Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julia:
Mittelalter meets Serienmörder
Folterknecht von Tom Davids
Mittelalterliche Foltermethoden verursachen schon von Grund auf ein ungutes Gefühl bei mir. Gepaart mit einem Serienmörder und Seiten voller Spannung pur, schafft dieser Thriller pure Gänsehaut bei mir!
In Bamberg geht ein Serienmörder um, der Frauen im Alter um die 40 Jahre grauenhaft durch Mittelalterliche Foltermethoden tötet.
Das Motiv des Täters und der Zusammenhang zwischen den Frauen ist gänzlich unklar. Das Team ermittelt ohne Unterlass und doch kommen sie dem Täter keinen Schritt näher.
Der Schreibstil ist packend du die Beschreibung der Taten genau richtig gewählt. Sie schaffen Gänsehaut, sorgen aber nicht für bestialische Albträume, ein absolut gelungener Thriller Bestandteil. Und wenn man dachte, dass nun die Spitze der Brutalität erreicht wurde, setzt der Autor nochmal einen drauf. Das Ermittlerteam arbeitet harmonisch zusammen, was mir richtig gut gefallen hat. Keine Liebesbeziehung zwischen den einzelnen Personen und keine Macht Streitigkeiten, sondern klare Ermittlungsarbeit. Die Charaktere waren klar gezeichnet und ich bin schnell mit ihnen warm geworden.
Die Auflösung des Täters kam für mich nicht komplett überraschend, aber es hat dennoch eine Weile gedauert, bis ich dem ganzen auf die Spur gekommen bin. Und selbst als ich eine Ahnung hatte, wer dahinterstecken könnte, hat die Spannung keinesfalls nachgelassen!
Für Tom Davids war dies sein erster Thriller und ich hoffe es war nicht der letzte! Absolut gelungen und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Julia:
Nix Prinzessin, sondern starke Powerfrauen!
Die Nacht der Königinnen von Christian Handel
König Gideon, von allen nur der Schlangenkönig genannt, möchte seine zukünftige Braut wählen und lädt dazu die ledigen, adeligen Frauen seines Reiches auf seinen Hof. Eine davon ist Alix, die eher widerwillig anreist. Am Hof selbst geschehen seltsame Dinge. Aber bevor Alix dahinterkommen kann, was dort vor sich geht, befindet sie sich plötzlich mitten in einer schier ausweglosen Situation.
Die Nacht der Königinnen war mein erstes Buch von Christian Handel, aber definitiv nicht mein letztes. Es verspricht eine Mischung aus Selection und Tribute von Panem und da ich Fan beider Reihen war, musste ich dieses Buch auch unbedingt lesen. Und was soll ich sagen, es hält, was es verspricht, und bietet noch so viel mehr.
Wir lernen Alix kennen, die als starker, weiblicher Charaktere direkt von Anfang an Sympathiepunkte sammeln konnte. Aber auch fast alle anderen Kandidatinnen standen dem in nichts nach. Kein prinzessinenhaftes Klischeeverhalten, sondern einzigartige und mutige Frauen.
Und wenn man denkt, dass man die Geschichte irgendwann durchschaut hat, dann kommt der eigentliche Plot Twist und nichts ist mehr, wie es war. Wer ist gut und wer ist böse? Hinter jeden Ecker lauert irgendeine Gefahr und man weiß gar nicht mehr, wen man trauen kann. Hier wird nichts schöngeredet und auch die düstere und brutale Realität kommt auf ihre Kosten.
Ich bin in dieser Geschichte versunken, was nicht nur an dem bildhaften Schreibstil lag, sondern auch an den wirklich wundervoll herausgearbeiteten Charakteren und der Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Christian Handel hat es geschafft mit seiner Geschichte zu fesseln, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Für mich definitiv eines meiner Highlights dieses Jahr und eine klare Leseemfpehlung!
