Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Ging mir nahe
Kant und das Leben nach dem Tod von Marcel Häußler
Da ich bereits die ersten beiden Bände rund um den sympatischen Ermittler Hauptkommissar Kant gelesen habe, war ich natürlich super neugierig, wie es weitergeht mit ihm und seinen Fällen. In diesem dritten Band war ich schnell wieder drin in seiner Welt und hatte Freude, mit ihm zu ermitteln. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir das Thema durchaus auch an die Nieren gegangen ist.
Die Einsamkeit der alten Menschen ist stellenweise regelrecht greifbar und ging mir nah.
Auch wenn ich ab der Hälfte einen Verdacht hatte, kam dann doch nochmal ein Dreh, den ich wirklich nicht vorhergesehen habe und so war es wieder richtig spannend. Ein Teil stimmte, aber eben nicht alles. Das mag ich sehr, wenn man so miträtseln kann und am Ende doch nochmal überrascht wird.
Ich mag die Figuren und wie die Szenerien beschrieben werden. Alles wirkt sehr authentisch und nachvollziehbar, nah am Leben dran. Ein tolles Leseabenteuer mit viel Spannung und Gefühlen, rundum gelungen. Auch weil auch das Privatleben der Ermittler vorkommt, aber nicht im Vordergrund steht und das Kriminalgeschehen verdrängt, sondern wohldosiert einen guten zweiten Handlungsstrang bildet. Ich würde mich sehr freuen, wenn es bald einen vierten Teil gäbe!
Rezensionen von Petra Sch.:
der Schlüsselclub : Anne-Maj und Dackel Mortensen der Dritte ermitteln
Der Schlüssel zum Mord von Anna Grue
3,5 Sterne
Anfangs habe ich ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte zu kommen. Es konnte mich nicht soo packen, und als der Tod von Anne-Majs Exmannes Per von der Polizei dann doch als Suizid eingestuft wurde, dachte ich nur: und wo ist jetzt nun der Kriminalfall?
Aber es entwickelt sich weiter; Anne-Maj erwischt ein ungleiches Pärchen, das sich in Pers zu verkaufender Wohnung vergnügt, dessen männlichen Part sie als Immobilienmakler identifizieren kann; und dann wird noch das junge Mädchen tot aufgefunden - in der Nähe einer anderen Immobilie, die von genau dieser Maklerfirma vertrieben wird.
Da gibt es bestimmt einen Zusammenhang, da war ich voll bei Anne-Maj und konnte verstehen, warum sie sich so darin verbissen hat. Es gibt später übrigens noch eine weitere Leiche, womit sich alles noch mehr verkompliziert.
Anne-Maj finde ich übrigens toll, ich mag ihr taffes Vorgehen und wie sie sich in Dinge verbeißt. Auch durch ihre Hartnäckigkeit, die manchmal natürlich nervig sein kann, erfährt sie viele wichtige Dinge. (was sich manchmal jedoch etwas unrealistisch angefühlt hat.) Manchmal jedoch ist ihr Verhalten merkwürdig (zB dass sie alles brühwarm der Journalistin erzählt), und oft auch sehr übergriffig. Warum Anne-Majs Tochter und Enkelin sie nur 'Frau Mortensen' nennen, blieb mir jedoch schleierhaft.
Übrigens mag ich den Dackel Mortensen den Dritten sehr, auch wenn er mMn zu wenige und v.a. keine richtig wichtigen Auftritte hatte; zur Lösung des Falles hat er nämlich nichts beigetragen.
Auch die Art des Ermittlers ist seltsam, warum nimmt er zu Beginn Anne-Majs Beschuldigung nicht ernst? Das war ja nichts Erfundenes, sondern etwas, das sie beweisen konnte. Auch ihre späteren Hinweise werden beiseite geschoben, obwohl sie zur Lösung des Falles beitragen. Dass er nicht mit Anne-Maj reden will, kann ich ja irgendwie verstehen. ;) Aber so behindert er die Ermittlungen, denn sie hatte ja wirklich einen hilfreichen Hinweis! Das musste er dann auch einsehen, denn natürlich hat Anne-Maj den Fall gelöst.
Die Dynamik unter den Jugendlichen fand ich einerseits interessant, anderseits habe ich mich verwundert gefragt, ob es nicht einmal mehr unter sogenannten besten Freunde echte Zuneigung, Loyalität und Ehrlichkeit gibt?
