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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Peter A. Bruck :

Wohl das Beste

Frieden ist die einzige Option von David Grossman

Wer im April 2024 Grossman's Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz vom 16.02.2017 liest, muss erstaunt sein, welche Weitsicht zum Konflikt sich hier darstellt.
Grossman zeigt auf, wie Israelis und Palästinenser sich in einem Totentanz fest umklammert halten und von einem Krieg zum nächsten taumeln, im gegenseitigen Anspruch nur dann Überleben zu können, wenn der andere gedemütigt, vertrieben und/oder vernichtet ist.

Beide Seiten des Konflikts sind in Geiselhaft der Extremisten, der Rachesuchenden, der Blindwütigen und nur die eigenen Schmerzen und Verluste Sehenden.
Schon 7 Jahre vor dieser Rezession hat Grossman erkannt, was 2024 immer offensichtlicher wird: die beiden Parteien können weder sich selbst retten noch werden sie sich retten lassen. Außer unter besonderem Zwang.
Das Buch bringt weitere Reden, inklusive eine nach dem 7.10.2023, dem schwarzen Schabat.
Es ist eine Sammlung außergewöhnlicher Texte, eines wachen Intellektuellen und klugen Friedenssuchers.
Zum Weiterschenken.

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Rezensionen von Arambol:

Ein emotionaler Wirbelsturm

Windstärke 17 von Caroline Wahl


"Ich dachte, wenn ich weit weg bin, dann sind die Gedanken leiser. Aber sie sind laut, und sie tun weh."

Ich habe die "22 Bahnen" sehr gemocht und mich deshalb auf die Fortsetzung und ein Wiedersehen gefreut.
War im Vorgänger noch Tilda die Haupt-Protagonistin, so ist es in "Windstärke 17" ihre inzwischen schon erwachsene Schwester Ida.

Nach dem Tod ihrer Mutter flieht Ida scheinbar ziel- und orientierungslos vor ihrer Vergangenheit und strandet auf Rügen. Dort wird sie von einem älteren Ehepaar, Marianne und Knut, nahezu bedingungslos aufgenommen. Durch ihre Tätigkeit als Kellnerin in der "Robbe" lernt sie schließlich Leif kennen und irgendwie scheint sich ihr Leben zum Besseren wenden zu wollen. Doch die Schatten aus der Vergangenheit lassen nicht los.

Mit zeitweilig immenser Traurigkeit erzählt Caroline Wahl inhaltsschwer eine Geschichte um tragische Verluste, um Krankheit und Sterben, aber auch die Geschichte von der rast- und ratlosen Suche nach dem eigenem Platz im eigenen Leben. Als Leser liebt und leidet man mit Ida, wundert und freut sich über ihre klare und teilweise naive Sicht auf oftmals einfache, aber auch zugleich essentielle Fragen des Lebens.

Ida ringt zunehmend verzweifelt mit ihren übermächtigen Schuldgefühlen und wirft sich vor, im Umgang mit ihrer Mutter versagt und ihre Tod nicht verhindert zu haben. Jetzt, auf Rügen, muss sie sich erneut einer großen Herausforderung stellen.

Zum Verständnis zwar nicht zwingend notwendig, empfehle ich dennoch, unbedingt zunächst Tildas und Idas Vorgeschichte aus Band eins, den "22 Bahnen" kennenzulernen.

"Windstärke 17" ist eine äußerst starke, emotionale Brise von der Ostsee, die sehr berührt. Hoffentlich dürfen wir bald wieder von Tilda und Ida lesen.

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Rezensionen von Leserin71:

3. Fall für Farner und Terranostra

Der Baron von Siegfried Schneider


Zum Inhalt: Als der Firmeninhaber Berthold Warstein bei der Geburtstagsfeier seiner Tochter verspätet ankommt und tödlich verletzt zusammenbricht, wird die Polizei um Lukas Farner aktiv. Zusammen mit seinem ehemaligen Intimfeind Giovanni Terranostra von den Carabinieri ermitteln sie in vielen Richtungen, hatte doch der "Baron" seine Finger in vielen Dingen im Spiel, nicht nur im Pferderennsport.

