Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Vergiftetes Präsent
Das Geschenk von Gaea Schoeters
Dies ist mein erster Roman der flämischen Autorin. Sie lässt diesen nicht in ihrer Heimat, sondern in Berlin spielen. Die Handlung beginnt damit, dass der Präsident von Botswana 20000 Elefanten nach Deutschland, speziell in den Großraum Berlin, schickt. Das erklärt auch die Covergestaltung. Er erklärt sein Geschenk damit, dass Deutschland ein Einfuhrverbot für Jungstrophäen beschlossen hat und damit einem Teil seiner Bevölkerung die Lebensgrundlage durch Einnahmen aus dem Tourismus entzogen wurde, während obendrauf die Elefanten immer mehr werden und Ernten vernichten.
Der deutsche Bundeskanzler steht nun vor einem enormen Problem, da die Elefanten in der Großstadt schnell Schaden anrichten, was die Bevölkerung gegen die Regierung aufbringt, während zugleich radikalere Parteien einfache Lösungen für das Problem versprechen.
Somit wirkt die Geschichte auch etwas wie ein Gleichnis bezogen auf die Flüchtlingsthematik. Die Autorin bringt viele interessante Gedankengänge und auch eine ordentliche Portion Satire ein, ohne zu sehr ins klamaukhafte abzugleiten. Somit wird man einerseits gut unterhalten, andererseits aber auch zum Nachdenken darüber angeregt, wie unsere eigenen Verhaltensweisen, aktuell und auch schon weit in der Vergangenheit dazu beitragen, dass es Menschen anderswo schlecht geht. Auch, was unsere Reaktionen auf Problemsituationen angeht, wird uns als Leser:in und auch der Politik so oft ein Spiegel vorgehalten. Der Schreibstil war dabei gut lesbar und anschaulich und auch die Sprecherin des Hörbuches empfand ich als passend gewählt. Man konnte ihr sehr gut folgen. Teilweise hätte ich mir aber noch etwas genauere Hintergründe gewünscht, insbesondere dazu, wie 20000 Elefanten überhaupt nach Deutschland gekommen sein sollen, aber auch zu weiteren konkreten Problemsituationen, die durch ihre Anwesenheit in der Großstadt entstanden sind.
Rezensionen von Island :
Runder Abschluss der Trilogie um starke Frauen
Das Geschenk von Gaea Schoeters
Mit dem dritten Teil „Wir sehen uns wieder am Meer“ beendet die norwegische Autorin Trude Teige ihre Trilogie um Juni Bjerkes Großmutter und Menschen, die dieser nahestanden. Die Gestaltung des Covers fügt sich gut in die Reihe der beiden Vorgänger ein und bietet so einen großen Wiedererkennungswert.
Ich selbst habe auch die ersten beiden Teile gelesen, dadurch, dass die einzelnen Bände aber doch in einem recht großen zeitlichen Abstand herauskamen, erinnerte ich mich kaum noch an Details der Handlung, sodass ich sagen würde, dass man den dritten Roman auch gut unabhängig von den beiden Vorgängern lesen kann, auch wenn diese ebenfalls sehr lesenswert sind und der Gesamtzusammenhang nur durch die Kenntnis aller drei Romane richtig klar wird.
Die Freundinnen Birgit, Tekla und Anneliese stammen aus Kragero, einem Dorf in Norwegen. Birgit absolviert dann eine Ausbildung zur Krankenschwester in Oslo und lernt dort den viel älteren Russen Ilja kennen, bei dem sie Russisch lernen will, dann aber eine Beziehung mit ihm beginnt und nach dessen Tod sogar seine Osloer Wohnung erbt. Während des Zweiten Weltkrieges geht sie dann aber nach Bodo, um dort als Krankenschwester zu arbeiten. Dort setzt sie ihre Russisch-Kenntnisse auch ein, um Ostarbeiterinnen zu helfen und ist im Widerstand aktiv. Dabei lernt sie den verletzten Russen Sascha kennen und verliebt sich in ihn. Nach Kriegsende lässt sich Birgit dann als Spionin in Moskau anwerben, um Sascha wiederzufinden, was alles andere als ungefährlich ist.
