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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Kwinsu:

Beziehungsstatus: kompliziert

Man sieht sich von Julia Karnick

Frie und Robert werden in den späten 1980er Jahren an der Oberstufe beste Freunde. Doch während sie ihre Freundschaft genießt, ist Robert heimlich in Frie verliebt. Im Laufe der Jahre verlieren sie sich immer wieder aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn. Immer wieder kommt es bei verschiedenen Wiedersehen zu intimen Momenten, aber der Zeitpunkt ist nie der richtige, um sich ganz aufeinander einzulassen.

Doch ohne einander geht es irgendwie auch nicht...

Julia Karnick nimmt uns in "Man sieht sich" in einen ganz besonderen Mikrokosmos mit - den einer innigen und komplizierten Freundschaft. Frie ist abenteuerlustig, unbedarft und geht offen, aber auch ein wenig naiv in die Welt. Robert ist ernst, weiß was er will und was nicht und hat konkrete Ziele vor Augen. Beide scheinen grundverschieden, haben aber gegenseitiges Vertrauen zueinander. Auch wenn sie sich Jahre nicht sehen, keimt zwischen ihnen sofort wieder das vertraute Gefühl der Geborgenheit auf.

Frie ist ab und an schwer von Begriff, kompliziert und sehr selbstfokussiert, ich empfand sie teilweise als sehr nervig, wollte sie packen und schütteln. Oft hat sie Angst vor dem Leben und steht sich selbst dabei im Weg. Robert ist der ruhende, unprätentiöser Pol, der sich aber nicht alles gefallen lässt und gut weiß auf sich selbst zu schauen. Wie ein Magnet ziehen sie sich an und können doch nicht miteinander.

Was ich sehr wunderbar an dem Buch fand, ist, dass es um Liebe geht, ohne dabei kitschig und romantisch zu sein. Die Beobachtungen, die die Autorin über ihre Protagonist:innen anstellt, sind unaufgeregt und etwas distanziert, was die Charaktere sehr authentisch wirken lässt. Speziell Roberts Charakter ist für mich besonders geglückt. Er ist vielseitig aber doch sehr klar. Er leidet unter seiner (psychisch) erkrankten Mutter, ohne ihr dafür einen Vorwurf zu machen, was von einer tiefen Reife zeugt. Besonders schön fand ich das immer wieder stattfindende Aufeinandertreffen von Robert und Herrn Selk, einer Freundschaft, bei der Robert die Regeln dieser akzeptiert wie sie sind und sich nichts von ihr erwartet, sondern einfach seine Zeit zur Verfügung stellt.

Speziell ist in "Man sieht sich" auch das immer wiederkehrende Thema der Popmusik, was nicht nur daran liegt, dass Robert Musiker ist. Stets begleitet einen ein Soundtrack, Musik hat einen festen Platz im Leben der Protagonist:innen. Schließlich gibt es auch einen gemeinsamen Song, der vielleicht das einzig kitschige Element an der Geschichte ist. Besonders schön finde ich, dass am Ende des Buchs eine Tracklist mit allen relevanten Songs der Story aufgeführt sind - für meinen Geschmack eine hervorragende Compilation!

Die Geschichte der beiden wird chronologisch erzählt, wobei immer wieder größere Zeitspannen übersprungen werden. Gekonnt webt die Autorin das zwischenzeitlich Geschehene in die weitererzählte Story ein, sodass ich nie den Eindruck hatte, etwas verpasst zu haben. Trotzdem der Roman fast 500 Seiten umfasst, liest er sich aufgrund des angenehmen und kurzweiligen Erzählstils wie ein dünnes Büchlein. Die Autorin schafft es Bilder zu zeichnen, die einem lang in Erinnerung bleiben.

Mein Fazit: "Man sieht sich" ist ein großartiger Roman über Freundschaft und Liebe, der beinahe ohne Kitsch auskommt. Die Charaktere sind vielfältig und authentisch gezeichnet und der ansprechende Erzählstil lässt einen nur so durch die Seiten rasen. Eine perfekte Sommerlektüre, die lange in Erinnerung bleibt.

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Rezensionen von Sheilo:

Perfekter Abschluss der Reihe

Four Secrets to Share von Kristina Moninger

Lee wollte schon immer Profisurferin werden und hat dies in Hawaii erreicht. Doch waren ihre damaligen Entscheidungen immer die richtigen, wenn ihr Herz doch noch an den Menschen bzw. einem bestimmten Menschen auf Harbour Bridge hängen? Und dann locken die Neuigkeiten auch sie in die Heimat zurück.