Meine Meinung
Da ich schon die anderen beiden Krimis aus der Farner/Terranostra Reihe von Siegfried Schneiders Meran-Krimi kenne, wollte ich hier gerne weiterlesen. Das Cover mit den beiden Pferden und ihren Jockeys passt gut zum Inhalt. Meran als Handlungsort hat mich wieder voll überzeugt, die Auflösung des Krimis auch, aber die vielen Personen und die Dialoge fand ich recht anstrengend. Das Personenverzeichnis am Anfang war dabei sehr hilfreich. Aber es kommen insgesamt sehr viele Personen vor und da muss man echt aufpassen.

Die Lösung des Falles hat mich überrascht, war dennoch schlüssig und bot mal ein etwas anderes Motiv. Dennoch hätte ich mir ein paar Seiten mehr am Ende gewünscht, aber gut, man muss das nicht ausdehnen. Dafür hätte ich mir mehr Straffung in der Mitte oder bei Dialogen gewünscht. Von den Personen war Lukas Farner gut angelegt. Dass er mit Terranostra mittlerweile eine Art Nicht-Angriffs-Pakt eingegangen ist, war nachvollziehbar, dennoch hätte ich mir die eine oder andere Frotzelei zwischen den beiden gewünscht.

Alles in allem gebe ich gerne 3 Sterne für den Regiokrimi aus Meran.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Eine Reihe, die süchtig macht

Kretisches Rätsel von Nikos Milonás

Die Hochzeit von Hannah und Michalis steht bevor, die griechische Familie dramatisiert und unwillkürlich denkt man dabei an "My Big Fat Greek Wedding" - sie macht es einem wahrlich nicht leicht, die griechische Grossfamilie.

Jene von Michalis ist nicht begeistert, als er nach langer Zeit wieder mal zu einem grossen Einsatz muss.

Michalis hingegen ist froh, kurz mal aus Chania zu entfliehen. Doch er weiss, der Fall muss bis einige Tage vor der Hochzeit gelöst sein, sonst enterbt ihn seine Mutter.

So einfach scheint der Fall um den toten Archäologen, der in Knossos aufgefunden wurde, nicht. Der Mann war unter Archäologen bekannt, auch Hannah kannte ihn. Dass er sich für was Besseres hielt und trotz Verlobten keinen Flirt ausliess, war kein Geheimnis. Doch mit wem stritt er sich tags zuvor in einem Kloster?

Michalis Charisteas und Pavlos Koronais ermitteln deshalb in der Universität von Heraklion und sind auch bei diesem Fall auf einigen archäologischen Stätten von Kreta anzutreffen, denn der Fall hat es in sich. Der Kilometer-Verbrauch ihres Wagens ist enorm, von einem Ende der Insel zum anderen und wieder zurück an mehreren Tagen - gefühlt zumindest. Der Zeitdruck ist hoch und das nicht nur wegen der Hochzeit.

So langsam fallen mir keine Superlative für diese Reihe mehr ein - selten hat mir eine Krimireihe durchgehend so gut gefallen. Der Mix aus Griechenland, Archäologie, Familienzwistigkeiten und -freuden, dazu rasante, spannende Fälle und mega sympathische Ermittler ist einfach top.

Ich freue mich jeweils sehr, bei jedem Band wieder mehr über alle Charaktere der Serie zu erfahren, denn sie sind mir mittlerweile familiär geworden. Jeder Band ist wie ein Besuch bei der grossen griechischen Familie.

Ob es die beiden Kommissarre geschafft haben, den Fall vor der Hochzeit zu lösen? Und die Hochzeit war... - nein, lest selbst wie alles ausgeht.

Fazit: Wieder super spannend bis zum Ende! Eine Reihe, die süchtig macht.
5 Sterne.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Die Diamanten der Lüfte

Das geheime Leben der Tiere (Wald) - Revier der Raben von Vanessa Walder

Eine lebenslange Vogelehe ohne Streit, ist nur eine bewundernde Eigenschaft, die die größten Singvögel, die es bei uns gibt, auszeichnet - denn es sind unterschätzte Diamanten der Lüfte, die viele Nestgeschichten zu erzählen haben.
Selbst, wenn man sich nicht brennend für Vögel interessiert, ist «Revier der Raben» ein faszinierendes Leseerlebnis, das so manche Wissenlücke schließen wird, und sich toll zum Vorlesen eignet.