Mit dem Schluss bin ich zufrieden; die Auflösung des Falles war komplex, die Verstrickungen authentisch und nachvollziehbar. Und das Geheimnis um Per hat sich auch noch aufgelöst.
Anne-Maj hab ich trotz ihrer aufdringlichen Art gemocht, dennoch war das Buch für mich nur nur durchschnittlich. Es hat ein konstanter Spannungsbogen gefehlt und dadurch gab es einige Längen. Und Hygge, wie auf dem Cover steht, fand ich die Geschichte schon gar nicht, denn es werden zwei echt schwere Themen verarbeitet.
Fazit:
Ein dänischer Krimi mit einer etwas aufdringlichen, aber trotzdem sympathischen Hobbydetektivin und einem komplexen Fall. Ein Wohlfühl/hygge-Krimi ist es jedoch eher nicht, da schwere Themen verarbeitet werden.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Bruchstücke einer Familienchronik
Packerl von Anna Neata
Es sind Frauengeschichten aus drei Generationen über das Leben von Elli, Alexandra und Eva, und von der Tante Ursula. Erzählt wird allerdings nicht chronologisch, sondern ziemlich durcheinander, oft auch nur Bruchstücke oder einzelne Szenen wie Blitzlichter. Man muss schon sehr aufpassen, sonst kennt man sich dann nicht aus, wer war jetzt gleich der Hannes, und wo ist der Erich hingekommen?
Unausgesprochenes zieht sich durch alle Generationen, ungewollte Schwangerschaften, Abtreibungen und zu frühe Ehen.
Anna Neata erzählt sehr direkt und unaufgeregt, sie schreibt gut und nicht perfekt glattgebürstet, aber ich kann mit dieser Familie wenig anfangen.
Rezensionen von LeserinLu :
Collage des Erwachsenwerdens
Klarkommen von Ilona Hartmann
„Klarkommen“ von Ilona Hartmann thematisiert die ungeschönte Realität des Erwachsenwerdens. Die Protagonisten Mounia, Leon und die Erzählstimme selbst stehen vor der Herausforderung, ihren Platz im Leben zu finden, während sie mit den Enttäuschungen und Erwartungen des Erwachsenenlebens konfrontiert werden, ohne schon erwachsen zu sein: der ersten Wohnung, der ersten Liebe oder der ersten großen Party.
Damit gehen sie unterschiedlich um, sodass man sich immer wieder selbst in den verschiedenen Herangehensweisen erkennen kann.
Hartmanns collagenartiger Erzählstil aus Gedankenschnipseln, Beobachtungen und Anekdoten entwickelte für mich einen unerwarteten Sog und fängt die Ambivalenz des Erwachsenwerdens in der Großstadt auf bemerkenswerte Weise ein. Der Erzählton ist dabei zwar einerseits melancholisch, andererseits gibt es aber immer wieder gut beobachtete humorvolle Kommentare und Wortspiele: „Das schlimmste am Zelten war alles“. Auch die Schilderung, dass man als Kind von zu viel Fernsehen „rammdösig“ werde, kam mir sehr bekannt vor.
„Klarkommen“ ist damit eine Lektüre, die die Spannung zwischen Ziellosigkeit und großen Erwartungen ans Erwachsensein einfängt und zugleich unterhält. Wie schon in ihrem Debütroman schafft es Ilona Hartmann, Beobachtungen des Erwachsenwerdens so zu erzählen, dass man sich darin auf fast jeder Seite wiederfinden kann.
Rezensionen von yellowdog:
Der Bericht
Das Philosophenschiff von Michael Köhlmeier
Der Österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier hat eigentlich immer einen originellen Schreibstil, so auch hier.
Ein Schriftsteller (Köhlmeier selbst?) erklärt sich bereit aus dem Leben einer 100jährigen Frau ein Buch zu machen. Dabei ist insbesondere die Verschiffung unliebsamer Personen, vor allen Intellektuelle 1922 aus Russland zu schaffen.
Diesen Vorgang gab es wirklich.
Das Gespräch zwischen der Dame, die das damals als 14jährige mitmachte und dem Schriftsteller sind nicht ohne Witz.
Es wechselt zwischen ihren Dialogen und den Berichten der Frau.
Diese Berichte sind spekulativer Art. Es gibt viele gute Passagen, wie die Begegnung mit Lenin. Es gibt zahlreiche weitere Abschnitte, die außerordentlich gut verfasst sind.Michael Köhlmeier weiß wirklich zu schreiben, detailliert und gründlich, dennoch behält er eine Leichtigkeit.
