Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Arambol:
Erwartungen erfüllt
Verborgen von Eva Björg Ægisdóttir
"Diese alltäglichen Dinge, die ihn manchmal nervten, schienen plötzlich unwichtig."
Wer die ersten beiden Bände der Island-Krimireihe von Eva Björg Ægisdóttir gelesen hat, findet sich auch im dritten Teil "Verborgen" in Arkanes unvermittelt und schnell wieder zurecht.
Die Hauptprotagonisten sind allesamt bestens bekannt; ihr Privatleben spielt im aktuellen Serienteil diesmal eine zunehmend größere Rolle.
Das Erzähl-Tempo ist, wie aus den Vorgängern gewohnt, eher gemächlich, das Spannungsniveau bleibt dabei deutlich überschaubar. Die Geschichte war für mich von Anfang an in weiten Teilen vorhersehbar, viele unerwartete Überraschungen oder Storywendungen gibt es nicht. Und vielleicht auch gerade deshalb hat die Lektüre mich entspannt unterhalten können.
Das Buch ist größtenteils aus der Sicht der Ermittlerin, Kommissarin Elma geschrieben. In kursiver Schreibweise sind aber regelmäßig Rückblenden eingestreut, in denen das Au-pair-Mädchen Lise die Geschehnisse aus ihrer Sicht schildert. Das sorgt für viel Abwechslung ist aber gleichzeitig auch flüssig zu lesen.
Der Schreibstil der Autorin ist durchweg angenehm, sie schafft es, Akranes sehr atmosphärisch bildhaft und lebendig zu beschreiben.
Elma ist, in ihrer Rolle als Kommissarin aber auch als Privatperson, wieder sehr sympathisch charakterisiert, ihre Fähigkeit Zusammenhänge aber auch Unstimmigkeiten zu erkennen, zeichnet sie aus.
Die Anzahl an handelnden Charakteren ist stets übersichtlich, trotzdem ist das Personenregister am Ende des Buches, aufgrund der ungewohnt klingenden isländischen Namen, hilfreich.
Ich hoffe, dass auch ein vierter Teil folgen wird und ich bald wieder nach Akranes zurückkehren kann.
Rezensionen von chabli:
Der Kanzler auf Mörderjagd
OLAF ERMITTELT – Der Kanzler-Krimi von Wolfgang Hofer
Olaf ermittelt ist ein Roman von Wolfgang Hofer auf dem Jahr 2024. Es geht um Olaf Scholz, unseren allseits bekannten Bundeskanzler, der Gefallen daran findet, Mordfälle zu lösen.
Olaf stolpert beim Joggen zufällig über eine Leiche und ist so fasziniert von der Detektivarbeit, dass er sich in den Fall stürzt.
Unterstützung erhält er von seiner Frau Britta, einem Kripobeamten und noch einigen anderen, teilweise skurrilen, Persönlichkeiten.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Kapitel sehr kurz gehalten sind, weshalb man das Buch problemlos nach einigen Seiten weglegen kann, ohne den Faden zu verlieren. Schön fand ich es außerdem, dass jedes Kapitel mit einem Zitat überschrieben ist, dass die Handlung einrahmt.
Das Cover ist ein absoluter Knaller. Auf den ersten Blick ist der Protagonist zweifelsfrei zu erkennen und es verspricht, eine lustige, kurzweilige Geschichte zu werden.
Das Buch ist sehr witzig und mit Charme geschrieben. Auch die Seitenhiebe auf andere Politiker fand ich witzig und erfrischend. Leider nutzt sich das im Laufe des Buches immer mehr ab und ungefähr ab der Hälfte wird es sehr langatmig. Auch fehlte mir die Tiefe der Charaktere und Umgebungen, sodass ich Probleme hatte, mich in die Situationen richtig hineinzudenken.
Immer wieder fühlte ich mich an David Safiers „Miss Merkel“ erinnert. Selbst der kleine Hund, der nach einem (Ex-)Staatsmann benannt wurde, stimmt überein. Leider kommt dieses Buch qualitativ nicht an Safiers Werke heran, die ich im Rekordtempo direkt zum Erscheinungsdatum verschlungen habe.
