Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Demokratie lernen
Die Forscherbande - Sofia Valdez und die Wahl des Klassentiers von Andrea Beaty
Diesmal lernen wird Sofia Valdez kennen, ebenfalls ein Mitglied der Forscherband. Zusammen mit ihren Freundinnen sehen wir sie an der Wahlurne, die muss sich zwischen Vogel und Schildkröte entscheiden.
Sofia wohnt bei ihrem Großvater, den sie Abuelo nennt und der ein wunderbarer Bäcker ist. Ständig versorgt er die Kinder mit neuen Plätzchen.
Sofia geht in die Grundschule in Bad Blaubach und ihre Lehrerin kündigt eine Überraschung für die Klasse an. Frau Greer möchte ein Klassentier anschaffen und die Kinder sollen sich überlegen, was sich eignen könnte.
Zunächst werden viele, auch abwegige Vorschläge gemacht, aber dann läuft es auf eine Wahl zwischen Vogel und Schildkröte hinaus. Sofia wird zur Wahlleiterin bestimmt und die hat es nicht einfach, da die beiden Tiere von ihrem besten Freundinnen vertreten werden und die Klasse in zwei gleich große Lager gespalten ist. Sofia muss ihre persönlichen Gefühle außen vor lassen und neutral bleiben. Viel Unterstützung bekommt sie von Abuelo, in Worten und in leckerem Gebäck.
In dem Buch wird sehr kindgerecht geschildert, wie so eine Wahl abläuft und welche Probleme mit sich bringt. Da feinden sich die beiden Mädchen an, so dass beinahe ihre Freundschaft zerbricht. Da möchte Sofia einer Freundin helfen ihren Vogel unterzubringen, darf aber die anderen nicht beeinflussen. Aber auch für sie ist die Entscheidung nicht so einfach.
Das Buch ist amerikanischen Ursprungs und am Ende des Buches erfahren wir etwas über den Weintrauben-Streik von dem der Abuelo erzählt. Aber es gibt auch Informationen zur Kanzlerwahl und zur Wahl des US-Präsidenten. Gerade in Zeiten wie diesen, sollten wir den Kindern erklären, was Demokratie bedeutet und wie sie funktioniert.
Rezensionen von Daggy:
Wundervolles Bilderbuch mit wichtige Botschaften
Die Möwe Vagabundus von Jörg Bernardy
Vor der grauen Kulisse des Hafens sehen wir die Möwe, die eine kleine rote Strickmütze trägt, vor ihr eine Angel an deren Harken eine PET-Flasche hängt.
Ganz am Anfang des Buches sehen wir „Fotos“ von ganz vielen unterschiedlichen Möwen, Vagabundus von dem hier erzählt wird, ist eine Lachmöwe und er „lebt zu der Zeit, als 9 Milliarden Menschen die Erde bevölkern.
“ Das Bild zeigt auch ganz viele Menschen, die sich auf dem Platz knubbeln. Ich musste mir ein wenig Zeit nehmen alle anzuschauen und habe sicher noch nicht alles entdeckt. Täglich war Vagabundus in der Luft über der Stadt unterwegs, am liebsten war er auf dem Fischmarkt, ihr könnt euch denken warum. Wer Hamburg kennt, wird sich sicher zurecht finden, denn das Luftbild zeigt viele markante Gebäude. Die nächste Seite zeigt den Fischmarkt und viele betriebsame Menschen, auch den „streng riechenden Flaschensammler Bodo und die laute Fischverkäuferin Katja. Manchmal bringen die Möwen Bodo leere Flaschen, die sie im Wasser finden. Doch dann veränderte sich etwas, die Menschen kamen nicht mehr in die Stadt und die Möwen wunderten sich darüber.