Ein gutes Buch, wenn auch nicht mein Lieblingsbuch des Autors, den ich sehr schätze. Aber geschickt erzählt ist auch dieser Roman.
Rezensionen von kabo16:
Landleben mit Tieren und Gärtnern
Judiths kleine Farm von Judith Rakers
Irgendwie hätte ich so ein wunderschönes Naturbuch gar nicht von Judith Rakers erwartet, denn sie ist schließlich keine Autorin. Aber wenn man mit dem Herzen voll dabei ist, scheint es gut zu werden.
In den kleinen Kater Jack habe ich mich schon auf dem Cover verguckt, das liegt aber auch an den genialen Zeichnungen von Julia Weinmann.
Die nicht kitschig sondern lustig rüber kommen. Wie z. B. die "Heiligen drei Könige", mit solchen kleinen Details lebt ein Buch. Auf jeder Seite gibt es neben echten Tieren auch diese kleinen Gestalten, wie den Rüsselkäfer. Mit ihm können sich die Kinder das Buch vorlesen lassen. Judith Rakers liest persönlich, wenn keiner Zeit dazu hat, oder die Kinder noch gar nicht lesen können. Mit der kostenlosen App klappt dies hervorragend.
Außerdem gibt es kinderleichte Anleitungen für den einfachen Gemüseanbau. Habe heute die ersten beiden Saattüten für Pflücksalat gekauft. Dazu kommen noch Informationen über Judiths Tiere, sie leben wirklich alle bei ihr.
Viel Wissen für Naturkinder oder die es noch werden wollen.
Rezensionen von robertp:
Wie man frumm (gläubig) sein kann
Die Hoffnung der Chani Kaufman von Eve Harris
Dieses Buch habe ich außerordentlich gerne gelesen. Es hat mich in eine Welt geführt, von deren Existenz ich gehört, aber in dieser Form nicht erwartet habe.
Chani lebt nach den Regeln des jüdischen Glaubens. Sie ist frisch verheiratet – mit Baruch Kaufmann – und beide wünschen sich ein Baby.
Leider bleibt ihr Gebet zu HaSchem (Gott) unerhört und sie reisen von Jerusalem nach London, wo sie eine Geburtsklink aufsuchen. Dieser Aufenthalt wird von ihren Schwiegereltern finanziert und muss unbedingt eine Lösung bringen, da der Ehemann seine Frau verstoßen kann, falls sie kinderlos bleiben.
Der Druck den Chani verspürt wird schon nach wenigen Seiten deutlich. Die Sitten und Gesetze der jüdisch-orthodoxen Gemeinde sind strikt und äußerst vielfältig. Alles ist reglementiert: Das Gebet vor jedem Essen, welches auch eigenen Gesetzen folgt, die Kleidung und es gibt verbindlichen Regeln für die Zeit des Beischlafs.
Tritt man wie Rivka Zilbermann (Ehefrau eines Rabbis) aus dieser Gesellschaft aus, dann gilt man als verstoßen (Schickse). Rivka und Chani treffen sich, sie erörtern eine Lösungsmöglichkeit welche die Regeln etwas dehnt. Wird Chani diesen Weg einschlagen um glücklich zu werden?
Das Buch bringt mir das Leben der gläubigen Juden sehr nahe. Die Autorin Eve Harris kennt das
Milieu – sie hat als Lehrerin in diesen Gemeinden Mädchen unterrichtet. Es war mir neu welche einschränkenden Gesetze das Leben bestimmen. Dieses wird hier sehr lebendig und spannend geschildert. Ein Buch das ich sehr gerne gelesen habe und sehr aktuell (Krieg in Israel) ist.
Lektüre für jemanden der Religionen auf neue Art kennenlernen möchte und spannende Liebesgeschichten nicht verachtet.
PS: Es gibt von Eve Harris ein Prequel „Die Hochzeit der Chani Kaufmann“. Ich hab’s nicht gekannt und konnte mich trotzdem gut unterhalten.
PPS: Am Ende ein Glossar jüdisch-deutsch – unbedingt vorablesen.
Rezensionen von Alais:
Über die bunten Seiten des Todes
Letzte Gefühle von Sabrina Görlitz
Sabrina Görlitz hat sich schon sehr früh im Leben mit dem Thema Tod auseinandergesetzt und sich später durch das lange Sterben ihres Vaters und ihre darauffolgende Tätigkeit als Sterbebegleiterin noch intensiver mit den Themen Sterben und Trauern beschäftigt. Von dieser intensiven Betrachtung, ihrer persönlichen Erfahrung und ihren vielen Begegnungen mit Sterbenden und ihren Angehörigen profitiert ihr Buch, das eine Fülle interessanter Denkanstöße zu einer Thematik bietet, der wir uns letztendlich alle dann und wann im Leben stellen müssen.