Zusammenfassend bleibt zu erwähnen, dass es eine schöne, kurzweilige Geschichte ist, die jedoch rasch farblos wirkt. Außerdem ist das Ende sehr an den Haaren herbeigezogen.
Rezensionen von Nele33:
gewohnt spannend
Stummer Schrei von Arne Dahl
Stummer Schrei ist der Auftaktband zu einer neuen schwedischen Krimi Reihe des Autoren Arne Dahl. Das neue Nova-Team unter Leitung von Eva Nyman hat sich noch nicht so recht gefunden und könnte unterschiedlicher nicht sein. In Schweden gehen Bomben hoch und treffen verantwortliche Manager aus Firmen, die das Klima durch ihre hohe CO2 Bilanz massiv bedrohen.
Eva und ihr Team stehen vor einem Rätsel und scheinen erst einmal ein wenig Kopflos. Doch als Eva kryptische Briefe ihres ehemaligen Chefs bekommt, der vor Jahren in die Wälder Schwedens abgetaucht ist und gleichzeitig starker Umweltaktivist legen sie ihren gesamten Fokus Lukas Frisell die Täterschaft nachzweisen.
Doch ist er wirklich der Terror-Bomber? Oder führt ihr sie alle an der Nase lang und hat einen viel größeren Plan? Immer mehr Menschen sterben und die Zeit läuft ihnen davon.
Arne Dahl zählt zu meinen bevorzugten Autoren und auch mit diesem Auftaktband hat er mich nicht enttäuscht. Die Charaktere sind mit der von ihm gewohnten Tiefe gezeichnet und ich habe schnell Zugang zu diesem neuen Team gefunden. Wendungen sind wie gewohnt genügend und spannungsreich enthalten und die vielen Ortswechsel machen Spaß.
Der Schreibstil lässt in meinen Augen keine Wünsche offen.
Mich hat sowohl die aktelle Thematik, als auch deren Umsetzung sehr gut unterhalten. Von mir eine klare Leseempfehlung für einen tollen skandinavischen Krimi.
Rezensionen von booklover3:
Recycling mal anders!
Der Recyclosaurus von Anka Schwelgin
Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Die Idee vom Recyclosaurus ist einfach wunderbar. Auf diese Art und Wiese kann man Kindern schon früh auf spielerische und lustige Art und Weise beibringen was Recycling ist und warum es wichtig ist.
Die Zeichnungen sind sehr gut gelungen und veranschaulichen die Geschichte, so dass auch kleinere Kinder das Buch gut verstehen können.
Das Buch ist insgesamt sehr kreativ gestaltet und die Idee einfach nur schön und bezaubernd.Ich finde es auch schön, dass wenn man das Buch aufschlägt man viele Zeichnungen von Kindern sieht, die alle Dinos gemalt haben.
Ich hatte sehr viel Spaß beim lesen und ansehen des Buches, da es so wundervoll und liebevoll gestaltet worden ist. Das Buch ist perfekt für alle Dino Liebhaber. Egal ob groß oder klein. Ein wichtiges Thema welches so schon früh den Kindern beigebracht werden kann.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Otto Witte - König von Albanien für fünf Tage im September 1912
König von Albanien von Andreas Izquierdo
„Fünf Tage im September 1912 König von Albanien“
„Man sieht nur, was man sehen will!“ In diesem Fall einen deutschen Schausteller, der es mit viel Chuzpe und Menschenkenntnis schafft, für fünf Tage König von Albanien zu sein.
Wir lernen Otto Witte als Insassen einer geschlossenen Anstalt in Salzburg kennen, in die man ihn auf Grund seiner Behauptung, König von Albanien zu sein, eingewiesen hat.
Dort erzählt er dem jungen Doktoranden Alois Schilchegger seine Lebensgeschichte.