Dieses Bilderbuch spricht viele aktuelle Themen auf sehr verständliche Weise an. Die Verwaisung der Innenstädte, die wir überall erleben. Die Menschen bestellen über das Internet und kommen nicht mehr auf die Märkte, wo sie sich treffen und unterhalten können. Menschen wie Bodo, die wir meiden und die Vermüllung der Meere werden hier angesprochen. Wie schön, dass die Möwen dann doch noch alles zum Guten wenden können. Neben den gut verständlichen Texten sind es die Illustrationen, die dieses Buch so besonders machen. Eine philosophisches Bilderbuch, dass auch uns Erwachsenen etwas zu erzählen hat.
Rezensionen von Daggy:
Herzerwärmend
Die kleine Glitzerblume von Heidi Leenen
Schon auf dem Cover können wir die kleine Blume mit den bunten Blättern glitzern sehen. Ihre beiden Freunde, der Rabe und das Eichhörnchen schauen liebevoll auf sie herab.
Mit einem „Plopp!“ öffnet die Blume ihre Knospe und das sie so schön glitzert kommt gleich das Eichhörnchen gelaufen und sagt ihr „Du bist wunderschön!“ und da können wir nur zustimmen.
In der Mitte schaut uns ein kleines Gesicht lächelnd an und die bunten Blätter glitzern Ein wenig Glitzer-Blütenstaub schweb durch die Luft. Magisch! Die Blume will nicht gepflückt werden, sondern den Sommer auf der Wiese verbringen und „den Glitzerstaub verschenken.“ Als der Rabe dazu kommt, bewundert er die Blume und findet sie „einzigartig.“ Die Glitzerblume findet, dass jeder besonders ist und so werden die drei Freund.
Wir erleben mit den Dreien den Sommer, aber im Herbst verändert sich die Blume und lässt ihre Freunde traurig zurück. Im Winter denken die beiden an ihr glitzernde Freundin und auf der letzten Doppelseite können wir uns auf eine bunte Blumenwiese mit vielen neuen Glitzerblumen freuen.
„Glitzerglück“ heißt das Lied, dessen Text und Noten wir hinten im Buch finden. Miit dem QR-Code können wir es uns anhören.
Die Einzigartigkeit von jeder und jedem von uns wird in diesem wundervollen Bilderbuch in den Vordergrund gestellt. Das stärkt das Selbstvertrauen und zusätzlich erfahren wir, wie schön Freundschaft ist.
Die kurzen Texte sind gut verständlich und die Illustrationen zeigen niedliche, aber nicht kitschige Szenen, voller Gefühl und immer mit einem zarten Glitzer.
Dieses zauberhafte Bilderbuch wärmt die Herzen der Lesenden und bringt sie einander näher.
Rezensionen von jam:
Ein toller Mix aus spannendem Krimi, Wiener Schmäh und österreichischem Lebensgefühl.
Miss Vergnügen von Martina Parker
"Das Schiarche gehört zum schönen Leben dazu und umgekehrt", sagte der Piraten-Philosoph mit dem Fettfleck just in diesem Moment.
Kapitel 7
Treffender kann man es nicht ausdrücken... Miss Brooks hat sich in Wien versteckt, in der Hütte ihres Schwagers, nachdem es mit ihrem Mann schiarch geendet hat.
Ihr Schwager Bertie arbeitet in der Kosmetikindustrie bei Très Loué. Als sein Vorgesetzter bei einer Feier grausam ermordet wird, kommt Miss Brooks aus der Deckung und muss schnell feststellen, es geht nicht immer schön zu in der Kosmetikwelt.
Ich kenne Martina Parkers Gartenkrimis und habe mich sehr auf die neue Reihe aus ihrer Feder gefreut. Und ich bin definitiv nicht enttäuscht worden!
Schon von der ersten Seite weg hab ich mich gut unterhalten. Miss Brooks ist ebenso ungewöhnlich wie ihr Vorname, der nicht verraten wird. In einer gammeligen Hütte häkelt sie Sorgenpüppchen, nur begleitet von einer zugelaufenen Katze mit Sprachfehler. Ihre Halbschwester verweigert jeden Kontakt, nur ihr Schwager Bertie kümmert sich um sie. Nach dem Mord an einem Mitarbeiter seiner Firma fühlt sie sich ihm verpflichtet und stöbert ein wenig rum. Als gelernte Verkäuferin in einer Parfümerie und Schwägerin von Bertie ist es ihr ein leichtes, bei Très Loué anzuheuern.
