Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Peachy_Bookdreams:
Von kleinen zu großen Problemen
Kleine Probleme von Nele Pollatschek
Kleine Probleme von Nele Pollatschek hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Obwohl das Buch recht dünn ist, konnte ich das Buch nicht in einem Zug durchlesen. Denn die Gedankengänge, die wir durch Lars erleben, machen kleine Probleme zu riesigen und enden meist in Prokrastination. Mir rauchte teilweise der Schädel bei der tiefen und philosophischen Erzählweise, einige der Gedanke Gänge erkenne ich teilweise aus meinem eigenen Alltag.
Dennoch empfand ich den Schreibstil sehr anstrengend zu lesen. Es wiederholen sich für meinen Geschmack die Worte zu oft (besonders das Wort „Und“ kommt fast in jedem Satz als Anfang zur Verwendung), und es frustrierte mich immer nur ein paar Seiten lesen zu können, denn ansonsten wäre ich überfordert gewesen. Ich konnte einige von Lars Gedanken verstehen und musste schmunzeln. Wer hier eine schnelle und leichte Lektüre erwartet, wird hier nicht fündig, auf Lars Geschichte und seine Gedanken muss man sich einlassen, das hat bei mir etwas Zeit gebraucht. Insgesamt ein interessantes philosophisches Buch, das einen Einblick in die Gedanken über die alltäglich kleinen Probleme bietet.
Rezensionen von lesen=liebe:
Lars muss man einfach lieben
Kleine Probleme von Nele Pollatschek
Kleine Probleme von Nele Pollatschek lässt den Leser 12 Stunden mit dem Protagonisten Lars verbringen. Lars ist 49 und er hat das Gefühl, es in seinem Leben noch zu nichts gebracht zu haben. Er hat seiner Frau Johanna viele Versprechungen gemacht und konnte sie bislang nicht einhalten. Lars ist Schriftsteller und sein größtes Ziel ist es, sein Lebenswerk zu schreiben.
Das hat er erfolgreich vor sich hergeschoben, so wie vieles andere auch. Lars' Frau Johanna ist schlussendlich verreist, oder besser gesagt ausgezogen. Ausgerechnet am Silvesterabend will Lars das Ruder wieder herumreißen. Er hat sich viel vorgenommen und eine To-Do-List mit 13 Punkten erstellt. Leider hat Lars verschlafen und so bleiben ihm heiße 12 Stunden, um die Punkte abzuarbeiten. Während er die Punkte abarbeitet lässt Lars den Leser an seinen Gedankengängen teilhaben. Man erfährt viel über die Vergangenheit, über seine Kinder und über seine Gefühle. Schlussendlich schafft er es bis Mitternacht seine Aufgaben zu erfüllen und es gibt ein Happy End. Fast zumindest...
Lars ist, obwohl er so chaotisch ist, ein sehr sympathischer Charakter, den man einfach lieben muss. Das hatte sich bestimmt auch Johanna all‘ die Jahre gedacht, aber schlussendlich konnte sie mit der Lebensweise ihres Mannes nicht mehr umgehen. Lars hat ein Problem damit, Dinge anzupacken und zu erledigen. Obwohl es in dem Buch, bis kurz vor dem Schluss, nur einen Schauplatz gibt, liest es sich sehr kurzweilig. Der Schreibstil ist extravagant, trifft aber absolut meinen Geschmack. Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, spürte ich ein wohlig warmes Gefühl und ich musste lächeln.
Rezensionen von Tara:
Aus dem Leben
Kleine Probleme von Nele Pollatschek
„Kleine Probleme“ ist ungewöhnlicher Roman von der Autorin Nele Pollatschek, der aber gleichzeitig direkt aus dem Leben kommt.
Es ist der 31. Dezember. Der 49-jährige Lars ist alleine zu Hause und möchte die Gelegenheit nutzen, um noch so einiges zu erledigen, um unbeschwert in das neue Jahr zu starten.