Ich fand es wieder sehr interessant, mehr über die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Nordnorwegen und das Leid, das die Nationalsozialisten auch dort angerichtet haben, sowie über die Widerstandsbewegung in Norwegen zu erfahren. Die Autorin erzählt dies alles gut nachvollziehbar und anschaulich und die Geschichte um die verschiedenen Frauen und insbesondere Birgit hat mich sehr gefesselt. Die Sprecherin des Hörbuches ist gut gewählt und trägt den Roman in einer passenden Stimmlage vor. Das Erzähltempo ist angenehm, sodass man ihr gut folgen kann. Ich bin schon auf weitere Bücher der Autorin gespannt.
Rezensionen von Island :
Der Griff nach den Sternen
A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe Die Cornwall-Reihe von Katharina Herzog
Da ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe und auch die Covergestaltung großen Wiedererkennungswert hat und optisch ansprechend gestaltet ist, war mein Interesse an dem Roman direkt geweckt.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Sophie, Tochter eines verstorbenen Sternekochs und selbst erfolgreiche Restaurantkritikerin in London.
Sie ist frisch geschiedene Mutter einer Teenager Tochter und auch um ihre, recht extrovertierte Mutter muss sie sich kümmern, da diese aus ihrer Seniorenresidenz geworfen wurde. Dann bekommt Sophie selbst Probleme, nachdem sie aus einem Impuls heraus das neue Restaurant eines Models extrem schlecht dastehen lassen hat und man ihr nun die Schuld an den psychischen Problemen der Besitzerin geben will. Daher schlägt Sophies Chef vor, sie solle den Beweis antreten, dass sie es besser kann als das Model und ein recht heruntergekommenes Restaurant in Cornwall zum Sternelokal machen. Sophie hat keine große Wahl und zieht also mit Mutter und Tochter im Schlepptau von London in einen kleinen Ort in Cornwall, wo sie ein recht schrulliges Team in dem Lokal erwartet und auch die Gäste wenig Lust auf Veränderung haben.
Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar, anschaulich und unterhaltsam. Man kann sich recht gut an die Orte der Handlung versetzen. Die Protagonistin Sophie war mir sympathisch und ihre Familie und das Team des Restaurants sorgen immer wieder für kurzweilige Erlebnisse. Manches ist sicher ein bisschen vorhersehbar, aber, das ist bei diesem Genre ja nicht schlimm. Dafür erhält man einen schönen Roman für den Sommer, der auch Lust darauf macht, selbst einmal nach Cornwall zu reisen. Die Sprecherin des Hörbuchs passt auch gut zu dieser Geschichte und man kann ihrer angenehmen Stimme sehr gut folgen.
Rezensionen von Island :
Pläne sind dazu da, umgeworfen zu werden
Weihnachten in Applemore - Roman (Das Erbe von Applemore 4) von Rachael Lucas
Bei Weihnachten in Applemore handelt es sich um den vierten Teil einer Reihe, um mehrere Geschwister und eine Dorfgemeinschaft. Wie das Cover und der Titel eindeutig verraten, handelt die neueste Episode um Weihnachten herum.
Harry, der beste Freund von Polly (beide haben sich noch nicht eingestanden, mehr füreinander zu empfinden) möchte über die Weihnachtstage sein Hotel mit Pub und zugleich gehobener Küche schließen, um es renovieren zu lassen, damit die Zimmer wieder dem Stand der Zeit entsprechen.
Da funkt ihm allerdings Influencerin Ivy dazwischen, die sehr spontan und ausgerechnet an Weihnachten, in seinem Hotel heiraten möchte. Das wäre natürlich eine super Werbung für das Hotel, sorgt aber für jede Menge zusätzliche Arbeit und bringt alle Pläne durcheinander. Polly überzeugt Harry aber, die Anfrage anzunehmen und es gibt in Applemore ja zum Glück auch sonst viele helfende Hände, die ihn unterstützen wollen.
