Kunden em pfehlungen
Rezensionen von froschman:
Milleniums-Nachfolger
Refugium von John Ajvide Lindqvist
Die Autorin Julia Malmros, eine ehemalige Polizistin, ist an der Arbeit zu ihrem neuen Krimi, der eine Fortführung der Milleniums-Trilogie von Stig Larsson werden soll. Der EDV-Spezialist Kim Ribbing soll sie dabei unterstützen, er soll Lisbeth Salanders Hacker-Knowhow weiterführen. Doch während der Recherchen zu dem neuen Thriller wird in der Nähe von Julias Ferienhaus ein grausames Verbrechen verübt, bei dem sechs Personen ihr Leben verlieren, darunter ihr ehemaliger Schulkollege Olof Helander.
Nur seine Tochter Astrid überlebte den Anschlag, weil sie sich unter den Landesteg ins Wasser fallen ließ. Seither spricht sie mit niemand, außer mit Kim.
Kim nutzt seine Fähigkeiten und sucht im Darknet quer durch die Kontinente nach den Tätern, während Julia ihre Kontakte zur Kripo spielen lässt. Ausgerechnet ihr Exmann Johnny Munther wird mit den Ermittlungen betraut, was nicht immer von Vorteil ist.
John Ajvide Lindqvist baut auf die Charaktere der Milleniums-Trilogie, nur vertauscht er dabei die Geschlechter. Aus Mikael Blomkvist wird Julia Malmros und aus Lisbeth Salander wird Kim Ribbing. Der Plot selbst ist gut aufgebaut und lässt sich leicht lesen. Die Beziehung zwischen Julia und Kim sowie auch Kims Misshandlungen durch seinen Großvater spielen eine etwas zu große Rolle. Alles in Allem trotzdem ein toller Thriller.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe von Doris Knecht
"Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" ist mein erstes Buch der Autorin Doris Knecht und auch allgemein das erste, das ich wissentlich von der Autorin gelesen habe.
Der angenehme Schreibstil hat mich sofort abholen können, auch wenn die Protagonistin, die Erzählerin dieser Geschichte, mir nur wenig ähnlich ist.
Sie hat vergleichsweise spät (mit 36) Kinder bekommen, diese sind nun volljährig. Die Protagonistin ist somit mindestens 54 Jahre alt. Sie wirkt jedoch eher wie Mitte 40 - oder zumindest wie jemand, den ich mir mit Mitte 40 vorstelle. Seis drum - ich habe mitgefühlt und voll und ganz auf das Erlebte der Erzählerin einlassen können. Die kurzweiligen und nicht zwinend inhaltlich aufeinander aufbauenden Kapitel und der flüssige Schreibstiel taten ihr übriges. Diese Aneinanderreihung von Erinnerungen haben eine sehr intime Atmosphäre aufgebaut, als Leser:in wird man sehr nah an die Reflexion des eigenen Seins, der eigenen Rolle im Leben mitgenommen, was mir gut gefallen hat. Die Erzählerin wirkte sehr nahbar, trotz des kolumnenhaften Charakters. Tiefgründige, tiefsinnige und sehr ausführliche Reflexionen finden sich hier in diesem Buch aber nicht - und das für mich gut gepasst.
Rezensionen von Julia:
Viele unerwartete Wendungen
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe von Doris Knecht
Kate führt eigentlich ein perfektes Leben: Sie hat einen Ehemann, der nicht nur ihr ständig zeigt, wie sehr er sie liebt, sondern auch ihrer kleinen Tochter. Doch das ändert sich schlagartig, als Michael verdächtigt wird die neue Dorfbewohnerin Suzy ermordet zu haben, von der seit dem Dorffest jede Spur fehlt.
Kate glaubt an die Unschuld ihres Mannes, aber es kommen immer mehr Details ans Licht, die daran zweifeln lassen.
Das Buch hat sicherlich einiges an Spannung zu bieten, jedoch wurden mir vor allem zum Ende der Geschichte hin, die Verstrickungen etwas zu viel, was für mich dann leider nicht mehr authentisch gewirkt hat. Ob ich das ganze als Psychothriller bezeichnen würde? Vermutlich nicht, dafür habe ich vergleichsweise schon Thriller gelesen, die mehr psychologische Tiefe hatten.