Spannend und berührend konsequent aus der Vogelperspektive erzählt, mit vielen Sachinformationen verwoben und von eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Illustrationen begleitet, begibt man sich in die Baumwipfel der Wälder, um das geheime Leben der Kolkraben zu entdecken. Vanessa Walder schreibt prägnant, humorvoll und kindgerecht, ihre Beschreibungen sind imposant und bildhaft und es finden sich immer wieder poetische Sätze, die es schaffen, Groß und Klein zu verzaubern.

Die Geschichte beginnt im Februar und begleitet über die Monate ein Kolkraben-Elternpaar und das Aufwachsen ihrer beiden Jungvögel. Die Geschwister sind ganz unterschiedlich und während Roah von einem eigenen Revier träumt, bevorzugt ihr Bruder Krrik das großen Abenteurer am Ende der Welt. Ein dramatisches Naturspektakel lenkt sein Schicksal jedoch in eine andere Richtung und führt ihn zu den Menschen. Seine Schwester hingegen macht ganz andere Erfahrungen. Dieser abwechslungsreiche Perspektivenwechsel gibt naturnahe Einblicke in das Fressverhalten, die Kolonien, den Revierkampf und zahlreiche Eigenschaften der Kolkraben, und bietet ungewöhnliche Wahrnehmungen der Menschenwelt, die Krrik aus seiner Sicht beschreibt, und die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben. Ich war sehr fasziniert von der Rabensprache, ihrer hohen Intelligenz und bin begeistert von der Mischung aus rührend schönen oder atemberaubend spannenden Momenten, und den fantastischen Bildern von Simona M. Ceccarelli. 

Insgesamt eine wunderbare Geschichte der empfehlenswerten Reihe «Das geheime Leben der Tiere» für große und kleine wissenshungrige Tierfreunde, die mitreißende und berührende Unterhaltung mit Mehrwert lieben. Ab 8 Jahren empfohlen.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Schlechte Gewissen

Treibgut von Adrienne Brodeur

Die Geschichte spielt im Jahr 2016. Die Präsidentschaftswahl zwischen Clinton und Trump ist noch nicht entschieden. Die eindeutigen Umfragen lassen keinen Zweifel am Wahlsieg aufkommen. Der Roman beginnt mit Adam Gardner, einem hoch angesehenem Meeresbiologen und selbsternannter Dichter, auf Cape Cod lebend, der sich ganz sicher ist, dass noch eine letzte ruhmreiche Entdeckung in ihm schlummert.

Sein siebzigster Geburtstag und seine Pensionierung stehen bevor und werfen „ihren Schatten voraus“, als sein behandelnder Arzt in den Ruhestand geht. Die 38-jährige Abby Gardner ist Künstlerin und unterrichtet an einer Hochschule. Sie wohnt in einem Atelier in den Dünen, das einst ihre verstorbene Mutter baute, und das leider nicht ihr, sondern ihrem Bruder gehört. Sie plant ihrem Vater zum Geburtstag ihr neues Kunstwerk zu schenken und ihr großes Geheimnis zu lüften. Ihr Bruder Ken, Bauunternehmer, verheiratet mit ihrer besten Freundin Jenny und Vater ihrer zwei wunderbaren Nichten, durchlebt eine Ehekrise. Widerstrebend geht er zur Therapie, und schnell wird klar, sein Groll gegenüber der Welt und vor allem seiner Schwester ist verheerend. „Wer verletzt ist, verletzt andere.“ Dementsprechend angespannt ist die Geschwister-Beziehung und beide stehen sich nicht nahe. In den fünf Perspektiven, die sich kapitelweise abwechseln, nimmt auch die Polizistin Steph eine Rolle ein. Kürzlich Mutter geworden, stellen sich Steph Fragen, auf die sie keine Antwort findet.

Mich konnte «Treibgut» mit der einnehmend klugen und gewandten Schreibweise absolut mitreißen. Ich mochte diese geschickte Aufdeckung und Sogwirkung, und besonders Abby, die sich auch in den wirren Konstellationen schwieriger Verhältnisse angenehm hervorhebt. Die betont weibliche Stärke ist spürbar, genauso wie Verletzlichkeit und der Wunsch, nach familiärem Zusammenhalt. Auch sehr gelungen, fand ich die Ausarbeitung der einzelnen Figuren, die durchaus außerhalb der Familie bestehen. Das Ende passt hervorragend, in Anbetracht der bleibenden Fragen, die nur die Zeit beantworten kann. Großartig einnehmendes Lesevergnügen, wunderschön erzählt, tiefgehend und vielschichtig.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Der unermessliche Wert von Geschichten

Die Vermesserin der Worte von Katharina Seck

„Jene, die für alle anderen unsichtbar sind, hinterlassen oft die bedeutendsten Spuren auf der Welt.“

Was passiert, wenn eine Geschichtenerzählerin die Worte verliert? Die neunundzwanzigjährige Ida wird von einer kreativen Blockade geplagt. Ohne Buchverkäufe kein Geld. Um sich ihren bescheidenen Lebensunterhalt zu finanzieren, nimmt sie einen Job als Haushaltshilfe bei einer älteren Dame an.