..

"Four Secrets to Share" ist der vierte und letzte Band der Breaking Waves Reihe von Kristina Moninger. Das Cover passt perfekt zu den anderen drei Bänden und zusammen ergeben sie ein Gesamtbild, eine wirklich tolle Idee. Zudem darf man sich auch in diesem Band über einen tollen Farbschnitt sowie ein Page Overlay freuen.
Nachdem mich der dritte Band der Reihe nicht komplett überzeugen konnte, hat mich Band vier und damit Lees Geschichte ab der ersten Seite gefesselt. Die freche und amüsante Art von Lee spiegelt sich in dem Schreibstil des Buches wieder, er ist wirklich angenehm locker und ich habe das Buch nur so verschlungen.
Immer mehr Geheimnisse der Freundinnen werden gelüftet und somit werden alle Puzzleteile zur Gesamtgeschichte zusammengesetzt. Wir bekommen einen wunderbaren Einblick in die Verstrickungen der Vergangenheit und vieler Zufälle, die zum Verlauf geführt haben. Ob sie Josies Verschwinden alle zusammen aufklären können?
Lee ist ein wirklich starker Charakter, sie musste bereits in ihrer Jugend lernen, wie es ist, sich selbst durchschlagen zu müssen. Dabei hat sie sich um ihre kranke Mutter gekümmert und versucht, dabei ihr Leben so weit es geht zu genießen. Trotz großer Enttäuschungen und Verluste hat sie immer das Beste aus ihrer Situation gemacht.

Insgesamt bin ich von dem Abschluss der Reihe sehr begeistert. Das Wiedersehen mit allen Charaktern der Büchern und das Verschwinden der Fragezeichen aus Vorbänden in meinem Kopf, gefallen mir dabei am besten. Der Autorin ist es mit dieser Reihe gelungen, vier Bücher mit individuellen Liebesgeschichten, zu einem großen Gesamtwerk zu verbinden. Ich kann Band vier daher allen empfehlen, die bereits die drei anderen Teile der Reihe gelesen haben und auch gespannt sind, wie die Geschichte endet.

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Rezensionen von Kwinsu:

Beeindruckendes Portrait über die Rolle der Frauen in der Nachkriegszeit

Die kurze Stunde der Frauen von Miriam Gebhardt

Auf beeindruckende Weise arbeitet die Historikerin und Journalistin Miriam Gebhardt in "Die kurze Stunde der Frauen - Zwischen Aufbruch und Ernüchterung in der Nachkriegszeit" die Geschichte der deutschen Frauen in eben jener Zeit auf. Sie kommt dabei nicht umhin, einige Mythen zu widerlegen.

Etwa jene, dass Frauen im Nationalsozialismus bloß Opfer waren und vom System der Massenvernichtung nichts wussten. Oder dass die "Trümmerfrauen" das Land aus Eigeninitiative wieder aufbauten. Gekonnt zeigt sie auch die Vorgeschichte zu den jeweiligen Entwicklungen auf und macht somit deutlich, dass es nicht plötzlich zu gesellschaftlichen Veränderungen kam, sondern diese sich teilweise über Jahrzehnte ausbildeten.

Sie verwendet dabei verschiedene Arten von Quellen, beispielsweise Tagebücher, Briefe oder Wanderbücher. Durch diese eindringlichen Zeitzeuginnenberichte unterlegt sie ihre Thesen stichhaltig, ohne zu verallgemeinern und an Quellenkritik zu sparen. Außerdem werden die Erläuterungen durch diese persönlichen Eindrücke lebendiger, verständlicher und kurzweiliger.

Besonders ist auch, dass die Autorin ein Augenmerk auf die Unterschiede zwischen den Entwicklungen in der BRD und der SBZ bzw. DDR legt. Sie veranschaulicht, dass die Rolle der Frau in der DDR nicht etwa gleichberechtigt war, wie oftmals angenommen wird, sondern sie zusätzlich zur Notwendigkeit Arbeiten zu gehen, noch die Doppelbelastung der Care Arbeit übernehmen musste. Auch das konservative Bild des zwanghaft wieder etablierten bürgerlichen Familienbilds in der BRD, welches Alleinerziehende, Vergewaltigte und Alleinstehende mannigfach diskriminierte, weiß zu schockieren. Gebhardt erläutert verständlich, wie es dazu kommen konnte, dass Frauen im Westen weniger Lohn für ihre Arbeit bekamen und es oft für Frauen wenig attraktiv war, sich in der Politik zu engagieren. Traurig ist die Erkenntnis, dass sich viele Frauen mit ihrer zugewiesenen Rolle abgefunden und diese hingenommen haben, obwohl die Entwicklung vor dem Nationalsozialismus bereits eine andere war.

