Kunden em pfehlungen
Rezensionen von downey_jr:
Wenn die Gefühle Achterbahn fahren: Tolles Gefühle-Journal für Kinder
Little Hearts - Big Feelings - Mein Gefühle-Journal von Martina Helfrich; Christine Schlitt
„Little Hearts - Big Feelings - Mein Gefühle-Journal“ ist nich einfach eingewöhnliches Tagebuch. Das Gefühle-Journal soll Kindern ab 8 Jahren helfen, ihre Gefühle besser zu verstehen. Meiner Meinung nach kann das auch für größere Kinder hilfreich sein, um zum Beispiel das Gefühlschaos und die Stimmungsschwankungen vor und während der Pubertät besser durchzustehen.
Das Buch ist sehr farbenfroh und liebevoll illustriert und gestaltet. Die Farbgestaltung ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet, das finde ich lobenswert.
Da es ein gebundenes Buch ist (das liebe ich!), ist es hochwertig von der Qualität her & der fest am Buch angebrachte Stift (mit Gummiband) ist natürlich besonders praktisch!
Im ersten Teil des Buchs findet man erstmal Steckbriefe zu den Gefühlen: Freude, Liebe, Wut, Angst, Kummer und Überraschung. Das finde ich sehr gelungen, vor allem, weil die Kinder selbst reflektieren können, wie sie mit den jeweiligen Gefühlen im Allgemeinen umgehen und was ihnen dabei hilft/helfen kann.
Danach folgen Wochen-Seiten für ein halbes Jahr sowie jeweils einen Monats-Rückblick.
Diese Seiten sind sehr schön und abwechslungsreich gestaltet. Dadurch, dass es keine leeren Seiten sind, sondern man vorgefertigte Felder zum Ausfüllen, Schreiben oder Zeichnen nutzen kann, kann hier jeder selbst kreativ werden bzw. auch eher „schreibfaule“ Kinder können gut damit arbeiten.
Wir sind sehr begeistert von diesem tollen „Tagebuch plus“, mit dem Heranwachsende auf spielerische und kreative Art lernen können, ihre Gefühle besser zu verstehen und vielleicht auch anders/besser damit umzugehen und Erlebnisse zu reflektieren.
Das tolle Eintragbuch bekommt eine ganz klare Empfehlung von uns!
Rezensionen von clematis:
Ales ist möglich
Der Tower von Ivar Leon Menger
Nova-Marie fliegt aus ihrer Wohnung raus, den Job als Galeristin hat sie schon davor verloren, als Influencerin und Babysitterin verdient sie gerade so viel, dass sie noch etwas essen kann. Was für ein Glück, dass just in diesem Moment das Telefon läutet und ihr eine angenehme Stimme mitteilt, dass sie beim Gewinnspiel ausgelost worden ist, der Haupttreffer ist nämlich ein gratis Jahresabo für ein Luxusappartement im hypermodernen Pramtower am Berliner Alexanderplatz.
Von ihren Lieblingsklängen wird Nova im Foyer empfangen, mittels Sprachaufforderung öffnet sich die Tür zur Wohneinheit, der Kühlschrank hält die Lieblingsspeisen bereit und auch der Champagner prickelt bald im Glas. Alles ist möglich, denn die geniale KI Kim liest Novas Wünsche quasi von den Lippen ab und erfüllt einen jeden prompt. Aber ist es das, was Nova wirklich beglückt? Sie erreicht ihren besten Freund nicht mehr und will wieder weg von diesem Luxusturm, doch da hat sich der Goldene Käfig schon wie von selbst geschlossen.
Eine einzigartige beklemmende Atmosphäre erschafft Autor Ivar Leon Menger mit diesem Szenario, Nova ist gefangen zwischen Vertrauen und Erkennen. Schon früh spürt die junge Frau, dass etwas Sonderbares vor sich gehen muss, freut sich aber andererseits, dass ihr neues Luxusdomizil so viel an Komfort und Behaglichkeit bietet. Ist es nicht phantastisch, dass Kim auf Ansage die Fenster verdunkelt oder gar in kürzester Zeit ein köstliches Menü per Speisenaufzug liefert? Die Seiten mit Nova fliegen nur so dahin, die Zeit im unbezahlbaren Turm vergeht im Nu, so fesselnd präsentiert der Autor diese unglaubliche Geschichte. Besonders gelungen ist das Ende mit dem A/B-Test.