So lernt sie auch Stanzi kennen, eine gestandene Moderatorin Direkt und manchmal etwas herrisch hat sie doch das Herz am rechten Fleck und erkennt die Besonderheit in Miss Brooks Arbeit und ihrer Art. Und Stanzi lässt Miss Brooks nicht im Stich, auch nicht, als sich die Ereignisse zuspitzen. Die Redakteurin Katja ermittelt ebenso mit und die drei ergeben ein gutes Gespann.
Nur am Rande erleben wir die "wirkliche" Ermittlungsarbeit von Chefinspektorin des LKA Rita Baumgartner und Bezirksinspektor Luka Vukovic. Die zwei haben eine ganz besondere Dynamik und bereichern die Geschichte zusätzlich.
Der Fall ist spannend und vielschichtig. Auch wenn ich das Ende geahnt habe, ganz klar waren mir die Details nicht und so wurde ich bis zur letzten Seite gut unterhalten und überrascht.
Danke auch für die Rezepte im Anhang, die faschierten Laibchen nach Wandas Art hats vorgestern gegeben, waren sehr gut!
Fazit: Ein toller Mix aus spannendem Krimi, Wiener Schmäh und österreichischem Lebensgefühl.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Weil du bist, wie du bist. Eine Geschichte über Selbstvertrauen von Kashi Grobe
Emma bekommt von ihren Eltern einen wunderschönen gelben Regenumhang zum Geburtstag geschenkt. Doch leider ist kein Regen in Sicht - was solls, Emma zieht ihren Mantel trotzdem an, sie will vorbereitet sein. Das lohnt sich auch, wenn zum Schluss kommt der Regen und alle außer Emma müssen sich unterstellen.
Sie hingegen kann im Regen tanzen.
Über weite Strecken hat mir die Geschichte gut gefallen. Farbenfrohe Illustrationen, einfühlsame Eltern, eine PoC als Hauptprotagonistin - alles Punkte, die mich angesprochen haben. Auch die Gespräche mit den Erwachsenen sind schön geschrieben und passen super zur Geschichte. An manchen Punkten war ich schon kurz etwas irritiert, etwa bei der Badewannenszene, bei der ich ein wenig hoffte, das meine Kinder das nicht zu wörtlich nehmen (diese Befürchtung kommt nicht aus dem Nichts, das kam schon vor) oder auch beim Begriff Kita, da das in Österreich ein Begriff ist, der für die Betreuung unter 3 verwendet wird und Emma älter wirkt. Hier würde icj beim Vorlesen den Text einfach abändern. Da dies aber nur kleine Momente der Irritation waren und uns das Buch trotzdem gut gefallen hat, eine klare Empfehlung für dieses bestärkende Bilderbuch rund um das Selbstvertrauen, das zu tun, was man möchte und man für richtig hält!
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Weil du bist, wie du bist. Eine Geschichte über Selbstvertrauen von Kashi Grobe
Als Keira ihren neuen Job als Nanny antritt, hat sie keine großen Erwartungen, schließlich hat sie weder den Vater der Ninder selbst kennengelernt noch hat sie Kinder in dem Alter zu betreuen, wie sie es gerne hätte. Als sie dann ihrem Arbeitsgeber gegenübersteht, strifft sie eine Starre, denn sie steht Tristan gegenüber.
Dem Mann, in den sie einst hoffnungslos verliebt war, der sie jedoch ohne ein Wort sitzenließ und anscheinend zu dieser Zeit bereits Kinder hatte und in einer Beziehung war...
Und damit beginnt das Chaos. Keira braucht das Geld und nimmt den Job an, obwohl Tristan so tut, als ob sie keine gemeinsame Vergangenheit hätten.
