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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Shilo:

Ein Lebensweg, der trotz allem weitergeht

Ich mache einfach von Valérie de Montmollin

Beim Lesen entsteht der Eindruck, dass hier jemand mit großer Klarheit auf ein Leben zurückschaut, das von viel Schmerz geprägt ist und dennoch nie aufgegeben wurde. Die Offenheit, mit der über Gewalt, Missbrauch und seelische Überforderung gesprochen wird, wirkt ruhig und entschlossen, nicht reißerisch.

Auffällig ist, wie oft aus kleinen Resten wieder etwas aufgebaut werden musste und wie sehr Musik und einzelne Menschen dabei Halt gaben.
Sehr berührend ist die Stelle, an der spürbar wird, wie drei einfache Worte zu einer inneren Stärke wachsen, die den ganzen Weg im Buch begleitet. Die Verletzungen der Kindheit, der Druck des familiären Umfelds und die späteren Demütigungen in einer zerstörerischen Beziehung bleiben nicht im Hintergrund, werden aber auch nicht breit ausgeleuchtet. Vielmehr entsteht das Gefühl, wie schwer es war, Ordnung in all diese Brüche zu bringen und wie viel Kraft dieser Schritt erforderte.
Der Ton bleibt trotz der schweren Themen überraschend warm. Manche Passagen zeigen, wie sich stiller Mut langsam zurückmeldet, auch wenn die Lage festgefahren scheint. Die ruhige Sprache erleichtert es, die schweren Inhalte aufzunehmen, ohne dass sie den Leser erdrücken. Gleichzeitig entsteht Respekt dafür, dass über Dinge gesprochen wird, die in vielen Familien noch heute ein Tabuthema sind.
Der Text wirkt sehr persönlich, bleibt aber klar und geerdet. Man spürt, wie viel Wahrheit darin steckt und wie konsequent eine Stimme gefunden wurde, die sich nicht mehr zum Schweigen bringen lässt. Genau diese Mischung aus Schmerz, Klarheit und innerer Stärke macht das Buch lesenswert. Vier Sterne, da einige Stellen etwas lang geraten sind und sich Gedanken wiederholen.

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Rezensionen von Claudia R.:

Selbstliebe

Und wenn ich mich selbst liebe von ANDREA WiLK; A. D. Wilk

Klappentext / Inhalt:

+++ Mit wunderschönem limitierten Farbschnitt +++
Woran erkennst du, dass du dich selbst nicht genug liebst?
Tagsüber sitzt Teresa an der Supermarktkasse, lächelt mechanisch und wird von den meisten Kunden kaum beachtet. Nachts verliert sie sich in Büchern – dort, wo Menschen über sich hinauswachsen und geliebt werden, wie sie sind.

In ihrer Realität hat Teresa sich selbst aufgegeben. Sie führt eine Beziehung, die sie klein hält, ohne dass sie es merkt. Ihr Leben ist eng, ihre Wünsche leise, ihre Grenzen verschwommen.
Doch dann geschehen Dinge, die sie nicht ignorieren kann. Unerwartete Impulse reißen sie aus ihrer Routine, lassen sie innehalten, hinsehen, hinterfragen. Zum ersten Mal spürt sie, dass das Leben mehr für sie bereithält – wenn sie den Mut findet, sich nicht nur zwischen den Seiten eines Buches zu verlieren, sondern in ihrer eigenen Geschichte aufzuwachen.
Eine Geschichte über das Wiederentdecken der eigenen Träume, den Mut, für sich selbst einzustehen, und die Erkenntnis, dass wahre Liebe bei dir selbst beginnt.

Cover:

Das Cover ist sehr sanft und warm umgesetzt. Eine Frau umschmeichelt von vielen Blumen und die Farbwahl im Einklang mit dem Gesamten macht das Cover zu einem sehr schönen Hingucker. Optisch und farblich ist das Ganze sehr schön abgestimmt und auch wundervoll umgesetzt.

Meinung:

Nach "Und wenn ich es selbst wert bin" konnte mich auch "Und wenn ich mich selbst liebe" überzeugen. Die Aufmachung ist ähnlich und auch beim Cover ist ein Wiedererkennungseffekt vorhanden. Die Geschichten jedoch sind unabhängig lesbar und handeln von eigenen Charakteren, die jeweils im Mittelpunkt stehen und Botschaften, wie Selbstliebe, Selbstwert und Akzeptanz stehen hier im Vordergrund.