Seine Stimmung ist so trüb wie das Dezemberwetter und zunächst macht es den Eindruck, als ob ihm alles entgleitet, aber dann schreibt er sich eine Liste mit 13 Punkten. Es sind alltägliche Dinge, Aufgaben und Arbeiten, die jeder von uns kennt. Der Reihe nach, Punkt für Punkt, beginnt Lars seine Liste abzuarbeiten.
Der Schreibstil von Nele Pollatschek ist grandios. Trotz trüber Stimmung und schwarzer Gedanken ist die Story humorvoll und voller Erkenntnisse. Philosophische Moment wechseln sich mit Ideen und Alltagsaugenblicken ab.
Sicherlich wird sich jeder Leser an der einen oder anderen Stelle wiederfinden können. Denn wer kennt sie nicht, die Liste mit den Aufgaben, die schon immer erledigt werden wollten und für die nun endlich die Zeit gekommen ist.
Während ich mir anfangs die Frage gestellt habe, ob Lars seine sich selbst gestellten Aufgaben bewältigen kann, wurde das für mich im Verlauf des Lesens immer unwichtiger. Es geht um viel mehr als nur darum einzelne Punkte abzuhaken. Es geht um das Leben im Ganzen, um das Leben im Hier und Jetzt.
Mir hat dieser leicht philosophische Roman sehr gut gefallen und ich bin gespannt auf weitere Werke von Nele Pollatschek.
Rezensionen von _ich.lese_:
Ich liebe es
Easton High 1: Dear Love I Hate You von Eliah Greenwood
Aveena hat es nicht leicht. Zuhause steht sie im Schatten ihrer Schwester, die ein super Talent hat, in der Schule hat sie nur eine Freundin.
Als sie ihren Frust in einem Hassbrief an eine Lehrerin rauslässt und diesen in einem Buch in der Bücherei vergisst ist sie zuerst panisch. Dann aber bekommt sie auf den Brief eine Antwort und sie schreibt sich mit einem Unbekannten.
Der ihr aber gar nicht so unbekannt ist, sie weiß es nur nicht
Ich mochte das Cover sofort und auch der Klappentext sprach mich an. Und ich habe es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben. Ich fand die Story von Beginn an einfach großartig, sie war humorvoll, hatte aber auch seine tiefgründigeren Momente, die Charaktere sind vielseitig und meist such sympathisch. Ein typisches Highschoolbuch. Die Geschichte ist sicher nicht neu, aber sehr schön zu lesen. Toller Schreibstil und viele tolle Momente machten aus der Story eine reines Lesevergnügen. Ich habe es geliebt.
Rezensionen von Tobias Kallfell:
Es ist nie zu spät...
Kleine Probleme von Nele Pollatschek
Wer kennt es nicht, das Gefühl der Prokrastination? Dinge, die man sich vornimmt, werden auf Morgen verschoben und so lange hinausgezögert, dass man kaum mehr zu ihnen kommt. Auch der Protagonist Lars erlebt in dem von Nele Pollatschek verfassten Roman „Kleine Probleme“ ein solches Gefühl. Das Gefühl, noch Dinge erledigen zu müssen, die er bisher nicht geschafft hat: „(…) ich muss verdammt nochmal endlich den Müll runterbringen, ich muss noch herausfinden, warum mein Knie seit einigen Jahren so komisch klackert und ob der Schmerz in der Brust vielleicht doch nur Angina ist, ich muss den Kindern noch ein Erbe erarbeiten, die Regenrinne muss ich noch vom Vorjahresherbst befreien, die Bester-Papa-der-Welt-Tasse muss ich noch verdienen, ich muss noch mein Lebenswerk verfassen“ (S.
15). Er macht sich also daran, eine Liste mit Aufgaben zu erstellen, die er auf dem letzten Drücker noch abarbeiten möchte. Und diese Liste bildet den roten Faden des Werks.