Gibt es nicht? Alles Übertreibung? Diese Gedanken schleichen sich mitunter beim Lesen ein, doch wer weiß … was heute noch als Utopie abgetan wird, kann morgen schon Realität sein. Das Thema Künstliche Intelligenz betrifft uns alle, hier zum Glück nur als kurzweilige Unterhaltung. Lesenswert.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Man kann sich verändern!
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
Nicht mein Buch, ABER eine sehr gut gemachte Hommage an die pubertierende Jugend, die emotional berührt.
Es gelingt der Autorin, dass man als erwachsener/alter Leser in die Lebensrealität der Jugend eintaucht. Das Buch ist gut zu lesen.
Was können Erwachsene lernen? Man kann sich verändern!
Rezensionen von bine525:
Süsse Medizin
Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu
Der Fuchsgeist ist in der japanischen Mythologie ein mächtiges und übernatürliches Wesen. Intelligent, gerissen und mit der Fähigkeit, die Menschen täuschen zu können nimmt er in diesem Wohlfühlroman die menschliche Gestalt des Süssigkeitsladen Besitzers Kogetsu an. Sein Laden in der Mondlichtgasse hat nur von Vollmond bis Neumond geöffnet und ist nur für Menschen mit Problemen erkennbar.
Das zauberhafte Buch liest sich herrlich leicht und ist unwiderstehlich wie Schokolade: süss, manchmal zartherb und hinterlässt ein angenehmes Gefühl nach Glück.
Um es auf den Punkt zu bringen: Dieses Buch war für mich wie Medizin für die Seele.
Das Buch ist perfekt aus dem japanischen übersetzt worden und gekoppelt mit einem 100% stimmigen und beeindruckenden schönem Cover ein perfektes Geschenk für alle die von Zweifeln geplagt sind.
Rezensionen von youngreaders:
Absolut empfehlenswert
Das Lexikon gruseliger Tiere von Philip Bunting
Das Lexikon gruseliger Tiere ist ein absolut empfehlenswertes Buch für junge Leser und Leserinnen, aber auch für Jugendliche und junggebliebene Erwachsene. Auf jeder Seite (manchmal auch auf einer Doppelseite) sieht man ein "gruseliges" Tier - es sind keine Fotos, sondern wirklich gelungene Zeichnungen (die Fossa finde ich persönlich besonders schön, was vielleicht daran liegt, dass ich sowieso Fossa-Fan bin.
...:-)!). Dazu stehen kleine Kommentare mit Pfeilen zu den entsprechenden Körperteilen (z.B. beim Beutelteufel: "Sein wildes Geschrei lässt dir das Blut in den Adern stocken." oder "Erschreck ihn bloß nicht, sonst verströmt er einen umwerfenden Stinktierduft!")- Dazu steht auf jeder Seite noch ein kleiner Informationstext, der auch relativ groß geschrieben ist - also definitv auch für Lesemuffel oder LRS-Kinder. Des Weiteren steht auch der lateinische Name dabei, allerdings, auch wenn er lesbar ist, ist er durchgestrichen und ein lustiger Ersatzname steht darunter (z.B. beim Komodowaran: Mega-Echsa gifticus). Es ist ein Buch zum Schmunzeln, aber auch mit ganz viel Information und einer wunderbaren Gestaltung!
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Not Quite Dead Yet
Not Quite Dead Yet von Holly Jackson
"Not Quite Dead Yet" ist das erste Buch, dass ich von Autorin Holly Jackson gelesen habe. Vermutlich wird es nicht mein letztes sein. Die grundlegende Idee, dass Protagonistin Jet ihren eigenen Mord aufklärt, denn sie stirbt Dank Komplikationen verzögert, ist ungewöhnlich und absolut mitreißend.