Teresa scheint sich selbst und ihre Träume aufgegeben zu haben, nur leise schummern diese im Hintergrund. Häufig ist der Alltag lauter und wer kennt es nicht, dass der Fokus im Alltag der Arbeit und den stressigen Situationen gewidmet ist und man sich selbst darin zu schnell verliert? Wo bleiben Träume und Sehnsüchte? Das Leben hält mehr bereit, als man vielleicht annimmt.

Inhaltlich möchte ich hier nicht zu viel verraten und halte mich mit Details und Informationen dazu zurück.

Selbstliebe ist immens wichtig und auch Träume geben Hoffnung und man sollte diese nie aus den Augen verlieren. Manchmal braucht es ein wenig Mut, aber es ist wichtig im Leben seine Chancen zu nutzen, denn wir haben nur das eine.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich locker und flüssig lesen. Die Charaktere sind vielschichtig und wirken authentisch. Die Situation werden gut und bildlich beschrieben. Man findet sich schnell hinein und findet sich auch in der ein oder anderen Situation durchaus wieder.

Die recht kurzen Kapitel machen es leicht lesbar und bringen einen schnell hinein. Auch die Botschaften sind gut verpackt und man findet sich selbst an einigen Stellen wieder und auch zum nachdenken regt es zugleich an. Die Tiefe und Emotionen der Geschichte machen es nah spürbar und fühlbar.

Die Gestaltung und Gliederung finde ich sehr gut gelungen. Die Anfänge der Kapitel sind sehr gut erkennbar. Die Kapitel einfach durchnummeriert und durch eine kleine Grafik verziert. Auch der Farbschnitt ist sehr schön und passend umgesetzt.

Die Geschichte selbst steckt voller kleiner Botschaften und hilft bei Selbstfindung und Selbstliebe. Es zeigt, wie wichtig Träume, aber auch eigene Wertschätzung sind und man immer auch an sich selbst arbeiten sollte und auf sich hören sollte.

Fazit:

Eine wundervolle Geschichte über das Leben, Selbstliebe und eigene Wertschätzung.

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Rezensionen von Anilam:

Ein Muss für Mythologie-Fans

Medea von Rosie Hewlett

„Medea – Die Hexe von Kolchis“ von Rosie Hewlett ist quasi ein Retelling ihrer Geschichte, das Medea konsequent aus ihrer eigenen Perspektive erzählt. Schon in den ersten Kapiteln merkt man, dass man sie nicht nur als Hexe kennenlernt, sondern als kluge, machtvolle junge Frau, die in einem gewalttätigen Umfeld aufwächst.

Meine Sympathie hatte sie bereits nach dem ersten Satz. ????

Der Schreibstil ist bildhaft und gleichzeitig direkt, die Übersetzung flüssig und ausdrucksstark. Medea war für mich durchgehend sympathisch, kraftvoll und in ihren Handlungen absolut nachvollziehbar. Auch andere Charaktere wie Circe sind hervorragend beschrieben und haben einen starken Eindruck bei mir hinterlassen.
Das Cover ist ein absoluter Blickfang - man sieht Medeas Silhouette vor leuchtenden Goldtönen. Das wirkt auf mich mythisch, mysteriös und mächtig.

Für mich ist dieses Buch eine große Empfehlung für alle, die griechische Mythologie lieben und gerne Geschichten über starke, weibliche Figuren lesen.

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Rezensionen von Nele33:

schade

Der Nachbar,1 Audio-CD, 1 MP3 von Sebastian Fitzek

"Der Nachbar" von Sebastian Fitzek stand ganz oben auf meiner Wunschliste und ich habe begeistert angefangen, die Story zu hören. Eingelesen wurde das Hörbuch von Simon Jäger, wie auch die vorherigen Hörbücher von Sebastian Fitzek. Die ersten Kapitel waren spannend und ließen mich auf einen weiteren guten Psychothriller hoffen.