Bei Lars geht es noch über das gewöhnliche Aufschieben von zu erledigenden Dingen hinaus. Er fühlt sich unzulänglich und stellt fest, dass er sich selbst gesteckte Ziele noch nicht erreicht hat. Und das belastet ihn und beschäftigt ihn gedanklich. Ein Gefühl von Unvollkommenheit stellt sich bei ihm ein. Ein schlechtes Gewissen und Selbstmitleid sind die Folge („Wie beschissen ist es bitte, wenn einem alle Türe offenstehen und man trotzdem stehen bleibt. Wenn man keinen Grund dafür hat, so zu sein, aber man ist halt trotzdem so? Wenn alles einfach ist und einfach ist viel zu schwer“, S. 20).
Nicht zuletzt der alltägliche „mental load“ wird Ursache dafür sein, dass sich bei Lars dieses Gefühl einstellt (leider etwa auch Männer darunter?): „Bedingungslose Liebe ist einfach, Zahnarzttermine sind schwer. Das Rezept für die Brille und diese komischen Einaugenpflaster abzuholen ist schwer. Die Antibiotika gegen die Mittelohrentzündung wirklich jeden verdammten Morgen zu geben. Die Wäsche nicht in der Maschine vergammeln zu lassen, donnerstags an den Turnbeutel zu denken, sich daran zu erinnern, dass doch dieses Halbjahr Schwimmunterricht ist, das Kind zum Reiten zu fahren und es um Gottes willen danach wieder abzuholen, das Kind nicht immer irgendwo stehen zu lassen, nicht immer irgendwas zu vergessen, das alles zu kontrollieren, als wäre man Familienvater und nicht nur irgendein Komparse, der sich in diese Rolle verirrt hat und jetzt so tun muss, als wäre sie für ihn geschrieben“ (S. 41).
Was diesen Roman in meinen Augen ausmacht, ist vor allem die sprachliche Gestaltung. Der Stil erinnerte mich oft an Texte von Poetry-Slams: Lange, kunstvoll arrangierte Satzkonstruktionen, klug ineinander verschachtelt, und viele Wortwiederaufnahmen. Eine kreative Sprache, punktuell auch einmal mit amüsanten Wortneuschöpfungen und kursiv eingeschobener wörtlicher Rede („es ist zum Heulen oder zum Fluchen, Fluchen ist Heulen mit Sprache. So oder so ähnlich fluchte ich, weil ich immer so fluche, wenn ich etwas aufbauen muss, Johanna sagt dann ach Walter Benjamine doch nicht wieder so rum, und ich sage ich dachte, du Marxt das?, und manchmal sagt sie dann ich mag dich, mein Engels oder freier deutscher Lars, bau auf, und manchmal lehnt sie sich an mich, sodass ihre Haare mich ganz leicht am Hals kitzeln, und dann haucht sie J’Adorno.“, S. 33).
Auffällig sind auch Parallelismen und Parenthesen: „Menschen können sich eben nicht grenzenlos konzentrieren, Menschen sind eben nicht immer achtsam, Menschen können sich nicht alles merken. Ziffern zum Beispiel können sich Menschen überhaupt nicht gut merken“ (S. 35); „In der Küche müsste man dann aufräumen, im Wohnzimmer müsste man aufräumen, im Wohnzimmer müsste man aufräumen, oben im Arbeitszimmer unterm Dach, wo man eigentlich ein Lebenswerk verfassen will, müsste man ganz ordentlich aufräumen, im Schlafzimmer, was mal ein gemeinsames Schlafzimmer war, aber schon lange kein gemeinsames Schlafzimmer mehr ist, muss man bestimmt mal so richtig aufräumen, und eh man es sich versieht, sieht man, wenn man jetzt tatsächlich hinsähe, dann müsste man das ganze Leben aufräumen“ (S. 52).
Kurzum: Die Syntax ist abwechslungsreich, spielerisch und originell. Wer so etwas mag, der wird sehr viele Passagen mit Genuss lesen. Ich glaube, dass der Text vor allem bei Lesungen eine tolle Wirkung entfaltet. Man findet viele stilistische Mittel, die man vom Poetry-Slam kennt. Ich könnte in dieser Rezension so viele Stellen zitieren, die klug, weise und kunstvoll gestaltet worden sind, das würde den Rahmen sprengen. Die vielen angeführten Zitate sollten aber meiner Meinung nach ein erstes exemplarisches Bild vom Erzählstil und von der Sprachgestaltung vermitteln. Häufig handelt es sich um einen aufzählend-reihenden Stil, der sehr rhythmisch daherkommt.