Rezensionen von Lesemama:
Eine Geschichte voller Magie
Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh! von Tijan Sila; Lena Schneider
Zum Buch:
Lila Leuchtfeuer ist Magichanikerin in Ausbildung und hat eigentlich Werkstattverbot solange ihr Vater unterwegs ist. Aber dann kommt die schrecklichste Hexe vom ganzen Erd-Apfels und verlangt unverzüglich Hilfe bei der Reparatur ihres Flugfasses. Da muss Lila doch Helden.
Meine Meinung:
Auf dem Cover sind Lila Leuchtfeuer und Philomeno, der Knecht der Szene zu sehen, sowie einige der magischen Bewohner wie z.
B. Hubert der sprechende und alles besserwissende Hammer, oder Willi, ein Waldgeist in Eichhörnchengestalt.
Die Kapitel sind recht kurz, abundzu gibt es noch eine schwarz-weiß Illustration, die das Gelesene zusätzlich unterstützt. Der Text ist dem Lesealter entsprechend einfach zu lesen, es sollten aber schon geübte LeserInnen sein, den manche Worte sind dann doch kompliziert. Ich würde es erst ab neun Jahren bzw. der dritten Klasse empfehlen, da ist das Textverständnis dann da. Vorher kann man es dann gemeinsam lesen oder einfach Vorlesen, denn auch Vorlesern macht die Geschichte Spaß. Sie ist magisch, unterhaltsam, humorvoll und spannend.
Rezensionen von Julia:
Konnte mich persönlich leider nicht überzeugen
Vom Kochen und Leben auf dem Land von Julius Roberts
Bei „Kochen und Leben auf dem Land“ denke ich sofort an Gemüsebeete und saisonale Rezepte. Auch der Trailer zu dem Buch hat mich sehr verlockt und ich hatte mich schon auf tollte Rezepte gefreut. Leider hat mich das Buch persönlich dann aber nicht überzeugen können.
Dazu muss man sagen, dass ich überwiegend vegetarisch lebe, jedoch durchaus in der Lage bin auch fleischhaltige Rezepte, sofern möglich, vegetarisch abzuwandeln und auch mit Wildfleisch koche und so das ein oder andere Rezept einfach ein wenig abändere.
Jedoch hat dieses Kochbuch sehr viele Gerichte, die Fleisch oder Fisch enthalten. An und für sich wäre das auch kein Problem, würde der Autor nicht selbst von sich sagen, dass er überwiegend vegetarisch lebt und auch davon überzeugt ist, dass man Menschen nicht dazu zwingen kann, weniger Fleisch zu essen, es ihnen aber leichter machen kann. Das finde ich eine super Einstellung und da hoffe ich dann darauf, dass er richtig leckere vegetarische Gerichte vorstellt, damit man eben merkt, wie gut eine vegetarische Küche sein kann.
Auch die Aussage, man könnte das Fleisch einfach weglassen, klingt in der Theorie klasse. In der Praxis kann ich bei einem geschmorten Fleischgerichte nicht einfach die Hauptkomponente weglassen und am Ende bleibt mir dann die fade Beilage…
Die Rezepte selbst fand ich nicht außergewöhnlich, manches war für mich auch nur eine nette Inspiration, aber etwas richtig Neues konnte ich für mich selbst nicht entdecken.
Was mir definitiv fehlte, war die Zubereitungszeit. Man konnte die Rezepte teilweise sehr schwer einschätzen und es wäre auch super direkt zu sehen, wie viel Ruhezeiten bei manchen Gerichten dabei sind und ich mir dafür nicht erst das komplette Rezept durchlesen muss.
Das Buch ist unterteilt in die verschiedenen Jahreszeiten und ich finde im Sommer merkt man dann auch endlich mal das Leben auf dem Land, denn hier gibt es tatsächlich viele Rezepte mit Gemüse.