Sie hofft, dort auch ihre Worte wiederzufinden, um sich aus dieser Krise zu befreien. Tatsächlich verbergen sich in dem großen Haus viele Geschichten. Die Hausherrin Ottilie Selig ist eine eigenbrötlerische Bücherliebhaberin mit „löchrigen Gedanken“. Lange hat es bei ihr keine der Haushälterinnen ausgehalten, doch die junge Autorin, wie sie Ida nennt, gelingt es, zu Ottilie durchzudringen. Wie sie das schafft, wird nicht verraten. Jedenfalls bringt Ida nicht nur frischen Wind in das papierne Anwesen (ja, es heißt wirklich so), sondern auch in das anliegende Dorf.

Katharina Seck´s Schreibstil ist „papierleicht“, träumerisch und voller bildhafter Beobachtungsgabe und Metaphern. Es wird ein geheimnisvoller Ort kreiert, indem sich die Geheimnisse in Ruhe entfalten können. Diese Schreibweise passt perfekt zu Ida´s sanftem Wesen, wobei sie großes Durchhaltevermögen beweist und einfühlsam und zuversichtlich auf ihre Mitmenschen einwirkt. Mir hat besonders gefallen, wie Ida das Vertrauen von Ottilie gewinnt und mit ihrer Demenz umgeht. Es ist ein Roman, den man einfach auf sich wirken lassen kann. Er ist zwar ein wenig vorhersehbar, dass macht aber sogar den Reiz aus. Es gibt ein paar Zitate und Verweise auf bekannte Klassiker, wie «Die unendliche Geschichte» oder «Der Herr der Ringe». Geschichten, die nicht nur Ida viel bedeuten. Idas Leidenschaft für Bücher und Geschichten ist eine große Freude für alle, die ebenso empfinden. Denn „(…) dass Menschen Geschichten lieben, in welcher Form auch immer, ist ein“ unausgesprochenes Naturgesetz. Ein schönes Buch über die heilsame Kraft von Geschichten und Freundschaft.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Sehr lesenswert

James von Percival Everett

Jim hat sich selbst das Lesen und Schreiben beigebracht. Doch seine Fähigkeiten muss er verbergen, denn Sklaven können sich vor den Weißen keine Bildung leisten. Als Jim verkauft werden soll, flieht er und lässt seine Frau und seine Tochter zurück, mit der Absicht, sie später zu befreien. Auf seiner Flucht trifft er Huckleberry Finn und sie verstecken sich gemeinsam.

Dabei stehen die Abenteuer, die Sklaverei und die ständige Angst, gefangen und bestraft zu werden, im Vordergrund. Die Handlung ist in drei Teile geteilt, die überraschende Wendungen einleiten.

Percival Everetts Schreibstil ist so einfach wie genial. Die Seiten fliegen dahin. Die spezielle Schreibweise des Südstaatenenglisch birgt Stolpersteine, aber man gewöhnt sich daran und ich fand sie sehr authentisch umgesetzt. Die Handlung übt eine Sogkraft aus, der ich mich nicht entziehen konnte. Eindringlich und schonungslos wird aus der Ich-Perspektive von Jim erzählt und man spürt die ständige Anspannung, weil er selbst Huck nicht vertrauen kann, stets auf der Hut sein muss und nicht er selbst sein darf. „Vielleicht wirst du irgendwann kein Sklave mehr sein, aber du wirst nicht frei sein.“

Ein berührender Roman, der die Grausamkeit der Sklaverei offenlegt und den Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung intensiv nachempfinden lässt.

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Rezensionen von Sarah Raggl:

Geburt von Silvia Höfer

Rezensionen von Sarah Raggl:

Schwangerschaft von Silvia Höfer