Es handelt sich hier um ein weihnachtliches Wohlfühlbuch, mit dessen Hilfe man beim Lesen in einen kleinen Ort in den Schottischen Highlands abschweifen kann. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und angenehm lesbar, gut für einen tristen Herbst- oder Wintertag auf dem Sofa. Die Menschen der Dorfgemeinschaft sind allesamt auf ihre Art sympathisch. Mir fiel es allerdings etwas schwer, mit den ganzen Namen und Zusammenhängen klar zu kommen, da ich ansonsten nur den ersten Teil kenne. Das ist nicht so schlimm für die aktuelle Geschichte, es schadet aber sicher grundsätzlich nicht, auch die anderen Teile gelesen zu haben. Gut fand ich, dass die Autorin auf zu explizite Sexszenen, wie sie heute oft üblich sind, verzichtet hat. Die Liebesgeschichte hätte aber grundsätzlich noch etwas mehr Raum neben den ganzen Nebenhandlungen bedingt durch die recht hohe Anzahl der Nebenfiguren, einnehmen dürfen.
Rezensionen von Anno:
Bauchweh vor Lachen
Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat von Marc-Uwe Kling; Astrid Henn
Also eines war bei diesem Buch schnell klar: zum Einschlafen eignet es sich ganz und gar nicht. Es wurde hier gegiggelt und gelacht und auch ich hatte zunehmen Probleme bei der Geschichte ernst zu bleiben- herrlich! So herrlich, dass ich als es endlich still im Kinderzimmer war selbst noch das Buch geschnappt und weil ich nicht auf den nächsten Abend warten wollte, allein zu Ende gelesen habe.
Max-Uwe-Klings Humor sprüht hier aus jeder Zeile und auch die ein oder andere Andeutung auf andere Werke wurden darin versteckt. Diese zu kennen ist aber keine Voraussetzung um Tiffanys Geschichte zu verstehen.
Tiffany ist fast acht und mit ihrer Familie auf dem Weg zur vierten Hochzeit ihrer Großtante. Aber dabei geht alles schief was nur schiefgehen kann. Und zu allem Übel ist hat Tiffanys Bruder auch noch nen gehörigen Kater vom Vortag.
Wir fahren selbst regelmäßig zu Familienfeiern in die Heimat und kennen den Stress, der damit verbunden ist. Die ohnehin schon lustigen Anekdoten wurden dadurch nur noch besser! Und obwohl nur 60 Seiten lang und mit vielen bunten Bildern versehen, geschehen in diesem Buch jede Menge spassige Missgeschicke und Unglücke. Das könnt ihr euch nicht ausdenken! Also schnallt euch an und haltet Taschentücher für die Lachtränen parat.
Rezensionen von Immenhof:
gut recherchiert
Sturmtage von Sibel Daniel
Das Buch "Sturmtage" ist ein gut recherchierter Roman, was insbesondere aus den Informationen am Ende des Buches ersichtlich wird. Allerdings muss einem bewusst sein, dass er thematisch hauptsächlich der Darstellung von politisch aktiven Menschen darstellt, welche nach Skandinavien geflohen sind.
Nahezu alle im Roman aktiven Personen sind politisch aktiv. Auch ein grosser Teil der Handlung spielt in Skandinavien und die Probleme, welche geflohene Menschen dort erwartete wurde schön dargestellt und thematisiert. Auch dass die Menschen dort nicht sicher waren und wie weit die Macht reichte, war spannend zu lesen. Wenn man sich jedoch einen Roman erhofft, welcher noch andere Seiten aufzeigt bzw. überwiegend in Deutschland spielt, dann ist der Roman vermutlich weniger geeignet.
Insgesamt ein gut recherchierter Roman, welcher eine Fluchtbewegung aufzeigt, welche ansonsten oftmals literarisch nicht verarbeitet wird. Jedoch ist es schade, dass alle Hauptpersonen dieselben Ansichten miteinander teilen.
Rezensionen von Anno:
Herzensschön und ungewöhnlich
Mumpelmoff und das Wunder am Schloss von Bo Starker
Eine ungewöhnliche Geschichte, aber hervorragend erzählt. Erst war mir nicht ganz klar um was für ein Wesen es sich hier handelt, doch das ist Teil der Geschichte und durchaus so gewollt. Die Handlung wirkt dabei etwas aus der Zeit gefallen, ungewöhnlich schräg und trotzdem sehr persönlich. Mumpelmoff und sein Ballon schlichen sich dabei aber in Windeseile in unser Herz.