Das Buch bietet nichtsdestotrotz einige spannende Lesestunden, da man unbedingt erfahren möchte, was mit Suzy passiert ist und welche Geheimnisse Michael zu verbergen hat. Kate als Hauptperson fand ich sehr sympathisch, manchmal wusste man aber nicht, ob sie ihre Leben gerne ein bisschen idyllischer dargestellt hat, als es eigentlich war, oder ob sie wirklich im perfekten Familienglück gelebt hat. Ihre Freundin Donna hingegen, war für mich ein Charakter, mit dem ich, trotz ihrer Entwicklung, einfach nicht warm werden konnte. Auch ging es mir bei anderen Charakteren ähnlich, die im Buch stark ausgearbeitet waren und von denen ich ausging, dass sie sicherlich in den Fall verstrickt sind, jedoch am Ende keine große Rolle gespielt haben.
Für spannende Stunden und unerwartete Wendungen ist diese Buch jedenfalls empfehlenswert.
Rezensionen von _Le4_:
Vom Schriftsteller zum Koch
Chef's Kiss von Jarrett Melendez
Im Comic geht es um Ben, dessen großer Traum es immer war, Schriftsteller zu werden. Leider sagen ihm die Leute bei jeder seiner Bewerbungen ab, weil er mehr Erfahrungen braucht. Wobei es schwer ist, diese zu sammeln, wenn niemand ihm Erfahrungen ermöglicht. Als er über einen Flyer stolpert, in dem sie einen Koch suchen, ohne dass die Person Erfahrung mitbringen muss, schlägt er zu.
Jetzt muss er nur noch die Prüfungen des Küchenchefs bestehen und sich dabei nicht von dem hübschen Koch Liam ablenken lassen.
Im Comic werden vor allem zu Anfang Ängste klar. Keinen Job zu finden, die eigene Familie zu enttäuschen, nicht auf eigenen Beinen stehen zu können. Das ist etwas stressig zu lesen, aber im Laufe der Geschichte, wo Ben immer selbstbewusster wird und seine herrlichen Speisen anrichtet, legt sich das meiner Meinung nach. Da wird der Comic richtig gemütlich und ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Der Zeichenstil ist schön klar, aber nicht mein Favorit, das ist jedoch eine sehr persönliche Einstellung.
Bens FreundInnen und KollegInnen mochte ich sehr gerne. Sie sind alle klar charakterisiert und manchmal ein bisschen seltsam, was ich sehr sympathisch fand. Insgesamt ist der Comic an manchen Stellen etwas skurril, was sehr charmant und lustig war.
Vor allem zum Ende hin hätte ich mir gewünscht, dass sie sich für bestimmte Plotpunkte ein wenig mehr Zeit lassen, da sie etwas überstürzt wirken.
Der Comic ist zwar nicht herausragend, aber sehr unterhaltsam und niedlich. Es hat mir ganz klar Spaß gemacht und ich kann ihn eindeutig empfehlen.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
ein wichtiges Buch
Der Junge im Rock von Kerstin Brichzin
Ich finde das Thema total wichtig und bei uns auch irgendwie aktuell. Zugegeben, bei uns war es nicht der Rock, der Thema wurde, sondern die Farben und der Nagellack sowie die Haarlänge. Eigentlich alles total harmlos, doch stoßen gerade Jungen hier durchaus auf einige Vorurteile. Während es dem Ältesten bei uns egal war, reagierte der Mittlere anders, wodurch ich Bücher wie dieses zur Bestärkung wichtig finde.
In diesem Buch werden negative Reaktionen wieder reproduziert. Natürlich kann man sich jetzt fragen: Braucht es das? Wäre ein total klischeearmes Buch nicht besser, wo keiner ein Problem damit hat und Jungen einfach Röcke tragen dürfen? Ich habe mich das beim Lesen auch gefragt und ich denke: Ja, noch brauchen wir das. Ich wünsche mir, dass wir das Buch in 20 Jahren nicht mehr brauchen. Aber jetzt braucht es das. Denn: Zumindest unsere Realität ist in diesem Buch gespiegelt, Reaktionen wie im Buch an der Tagesordnung. Die Worte des Buches sind nah an der Realität und können Betroffenen das Gefühl geben, nicht alleine zu sein. Das Kind im Buch erlebt Hänselein, die man natürlich keinem Kind wünscht. Doch ich fürchte, spätestens in der Schule kann man sie davor nicht mehr beschützen. Da ist es gut zu erfahren: Ich bin nicht allein. Und ich bin okay, wie ich bin. Ich darf anziehen, was ich will. Pfeif auf die anderen! In diesem Sinn - (noch) ein wichtiges Buch!