Was mit einem witzigen Setting begonnen hatte und eine gewisse Lockerheit versprach, konnte mich leider nicht überzeugen. Da ich selbst als Pädagogin arbeite, hab ich sicher diese Sichtweise nicht ganz ablegen können. Pädagogisch war einiges an Kairas Handeln fragwürdig und in Bezug auf ihren jüngsten Schützling finde ich, dass sie ihren Job nicht ernst nimmt. Tristan hat mich auch ziemlich enttäuscht- zu ihm konnte ich überhaupt nicht durchdringen. Sein Verhalten den Kindern gegenüber war verletzend und auch gegenüber Keira nicht gerade vorbildlich. Zumal gab es einige Leerstellen, die mich etwas ratlos zurückließen. Insgesamt hat mich das Setting angesprochen, die Umsetzung aber weniger. Schade.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Immer wenn wir ... von Teresa Mossbauer; León Schellhaas
An was denkst du, wenn du an deine Kindheit denkst? Oft sind es die immer wiederkehrenden Rituale, die eine Familie so ausmachen. Mir fiel zum Beispiel ein, dass wir samstags gleich in der Früh immer einkaufen gingen. Ob das Pflanzen von Blumen, gemeinsame Familienessen, der samstägliche Haushaltsputz.
.. all diese kleinen Rituale prägen das Leben als Familie und wurden hier zusammengetragen. Das Besodnere: ganz unterschiedliche Familien erzählen von ihren Traditionen. So zeigt das Buch nicht nur die unterschiedlichen Rituale und Traditionen, sondern auch vielfältige Familienformen. Dabei werden diese nur kurz eingeführt und somit auch normalisiert und nicht "zerredet". Ein wirklich schönes Bilderbuch mit viel zu entdecken!!!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Beste Krimiunterhaltung
Miss Vergnügen von Martina Parker
Miss Brooks, eine nicht mehr ganz junge Britin, wird auf schnöde Art von ihrem Ehemann wegen seiner schwangeren Sekretärin verlassen. Sie findet Unterschlupf im Ferienhaus ihres Schwagers Bertie am Wiener Mühlwasser sowie einen Job als Visagistin bei Très Loué, also jenem Kosmetik-Unternehmen, in dem er selbst in leitender Funktion tätig ist.
So wie Jacques, der sein Leben vor Kurzem, während einer Veranstaltung in der berühmten Augarten Porzellanmanufaktur in einem der beiden Brennöfen ausgehaucht hat.
Wenig später ist auch Bertie tot - erschossen bei der Verleihung der Parfum-Oscars. Was ist in diesem Kosmetik-Konzern los, dass gleich zwei Führungskräfte ermordet werden? Die Polizei schießt sich auf eine geschasste Parfümeurin ein, die blöderweise Schmauchspuren an der Kleidung hat.
Miss Brooks, deren Vorname so schrecklich ist, dass ihn niemand erfahren darf, beginnt als Mitglied der Très Loué-Familie gemeinsam mit der Journalistin Katja Pötzelberger und dem Très Loué-Testimonial Konstanze Körbler, ein wenig herumzuschnüffeln, einen Ausflug an die Côte d’Azur inklusive. Dabei erfährt das Trio einige Dinge, die, wenn sie bei bekannt würden, den Nimbus des qualitätsbewussten Konzern wie in der Hitze verschmiertes Make-up aussehen ließen.
Sollen diese Machenschaften vertuscht werden? Oder ist alles doch ganz anders?
Meine Meinung:
Dieser Cozy-Krimi, der Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe aus der Feder von Martina Parker ist, hat mich sehr gut unterhalten. Wie ich es von der Autorin der Gartenkrimis, die alle im Südburgenland spielen, gewöhnt bin, zeichnet sich auch dieser durch liebevoll gezeichnete weibliche Charaktere, die durchaus auch bockig und garstig sein dürfen aus.
