Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ruth:
Bewährtes System
tiptoi® Mein Wimmelbuch von Anja Kiel
„ Mein Wimmelbuch“ ist ein neues Bilderbuch für Drei- bis Fünfjährige, das durch den tiptoi- Stift ( nicht im Buch enthalten) zum interaktiven Leseerlebnis wird.
Auf sieben großformatigen Doppelseiten gibt es Wimmelbilder aus der Alltagswelt der Kleinen, angefangen beim quirligen Leben in der Stadt, über einzelne Spielbereiche im Kindergarten bis zum vergnüglichen Badespaß im Schwimmbad oder den bunten Attraktionen auf dem Stadtfest.
Es empfiehlt sich, dass Eltern zuerst einmal mit ihrem Kind gemeinsam das Buch anschauen, den kurzen Text auf jeder Seite vorlesen und die verschiedenen Aktionen ausprobieren. Später kann das Kind sich eigenständig mit dem Buch beschäftigen. Und dafür wird viel Stoff für Auge und Ohr geboten. So müssen Geräusche zugeordnet oder Reime ergänzt werden. Sehr oft gilt es bestimmte Dinge zu entdecken, farbliche Gegenstände, einzelne Szenen und Abläufe. Durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade ist das Buch tatsächlich für jüngere und etwas ältere Kinder geeignet. Drei Lieder lockern das Ganze noch auf.
Ansprechende und detailreiche Illustrationen laden zum genauen Hinsehen ein. Ebenfalls positiv zu bewerten ist, dass bei den Figuren auf Diversität geachtet wurde.
So ist „ Mein Wimmelbuch“ wieder ein gelungenes Buch aus der tiptoi- Welt, abwechslungsreich, spannend und lehrhaft.
Rezensionen von miriamB:
Das Ende der Habsburgermonarchie
"Meinetwegen kann er gehen" von Katrin Unterreiner
Katrin Unterreiner hat schon in zahlreichen Publikationen bewiesen, dass sie über fundiertes Wissen verfügt, genauestens recherchiert und es versteht, Informationen auf fesselnde Art weiterzugeben.
In diesem Buch beschäftigt sie sich mit dem Großneffen Franz Josephs, Erzherzog Karl, dem letzten Kaiser Österreichs und damit natürlich auch mit der Geschichte Österreichs.
Wie politisch kompetent war Kaiser Karl, die Führung eines auseinanderbrechenden Vielvölkerstaates zu übernehmen?
Welche Rolle spielte seine Frau Zita?
Glaubte er 1916 tatsächlich noch an eine von Gott gegebene Herrschaft?
Er hat im Krieg Opfer von Giftgasangriffen wissentlich in Kauf genommen – ist der Begriff „Friedenskaiser“ eine populär gewordene Verzerrung der historischen Realität? Er wurde übrigens am 3. Oktober 2004 selig gesprochen...
Hatte Ministerpräsident Koerber recht als er meinte „Der Alte Kaiser war sechzig Jahre lang bemüht, die Monarchie zugrunde zu richten und hat es nicht zustande gebracht... Dieser Junge Herr (Karl) wird aber in zwei Jahren damit fertig sein“ (S.18)?
Was passierte wirklich mit den Kronjuwelen?
All diese Fragen (und noch vieles mehr) werden auf 165 Seiten beantwortet!
Die Autorin hat wie immer gründlich recherchiert. Unter anderem auch im Nachlass der Erzherzogin Sophie, der sich im Haus-, Hof- und Staatsarchiv befindet, jedoch nach wie vor im Besitz des Hauses Habsburg-Lothringen ist. Um Einsicht nehmen zu dürfen, musste die Familie Habsburg-Lothringen die Einwilligung geben.
Es wundert mich nicht, dass nach diesem kritischen Buch über Kaiser Karl der Autorin jede weitere Einsichtnahme verwehrt wurde!
(Beschrieben im Vorwort zu „LuziWuzi“, 2019 im Molden Verlag erschienen)
Wer sich also für die Geschichte der Habsburger bzw Österreichs interessiert sollte diese Buch unbedingt lesen! Es bietet viel Informationen und ist außerordentlich spannend zu lesen – wirklich empfehlenswert!
Rezensionen von Sorko:
Soll ich die Kiste öffnen?