Ottos Geschichte ist eingebettet in den tristen Alltag eine psychiatrischen Anstalt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Insassen werden lediglich „aufbewahrt“, mehr schlecht als recht versorgt, mit Medikamenten und Zwangsjacken ruhig gestellt sowie als Forschungsobjekte missbraucht. Während der mehrwöchigen Abwesenheit des Anstaltsleiters, der selbst krankhaft ehrgeizig auf Kosten der Patienten ist, (heute würde man ihm eine Profilierungsneurose attestieren), versucht Schilchegger unter der strengen Aufsicht der Pflegeleiterin, das Los der Menschen ein wenig zu verbessern. Dabei entdeckt er bislang ungeahnte Talente.
Doch die Vision von einer besseren Welt für die ihm, Schilchegger, anvertrauten Menschen ist ebenso schnell ausgeträumt wie Ottos Traum König von Albanien zu sein. Beide werden entlassen.
Meine Meinung:
Mir hat dieses Buch von Andreas Izquierdo sehr gut gefallen. Es ist, muss ich zu meiner Schande gestehen, das erste Buch des Autors.
Otto Witte (1872-1958) ist eine historische Figur, der es gelingt, obwohl des Lesens und Schreibens unkundig, zahlreiche Menschen zu täuschen und für fünf Tage im September 1912 tatsächlich König von Albanien zu sein. Diese geniale wie tollkühne Aktion kann er mit Hilfe seines Freundes Max Hoffmann durchziehen. Dass ein solcher Coup möglich ist, liegt natürlich auch daran, dass der Balkan zu jener Zeit, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, ein Spielball der Großmächte ist. Österreich-Ungarn, das Deutsche Kaiserreich, England, das Zarenreichen sowie diverse Splittergruppe bemühen sich, das (Macht)Vakuum, dass das zerfallende Osmanische Reich in der Region Albaniens hinterlässt, zu füllen. Man hat dabei nur die eigenen Interessen im Blick. Ein deutscher oder türkischer Prinz als König von Albanien? Genau dieses Dilemma sowie seine Bauernschläue sowie die alten Weisheit „Ober sticht Unter“ und die militärischen Gepflogenheit, dass Befehle ohne darüber nachzudenken einfach befolgt werden müssen, hilft Otto seine Scharade aufrecht zu erhalten.
Weil Menschen nur das sehen, was sie sehen wollen, bekommen sie in diesem Fall genau das, denn Otto hat die Fertigkeit und den Charme genau diese Sehnsucht zu stillen. Wie wir wissen, kommt es zwei Jahre später zu dem, von k.u.k. Diplomaten Alfred Rappaport befürchteten Kriegsausbruch, der in Europa keinen Stein auf dem anderen lassen wird.
Für uns Leser ist es höchst vergnüglich, aber auch spannend ihn dabei zu begleiten. Ein wenig erinnert die Geschichte den Friedrich Wilhelm Voigt (1849-1922), jenem Schuhmacher, der als Hauptmann von Köpenick bekannt wurde.
Schmunzeln musste ich über die Info im Epilog, dass sich Otto Witte öffentlich darüber beschwert, übergangen worden zu sein, weil er zur Hochzeit von Fürst Rainier von Monaco mit Grace Kelly keine Einladung erhalten hat. Er sei ja immerhin Ex-König von Albanien.
Nicht weniger faszinierend ist die Rahmenhandlung, in die Ottos Erzählung eingebettet ist, nämlich ein Einblick in die Psychiatrie. Man kann und mag sich die Zustände kaum ausmalen, unter denen die bedauernswerten Menschen „aufbewahrt“ worden sind: Ständig unter Drogen gesetzt, mit eiskalten Wassergüssen oder Elektroschocks „behandelt“ oder der Einsatz von Zwangsjacken. Zahlreiche Ärzte wollen sich durch Studien am lebenden Objekt profilieren.