Mein Fazit: Miriam Gebhards Sachbuch macht verständlich, weshalb Frauen in Deutschland bis heute noch keine volle Gleichberechtigung erfahren. Es widerlegt einige Mythen über die Geschichte der Frauen in der deutschen Nachkriegszeit und zeigt die unterschiedlichen Entwicklungen in Ost- und Westdeutschland auf. Und es bestätigt für mich persönlich, dass der einzige Weg aus der patriarchalen Unterdrückung nur der Zusammenhalt sein kann.

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Rezensionen von Anndlich:

Bye, Bye Nimmerland

Wendy, Darling - Dunkles Nimmerland (mit gestaltetem Farbschnitt) von A.C. Wise

Wendy Darling verbrachte eine Zeit im Nimmerland, doch sie verließ mit ihren Brüdern das Land der Kinder und wurde Erwachsen. Mittlerweile lebt Wendy mit ihrem Mann Ned und ihrer Tochter Jane ein einfaches Leben, bis Jane plötzlich verschwindet und nur Wendy erkennt, dass nur sie ihre Tochter und sich retten kann.

Wendy, Darling - Dunkles Nimmerland von A.C. Wise ist eine Neuinterpretation des Kindermärchens Peter Pane und erzählt die dunkle Seite des Jungen, der nicht erwachsen werden möchte.

Der Klappentext versprach eine interessante und düstere Version des Klassikers, doch leider konnte mich der Schreibstil nicht packen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Jane und Wendy, wobei wir Wendys Perspektive zudem auf zwei Zeitebenen erleben. Dieser Wechsel klingt generell vielversprechend, jedoch fehlte mir eine erkennbare Differenz zwischen Jane und Wendys Perspektive, doch die Gedanken, Handlungen und der Schreibstil waren identisch. Ebenso ergibt sich durch die beiden Zeitebenen nicht das Gefühl, dass Wendy sich verändert hat/älter geworden ist. Dadurch wirkte der Wechsel zwischen den drei Perspektiven insgesamt langweilig und hat eher dafür gesorgt, dass ich mich extrem anstrengen musste, um die Perspektive einnehmen zu können.

Neben diesem Problem empfand ich auch den Schreibstil leider nicht flüssig, er wirkte abgehakt, weswegen ich nur langsam in der Geschichte vorankam und auch emotional nicht mitgenommen wurde. Inhaltlich gibt es durchaus Potenzial, das man zum Mitfühlen animiert wird, durch die distanzierte Schreibweise geht das dann allerdings verloren.

Die Atmosphäre ist düster und mein größtes Highlight der Geschichte, denn diese konnte durchgehend gehalten werden.

Wendy, Darling - Dunkles Nimmerland war jedoch kein Buch, das mich überzeugen konnte. Viele Wiederholungen und der Schreibstil konnten mich nicht mitnehmen, ließen die Geschichte langatmig werden und mich das Ende herbeisehnen.

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Rezensionen von nessabo:

Schöne Idee, die leider inhaltlich und emotional schwach umgesetzt wurde

Bloom von Kevin Panetta

Ich mag Graphic Novels und queere noch einmal mehr. Als großer „Heartstopper“-Fan war ich deshalb voller Vorfreude auf „Bloom“. Doch handlungstechnisch und auch emotional bleibe ich leider enttäuscht zurück.

Die Graphic Novel lässt sich ganz entspannt in einem Rutsch lesen und ich mochte den Zeichenstil gern.

Das Blau zieht sich durch das komplette Buch und mir wäre dann irgendwann schon ein wenig mehr Farbe lieber gewesen, aber das kritisiere ich nicht gesondert, weil es eben das gewählte Stilmittel ist.