Quanten-Bullshit von Chris Ferrie
Na ja, an neuen Informationen über die Quantenphysik konnte ich dem Text nicht viel entnehmen. Da waren andere Sachbücher gehaltvoller. Infomativ vielleicht die Erkenntnis, dass die Quanten heutzutage für alles mögliche missbraucht werden. Das kann für den Verkauf von manchen Wundermitteln oder Heilmethoden sinnvoll sein, weil keiner so richtig weiß, worum es dabei eigentlich geht.
Streckenweise humorvoll, allerdings über den ganzen Text hinweg für mich zu viel angestrengte Lustigkeit. Ein wenig zu übertrieben selbstverliebt, aber vielleicht hatte ich auch zu viel erwartet. Ich glaube nicht, dass man mit Quantenphysik sein Leben ruinieren kann, aber mit dem Begriff wird tatsächlich viel Bullshit betrieben. Seriöse Sachbücher zum Thema sind möglicherweise wirklich etwas zu trocken, und reihenweise Formeln mag auch nicht jeder lesen. Insofern ist wohl der Versuch einer etwas „leichteren“ Darstellungsweise schon lobenswert. Und vielleicht sogar hilfreich. Ich werde gleich mal nach meiner Katze sehen...
Rezensionen von div:
komplexe Erzählung
Lichtjahre im Dunkel von Friedrich Ani
komplexe Erzählung
Krimi, oder Roman? da bin ich mir nicht so ganz sicher, der erste Eindruck würde ja nach Krimi schreien, auch das Cover ist sehr düster. Aber auf dem Cover steht ja Roman angeführt, und nach dem Lesen würde ich sagen es ist eine Mischung zwischen Krimi und Gesellschaftsroman.
Hervorzuheben ist bei diesem Buch, dass es ein sehr tiefgehendes Buch mit vielen Handlungssträngen/-ebenen ist. Der Schreibstil ist sehr komplex - manchmal war es etwas schwieriger, den Gedanken des Autors zu folgen - teilweise etwas ermüdend. Also es handelt sich hierbei sicher um keinen typischen Krimi mit hohem Spannungsbogen, dessen sollte man sich bewusst sein. Cover und Titel lassen einen teilweise etwas anderes vermuten.
Das Buch ist durchwegs düster und regt einem zum Nachdenken an.
Mir hat diese Mischung, bzw. dass es kein typischer Krimi war, aber zugesagt.
Rezensionen von Jazz:
Durchwachsen
Wären wir Vögel am Himmel von Erin Litteken
Der Roman beginnt in der Ukraine im Jahr 1938. Lilija, eine Teenagerin und Waise wird von ihrem Onkel und ihrer Tante aufgenommen und zählt zur Familie. Eines Tages soll sie mit ihrer besten Freundin Nina und einem weiteren Jungen aus ihrem neuen Umkreis in den Zug nach Deutschland steigen, um dort als Ostarbeiter in einer Fabrik zu arbeiten.
.. Als die ganze Lage auch für ihren Onkel und ihre Tante immer brisanter wird, brechen sie auf, um die Familie wieder zusammenzuführen...
Trotz des schweren Themas ist der Roman leicht zu lesen. Erschreckende Tatsachen werden abgehandelt und aufgedeckt. Sehr erschütternd, wenn man bedenkt, dass Litteken hier die Erinnerungen ihrer Vorfahren eingebaut hat. An viele Details hätte ich nie gedacht und so detailliert war der Geschichtsunterricht bei mir nie besprochen worden. Gegen Ende gab es für mich allerdings zu viele Zufälle und Happy Ends, sodass dem Roman für mich viel Glaubwürdigkeit, Dramatik, Zerriss und Tragik gestohlen wurde. Daher wirkte der Roman tatsächlich wenig in mir nach. Er rührte mich nicht zu Tränen oder war emotionsgeladen. In meinen Augen hatte der Roman definitiv in den ersten zwei Dritteln Potenzial, aber letztlich kann es nicht mit der realen Katastrophe und den wahren Ausmaßen gleichgesetzt werden.
Rezensionen von robertp:
Knochen
Unter dem Moor von Tanja Weber
Tanja Weber (Berlinerin, schreibt viel, auch unter Pseudonymen wie Marie Matisek oder Henrike Engel) spielt in „Unter dem Moor“ mit der Zeit und unterschiedlichen Perspektiven. Sie erzählt die Geschichten dreier deutscher Frauen, die sich im Stettiner Haff (die zweitgrößte Lagune der Ostsee) aufhalten und dort generationsübergreifend miteinander verbunden sind.