Es ist ein sehr persönliches Buch, eher die Autobiographie und der Erlebnisbericht einer Sterbebegleiterin als eine bloße allgemeine Betrachtung. Vor allem aber ist es ein Buch, das eine Mutter voller Fürsorge für ihren Sohn schrieb, um ihm den Umgang mit einer Thematik zu erleichtern, die sie selbst viele Jahre lang stark belastet hat. Sabrina Görlitz ist definitiv kein Mensch, der so leicht verdrängt wie meisten anderen. Während beispielsweise ein gewisser Politiker schon meint, es sei alles okay und Klimaschutz völlig überbewertet, weil die Welt ja morgen noch nicht untergeht, denkt sie sehr viel weiter und machte sich sogar schon bei der Geburt ihres Sohnes Gedanken um seinen Tod und schließlich auch Sorgen darum, wie er eines Tages mit ihrem Tod umgehen wird. Mir gefällt ihr mutiger Ansatz, sich dem, was sie belastet, zu stellen und so für sich und andere einen Weg zu finden, damit besser umzugehen.
Die Autorin schreibt voller Herzblut und gewährt ehrlich und einfühlsam Einblick in ihr eigenes Leben und das Leben und der Sterben einiger der Menschen, die sie begleitete. Trotz der düsteren Thematik liest sich der Text leicht. Sie formuliert treffsicher, schreibt ansprechend und schnörkellos - ihre journalistische Ausbildung macht sich bemerkbar. Und tatsächlich ist das Buch auch gar nicht so düster, obwohl sie weder verdrängt noch schönredet, sondern vermittelt eine warmherzige, positive Einstellung. Ich empfand es zwar nicht als Trostbuch, dennoch gelingt es ihr, die vielfältigen, bunten Seiten des Todes und des Sterbens zu zeigen. Ganz besonders gefielen mir die Technik, die sie als "Geschichtenpflegerin" anwendet, und die Wertschätzung der einzelnen Menschen, die damit einhergeht.
Viele ihrer Gedanken empfand ich als bereichernd, in einem für sie ganz zentralen Punkt, nämlich in Bezug auf ihr rein negatives Bild von der Hoffnung, konnte ich ihr jedoch nicht folgen. Ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Hinsicht etwas zu stark von ihrer eigenen Geschichte vom Sterben ihres Vaters traumatisiert ist.
Auf jeden Fall aber tat es mir in der Trauer um meine Mutter gut, mich mit diesen Gedankengängen auseinanderzusetzen, denn in dieser Gesellschaft, die den Tod so gerne verdrängt, kann man sich in Trauerphasen, insbesondere wenn diese etwas länger andauern, ansonsten manchmal sehr allein fühlen. Ein wertvolles Buch mit vielen Facetten!
Rezensionen von *RC*:
„Ein Freund, ein guter Freund…..
Meck und Schneck: Klappt doch! von Michael Engler
….. das ist das Beste was es gibt auf der Welt“. So heißt es schon ein einem bekannten Lied.
Und genau das will die kleine Abenteuer-Geschichte von den beiden Tier-Freunden Meck und Schneck erzählen.
Schneck ist - man sieht es, und der Name deutet es an - eine Schnecke mit einem riesigen Schneckenhaus auf dem Rücken.
Und Meck? Meck ist ein kleines knuffiges Fantasie-Tierchen, das (vor)witzig und quirlig Schneck zu Seite steht.
Die erste Geschichte von den beiden kenne ich nicht. Auch wenn es eine Reihe ist und bestimmt auch weitere Geschichten folgen, kann man jedes Buch für sich lesen.
In dieser Geschichte werden Schneck und Meck von einem aufkommenden Gewitter überrascht und wollen deshalb so schnell es geht ins sichere Zuhause - ihre Höhle.
Weil der Weg aber zu weit ist, überredet Meck Schneck, gemeinsam eine Abkürzung zu nehmen, die zudem auch noch auf einem Verbots-Weg verläuft und einige Hindernisse bereit hält.
Der unsichere, und auch ängstliche Schneck bekommt dabei immer wieder Mut von Meck zugesprochen. Sein Standardspruch „Klappt doch!“ / „Klappt schon!“ hilft also weiter.