Doch bei all der Satzakrobatik sollte der Inhalt nicht zu kurz kommen. Nach meinem Eindruck werden viele Themen lose-assoziativ miteinander verkettet, das macht sich vor allem im Mittelteil des Buchs bemerkbar. Das mag der ein- oder andere Leser als anstrengend empfinden. Stellenweise besteht die Gefahr, dass die vielen künstlerisch durchgeformten Sätze vom Inhalt ablenken. Nicht immer ist es einfach, die Konstruktionen gedanklich zu durchdringen und inhaltlich aufzunehmen. Konzentration ist gefordert, das sollte man mögen! Man wird mit diesem Buch in meinen Augen eher intellektuell als emotional angesprochen. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass die chaotisch-sprunghafte, „bewusstseinsstromartige“ Gestaltung des Inhalts, die man punktuell findet, das gedankliche Chaos von Lars widerspiegeln soll. Es gibt beispielsweise. Textstellen, in denen Lars beginnt, von sich selbst in der dritten Person zu sprechen. Und begleitend dazu werden noch Dialogfetzen versatzstückartig als Erinnerungsanker in die Darstellung integriert.
Was an vielen Stellen durchscheint und mich gut unterhalten hat: Ein launiger, amüsanter Erzählton. Der Aufbau eines Betts durch den Ich-Erzähler sowie das Ausfüllen der Steuererklärung werden z.B. herrlich humorvoll dargestellt („Und dann ist da wieder ein Beleg, von dem man nicht weiß, was man damit anfangen soll, und das ist dann ein Beleg zu viel. Man fängt an zu suchen, nach der Rechnung, nach dem Postidentverfahren, nach dem notwendigen Zertifikat, nach irgendwas Bürokratischem, das man einfach nicht versteht, und man will Johanna fragen, und sie ist nicht da, überhaupt nicht da, und dann weiß man auch nicht weiter, und dann sieht man die Umschläge und dann den Bildschirm und die E-Mails, all die E-Mails, den Spam und die Erinnerungen und die Mahnungen und die Erinnerungen an Mahnungen, den Berg, den ganzen Berg, den ganzen beschissenen Berg. Und das ist dann zu viel. Das ist einfach zu viel“, S. 110). Die Reinigung einer Regenrinne wird zu einem halsbrecherischen Abenteuer. Und auch die Darstellung des wortkargen Telefonats von Lars mit seinem Vater sowie die Improvisation eines Nudelsalats unter Zeitdruck fand ich sehr unterhaltsam („Ich weiß nicht, wie viele Nudeln einen Salat machen, oder wie viele Nudeln man aus einem Salat entfernen kann, bis er aufhört, ein Salat zu sein, aber eines weiß ich ganz sicher: Vier Nudeln sind kein Salat“, S. 170).
Nele Pollatschek beweist an vielen Stellen ein ungeheures Talent für die (amüsante) Beschreibung treffender Alltagsbeobachtungen, für Situationen, die wohl jeder Leser/ jede Leserin kennt. Der Text ist originell, lebensklug und einfallsreich, in sprachlicher sowie in inhaltlicher Hinsicht. Von mir gibt es dafür 5 Sterne!
Rezensionen von _ich.lese_:
Weiter geht es in New York
Let's be bold von Nicole Böhm; Anabelle Stehl
Let's be bold ist das zweite Buch rund um die Freunde Ariana, Evie, Shea und Tyler. In New York haben die vier Freunde viel vor. Jeder hat seine Momente, jeder hat seine Träume und trotzdem sind sie zusammen unschlagbar.
Ich habe das erste Buch Let's be wild schon sehr gerne gelesen und freute mich schon sehr auf sie Fortsetzung.
