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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ulla:

von Güstrow nach Berlin

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder

Die 14-jährige Marlen versteckt sich Ende des zweiten Weltkrieges vor den Russen in einer Schublade in einem Forsthaus in Güstrow. Dort findet sie ein kleines beschädigtes Gemälde und steckt dieses ein. Im Forsthaus trifft sie auf die Malerin Wilma, die dem Mädchen helfen möchte. Sie adoptiert die Waise und unterrichtet sie in der Malerei.

Das Talent von Marlen wird später zu Wilmas Augen bis Marlen Theo kennen und lieben lernt und sie diesen in den Westen begleiten will.
Die zweite Geschichte handelt von der 34-jährigen Hannah in Berlin im Jahr 2023. Nach dem Tod ihrer Mutter wohnt sie in dem Haus ihrer verstorbenen Großmutter Evelyn, die ursprünglich aus Güstrow stammt. Rubi, ihre Freundin und Mitbewohnerin will ausziehen und Hannah fühlt sich allein gelassen. Bis plötzlich Martin, ihr Erzeuger, den sie nicht kennt, ein Vater für sie sein möchte. Warum taucht er jetzt auf und stellt ihr seine Frau und Kinder vor? Bekommt sie nun doch noch eine Familie?
Beide Geschichten eint eine schwierige Familiengeschichte und auch die Möglichkeit, sich eine Familie auszusuchen. Durch Evelyn, die zeitlebens auf der Suche nach einem verschwundenen Gemälde war und Marlen, die sich selbst künstlerisch ausleben möchte, gibt es einen Zusammenhang zwischen den sehr unterschiedlichen Handlungen. Allen eint, dass Männern nur Nebenrollen zugedacht wurden, die Frauen zeigen Stärke. Die Charaktere hätten noch besser ausgearbeitet werden können, vieles ist zu vorhersehbar.

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Rezensionen von Ameland:

Verzwickter Fall mit neapolitanischem Lokalkolorit

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola

Ich kannte bisher weder den Autor Fabio Nola noch Commissario Gaetano und war daher sehr gespannt was mich erwartete. Das Cover mit dem Hafenbecken und dem Vesuv im Hintergrund versetzte mich schon in die richtige Stimmung, um ins italienische Leben einzutauchen. Und vom italienischen bzw. neapolitanischem Leben/Flair bekommt man bei diesem Krimi richtig viel mit.

Unterstrichen wurde das noch durch sehr viele italienische Ausdrücke und Flüche. Mir gefällt das, denn so wirkt die Geschichte noch viel authentischer.

Salvatore Gaetano machte nicht gerade einen sympathischen Eindruck auf mich. Er blafft nicht nur seine Mitarbeiter sondern auch Zeugen und Verdächtige ständig an, wenn ihm etwas gegen den Strich oder nicht schnell genug geht. Er hat aber trotzdem das Herz auf dem rechten Fleck. Bei diesem Fall erinnert Gaetano mich an einen Terrier, der sich in etwas verbissen hat. Dabei nimmt er auf nichts und niemanden Rücksicht und legt sich sogar mit seinem Vorgesetzten an.

Nicht nur Gaetano finde ich sehr authentisch beschrieben, sondern auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet. Der Schreibstil ist einfach, flüssig und sorgt für einen guten Lesefluss. Der Fall ist spannend, weist einige Wendungen auf und bleibt lange undurchsichtig. Letzteres nicht nur für mich, sondern auch für die Ermittler. Durch die detaillierten und bildhaften Beschreibungen von Neapel und seinen Bewohnern habe ich einen kleinen Einblick in diese Stadt bekommen können.

Mir hat dieser zweite Fall von Commissario Gaetano gut gefallen und ich werde ihn und Fabio Nola im Auge behalten.