Und daher kennen wir in der Zwischenzeit nicht nur das wirklich hervorragend und atmosphärisch vertonte Hörbuch, sondern auch die wunderschön gestalteten Seiten des Buches. Beide Medien sind für sich ein kleines Kunstwerk und ergänzen sich hervorragend. Mit dem Hörbuch im Ohr, fällt dann auch das Lesen der ungewöhnlichen Bezeichnungen leichter. Und das Buch liefert der Geschichte dazu noch ein richtig tolles Bild. Selbstwert und das anders sein wird hier auf eine schöne und emphatische Weise thematisiert und dargestellt.
Rezensionen von Karina :
Bunte Welt
Was du siehst von Laura Maaß
Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... bunt wie ein Farbmalkasten.
So vielfältig liest sich auch der Roman 'Was Du siehst ' von Laura Maaß.
Ihr Debütroman - und meiner Meinung nach ein sehr gelungener.
Wir begleiten Andi und Jule ab dem Jahr 1967 und erleben, wie sie sich im Laufe der Jahre immer näherkommen.
Eine besondere Freundschaft wächst heran, zu der beide mit ihren sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten etwas beitragen.
Jule ist getrieben von der Sehnsucht, ihren Vater zu finden, und reist nach der Wende durch die Welt.
Andi hingegen geht seinen eignen Weg - und wartet auf seine Jule.
Ob sie zu ihm zurückkehrt? Das müsst ihr selbst lesen. ☺️
Besonders gefallen haben mir die farblich betitelten Kapitel - ein schöner Einfall - sowie die kleinen Rituale zwischen Jule und Andi, die ihre Verbindung so besonders machen.
Auch die Nebenfiguren haben mich berührt - allen voran Frieda, die für meinen Geschmack ruhig noch mehr Raum in der Geschichte hätte einnehmen dürfen.
Ihre kleine Erzählung war ebenfalls sehr schön und, wie ich finde, noch nicht auserzählt.
Auch Andis Vater - verschroben, aber liebenswert - ist mir im Gedächtnis geblieben.
Es ist kein spannungsgeladener Roman, aber einer, der zu Herzen geht.
Manche Leser*innen fanden bestimmte Stellen etwas langatmig - das habe ich persönlich nicht so empfunden.
Lediglich das Ende wirkte auf mich etwas konstruiert, was aber sicher Geschmackssache ist.
Ich habe diesen Roman gerne gelesen und empfehle ihn mit gutem Gewissen weiter.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
A ton of fun!
183 Pinguine. Das große Tier-Such-Buch von Stéphane Frattini; Édouard Manceau
Tierfreunde und Wimmelbuch-Fans aufgepasst! Neben den titelgebenden Pinguinen erwarten euch in diesem schönen Familienbuch, das mich direkt angelacht hat, auch Krokodile, Kühe & Co.
Detaillierte Suchaufgaben zu den niedlich gestalteten, farbenfrohen Abbildungen sorgen für jede Menge Spaß, nicht nur bei den Kleinen.
Egal, ob man sich gerne in den Zeichnungen verliert und die einzelnen Feinheiten bewundert oder über die humorvollen Formulierungen schmunzelt - es steckt so viel Liebe im Detail.
Um es abwechslungsreich zu halten, variieren die Schwierigkeitslevel, außerdem punktet das hübsche Hardcover-Büchlein mit zahlreichen interessanten Fakten. - Wusstet ihr, dass die Zunge eines Blauwals so viel wiegt wie ein kleiner Elefant? Oder dass es weltweit nur etwa 600.000 Flamingos gibt - die bei einem Gewicht von durchschnittlich 3kg in ihrer Gesamtheit als Tierart etwa 2.000 Tonnen schwer sind? - "Gerade einmal so viel wie vier große Flugzeuge mitsamt Passagieren." Ich feiere ja Facts und bildreiche Vergleiche dieser Art total!