Mich konnte das Kochbuch leider nicht überzeugen und wer nicht gerade Fan von Fisch und Fleisch ist, der sollte vielleicht lieber zu einem anderen Buch greifen. Nicht falsch verstehen, die Gerichte sind durchaus lecker, es ist eine einfach Küche. Aber mit Leben auf dem Land hat es leider für mich wenig zu tun, wenn ich nicht gerade direkt am Meer lebe und dort schnell mal frischen Fisch bekomme. Ich glaube aber, dass es für viele trotzdem interessante Rezepte sind und vor allem Fleisch- und Fischliebhaber hier einige Rezepte für die ‚leichte‘ Küche finden werden.
Sehr interessant und lecker sind die süßen Rezepte, ein reines Backbuch von Julius würde ich direkt bestellen!
Rezensionen von Tara:
Erschütternd & berührend
Zeit zu verzeihen von Hera Lind
„Zeit zu verzeihen“ ist ein historischer Tatsachenromanen der in Salzburg lebenden Autorin Hera Lind.
Im Januar 1945 beschließt Rosa mit ihren drei Söhnen Viktor, Walter und Heinz, die Heimat mit dem Zug Richtung Westen zu verlassen. In letzter Minute wird ihr klar, dass es nicht nach Westen, sondern nach Sibirien gehen soll.
Es gelingt ihr mit ihren Kindern aus dem Zug zu entkommen.
Zeitgleich steigt Barbara mit ihrem Baby in den Zug. Dieses wird ihr jedoch von einem russischen Offizier entrissen.
Auf der Toilette entdeckt Walter das Baby und möchte es am liebsten behalten.
Als Margit mit ihrer Tochter Elvira, die auch in den Westen wollen und den Zug verpasst haben, dazukommen, übernehmen sie das Baby und nennen es Clara.
Im ersten Teil werden die Ereignisse vornehmlich aus Rosas - zwischendurch auch aus Viktors und Barbaras- Perspektive geschildert. Außerdem kommen noch die Erinnerungen von Viktor, die er fast siebzig Jahre später für seine Enkelinnen aufgeschrieben hat, dazu.
Im zweiten Teil, der 1965 beginnt, steht Clara im Vordergrund. Sie hat in Ostdeutschland eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und erfährt, dass ihre leibliche Mutter in einer psychiatrischen Einrichtung lebt und versucht sie zu finden. Außerdem lernt sie Viktor kennen und lieben.
Der Schreibstil von Hera Lind ist unglaublich fesselnd. Durch die Perspektivwechsel erhält man einen guten Einblick in das Leben der Charaktere, kann sich in sie hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen.
Die Ereignisse sind tragisch. Was Rosa mit ihren drei Söhnen durchstehen muss ist ebenso kräfteraubend wie das Schicksal, das Clara 20 Jahre später durchlebt.
Man mag kaum glauben welche Energie die Frauen aufgebracht haben, um ihre Liebsten zu schützen. Die Grausamkeiten, die sie durchleben sind erschütternd und immer wieder erschreckend.
Die Protagonisten zeigen so viel Stärke und stehen stellvertretend für viele andere Frauen, die Ähnliches erleben mussten. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, da es grausame historische Ereignisse ungeschönt wiedergibt.
Hera Lind hat hier wieder einmal gekonnt Fiktion und Fakten miteinander verwoben. Mich hat ihr Buch erschüttert und berührt. Mit ihrem Nachwort, in dem die Autorin erklärt wie es zu dem Titel des Buches kam, rundet sie ihr Werk gelungen ab.
Von mir gibt es für Leser, die historische Romane, die auf wahren Begebenheiten beruhen, eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von nuean:
Eine Achterbahn der Gefühle!
Glow Like Northern Lights von Sarah Stankewitz
Das Buch ist so wunderschön, dass ich nicht daran vorbeikam. Der Farbschnitt sieht einfach nur toll aus. Auch der Klappentext hat mich sehr angesprochen und ich habe mich auf ein Abenteuer in Island gefreut.