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Rezensionen von Ulla:

Hoffnungen und Tragödien auf See

Der Gesang der See von Trude Teige

Auf der norwegischen Insel an der Westküste ist das Leben hart und von der See und dem Fischfang geprägt. Immer gab es die Sorge, ob der Fang fürs Überleben reichte. Kristiane ist die Tochter des Lotsen und weis um ihre Aufgabe, einen Lotsen für den Fortbestand der Familie zu heiraten. In Anders findet sie einen liebevollen Mann, sie bekommt den kleinen Lisje-Anders, doch ihren Mann nimmt die See.

Kristiane wird unter Druck gesetzt, auch wenn sie selbst alle Aufgaben übernehmen kann, die Lotsennummer kann nur ihr Ehemann bekommen. Lars, ihr Freund aus Kindertagen kniet sich in die Prüfungen, er ist ein guter Vater für ihr Kind, dennoch träumt sie von der Leidenschaft, die sie mit dem wohlhabenden, kultivierten Fredrik, erlebte.
Trude Teide zieht einen mit der Beschreibung der Landschaft, des harten Lebens und den Hoffnungen und Tragödien der See, der Lebensweise der Insulaner, die stark vom Patriarchat geprägt ist, in ihren Bann. Man lebt und leidet mit der selbstbewussten Kristiane mit, die sich gegen Konventionen auflehnt. Atmosphärisch dicht erzählt und glücklicherweise gibt es bald eine Fortsetzung dieser spannenden Geschichte.

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Rezensionen von Ulla:

wie aus einem guten Menschen ein böser wird

Minnesota von Jo Nesbø

Der norwegische Journalist Holger Rudi reist im Jahr 2022 nach Minnesota um über eine 6 Jahre zurückliegende Mordserie ein Buch zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt steht der Täter und der Tathergang längst fest, sein Interesse gilt den Motiven. Das ist jedoch nur die Eingangs- und Schlusssequenz der Geschichte, die Taten aus dem Jahr 2016 erleben wir chronologisch mit.

Der norwegisch stämmige Detective Bob Oz hat seit dem Tod seiner dreijährigen Tochter, an dem er sich schuldig fühlt, enorme psychische Probleme. Er trinkt zu viel und hat sich nicht unter Kontrolle. Dies führt zu seiner Suspendierung, die ihn jedoch nicht davon abhält, weiter zu ermitteln. Auf einen Waffenhändler wurde geschossen und der Täter auf Überwachungskameras als ein illegaler Mexikaner, der aus Rache an dem Tod seiner Familie handelt, erkannt. Doch sie können ihn nicht fassen, immer wieder ist er zu sehen, scheinbar sogar absichtlich und verschwindet wieder wie ein Geist. Und es bleibt nicht bei dieser einen Tat. Durch eine gefundene Visitenkarte eines Taxidermisten, eines Tierpräperators, sucht Oz diesen auf und erfährt, dass der Mexikaner seine verstorbene Katze ausstopfen lassen möchte. Dieser Spur geht Oz weiter und führt intensive Gespräche mit dem Taxidermisten. Diese Gespräche sind ein Highlight in diesem psychologisch hoch interessantem Thriller, der ganz nebenbei die gesellschaftlichen Probleme in Minnesota, die Politik und die Waffenlobby beleuchtet. Die Charaktere sind allesamt bis in die kleinsten Nebenrollen hervorragend herausgearbeitet und man kann mit jedem mitfühlen. An Hand der Umstände kann man erleben, wie aus einem guten Menschen ein böser werden kann.
Hochspannend, mit Überraschungen und starken Protagonisten.

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Rezensionen von gabiliest:

Ein frecher Reim kommt nicht allein

Sag mal Ananas! ... Deine Hose ist nass! von Andrea Weller-Essers

Der renommierte Duden- Verlag hat mit “Sag mal Ananas” ein lustiges Reimbuch herausgegeben, das Kinder dazu anregen soll, selbst mit der Sprache spielerisch umzugehen. Farbenfrohe Illustrationen von Barbara Jung unterstützen die “Sag mal” Quatschreime der Autorin Andrea Weller- Essers. Das fröhliche und ansprechende Hardcover lässt schon erkennen, dass hier ein Buch vorliegt, das gerne Quatsch macht und diesen mit den kleinen Bücherwürmern teilen möchte.