Das Cover passt sehr gut zu Band ein. Auch Let's be bold wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so kommt jeder zu Wort, jedem seine Geschichte wird weitererzählt und durch die unterschiedlichen Erzählstränge wirkt es sehr lebendig. Ein toller Schreibstil der Autorinnen, man merkt überhaupt nicht, daß es zwei Autorinnen geschrieben haben. Eine lockere Freundschaftsgeschichte mit viel Romantik und auch dem ein oder anderen spicy Moment. Es macht einfach Spaß mit den vier Freunden durch New York zu reisen. Freue mich schon auf den nächsten Teil.
Rezensionen von _ich.lese_:
Es hat was
Bergleuchten von Karin Seemayer
1872 war es für die Fuhrhalter nicht einfach. Die Fahrten über den Pass brachten einige Risiken mit sich. Trotzdem fuhr Helene gerne mit ihrem Vater mit, auch wenn sie ein Mädchen ist.
Als dann die Arbeiten für den Gottharttunnel begannen, fürchteten die Fuhrhalter um ihre Existenz und wollten mit den Arbeitern, die hauptsächlich aus Italien kamen, nichts zu tun haben.
Trotzdem beherbergten die Eltern von Helene den Mineur Piero. Aber eine Beziehung zu dem Italiener würde ihre Eltern niemals befürworten.
Ich lese im Moment sehr gerne historisches und so hat mich auch dieset Roman, vor allem nachdem ich den Gottharttunnel selbst durchfahren hatte, sehr interessiert. Es mag historisch nicht alles einwandfrei sein, vieles ist auch künstlerische Freiheit, aber mich hat sie Geschichte von Helene und Piero sehr gut unterhalten können. Eine spannende, berührende Geschichte mit einigen sehr interessanten Details über den Tunnelbau. Meiner Meinung nach sehr gut recherchiert, es war alles glaubhaft und schlüssig erzählt. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich habe es gerne gelesen.
Rezensionen von miriamB:
Familie oder doch eher Katastrophengang?
Schönwald von Philipp Oehmke
Philipp Oehmke zeichnet in seinem Debütroman das Porträt einer Mittelstandsfamilie in Deutschland. Die Eltern sind nach Jahren noch immer verheiratet und anscheinend glücklich, die drei Kinder allesamt erfolgreich. Aber dieser schöne Schein wird von Kapitel zu Kapitel immer brüchiger. Denn so unterschiedlich die fünf Schönwalds auch sein mögen, eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie vertuschen, verdrängen und verschweigen (was ja keine Lüge ist!).
Sprachlosigkeit als Strategie, die schon seit Generationen gut funktioniert.
Der Autor verarbeitet in seinem Roman anhand der einzelnen Familienmitglieder nahezu alle aktuellen Themen: me-too-Diskussion, Frauenfeindlichkeit, verkrustete Rollenbilder, Moral in der doppelten Version, sexuelle Orientierung, Betrug, Missbrauch, Therapien, politische fake-Diskussionen bis hin zu einer möglichen Nazi-Vergangenheit – alles kommt vor, wird jedoch nur oberflächlich gestreift. Spiegel der aktuellen Gesellschaft?
Es passiert also ziemlich viel auf diesen 544 Seiten! Häufige Perspektivenwechsel und Zeitensprünge halten die Spannung hoch, der Schreibstil ist locker lesbar, die Sprache modern, die Handlung interessant, wenn auch manchmal hart an der Grenze zur Unglaubwürdigkeit. Trotzdem: Oehmkes Debütroman ist purer Zeitgeist und damit durchaus lesenswert.
Eine kleine Bemerkung muss noch sein: Die Ankündigung des Verlages, die das Buch als großen Familienroman in der Tradition von Jonathan Franzen bewirbt, kann jedoch nur als Anflug von Größenwahn gesehen werden! Soweit ist Philipp Oehmke (noch) nicht!