Lilly ist am Boden zerstört, als ihr Zwillingsbruder nach langer Krankheit stirbt. In einem Forum für Angehörige von Herzpatienten hat sie Aron kennengelernt, der in den letzten Monaten ihr einziger Lichtblick war.
Völlig überstürzt bricht sie nach Island auf, um Berlin und ihrer Trauer zu entfliehen.
Lillys Geschichte beginnt sehr traurig und ich habe mit ihr gelitten und konnte mich absolut in sie hineinversetzen. Sie fühlt sich allein und ist in ihrer Trauer gefangen. Ich fand es toll, dass sie den Mut gefunden hat, nach Island zu fliegen. Denn die Reise war nicht nur einer Reise zu Aron, sondern auch eine Reise zu sich selbst. Lilly war mich von Beginn an sympathisch, sie hat in ihrem Leben schon so viel durchgemacht und nicht wirklich gelebt. Es ist so schön zu sehen, wie sie die Welt entdeckt und merkt, dass es noch so viel mehr gibt. Aron ist einfach nur ein Traum und obwohl er für Lilly da ist, hat er etwas mysteriöses.
Dieses Buch war für mich ein auf und ab der Gefühle und ich habe jede Sekunde geliebt. Der Schreibstil ist locker und flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Das Ende hat mich geschockt und ich bin sehr gespannt auf den 2. Band.
Fazit: Ein wunderschönes Buch über Trauer, Liebe und Hoffnung
Rezensionen von stina23:
Was wäre, wenn?
Emmas Herzdilemma von Stefanie Gerstenberger
Die fünfzehnjährige Emma schwärmt für den sportlichen Oscar, findet ihre Eltern sehr anstrengend und hat auch sonst die Probleme die Teenager nun mal so haben. Als der Hund ihres Großvaters unter ihrer Aufsicht angefahren wird, soll Emma die Tierarztkosten übernehmen. Deshalb soll sie nach Rom, um in der kleinen Pension ihrer Tante Geld zu verdienen.
Darauf hat das Mädchen natürlich absolut keine Lust, denn Oscar bleibt den Sommer über in Köln. Eine kleine Entscheidung wird nun zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Fliegt Emma nach Italien oder bleibt sie den Sommer über in Deutschland? Gut, dass beide Möglichkeiten in dieses Buch verpackt wurden!
Die Autorin, Stefanie Gerstenberger, erzählt abwechselnd, was ihre Protagonistin in Rom beziehungsweise in Köln während ihrer Sommerferien erlebt. Durch unterschiedliche Schriftarten und dem kleinen Bild des Kolosseums bzw. des Kölner Doms am Anfang des jeweiligen Abschnitts erkennt man gut, in welchem Teil der Geschichte man sich befindet. Während eines Kapitels wird manchmal sogar mehrmals der Erzählstrang gewechselt. Ich muss zugeben, mich hat das anfangs eher gestört, da ich davon ausgegangen bin, dass eine Story nach der anderen zu lesen sein wird. Erst später im Buch wurden die Erzählsprünge interessant, da die anfängliche Entscheidung nun mehr Einfluss auf die Handlungsstränge hatte. Überhaupt nahm das Buch für mich erst ab mehr als der Hälfte an Fahrt auf. Zu Beginn wird zu viel Zeit in das Kennenlernen von Emma und ihrer, meist pubertär-miesen oder schwärmerischen, Stimmung verwendet. Ich ertappte mich dabei, über Sätze nur hinwegzulesen und war kurz davor, das Buch abzubrechen. Doch dann begann es doch noch interessant zu werden. Emma entwickelt sich weiter, beginnt nicht mehr nur den Jungs alles recht machen zu wollen, sondern sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sie wird greifbarer und auch in der bis dahin eher ereignislosen Köln-Geschichte wird Emma zur Handlungsträgerin.
Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Immer wieder werden italienische Wörter oder Sätze eingestreut, die auch erklärt bzw. übersetzt werden. Die Sicht einer Teenagerin auf das Leben wird, denke ich, gut eingefangen und man kann mit ihr auf so manches nostalgisch zurückblicken.