Rezensionen von nishi93:
Kein Thriller
Ingenium von Danielle Trussoni
Der Einstieg in "Ingenium" ist wirklich gelungen - ein Mann mit eine besonderen Begabung soll ein besonders spannendes Rätsel lösen. Das hat mich gleich abgeholt! Die ersten paar Kapitel flogen nur so dahin. Dann kamen einige Kapitel aus Sicht des "Opfers", die zum einen recht ausschweifend waren und zum anderen einen übernatürlichen Aspekt einführten, der meiner Meinung nach in einem Thriller fehl am Platz ist.
Zwischendurch las sich das Buch gar wie Horror.
Danach geht es zwar spannend weiter, das "Geschmäckle" blieb aber bis zum Schluss. Auch wenn der Protagonist immer wieder versucht, logische Erklärungen für die Vorkommnisse zu finden, ist klar, dass dieser Thriller einfach nicht 100% logisch erklärbar ist. Das hat mir leider das komplette Buch versaut. Dazu kam, dass das zentrale Rätsel zwar immer wieder abgedruckt wird, allerdings zu klein ist, um wirklich viel zu erkennen. Die große Version am Anfang ist unvollständig und zudem noch durch die Bindung des Buchs nicht 100% auffaltbar. Die Erklärung am Ende geht dann auch extrem schnell und obwohl ich bei den anderen Rätseln im Buch gut folgen konnte, war ich bei dem Haupträtsel dann total verloren. Das ist für solch einen Roman echt unbefriedigend.
Alles in allem ein guter Ansatz, für mich aber kein Thriller sondern Fantasy.
Rezensionen von yellowdog:
Wir leben im Wald, und wir sind wild
October, October von Katya Balen
Die weite, wilde Welt wartet auf mich. So lautet der Untertitel dieses empfehlenswerten Jugendbuches. Für die 11jährige October, die mit ihrem Vater im Wald lebt, ist die wilde Welt die Großstadt, die Zivilisation.
Im Wald hatte sie ein unbeschwertes Leben geführt. Nach einem Unfall des Vaters muss sie aber zur Mutter nach London und auch zur Schule gehen.
Für die anderen Schüler ist sie das wilde Mädchen, aber October ist intelligent. Dennoch ist ihr größter Wunsch, zurück in den Wald zu gehen.
Doch langsam gibt es eine kleine Annäherung mit der Frau, die ihre Mutter ist.
Es ist ein gefühlvolles Buch, wenn auch mit Ecken und Kanten, denn October ist zunächst natürlich unangepasst. Die Perspektive liegt konsequent bei October. Als Leser ist man nah an ihrer Gefühls- und Erlebniswelt.
Ich denke, es ist unmöglich, nicht mit ihr mitzufühlen, da die Autorin Katja Balen die emotionale Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen und Empathie geschrieben hat.
Rezensionen von C. P.:
Berührende Momente in der Zwischenwelt
Die Erinnerungsfotografen von Sanaka Hiiragi
Das Fotoatelier des Hern Hirasaka liegt an einem ganz besonderen Ort: in der Zwischenwelt zwischen Leben und Tod. Seine Kundschaft sind jüngst Verstorbene, die sich aus einer Sammlung von Lebens-Fotografien ihren persönlichen, abschließenden Lebensfilm zusammenstellen. Und als besonderes Extra dürfen sie einen Tag ihres Lebens mit einer Camera besuchen, um weitere Erinnerungsfotos zu schießen.
Drei Personen sind in diesem Buch Herrn Hirasakas Gäste, mit unterschiedlichen Reaktionen auf die Situation und stark voneinander abweichenden Lebenserfahrungen. Allen drei begenet Herr Hirasaka mit Respekt und geht individuell und gefühlvoll auf sie ein: Eine ältere Dame, ein Yakuza-Mitglied sowie ein kleines Mädchen. Und zugleich umgibt Herrn Hirasaka selbst ein Geheimnis, welches sich zum Ende hin gekonnt auflöst.