Im Heute findet die Ärztin Nina, die sich eine Auszeit gönnt, im Moor Menschenknochen und wird in das Leben der ehemals als Landgrafen berühmt/berüchtigen Familie Von Wetzlaff einbezogen.
Die Tote ist Sigrun, Ehefrau von Achim Wetzlaff und schon Jahrzehnte verschwunden – in den Westen geflohen hieß es in der Familie.
Gine Heuer muss 1936 ihr Landjahr auf dem Gut derer Von Wetzlaff abdienen. Für sie heißt es durchhalten, aushalten und kämpfen.
Tanja Weber springt durch die Jahrzehnte und verwebt die Geschichten der Frauen immer stärker ineinander. Es ist spannend als Leser immer mehr Verbindungen zu erkennen, denn letztlich haben die Frauen ihre eigenen, interessanten Schicksale und auf den ersten Blick nichts miteinander gemeinsam..
Mir gelingt es nicht aus der Geschichte auszusteigen, ich lese sie beinahe in einem Zug durch. Nicht nur bekommt man eine spannende Geschichte – fast einen Krimi – zu lesen, nein auch über die Landschaft an der polnischen Grenze und deren Geschichte erfährt man – zumindest für mich – viele Neuigkeiten.
Für alle Leser die eine neue Seite der Geschichte von Ost-/Westdeutschland anhand einer klug gemachten Familiensaga aus weiblicher Sicht kennenlernen wollen. Männer werden sicherlich auch gerne mitlesen.
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Sehr wichtig
Mit Kindern über Diskriminierungen sprechen von Olaolu Fajembola; Tebogo Nimindé-Dundadengar
Als Kinderbetreuerin bin ich oftmals bei Erziehungsratgebern eher vorsichtig. Von diesem Buch allerdings war ich von der ersten bis zur letzten Seite durchwegs überzeugt und total begeistert aber auch immer wieder total ratlos und wütend zurückgelassen angesichts der im Buch angeführten Tatsachen, geschichtlichen Aspekte und momentanen Zustände in puncto Diskriminierung.
Es ist informativ, lässt verschiedenste ExpertInnen zu Wort kommen und zeigt so sehr gut auf wie mannigfaltig Diskriminierung geschehen kann, wie tief sie oftmals verletzt, welche Folgen sie hat und wie man am besten mit Kindern darüber spricht sei es weil man sie aufklären möchte, weil sie selbst direkt betroffen oder Freunde davon betroffen sind. Nach jedem Kapitel gibt es eine kurze Vorstellung des jeweiligen Spezialisten, es werden Bücher und Internetseiten aufgelistet die bei der Aufklärung helfen können und es gibt unheimlich viel zu lernen. Ich muss leider sagen das auch ich in meiner Ausbildung nicht wirklich viel Hintergrundwissen zu dem Thema Diskriminierung vermittelt bekommen habe und immer wieder bei der Arbeit bemerke das diskriminierendes Verhalten immer wieder passiert wodurch die Menschen mit denen wir arbeiten tief verletzt werden können ohne das die diskriminierende Person bewusst wahrnimmt das sie diskriminiert. Daher ist es meiner Ansicht nach umso wichtiger sich kritisch damit auseinanderzusetzen und sein Bewusstsein dahingehend zu Steigern. Ich finde dafür ist dieses Buch in seiner Prägnanz, Struktur und seiner nicht überfordernden doch sehr großen Fülle an Informationen hervorragend geeignet und ich finde wirklich das so viele Menschen wie möglich es lesen sollten
Rezensionen von Lesehamster12:
Traumwelten - Liebe & Hass
Vengeance von Ruby Braun
Der erste Teil von Ruby Braun "Vengeance - Academy of Dream Analysis" ist mega geschrieben.
Hauptcharakter ist Nemesis von Winther, sie wurde in eine Traumwandlerfamilie geboren und soll an der Academy of Dreams Analysis - kurz ADA im Norden Finnlands zu einer Luziden ausgebildet werden.
An der ADA lernt sie Mercy kennen und auch lieben? Mercy ist der Neffe der Direktorin und genau diese soll Nemesis eigentlich aus dem Weg räumen.
Sie soll nämlich ihren Bruder rächen. Nemesis Mutter hat sie jahrelang darauf vorbereitet, weil die Direktorin am Tod schuld sein soll.