Von mir bekommt das Buch schwache 4 Sterne, da mich die erste Hälfte des Buches eher gelangweilt hat.
Rezensionen von Wetterfrosch:
Musik, Frauenrechte und Maiaufstände im historischen Dresden
Das Opernhaus: Rot das Feuer von Anne Stern
Rot das Feuer ist der zweite Band der historischen Dresden-Reihe der Autorin Anne Stern. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Elise Spielmann, die eine bekannte Violinistin der damaligen Zeit ist, jedoch unglücklich von ihrem Vater mit dem Hofkomponisten Anton Jacobi verheiratet wurde. Da ihre Ehe kinderlos blieb, adoptieren sie das Mädchen Netty, deren Mutter verstorben ist.
Netty bringt Freude in das Leben von Elise.
Neben Elises Leidenschaft für Musik und die Semperoper, schlägt ihr Herz für den
Kulissenmaler Christian.
Zudem macht sich Unruhe in der Stadt Dresden breit. Eine Frauenrechtsbewegung entwickelt sich und Unzufriedenheit, Hunger und Armut der Bevölkerung sorgen für einen Aufstand, an dem sich selbst Richard Wagner, damals Kapellmeister an der Smperoper, beteiligt. Auch Frauenrechtlerinnen ziehen im Jahr 1849 in den Maiaufständen mit in den Kampf.
Das eher düstere Cover mit dem Portrait einer jungen Frau drückt die Atmosphäre der aufgewühlten Bürgerschaft und die für viele Menschen schwierige Zeit aus.
Der Sprachstil der Autorin ist sehr gut beschreibend, flüssig und lässt Emotionen und
Erlebnisse nachempfinden. Insbesondere das Thema Semperoper und die Liebe zur
Musik kommen gut zur Geltung.
Die Protagonisten sind vielfältig und authentisch dargestellt. Es macht Spaß sie zu begleiten und mit ihnen in das damalige Leben einzutauchen.
Insgesamt ein sehr empfehlenswerter und unterhaltsamer historische Roman im historischen Dresden mit der Semperoper und gesellschaftlichen Unruhen als zentrale
Elemente. Alle Bände sollten in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden. Sie vermitteln einen wundervollen Blick auf das historische Dresden und ich freue mich schon auf den dritten Band.
Rezensionen von Alais:
Mörderische Schreibwelten
Die Gabe der Lüge von Val Mcdermid
Ein spannender Krimi bietet eine Auszeit vom Alltag, die Lesende mit dem wohligen Gefühl genießen können, dass es sich nur um Fiktion handelt und am Ende in der Regel wie im Märchen das „Böse“ besiegt wird und der oder die Schuldige ins Gefängnis wandert. Doch was, wenn das Gelesene auf geradezu verstörende Weise real existierenden Personen und Gegebenheiten ähnelt? Genau dieses beklemmende Gefühl bekommt eine Bibliothekarin, die den Nachlass eines verstorbenen Schriftstellers sichtet und in einem unvollendeten Manuskript deutliche und beunruhigende Parallelen zum Fall Lara Hardie, einer jungen vermissten Frau, erkennt.
Sie entschließt sich, den ihr bekannten Kriminalbeamten Jason aus Karen Piries Team zu kontaktieren …
Mit dieser ungewöhnlichen Ausgangslage beginnt Karen Piries siebter Fall, der zudem noch unter äußerst ungewöhnlichen Umständen stattfindet: der frühen Phase der Pandemie, als es noch keine Impfstoffe gab und in Schottland ein sehr strenger Lockdown mit Ausgangssperre herrschte. Äußerst spannend war für mich als Bücherfan das Setting: die Literaturwelt mit den angehenden oder bereits etablierten Autor:innen, dem Archivmaterial aus dem Nachlass eines Schriftstellers, einem Schreibkurs und Schreibwettbewerb. Da kommen unwillkürlich Fragen danach auf, wie Menschen zu Schriftsteller:innen werden, wie ein Werk entsteht und ganz besonders natürlich die Frage nach dem Verhältnis zwischen Fiktion und Realität, eine Frage, die angesichts des Vermisstenfalls eine ganz besondere Brisanz gewinnt.