Mir gefällt in dem Buch, dass gezeigt wird. dass man sich auf Freunde verlassen kann und dass man mit einem guten Partner durch ‚Dick und Dünn‘ gehen kann.
Ob Ameisen oder Beeren auch echte Gefahren oder Hindernisse bedeuten, das soll dann jeder selber für sich beurteilen.
Die in einer warmen Farbgebung gestalteten Illustrationen sind auf jeden Fall gelungen. Der Blick von Schneck ist fantastisch und der kleine blaue Meck sticht mit seiner Niedlichkeit hervor und vermittelt gute Laune.
Das Buch ist für Kinder ab zwei Jahren auch zum Selber-Anschauen geeignet, da es aus dicken, stabilen Pappseiten besteht. Die Geschichte ist ein einem einfachen, schlichten gut verständlichen Deutsch geschrieben, so dass auch Erstleser z.B. ihren jüngeren Geschwistern / Freunden das Abenteuer vorlesen können.
Rezensionen von Meli:
Verbotene Fähigkeiten, komplizierte Gefühle und gefährliche Existenzen
Stolen Crown – Die Magie des dunklen Zwillings von Valentina Fast
In einer dystopischen Welt sind Zwillinge streng verboten, weil sie dunkle und gefährliche magische Kräfte entwickeln. Avi ist so ein Zwilling und teilt ihr Leben heimlich mit ihrer Schwester Ana, doch es ist höchstens ein halbes Leben. Sie sehnt sich nach mehr, sowohl für sich selbst als auch für ihre Schwester.
Als Ana erkrankt, bleibt Avi keine andere Wahl und sie geht ein großes Risiko ein, woraus unerwartete Konsequenzen folgen.
Avis Gefühle zu ihrem geteilten Leben haben mir am besten gefallen: Sie hat Schuldgefühle, weil das Leben ihrer Schwester eingeschränkt ist, sie ist ein bisschen neidisch und auch die Beziehung zu Anas Freund Henri ist kompliziert. Avi muss auch ihm gegenüber so tun, als wäre sie Ana, aber sie weiß auch, dass Henri eigentlich zu ihrer Schwester gehört und ihre Gefühle nicht erwidert werden. Gleichzeitig liebt sie Ana natürlich und würde alles für sie tun.
Als sie sich auf einen riskanten Deal einlässt, um an das Geld für Anas Behandlung zu kommen, eröffnen sich ihr ganz neue Möglichkeiten und sie beginnt zu hoffen, dass sie bald auch frei sein kann. Doch davor macht ihr ruhiges Leben im Verborgenen eine große Wende und sie steht plötzlich im Rampenlicht und muss sich Vorurteilen und Hass stellen.
Aber sie findet auch zum ersten Mal in ihrem Leben eigene Freunde und Verbündete. Sie arbeitet für Fürst Nevan, dessen erster Soldat Ren sich unerwartet in ihr Herz schleicht. Er fordert sie heraus und gibt ihr außerdem das Gefühl, dass sie aufgrund ihrer Fähigkeiten kein Monster ist, sondern auch etwas Besonderes. Ren hat außerdem eine eigene Perspektive, die ich auch ganz interessant fand, aber ich fand auch, dass man die Geschichte auch ohne seine Kapitel hätte erzählen können, oder man hätte mehr rausholen sollen, weil Rens Perspektive nichts Eigenes erzählt: Es geht da selten um Ren, sondern wieder nur um Avi.
Die Mischung aus Dystopie und Magie, um die Existenz der Fae zu begründen, fand ich eher seltsam und leider konnte mich das Worldbuilding insgesamt nicht überzeugen. Ich fand es schon gut, dass die Geschichte auf einen Einzelband ausgelegt ist, aber ich fand, dafür wollte man zu viel auf einmal erzählen, was die Handlung etwas chaotisch gemacht hat. Es war anders, als ich bei der Inhaltsbeschreibung erwartet hätte, was nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, aber jedes Mal, wenn die Handlung wieder eine andere Richtung einschlug, hat es mir nicht wirklich gefallen. Training, Reisen, magische Spiele und fantastische Gefahren, Intrigen und Politik, dazu noch komplizierte Gefühle. Ich kann aber auch nicht genau sagen, warum mir diese Mischung nicht so gut gefallen hat, obwohl die einzelnen Abschnitte teilweise schon spannend fand.