Doch besonders in der zweiten Hälfte passiert so viel und wird doch nie wirklich tief behandelt. Aris Musikleidenschaft, seine Zukunftspläne, die sich verändernden Freund*innenschaften, die angespannte Situation zu seinen Eltern und schließlich die zarte Liebe zu Hector - alles passiert viel zu schnell oder wird thematisch einfach plötzlich fallengelassen. Und besonders die Liebesbeziehung habe ich überhaupt nicht gefühlt, der Aufbau war meiner Meinung nach gar nicht da und das beim eigentlichen Hauptthema. Zwischendrin hatte ich zudem wiederholt das Gefühl, dass mir Informationen fehlen, um die Situation nachvollziehen zu können.

Ich bin also wirklich super traurig, dass ich der Graphic Novel deshalb nur 2,5 Sterne (ggf. aufgerundet für die Queerness: 3) geben kann. Aber emotional und inhaltlich blieb mir viel zu viel unerzählt oder oberflächlich abgehandelt. Auch fehlte mir eine charakterliche Entwicklung der Protagonist*innen und die Greifbarkeit der vielen Nebenfiguren. Gut 100 Seiten mehr hätten dem Buch wahrscheinlich gut getan. So haben wir zwar ein flüssig lesbares, aber irgendwie auch emotional flaches Werk bekommen, das sich nicht rund anfühlt. :(

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Rezensionen von brauneye29:

Berührende Geschichte

Amrum,1 Audio-CD, 1 MP3 von Hark Bohm; Philipp Winkler

Zum Inhalt:
Nanning und sein Freund Hermann wachsen auf Amrum auf, der Nordseeinsel, die mit ihren Sandbänken und Heidekrautfeldern weit ab von allem liegt. Doch auch hier geht der Krieg nicht spurlos vorbei. Lebensmittel werden knapp und Nanning muss sich um die schwangere Mutter und die Geschwister kümmern, während der Vater nicht da ist.

Nanning und Hermann versuchen der kargen Natur Nahrung abzutreten.
Meine Meinung:
Die Geschichte ist sehr berührend, kann man sich doch vorstellen, dass es in Kriegszeiten auf einer Insel noch schwieriger ist. In dieser eher abgeschlossenen Umgebung ist es auch noch viel schwerer sich kritisch zu äußern, da jeder jeden kennt und leichter erkennbar ist. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich gut gelesen fand und uneingeschränkt empfehlen kann.
Fazit:
Berührende Geschichte

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Rezensionen von Tara:

Die Abruzzen in den 1950er Jahren

Die geheimnisvolle Freundin von Simona Baldelli

In ihrem Buch „Die geheimnisvolle Freundin“ beschreibt die in Rom lebenden Autorin Simona Baldelli das Leben des Findelkinds Nina.

Nina wächst als Findelkind in einem von Nonnen geführten Waisenhaus auf. Es herrscht ein strenges Regiment und das Leben der Kinder dort ist hart und freudlos. Einmal im Jahr findet eine Besichtigung der Kinder statt, nach der einige wenige von ihnen adoptiert werden.

Während, die Kleinsten noch nicht verstehen, was vor sich geht, fiebern die Größeren diesem Tag voller Hoffnung entgegen. Die Enttäuschung der Verbleibenden ist immer wieder groß.
Als Nina sieben ist, kommt die gleichaltrige Lucia in das Waisenhaus, die Ninas Leben nachhaltig verändert.

Zu Beginn der Handlung ist Nina gerade einmal vier Jahre alt. Die Handlung ist aus ihrer Sicht geschrieben und die Einblicke, die sie uns in ihr Leben gewährt sind erschreckend und verstörend. Die Ereignisse verlaufen nicht chronologisch, sondern springen zwischendurch in die Zukunft, in der Nina in einer Tabakfabrik arbeitet. Da diese Sprünge nicht gekennzeichnet sind und es keine Jahreszahlen gibt, fand ich die zeitliche Zuordnung und wie viel Zeit vergangen ist, zwischenzeitlich ein wenig schwierig.

Der Schreibstil von Simona Baldelli liest sich - trotz des schwierigen Themas, den herausfordernden Zeiten und den Ungerechtigkeiten, die im Waisenhaus vor sich gehen - sehr angenehm und leicht.
Durch die Einflechtung aktueller politischer und wirtschaftlicher Themen der damaligen Zeit, die Schwierigkeiten, mit denen die Menschen damals zu kämpfen hatten sowie die entsprechende Musik wird die Atmosphäre und der Zeitgeist Italiens in der Mitte des 20. Jahrhunderts lebendig. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet, so dass ich von ihnen ein klares Bild vor Augen hatte.