Der Schreibstil hat mich schon ab den ersten Seiten für das Buch einnehmen können und hat mich gut durch das gesamte Buch getragen. Trotz der Schwere des Themas - Jet muss sich immerhin sehr unmittelbar mit iher eigenen Ermordung und ihrem ansehenden Tod auseinandersetzen - habe ich das Buch als sehr humorvoll erlebt. Das liegt unter anderem an Jet selbst, aber auch an ihrer Beziehung zu Kindheitsfreund Billy.
Der Spannungsbogen ist hervorragend konstruiert und immer, wenn ich dachte, ich hätte den Mörder enttarnt wurde ich eines besseren belehrt. Es wurde nie langweilig oder vohersehbar, viele neue Erkenntnisse haben die Handlung spaannend und in kurzweilig gehalten.
Insgesamt ist "Not Quite Dead Yet" ein Buch, das mich von Anfang bis Ende in Atem halten konnte und ich kaum aus der Hand legen wollte.
Rezensionen von downey_jr:
Berührende und unterhaltsame Geschichte über Freundschaft und Mut
Rocky Winterfeld von Marie Hüttner
Der 11jährige Rocky lebt gemeinsam mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen. Er ist traurig, dass ein bester Freund Marek mit seiner Familie nach Polen gezogen ist. Als eines Tages ein rätselhafter Brief in seinem Briefkasten landet, wird sein Leben plötzlich auf den Kopf gestellt. Gemeinsam mit seiner Lehrerin Frau Popov sowie drei weiteren Mitschüler*innen ist er in einem klapprigen VW-Bus auf dem Weg nach Danzig zu einem Wissenschaftswettbewerb – gegen den Willen seiner Mutter.
Auf engstem Raum mit den ziemlich schrägen Mitschüler*innen beginnt ein abenteuerlicher Roadtrip.
Die Geschichte wird aus Rockys Perspektive erzählt und ich konnte mich von Anfang an sehr gut in ihn hineinversetzen. Er war mir gleich sympathisch; ein sensibler und logisch denkender Junge, der oft überraschend kluge Worte findet:
"Vielleicht ist das ganze Leben wie eine Welle, denke ich, leicht-schwer-leicht-schwer-leicht-schwer, und wenn es gerade schwer ist, muss man nichts weiter machen als abzuwarten, bis das Leichte wiederkommt, weil es bestimmt kommt, statistisch gesehen."
"Der Fehler ist, dass sich um eine Freundschaftspflanze immer zwei kümmern müssen. Das haben Sie mir nicht gesagt. Denn sonst kann man sie noch so sehr hegen und pflegen. Wenn nur einer die Freundschaftspflanze gießt, wird es ihr nie gut gehen. Nie."
Das Buch ist eine gleichermaßen unterhaltsame wie berührende Geschichte über Freundschaft, das Überwinden von Vorurteilen und Mut.
Die Charaktere fand ich allesamt sehr authentisch und liebenswert dargestellt, jeder mit seinen Ecken und Kanten, was sie noch sympathischer und echter machte.
Meiner Meinung nach ein wirklich sehr empfehlenswertes Kinderbuch für Mädchen und Jungen ab ca. 10 Jahren!
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Endlich eine andere Perspektive auf die Gesellschaft am Semmering - sehr gelungen!
Am Semmering von Tanja Paar
Wenn man einen Roman über das Leben am Semmering in der Zeit zwischen 1900 und 1945 liest, dann sind die Protagonist*innen meist der sog. besseren Wiener Gesellschaft zuzuordnen. Jene Kreise, die zur Sommerfrische ins Panhans oder Südbahnhotel fuhren oder gar selbst eine Villa am Semmering hatten, wie etwa die Mayonnaisefabrikanten Kuhnert.
Es war die große Zeit dieser beiden Hotels, wo Bälle im Sommer stattfanden und die Neue Freie Presse geliefert wurde, bis die Gäste im Herbst wieder nach Wien fuhren.
Tanja Paar schreibt aber über die „kleinen Leute“, die das Leben der Reichen dort am Laufen gehalten haben: über den Bahnwärter Bertl und seiner Frau Klara, über die Gasthofbesitzerin Meinhartinger und deren Mitarbeiterin Rahel, über Frau Negrelli vom Postamt, die den Leuten beim Lesen der Briefe und Einschreiben half, über Herrn Lechner, der in der Schule den Greißlerladen betreiben durfte, weil er sich bei den Kriegsanleihen verspekuliert und alles verloren hatte.