Schon das Cover mit dem Mohn in rot & schwarz zeigt die Zerrissenheit "Liebe & Hass" und ist herrlich gestaltet.
Genau dies findet man im ganzen Buch wieder.
Man erhält auch immer wieder Einblicke in die Charaktere drum herum, was die Geschichte zu einem großen Ganzen macht.
Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil "Grace - Academy of Analysis"
Rezensionen von Karo:
Schöne Familiengeschichte
Zuckerbrot von Kaur Jaswal Balli
"Zuckerbrot" von Balli Kaur Jaswal dreht sich um die Protagonistin Pin, eine junge Punjabi, die gemeinsam mit ihrer Familie in Singapur lebt. Obwohl Singapur eigentlich als multikulturelle Stadt bekannt ist und Menschen aller Religionen und Herkünfte in der Stadt zusammentreffen, sieht sich Pin mit Ausgrenzung und Rassismus konfrontiert.
So wird sie etwa von ihrem Schulbusfahrer täglich angegriffen und ausgegrenzt und auch in der Schule hat sie es aufgrund ihres Status und der Tatsache, dass sich ihre Eltern den Schulbesuch nur mit einem Stipendium leisten können, schwer. Wäre das nicht schon genug für ein so junges Mädchen, muss Pin auch mit familiären Herausforderungen zurechtkommen. Jeder erzählt ihr, dass sie niemals so werden darf wie ihre Mutter - eine Aussage, die Pin absolut nicht nachvollziehen kann. Ihre Mutter ist begeisterte Köchin und drückt sich selbst durch die vielen bunten Gerichte aus, die sie für ihre Familie schafft. Als dann plötzlich Pins kranke Großmutter zur Familie zieht, werden Geheimnisse aufgedeckt, die Pins Meinung von ihrer Familie verändern könnten.
"Zuckerbrot" zeichnet ein sehr authentisches Bild des Lebens in Singapur und drückt Pins Gefühle und Gedanken sehr verständlich und realistisch aus. Man bekommt großes Mitleid, wann immer sie ausgegrenzt und angegangen wird und möchte sie manchmal einfach in den Arm nehmen und sie trösten. Die Familiengeschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und ermöglicht uns so einen Einblick in die Kindheit und Jugend von Pins Mutter und den Ereignissen dieser Zeit. Zudem werden auch gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Sexismus und Klassenkonflikte in "Zuckerbrot" angesprochen und mit viel Fingerspitzengefühl, aber sehr nachvollziehbar verarbeitet. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. So sind die Charaktere alle schön und nachvollziehbar gestaltet - man fühlt mit ihnen mit und entwickelt gleichzeitig eine Abneigung gegen so manche Personen in diesem Buch. Der Schreibstil ist am Anfang etwas schleppend und es dauert ein bisschen, bis man sich in die Lektüre eingearbeitet hat, aber danach hat man ein sehr schönes Leseerlebnis und taucht in eine neue Kultur und ein ganz neues Land ein.
Rezensionen von Reiseweise:
Verknüpfte Migrationsgeschichten
Der Wind kennt meinen Namen von Isabel Allende
Isabel Allendes neuer Roman „Der Wind kennt meinen Namen“ verknüpft die Lebensgeschichten mehrerer Einwanderer in den USA - von Leticia, die mit ihrem Vater einst vor dem Bürgerkrieg aus El Salvador floh, von Samuel, der als jüdisches Kind in Wien von seiner Mutter nach England geschickt wurde, um ihn vor dem Massenmord der Nationalsozialisten zu retten, und von Anita, die beim Grenzübertritt an der mexikanisch-amerikanischen Grenze von ihrer Mutter getrennt wird, wie es während Trumps Präsidentschaft tausendfach getan wurde.
Auf verschlungenen Wegen verbinden sich ihre Schicksale.
Der Roman hat einige starke Passagen, zum Beispiel immer dann, wenn die kleine Anita zur Erzählerin wird und wir aus ihrer Sicht erfahren, wie sie versucht, sich selbst vor Trauer und Ungewissheit zu schützen. Auch der Anfang, der noch aus Sicht von Samuels Eltern erzählt wird, ist eindrücklich erzählt. Viele Stellen scheinen jedoch mehr der Hintergrundinformation für uninformierte Leser:innen zu dienen als der Entwicklung der Charaktere oder der Geschichte. Erstere bleiben dadurch leider teilweise etwas blass, letztere wirkt stellenweise etwas unzusammenhängend.