Der fesselnde Schreibstil des Autors lässt kaum Wünsche offen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der mich hervorragend unterhalten hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Schatten der Vergangenheit
Das Schweigen des Wassers von Susanne Tägder
Dieses Krimi-Debüt von Susanne Tägder nimmt uns in den fiktiven Ort Wechtershagen, in die ehemals ostdeutsche Mecklenburgische Provinz mit. Man schreibt das Jahr 1991 und nach der ersten Euphorie um die deutsche Wiedervereinigung, müssen die ehemals ostdeutschen Strukturen dem Westen angepasst werden.
Das betrifft unter anderem und im Besonderen die Polizei. Dazu werden Polizeibeamte in den Osten entsandt. Einer davon ist KHK Arno Groth, der seinerzeit kurz vor dem Mauerbau aus eben jenem Wechtershagen nach Hamburg gelangt ist. Groth soll, nachdem er seinen letzten Fall ziemlich vergeigt hat, nun die Polizei im Osten auf westlichen Standard bringen. Das führt natürlich zu Reibereien unter den Kollegen.
Gleich nach seiner Ankunft wird Siegen Eck, ein Mitarbeiter des örtlichen Bootsverleihs, tot aufgefunden. Während die örtliche Polizei den Fall gleich als Unfall abschließen möchte, ist Eck doch als schwerer Alkoholiker bekannt, kommen bei Groth Zweifel an der Unfallversion auf. Er findet schnell heraus, dass der Tote vor zehn Jahren Beschuldigter im Mordfall Jutta Timm gewesen, aber vom Gericht freigesprochen worden. Und was hat die Bedienung in der Kneipe mit Eck zu tun?
Arno Groth beginnt zu recherchieren und findet kaum Unterlagen. Es sieht so aus, als ob jemand Akten verschwinden hat lassen. Auch die Kollegen verhalten sich alles andere als kooperativ. Bis auf einen, der vermutet wegen seiner Vergangenheit in der DDR auf einer der zahlreichen Abschusslisten zu stehen. Heimlich beginnen die beiden den alten Mordfall Jutta Timm neu aufzurollen. Dabei stoßen sie auf Geheimnisse, die lieber unentdeckt geblieben worden wären. Dennoch ist, wie man so schön sagt, dem Vorgesetzten „die Suppe für eine echte Wiederaufnahme der Ermittlungen zu dünn“.
Meine Meinung:
Dieser Krimi wird als „literarischer Krimi“ beworben und mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht. Für eingefleischte Krimi-Fans, die es gerne zackig haben, wird dieser Krimi wohl nicht die erste Wahl sein. Denn hier wird großes Augenmerk auf die Zeit und die Umstände sowie auf die handelnden Personen gelegt. So ist die Beschreibung von KHK Arno Groth ziemlich ausführlich, auch wenn wir nur häppchenweise Informationen über sein Leben bekommen. Und hier kommt die Literatur ins Spiel: Groth liest Franz Kafka, vor allem sein Werk „Ein Hungerkünstler“, das gerade in Wechtershagen aufgeführt wird, spielt in Grothes Gedanken eine Rolle.
Als Österreicherin kann ich mich schwer in die Zeit kurz nach der Wiedervereinigung von BRD und DDR hineinversetzen. Doch die, der anfänglichen Euphorie folgende Enttäuschung, ist für mich deutlich spürbar. Die Polizisten der ehemaligen DDR haben das Ermitteln ja auch gelernt und wollen sich naturgemäß nicht ins Handwerk pfuschen und von einem besserwissenden Wessi erklären lassen. Dass zu DDR-Zeiten bei Geständnissen ein wenig nachgeholfen worden ist, ist ein offenes Geheimnis, über das niemand spricht. Nach wie vor hat man vor den Stasi-Agenten Angst. Nach wie vor weiß man nicht, wer was über wen berichtet hat. Das ganze Ausmaß der staatlichen Bespitzelung wird erst in den folgenden Jahren publik.
Der Krimi gibt die Stimmung sehr gut wieder, die hier in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft herrscht. Die Grundtendenz ist trist, grau wie das Wetter in diesen Herbst. und Wintertagen. Die alte Ordnung ist noch nicht ganz weg und die neue hat noch nicht den Weg in die Köpfe der Menschen gefunden. Ob es eine Fortsetzung geben wird?