Der Roman umfasst die Zeit zwischen 1928 bis 1945. Bertl steigt als Wagenputzer bei der Eisenbahn auf und wird Bahnwärter am Bahnhof Semmering. Er zieht mit seiner Klara ins Bahnwärterhäuschen – die erste eigene Wohnung mit einem kleinen Garten für die beiden. Zuerst geht es ihnen gut, Klara kann die Zwetschken aus dem Garten der Mutter nach Wien mitgeben, wenn sie sie am Semmering besucht. Die Zeiten ändern sich jedoch, nach 1929 grassiert die Inflation und die Nazis sind im Aufschwung – das spüren auch die einfachen Menschen am Semmering.
Aus dem Nachwort geht hervor, dass der Roman vom Leben von Tanja Paars Großeltern Klara und Bertl, die die Hauptprotagonist*innen im Roman sind, inspiriert wurde. Auch ihr Großvater war Eisenbahner, jedoch ist der Roman fiktiv.
Sprachlich sind die Dialoge in einem feinen österreichischen Slang geschrieben. Das gibt dem Roman einen besonderen Touch – das gefällt mir sehr. Ich habe den Roman wahnsinnig gern gelesen, denn ich mag Geschichten besonders aus dieser Zeit und noch dazu, wenn mir die Gegend bekannt ist. Der Semmering wird endlich einmal aus einer ganz neuen Perspektive gezeigt, unglaublich gut gelungen. Der Roman hat für mich alles, was ich in Büchern mag: eine interessante Zeit, eine neue Perspektive und zum Teil reale Fakten. Daher empfehle ich den Roman uneingeschränkt weiter.
Rezensionen von Blackcat:
Ein gelungener Auftakt mit Vorfreude auf Band 2!
Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli
✨3,5/5✨
Nisha J. Tuli führt uns mit ihrem 1. Band der Reihe "Das Nachtfeuer-Quartett" in ein aufregendes Romantasy-Leseerlebnis, mit einer starken Protagonistin, die mit Geheimnissen, Magie und spannenden Kämpfen konfrontiert wird.
Nicht nur Zarya überzeugt als Hauptfigur, auch mit Vikram, Yasen und Aarav konnte ich mitfiebern und zusammen haben sie eine wunderschöne Familie und ein starkes Team gebildet.
Die Welt an sich fand ich auch wunderschön gestaltet, mit Magie, vielen verschieden magischen Wesen und Kreaturen. Auch die genauen Beschreibungen von der Stadt, der Natur und auch der für die Welt, die mich an ein indisches Setting erinnert hat, typischen Kleider und Essen haben mich noch tiefer in die Geschichte hineinversetzt. Auch wenn alles teilweise so komplex war, dass es oft kompliziert war alles zu verstehen und die Hauptstory manchmal verzögert hat.
Generell war der Schreibstil sehr flüssig und immer nur aus einer Perspektive, was ich in dieser Geschichte auch sehr gut fand, weil man die Charaktere wie Zarya kennengelernt hat und überlegen konnte, wem man traut und wem nicht. Auch die Kapitel hatten eine gute kurze Länge, was einen durch das Buch fliegen lässt.
Der einzige Nachteil für mich war, dass die Geschichte immer mal wieder etwas heruntergefahren ist und teilweise nicht wirklich viel passiert ist. Dazu kommen dann noch die teils zu ausführlichen Beschreibungen der Welt. Doch für einen Auftakt einer Reihe ist das üblich und das Ende klang schon vielversprechend auf den 2. Teil, den ich auf jeden Fall auch lesen werde!
➡️Daher würde ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, denn es hatte eine fantastische Welt voller Magie, tolle und vielseitige Charaktere, viele Geheimnisse und eine spannende, wenn auch teils etwas langweilige Geschichte! Da kann man sich schon auf den 2. Band der Reihe freuen!