Sandra Wolff möchte mit ihrer Tochter am Standrand von Berlin einen ruhigen und beschaulichen Neuanfang wagen und fühlt sich leider von Anfang an in ihrem neuen Domizil nicht wirklich glücklich und wohl. Sie wird das Gefühl nicht los, dass sie beobachtet wird. Anscheinend gibt es einen unsichtbaren Nachbarn, der sich ungewollt und ungewünscht in ihr Leben einmischt, sei es, dass ihre Mülltonne an den Straßenrand gestellt wird und andere unbegreifliche Dinge. Die Polizei, die sie einschaltet, nimmt sie wie zu erwarten nicht ernst und gibt ihr den Ratschlag doch einfach dankbar für die Hilfe zu sein.
Es kommt wie es kommen muss, im Verlauf der Handlung eskaliert die Situation und wurde für mich als Hörer bedauerlicherweise auch immer wirrer.

Lange Zeit war ich ein großer Fan von Sebastian Fitzek, doch die beiden letzten Bücher konnten mich nicht mehr fesseln oder überzeugen. Die gesamte Story und auch das Ende wirkten auf mich absolut konstruiert und ich habe die nach dieser Erfahrung die Hoffnung aufgegeben.
Ebenso konnte ich mit keinem der Protagonisten eine Verbindung aufbauen.

Simon Jäger war dennoch ein toller Sprecher, der versucht hat in diesem wirren Konstrukt eine rote Linie zu erzeugen.

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Rezensionen von Ulla:

liebevolle Beschreibung des Campingplatzes und der Menschen

Entführung im Himmelreich von Andreas Winkelmann

Auf dem Campingplatz Himmelreich im brandenburgischen Caputh wartet man ungeduldig auf den Bäckerwagen. Er hätte schon längst da sein sollen. in der Warteschlagen befindet sich auch Björn Kupernikus, der ohne seinen Kaffee zum Frühstück nicht gut drauf ist. Er beschließt, die Brötchen vom Bäckerladen in der Stadt selbst zu holen und findet am See den verlassenen Wagen und einen Schuh des Bäckers.

Für den dazu geholten Kommissar Fass ein klarer Fall von Selbstmord. Kurz danach passiert ein Einbruch auf dem teuren Hausboot von Solveig, die esoterische Seminare gibt, und als in der Kühlkammer der Bäckerei eine Leiche gefunden wird beschließen Kupernikus und seine Bekannte, die ehemalige Lehrerin und Künstlerin Annabelle, dem ganzen auf die Spur zu kommen. Kupernikus, jetzt im Ruhestand, wäre als Schauspieler beinahe Tatortkommissar geworden.
Der Krimi punktet mit seinem Humor und der liebevollen Beschreibung des Campingplatzes und der dort lebenden Menschen. Es handelt vom gemeinsamen Laubsammeln und verbrannten Bratwürsten und einer Halloweenparty mit Kostümen, bei denen auch der Kommissar Fass mit seiner Freundin, der Rechtsmedizinerin Sabrina, teilnimmt. Es handelt von den finanziellen Sorgen des Bäckers und dem Streit zwischen Bäcker und Metzger des Ortes. Alle Protagonisten wachsen einen ans Herz und ich freue mich schon auf einen weiteren Band um den Hobbydetektiv Kupernikus.

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Rezensionen von Ulla:

vergangenes belastet auch nachfolgende Generationen

Die Verlorene von Miriam Georg

Änne hat zeitlebens ihre Familiengeschichte vor ihrer Tochter Ellen verschwiegen. Und nun ist es für Fragen zu spät, ganz plötzlich ist sie verstorben. Laura, Ellens Tochter, will Klarheit über die Vergangenheit erhalten, besonders seit sie ein Foto von Änne mit einer exakt gleich aussehenden jungen Frau im Nachlass findet.

Änne hatte eine eineiige Zwillingsschwester, von der sie nichts wussten. Laura fährt nach Schlesien und sucht den Pappelhof um Antworten zu finden. Parallel zur Spurensuche im Jahr 2019 erleben wir die Zeit zwischen 1941 und 1946 in der Änne mit ihrer Familie den Pappelhof bewirtschaften. Die Männer sind eingezogen worden und als Ausgleich haben sie Zwangsarbeiter zur Hilfe auf dem Hof. Darunter ist auch Karl, in den sich Ännes Schwester Luise verliebt. Änne lebt in dieser Zeit versteckt in einem kleinen Zimmer, um einer Deportation zu entgehen, da sie unter epileptischen Anfällen leidet. Ihre enge Bindung zu Luise ist das einzige, das sie aufrecht hält.
Wir erleben, welche Auswirkungen der zweite Weltkrieg für die Menschen in Schlesien hatte, Höfe, bei denen die Männer für die Feldarbeit fehlten, der Umgang mit Zwangsarbeitern, die Flucht oder Enteignung der Heimat. Das Verschweigen dieser Erfahrungen führt zu einer Sprachlosigkeit in der Gegenwart und belastet auch nachfolgende Generationen. Sprachlich ein überzeugender Roman, ganz besonders ist die historische Aufarbeitung über das Leben in Schlesien.