„Die Hölle ist nichts im Vergleich zur Rache einer Frau.“ (S. 209)
Schauplatz ist diesmal Wien, genauer gesagt die Donaustadt, der 22. Bezirk, der sich vor allem durch seine gemischten Bevölkerung auszeichnet. Neben frisch zugezogenen Jungfamilien, die sich in den zahlreichen Neubaugebieten wie der Seestadt Aspern niedergelassen haben, finden wir auch Alteingesessene aus Stadlau und Aspern, die den Veränderungen wenig abgewinnen können. Es reihen sich hypermoderne Wohnhäuser an Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit aneinander. Dazwischen liegen die immer seltener werdenden Gärtnereien sowie traditionelle Einfamilienhäuser. Ich lebe selbst seit über 30 Jahren in Essling, das in unmittelbarer Nachbarschaft von Aspern liegt.
Das hört sich dann im Café Pinguin, das wie Martina Parker im Nachwort erklärt, ein reales Vorbild hat, das leider nicht mehr existiert, so an:
„Alle wollen s‘ jetzt in die Donaustadt. Dabei is eh so viel Stau auf der Tangente. Erst kommen die Hipster, dann die Immobilienhaie. Und wir werden verdrängt von Trotteln mit Lastenfahrrädern, die Hafermilch-Caffè-Latte saufen und Mode für ihre Möpse kaufen. Daschiaßen müsst ma die Bagage, daschiaßen.“ (S. 71)
Entzückend ist auch Edi, der Aushilfskellner und Vater vom ermittelnden Polizisten Luka. Edi ist der einzige, der Miss Brooks Vornamen erfährt (ihn aber nicht weitersagt). Ich hoffe, auf die Auflösung des Rätsels in der Fortsetzung.
Sehr gut gefällt mir die Verwandlung von Miss Brooks von der verlassenen Ehefrau, die Sorgenpüppchen am laufenden Band häkelt, zu einer selbstbewusste Frau. Wie sagt der Taxler so treffend:
„Wissen S‘ Gnä‘ Frau, manche Männer sind wie Wolken. Wenn sie sich endlich verziehen, wird es wieder schöner.“ (S- 177)
Ja, Martina Parker hat hier wieder ihre Lebenserfahrung (?) und ihren schwarzen Humor eingebracht, um ihre Leserinnen (ja, absichtlich nicht gegendert) zum Schmunzeln und zum Nicken zu bringen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem fulminanten Reihenauftakt, der mich bestens unterhalten hat, 5 Sterne und freue mich auf eine (oder mehrere) Fortsetzung(en).
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich nicht ganz überzeugt
Nordseerätsel von Heike Denzau
Inseldetektiv Raphael Freersen ist wieder einmal knapp bei Kasse. Er gibt mehr Geld aus, als er einnimmt, weil er es, anders als die meisten anderen Inselbewohner, es nicht gelernt hat, mit Geld umzugehen, füllt doch seine liebe Mutter das Bankkonto immer wieder auf. Zudem gibt es wenig auf Föhr zu verfolgen, denn die Inselpolizei macht ihre Arbeit korrekt.
So muss er notgedrungen den Auftrag von Hermann Suhrkamps Nichte annehmen, den eigenartigen Postkarten, die ihr Onkel seit einiger Zeit erhält und die subtile Drohungen enthalten, nachzugehen. Raphael ist leicht pikiert, dass er am Sonntag bei Suhrkamp erscheinen und näheres erfahren soll.
Die Überraschung ist groß, als sich herausstellt, dass Hermann Suhrkamp 100.000 Euro seines Vermögens in einem von ihm erdachten Quiz unter seinen Familienmitgliedern ausspielen will. Raphael soll an Stelle der Putzfrau, die aktuell im Krankenhaus liegt teilnehmen. Das versprochene Honorar klingt verlockend, doch eine ganze Woche mit einer ihm gänzlich unbekannten und unsympathischen Familie verbringen? Wenn nur nicht Raphaels Konto so ein fettes Minus anzeigen würde, könnte er diesen ungewöhnliche Auftrag ausschlagen!