Fazit:
Diesem Krimi-Debüt, das tiefgründig und politisch sowie spannend ist, gebe ich gerne 4 Sterne. Wer lieber mehr „Action“ haben will, muss zu einem anderen Titel greifen.
Rezensionen von Austrian Bookaholic :
Romantisch und spannend
Dark Elite - Regrets von Julia Hausburg
Das ging jetzt aber schnell! Der zweite Band der Reihe hats wirklich in sich, ich hab das Buch regelrecht verschlungen.
Das liegt vor allem daran, dass die Autorin bisher über beide Bücher einen (etwas Krimi-angehauchten) Spannungsbogen aufgebaut hat, der stetig zum Weiterlesen animiert. Ich bin einfach so gespannt, wie es da noch weitergehen wird! ????
In diesem Buch geht es aber hauptsächlich um Lucia und Ben, wobei ein Second Chance Trope erzählt wird.
Obwohl ich mit diesen Trope immer wieder Probleme habe, konnte es mich hier total überzeugen.
Die Charaktere und ihre Handlungen waren für mich absolut authentisch. Es gibt kein künstliches bzw unglaubwürdiges Drama, sondern eine absolut nachvollziehbare neuerliche Annäherung der beiden Protagonisten, die einem richtig mitfühlen lässt. Begleitet wird das Ganze von einem guten Einblick ins bisherige Leben der Protagonisten, sodass man ihr jeweiliges Wesen versteht und weiß was sie zu ihren Handlungen und Entscheidungen bewegt. Das Setting ist schön aufgearbeitet und gibt der Geschichte den perfekten Rahmen. ????
Der Schreibstil ist genauso angenehm, wie schon im ersten Buch, man kommt flüssig durch die Zeilen. ✍️
Für alle Fans von Internats-Universitäts-Geschichten ist das sicher genau das richtige Buch. ????
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
gelungenes Sachbilderbuch mit vielen Bildern
Kackadiesisch! Darwins großes Regenwurm-Spektakel von Polly Owen
Meine Kids waren in Salzburg mit mir im Haus der Natur, wo es neben tollen lebendigen Tieren und modernen Technikstationen, aber auch sehr veralteten Teilen zwei spannende Filme zum Thema Evolution gab, die ganz neu gemacht waren. Meine Kids kannten Darwin also bereits vom Namen her und bringen ihn mit den Darwinfinken und der Evolution in Verbindung (das mit den Darwinfinken und dem Prinzip "survival of the fittest" kannte der älteste Zwerg auch von den zahlreichen Büchern über ausgestorbene Tiere).
Weniger bekannt war ihnen aber der Aspekt von Darwins Erkenntnissen für die Landwirtschaft, die er schon vor der Entstehung der Arten erreichte, nämlich mit dem Buch "die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer". Nun ist diese Wissenslücke auf sachgerechte und kindgerechte Weise geschlossen worden. Allein der Titel sprach meine Kids schon an, und das Cover ist mit den schön abgestimmten und edel wirkenden Farben ja auch ein richtiger Eye-Catcher.
Was mir gut gefiel, war die Herangehensweise an das Thema. Ich finde, es wird sehr schön der Weg des Forschers nachgezeichnet. Beobachtung steht am Anfang, eine Forschungsfrage wird formuliert, Experimente werden durchgeführt. Dabei wird jeder Schritt mit zahlreichen Bildern begleitet. Darwins Gesichtsausdrücke sind sehr einprägsam, man kann seine Begeisterung für das Thema durch die Bilder förmlich spüren. Auch die Vernetzung der Forscher und die Verbreitung seiner Thesen und Erkenntnisse nach genauer Durchführung und Dokumentation wird sehr gut noch vermittelt. Abgerundet wird die ganze Geschichte rund um Darwin, die meinen Recherchen zufolge sehr nah an Darwins Schaffen ist mit einigen Fakten über Würmern und die Gefährdung der Würmer heute.