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Rezensionen von Sheilo:

Spannend bis zum letzten Kapitel

The Blackgate Invitation von Sarah Henning

Ruby und Wren leben ein bescheidenes Leben, umso neugieriger sind sie, als eine alte Dame ihnen viel Geld dafür bietet, sich einen Abend lang als ihre Enkel auszugeben. Die Schwestern lassen sich auf diesen Deal ein, doch zu diesem Zeitpunkt wissen sie noch nicht, was sie wirklich erwartet und in welche Gefahr sie sich begeben.

"The Blackgate Invitation" ist eine wundervolle Slow-Burn-Romance von Sarah Henning, die mich mit ihren magischen Elementen und vor allem der Spannung im Buch sehr begeistert hat. Während eines Abendessen kommt es zu einem Mord und ein magischer Bann sorgt dafür, dass die Anwesenden den Mörder finden und bestrafen müssen. Dabei kann man als Lesender wunderbar miträtseln und immer wieder ist es der Autorin gelungen, meine Gedanken in die falsche Richtung zu schicken. Der Schreibstil ist sehr fesselnd und es bleibt spannend bis zum Schluss, wobei viele tolle Plot-Twists auf die Lesenden warten.

Ruby und Gwen führen ein sehr bescheidenes Leben, weshalb sie natürlich vom Luxus der Villa total eingenommen werden. Ruby ist dabei die vorsichtigere Schwester und aus ihrem und Audens Blickwinkel erleben wird die Geschichte.

Ruby kann es kaum glauben, welche magischen Fähigkeiten die Mitglieder der vier magischen Familien besitzen. Doch auch Ruby bringt sich auf der Suche nach dem Mörder sehr ein. Ihre scharfsinnigen Gedankengänge und ihre ruhige Art sind eine sehr gute Unterstützung, jedoch wird es auch für sie und ihre Schwester gefährlich.

Auden ist der zweite Protagonist des Buches und besitzt als Mitglied einer Magielinie ebenfalls Kräfte, die er immer wieder geschickt einsetzt. Er hat ein sehr großes Herz und gibt seiner Familie großen Rückhalt bei der Aufklärung des Mordes. Aber eines wird schnell klar, er hat genauso seine Geheimnisse wie scheinbar alle Anwesenden in der Villa.

Neben der mysteriösen und geheimnisvollen Grundstimmung im Buch, spürt man sehr schnell die aufkeimenden Gefühle zwischen Auden und Ruby. Der Umgang der beiden miteinander ist liebevoll und es ist sehr abwechslungsreich, die beiden auf der Suche des Mörders zu begleiten, welche sie auch einander näher bringt.

Für mich ist "The Blackgate Invitation" ein wirklich gelungenes Jugendbuch voller Spannung und tollen magischen Elementen. Das Miträtseln bei der Aufklärung des Mordes hat mir sehr viel Spaß bereitet und ich kann das Buch daher absolut empfehlen.

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Rezensionen von Karina :

Fluch und Segen

Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig

'Das dreizehnte Kind' von Erin A. Craig ist schon optisch eine Highlight. Das Cover ist ein echter Hingucker - und das Besondere: Der Einband unter dem Schutzumschlag ist sogar noch schöner. Solche Details liebe ich einfach. ????

Die Protagonistin Hazel hat ein bewegtes Leben. In Armut geboren, als das titelgebende dreizehnte Kind, wird sie mit Missachtung gestraft und wartet Jahr um Jahr sehnsüchtig auf ihren ihr noch gänzlich unbekannten Paten.

Der Pate ist niemand Geringeres als der Gott des Todes. Besonders schön fand ich, dass er nicht diese furchteinflößende Gestalt ist, die man erwarten würde, sondern ein kluger, einfühlsamer Gott, der Hazel mit Respekt begegnet.
Hazel hat als dreizehntes Kind eine besondere Gabe - das Heilen - und diese Gabe ist Fluch und Segen zugleich.
Als der König schwer erkrankt und sie an den Hof gerufen wird, um ihn zu retten, stellt sich ihr Leben völlig auf den Kopf.