Mein liebstes Zitat befand sich übrigens auf der Seite der klitzekleinen Tierchen:
"Wenn Verliebte sich küssen, wandern 80 Millionen Bakterien von einem Mund in den anderen. Aber kein Grund, „Igitt!“ zu sagen, denn tonnenweise Liebe auszutauschen, ist der beste Weg, um leichten Herzens zu leben!" Wahre Worte!
Fazit:
Spaßig und lehrreich zugleich, so soll es sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Wimmelbüchern mit reinem Illustrationsfokus geht es hier um mehr als 'nur' die Bildersuche. Mein einziges 'Manko':
Für meinen Geschmack hätte das Werk gerne noch ein paar Seiten mehr haben können.
Rezensionen von Arambol:
Mittel. Motiv. Gelegenheit.
Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste von Kelly Mullen
„Ich brauche dringend einen Ort, an dem ich in Ruhe Panik schieben kann.“
Rosemary „Mimi“ MacLaine ist 77 Jahre alt und führt auf der Insel Mackinac ein beschauliches Leben – bis sie eines Tages eine rätselhafte Einladung erhält. Ihre wohlhabende Nachbarin Jane lädt sie zu einer Party ins Herrenhaus ein und warnt zugleich: Sollte Mimi nicht erscheinen, werde sie ihr dunkelstes Geheimnis aufdecken.
Mimi kann die Einladung nicht ignorieren und bittet ihre Enkelin Addie, sie zu begleiten.
Schon früh am Abend kommt es zu einem Mord: Jane, die Gastgeberin, wird tot aufgefunden. Unverzüglich nehmen Mimi und Addie erste Ermittlungen auf.
Die gewählten Zutaten dieses Thrillers – ein Schneesturm, Stromausfall, eine isolierte Gruppe samt Mörder/in – sind wahrlich nicht gerade neu, werden aber unterhaltsam präsentiert.
"Die Einladung" ist ein sehr klassischer Winterkrimi, der mich trotz bekannter Zutaten gut unterhalten hat: Der Humor gefällt mir, der Schreibstil ist flüssig, die Handlung nimmt ohne langes Vorspiel direkt Fahrt auf.
Besonders gelungen empfinde ich das illustrierte Personenverzeichnis in den Innenseiten der Buchklappen. Das ist nicht nur äußerst praktisch, sondern auch ansprechend gestaltet, allerdings wirkt die Illustration von Mimi für eine 77-Jährige reichlich schmeichelhaft.
Mimi und Addie bilden ein interessantes Ermittlerduo. Die beiden führen ihre zahlreichen Befragungen aber leider so akribisch durch, dass der Mittelteil des Buches spürbare Längen entwickelt und der Spannungsbogen deutlich abflacht. Die Verdächtigen werden brav der Reihe nach abgeklappert, das Erzähltempo wird stark ausgebremst.
Die einzelnen Charaktere bleiben zudem insgesamt eher blass und skizzenhaft; selbst Mimi und Addie könnten mehr Tiefe vertragen.
Sehr überflüssig empfinde ich die wiederholten Markennennungen von Zigaretten; das passt einfach nicht in die Zeit.
Etwa nach der Hälfte des Buches schafft Kelly Mullen ein gehöriges Maß an Verwirrung: Wer ist hier eigentlich Täter und wer ist Opfer?
Es wird zunehmend komplexer und komplizierter. Die Geschichte selbst wird immer abgedrehter – das ist mir schon etwas des Guten zu viel.
Das Ende erscheinr dann zwar wieder rund, vielleicht mit einem Hauch zu viel "Happy End", kam für mich jedoch zu abrupt. Es gab immens viele Irrungen und Wirrungen zu entflechten, so viele falsche Fährten waren ausgelegt, und dann gibt es ein Geständnis fast emotionslos und ohne offensichtliche Gegenwehr.
Dank der zahlreichen, angenehm kurz gehaltenen Kapitel und einiger spitzer Dialoge liest sich das Buch zügig und macht Spaß. Wer leichte, humorvolle Winterkrimis mag, bekommt hier solide Unterhaltung – ein Cozy Crime, der im Mittelteil etwas Längen hat.