Ich finde das Buch sowohl textlich und bildlich super geeignet für Vor- und Volkschüler*innen. Ich konnte mit dem Buch den 5-jährigen ebenso zum Zuhören animieren (allerdings war dem das Buch für am Stück lesen etwas lang, aber da ist jedes Kind anders) wie noch den 9-Jährigen, der das ganze Buch auch schon in einen anderen Zusammenhang bringen konnte, auch historisch. Jedenfalls hat uns der Aufbau ebenso angesprochen wie das Text- Bildverhältnis sowie die Sprache, die meiner Meinung nach gut die wichtigsten Fakten vermittelt, ohne dabei auf viele Fremdwörter zurückzugreifen. Ich finde das Buch sehr gelungen und kann es jedem ans Herz legen, auch um den Kindern heute die Bedeutung der Regenwürmer für den eigenen Garten und das Ökosystem klar zu machen!
Rezensionen von LeserinLu :
Jüdisches Leben in Dänemark
Annas Lied von Benjamin Koppel
"Annas Lied" ist ein historischer Roman, der ab den späten 1920er Jahren zuerst in Kopenhagen und dann später wegen einer Heirat in Frankreich spielt. Die Geschichte von Protagonistin Hannah Koppelman entfaltet sich in einer lebendigen Atmosphäre, in der das Zuhause der Koppelmans in Kopenhagen mit Trubel, Gesprächen und Musik erfüllt ist.
Als jüngstes Kind der Familie träumt Hannah davon, Pianistin zu werden, gleichzeitig wird ihr Leben vom Leben im Viertel und in der jüdischen Großfamilie bestimmt.
Als Hannah älter wird, wird ihr innerer Konflikt zwischen den Erwartungen ihrer Familie und ihren eigenen Träumen dargestellt. Die Liebesgeschichte zwischen Hannah und dem Kommunisten Aksel fügt eine weitere Ebene zu Hannahs Geschichte hinzu, die von ihrem Traumberuf der Pianistin, von verbotener Liebe und den Herausforderungen der Kriegszeit geprägt ist. Wird Hannahs Mutter eine gemeinsame Zukunft mit Aksel erlauben?
Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie der Roman das jüdische Leben im historischen Dänemark einfängt. Durch die detaillierten Beschreibungen und die authentischen Anekdoten habe ich viel über diese Zeit und die Herausforderungen, mit denen jüdische Familien konfrontiert waren, gelernt. Über das Leben im Exil in Frankreich wusste ich bereits mehr.
Die Erzählweise ist geprägt durch Wechsel zwischen ruhigen, reflektierenden Passagen und spannenden, mitreißenden Momenten. Die Liebe zur Musik zieht sich als roter Faden durch die Geschichte. Insgesamt erzählt der Autor einfühlsam aus Hannahs Perspektive, da er sich anscheinend auf die eigene Familiengeschichte beziehen kann.
Rezensionen von yellowdog:
intensives Jugendbuch
Undurchschaubar von Swantje Oppermann
Noa hat ihre beste Freundin verloren und wechselt die Schule. Die Sehnsucht nach einer neuen besten Freundin bringt sie zum Ausspionieren und Lügen. Mit einer Spyware erfährt sie mehr von Olivia, mit der sie sich anfreunden will. Es ist nicht einfach zu Olivia durchzudringen und in ihre Clique zu kommen.
Doch mit Tricks schafft Noa das.
Selten das man in einem Roman so dicht an einer Figur ist, die man doch klar zu den Tätern rechnen muss. Aber ihre Gefühle werden nachvollziehbar. Verstehen heißt ja nicht gleich akzeptieren. Was Noa da macht, ist falsch, aber sie ist zu sehr in ihrem „Spiel“ verstrickt.
Die ganze Situation zeigt die Autorin Swantje Oppermann geschickt und man ist vom Buch gefesselt.
Und wenn ich als Oldtimer das schon bin, muss es für Kids, die sich hier vielleicht sogar identifizieren können, noch viel intensiver sein.