Dies ist ein schöner Fantasyroman mit düsteren Elementen und einer tollen Geschichte. Am liebsten mochte ich die anfängliche Erzählung der kleinen Hazel, und wie sehr habe ich mitgefiebert, dass sie endlich aus diesem lieblosen Elternhaus geholt wird. Ihre Entwicklung zur großen Heilerin hätte von mir aus gerne länger erzählt werden können und dafür etwas weniger von dem Leben auf dem königlichen Hof. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Dafür fand ich das Ende wieder ganz großartig.

Ich hatte eine wirklich tolle Lesezeit mit Hazel. Die Geschichte ist durchdacht, die Figuren sind lebendig und interessant und der Schreibstil ist angenehm flüssig.
Ich empfehle dieses Buch allen, die Fantasy mit sanft düsteren Untertönen lieben.

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Rezensionen von Wolfgang Suschnig:

Was für ein überragender Sänger und Charakter!

Busch singt von Jürgen Schebera; Hans-Eckardt Wenzel; Carola Schramm; Carmen Bärwaldt

Bekanntlich wurde 2025 der 100. Geburtstag des ostdeutschen Regisseurs Konrad Wolf mit div. Retrospektiven gefeiert. Vergeblich suchte man allerdings die Sendung der sechsteiligen Fernsehserie Busch singt, seiner letzten Arbeit. Auch die kompakte Kinofassung blieb interessierten Kino- bzw. Musikliebhaber:innen leider verwehrt.

Besagte Dokumentation über das Leben des Sängers Ernst Busch entstand 1982 in der DDR. Anhand seines Schicksals sollte die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts dokumentiert werden. Ernst Busch selbst hatte von 1964 bis 1974 für seine Chronik in Liedern, Kantaten und Balladen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts 226 Titel für das von ihm betreute Label Aurora aufgenommen. Mastermind der sich an dieser Chronik orientierenden Fernsehserie war der damals prominente Regisseur Konrad Wolf, der Sohn des schwäbischen Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf (Weihnachtsgans Auguste! u.a.). Aus sog. komplizierten, unentwirrbaren rechtlichen Problemen war es letztlich Michael Rieger zu verdanken, wenigstens (leider nur) die Rechte für den dritten und fünften Teil dieser Fernsehproduktion veröffentlichen zu können. Die entspr. DVD ist mit einem Begleitbuch erhältlich, mit einer Analyse des ersten Teils von Jürgen Schebera, der u.a. auch an der Hanns Eisler-Gesamtausgabe mitarbeitete. Ernst Busch war ja nicht zuletzt der bedeutendste Interpret der Lieder Hanns Eislers. Die beiden weiteren Essays stammen von dem eher als Liedermacher bekannten (Hans-Eckardt) Wenzel und von Carmen Bärwaldt, Konrads ehemaliger Regieassistentin.

Der erste Teil der DVD nennt sich "1935 oder das Faß der Pandora". Wolf wirft einen larmoyanten Blick auf dieses "scheinbar normale, unauffällige Jahr in Deutschland". Es ist keine Dokumentation im herkömmlichen Sinne, sondern Wolf unterlegt Wochenschau- und Filmausschnitte mit achtzehn Liedern unterschiedlichster Autoren (Brecht, Tucholsky, Kästner, Becher, Mehring, Langhof u.a.), alle gesungen von Ernst Busch. In einem kurzen Ausschnitt einer Radiosendung ein paar Wochen nach Kriegsende berichten Busch und seine ehemalige Frau Eva kurz über ihre musikalischen Tätigkeiten im holländischen Exil. Aber letztlich verzichtet Wolf in diesem Filmteil auf jeglichen Kommentar. Diese Aufgabe übernehmen die Lieder. So werden Aufnahmen von Görings Hochzeit mit den Moorsoldaten und dem Kälbermarsch unterlegt; die Aufnahmen von Kriegsschiffen und dem deutsch-britischen Flottenabkommen werden vom Seemannschoral konterkariert; der Gruß an die Mark Brandenburg begleitet Exerzierübungen, rhythmische Gymnastik mit Bällen und ein paar kurze idyllische Impressionen von Brandenburg. Zu Aufnahmen vom Winterhilfswerk, einem Maitanz und einen vor dem Mikrophon sich windenden Goebbels lässt Wolf Ernst Busch Der erste Schritt vom rechten Weg singen. Mit einer Ballszene, dem Lied Ein Pferd klagt an (O Falladah, die du hangest!) und dessen letzter Zeile "Sonst passiert euch was, was ihr nicht für möglich haltet!" endet 1935.