Hier wird das ganze Alphabet zum Sprachspielplatz. Reime von A bis Z werden die Kinder zum Lachen bringen und dazu anregen, selbst Reimwörter zu erfinden. Dabei ist es nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht, dass die Reime keinen Sinn ergeben, denn schließlich wollen die großen und kleinen Dichter Spaß haben. Natürlich schulen die Reimwörter auch das Sprachgefühl und, wie Erwachsene sicher noch aus ihrer Kindheit wissen, gereimte Bilderbücher kannten sie schnell auswendig. Daher haben mein Enkel und ich das Buch mehrmals gelesen, die Buchstaben auf den einzelnen Seiten gesucht und die phantasievollen Illustrationen bewundert. Das Buch wird für Kinder ab vier Jahren empfohlen, doch auch jüngere Kinder werden schon vergnügt mitschauen.

Besonders gefallen haben meinem Enkel und mir die großen, dem Alter sehr gut angepassten und fröhlichen Illustrationen. Auch die Buchstaben haben wir gut gefunden und konnten so gleich weitere Reime mit dem selben Buchstaben suchen. Wie haben nicht nur viel gelacht, sondern auch die Freunde meines Enkels haben begeistert mitgereimt, so dass mit Hilfe des Buches ein neues, lustiges Spiel entstanden ist. Wir können “Sag mal Ananas” allen Erwachsenen, die gerne möchten, dass sich das Sprachgefühl und die Kreativität der Kinder verbessert und dabei die gute Laune nicht zu kurz kommt, nur wärmstens empfehlen.

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Rezensionen von kabo16:

Viel Arbeit und viel Glück in der Natur

Gekommen, um zu bleiben von Madeleine Becker

Mich hat dieses Buch wirklich begeistert, das fängt schon mit dem Cover an. Die Autorin glücklich zwischen ihren Hühnern sitzend und ihren Kater Mr. Theo auf dem Schoß. Innen auf den aufklappbaren Außendeckeln sieht man die liebevoll gezeichneten Tiere und das Haus im Wald, mit allem was dazu gehört.

Also Lageplan und Bewohner.
Madeleine Becker schreibt über das Ankommen und Leben auf dem Hof in der Steiermark.
Umzug aus Kärnten, mit den Tieren und der Renovierung, stellt die Autorin und ihren Freund Lukas immer wieder vor die allergrößten Herausvorderungen.
Ein Paradies für all die Tiere und sich selbst zu schaffen, erfordert sehr viel Arbeit, Geld und Mut. Die Rückschläge müssen gemeistert werden, denn Aufgeben ist für beide keine Option.
Sie lernen: Mutternatur weiß was sie tut, man muss sie oft nur in Ruhe lassen. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Trotz all der schwierigen Situationen, liest man aber auch immer wieder über das große Glück auf diesem Flecken Erde. Reichhaltige Ernten und sehr glückliche freie Tiere.
Nicht bei jeder Geschichte gibt es einen glücklichen Ausgang, ich habe beim Lesen nicht nur gelacht, sondern auch geweint.
Nebenbei lernt der Leser anhand einer Liste wie man seinen Garten mit einfachen Tipps aufwerten kann, eine Playlist mit Musik zum Herunterladen, wunderbare Fotos und, und, und.
Wenn jeder im Kleinen anfängt, wäre unserer Welt schon ein wenig geholfen.
Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung vom Haus im Wald mit all seinen Bewohnern.

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Rezensionen von Sonne89:

Die Superbikes machen Fahrradfahren cool

SUPERBIKES Das große Vorlesebuch von Hanna Sörensen

Die Superbikes erinnern ein wenig an Cars, nur statt Autos sind es nun sprechende Fahrräder, die die lesenden Kinder unterhalten und begleiten. Natürlich haben alle auch coole, zumeist englische Namen, wie Jump, Woody, Flash und Spicy.
Auf der Eingangsseite werden alle Superbikes namentlich und bildlich vorgestellt.