Auch wenn das Thema Tod kein einfaches ist, hier wird es auf wunderschön respektvolle und einfühlsame Weise behandelt. Die Vorstellung, wie die Personen aus unzähligen Erinnerungen sich die schönsten heraussuchen, auf längt vergessene Details ihres Lebens stoßen und einen bewegenden Tag erneut besuchen dürfen liest sich wunderschön, auch wenn vielleicht nicht immer alles in deren Leben gut ablief. Insbesondere die Enden der drei Kapitel, welche sich um jeweils eine der drei Personen drehen, verleihen dem Thema nochmal eine gewisse Leichtigkeit. Und als wunderschöne Zugabe schließt sich am Schluss der Kreis und man erfährt eine Besonderheit über Herrn Hirasaka.
Ein wunderschönes Kleinod unter den Neuerscheinungen, welches sich auf einfühlsame und respektvolle Weise mit dem Thema Tod beschäftigt.
Rezensionen von C. P.:
Sich mit Feinden gegen den Feind verbünden
Vergissmeinnicht - Was bisher verloren war von Kerstin Gier
Während Quinn durch Portale in den Saum, die magische Parallelwelt, steigen und diese erkunden kann, will er Matilda vor den magischen Gefahren und Machthabern dieser Welt bewahren und sie auf Abstand zu sich und dem Saum halten. Damit ist Matilda so gar nicht einverstanden und versucht auf eigene Faust, den Saum erkunden zu können, während die Zwangstrennung von Quinn sie emotional echt fertig macht.
Hinzu kommt, dass sie ihrer besten Freundin nichts verraten darf und diese keine Lust mehr hat, belogen zu werden. Dann meldet sich noch eine Geheimgesellschaft und eine Feindin aus Band eins taucht zu allem Übel an Matildas Schule auf. Das Chaos ist perfekt, aber zumindest in einer Sache weiß Gargoyle Bax Abhilfe. Wenn die gefährlichen Sphinxen nicht wären.
Der zweite Band der Trilogie schließt direkt an die dramatische Endszene aus dem ersten Band an. Tatsächlich half es mir, das Ende von Band eins nochmal zu wiederholen, um mich wieder zurecht zu finden. Zwar kommen viele alte und neue Charaktere und Wesen ins Spiel, aber der Biss und die Spannung aus dem ersten Band habe ich diesmal etwas vermisst. Einige Szenen liefen gefühlt ins Leere, für die frechen Sprüche sorgte diesmal hauptsächlich der Dämon Bax (die Niedlichen sind die Gefährlichsten), und der neue Oberfeind blieb mir zu harmlos. Zwar werden einige Geheimnisse gelöst, um von neuen ersetzt zu werden, dennoch bleibt es trotz sympathischer Charaktere ein etwas schwächelnder Mittelband, der allerdings auf ein hoffentlich grandioses Finale vorbereitet.
Rezensionen von yellowdog:
Quintus
Wilde Jagd von René Freund
Die Hauptfigur Quintus Erlach in Rene Freunds neuen Roman Wilde Jagd ist zunächst nicht in bester Verfassung.
Zeitweise getrennt von Frau und Tochter, anscheinend in einer Midlifecrisis, trinkt zu viel und ist auch noch am Fuß verletzt. Da ergeht er sich schon ganz schön in Selbstmitleid.
Die Kurve bekommt er, als er Evalina trifft, die ihre verschollene Schwester sucht.
Er freundet sich mit ihr an und unterstützt sie. Auch mit dabei ist Machtnix, der Hund von Quintus Tochter, den er hüten muss.
Wie schon im Klappentext angedeutet, gibt es dann auch „fast“ einen Kriminalfall. Dieser Aspekt hat mich persönlich nicht so überzeugt wie die Ausgangssituation. Aber ich bin ja auch kein Krimifan.
Ich mochte schon frühere Romane von Rene Freund, wie Ans Meer und Liebe unter Fischen. Wilde Jagd geht in die gleiche Richtung. Leichte Kost mit Niveau!