Den zweiten Teil hat Wolf gänzlich anders gestaltet. Er tritt selber vor die Kamera und berichtet mit Hilfe zweier von Busch besprochener Kassetten sowohl über dessen Schicksal, angefangen von seiner Flucht aus Belgien, über seine Internierung in Gurs, seinem erfolglosen Fluchtversuch in die Schweiz bis zu seiner Befreiung aus der Haftanstalt Brandenburg, aber auch über sein eigenes, beginnend 1935, als er gemeinsam mit Ernst Busch, als Teil eines Kinderchors, auf der Bühne des Gewerkschaftshauses in Moskau stand. Genau bei diesem Konzert war auch ein späterer russischer Soldat anwesend, der Busch auf seinem Weg nach Berlin erkannte und ihn deshalb nicht erschoss, sondern ihm Lieder vom damaligen Konzert vorsang. Busch selbst konnte zu diesem Zeitpunkt nicht singen, da er bei einem Bombentreffer in der Haftanstalt Moabit im Gesicht schwer verletzt worden war. Wolf hat das Kunststück vollbracht, ein Mitglied dieser russischen Patrouille zu finden und diesen ehemaligen Soldaten in seinem Film auftreten zu lassen. Er selbst hätte Busch auf seinem Weg nach Berlin auch treffen können, Wolf war damals als Soldat der Roten Armee nach Deutschland zurückgekehrt. Schließlich kommt auch der russische Lyriker Konstantin Simonow zu Wort, der sein Gedicht Ein Deutscher (Немец) über Ernst Busch vorträgt.

Konrad Wolf hat die Fertigstellung des sechsten Teils seines Projekts nicht mehr erlebt. Er starb 56jährig 1982 in Berlin. Busch war zwei Jahre zuvor gestorben. Seine letzte Rolle war die des Jovellanos in Konrad Wolfs Film Goya – oder Der arge Weg der Erkenntnis.

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Rezensionen von atlaentis:

Bis auf das Ende großartig

Heir of Illusion von Madeline Taylor

Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite so fesseln konnte. Der Romantasyroman überzeugt bereits von Anfang an durch spannungsgeladene Momente, Rätsel und abwechslungsreiche Charaktere, die in einem tollen Worldbuilding um ihr Leben und ihre Freiheiten kämpfen.

Ivy hat ein ordentliches Päckchen zu tragen, aber sie weiß auch, welche Rolle sie einnehmen muss, um zu überleben. Ihre Illusionen wurden immer passend eingesetzt und haben mich ständig mitfiebern lassen, dass sie nicht dabei erwischt wird. Thorne wirkt zunächst wenig durchschaubar, jedoch wurde er mir im Laufe des Buches auch immer sympathischer. Remy war mein persönliches Highlight, da ich seine Rolle als Mentor und Freund einfach unglaublich authentisch fand, daher hat mich das Ende ein wenig unzufrieden gestimmt, da er auf den letzten Seiten nicht mehr erwähnt wurde und seine Geschichte noch ungewiss ist. An Spannung fehlte es dem Roman überhaupt nicht und so fliegt man geradezu durch die Seiten. Die letzten drei Seiten haben das Leseerlebnis dann doch ein wenig gedämpft, da die Auflösung wie bei vielen anderen Fantasyromanen an den Haaren herbeigezogen wirkt. Dabei weist das Buch einen so deutlichen roten Faden auf, auf dem man weiter hätte aufbauen sollen, als eine Auflösung anzubieten, die keiner kommen sehen kann. Lieber versuche ich die Rätsel in einer Geschichte zu lösen, aber ohne jegliche Hinweise zuvor wirkt es dann doch eher so als versuche man krampfhaft die Leser für die Fortsetzung zu behalten. Dennoch sind Schreibstil und Charakter so gelungen, dass das Buch letztendlich als Lesegenuss in Erinnerung bleibt. Wer auf originelle Ideen, lebendige Charaktere, spannende Geheimnisse und ein wenig Romantik in einer tollen Fantasywelt steht, ist hier genau richtig.

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