Die Regeln für das Spiel sind schräg und erfordern einige Aufmerksamkeit, weshalb der ursprüngliche Auftrag, den ominösen Postkarten nachzugehen, fürs erste einmal in den Hintergrund tritt.
Meine Meinung:
Die Idee, eine große Summe mittels Ratespiel zu verschenken, habe ich witzig gefunden, während die Postkarten und Rückblicke auf mögliche Vergehen in Hermanns Vergangenheit schließen lassen.
Die Familie Suhrkamp ist so gar nicht meine Wunschfamilie, weshalb ich Raphaels Zögern, den Auftrag anzunehmen gut verstehen kann. Jedes Familienmitglied ist in unterschiedlichem Ausmaß egoistisch, geizig und berechnend. Klar, der alte Hermann hat während seines 90-jährigen Lebens ein kleines Vermögen angehäuft, das jede/jeder Einzelne gerne hätte.
Dieser Krimi ist schon der dritte aus der Reihe rund um Raphael Freerson, den ich lese. Ich gebe ja den Protagonisten immer wieder die Chance, sich weiter zu entwickeln. Doch wie schon in den Vorgängern benimmt er sich an vielen Stellen wie ein Pubertierender und nicht wie ein Erwachsener, weshalb ich vermutlich aus dieser Reihe aussteigen werde..
Ein bisschen bin ich von der gesamten Reihe enttäuscht. Ich kenne die andere Reihe rund um Lyn Harms von Heike Denzau, die mir wesentlich besser gefällt.
Fazit:
Der Krimi hat wenig Spannung und die Charaktere wirken nicht sehr sympathisch. Diesmal gibt es nur 3 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Die Toten auf Föhr von Anna Johannsen
Als man Carolin Schneider und ihre beiden Kinder tot in ihrem Haus auf der Insel Föhr auffindet, ist für die Polizisten aus Flensburg recht schnell klar: Hier liegt ein erweiterter Selbstmord vor. Man schließt die Akte. Erst als Dr. Roland Mattes, Carolins Vater und einflussreicher Mann im Innenministerium, Zweifel am Selbstmord seiner Tochter äußert, wird eine Obduktion angesetzt.
Als das Ergebnis die ursprüngliche Einschätzung zu einem anderen Verdacht führt, wird das LKA und die Inselkommissarin Lena Lorenzen mit dem brisanten Fall betraut.
Gemeinsam mit ihrem Team geht sie die Akten akribisch durch und tritt damit dem Leiter des Flensburger Kommissasriat Moormann, gehörig auf die Zehen. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich dann heraus, dass Moormann sich recht schnell in den Fall eingemischt hat und nicht alles, was seine Mitarbeiter herausgefunden haben, ist auch protokolliert worden.
Neben dem komplexen Fall, der ihre gesamte Aufmerksamkeit erfordert, hat Lena Lorenzen mit privaten Turbulenzen zu kämpfen, denn die Abmachung mit ihrem Ehemann Erck, wer wann für das gemeinsame Kind Zeit aufbringt, ist das sprichwörtliche Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben steht. Es scheint, dass trotz aller Beteuerungen die Hauptlast von Haushalt und Familie auf Lenas Schultern ruhen sollen.
Als sich bei den Ermittlungen eine bislang unbekannte Spur auftaucht, gerät André Schneider, ein scheinbar erfolgreicher Finanzberater, ins Visier der Ermittler.
Meine Meinung:
Lena Lorenzen und ihr Team drehen jeden Stein mindestens zwei Mal um, und machen sich damit in Flensburg keine Freunde. Daneben haben sie es mit einem Staatsanwalt zu tun, der gerne alles 200% wasserdicht haben will, um seine eigene Karriere nicht zu gefährden. Gut gefällt mir, dass Kriminalrätin Nielsen, die Leiterin im LKA, Lena Lorenzen und ihrem Team den Rücken frei hält.
Wie immer wird auf die Eigenheiten von Land und Leuten eingegangen. Dazu passt das Cover, das einen langen Sandstrand zeigt perfekt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Inselkrimi 4 Sterne.