Das Vorlesebuch ist in angenehm großer Schrift gedruckt und farblich sehr schön illustriert.
Die Geschichten sind in fünfzehn Abenteuer unterteilt, die im Schnitt circa 10-18 Seiten lang sind.
Es werden Abenteuer erlebt und jedes Bike hat seine eigenen Fähigkeiten (das Lastenrad beispielsweise kann ein anderes Bike aus einer misslichen Lage befreien usw.).
Der Text ist einfach, kindgerecht und lustig. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Jeder kann etwas und gemeinsam sind sie stark.
Wichtige Werte wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt werden vermittelt.
Zudem wird ein klitzekleines Augenmerk auf Verkehrssicherheit gesetzt (es gibt auch einen Polizisten und die Feuerwehr).
Rundherum ein schönes Vorlesebuch für Groß und Klein.

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Rezensionen von Katzenmicha:

Was für eine Familiengeschichte

Die Frau im Sturm von Stefan S. Kassner

Voller Endtäuschung ergreift Virginia Milton die Chance in ihrem Leben was zu verändern.Sie erbt den verfallenen Landsitz ihres Onkels Foster und seiner Frau.Sie möchte dem Anwesen wieder neues Leben einhauchen und stellt den Bauleiter Trevor ein , der ihr bei Restaurierung helfen soll.Bei Bauarbeiten wird ein Skelett entdeckt und es steht die Frage im Raum -wer das ist und warum es dort ist.

Gemeinsam mit dem Bauunternehmer Trevor begibt sich Virginia auf die Spurensuche, die sie immer tiefer in die Vergangenheit führt……

Der Autor Stefan S. Kassner hat einen fließenden und bildhaften Schreibstil.Spannend mit düstere Atmosphäre erfährt man die Failiengeschichte.Die Mischung aus historischem Drama und Familiengeheimnissen sorgt dafür, dass man bis zum Schluss miträtselt-sehr gerne 5 Sterne-genau was ich mag.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Großartige Leseüberraschung

Alle glücklich von Kira Mohn

Kira Mohn schreibt in «Alle glücklich» über eine vierköpfige Familie, in der sich mit den Jahren irgendwas verändert hat. Das Gefühl, zusammenzugehören, ist vorbei. Für die 43-jährige Nina ist es schwierig geworden, stillschweigend ihre Rollen als arbeitende Mutter, Haushälterin und Ehefrau auszufüllen.

Immer wieder kommt es zum Streit mit ihrem Mann, der weder ihre unsichtbaren Handlungen wertschätzt, noch sie selbst. «Alles, was sie wollte, war Ruhe, Frieden und ein bisschen Aufmerksamkeit von Seiten ihres Mannes.» Ihr Mann Alexander sieht sich als Lebensgrundlagenversorger der Familie und fühlt sich dabei in seinen Bedürfnissen als Mann zurückgewiesen. Die 16-jährige Emilia ist zum ersten Mal mit einen Jungen zusammen und ihr 20-jähriger Bruder Ben bewegt sich kaum aus seinem Zimmer heraus. Für alle vier Familienmitglieder verändert sich etwas und es spitzt sich immer weiter zu: Nina freundet sich mit einer Kollegin an und kümmert sich mehr um sich selbst. Alex wird eifersüchtig und wütend. Nach einer Party ändert sich für Emilia alles und sie gibt sich selbst die Schuld. Ben möchte selbstbewusster werden und endlich herausfinden, was er will. Dabei stößt er auf Videos von Adrian, der ihn mit Selbstdisziplin vom Loser zum Löwen machen will. Wird er sich jetzt endlich trauen, seinen heimlichen Schwarm an der Uni anzusprechen?