Rezensionen von Ruth:
Eine Reise zu sich selbst
Die Rheinreise von Ann Schlee
Ann Schlee, 1934 in den USA geboren, lebte die meiste Zeit ihres Lebens in England. „Die Rheinreise“ war ihr erster Roman für Erwachsene und stand in seinem Erscheinungsjahr auf der Shortlist für den Booker Prize. Nun, über vierzig Jahre später, erscheint das Buch bei Dumont in einer schön gestalteten Ausgabe erstmals auf Deutsch.
Der Roman spielt Mitte des 19. Jahrhunderts, ist aber 1981 erschienen und das überrascht bei der Lektüre. Schafft es doch die Autorin, nicht nur die damalige Welt authentisch und lebendig darzustellen und die Atmosphäre jener Zeit genau zu treffen, nein, auch in Ton und Stil erinnert das Buch an viktorianische Romane.
Wir begleiten die englische Familie Morisson auf einer Reise mit dem Dampfschiff von Baden-Baden bis nach Köln. Das sind der anglikanische Reverend Charles und seine kränkelnde Frau Marion mitsamt der 17jährigen Tochter Ellie. Mit dabei ist auch die ledige Schwester des Reverends, Charlotte, eine Frau mittleren Alters. Sie war bis vor kurzem die Haushälterin eines mittlerweile verstorbenen älteren Mannes und hat von diesem etwas Geld geerbt. Damit könnte sie sich ein unabhängiges Leben leisten, etwas, das Charlotte nicht kennt. Denn ihr bisheriges Dasein stand stets im Dienst anderer. Und diese Rolle fällt ihr auch hier wieder zu. Sie darf sich um das Gepäck kümmern, Marion hilfreich zur Seite stehen und für Ellie die Gouvernante sein.
Doch dann in Koblenz sieht sie einen Mann, der ihrer Jugendliebe ähnlich sieht. Obwohl ihr gleich bewusst ist, dass er es nicht sein kann, erschüttert sie diese Begegnung aufs Äußerste. Längst verdrängte Gefühle und Erinnerungen kommen hoch. Da ihr Bruder jene Jugendliebe nicht für standesgemäß hielt, kam es nicht zu einer Heirat.
Nun hat, zu ihrem Entsetzen, dieser seltsame Fremde dieselbe Reiseroute wie sie. Obwohl sie jeden Kontakt mit ihm meiden will, so taucht er doch immer wieder in ihrer Nähe auf. Bis in ihre Träume hinein verfolgt er sie.
Sehr genau beschreibt Ann Schlee den seelischen Aufruhr, in dem sich ihre Protagonistin befindet. Der Schmerz um die verlorene Liebe, um ihr vertanes Glück lässt sie aufbegehren gegen die ständige Bevormundung und Gängelung. Sie fragt sich, wer sie eigentlich ist. Bisher wurde sie definiert über andere, als Schwester, Schwägerin, Tante, usw. Doch wo bleiben ihre Wünsche und Bedürfnisse?
Der Roman endet hoffnungsvoll. Charlotte wird nicht, wie geplant, bei ihrem Bruder einziehen, sie sieht ihre Zukunft „in jenem geweißelten Cottage, in dem sie sich still ausbreiten, von einem Raum in den anderen gehen, sich selbst finden und erkennen konnte, unverbildet durch den Druck, den andere auf sie ausübten.“
Die Geschichte spielt 1851, drei Jahre nach der Märzrevolution, in der sich die Bürger auflehnten gegen die Obrigkeit, mehr Freiheit und Rechte forderten. Darauf weist die Autorin explizit hin in einer Art Vorwort. Das ist der historische Hintergrund, der sich kaum, bis auf ein überraschendes Ereignis, auf die Handlung und die Figuren auswirkt.
Aber was sich im Innern der Hauptfigur abspielt, ist auch eine Revolution, wenn auch eine leise.
„ Die Rheinreise“ ist ein ruhig erzählter Roman, ohne größere Handlung. Der Schwerpunkt liegt auf der komplexen Gefühlswelt der Protagonistin und den zwischenmenschlichen Beziehungen, was von der Autorin präzise und psychologisch stimmig dargestellt wird. Dies alles in einer schönen, bilderreichen Sprache und einem äußerst eleganten Stil.
Eine lesenswerte Wiederentdeckung!