Auch wenn sowohl der Klappentext - falls noch nicht passiert, rate ich davon ab diesen zu lesen, lieber erst nach Lektüre des Buches - als auch der Titel bei mir vollkommen falsche Erwartungen geweckt haben, habe ich das Buch gerne und mit großem Interesse gelesen. Es ist eine bewegende Geschichte über das Leben eines Findelkindes mit einem schweren Start ins Leben, die mich berührt und mitgenommen hat.

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Rezensionen von Tara:

Die Abruzzen in den 1950er Jahren

Die geheimnisvolle Freundin von Simona Baldelli

In ihrem Buch „Die geheimnisvolle Freundin“ beschreibt die in Rom lebenden Autorin Simona Baldelli das Leben des Findelkinds Nina.
Nina wächst als Findelkind in einem von Nonnen geführten Waisenhaus auf. Es herrscht ein strenges Regiment und das Leben der Kinder dort ist hart und freudlos. Einmal im Jahr findet eine Besichtigung der Kinder statt, nach der einige wenige von ihnen adoptiert werden.

Während, die Kleinsten noch nicht verstehen, was vor sich geht, fiebern die Größeren diesem Tag voller Hoffnung entgegen. Die Enttäuschung der Verbleibenden ist immer wieder groß.
Als Nina sieben ist, kommt die gleichaltrige Lucia in das Waisenhaus, die Ninas Leben nachhaltig verändert.
Zu Beginn der Handlung ist Nina gerade einmal vier Jahre alt. Die Handlung ist aus ihrer Sicht geschrieben und die Einblicke, die sie uns in ihr Leben gewährt sind erschreckend und verstörend. Die Ereignisse verlaufen nicht chronologisch, sondern springen zwischendurch in die Zukunft, in der Nina in einer Tabakfabrik arbeitet. Da diese Sprünge nicht gekennzeichnet sind und es keine Jahreszahlen gibt, fand ich die zeitliche Zuordnung und wie viel Zeit vergangen ist, zwischenzeitlich ein wenig schwierig.
Der Schreibstil von Simona Baldelli liest sich - trotz des schwierigen Themas, den herausfordernden Zeiten und den Ungerechtigkeiten, die im Waisenhaus vor sich gehen - sehr angenehm und leicht.
Durch die Einflechtung aktueller politischer und wirtschaftlicher Themen der damaligen Zeit, die Schwierigkeiten, mit denen die Menschen damals zu kämpfen hatten sowie die entsprechende Musik wird die Atmosphäre und der Zeitgeist Italiens in der Mitte des 20. Jahrhunderts lebendig. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet, so dass ich von ihnen ein klares Bild vor Augen hatte.
Auch wenn sowohl der Klappentext - falls noch nicht passiert, rate ich davon ab diesen zu lesen, lieber erst nach Lektüre des Buches - als auch der Titel bei mir vollkommen falsche Erwartungen geweckt haben, habe ich das Buch gerne und mit großem Interesse gelesen. Es ist eine bewegende Geschichte über das Leben eines Findelkindes mit einem schweren Start ins Leben, die mich berührt und mitgenommen hat.

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Rezensionen von atlaentis:

Vorhersehbar

Wolke Sieben ganz nah von Kirsty Greenwood

Die wahre Liebe erst dann zu treffen, wenn man bereits gestorben ist, ist natürlich sehr bitter, es sei denn, man begegnet einer liebenswerten Em, die andere Pläne für einen hat und so landet Delphi plötzlich wieder zurück in ihrem Leben. Wo der Anfang noch durch Originalität, Spannung und viel Humor überzeugte, lässt der Mittelteil der Geschichte dann aber auch in den ersten beiden Aspekten schnell nach.