Rezensionen von C. P.:
Gefahr für die Anderswelt
Brombeerfuchs - Der Zauber von Sturmauge von Kathrin Tordasi
Die Abenteuer des ersten Bandes der Brombeerfuchs-Abenteuer liegen bereits eine Weile zurück und Portia wartet in London darauf, wieder nach Wales zu reisen und ihren Freund Ben zu besuchen. Plötzlich steht Ben vor ihrer Haustür, pitschnass und ohne Erinnerung, wie er dorthin gekommen ist. Und dabei hat er einen Schlüssel für das Tor in die walisische Anderswelt.
Der zweite Band hat mir besser gefallen als der erste Teil, es wird schneller abenteuerlich und magisch. Gemeinsam mit Portias Tante und deren Freundin reisen die Kinder in die Anderswelt und werden dort für etwas beschuldigt, was sie gar nicht getan haben. Fortan auf der Flucht müssen sie versuchen, die Anderswelt und deren Bewohner vor einer sich anbahnenden Katastrophe zu retten. Zudem scheint Ben von einem gefährlichen Fluch belegt zu sein, während Portia immer stärker den Drang verspürt, sich in eine Wölfin zu verwandeln. Wenn Ben sich doch nur erinnern könnte, was kürzlich mit ihm geschah. Und wo steckt überhaupt ihr Freund, der Fuchswandler?
Zu Beginn hätte ich eine kurze Erinnerung hilfreich gefunden, was in Band eins geschah, um schneller wieder in die Handlung zu finden. Ansonsten wird es diesmal deutlich schneller spannend, die Handlung verlagert sich schnell in die Anderswelt und führt dort zu verschiedenen Orten und Wesen, ist dadurch angenehm abwechslungsreich. Unsicherheit und Mut, Zusammenhalt und Missverständnisse: auch die Gefühlswelt der Kinder ist wunderbar beschrieben.
Eine gelungene Fortsetzung voller Abenteuer und Magie in der walisischen Anderswelt.
Rezensionen von C. P.:
Magische Schnitzeljagd durch London
Die Reise zum Mittelpunkt der Magie von Kathrin Tordasi
Georges größter Wunsch ist es, die Welt der Magie zu erleben. Sein Praktikum in einer magischen Geheimorganisation Londons wäre der erste Schritt hierfür, doch leider sind alle dort stocksteif, während George ein chaotischer Träumer ist. Von seiner Familie bereits als herbe Enttäuschung abgestempelt, will er alle mit dem Fund einer langgesuchten, magischen Karte überzeugen.
Doch Chaot, der er ist, verliert er die Karte unterwegs.
Die quirlige Flo findet einen merkwürdigen Zettel: Walter Wonderlys Wundersamen Wegweiser zur Quelle der Magie. Zusammen mit Malú, die frisch nach London gezogen ist, entdeckt sie auf dem Zettel eine Art Startaufgabe zu einer Schnitzeljagd. Die Neugier siegt und die Mädchen machen sich auf, die erste Station der Suche zu finden. Dort versucht George, irgendwie wieder an die Karte zu gelangen. Und auch die magische Geheimgesellschaft folgt den Kindern schon bald.
Mit diesem Buch hat Kathrin Tordasi ein wunderschönes magisches Abenteuer geschaffen. Nach und nach wachsen die Kinder zu einem Team zusammen, wobei ein jedes Kind mit seinen eigenen Stärken und Schwächen, Träumen und Sorgen aufwartet. Neben dieser einfühlsamen Beschreibung der Emotionswelt der Kinder sind auch die fantastischen Details, welche die Kinder während ihrer Suche in London entdecken, einfach zauberhaft. Und als klar wird, welche Ziele die magische Geheimgesellschaft in Wirklichkeit verfolgt, fiebert man nur umso mehr mit den Kindern mit, die magische Quelle der Magie noch rechtzeitig zu finden.
Lindwürmer, Kelpies und geheimnisvolle Höhlen: Die magische Seite Londons hat hier so einiges zu bieten! Ein wunderschönes Abenteuer zum Träumen und Miterleben.