Es ist spannend, mitzuverfolgen, was den Vier widerfährt, und wie sie damit umgehen. Statt Mitgefühl, Verständnis und Zusammenhalt kommt es zum Machtmissbrauch, zu falschen Annahmen, Einsamkeit und Verzweiflung. Die Figurenentwicklung ist dabei ganz unterschiedlich. Während der Frauen daran zu wachsen scheinen, sind die Männer in ihrer Opferrolle gefangen und kommen dabei nicht gut weg. «Mussten sie sich eigentlich von jedem Mann in ihrer Umgebung ständig abkanzeln lassen?» Ob das abgespeckte Alpha-Gerede von Adrian, Julians Verhalten, Anastasias Ex oder Ninas Erfahrungen als Verkäuferin. Lediglich Ben hat Respekt vor Frauen und versucht für seine Schwester da zu sein. Die Szene, in der sie gemeinsam einen Film gucken, den ich auch noch selbst gern mag, war einfach schön. Ein kleines bisschen Harmonie in der Familie. Beim Lesen wollte ich beide in den Arm nehmen, bei all dem, was ihnen passiert. Die Eltern sind mit sich selbst beschäftigt und nicht für sie da. Mich hat der Roman auch nach dem Ende nicht ganz losgelassen und es gibt ein paar Punkte, über die man in den Austausch kommen kann – die zum Selbstausfüllen einladen. Kira Mohn deutet nur an und lässt der eigenen Vorstellungskraft Raum. Dazu kommt ein flüssiger und leicht zugänglicher Schreibstil, eine unterschwellige Spannung und eine stille Atmosphäre, obwohl es um tiefgreifende und aufreibende Themen geht. Eine unerwartete und großartige Leseüberraschung für mich, die ich nur empfehlen kann!

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Selbstfindung in der ostdeutschen Provinz

Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel

Aus einem Impuls heraus kauft Sophie ein verfallenes Haus in der ostdeutschen Provinz. Das Do-it-Yourself-Projekt stellt sie vor Herausforderungen, gibt ihr aber auch Zeit, herauszufinden, was ihr wirklich wichtig ist - allein und ohne Fremdeinfluss.

Mit der Botschaft, dass man nicht alles auf einmal entscheiden muss und sich oft auch erstmal ausprobieren kann, erzählt die Autorin Anna Katharina Scheidemantel eine Coming-of-Age-Story einer jungen Frau, die auf der Suche nach Klarheit, Heilung und Sinnhaftigkeit ist.

Sophie macht als Selbstversorgerin alles selbst, ob Garten, Nutztiere oder Renovierung, und lernt viel über die Natur, das Landleben und sich selbst. Anna Katharina Scheidemantel erzählt vom wachsendem Selbstbewusstsein, aber auch von Misserfolgen, Pech und Selbstzweifeln. Sophies Freunde und Bekannte bieten immer wieder einen Ausbruch aus diesem Prozess und zeigen ihr andere Blickwinkel auf. Man kann sich gut in Sophie hineinversetzten und vieles, mit dem sie sich auseinander setzt, war mir vertraut. Das Gefühl der Freiheit, das weit mehr ist als nur eine Auszeit, und die Frage, wie es weitergehen soll. Ihre Gedanken, Gefühle und Erkenntnisse, gepaart mit einem ironischen Ton und einem locker-flockige Schreibstil, haben mir gut gefallen.
Mit dem Ende war ich sehr zufrieden und blicke auf ein tiefgreifendes Leseerlebnis zurück, was mich runtergeholt und Sophie näher gebracht hat. Es werden interessante Fragen aufgeworfen, die zur Selbstreflexion einladen, wenn man möchte. Es ist aber auch ein einfühlsam geschriebenes Buch, das sich in seiner Gesamtheit sehr stimmig, klar positioniert und sorgfältig ausgearbeitet anfühlt. Deshalb und aufgrund der relevanten gesellschaftlichen Themen würde ich es uneingeschränkt weiterempfehlen.

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