Mir gefiel sehr, dass über das geheimnisvolle unvollendete Manuskript, das die Ermittlungen von Piries und ihrem Team in Gang setzt, nicht nur geredet wird, sondern dass McDermid sich auch die Mühe gemacht hat, es selbst zu verfassen und in voller Länge zu präsentieren. Das ist ihr sehr gut gelungen – der Schreibstil unterscheidet sich spürbar und ich hatte so tatsächlich den Eindruck, dass ich den Text eines anderen Menschen lesen würde. Es handelt sich um eine eiskalte Morderzählung, packend und erschreckend angesichts der Anmaßung und völligen Empathielosigkeit des Täters. Doch bezieht sie sich auch auf reale Geschehnisse? An diesem Punkt gingen meine Spekulationen in alle Richtungen. Hier hatte mich McDermid ganz gepackt und meine Fantasie angeregt – allerdings so sehr, dass ich hinterher vom tatsächlichen Ausgang dieses Kriminalromans leider etwas enttäuscht war.
Nicht enttäuscht und wie bei den anderen Büchern von ihr aufs Neue begeistert haben mich: ihre zwischen den Zeilen spürbare Liebe zu den Menschen (ungewöhnlich im Thrillergenre, wo ich manchmal den Eindruck habe, die Autor:innen würden detaillierte blutige Schilderungen diverser Grausamkeiten förmlich genießen) und ihre engagierte und zugleich schottisch-gemäßigte, sensible Art, diverse aktuelle Themen in ihre Erzählungen einzubinden.
Engagiert, bodenständig und zupackend – so wirkt auf mich die Hauptfigur Karen Pirie, die neben ihrer Arbeit auch schon mal mutige und unorthodoxe Wege geht, um einem Menschen in Not zu helfen, und ähnlich wie sie stelle ich mir auch die Autorin vor. In diesem Roman wuchs mir Karen regelrecht ans Herz. Dass wir Leser:innen auch die private Seite der Ermittlerteammitglieder kennenlernen, erscheint mir in vielen anderen Krimis überflüssig, zu dieser Reihe jedoch passt diese menschliche Seite hervorragend.
Ganz hat McDermid das Potenzial, das diese Geschichte bot, leider nicht ausgeschöpft, aber was sie geliefert hat, war ein kniffliger und herrlich mysteriöser Fall mit überzeugender Auflösung.
Rezensionen von Minigini:
Französischer Regionalkrimi
Traubenfest von Julie Dubois
Eigentlich wollte die Kommissarin Marie Mercier ihr Wochenende mit ihrem Freund Michel und ihrer Großtante Léonie auf der Félibrée verbringen - einem jährlich statt findenden Markt, auf dem vor allem regionale Produkte verkauft werden. Statt dessen wird zuerst ein Mädchen und am nächsten Tag ein zweites als vermisst gemeldet.
Als schließlich noch ein Toter gefunden wird, wissen Marie und ihr Kollege Richard Martin nicht mehr, wo sie zuerst ermitteln sollen. Hängen die drei Fälle miteinander zusammen? Schweben die Mädchen wohlmöglich auch in Lebensgefahr?
Auch wenn es mein erster Krimi dieser Serie war, habe ich mich sofort im frühsommerlichen Périgord zu Hause gefühlt und Lust auf einen Urlaub dort bekommen. Der Schreibstil ist angenehm und die Charaktere gut ausgearbeitet. Ein Krimi nach meinem Geschmack - genau das richtige Maß an Spannung - ohne unnötig blutig zu sein.