Das hat es für mich zugegeben doch sehr schwer gemacht, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen, weil Delphis Mission nur war, so schnell es geht Jonah zu finden, wobei das ständige Scheitern irgendwann zu vorhersehbar wurde. Auch die Wandlung ihres Verhältnisses zu den Menschen um sich herum und vor allem mit Cooper hat mich keineswegs überrascht. Das Happy End war daher schon hundert Seiten zuvor zu erahnen, wobei der kleine Schreckmoment gegen Ende keinen neuen Schwung hereinbrachte. Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich leider auch nicht warm geworden. Es wirkte für mich einfach zu sehr nach erzwungenem Humor und Ironie, als dass dieser sehr an Gedanken ähnelnde Schreibstil authentisch wirken konnte. Sehr schade, da die Geschichte definitiv mehr Potential hätte. Viele Nebencharaktere laufen einfach so am Rande mit, tauchen hier und da auf, aber bis auf Mr. Yoon fehlt ihnen die Tiefe. Delphi, Cooper und Jonah sind mir dennoch sympathisch geworden, auch wenn dies letztendlich nicht ausgereicht hat, sodass ich bei diesem Buch von einem Lesegenuss sprechen konnte. Man lässt sich einfach in der Geschichte treiben und weiß, was passiert, bevor es passiert. Die Auflösung des Problems rund um Jonah hat mich auch nicht zufrieden gestellt, genauso wenig wie der Moment, indem Jonah dann doch angelaufen kam und von der besonderen Verbindung sprach. Dass Delphi da bereits mit ihm abgeschlossen hatte, kam mehr als nur deutlich hervor, aber dennoch geht es hier wortwörtlich um Leben und Tod und da könnte ich mir strengere Konsequenzen aus dem Jenseits vorstellen. Allgemein muss ich also sagen, dass mir die Geschichte schlicht und ergreifend zu langweilig und vorhersehbar war, aber wer eine lockere, unterhaltsame Lektüre will, ist sicherlich weniger enttäuscht.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Penibel recherchiert und opulent erzählt

Sharpes Kommando von Bernard Cornwell

Sommer 1812 während Napoleon mit einer riesigen Armee zu seinem Russlandfeldzug aufbricht, stehen die Briten und ihre Verbündeten auf der iberischen Halbinsel und kämpfen gegen die französischen Truppen. Erneut verlangen die Generäle, diesmal ist es Sir Rowland „Daddy“ Hill (1772-1842), von Captain Sharpe das Unmögliche: Undercover soll er sich mit einer kleinen Truppe seines verwegenen 95th Rifles Regiments in ein Dorf weit hinter den feindlichen Linien begeben.

Zwei französische Armeen, die eine unter Marschall Nicolas Soult (1769-1851) und die andere unter Marschall Auguste de Marmont (1774-1852) marschieren aus zwei verschiedenen Himmelsrichtungen auf die letzte verbliebene Brücke zu. Blöderweise wird die Brücke von zwei Festungen geschützt. Können sich die Truppen von Soult und Marmont zu einer Streitmacht vereinen, sind die Briten verloren. Es gilt also, die beiden Festungen zu erobern und die Brücke zu zerstören.

Daneben muss sich Richard Sharpe mit einem, so extravaganten wie intriganten Rebellenführer herumschlagen. El Héroe, der Freund und Feind für Gold verrät. Hilfe erhält er dafür von unerwarteter Seite ...

Wieder mit dabei sind zahlreiche alte Haudegen wie Pat Harper und sein siebenläufiges Gewehr. Doch auch neues Personal wie den Artilleristen Lieutenant „Cupido“ Love, der ein Händchen für französische Kanonen, ganz gleich welchen Kalibers hat und lieber englisches als französisches Schießpulver verwendet.

Meine Meinung:

Dieser 23. Band der Sharpe-Reihe ist in der Chronologie zwischen „Sharpes Rivalen“ (Band 13), in dem es um die Belagerung von Badajoz geht und dem „Sharpes Degen“ (Band 14), der von der Salamanca-Schlacht handelt, angesiedelt.

Wie wir es von Bernard Cornwell gewöhnt sind, sind die Kampfszenen detailliert und plastisch geschildert. Als nichts für Zartbesaitete, denn Kartätschen zerfetzen Soldaten beider Armeen und Gefangene werden massakriert.

Nachdem ich vor einigen Jahren begonnen habe, diese Reihe zu lesen, konnte ich die Entwicklung von Richard Sharpe vom einfachen Soldaten, der den Schikanen eines Sergeanten ausgesetzt ist bis zum ideenreichen und wagemutigen Anführer des 95th Rifles Regiments verfolgen.

Gekonnt vermischt Bernard Cornwell Fakten und Fiktion. Historische Schlachten und fiktive Scharmützel sind geschickt verquickt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Wiedersehen mit Capitaine Richard Sharpe 5 Sterne.

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