr gut abrunden.
Rezensionen von Gaby 2707:
Firmenübergabe mit familiärem Konflikt
Tödliche Nachfolge von Sibyl Quinke
Es herrscht Uneinigkeit in der Villa auf dem Pickartsberg in Wuppertal. Vater Andreas Keller möchte nach einem Jahr Praktikum die Geschäftsführung an seinen Sohn Sebastian weitergeben, der gerade an seiner Masterarbeit schreibt; Mutter Josephine favorisiert Tochter Antonia für diesen Posten. Antonias Liebhaber Max Heberlein wähnt sich auch schon in den höheren Etagen der Firma Krigel GmbH.
Als der Firmenchef einen Herzinfarkt erleidet, spitzt sich die Lage zu.
Über den Vorsitzenden der Aprather Sportschützen In der Beek hatte Rufus Madarack für sich und seine Clique, zu der auch Antonia und Sebastian Keller gehören, ein Gästeschießen arrangiert. Hier konnte Sebastian die alte Walther PK 380 seines Großvaters ausprobieren. Nach der anschließenden Grillfeier auf der Terrasse seines Elternhauses auf dem Pickartsberg liegt seine Schwester am folgenden Morgen tot auf dem Rasen. Erschossen mit der Waffe des Großvaters.
Die Kommissare Bresnik und Dick bekommen in diesem Fall Unterstützung von Louisa Breden, die nun Hauptkommissarin ist und die ihre Sache hier sehr gut macht, wie ich finde. Von ihren Verhörpraktiken können auch die alten Hasen noch was lernen. Da alle Mitglieder der Clique Schmauchspuren an den Händen haben, ist alles nicht so einfach wie es vielleicht scheint...
Ich habe schon einige Bücher von Sibyl Quinke aus dem Edition Oberkassel Verlag gelesen und mag ihren unaufgeregten, lockeren und entspannten Schreibstil. Hier bin ich der stille Beobachter zwischen der Villa auf dem Pickartsberg und den Ermittlungen, der alles mitbekommt.
Die meisten Personen, denen ich hier begegne, möchte ich nicht zu meinem Freundeskreis zählen. Antonia, die verwöhnte Prinzessin, die sich immer noch von Mama betuteln lässt; ihr Lover Max, der nur Geld sucht und keine Liebe; Mama Josephine, die alle Fäden fest in der Hand hält und Oma Keller, die sich als Familienoberhaupt sieht und meint, nun wieder in die Geschäftsführung einsteigen zu müssen. Nee, in der Familie würde ich mich nicht wohlfühlen. Da verstehe ich Sebastian, dass er sich lieber in seine Studentenbude in Aachen zurückzieht.
Die Kommissare dagegen finde ich alle drei sehr sympathisch. Da ich sie gerne näher kennenlerne, finde ich es gut, dass ich hier auch einiges an Privatem erfahre.
Auch diesmal kommt der Lokalkolorit nicht zu kurz. Wuppertal kenne ich bisher nur von der Schwebebahn aus, würde mir aber gerne mal die Villen auf dem Pickartsberg, wenn auch nur von außen, anschauen. Durch Sebastian, der zu einem Firmen-Auslandseinsatz nach Frankreich abkommandiert wird, erfahre ich einiges Wissenswerte über Lyon, die Stadt der Seide an der Rhone.
Obwohl ich recht bald eine Ahnung hatte, wer Antonia auf dem Gewissen haben könnte, blieb bei mir die Spannung bis zum Schluss erhalten. Es war sehr interessant, den Kommissaren, hier besonders Louisa, über die Schulter schauen zu können.
Wer einen spannenden Fall ohne großes Blutvergießen lösen und interessante Menschen kennenlernen möchte, der ist hier genau richtig. Mir haben die Ermittlungen wieder richtig Spaß gemacht.











